Zweitmeinung: Doppelt heilt besser

12. August 2014
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„Je komplizierter die Erkrankung, desto wichtiger ist eine Zweitmeinung“, so Prof. Jalid Sehouli von der Charité in Berlin. Dass die eigene Diagnose dabei völlig auf den Kopf gestellt werden kann, müsse ein guter Arzt verkraften können.

Vor allem Patienten, bei denen eine lebensbedrohliche Erkrankung diagnostiziert wird, holen sich häufig die Meinung eines zweiten Arztes ein. Verständlich, denn einen Fehler in der Behandlungsstrategie könnten sie schlimmstenfalls mit dem Leben bezahlen. Auch jüngere Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass Zweitmeinungen sinnvoll sind: Eine Studie an Hodenkrebspatienten des Universitätsklinikums Ulm zeigte, dass jeder sechste Patient mit dieser Erkrankung eine effektivere Therapie erhält, wenn sein behandelnder Arzt nach der Diagnose die Zweitmeinung eines Kollegen einholt. Bei nahezu 40 Prozent der Patienten hatten der behandelnde Arzt und ein weiterer Hodentumorexperte unterschiedliche Therapiepläne aufgestellt. Bei jedem vierten Patienten konnte die Medikamentendosis verringert werden.

Auch ein Modellprojekt der Techniker Krankenkasse in Brandenburg mit dem Titel „Zweitmeinung Rücken“ zeigte, wie häufig die Ansichten von Ärzten differieren. Vier von fünf Patienten, denen von ihrem behandelnden Arzt zu einer Rücken-OP geraten wurde, erhielten als Zweitmeinung einen gegenteiligen Rat: Hände weg von einer Rücken-OP. Woran liegt das? Und wer behält am Ende Recht?

DocCheck sprach mit Prof. Dr. med. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie der Charité an den beiden Standorten Campus Virchow-Klinikum und Campus Benjamin Franklin in Berlin, der sich seit fast 13 Jahren regelmäßig mit Kollegen in der Online-Tumorkonferenz der Klinik für Gynäkologie austauscht.

DocCheck: Dass Patienten von einer Zweitmeinung profitieren, liegt auf der Hand. Welche Vorteile bringt die Ansicht eines Kollegen für den behandelnden Arzt?

Prof. Sehouli: Eine Zweitmeinung einzuholen, bedeutet, mit einem Kollegen in einen Dialog zu treten und Argumente auszutauschen. Bei zahlreichen Erkrankungen gibt es keine klar definierten Handlungsanweisungen, an die sich der behandelnde Arzt halten kann. Mit einer Zweitmeinung können sich Ärzte versichern, richtig zu handeln und sich über Alternativen Gedanken machen, die ihnen möglicherweise vor Ort gar nicht zur Verfügung stehen. In unserer Online-Tumorkonferenz beispielsweise schalten sich regelmäßig Niedergelassene und Klinikärzte aus dem gesamten Bundesgebiet zu, um seltene Erkrankungssituationen zu thematisieren. Dialog in der Medizin ist wichtig für Therapieentscheidungen und Innovationen.

DocCheck: Was, wenn der befragte Kollege einen gänzlich anderen Therapieplan vorschlägt?

Prof. Sehouli: Ein Zeichen der modernen Medizin ist, dass es niemals nur einen Weg gibt. Ich versuche meinen Patienten oft klar zu machen: Ein guter Arzt ist derjenige, welcher mehrere Therapieoptionen mit verschiedenen Zielkriterien definiert. Wenn beispielsweise ein Arzt zu einer OP rät, ein anderer diese ablehnt, gibt es keine richtige oder falsche Meinung. Dann müssen die Argumente mit wissenschaftliche Daten und persönlichen Erfahrungen hinterlegt werden. Nur im Dialog kann ein Konsensus gefunden werden.

DocCheck: Ist es hilfreich, mehrere Zweitmeinungen einzuholen?

Prof. Sehouli: Die Anzahl an Zweitmeinungen ist nicht entscheidend, wenn es darum geht, eine Therapieentscheidung zu treffen. Ich halte nichts davon, quasi einen Durchschnitt aus mehreren Zweitmeinungen zu bilden. Man kann relativ leicht festlegen, welche Behandlungsempfehlung auf welchem Evidenzgrad basiert. Das Wichtigste bei der Zweitmeinung ist: Wer gibt sie? Und wie transparent ist sie? Bezieht sich mein Ratgeber auf eine Leitlinie, auf eine Phase-III Studie oder auf sein Gefühl?

DocCheck: Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie mit Zweitmeinungen bisher gemacht?

Prof. Sehouli: Bei der Online-Tumorkonferenz haben wir in vielen Fällen die Diagnose komplett gedreht. Denn eine Zweitmeinung kann auch dazu dienen, Dinge neu zu bewerten. Alleine durch Hinterfragen konnten wir bereits herausfinden, dass eine Patientin gar nicht an Eierstockkrebs erkrankt war, sondern unter einem anderen Tumor litt, der eine völlig andere Behandlung erforderte. Deshalb bin ich ein großer Fan der Zweitmeinungsphilosophie. Je komplizierter die Situation ist, desto mehr sollte man fragen. Früher hat man immer geglaubt, man müsse sofort mit der Therapie beginnen, sobald ein Tumor diagnostiziert wurde. Vorher genau zu prüfen, welche Therapie für den Patienten am besten ist, führt oft schneller zum Ziel als sofort eine Chemotherapie einzuleiten.

DocCheck: Fühlen sich Ärzte nicht in ihrer Kompetenz beschnitten, wenn ihre Diagnose auf den Kopf gestellt wird?

Prof. Sehouli: Wer die Medizin versteht, kann das aushalten. Ich selbst frage trotz meiner langjährigen Erfahrung immer wieder Kollegen um Rat. In der Medizin sind längst nicht alle Dinge bewiesen, da ist ein Dialog ganz normal. In allen Zertifizierungskommissionen gibt es Konferenzen; sie sind ein Qualitätskriterium. Auch meine Patienten holen sich Zweitmeinungen bei Kollegen ein. Manchmal kränkt mich das emotional, aber ich halte das trotzdem für gut und unterstütze das. Denn schließlich muss sich der Patient mit der Therapieentscheidung identifizieren. Ein großes Problem dabei ist allerdings, dass die gesetzlichen Krankenkassen Zweitmeinungen nicht abdecken.

DocCheck: Wie bewerten Sie Zweitmeinungen aus dem Internet?

Prof. Sehouli: Wenn ich nur die Unterlagen eines Patienten bekomme, sieht meine Therapieentscheidung häufig anders aus, als wenn ich den Patienten sehe. Denn Behandlungskonzepte orientieren sich nicht nur an Diagnosen, sondern berücksichtigen auch den körperlichen Zustand des Patienten. Neben der diagnostizierten Krankheit ist auch die Gesundheit des Patienten wichtig. Papier dient nur zur Orientierung.

DocCheck: Vielen Dank für das Gespräch!

76 Wertungen (4.39 ø)

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22 Kommentare:

Chirurg
Chirurg

#18 sicher nicht in der Chirurgie!
Vielleicht erläutern Sie Ihre Horrorzahlen mal etwas genauer!

#22 |
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Chirurg
Chirurg

#18 Gast,
was mich ganz mächtig stört, ist, dass hier Operationen herausgestellt werden,
das erinnert mich an Papst Innozenz II aus dem tiefen Mittelalter, der Chirurgie komplett abgeschafft hat durch sein Verdikt, dass man kein fremdes Blut mehr berühren darf mit der Strafandrohung der Exkomunikation.

Viel wichtiger ist doch ob ein Chirurg gut operieren kann.

Ist denn eine Chemotherapie bei Krebs unproblematisch?

Mir sagen Patienten regelmäßig genau das Gegenteil.

#21 |
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“Zweitmeinungen einholen (ist) legitim…”

Wie kommt jemand dazu, auch nur was anderes zu DENKEN?

Wir sind doch nicht in einem totalitären System!

#20 |
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Patient
Patient

Wie kann ich als Patient denn nun einen kompetenten Arzt finden, der mir zuverlässig eine Zweitmeinung aussprechen kann?

#19 |
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Gast
Gast

Studien zeigen, dass 1/3 aller Diagnosen falsch sind und 2/3 aller Therapiepläne angepasst werden müss(t)en (Quellen z.B. The American Journal of Medicine, The Journal of the American Medical Association). Diese Tatsache alleine sollte als Anreiz reichen, um sich bei schwerwiegenden Erkrankungen sehr sorgfältig mit der Arztwahl zu beschäftigen bzw. IMMER eine zweite Meinung einzuholen. Herausragende Ärzte wie Prof. Sehouli sind ausschließlich am Erfolg der Behandlung interessiert und stellen dafür ihr Ego zurück. Das ist lobenswert und der richtige Weg. Es spricht viel dafür, dass sich Ärzte UND Patienten jeweils zweite Meinungen bei kompetenten und hochspezialisierten Fachärzten einholen sollten, um schließlich zur bestmöglichen Behandlungsvariante zu gelangen. Die Regierung scheint das mit dem Vorstoß einer verpflichtenden Zweitmeinung vor OPs erkannt zu haben.

#18 |
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Arzt
Arzt

Die Diskussion erschein mir etwas einseitig wieder mal gegen Ärzte.
Ich kennen keinen der etwas gegen eine “Zweitmeinung” hat,
noch wird irgend ein Patient von irgend jemand davon abgehalten das zu tun!
Da er allerdings selbst kein Fachmann ist, bleibt die Frage, was es ihm bringt.
Ich versteh also ehrlich gesagt nicht so ganz wo hier ein Problem liegt???

Üblicherweise überlegt man ja eher VORHER zu welchem Arzt oder in welches Krankenhaus man geht. Da geht es dann um den sog. Ruf einer Person oder Einrichtung,
durchaus kein schlechter Maßstab.
Und schlussendlich um die persönliche Erfahrung mit einem Arzt, bzw. einer med. Institution.
Nach meiner Erfahrung machen Patienten selbst erstaunlich selten von dieser Möglichkeit Gebrauch.
Zudem kann ich nicht sagen, wer das bezahlt. Die GKV eher nicht.

#17 |
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Altenpfleger

Zweitmeinungen einholen sind legitim und aus meiner Sicht immer gerechtfertigt . nicht, weil man der ersten Meinung grundsätzlich misstraut, sondern weil es gerade in medizinischen Dingen (aber nicht nur da!) gut ist, wenn man noch eine weitere Meinung einholt; wer von uns ist denn unfehlbar und macht immer und überall alles richtig?! Problematisch finde ich es allerdings, wenn der Patient sich selbst und ausschließlich um eine Zweit- oder Drittmeinung bemühen muss – wie soll sich in der Regel ein medizinischer Laie entscheiden, wem soll er denn glauben – dem, dessen Meinung ihm subjektiv besser gefällt oder welche nicht so “gefährlich” klingt oder doch lieber dem, der die Situation mit dramatischen Eventualitäten unterlegt??? – Wir wären alle viel besser beraten, wenn Ärzte bei nicht eineindeutigen Krankheitsbildern von sich aus einen geeigneten Kollegen (möglichst Fachmediziner) um seine Meinung bitten. Zum Glück gibt es auch solche Ärzte – diese handeln nach meinem Empfinden sehr verantwortungsbewusst! _ Die Gesamtverantwortung bleibt aber beim mündigen Patienten: bei meiner Prostatakrebserkrankung habe ich mich auch nach Abstimmung mit m,einem Urologen an eine spezialisierte Fachklinik gewandt, die sozusagen tagtäglich mit dieser Problematik und den unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten praktisch konfrontiert sind, um die für mich möglichen Varianten vergleichen zu können. Herrn Prof. Sehoulis Meinung und Sichtweise kann ich nur unterstützen.

#16 |
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Gast
Gast

Was haben ein Tiefbauingenieur und ein Arzt gemeinsam?
Bei Beiden liegen die Fehler unter der Erde.

Nur der Ingenieur ist in der Regel nicht so arrogant

#15 |
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Gast
Gast

@Dr. med. Volker Ihrig unterstellen Sie doch nichts, was hier keiner behauptet hat.

#14 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Gertrud Klumpp machen Sie das bei Ihren Tieren auch?

Eine “Meinung” ist noch keine Therapie, also auch keine Hilfe für einen Patient.
Ein “Dialog” mit einem Kollegen ist im Allgemeinen Quatsch,
es sei denn es handelt sich um eine FEHLENDE klare Meinung, was im Einzelfall zu tun wäre, oder irgend ein unbekanntes Neuland.
Ein guter Arzt muss keinesfalls alles selbst wissen, seine Grenzen kennen
und im Bedarfsfall einen entsprechenden Fachmann empfehlen.

Ich kenne einen gesunden Lehrer, der hat in der Schule im Alter von 54 erklärt, er hätte genug gearbeitet und würde nicht wieder kommen.
Beim Hausarzt konnte er eine AU bis 6 Wochen “rausschlagen”,
nachdem der sich geweigert hat weiter krank zu schreiben,
hat er den Arzt mehrfach gewechselt und es dann offensichtlich irgendwann bis zur BU geschafft.
Soviel zur 2.,3. u.s.w.-Meinung

#13 |
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Tierärztin

Sowohl der Artikel als auch die Kommentare vermischen hier zwei Dinge: das Einholen einer Zweitmeinung durch den Patienten und das durch den behandelnden Arzt, der so seine eigene “Erstmeinung” quasi auf den Prüfstand stellen lässt. Während der erstere Fall durchaus seine Tücken haben kann (vor allem, wenn “Erst”- und “Zweitarzt” nichts voneinander wissen) und sich der Patient tatsächlich m.o.w. allein zwischen zwei Meinungen bzw. Diagnosen und/oder Therapieoptionen entscheiden muss, ist in der zweiten Variante der Arzt derjenige, der (im Idealfall im Dialog mit seinen Kollegen) den besten Weg sucht – und das kann selbstverständlich nicht in Form einer demokratischen Wahl gehen, sondern nur nach intensiver Abwägung aller Aspekte, die von vier Augen eben besser gesehen werden können als von zwei. Jedem Arzt, der sich nicht für unfehlbar hält, sollte die Bitte an Kollegen um eine zweite Meinung eigentlich nicht allzuschwer fallen. Schwieriger ist, aber das spricht Prof. Sehouli ja sehr offen an, wohl eher die Suche nach geeigneten Zweitmeinungs-Kollegen…

#12 |
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Es ist schon seltsam. Wenn ich einen Fernseher kaufen will ist es für jeden selbstverständlich, dass ich mich bei mehreren Händler informiere und beraten lasse. Sobald es um das praktisch mit höchste gut – nämlich meine Gesundheit geht – soll diese Vorgehensweise plötzlich falsch oder beleidigend für den erstbehandelnden Arzt sein? Narziss lässt grüßen.

#11 |
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Gast
Gast

viele Köche verderben den Brei

#10 |
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Abhängig von der Schwere eines Krankheitsbildes, halte ich es durchaus für sinnvoll, von anderer Seite auch noch eine Aussage zu erhalten, damit man sich u.a. auf einer sicheren Seite befindet, der Patient, als auch der Therapeut.

#9 |
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Gast Reinhard Stoll
Gast Reinhard Stoll

Und was tuhn, wenn der Hausarzt auf das Ansinnen einer Zweitmeinung beleidigt reagiert, weil er damit einen Angrif auf den Berufstan der Ärzte interpretiert.

#8 |
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Finde ich grundsätzlich gut, eine Zweit- oder sogar Drittmeinung einzuholen!

#7 |
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Medizininformatiker

Der Patient wird sich besser informieren, wenn er unterschiedliche Aussagen hört. Im Internet gibt es ja ausser Gelabers auch wirklich seriöse Quellen, aus denen man schöpfen kann.
Es kommt aber auch vor, dass es gleichlautende Meinungen gibt – und das beruhigt. Ein mächtiges Problem ist die geringe Zeit, die der Patient mit dem Arzt verbringen darf. In 7 Minuten die komplette Krankengeschichte und alles genau auf den Punkt gebracht und dabei nix vergessen – da muss sich der Patient vorher sehr gründlich vorbereiten !
Wird bei zwei Ärzten nicht exakt die gleiche Vorgeschichte dargeboten, ist es kaum verwunderlich, dass die Therapievorschläge divergieren.

#6 |
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Bei der Zweitmeinung wird meist nur die Privatrechnung “potenziert.”
Beim SPON z.B. findet man ganze Menge Artikel über dieses Thema, Stichwort
z.B. Prostata eingeben.
Im Juni 2013 wurden bei mir einige Frontzähne im Oberkiefer extrahiert, in einer Sitzung mit Hammer und Meißel augmentiert und sofort Implantate reingeschossen bis tief in die Kieferhöhle, ohne vorherige Beratung oder Voruntersuchung. Danach Sepsis, Notfall in der UNI Basel. Es wurde lediglich Antibiose eingesetzt, Analgetika verdoppelt. Ein Gutachter der ZÄK Freiburg stellte einige Woche später, dass es sich bei dieser Vorgehensweise um eine vorsätzliche Körperverletzung handelt, der Erstbehandler hat weder die notwendigen Unterlagen zugeschickt, noch ist er zur Begutachtung erschienen. Der neue Nachbehandler meinte, man könnte die restlichen vier Zähne im Oberkiefer als Teleskope vergolden und mit einem Zahnersatz versorgen.
Kostenpunkt ca. 8000 Euro mit dem Ergebnis : Der Zahnersatz passt nicht mehr, Schrumpfung des durch Kieferosteomyelitis beschädigten Oberkiefers um ca. 30%. Jetzt Laufe ich mit vier seitlich vergoldeten Stumpfen, im März 2014
Rausschmiss aus der PV, Anwartschaft, AU, arbeitslos, seit Mai 2014 ein stolzer H4. Vom Anwalt im Stich gelassen.
Das war`s dann wohl.

#5 |
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Gast
Gast

Anamäse, immer Kontakt mit andere Kollegen- Schlussel für richtige Diagnose und Behandlung. Leider gibt noch Kollege, die akzeptieren Zweitmeinung nie!

#4 |
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Dr.Bayerl, Arzt
Dr.Bayerl, Arzt

Zweitmeinung ist grundsätzlich nicht schlecht,
allerdings auch nicht unproblematisch, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass Ärzte immer einer Meinung sind. Was soll nun der Patient mit zwei oder drei Meinungen machen?
Ist übrigens in anderen Berufen auch nicht anders.
Ohne Vertrauen zu seinem Arzt geht es halt fast nicht.

zu#1
“die 2.Meinung” kann ein malignes Lymphom nicht unbedingt besser heilen.
“Multiresitente Colibakterien” (Darmkeime) sprechen eher GEGEN einen Portinfekt, der durch Punktion eher mit einem Hautkeim (Staphylokokken) infiziert wird.
Machen Sie sich daher bitte keine Vorwürfe.

#3 |
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Gast
Gast

Interessant wird es auch, wenn man noch nicht mal einen Arzt für eine Erstmeinung bekommt. Bei F80.20 Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) fühlt sich weder ein Hausarzt noch ein Neurologe noch ein HNO’ler bei ERWACHSENEN zuständig. Und die Ärzte aus dem Kinderbereich sagen, “Sie sind über 18, Sie müssen sich woanderster hinwenden”. Dementsprechend bekommt man auch keinen Überweisungsschein zum Logopäden. Aber dafür wird man als “verrückt” abgestempelt.
Wenn man noch dazu sagt, man ist Legastheniker (F81.0) und leidet darunter, weil man in der Schulzeit nie drauf geachtet wurde, heißt es sofort, man hätte es nicht, weil sonst könnte man nicht studieren mit Legasthenie (da sind sich Krankenhausärzte (besonders Psychatrien und Psychosomatiken) und ambulante Ärzte sehr einig).
usw…….. Da wird noch nicht mal diskutiert, da gibt es sofort eine Meinung und daran wird auch nicht mehr gerüttelt. Und das da ausländische Studien gibt in dem Bereich —> bloß nicht erwähnen… besonders nicht im stationären Bereich, dass diese Gruppe mit den Problemen bekannt für ihre Drogen, Prostitution, Obdachlosigkeit, Suizidalität ist …… (Prof. Linda Siegel) und noch Fachlitheratur auf englisch (an den Stellen nimmt der Arzt (egal stationär oder ambulant) nichts mehr vom Patienten wahr…).

Zweitmeinung ist schön. Aber wenn sich die Ärzte (nicht abgesprochen) einig sind, dass man bei F80-F89 noch nicht mal im Erwachsenenbereich eine Erstmeinung gibt, ist man wirklich aufgeschmissen im dt. Gesundheitssystem. Besonders wenn man psychisch komplett darunter leiden aber niemand einen ernst nimmt…..

#2 |
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krankenschwester lieselotte utz
krankenschwester lieselotte utz

Hätte ich eine zweite Meinung mit meinem Ehemann veranlasst . Würde er mit größter wahrscheinlich noch Leben.Durch einen starken Druck durch den Oberarzt der Onkologischen hämatologischen Klinik.Einen verschlossenen Port zu öffnen, hat man ihm einen Thrombus in die Lunge freigespritzt der sich erst nach 7 Stunden durch Schmerz und Atemnot bemerkbar machte .In der Nacht hatte mein Mann die Symptomatik und da es ihm nach dieser attacke besser ging ,hat er nicht mehr den Schwesternruf betätigt´. Da der Port doch nicht mehr zu benutzen war, hat man ihn eine Woche später operativ entfernt. In den folgenden 10 Monaten entwickelte sich 3mal sehr hohe Körpertemperaturen und Verwirrtheitszustände ,die man mit Antibiotika immer wieder in den Griff bekam. Der Grund für den implantierten Port war eine Chemotherapie wegen eines B-Cell Lymphoms. Weihnachten 2013 wurde mein Mann nach einer nochmaligen CHemo in den Spinalkanal nach Hause entlassen. Am 2 Weihnachtstag wollte mein Mann nach dem Mittagsschlaf aufstehen. Er stützte sich auf der Bettkannte auf und bekam wieder einen starken Schmerz in die linke Lungenseite begleitet von Schüttelfrost mit Anstieg der Körpertemperatur auf über40 grad celc. übelriechenden Durchfall und Husten mit eitrigem Auswurf Ich suchte an dem Tag die Klinik auf (Feiertag) da kam die Antwort der diensthabenden Ärztin , die Selbstheilungskräfte müssen auch mal zum Einsatz kommen. Bei Bedarf sollte ich ein empfohlenes Antibiotikum geben.Ich brachte Sputum in ein Kasseler Labor . Man fand Multiresitente Colibakterien.Ein Antibiogramm ergab , daß er auf alle Antibiotika resistent ist. Am 3 Januar 2014 sollte mein Mann in der Strahlenklinik des Klinikums vorgestellt werden wegen des Kopfes ;weil man dort ein Lymphom vermutete. Ich erzählte dem Chefarzt der Strahlenklinik den Werdegang der Erkrankung mit dieser Symptomatik und den Verdacht von meiner Krankenbeobachtung, der letzten 10 Monate, daß es sich um ein Infiltrat handeln könnte (Thrombus–Abszess ) was geplatzt ist ? Mein Mann wurde am 6 Januar wieder stationär im Klinikum aufgenommen . Wegen des multiresistenten Keims wurde er in ein Einzelzimmer gelegt . Eine cd wurde nochmals vom Kopf angeordnet . dann wurde mir von der Ärztin der Station gesagt ,man brauche den Kopf doch nicht zu bestrahlen. jetzt war es das erste mal ,daß mein Mann sprach ich kann nicht mehr , die haben mich beim Röntgen(CD) wie ein Schwein behandelt.. Um 22 Uhr habe ich daß Klinikum verlassen. In der Früh um 6 Uhr kam für mich die traurige Nachricht .Ihr Mann fr. Utz ! ist heue in der Frühe verstorben. 21.01.2014. Der Obduktionsbefund ergab Septisch- toxisches Multiorganversagen.Der im Focus gelobte Prof. der meinen Mann behandelt hat hat zwar seine privaten Abrechnungen gemacht … das wars..

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