Leukämie-Stammzellen: Schwachstelle entdeckt

5. August 2014
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Nur jeder zweite erwachsene Patient überlebt eine AML. Man geht davon aus, dass der Ausgangspunkt für einen Rückfall leukämische Stammzellen sind, die durch die Behandlung nicht restlos eliminiert wurden. Doch diese Zellen haben einen Schwachpunkt, wie Forscher nun herausfanden.

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Cancer Research“ berichten die Wissenschaftler, dass das Enzym 5-Lipoxygenase (5-LO) für das Überleben von leukämischen AML (Akute myeloische Leukämie)-Stammzellen eine bedeutende Rolle spielt. Die 5-LO ist durch ihre Rolle bei entzündlichen Erkrankungen wie Asthma bekannt. Ein Team um Dr. Martin Ruthardt von der Abteilung Hämatologie der Medizinischen Klinik II und Dr. Jessica Roos, Prof. Dieter Steinhilber und Prof. Thorsten Jürgen Maier vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt am Main konnte zeigen, dass in einer Untergruppe der AML die leukämischen Stammzellen selektiv und effizient mit 5-LO-Inhibitoren angegriffen werden können. Das konnte sowohl in Zellkulturmodellen als auch in Mausmodellen der Leukämie nachgewiesen werden.

„Diese Ergebnisse liefern die Grundlage für einen möglichen Einsatz von 5-LO-Inhibitoren als Stammzelltherapeutika zur nachhaltigen Heilung der AML, was jedoch in weiteren vorklinischen und klinischen Studien am Menschen weiter untersucht werden muss“, erklärt Dr. Ruthardt. „Außerdem sind weitere molekularbiologische Studien vorgesehen, mit dem Ziel, die Wirkungsweise der 5-LO-Inhibitoren in den leukämischen Zellen exakt zu verstehen“, ergänzt Prof. Maier.

Originalpublikation:

5-lipoxygenase is a candidate target for therapeutic management of stem cell-like cells in acute myeloid leukemia
Jessica Roos et al.; Cancer Research, doi: 10.1158/0008-5472.CAN-13-3012; 2014

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Medizin, Onkologie

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