FedEx: Dunkle Machenschaften mit Apotheken?

8. August 2014
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Kurierdienst in der Kritik: Zurzeit muss sich FedEx vor US-Gerichten verantworten. Dem Logistikkonzern wird vorgeworfen, verschreibungspflichtige Arzneimittel illegaler Versandapotheken wissentlich transportiert zu haben.

Ein Blick zurück: Vor rund zehn Jahren warnte die US Food ans Drug Administration (FDA) FedEx, von Betrügern instrumentalisiert zu werden. Internet-Anbieter hatten über den Logistikdienstleister Rx-Präparate ohne ärztliche Verordnung an Kunden geliefert. Kunden mussten lediglich Online-Formulare ausfüllen, und postwendend kamen diverse Pillen bis nach Hause. Hierzu gehörten vor allem Alprazolam, Diazepam und Phentermin. Von 2004 bis 2010 stieg die Zahl an Konten diverser Online-Apotheken bei FedEx von 200 auf über 600 an. Doch anstatt hier die Spreu vom Weizen zu trennen, fand man Mittel und Wege, um Kunden Anonymität zu garantieren. „Ist FedEx Amerikas Dealer Nummer eins?“, schreibt „The Daily Beast“.

Mitgegangen, mitgehangen

Laut Anklageschrift wird FedEx vorgeworfen, mit Superior Drugs und Chhabra-Smoley kooperiert zu haben: zwei schwarzen Schafen der Branche, die längst im Fokus der Justiz stehen. Aufsichtsbehörden hatten einen Kooperationspartner von Chhabra-Smoley bereits 2003 hochgehen lassen, der Firmeninhaber wurde verhaftet. Und bei Superior Drugs sieht es nicht besser aus. Hier soll FedEx gewusst haben, dass die Firma mit Online-Apotheken zusammenarbeitet, die Rx-Präparate unter Umgehung amerikanischer Gesetze liefern. Im Falle einer Verurteilung kann die Sache teuer werden: Juristen gehen von einer Geldstrafe in Höhe von 820 Millionen US-Dollar aus – für FedEx und für diverse Kooperationspartner.

„Nicht schuldig“

FedEx selbst plädierte in der Sache auf „nicht schuldig“. „Wir sind ein Transportunternehmen, keine Apotheke, kein Arzt“, sagt Cris Arguedas, ein Rechtsanwalt des Konzerns. Man habe über Jahre hinweg mit dem Justizministerium zusammengearbeitet. Das Thema ist allerdings kein Einzelfall: Amerikanischen Medienberichten zufolge erklärte sich UPS bereit, aus ähnlichen Gründen Anfang 2013 rund 40 Millionen US-Dollar Strafe zu zahlen. Auch eine Unterlassungserklärung wurde paraphiert.

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