PAVK: Medizin muss bitter schmecken

8. August 2014
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Grüntee, Kaffee oder Olivenöl: Nahrungsmittel stehen oft im Mittelpunkt wissenschaftlicher Studien. Forscher haben jetzt entdeckt, dass Inhaltsstoffe aus dunkler Schokolade Symptome bei Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit bessern.

Bitterschokolade zeichnet sich durch ihren besonders hohen Kakaoanteil aus. Schon früher interessierten sich Forscher für Flavonoide wie Epicatechin. Diese scheinen das Herz-Kreislauf-System zu schützen. Auch gab es Hinweise, dass der Blutdruck verringert wird. Jetzt präsentiert Lorenzo Loffredo, Rom, Daten zur Wirkung auf periphere arterielle Verschlusskrankheiten (pAVK).

Süßes nach dem Zufallsprinzip

Loffredo wählte für seine Interventionsstudie 20 Probanden aus. Sie befanden sich nach der Einteilung von Fontaine alle im Stadium IIb. Damit lag ihre beschwerdefreie Gehstrecke unter 200 Metern. Sie erhielten randomisiert 40 Gramm dunkle Schokolade mit mehr als 85 Prozent Kakao oder ein Produkt mit weniger als 35 Prozent Kakaoanteil. Ein Laufbandtest vor dem Konsum sowie zwei Stunden danach sollte zeigen, ob es Einflüsse auf die maximale Wegstrecke und die maximale Gehdauer gibt.

Stickoxide in Schlüsselstellung

Während Werte von Probanden, die Milchschokolade verspeisten, unverändert blieben, zeigte die Gruppe mit dunkler Schokolade signifikante Verbesserungen: Die maximale Gehzeit erhöhte sich um 15 Prozent, bei der maximalen Wegstrecke waren es plus elf Prozent. Gleichzeitig wies Loffredo nach, dass dieser Effekt mit biochemischen Änderungen einherging. Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid im Serum stiegen um 57 Prozent – ausschließlich nach dem Konsum dunkler Schokolade.

Weniger oxidativer Stress

Zum biochemischen Hintergrund: Stickstoffmonoxid wirkt vasodilatatorisch auf Gefäße. Ein Mangel kann mehrere Gründe haben, unter anderem steckt oxidativer Stress dahinter: Sauerstoffsuperoxid inaktiviert das Molekül und führt zu NO-Mangel. Eine endotheliale Dysfunktion folgt. Früher oder später kommt es zur Arteriosklerose und in der Folge zur pAVK. Bleibt als Hypothese, dass Polyphenole Untereinheiten der NADPH-Oxidase beeinflussen und den oxidativen Stress verringern.

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