Beulenpest in China: Tödlich grüßt ein Murmeltier

31. Juli 2014
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Nachdem sich in China ein Mann mit dem Pesterreger infiziert hatte, stellte die Regierung 151 Menschen vorsorglich unter Quarantäne und riegelte eine Kleinstadt von der Außenwelt ab. Bisher scheinen die Maßnahmen Erfolg zu zeigen, denn es wurde kein weiterer Krankheitsfall bekannt.

In Europa gilt die Beulenpest als längst ausgerottet. Doch in einer Kleinstadt im Nordwesten Chinas verstarb am 16. Juli ein Mann an einer Infektion mit dem Pestbakterium Yersinia pestis. Angaben des chinesischen Staatsfernsehens zufolge wurden 151 Bewohner des Städchens Yumen, die Kontakt zu dem Verstorbenen gehabt haben könnten, vorsorglich unter Quarantäne gestellt. Allen anderen immerhin rund 30.000 Bewohnern wurde verboten, die in der Provinz Gansu gelegene Stadt zu verlassen. Die örtliche Polizei wies außerdem alle Autofahrer an, Yumen zu umfahren. Die Stadt sei in der Lage, alle Einwohner ohne Lebensmittellieferungen über einen Monat zu ernähren, ließ der Sender CCTV des chinesischen Staatsfernsehens wissen. Bisher sind noch keine neuen Fälle bekannt geworden – bei einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis sieben Tagen ein gutes Zeichen.

Überträger der mittlerweile seltenen, aber hochansteckenden Beulenpest war Berichten zufolge wahrscheinlich ein infiziertes Murmeltier, dessen Kadaver der 38-jährige Mann seinem Hund verfütterte. Wenige Stunden später habe der Mann hohes Fieber bekommen und sei kurz darauf im Krankenhaus seiner Infektion erlegen.

Warum reagiert die Regierung mit solch drastischen Maßnahmen?

Die Beulenpest, wie im Fall des chinesischen Mannes, ist hochgradig ansteckend und wird bei Mensch und Tier durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst, von dem es zahlreiche unterschiedliche Varianten gibt. Eine Infektion äußert sich in Fieber, Kopf– und Gliederschmerzen, sowie einer Entzündung der Lymphknoten im Leistenbereich, die anschwellen und die typischen schwarzblauen Beulen bilden. Eine Übertragung vom Tier zum Menschen findet meist über Flöhe statt, die zuvor das infizierte Nagetier besiedelt haben.

Grundsätzlich lässt sich die Pest in vier verschiedene Erscheinungsbilder untergliedern: die Beulenpest, die Pestsepsis, die Lungenpest sowie die harmlose, abortive Pest. Bei Pandemien treten vor allem die Beulen- und die Lungenpest auf. Unbehandelt führt die Pest nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in 30 bis 60 Prozent der Fälle zum Tod.

Pestsepsis

Gelangt der Erreger in die menschliche Blutbahn, kann es zu einer Sepsis kommen. Die blutvergiftende Wirkung entsteht, wenn die Bakterien natürlicherweise absterben. Dabei geben sie große Mengen toxischen Sekrets direkt in den Blutkreislauf ab; diese wirken auf Nieren und Leber nekrotisch. Letztendlich erliegt der Patient einem toxischen Schock.

Lungenpest

In manchen Fällen besiedelt Yersinia pestis auch die Lunge. Die Lungenpest ist ebenfalls hochansteckend und wird durch Husten oder Niesen übertragen. Steckt sich jemand auf dem Weg der Tröpfcheninfektion an, bekommt er direkt eine Lungenpest, ohne die Ausbildung der typischen Beulen in der Leistenbeuge. Symptome der Lungenpest sind hohes Fieber, Kopfschmerzen, Atemnot, Husten und schwarz-blutiger Auswurf. Lungenödeme und Kreislaufversagen können schließlich zum Tod führen.

Erreger kann erneut Pandemien auslösen

Mitte des 14. Jahrhunderts wütete eine Pestepidemie über Europa und kostete damals innerhalb von nur fünf Jahren etwa 30 Millionen Menschen das Leben. In Europa und Australien konnte die Pest dank guter Hygienestandards, Antibiotika und dem Wissen, wie die Krankheit übertragen wird, mittlerweile ausgerottet werden. In Asien, Afrika und auch Amerika kommt es jedoch immer wieder zu kleineren Ausbrüchen.

Tritt ein einzelner Pestfall auf, besteht jederzeit die Gefahr einer neuen Pandemie. Allerdings ist eine große Ausbreitung unwahrscheinlich, da die Erreger mit heutigen Antibiotika gut bekämpft werden können. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser stehen die Chancen auf Heilung, denn die Letalität steigt exponentiell zum Fortschreiten der Erkrankung an.

102 Wertungen (4.63 ø)

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22 Kommentare:

Arzt
Arzt

Lieber Gast #20 keiner spricht von einer allgemeinen “Zunahme”,
der Betrag von Doccheck behandelt einen lokalen Ausbruch in China, der durch behördliches Handeln eingedämmt werden konnte.
Akute Gefahr vorbei!
Wer nur ein bischen Geschichtskenntnis hat,
weis, dass Pest oder der “schwarze Tod” immer schon eine Geißel der Menschheit war, eigentlich eine Zoonose, die auf den Mensch übertragen werden kann und in der Vergangenheit Völker rasch bis auf die Hälfte dezimiert hat.
Das Bakterium (Yersinia) lebt in Tieren auf der ganzen Welt weiter.
“Endemisch” nennt man das.

#22 |
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Drei Dinge verwundern:

1. Die hier veröffentlichten Artikel richten sich an ein interessiertes, gebildetes Publikum und sind dafür auch wirklich ganz gut geschrieben. Meine Kinder (12-15) können das gut verstehen. Sie richten sich aber nicht an ein Fackpublikum, was man doch eigentlich erwarten sollte, wenn es sich um einen Newsletter des Portals “Doccheck” handelt.

2. Das Publikum scheint tatsächlich zum großen Teil aus Laien zu bestehen, von interessierten Gästen bis zu Heilpraktikern.

3. Die Art der Diskussion entspricht in Form und Inhalt keinem akademischen Standard, wahrscheinlich Punkt 2 geschuldet. Für eine fachliche Diskussion sollte erkennbar sein, wer was mit welchem fachlichen Hintergrund äußert, sonst ist es schöne Laienunterhaltung, aber für mich als Arzt Zeitverschwendung. Fazit: Newsletter abbestellen.

#21 |
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Gast
Gast

# 18
Sehr aktuelle Statistik, von 1970 – 1998. Respekt.
Wollen Sie damit eine aktuelle Zunahme der Pest in 2014 belegen?

#20 |
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Gast
Gast

#17
“Ausbrüche sind oft so schnell, dass nur eine airogene Ansteckung von Mensch zu Mensch das erklären kann”
Quelle? Im Film wird davon nichts erwähnt?

“Mehrere Länder haben das als biologische Waffe entwickelt,
die einen Überträger (Vektor) überflüssig machen und auch den Einsatz vom Flugzeug aus erlauben. Gelegentlich erkrankt auch ein Labormitarbeiter”
In welchen Ländern? Quelle?

#19 |
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Arzt
Arzt
#18 |
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Arzt
Arzt

Pest ist in allen Kontinente bis auf Australien (und Europa) als Zoonose endemisch überwiegend in Nagern, aber auch in Prairiehunden. Offenbar schwankt die die Virulenz stark durch genentische “Instabilität” einschließlich Antibiotiksaresistenz.
Ausbrüche sind oft so schnell, dass nur eine airogene Ansteckung von Mensch zu Mensch das erklären kann.
http://tinyurl.com/obvaqlf
z.Zt. in Madagaskar auch mit Antibiotikaresistenz.
Mehrere Länder haben das als biologische Waffe entwickelt,
die einen Überträger (Vektor) überflüssig machen und auch den Einsatz vom Flugzeug aus erlauben. Gelegentlich erkrankt auch ein Labormitarbeiter :-).

#17 |
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F. Bollig
F. Bollig

Wie war nochmal Ihr Name?
Stehen Sie doch zu Ihren Aussagen.
Eine Frage würde ich gerne noch los werden: Sie schreiben unter Beitrag #8:
“Ihr Optimismus ist völlig unangebracht in einem Lande, in dem man auch bei Verdacht einen Aidstest verweigern darf”. Darf ich daraus schließen, dass Sie unter bestimmten Voraussetzungen die zwangsweise Durchführung eines AIDS-Tests (eigentlich ja HIV-Test) für angemessen halten?
F. Bollig

#16 |
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Arzt
Arzt

Frage:
” Ist der Vergleich von Frau Riehle mit einem 10-Jährigen ein für Sie üblicher Diskussionsstil?”
Antwort:
nein, Polemik,
das ist etwas anderes als ein sachlicher Stil.

Inhaltlich, stimme ich Frau Dr. Barbara Riehle zu.

Unterschiedliche Meinungen sind nun mal nichts ungewöhnliches bei einer Diskussion.
§ 30 IfSG haben Sie richtig zitiert

#15 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

ad#13 (identisch mit#8?)
Eine sachliche medizinische Diskussion im Internet zeichnet sich mal, vor allem Anderen, durch die Vorstellung der eigenen Person aus. Oder fehlt Ihnen der Mut, mit Ihrem Namen für Ihre Thesen einzustehen?
Ansonsten würde ich Sie bitten, meine “ad hominem“ Argumente zu zitieren. Ich kann leider keine entdecken. Ist wohl auch schwierig, wenn Sie noch nicht einmal Ihre Identität Preis geben.
Insgesamt finde ich es sehr bedauerlich, dass Sie nicht in der Lage sind, KONKRET zu meinen Fragen und Argumenten Stellung zu nehmen. Nochmal die konkrete Frage (mit Bitte um konkrete Antwort): Finden Sie das Vorgehen der chinesischen Behörden in dem geschilderten Pestfall angemessen? Ist der Vergleich von Frau Riehle mit einem 10-Jährigen ein für Sie üblicher Diskussionsstil?
Ich gehe mal mit gutem Beispiel voran und gehe KONKRET auf Ihre Argumente ein. Und dazu beginne ich mal damit, dass von Ihnen aus dem Gesamtzusammenhang gerissene Zitat (§ 30) wieder in seinen Zusammenhang zurück zu stellen. Ich zitiere:
(1) Die zuständige Behörde hat anzuordnen, dass Personen, die an Lungenpest oder an von Mensch zu Mensch übertragbarem hämorrhagischem Fieber erkrankt oder dessen verdächtig sind, unverzüglich in einem Krankenhaus oder einer für diese Krankheiten geeigneten Einrichtung abgesondert werden. Bei sonstigen Kranken sowie Krankheitsverdächtigen, Ansteckungsverdächtigen und Ausscheidern kann angeordnet werden, dass sie in einem geeigneten Krankenhaus oder in sonst geeigneter Weise abgesondert werden, bei Ausscheidern jedoch nur, wenn sie andere Schutzmaßnahmen nicht befolgen, befolgen können oder befolgen würden und dadurch ihre Umgebung gefährden.
(2) Kommt der Betroffene den seine Absonderung betreffenden Anordnungen nicht nach oder ist nach seinem bisherigen Verhalten anzunehmen, dass er solchen Anordnungen nicht ausreichend Folge leisten wird, so ist er zwangsweise durch Unterbringung in einem abgeschlossenen Krankenhaus oder einem abgeschlossenen Teil eines Krankenhauses abzusondern. Ansteckungsverdächtige und Ausscheider können auch in einer anderen geeigneten abgeschlossenen Einrichtung abgesondert werden. Das Grundrecht der Freiheit der Person (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 Grundgesetz) kann insoweit eingeschränkt werden. Das Gesetz über das gerichtliche Verfahren bei Freiheitsentziehungen in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 316-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 26. August 1998 (BGBl. I S. 2461), gilt entsprechend.
Dabei fällt auf, dass schon in der ersten Zeile von Lungenpest und nicht von Beulenpest die Rede ist. Erläuterungen zum Unterschied der beiden Varianten: siehe Artikel oben oder mein letzter Beitrag. Weiterhin ist in dem Gesetz von “Krankheitsverdächtigen, Ansteckungsverdächtigen und Ausscheidern“ die Rede. 30.000 Krankheitsverdächtige im geschilderten Fall? Wohl kaum. Selbst für die 151 Dorfbewohner dürfte es keinen Krankheits- oder Ansteckungsverdacht gegeben haben.
Zu guter Letzt möchte ich darauf hinweisen, dass ich keinesfalls eine pauschale Beurteilung über China abgebe (an welcher Stelle?). Das scheitert schon allein an der Definition “China“ (Land? Geographie? Bevölkerung? Kultur? Regierung? etc.). Ich vertrete aber durchaus die Meinung, dass man das derzeitige Niveau in China bzgl. Menschenrechte, Freiheitsrechte, Meinungsfreiheit, Hygiene- und medizinischen Standards nicht auf die BRD übertragen sollte.
P. s. Was Ihr Vergleich von Yersinia pestis und Yersinia pseudotuberculosis mit dem Thema des obigen Artikels zu tun haben, verstehe ich nicht (mit Bitte um Erläuterung). Die durch die beiden Keime verursachten Krankheitsbilder beim Menschen (um die humanpathogenen Auswirkungen geht es schließlich in dieser Diskussion) unterscheiden sich (zum Glück) dramatisch.
MkG, F. Bollig

#14 |
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Gast
Gast

@F. Bollig, eine sachliche Diskussion zeichnet sich schon seit den alten Griechen durch eine konsequenten Verzicht auf ad hominem Argumente aus,
das müssen Sie noch lernen.
Pauschale Länderbeurteilungen eigentlich auch.
Jeder Arzt lernt eigentlich Hygiene einschließlich Bakteriologie und die Infektionskrankheiten im Rahmen der inneren Medizin.
Hierzu gehört auch § 30 Infektionsschutzgesetz (Qarantäne) zu der Pest mit namentlicher Nennung gehört einschließlich Ansteckungsverdächtigen und Ausscheidern. “Das Grundrecht der Freiheit der Person (Artikel 2 Abs. 2 Satz 2 Grundgesetz) kann insoweit eingeschränkt werden.”
Das RKI muss die übrigens weiter an die WHO melden.

Frau @Barbara Riehle war das wohl bekannt.

Ihre Bemerkungen über China sind also unangemessen.

Hoch interessant ist dabei die große Ähnlichkeit des Erregers in China (Yersinia pestis) dem der bei uns endemischen “Yersiniose” Yersinia pseudotuberculosis, beiden gemeinsam das Überleben auch bei tiefen Temperaturen.
Gott sei Dank ist die Inzidenz diese Zoonose (meldpflichtig) in Deutschland seit ca.2002 wieder rückläufig.

#13 |
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Dr.medic. Viorel Bucur
Dr.medic. Viorel Bucur

alte kamelen. lesen sie das buch von dr. johan nguyen: die einführung der akupunktur in frankreich. eine revidierte biographie georges soulié de morants. da steht viel mehr drin… gruß, ein leser.

#12 |
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Gast
Gast

@#8
1. Es würde mich freuen, Ihren Namen und Ihre Fachrichtung zu erfahren. Eine Diskussion in Anonymität ist für mich uninteressant. Meinen Namen kennen Sie ja bereits, meine Fachrichtung ist Laboratoriumsmedizin.
2. Ich habe mit keinem Wort diskutiert, ob wir China zu danken haben oder nicht. Bitte lesen Sie meinen Beitrag.
3. Der Beitrag von Frau Riehle stellt den Artikel von Frau Schmitzer auf das Niveau eines 10-Jährigen. Ich denke, es gibt 10-Jährige, die Außergewöhnliches leisten, jedoch betrachte ich den Vergleich in diesem Kontext als polemisch. Wie beurteilen Sie diese Aussage? Normaler Diskussionsstil?
4. Was chinesische Kaufhausprodukte mit der Diskussion hier zu tun haben sollen, ist mir nicht klar.
5. Und nun zum eigentlichen Punkt: Es geht doch um die Frage, ob es eine adäquate Vorgehensweise ist, 151 vermeintliche Kontaktpersonen quasi einzusperren und 30.000 weiteren Personen zu verbieten, eine Stad zu verlassen. Ich meine Nein und ich denke, ich kann das begründen. Unter anderem dadurch, dass die Beulenpest – im Gegensatz zur Lungenpest – nur sehr schwerlich von Mensch zu Mensch übertragen wird. Außerdem besteht die Möglichkeit der effektiven antibiotischen Therapie und Prophylaxe (siehe auch mein erster Beitrag). Ich wäre Ihnen oder Frau Riehle um eine konkrete Stellungnahme dankbar, ob Sie die Vorgehensweise der chinesischen Behörden adäquat finden. Und wenn ja, mit welcher medizinischen Begründung.
6. Bitte nehmen Sie mir es nicht übel, aber wer schreibt, dass Yersinien durch Mücken übertragen werden, dann im gleichen Satz von der Vermehrung im Kühlschrank (prinzipiell richtig) berichtet, der erweckt nicht gerade den Eindruck mikrobiologischer Fachkompetenz und dass er die verschieden, in ihrer Bedeutung höchst unterschiedlichen, Yersinien Arten aus einander halten kann.
MfG, F. Bollig

#11 |
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Arzt
Arzt

korrektur zu#8 bei Pest verlassen blutsaugende Flöhe (nicht Mücken) das an der Krankheit sterbende Tier (Ratte) und suchen sich ein anderes Opfer mit der krankmachenden Bakterie im “Maul”. Manche (viele) Tiere tragen den Keim ohne krank zu sein.
In Holland 2009 2300 Menschen an Q-Fieber ERKRANKT.
Der “deutsche” Yersinia-Tierkeim erzeugt keine Pest, ist aber bei Menschen meldepflichtig.

#10 |
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Arzt
Arzt

@Dr. med. Frank Bollig Deutschland hat trotz Robert Koch “aus Kostengründen” Defizite in der korrekten Entsorgung von kommunaler Kanalisation (Oberflächen- und Grundwasserschutz) und im Bereich der Trinkwasserkontrolle.

#9 |
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Arzt
Arzt

zu#3, na klar sterben auch Tiere,
es ist immer eine Frage der Virulenz, es gibt weit über 100 “Yersinia-Stämme” mit Instabilität des Genmaterials.
@Dr. med. Frank Bollig natürlich haben wir China zu danken!
In jedem Kaufhaus finden sie chinesische Produkte,
nicht gewusst?
Ihr Optimismus ist völlig unangebracht in einem Lande, in dem man auch bei Verdacht einen Aidstest verweigern darf.
Bei EHEC, höchstwahrscheinlich ein menschlicher Keim (Uni Münster) haben unsere Hygiene-Spürhunde trotz Todesfälle offensichtlich versagt, wobei dem Insider doch auffiel, dass man kommunale Kläranlagen ausdrücklich NICHT untersucht hat.
EHEC hat sich erstaunlicherweise ganz von selbst beruhigt.
Yersinia ist auch eine Zoonose mit Mücken als Überträger auch auf Menschen, mit der Besonderheit, dass der Keim sich auch im Kühlschrank (Fleisch) hält, die Krankheitszahlen steigen auch bei uns KONTINUIERLICH.
Bei einer anderen Zoonose, dem Q-Fieber Coxiella burnetii gab es ja noch 2009 in Holland 2300 Menschen mit 25 Todesfällen, wonach dann endlich die Behörden (verspätet) ausgedehnte Tierschlachtungen (Ziegen) vornehmen mussten.
Das Zeitalter der Infekte ist noch lange nicht vorbei.
mfG

#8 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

P.s. Was wollen Sie noch aus China importieren? Menschenrechte? Arbeitsrechte? Meinungsfreiheit? Ein paar neue Influenza-Stämme?

#7 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Geht’s noch Frau Kollegin Riehle?
Etwas weniger Schärfe und Polemik würde Ihnen gut zu Gesicht stehen.
Zeigen Sie uns doch mal die Artikel, die Sie hier verfasst haben.
Zum Thema: Ich bin mir sicher, dass in Deutschland beim Auftreten einer Yersinia Pestis Infektion die geeigneten Massnahmen durchgeführt würden und auch auch effektiv greifen würden. Ob man dazu gleich ein ganzes Dorf unter Quarantäne stellen muss, wage ich zu bezweifeln, da bei dem genannten Keim Antibiotika (auch prophylaktisch gegeben) hoch wirksam sind.
Glücklicherweise sind auch die Hygiene- und veterinärmedizinischen Standards in Deutschland deutlich höher als in China, so dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass in Deutschland überhaupt ein Pestfall auftritt.
MkG, Frank Bollig

#6 |
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Rettungsassistent

Vielen Dank für den äußerst interessanten Artikel.
Viele Grüße, Markus

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Barbara Riehle
Barbara Riehle

Der Artikel entspricht einer Hausaufgabe für einen einigermaßen intelligenten 10-Jährigen, der ein ordentliches Lexikon besitzt.

Die Hauptsache – die ausgezeichneten und wirkungvollen seuchenprophylaktischen Maßnahmen Chinas – werden umschwatzt und nicht im mindesten gewürdigt. Aus gutem Grund: Gibt uns hier China, wie schon bei SARS, doch ein exzellentes Beispiel, vor dem (fast) der ganze Rest der Welt nur den Hut ziehen kann. In Europa/USA und was sich noch sonst noch so aufgeklärt oder medizinisch fortschrittlich dünkt, “undenkbare” Maßnahmen! Man stellt sich denselben Fall in einem bayrischen Dorf vor: Quarantäne für alle Kontaktpersonen, Isolierung von 30.000 Einwohnern gar für ganze 4 Wochen! Oh Schreck oh Graus!!! In Deutschland tatsächlich undenkbar. Was das für ein Geschrei gäbe über den bösen Zwang.

Dr. Barbara Riehle

PS.: Was ist eigentlich aus unserem altbewährten Seuchengesetz geworden, das u.a. für die Ausrottung der Tuberkulose sorgte (zumindest bis vor ca. 20 Jahren)???

Dr. Barbara Riehle

#4 |
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Prof. Dr. med. Klaus Freundt
Prof. Dr. med. Klaus Freundt

Doctor medicinae Klaus Freundt

Gratulation für den informativen und prägnant geschriebenen Artikel.
Yersinia pestis: Infektionen bei Tieren – sind ähnliche Krankheitsverläufe wie beim Menschen zu erwarten ?

#3 |
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Heilpraktikerin

Was ist denn mit dem Hund, der müsste doch auch infiziert sein?

#2 |
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Doktor medicinae Alexandra Sestak
Doktor medicinae Alexandra Sestak

Danke für einen schön geschriebenen Artikel!

#1 |
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