Teddydocs: Klinik der Kuscheltiere

30. Juli 2014
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Was passiert, wenn sich der Teddy ein Bein bricht oder der Kuschelhund Fieber hat? Medizinstudenten können hier helfen und den Kindern zugleich die Angst vorm Arztbesuch nehmen. Willkommen im Teddybärkrankenhaus!

Es ist kurz vor neun Uhr morgens. Die Sonne steht hell am Himmel und vor der Pfarrei St. Bonifaz in München stehen etwa 60 aufgeregte, tuschelnde Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in Zweierreihen. In der Hand hat jedes Kind ein Kuscheltier an sich geklammert, sodass man überall Teddybären, Einhörner, Fische, Pferde, Katzen, Enten, Puppen und weitere kuschelige Kinderfreunde sieht. „Wen hast du dabei?“, fragt ein kleiner braunhaariger Junge das Mädchen neben ihm. Die antwortet ganz stolz: „Meinen Bär. Der hat sich ein Aua am Arm gemacht, siehst du?“. „Das wird der Teddyarzt heute schon wieder heile machen“, sagt die Kindergärtnerin.

Denn die Kinder dürfen heute das sogenannte Teddybärkrankenhaus in München besuchen. Medizinstudenten, Zahnmediziner und Pharmazeuten haben sich zusammengetan, um ein richtiges Erlebnis für die Kleinen zu organisieren. Blickt man in die Pfarrei, sieht man viele bunt geschmückte Räume, in denen sich allerhand lustige Dinge befinden. Im Gemeinschaftsraum stehen Tische, auf denen Stethoskope, Fieberthermometer und Maßbänder liegen. Im „Röntgenbereich“ finden sich Pappmasché-Mäuse, die durch An- und Ausknipsen einer Lampe „in Betrieb“ genommen werden können; daneben liegen Röntgenbildaufnahmen von Kuscheltieren. Der „OP-Saal“ im Anschluss bietet Schutzkleidung für Kinder im Miniformat und eine selbst gebastelte Papier-Anlage zum Blutdruck messen, Atmung kontrollieren, EKG beurteilen und sogar für die Intubation und Wiederbelebung der Kuscheltiere ist gesorgt. Daneben findet sich die „Zahnklinik“, in der Zahnmediziner mit Zahnbürsten, Zahnpasta, künstlichen Gebissen, Küretten und Sonden hantieren. Am Ende des Saals gibt es noch eine „Apotheke“, in der Pharmaziestudenten mit kleinen Wasserspritzen den Teddy heilen und dem Kind einen Apfel für die besondere Tapferkeit anbieten.

Das Teddybärkrankenhaus ist ein Projekt, das es in vielen Städten Deutschlands gibt. Ursprünglich in Schweden entstanden, kam es im Jahr 2000 das erste Mal nach Deutschland. Von Bochum breitete es sich rasch im ganzen Bundesgebiet aus. Das Ziel des Kuscheltierkrankenhauses ist es, dass die Kinder auf spielerische Weise die Angst vorm Arzt verlieren, indem sie mit den Abläufen in einem Krankenhaus vertraut gemacht werden. Gleichzeitig lernen sie, wie der menschliche Körper funktioniert und wie sich Krankheiten auswirken und äußern können.

Von Bären mit Bauchweh, Hunden mit Husten und Schlangen mit Schnupfen

Wir haben zwei Organisatoren des Teddybärkrankenhauses München zu ihrer Arbeit interviewt. Hanna Fischer studiert Medizin im sechsten Semester an der TU München und Adrien Holzgreve ist Medizinstudent im sechsten Semester an der LMU München. Das Teddybärkrankenhaus ist ein Projekt, das beide Münchner Fachschaften zusammen organisieren. Ein schöner Aspekt des Kuscheltierkrankenhauses, da die oftmals konkurrierenden Studentenschaften von LMU und TU hier eng und erfolgreich zusammenarbeiten. Hanna hat sich dabei vor allem um die Teddy-Doc-Akquirierung gekümmert. Also darum, wie die vielen freiwilligen Helfer rekrutiert, bestmöglich geschult und auf ihren Job als Teddyarzt vorbereitet werden. Dazu gab es Infoveranstaltungen, bei denen Kinderärzte den Studenten hilfreiche Tipps zum Umgang mit den Kindern gaben. Was man bei Bären mit Bauchweh oder Schlangen mit Schnupfen untersucht und verschreibt, wurde vorher mit den Teddy-Docs besprochen und klar gemacht, dass es weniger auf medizinische Genauigkeit ankommt, sondern vielmehr darauf, den Kindern die Angst vor ärztlichen Untersuchungen zu nehmen. Adrien organisierte größtenteils die Ausstattung und Dekoration der Kuscheltierklinik sowie die Webpräsenz auf Facebook und im Internet. Außerdem erklärte er sich bereit, ein mannsgroßes Bärenkostüm zu tragen, um die Kinder zu belustigen und auf ihren Tag im Teddybärkrankenhaus einzustimmen.

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Adrien (Dritter von links) und Hanna (Vierte von rechts in der hintersten Reihe) im Kreise des Orgateams. © Adrien Holzgreve

DocCheck: Wie seid Ihr zu Eurer Arbeit beim Teddybärkrankenhaus gekommen?

Adrien: Seit dem ersten Semester meines Studiums bin ich in der Fachschaftsvertretung an der LMU engagiert. Auch das Teddybärkrankenhaus München ist als ein Projekt der beiden Münchner Medizinfachschaften entstanden. Da ich in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen dabei gemacht habe, gemeinsam mit anderen Fachschaftlern Projekte umzusetzen und mich beim Teddybärkrankenhaus die Idee sofort überzeugte, stand mein Entschluss schnell fest, beim Aufbau der Lokalgruppe und der Realisierung dieses besonderen Planspiels mitzuwirken.

Hanna: In unserer Fachschaft der TU München wurde über das Projekt gesprochen und festgestellt, dass das Teddybärkrankenhaus – das ja vor einigen Jahren bereits in München etabliert war – leider eingeschlafen sei. Mir hat die Idee, die hinter dieser Initiative steckt, sofort zugesagt. Und so kam es dazu, dass sich ein paar Kommilitonen zusammenfanden, die das Teddybärkrankenhaus wieder zum Leben erwecken wollten.

DocCheck: Woher kam denn die Idee, das Projekt in München wieder aufleben zu lassen?

Hanna: Manche Kommilitonen erinnerten sich daran, wie die Teddyärzte hier bereits vor einigen Jahren Kuscheltiere untersuchten – sie regten an, es wieder aufleben zulassen. Da traf es sich gut, dass einige Studenten, die nach dem Physikum aus anderen Unistädten nach München gewechselt waren und von ihrem ursprünglichem Studienort bereits das Teddybärkrankenhaus kannten, hier die Initiative ergriffen und nach Mitstreitern suchten, die das Projekt auch in München auf die Beine stellen wollten.

DocCheck: Wie sah Eure Arbeit bei der Organisation des Teddybärkrankenhauses genau aus?

Hanna: Wir haben uns etwa alle zwei Wochen getroffen, um die Fortschritte in den einzelnen Gruppe zu besprechen und auszuloten, was es noch zu tun gibt. Dann wurden neue Aufgaben verteilt, die bis zum nächsten Mal erledigt werden mussten. Die Treffen haben immer sehr viel Spaß gemacht, weil man dem Teddybärkrankenhaus beim Wachsen zusehen konnte, da sich alle sehr viel Mühe gegeben haben.

Adrien: Außerdem wurde die Arbeit in verschiedene Kernbereiche unterteilt, um die Verantwortlichkeiten zu klären und Struktur in die Organisation zu bekommen. So gab es etwa eine Taskforce allein für die zeitliche Einteilung der Kindergartengruppen und den Kontakt zu diesen oder zum Beispiel eine andere für die Organisation von Klinikausrüstung wie Verbänden oder OP-Kleidung für unsere kleinen Besucher. Letztendlich haben wir diese internen Arbeitsgruppen aber nicht immer strikt eingehalten und uns gegenseitig viel geholfen und Arbeit abgenommen. Ich glaube, wir alle haben diese tolle Arbeitsatmosphäre und Hilfsbereitschaft untereinander sehr genossen!

DocCheck: Kannst Du den Ablauf der Kuscheltierklinik beschreiben?

Adrien: Zunächst kommen die Kinder mit ihrem Kuscheltier zur Anmeldung, bei der Name und Hauptbeschwerde aufgenommen werden. Anschließend geht es mit dem Aufnahmebogen und dem „Kuscheltier-Patienten“ in ein Wartezimmer. Natürlich lassen wir die Kinder hier nicht – wie in der Realität häufig – lange warten. Sicherheitshalber sind trotzdem Buntstifte ausgelegt und ein als Bär kostümierter Student macht Späße mit den Kleinen. Anschließend wird das Kind namentlich von einem Teddyarzt aufgerufen und in das Behandlungszimmer gebracht. Wichtig ist, dass das Kind nun fortlaufend von ein und derselben Person begleitet wird und es sich somit nicht verloren fühlt. Allein dieser vertrauliche Kontakt baut schon die eine oder andere anfängliche Hemmung bei den Kindergartenkindern ab. Nun wird der „Patient“ untersucht. Hier gibt es einige Tricks. Zum Beispiel kann von den Studierenden unauffällig und leicht mit dem Finger auf das Stethoskop geklopft werden, während das Kind „mit dem Herzen telefoniert“ – dann hört das Kind tatsächlich, wie das Herz schlägt! Wir haben außerdem Röntgenmäuse gebaut, in denen „ein Foto von den Knochen“ des Kuscheltieres gemacht werden kann. Je nach Beschwerde kann es auch in den OP oder in eine Zahnklinik gehen, die unsere Kollegen aus dem Zahnmedizinstudium betreut haben. Abschließend wird das Kind dann noch zur Apotheke begleitet, wo die Studierenden aus der Pharmazie mit guten Tipps warten. Hier erhält das Kuscheltier auf Rezept Medikamente für zu Hause – allerdings bewusst keine Süßigkeiten, damit diese später nicht mit echten Medikamenten in Verbindung gebracht werden. Bonbons bekommt das Kind erst ganz am Ende seines Parcours in einem von der Klinik getrennten Raum. Zusätzlich darf es sich noch eine Tapferkeitsurkunde abholen.

Win-Win-Situation

Manche Kritiker stellen sich die Frage, ob das Teddybärkrankenhaus den Kindern Vorteile, abseits des schönen, aufregenden Erlebnisses, bringt. Eine kürzlich durchgeführte Studie der Philipps-Universität Marburg und des Universitätsklinikums Gießen-Marburg konnte aber zeigen, dass Kleinkinder, die die Teddybärklinik besucht hatten, tatsächlich in der Folge ein besseres Wissen über den menschlichen Körper und über Gesundheit und Krankheiten aufwiesen als gleichaltrige Kinder, die nicht daran teilgenommen hatten. Doch nicht nur die Kinder profitieren von der Teddyklinik. Es gibt auch einen Lerneffekt auf Seiten der Studenten. Sie können den Dialog mit den kleinen Patienten in einem spielerisch entspannten Verhältnis üben. „Die meisten Ärzte bekommen Panik, wenn der Patient unter 1,40 groß ist“, sagt Christoph Klein, Ärztlicher Direktor im Dr. von Haunerschen Kinderspital des Universitätsklinikums der LMU München, der zusammen mit seinem Kollegen Stefan Burdach von der Kinderklinik rechts der Isar der TU München die Schirmherrschaft übernommen hat. Beim Teddybärkrankenhaus könnten die Medizinstudenten Ängste im Umgang mit Kindern abbauen und lernen, wichtige Informationen aus diesen herauszukitzeln. Ähnlich sehen das auch Hanna und Adrien.

DocCheck: Warum ist es so wichtig, dass es Euer Projekt gibt? Sind die heutigen Kinder wirklich so ängstlich Ärzten gegenüber?

Adrien und Hanna: Zunächst einmal ist das Teddybärkrankenhaus ganz unabhängig von der pädagogischen Komponente ein riesiger Spaß für alle Beteiligten. Allein damit könnte man den großen Aufwand ja fast schon rechtfertigen. Wir Medizinstudierenden merken im Klinikalltag aber, dass eine gewisse Angst Krankenhäusern tatsächlich oft vorhanden ist – sogar noch bei Erwachsenen. Insofern ist es wichtig, die Kleinen früh an eine Arzt-Patienten-Beziehung heranzuführen und ihnen zu zeigen, dass sie diese Situation nicht zu fürchten brauchen. Die Kinder dürfen sich in aller Ruhe mit jeglichen medizinischen Abläufen, den Geräten oder auch einem echten, eigens für das Teddybärkrankenhaus bereitgestellten Krankenwagen vertraut machen. Das Wichtigste ist letztendlich aber, dass die Kinder Spaß dabei haben und den ganzen Aufenthalt zumindest nicht negativ in Erinnerung behalten. Die meisten Kinder und deren Kindergärtnerinnen sind regelrecht begeistert gewesen von der Erfahrung, die sie in der Simulationsklinik machen konnten. Dieses positive Erlebnis könnte auf spätere reale Situationen übertragen werden. Schön ist auch, dass die Medizinstudierenden selbst gleichermaßen von den im Teddybärkrankenhaus gemachten Erfahrungen profitieren können. Schließlich ist dies die ideale Chance, schon früh im Studium den Kontakt mit den kleinen Patienten zu üben. Also eine regelrechte Win-Win-Situation!

DocCheck: Was war für Euch ein ganz besonderes Erlebnis im Rahmen der Teddyklinik?

Adrien: Ich hatte einmal mein Bärenkostüm so angezogen, dass man zwischen der braunen Fellhose und dem braunen Fußteil meine weiße Socke sehen konnte. Eines der Kinder hat natürlich sofort Verdacht geschöpft und wollte mir das Kostüm ausziehen. Ein Mädchen verteidigte mich noch, schließlich sollte man dem armen Bären doch nicht wehtun. Trotzdem stand dann wenig später eine ganze Bande kreischender Kinder um mich herum und hat überall an mir gezogen, bis eines es dann geschafft hatte, den Schwanz vom Kostüm abzureißen. Daraufhin fing das kleine Mädchen zu weinen an. Das Nette an der Geschichte war jedoch: Nach dem ersten Schock und anschließend eingehender Beratung wollten die Kleinen mich selbst in unsere Teddyklinik einweisen, um mich wieder „gesund zu machen“. Es hat mich gefreut, dass es scheinbar einen unmittelbareren Lerneffekt bezüglich des Vorgehens bei Verletzungen bei den Kindern gab.

Hanna: Mir hat es unglaublich viel Spaß gemacht, mit einem kleinen Mädchen selbst einmal das Krankenhaus zu durchlaufen. Das war der Moment, an dem mir klar war, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat. Wir haben dabei viel zusammen gelacht und uns zum Schluss gemeinsam darüber gefreut, dass ihr Kuscheltiereinhorn wieder ganz gesund geworden ist.

DocCheck: Wie finanziert sich das Projekt?

Adrien: Neben Sachmittelspenden für die Ausrüstung, beispielsweise von verschiedenen Apotheken aus München und dem von den Johannitern gestellten Krankenwagen, konnten wir die Veranstaltung ganz alleine aus unserem erarbeiteten Fachschaftsgeld stemmen, was uns auch stolz macht. Schließlich wollen wir die kleinen Kinder nicht mit Werbung von Sponsoren beeinflussen – das ist uns, denke ich, gut gelungen.

DocCheck: Wie habt Ihr persönlich von dem Projekt profitiert?

Hanna: Es mag vielleicht ein großer Zeitaufwand neben dem Studium sein, den die Planung und Umsetzung eines solchen Projekts erfordert. Allerdings bekommt man dadurch auch sehr viel zurück. Die Gruppenarbeit hat unglaublich viel Spaß gemacht und als endlich der Tag der Eröffnung gekommen war, wussten wir alle, dass es sich definitiv gelohnt hat, Zeit für eine solche Organisation aufzuwenden. Das Teddybärkrankenhaus hat mir gezeigt, wie viel Spaß die Tätigkeit mit Kindern macht, und wie viel man im Umgang mit anderen Menschen – und hier speziell mit all den kleinen Persönlichkeiten – zu berücksichtigen hat. Die Arbeit war unglaublich vielseitig und abwechslungsreich. Das ist etwas, auf das ich mich selbst sehr im späteren Berufsleben freue.

DocCheck: Wie können interessierte Medizinstudenten an der Teddyklinik mitwirken?

Adrien und Hanna: Je nachdem, wie viel Zeit und Engagement man mitbringt, kann man als Teddyarzt aktiv werden oder aber im Organisationsteam mitwirken. In München ist es am einfachsten, unsere Facebook-Seite zu liken, dann bleibt man ohne Aufwand auf dem Laufenden und verpasst nicht die Anmeldefrist. Die Plätze der Teddyärzte sind heiß begehrt. Letztes Mal mussten wir die Anmeldung schon am Folgetag der Eröffnung wieder schließen. Sollte man keine Zeit zum Mitmachen finden, freuen wir uns natürlich über Werbung und Weitersagen. Weitere Infos finden sich hier. Für Medizinstudenten aus anderen Unistädten kann ich diese Seite empfehlen, auf der alle bundesweiten Teddybärkrankenhäuser vertreten sind. Ansonsten einfach mal bei Eurer Fachschaft nachfragen, ob es das Projekt schon gibt. Wenn nicht, dann ist das Eure Chance, ein Teddybärkrankenhaus auch in Eurer Stadt aufzubauen!

Videobeitrag zum Thema:

Lokalzeit: Das Teddybärkrankenhaus

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5 Kommentare:

Gast
Gast

Ich kenne ein Kind, das auf der Intensivstation einen selbst hergestellten Teddybär bekommen hat. Dieser sollte ihn bitte heilen, solange die Medizin mit möglichst viel Kosten und Aufwand darauf wartete, dass der Körper des Kleinen selbst kuriert hat. Den Teddy liebt er heute noch, er hat keinen Knopf im Ohr, brummt nicht, sieht aber irgendwie bayrisch aus.

#5 |
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Chirurg
Chirurg

Es gibt keine angeborene Angst vor Ärzten, warum auch.
Sie ist, wenn vorhanden, immer erworben.

#4 |
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Arzt
Arzt

Was ähnliches habe ich auch in einer Chirurg. Ambulanz irgendwann zu unmöglicher Zeit am Wochenende erlebt, als eine Mutter mit einem (weiblichen) Säugling mit einer rel. großen blutenden Kopfplatzwunde reinkam und ich, unterstützt von einer noch erfahreneren Schwester ihr erklärte, dass die Wunde für ein Plaster wohl zu groß sei, die unvermeidliche Narbe sollte doch später nicht mehr sichtbar sein. Lokalanästhesie wäre aber möglich.
Ok, die Mutter war einverstanden, das Kind lag schon auf dem Op-Tisch, die Mutter hilt es fest beugte sich tief über sie und sagte immer wieder, es solle keine Angst haben, es würde ganz sicher nicht weh tun, sie hatte dabei aber Tränen in den Augen und das Baby, dass die Worte noch nicht verstand aber das Gesicht der Mutter, fing an zu weinen.
Die erfahrene Op-Schwester komplimentierte die Mutter dann diplomatisch aus dem Op-Raum heraus und sagte etwas wegen der Sterilität etc.
Dann lächelte Sie das Kind freudlich an und kitzelte etwas am Bauchnabel, worauf die Kleine erst lächelte und dann vor Vergnügen los lachte.
Die zwei Nahtstiche in LA waren kein Problem.
(Vollnarkose in dem Alter schon eher)

#3 |
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Chirurg
Chirurg

Teddibären sind eher was für die Eltern.
Hab ehrlich gesagt noch nicht erlebt, dass kleine Kinder Angst vor Ärzten hätten,
es sind eigentlich immer die erwachsenen Begleitpersonen, das kann sich übertragen,
dann muss man die natürlich rausschicken und sofort wird das Kind normal und lässt sich problemloser untersuchen als die meisten Erwachsenen.
Das schlimmste was ich dabei mal erlebt hatte auf einer Kinderstation, zu der ich gerufen wurde wegen Verdacht auf Leistenbruch, war eine heulende Krankenschwester,
im Ernst, eine HEULENDE Krankenschwester am Bett des Säuglings.
Ich fragte sie ganz höflich warum sie denn heule, ob was schlimmes mit dem Säugling passiert wäre, worauf sie mich heulend fragte wie man so ein kleines Kind überhaupt operieren könne.
Ich wollte mich hier mit fremdem Personal nicht in längere Diskussionen einlassen und sagte, dass das ja noch nicht feststünde und dass das ihre Chefin die Kinderärztin sicher viel besser beurteilen könne. Dann schickte ich sie raus und konnte den Kleinen gut untersuchten, die Verdachtsdiagnose stimmte. Die häufige Op ist in der Hand des Erfahrenen eher eine Kleinigkeit, man muss nur bei der schriftlichen Elterneinwilligung darauf achten, dass sie auch die Seite mit unterschreiben, weil die angeborenen Schwächen mehr oder weniger regelmäßig aber zeitversetzt auch auf der anderen Seite eintreten und dann nicht selten der Vorwurf auftaucht, man hätte früher (ganz sicher!) die falsche Seite operiert.
Ja, die bösen Ärzte und die armen Kinder :-)
Kinder selbst sind eher sehr angenehme Patienten.

#2 |
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Gast
Gast

Nicht nur angehende Ärzte können mitmachen: http://www.teddyklinik-marburg.de/teddy-apotheker/

#1 |
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