Parkinson: Mini-Elektrode gegen Zittern

28. Juli 2014
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Bessere Lebensqualität für Parkinson-Patienten? Ärzte haben nun in einer Zusammenarbeit mit Ingenieuren eine Mini-Elektrode entwickelt. Sie könnte helfen, das lästige Zittern abzuschalten, ohne dabei Nebenwirkungen wie Muskelkrämpfe hervorzurufen.

Parkinson-Patienten leiden unter unwillkürlichem Zittern, welches das Leben im Alltag stark einschränkt. Das Einpflanzen von „Hirnschrittmachern“ schränkt dieses Zittern ein. Das Inselspital Bern ist der Schweizer Pionier auf diesem Gebiet: Die erste Patientin wurde 2008 erfolgreich mit der Technik der „Deep Brain Stimulation“ (DBS) behandelt.

Die DBS-Methode hat allerdings auch eine unangenehme Nebenwirkung: Oft stimulieren die Mini-Hirnschrittmacher zu große Hirnregionen und lösen dadurch Muskelkrämpfe aus. Um diese unangenehme Nebenwirkung auszuschalten, haben Forscher am Inselspital deshalb nach Verbesserungen der DBS-Methode gesucht und dabei seit 2007 mit der ETH Lausanne (EPFL) zusammengearbeitet.

Das Resultat der Zusammenarbeit von Berner Neurochirurgen und Lausanner Ingenieuren zeigt: Eine wenige Quadratmillimeter kleine Mini-Elektrode mit drei selektiv einschaltbaren Stromkontakten verhindert Muskelkrämpfe. Sie stimuliert gezielt jene winzige Hirnregion, die für das Parkinson-Zittern verantwortlich ist. Bisher profitierten am Inselspital 13 Patienten von dieser verbesserten Methode. DBS kommt für jene Patienten in Frage, die nicht auf die zur Behandlung eingesetzten Medikamente ansprechen. Die erfreulichen Ergebnisse sollen anschließend in einer grösseren, gesamteuropäischen Studie weiter erforscht und erhärtet werden.

Weitere Einsatzfelder

In der Schweiz leiden rund 15.000 Menschen an der Parkinson-Krankheit. „10 bis 15 Prozent der Erkrankten könnten von diesem medizinischen Fortschritt profitieren“, sagt Forschungsleiter Claudio Pollo von der Universitätsklinik für Neurochirurgie des Inselspitals Bern. Wer früh genug operiert werde, habe sogar die Chance, seinen Beruf wieder ausüben zu können. Denkbar sei ein Einsatz der Mini-Elektrode auch bei Patienten mit Tremor, Dystonie, Epilepsie oder psychiatrischen Erkrankungen.

Originalpublikation:

Directional deep brain stimulation: an intraoperative double-blind pilot study
Claudio Pollo et al.; Brain, doi: 10.1093/brain/awu102; 2014

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Medizin, Neurologie

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2 Kommentare:

Arzt
Arzt

was sind die Op-Risiken?

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Gast
Gast

Das gab es schon weitaus früher. Ich als Ing. im Bereich OP-Technik habe bereits
im Jahr 1999 oder 2000 in Schönau im Odenwald einem reichen Fabrikanten seine Hallen zu einem Reha-Zentrum umgebaut. Dort wurden schon damals Chips
gegen das Parkinsonsche Zittern implantiert. Wie ich mich erinnere kam der Arzt
aus Dresden.

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