Organspende: Zuwachs dank Neuregelung?

30. Mai 2012
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Künftig sollen alle Bundesbürger ab 16 Jahren durch die gesetzlichen respektive privaten Krankenkassen regelmäßig Informationsmaterial zum Thema Organspende erhalten und zu einer Spendererklärung aufgefordert werden.

Noch in diesem Jahr soll das erste Informationsschreiben der Kassen an die Bürger versendet werden, ein weiteres Schreiben soll, der Neuregelung entsprechend, in zwei Jahren folgen. Ab dem Jahr 2017 wird weiterhin alle 5 Jahre ein Brief an die potentiellen Organspender zugesandt. Zusätzlich zu dem Schreiben stellen die Absender kostenlos einen Organspendeausweis zur Verfügung.

Diese Maßnahme soll dazu beitragen, dass das Thema Organspende stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rückt und einen Anstieg der Bereitschaft zur Spende nach sich ziehen. Bisher steht einer großen grundsätzlichen Akzeptanz des Themas Organspende noch eine relativ geringe Zahl an Menschen mit Organspenderausweis gegenüber.

Versuch dem Negativtrend entgegenzuwirken

Die Abgabe der Erklärung wird auch nach dieser Neuregelung freiwillig bleiben, jedoch erhofft man sich durch die umfassenderen Informationsmaßnahmen einen Anstieg an Organspendern. Die Neuregelung versucht zudem einem Negativtrend in der Zahl der Organspender entgegenzuwirken. Die Zahlen der Spender gingen im letzten Jahr um ca. 7 Prozent zurück.

Die Pro- oder Contra-Entscheidung der Versicherten wird in keinem zentralen Register erfasst, die Schreiben der Krankenversicherungen sollen diese lediglich zu einer umgehenden Entscheidungsfindung bewegen. Auf lange Sicht ist eine Speicherung der Entscheidung, ob Pro oder Contra Organspende, auf der elektronischen Gesundheitskarte angedacht. Die Versicherten können ihre Wahl jederzeit durch Vernichtung des bisherigen Organspenderausweises und Erstellung eines neuen Dokuments widerrufen. Zusätzlich sollten sie zudem ihre Angehörigen über den neuen Entschluss informieren.

Bisher entscheiden oftmals die Angehörigen Verstorbener über deren Organspende, da diese zu Lebzeiten weder eine konkrete Wahl getroffen haben noch im Besitz eines Spenderausweises waren. Die Neuregelung nimmt nun die potentiellen Spender selbst stärker in die Verantwortung.

Was denkt Ihr? Führt die Neuregelung zu einem Zuwachs an Organspendern? Diskutiert in den Kommentaren!

29 Wertungen (4.38 ø)
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2 Kommentare:

HPA Silvia Hechler
HPA Silvia Hechler

Diese Regelung finde ich nicht gut! Abgesehen finde ich es auch nicht mit den Menschenrechten zu vereinbaren; wer spenden will, hat auch enen Spenderpass!

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Jakob V
Jakob V

Eine Regelung wie in Österrwich wäre wünschenswert, wer nicht widerspricht, dessen Organe sollen verwendet werden. Ich sehe darin keine ethische Gefahr – im Gegenteil: illegaler Organhandel wird damit untergraben. Allerdings sollte die Information dennoch versandt werden, was in Österreich nicht der Fall ist, denn es sollte nicht das gefühl der Bevormundung entstehen: die minimale Einschränkung der Entscheidungsfreiheit steht m.E. in keiner Relation zum Leid das durch Mangel an Organen entsteht!

#1 |
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