12 Millionen Rezepturarzneimittel hergestellt

22. Juli 2014
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Im Jahr 2013 haben die öffentlichen Apotheken mehr als 12 Millionen Rezepturen für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hergestellt. Das ermittelte das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut e.V. (DAPI) durch die Auswertung von Verordnungen.

„Insgesamt dürfte die Zahl sogar noch deutlich höher liegen, weil Rezepturen für Privatversicherte oder auf direkte Nachfrage gar nicht erfasst werden. Das zeigt: Rezepturarzneimittel sind und bleiben eine notwendige Ergänzung zu industriell hergestellten Arzneimitteln“, sagte Dr. Andreas Kiefer, Vorstandsvorsitzender des DAPI und Präsident der Bundesapothekerkammer. „Rezepturarzneimittel sind in vielen Fällen unersetzlich, zum Beispiel wenn ein Kind ein Medikament in einer Dosis braucht, für die es kein industrielles Arzneimittel gibt.“

Verordnung überprüfen und dokumentieren

Der Großteil der 12 Millionen maßgefertigten Medikamente für gesetzlich Versicherte entfiel 2013 auf so genannte “allgemeine Rezepturen” (7,8 Mio. Arzneimittel), z.B. Kapseln oder Salben. Jede Apotheke kann solche allgemeinen Rezepturen herstellen. Davon abgegrenzt werden so genannte Spezialrezepturen, z.B. für die Heroinersatz- oder Krebstherapie sowie die parenterale Ernährung. Auch bei den Spezialrezepturen ist davon auszugehen, dass die Zahl der tatsächlich hergestellten Rezepturen über den erfassten Werten liegt. Die Anforderungen an die Herstellung von Rezepturarzneimitteln sind in den letzten Jahren gestiegen. So ist seit 2012 u. a. vorgeschrieben, dass der Apotheker bei jeder einzelnen Rezeptur die Plausibilität der Verordnung überprüfen und dokumentieren muss.

2 Wertungen (4 ø)

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3 Kommentare:

Arzt
Arzt

zu 1# dem Fachpersonal im Krankenhaus darf man doch auch etwas zutrauen.
Die gesetzliche Pflicht zum Krankenhausapotheker war ja eher ein Witz,
in der Realität überwiegen eine ökonomische Komponente zum Geld sparen (Arzneimittelkommission).
Dabei hätte ich im Einzelfall keine Einwendungen gegen etwas “klinische” Unterstützung.

#3 |
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Arzt
Arzt

12 Millionen, Donnerwetter!
Das spricht für unsere Apotheker.
Bei meinen gelegentlichen Gesprächen in der Apotheke ,
…. können Sie mir sagen welche welche “Generica-Alternativen” …
hatte ich allerdings meist keinen so günstigen Eindruck.

#2 |
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Gast
Gast

Der Umstand, dass ein nicht so altes BGH – Urteil den Zytostatika-Zubereitungen den Status der Rezeptur absprach und diese Zubereitungen nur als Rekonstitution definierte, wird in der Apothekerschaft offenbar völlig (sträflich?) ignoriert. Rekonstitutionen (auch das ledigliche Verdünnen von Wirkstoffen und Überführen in die Applikationsform erfüllt nicht den Status Rezeptur, lt. Urteil) können dann schließlich andere – auch außerhalb der Apotheke – durchführen. Vorstellbar sind Unternehmen, die in Reinräumen Robotsysteme einsetzen. im Industriemaßstab.
Einen Aufschrei der Apotheker habe ich vermisst. Schläft da jemand?

#1 |
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