Embryonale Hirnentwicklung: Signalsystem erfasst

18. Juli 2014
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Endocannabinoide sind für die Funktion des neuronalen Netzwerks im Gehirn von Bedeutung. Gerät dieses durcheinander, kann das die embryonale Hirnentwicklung beeinträchtigen. Forscher ermittelten nun, welche Wirkmechanismen einer solchen Beeinträchtigung zugrunde liegen.

Das Protein „Slit“ und sein Rezeptor „Robo“ (Roundabout) sind wichtige Signalmoleküle im sich entwickelnden Gehirn. Durch die Bindung an Robo-Rezeptoren können Slit-Proteine die Wegfindung von Axonen regulieren, wodurch die Ausbildung von Schaltkreisen im embryonalen Gehirn gesteuert wird. Wie Forscher der MedUni Wien jetzt gezeigt haben, können Endocannabinoide sowohl in Nervenzellen als auch in Oligodendrozyten, welche die Nervenzellen unterstützen, die Slit- und Robo-Konzentrationen über die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 regulieren.

Dieses Signalsystem ist für den korrekten Ablauf der embryonalen Gehirnentwicklung wichtig. Gerät aber dieses System aufgrund erhöhter Endocannabinoid-Spiegel durcheinander, kommt es zu einer Art „Erregungssturm“. „In diesem Fall werden sowohl Slit als auch Robo in größeren Mengen produziert, was zu Änderungen bei der axonalen Wegfindung führt“, erklärt Erik Keimpema vom Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien (Abteilung für Molekulare Neurowissenschaften). Ist das Endocabinnoid-System jedoch im Lot, tritt eine derartige Übererregung nicht auf.

Bedeutung für den Menschen

Auch im embryonalen Gehirn des Menschen entdeckten die Forscher der MedUni Wien dieses Signalsystem und dessen cannabinoid-vermittelte Regulation. Da erhöhte Endocannabinoid-Spiegel bei metabolischen Syndromen wie etwa Adipositas und Insulinresistenz auftreten und auch bei Infekten der Mutter, „ist es wichtig, veränderte Endocannabinoid-Spiegel während einer Schwangerschaft in den normalen Bereich zu führen, um sicherzustellen, dass die embryonale Gehirnentwicklung fehlerfrei abläuft“, erläutert der MedUni-Forscher. „Wir haben nachgewiesen, dass die körpereigenen Cannabinoide ein Signalsystem regulieren können, das wichtig für die Entwicklung von Schaltkreisen im embryonalen Gehirn ist.“

Originalpublikation:

Endocannabinoids modulate cortical development by configuring Slit2/Robo1 signaling
Erik Keimpema et al.; Nature Communications, doi: 10.1038/ncomms5421; 2014

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Medizin, Neurologie

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2 Kommentare:

Gast
Gast

hier dürfen nur positive Dinge über Frauen und negative für Männer thematisiert werden,
warum weis ich nicht.

#2 |
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Gast
Gast

Wo bleibt die Studie mit Kinder von Frauen die während der Schwangerschaft an einem metabolischem Snydrom litten, im Vergleich mit Kindern von Frauen die einen “normalen” Stoffwechsel hatten.
Sind so eventuell auch Phänomene wie ADHS, Autismus, oder Beeinträchtigung durch Drogenmissbrauch zu erklären ?

#1 |
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