Arbeitsgedächtnis: Gute Basis macht Schule

24. Juli 2014
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Forscher fanden in einer aktuellen Studie heraus, dass Kinder mit Lernschwierigkeiten von Unterrichtsmethoden profitieren, die eine Überbeanspruchung des Arbeitsgedächtnisses verhindern.

Die Studie wurde in Brasilien bei 106 Kindern im Alter von sechs bis acht Jahren aus unterschiedlichen sozialen Schichten durchgeführt. Die Hälfte von ihnen lebte unter der offiziellen Armutsgrenze. Ähnliche Studien wurden auch im englischsprachigen Raum gemacht und so war es spannend zu sehen, dass sich die Ergebnisse in der portugiesischsprachigen Gesellschaft Brasiliens mit ihren sozialen Ungleichheiten ähnelten.

Frühe Leistungskontrollen und Intervention

Mit der Studie sollten die kognitiven Fähigkeiten, die für schulische Erfolge nötig sind, erforscht werden. Neben dem Intelligenzquotient der Kinder wurden auch sogenannte „exekutive Funktionen“ getestet, das heiβt kognitive Prozesse, mit denen wir unsere Gedanken und Handlungen zielgerecht steuern: etwa die Art und Weise, wie wir uns an Informationen erinnern, unsere Gefühle lenken, einer Sache Aufmerksamkeit schenken und zwischen Gedanken hin- und herwechseln.

Diese Ergebnisse wurden mit Lese-, Rechtschreib-, Mathematik-, Sprach- und naturwissenschaftlichen Kenntnissen verglichen. Sie zeigten, dass die Fertigkeiten eines Kindes hinsichtlich des Arbeitsgedächtnisses  Erfolge in allen Lernbereichen unabhängig vom IQ voraussagten. Zudem haben die meisten Kinder, die von ihren Lehrern als „schlechte Leser“ bezeichnet werden, Probleme mit ihrem Arbeitsgedächtnis.

„Unsere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, wie wichtig frühe Leistungskontrollen und Intervention sind, vor allem bei Kindern aus ärmlichen Verhältnissen. Zurzeit erkennen Lehrer Kinder mit begrenzter Kapazität des Arbeitsgedächtnisses nur sehr selten“, sagt Dr. Pascale Engel de Abreu, Projektleiterin und Professorin an der Universität Luxemburg. „Geringe Lese- und Schreibkenntnisse, schlechte Schulnoten und ein Leben in Armut verstärken diesen Teufelskreis. Eine frühzeitige Identifizierung von Kindern mit Arbeitsgedächtnisproblemen kann diesen jedoch durchbrechen, und die Kinder können so die mentalen Mittel erwerben, die für schulische Erfolge nötig sind“, so Dr. Pascale Engel de Abreu weiter.

Originalpublikation:

Executive functioning and reading achievement in school: a study of Brazilian children assessed by their teachers as “poor readers”
Pascale Engel de Abreu et al.; Frontiers in Psychology, doi: 10.3389/fpsyg.2014.00550; 2014

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1 Kommentar:

Gast
Gast

Es wird hier nicht ganz klar, was “Arbeitsgedächtnis” bedeuten soll.
Weiter kann man „exekutive Funktionen“ nicht mit kognitiven Prozessen gleichsetzen.
Schlechte Leser sind dagegen durchaus bekannt :-)
Für die wird ja auch bei uns allerhand psychologisch/pädagogisches Bohei gemacht.
Nicht immer hat man den Eindruck, dass Psychologen hilfreich sind.

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