PKA: Ich bin dann mal ausgestorben

18. Juli 2014
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Umfragen und Statistiken zeigen, dass Inhaber kaum noch PKA ausbilden. Sie klagen über fachlich schlechte Bewerber. Häufig übernehmen PTA entsprechende Tätigkeiten. Verschwindet der kaufmännische Apothekenberuf früher oder später von der Bildfläche?

Neue Zahlen zu einem alten Thema: Das Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln hat untersucht, wie sich der Bedarf an PKA entwickeln wird. Rosig sieht es nicht aus, so das Resultat einer aktuellen Befragung.

Weniger Ausbildungsplätze, weniger Bedarf…

In letzter Zeit verringerte sich die Zahl an Ausbildungsplätzen von 5.438 (2010) auf 4.244 (2012) und weiter auf 3.903 (2013). Das entspricht 28,2 Prozent weniger Lehrstellen. Auch boten 75,0 Prozent aller Inhaber im laufenden und in den letzten beiden Jahren keine Ausbildungsplätze mehr an. Auf die Frage, wie hoch der Bedarf an PKA in ihrer Apotheke sei, kreuzten 32,3 Prozent „stark sinkend“ und 28,3 Prozent „leicht sinkend“ an. Ähnlich verhält es sich mit Untersuchungen zur Bewerbersituation: Hier sprachen 36,5 Prozent von einer „stark sinkenden“ und 26,1 Prozent von einer „leicht sinkenden“ Zahl an Stellensuchenden.

…und schlechteres Personal

Damit nicht genug: In Summe sprechen 35,4 Prozent aller befragten Apothekenleiter von einer „starken Verschlechterung“ und 34,0 Prozent von einer „leichten Verschlechterung“ der Bewerberqualität. Lediglich 3,9 Prozent geben zu Protokoll, sie hätten bessere PKA gefunden als zu früheren Zeiten. Hier könnte mittelfristig eine bereits umgesetzte Ausbildungsreform mit Lernfeldern helfen. Trotzdem stoßen PKA in öffentlichen Apotheken schnell an die gläserne Decke. Es gibt zwar Aufstiegsfortbildungen zum Handelsfachwirt, Handelsassistenten oder zum staatlich geprüfter Betriebswirt (IHK). Innerhalb öffentlicher Apotheken haben PKA jedoch kaum eine Chance, besser bezahlte Jobs zu übernehmen.

Schlechte Perspektiven – hohe Konkurrenz

Auch stellen Chefs kleinerer Apotheken lieber PTA ein, die mache Jobs en passant mit übernehmen: Bleibt der Kundenansturm zeitweise aus, müssen sie Medikamente bestellen, Lieferungen des Großhandels bearbeiten und das Lager pflegen. Tätigkeiten rund um Personal und Betriebswirtschaft, für die PKA eigentlich prädestiniert wären, landen bei externen Dienstleistern. Gleichzeitig fällt auf, dass andere Ausbildungsberufe wie Kaufleute im Gesundheitswesen einen wahren Boom erleben. Neben dem breiteren Einsatzgebiet, sprich Kliniken, Krankenkassen, Arztpraxen oder Rehabilitationseinrichtungen, bietet der Beruf zahlreiche Entwicklungsmöglichkeiten.

 

18 Wertungen (4.17 ø)

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7 Kommentare:

Anita Barth
Anita Barth

Ich bin sehr gerne PKA. Habe ein goßes Betätigungsfeld einschließlich den gesamten Einkauf inkl. Sommer-/Winterbevorratung. Wir sind eine Centerapotheke und beschäftigen sogar 3 PKA`s. Jede hat ihre “Lücke” gefunden, z.B. Kompressionsstrümpfe, Rechnungsverkehr und Einkauf.
Traurig finde ich, dass Fortbildungen für PTA nicht anerkant werden für mich. Darf ich nicht so schlau sein? PKA Fortbildungen sind dünn gesäht.
Außerdem würde ich gerne wenigstens ein bisschen beraten und verkaufen dürfen. Vielleicht rezeptfreie AM. Oder eine Qualifizierung dahin würde mir gefallen.

#7 |
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Susanne Wagner-Schroeer
Susanne Wagner-Schroeer

Hallo Frau Jäckel, zu den “ungünstigen Arbeitszeiten”… Ich wünsche Ihnen, dass Sie in naher Zukunft um 16 Uhr vor einer verschlossenen Apothekentür stehen – egal, wie schlecht es Ihnen geht. Für sich selbst reklamieren die PTA´s “ungünstige Arbeitszeiten”, um genau das von Verkäuferinnen, Krankenschwestern, Erzieherinnen… etc. zu verlangen. Die liebsten Arbeitszeiten einer PTA: 8 Uhr bis 14 Uhr, Samstag frei, keine Spätdienste und in allen Ferien frei. Und wer bitteschön, erarbeitet dann Ihr höheres Gehalt?

#6 |
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Apotheker

Gehaltlich gesehen ist die Ausbildung zur/zum PKA wahrlich nicht der Brüller. Dass die Bewerberqualität nachlässt, hört man aus vielen Berufen welche als Zugangsvoraussetzung den qualifizierten Hauptschulabschluss oder einen nicht so tollen Realschulabschluss haben.
Der Beruf bietet aber auch die Chance in die recht komplexe Apothekenwelt zu schnuppern – ich kenne etliche noch PKA oder PKA jetzt PTA welche “weiter machen wollen”. Es fehlt also dringend an der Möglichkeit sich zu entwickeln, ganz voran die Möglichkeit BERUFSBEGLEITEND sich zur /zum PTA weiter zu bilden. Der Unterschied zwischen PKA und PTA ist sehr gravierend. PKA = nicht pharmazeutisches Personal mit begrenzten Einsatzmöglichkeiten im Bereich der ApBetrO. PTA = pharmazeutisches Personal. Als Beispiel: Eine PKA welche im Herstellungsbetrieb nach AMG Infusionslösungen herstellt (und das dort gelernt hat), darf diese Tätigkeit in der Apotheke nicht ausführen …

#5 |
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Genau. PKA = Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, früher Apothekenhelferin

#4 |
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Dr. med. Franz-Ulrich Beutner
Dr. med. Franz-Ulrich Beutner

Was ist ein PKA? Die alte Apothekenhelferin? Dr. Beutner Arzt

#3 |
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Petra Grünebast
Petra Grünebast

Der Verdienst der PKA ist auf jeden Fall zu niedrig. Gerade auch im Vergleich mit anderen kaufmännischen Berufen. Hier besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf. Für die PTA ist die Zukunft klar: Wenn sich im Bereich der PKA Ausbildung und Bezahlung nichts ändert, werden die PTA diesen Bereich mit übernehmen. Nur wenn hier auch mal klar gesagt wird:Das ist nicht mein JOb, kann das verhindert werden. Da sind auf jeden Fall auch die PTA gefordert, für ihren eigenen Beruf einzustehen.

#2 |
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Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA)

Vielleicht sollte man auch mal an die Verdienstmöglichkeiten denken!
Ich habe die Ausbildung zur Apothekenhelferin und zur PTA gemacht und habe dann die Pharmazie verlassen – die ungünstigenArbeitszeiten und das niedrige Gehalt haben mich zu diesem Entschluss veranlasst.
Als Grundausbildung waren mir jedoch beide Berufe bei meinem weiteren Weg hilfreich.

#1 |
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