Grippeviren: Steuert Caveolin-1 die Vermehrung?

11. Juli 2014
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Die Grippe ist in Deutschland die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfällen. Wissenschaftler konnten nun zeigen, dass das Protein Caveolin-1 die Vermehrung von Grippeviren entscheidend beeinflusst.

Egal ob es sich um die Erreger für die Grippe, AIDS oder Herpes handelt. Um sich zu vermehren, sind Viren auf den Stoffwechsel lebender Zellen angewiesen, in die sie ihr Erbgut einschleusen. Dabei nutzen die Viren Bestandteile der Wirtszelle, wie beispielsweise das Zellwandprotein Caveolin-1. Diesem kommt aber neuesten Erkenntnissen zufolge auch eine wichtige Rolle dabei zu, die Vermehrung von Grippeviren im Körper zu verhindern.

„Wir konnten zeigen, dass in bestimmten Bindegewebszellen der Maus die Bildung von infektiösen humanen Grippeviren stark vermindert ist, wenn in den Zellen Caveolin-1 hergestellt wird“, sagt Dr. Manfred Wirth, Leiter des Projekts am HZI. Schalteten die Forscher die Produktion von Caveolin-1 in der Zelle hingegen aus, vermehrten sich die infektiösen Grippeviren des Typs Influenza-A ungehemmt. Die Virenvermehrung unterliegt folglich einer Kontrolle durch Caveolin-1.

Eine Funktion, die das Protein auch bei anderen Viren zu übernehmen scheint. „Unsere Untersuchungen deuten daraufhin, dass auch die Vermehrung anderer, mit den Grippeviren nicht verwandter Viren, von Caveolin-1 kontrolliert wird“, sagt Wirth. Ähnliche Muster wiesen die Wissenschaftler auch bei dem AIDS-Erreger HIV und bei SIV nach. Gerade dieses breite Wirkspektrum lässt Caveolin-1 zu einem hoffnungsvollen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Impfstoffe gegen Grippe und andere Virusinfektionen werden.

Originalpublikation:

Caveolin-1 limits human influenza A virus (H1N1) propagation in mouse embryo-derived fibroblasts
Manfred Wirth et al.; Virology, doi: 10.1016/j.virol.2014.05.028; 2014

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3 Kommentare:

Arzt
Arzt

Das ist das “Impfproblem”:
Im NRZ Influenza wurden seit Beginn der Saison 2013/14 bisher 313 Influenzaviren angezüchtet.

#3 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dr. med. Stefan Margraf es ist bekannt, dass bei den “Grippetoten” immer etwas geschwindelt wird, da es sich nicht um einen wirklichen Nachweis handelt, sondern um eine statistische Hochrechnung einer allgemeinen “Übersterblichkeit” während der Grippe-Hochzeit im Winter.
Es ist also nicht identisch mit der offiziellen Todesursachenstatistik, die auf recht sorgfältiger Auswertung von Fachleuten der vorgeschriebenen realen ärztlichen Todesbescheinigung beruht, wie das z.B. im Falle der Schweinegrippe der Fall war.
Schweingrippe-Tote waren gesichert, nicht nur in Deutschland, das rel. glimpflich davon gekommen ist, wobei die Besonderheit in dem rel. jungen Alter der Todesfälle bestand.
Impfungen schützen allerdings ausreichen sicher gegen die darin enthaltenen Virusstämme (nicht ganz sicher) und verbessern die immunologische Abwehrlage, insbesondere bei mehrfacher Wiederholung auch unspezifisch, weshalb ich diesen Schwindel für pädagogisch erlaubt durchgehen lassen würde.

#2 |
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Dr. med. Stefan Margraf
Dr. med. Stefan Margraf

Moment mal, voellig zusammenhangslos wird in der Zusammenfassung behauptet, Grippe sei die Infektionskrankheit mit den meisten Todesfaellen?? Pro Kopf der Bevoelkerung, Anteil der Todesfaelle unter Infizierten oder was? Was hat das mit dem Artikel zu tun? Influenza ist eine ernste Krankheit, aber Killer Nummer Eins ist die Sepsis (Ja ich weiss, mehrere bakterielle Erreger kommen in Frage, aber beim Tod durch Influenza sind es am Ende meist auch Bakterien).

#1 |
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