Hilfsmittel: Apotheker müssen draußen bleiben

11. Juli 2014
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Krankenkassen machen erneut Schlagzeilen. Dieses Mal geht es nicht um Retaxationen bei Rx-Präparaten oder BtMs. Vielmehr planen AOKen, Apotheker bei Hilfsmitteln komplett auszuschließen. Andere Kassen könnten diesem Beispiel folgen. Dagegen laufen Apotheker Sturm.

Ärger im hohen Norden: Wie der Hamburger Apothekerverein (HAV) berichtet, müssen Kollegen mit neuem Ärger rechnen. Die AOK Rheinland / Hamburg sieht nicht mehr vor, dass öffentliche Apotheken Patienten mit Hilfsmitteln beliefern. Entsprechende Probleme zeichneten sich schon länger ab.

Kassen machen Druck

Zum Hintergrund: Seit 2007 haben gesetzliche Kassen die Option, Vereinbarungen über die Hilfsmittelversorgung mit verschiedenen Leistungserbringern abzuschließen. Und Apothekerverbände beziehungsweise Firmen können ihrerseits bestehenden Verträgen beitreten. Das ist zuletzt in Nordrhein-Westfalen passiert. Leistungserbringer aus Westfalen-Lippe versorgen über diesen Weg AOK-Patienten aus Nordrhein. Wie der HAV weiter berichtet, liefen Gespräche mit der AOK Rheinland / Hamburg bereits seit Anfang 2014. Umso überraschter zeigten sich Vertreter, als kassenseitig der Hilfsmittelvertrag Mitte Juni gekündigt wurde. Bleibt zu spekulieren, ob Zusammenhänge mit einer neuen Vertragsrunde bestehen: Vor wenigen Monaten hat besagte AOK unter anderem Verträge zur Stomaversorgung und zu Inkontinenzhilfen neu ausgeschrieben. Für Hamburgs Apotheker kam die außerordentliche Kündigung trotzdem überraschend – unter regulären Bedingungen wäre der Vertrag bis Jahresende gelaufen.

Retaxationen – mal wieder…

Jetzt haben Kollegen mehrere Optionen. Sie können die Belieferung schlichtweg ablehnen – sehr zum Leid von Patienten. Alternativ steht ihnen frei, eine Genehmigung für jedes Rezept zu beantragen oder entsprechende Summen als Vorleistung Kunden abzuknöpfen. Wer Versicherte der AOK Rheinland / Hamburg ohne entsprechende Absicherung weiter versorgt, muss mit Retaxationen rechnen. Hier will der HAV „größtmögliche Unterstützung“ leisten, heißt es in einer Mitteilung. Inwieweit sich Gerichte noch mit dem Thema zu befassen haben, wird sich zeigen.

15 Wertungen (4.53 ø)

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3 Kommentare:

Apothekenfreak
Apothekenfreak

Mann fragt sich manchmal wieso die Lieferkonditionen so schlecht sind, dass wir Apos mit den Preisen nicht konkurrieren können? Stimmen die Preise könnte man sich ja fachlich auch wieder weiterbilden…..ich kenne noch die Zeiten da war z.B. Stoma Versorgung und jede Versorgung mit Windelprodukten ganz klar ein Feld für die Apotheke und besonders Patienten im ländlichen Raum profitierten und würden auch heute noch profitieren!

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Gast
Gast

Ist doch gut, diesen Blödsinn können gerne andere machen …

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Gast
Gast

Naja, rentieren sich Hilfsmittel überhaupt wirklich? Man könnte, wenn nicht, ja sagen, gut so. Ist man wenigstens den Papierkrieg los. Und dem Kunden kann man erklären, bei wem er sich bedanken darf.

#1 |
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