Gyn to go – Schnittstelle zum Kreißsaal

13. Juni 2012
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Medizinstudium ohne Internet - undenkbar! So wundert es kaum, dass die E-Learning-Welle nun auf den Weiterbildungsbereich überschwappt. Bestes Beispiel: Gyn to go. Das Programm bringt frischen Wind in die Gynäkologie und ist für Studierende geeignet.

Internationale Referenten zum Greifen nah

Am Anfang stand ein kurzer Einfall und schon bald wurde ein neues Projekt „geboren“. Das recht junge Onlinefortbildungskonzept mit dem Titel Gyn to go ging im September 2011 an den Start und ist unter Gynäkologen seitdem in aller Munde. Was als spontane Idee des damaligen Weiterbildungsassistenten Dr. Thilo Gröning in der Kaiserwerther Diakonie Düsseldorf seinen Anfang nahm, zählt heute in vielen deutschen Kliniken zu einem wichtigen Bestandteil der Facharztweiterbildung im Bereich Gynäkologie und Geburtshilfe.

Den Anfang dieses innovativen Konzeptes machte schließlich ein nationales Tumorboard, das von Prof. Björn Lampe in der Diakonie zur Besprechung onkologischer Problemfälle geschaffen worden ist. „Bei der Umsetzung des Tumorboards habe ich dann die Idee zu einer Onlinefortbildung für Assistenzärzte gehabt“, beschreibt Gröning den Prozess der Ideenfindung. Dass die Hilfe des Internets die Vereinbarkeit von Arbeit und Weiterbildung deutlich verbessern kann, war auch dem mittlerweile zum Oberarzt aufgestiegenen Gröning klar: „Häufig bleibt im klinischen Alltag wenig Zeit für Fortbildungen. Die Vorträge von Gyn to go können direkt in die klinikinterne Fortbildungsveranstaltung übertragen werden“, fasst er einen zentralen Pluspunkt seiner Idee zusammen.

Aktuell teilt sich Gröning die Projektleitung mit Dr. Babett Ramsauer aus Berlin, die Schirmherrschaft von Gyn to go haben die Chefärzte Prof. Dr. Björn Lampe aus Düsseldorf sowie Prof. Dr. Klaus Vetter aus Berlin inne. Der schnelle Erfolg dieser Fortbildungsreihe fußt nicht zuletzt auf der guten Zusammenarbeit und Einsatzbereitschaft beider Kliniken.

Spannende Themen am Puls der Zeit

Hört sich alles ziemlich einfach an. Doch wie schafften es die Visionen eines Assistenten in solch kurzer Zeit zur erfolgreichen Verwirklichung? Von der Idee zum Fortbildungsprogramm war es Dank zahlreicher Akteure und einer Vielzahl ehrenamtlich engagierter Helfer und Dozenten tatsächlich nur ein kurzer Weg. So gibt es seit Herbst letzten Jahres die beiden Intensivkurse Gynäkologie und Geburtshilfe an jedem ersten und dritten Mittwoch im Monat als kostenfreie Vorträge mit anschließender Diskussionsrunde.

Es gibt jeweils zwei sogenannte Sessions, die als „Early-Morning-Session“ und „Late-Night-Session“ bezeichnet werden. Während die erstgenannte zum Public Viewing live in den Besprechungsraum der jeweiligen Klinik übertragen werden kann, findet die „Late-Night-Session“ am heimischen Computer statt. „Selbst an stressigen Tagen ist so gute Fortbildung möglich“, nennt Gröning einen großen Vorteil der Doppel-Vorträge. Die technischen Voraussetzungen für eine Teilnahme sind dabei denkbar niedrig.

Ein Online-Konferenzprogramm sowie die Möglichkeit zur Telefonkonferenz sind völlig ausreichend, um in den Genuss spannender Themenvorträge zu kommen. Das Spektrum reicht dabei von der CTG-Beurteilung über Notfälle in der Gynäkologie bis hin zur vaginal-operativen Entbindung. Alle Referenten engagieren sich dabei ehrenamtlich, um eine kostenfreie Teilnahme an den Sessions möglich zu machen.

„Die Resonanz hat uns überwältigt“

Modernität, Aktualität und Flexibilität. Bei so vielen Vorzügen des Fortbildungsprojektes Gyn to go wundert es nicht, dass neben den Initiatoren auch die Teilnehmer sofort begeistert waren. „Die Resonanz hat uns total überwältigt“, fasst Thilo Gröning seine Gefühle nach den ersten Reaktionen auf Gyn to go zusammen. „Zunächst war geplant, dass sich pro Session 100 Teilnehmer zuschalten können. Allerdings waren alle Zugänge innerhalb der ersten Woche ausgebucht“, beschreibt Gröning als Projektleiter den starken Zulauf des Programmes.

Glücklicherweise können bis heute die meisten Interessenten berücksichtig werden: „Mittlerweile ist die Zuschaltung von 1.000 Teilnehmern pro Veranstaltung möglich“, kann Gröning stolz berichten, „Rund 600 Teilnehmer schalten sich derzeit jeweils am Veranstaltungstag zu.“ Es scheinen also immer mehr junge Weiterbildungsassistenten von den Online-Vorträgen zu profitieren. Aber wie sieht das eigentlich mit den Assistenten von morgen, also den Medizinstudierenden, aus?

Studierende erwünscht

Neue Innovationen in puncto Weiterbildung sind zwar eine gute Sache. Aber was macht ein solches Projekt für Euch interessant? Fragt man den Projektleiter nach der „Studententauglichkeit“ von Gyn to go, ist ein deutliches ja kaum zu überhören. „Die Vortragsthemen sind grundlegende Themen aus Gynäkologie und Geburtshilfe“, erklärt Gröning seine Antwort. „Von Studierenden können die Themen ergänzend zur Vorlesung, zum Blockpraktikum aber auch zur Prüfungsvorbereitung genutzt werden.“ Und das scheint noch lange nicht alles zu sein.

„Bei größerem Interesse für die Gynäkologie und Geburtshilfe sind die Themen die ideale Vorbereitung auf das PJ oder die Assistenzarztzeit“, ergänzt der Projektleiter seine Argumentation. „An einigen Unis wird die Onlinefortbildung schon direkt in den Hörsaal übertragen“. Klingt auf jeden Fall nach einer neuen multimodalen Möglichkeit des Selbststudiums. Falls wir Euer Interesse geweckt haben, solltet Ihr mal einen Klick auf die zugehörige Webseite riskieren. Die Teilnahme ist für alle, auch für Studierende, kostenfrei, eine Registrierung ist noch kurz vor Beginn der Session möglich, da der Anmeldevorgang nur wenige Minuten dauert.

Und wer weiß? Vielleicht gibt es ja auch bald ähnliche Programme in anderen Fachbereichen. Vertiefende Spezialkurse sind laut Dr. Thilo Gröning jedenfalls bereits in Planung. Das Programm für 2012/2013 beinhaltet wieder einen Basiskurs aber auch einige spannende Erweiterungen. Also: Auf die Plätze, fertig, go!

Was haltet Ihr von der Onlinefortbildung Gyn to go? Für welche Fachbereiche würdet Ihr Euch ein ähnliches Fortbildungskonzept wünschen? Eure Meinung zählt, diskutiert in den Kommentaren!

20 Wertungen (4.55 ø)
Humanmedizin, Studium

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3 Kommentare:

Charlotte Müller
Charlotte Müller

Super Info! Sicher sehr hilfreich, gerade um als Student den Stoff nicht nur theoretisch zu lernen.

#3 |
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Nichtmedizinische Berufe

Lieber Hendrik,

vielen Dank für deinen Hinweis.
Wir haben den Fehler behoben.

Deine DocCheck News Redaktion

#2 |
  0
Student der Humanmedizin

*Kreißsaal.

#1 |
  0
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