PJ-Bedingungen: Nicht aus dem Rahmen fallen

25. Juni 2014
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Die bvmd forderte nun in einer Stellungnahme alle an der Gestaltung des Praktischen Jahres Beteiligten nachdrücklich dazu auf, die Qualität der Ausbildung sowie die Rahmenbedingungen im Praktischen Jahr weiterhin zu verbessern.

Die Forderung stellte die Bundesvertretung der deutschen Medizinstudierenen anlässlich des 75. ordentlichen Medizinischen Fakultätentages, welcher vergangenes Wochenende in Frankfurt am Main stattfand.

Das Praktische Jahr müsse als letzter Teil des Medizinstudiums einen substanziellen Beitrag dazu leisten, die Studierenden optimal auf die unmittelbar darauf folgende Berufstätigkeit als Assistenzarzt vorzubereiten. Daher müsse es für alle Studierenden strukturierte Lehrangebote geben, zum Beispiel Bedside Teaching, Fallseminare zur Differentialdiagnose oder zur klinischen Entscheidungsfindung. Die PJ-Studierenden sollten im Rahmen ihrer Tätigkeit eigene Patienten betreuen. Dies müsse von entsprechend erfahrenen Ärzten supervidiert werden. Auch das Erlernen des Arbeitens in interprofessionellen Teams zur Patientenversorgung sei Bestandteil des Praktischen Jahres und müsse entsprechend gefördert werden. Das Festlegen von Lernzielen, wie durch die Logbücher nun geschehen, sei integraler Bestandteil des Lernens während des Praktischen Jahres. Neben den für alle obligatorischen Lernzielen solle es auch die Möglichkeit geben, individuelle Lernziele festzulegen.

Um diesen Lernprozess effektiv zu gestalten, müsse der Lernfortschritt des einzelnen Studierenden regelmäßig mit einem Mentor in einem Feedbackgespräch besprochen werden. Die Rahmenbedingungen, unter denen das Praktische Jahr absolviert wird, müssten ebenfalls bestimmten Ansprüchen entsprechen. Geregelte Arbeits- und Pausenzeiten seien unabdingbar, zudem müsse es Zeit für das Selbststudium geben, um die Inhalte vor- und nachzubereiten.

Aufklärung und Aufwandsentschädigung

Die Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser müssten zudem sicherstellen, dass Studierende und Personal über die rechtlichen Rahmenbedingungen informiert seien. Hierzu gehöre vor allem auch die Aufklärung darüber, welche Tätigkeiten durch die PJ-Studierenden selbstständig oder unter Aufsicht durchgeführt werden dürften.

Zudem fordert die bvmd eine flächendeckende einheitliche und gedeckelte Aufwandsentschädigung für Studierende im Praktischen Jahr. So werde sichergestellt, dass die Studierenden neben ihrer Tätigkeit im Praktischen Jahr keiner Nebenbeschäftigung nachgehen müssten, um den Lebensunterhalt zu sichern, wodurch nicht zuletzt im Sinne der Patientensicherheit Übermüdung und Überlastung vermieden werden sollten.

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