Medizinstudium: Ärzte vom Fließband?

25. Juni 2014
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Deutschland braucht ärztlichen Nachwuchs. Während Standesvertreter Reformen beim umstrittenen Zulassungsverfahren fordern, entwickelt sich ein florierender Markt an Medical Schools. Ihr Geschäftsmodell: niedrige Hürden und hohe Gebühren. Dagegen laufen Hochschulen Sturm.

Dank demographischer Tendenzen und technischer Entwicklungen im Gesundheitsbereich steigt der Bedarf an Ärzten. Zeitgleich gibt es immer weniger Medizin-Studienplätze. Wie das Statistische Bundesamt berichtet, waren es 1992 noch 93.198 – im Vergleich zu 85.009 (2012). Pro Jahr nehmen deutsche Hochschulen derzeit etwa 10.000 Bewerber auf. Jetzt fordern Standesvertreter Maßnahmen, um diesem Trend entgegenzuwirken.

Nobelpreisträger oder Landarzt

Das beginnt schon beim Zulassungsverfahren. Dr. Ulrich Frank Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), schlägt vor, Abiturnoten künftig nur noch mit 50 Prozent zu gewichten. Die anderen 50 Prozent sollen über ein Auswahlverfahren ermittelt werden, „wie es jedes große Unternehmen mit Anwärtern für die Vorstandsassistenz macht“, so der BÄK-Chef. Seine Devise: „Wir wollen nicht nur die zukünftigen Nobelpreisträger ausbilden, sondern auch die Landärzte.“ Unterstützung kommt von Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärztekammer Hessen. „Das Einklagen eines Studienplatzes darf kein Ausweg für junge Menschen sein, deren Abiturdurchschnitt nicht für das Medizinstudium reicht“, gibt der LAK-Präsident zu bedenken. „Wir brauchen Nachwuchs in der Patientenversorgung; schon aus diesem Grund kann die Abiturnote kein alleiniges Kriterium für die Zulassung sein.“ Neben leichteren Zugangsbedingungen müsse es seiner Ansicht nach mehr Studienplätze geben. Knoblauch zu Hatzbach verlangt darüber hinaus bessere Rahmenbedingungen und ein attraktiveres Berufsbild: „Das Medizinstudium muss ‚zukunftsfest‘ gemacht werden. Dazu gehört auch die von den Frankfurter Studierenden erhobene Forderung nach der Einhaltung geregelter Arbeitszeiten der PJ-Studierenden und die Zahlung einer monatlichen Aufwandsentschädigung für alle Medizinstudierenden im PJ.“ Mittlerweile ist es fünf vor zwölf, denn die Konkurrenz schläft nicht.

Master of Desaster

Europäische Hochschulen drängen mit neuen, äußerst veritablen Geschäftsmodellen auf den Markt. Sie bieten Medizin-Studienplätze gegen horrende Gebühren an, aber ohne NC, ohne Wartezeiten und ohne überfüllte Hörsäle. Zuletzt machte die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMP) aus Salzburg Schlagzeilen – mit einer neuen Filiale in Nürnberg. Blättern Abiturienten 13.500 Euro pro Jahr auf den Tisch, führt ihr Weg ohne große Zulassungshürden direkt in Richtung „Dr. med. univ.“, einem Berufsdoktorat, und damit in die ärztlichen Profession. PMP-Vertreter rechnen derzeit mit 50 Studierenden, später sogar mit 250. Kritik kommt vom Medizinischen Fakultätentag (MFT): Damit wäre es erstmals möglich, Medizin ohne direkten Kontakt mit einer Hochschule zu studieren – Studierende drücken nur in Nürnberg die Hochschulbank. Bei anderen Medical Schools mussten Ärzte in spe zumindest zeitenweise ihre Alma Mater im Ausland besuchen. So kooperiert der Asklepios Campus Hamburg mit der ungarischen Semmelweis-Universität. Bei der Kassel School of Medicine ist die englische University of Southampton mit im Boot.

Standesvertreter bewerten den neuen Studiengang folglich als Verstoß gegen die Bundesärzteordnung. Im Regelwerk heißt es: „Die Approbation als Arzt ist auf Antrag zu erteilen, wenn der Antragsteller (…) nach einem Studium der Medizin an einer wissenschaftlichen Hochschule von mindestens sechs Jahren, von denen mindestens acht, höchstens zwölf Monate auf eine praktische Ausbildung in Krankenhäusern oder geeigneten Einrichtungen der ärztlichen Krankenversorgung entfallen müssen, die ärztliche Prüfung im Geltungsbereich dieses Gesetzes bestanden hat.“ In Nürnberg wären vor allem Honorarprofessoren und außerplanmäßige Professoren tätig, jedoch keine Lehrstuhlinhaber. Als weiteres Problem gilt die Vorklinik. Dozenten für Biologie, Biochemie oder Physik kämen aus der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm – noch vor kurzer Zeit eine Fachhochschule. Was tun? Rein juristisch lässt sich kaum etwas unternehmen, so das Fazit eines Gutachtens von Professor Dr. Max-Emanuel Geis, Erlangen-Nürnberg, und Professor Dr. Kay Hailbronner, Konstanz. Beaufsichtigt werden entsprechende Angebote der PMP direkt von Salzburg aus. Bayerns Wissenschaftsministerium prüft nur, ob die Hochschule mit ihrem Studiengang in Österreich anerkannt ist – mehr lässt sich kaum unternehmen.

„Rechtliche Grauzone“

Zu dieser unbefriedigenden Situation sagt Professor Dr. Heyo K. Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentags: „Bei uns ist der Inhalt jeder Biersorte genau definiert, bei der Gesundheitsversorgung aber lässt man in Europa offen, was genau im Medizinstudium vermittelt werden muss.“ Anbieter nutzen „eine rechtliche Grauzone zwischen unionsrechtlich verankerter Niederlassungsfreiheit und der Notwendigkeit der Anerkennung von Bildungsangeboten nicht staatlicher Bildungsanbieter, die an die Prüfung der Gleichwertigkeit der Zulassungsvoraussetzungen, Curricula, der Qualitätssicherung und der Qualifikation des Lehrpersonals gebunden ist“, heißt es vom MFT. Kürzlich präsentierte das Gremium eine Resolution zum Medizinstudium 2020 und  zur Wissenschaftlichkeit in der Ärzteausbildung – als Botschaft an alle Bundesländer, bei internationalen Studiengängen aktiv zu werden.

93 Wertungen (4 ø)

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35 Kommentare:

Roland Gebhardt
Roland Gebhardt

@ PinkfFloyd91:
Ich halte es für verwegen zu behaupten, dass eine ausgezeichnete Abiturnote automatisch einen guten Arzt ausmacht. Mag sein, dass prozentual gesehen jene mit einem 1,x Abi Abschluss eine bessere Examensnote schreiben, weil sie es gelernt haben, effizienter zu lernen. Aber weder die Abi Note noch die Examensnote definieren das Können eines Mediziners. Ein Abiturdurchschnitt lässt keine valide Aussage über medizinisches Interesse, über erforderliche soziale Kompetenz, über handwerkliches Geschick eines künftigen Chirurgen etc. zu. Die Zulassung zum Medizinstudium am Abiturschnitt festzumachen ist und bleibt die wahrlich schlechteste Wahl. In anderen Ländern funktioniert die Zulassung nach anderen Kriterien, aber die dort praktizierte Medizin ist nicht schlecher als bei uns.

#35 |
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Studentin der Humanmedizin

Ich kann mich Matthias Heit und Pascal Müller auch nur anschließen. Ich bin mit meinem 2er Abi nach Österreich zum studieren gegangen und habe dort trotz meines ach-so-schlechten-Abis keinerlei Probleme im Studium. Ich fände es für Deutschland auch eine bessere Lösung, einen einheitlichen Test einzuführen, wo von allen Bewerbern die gleichen Vorraussetzungen gefordert werden und man nicht, wie das ja zumindest im G9-System noch der Fall war, mit LKs wie Kunst und Deutsch ein gutes Abi schreiben kann, das aber mit den Fächern die für Medizin gebraucht werden nicht das geringste zu tun hat. Zudem ist ja auch bekannt, dass das Abitur in den verschiedenen Bundesländern auch unterschiedlich schwer ist.
Die AdH sind ein Witz, ich hab dieses Jahr mal spaßes- und interessehalber nachgesehen, was sich da seit meinem Abschluss geändert hat. Schon damals hatte man ab einem gewissen Schnitt keine Chance mehr auf ein Auswahlgespräch, aber das hat sich ja mittlerweile noch mehr verschärft. Wie das mit dem TMS mittlerweile läuft habe ich nicht so weiterverfolgt, aber als ich in der Situation war, habe ich mich sehr geärgert, dass trotz sehr gutem TMS meine Note tlw nur um 0,1 verbessert worden wäre, was einem bei 2,x nicht wirklich viel bringt. Insofern habe ich den TMS auch nur als Generalprobe für den EMS in Österreich gesehen, bei dem es dann auch geklappt hat.
Darauf, dass andere medizinische Ausbildungen oder Mitarbeit bei rotem Kreuz, Malteser und allem anderen was ein grundsätzliches Interesse an der Medizin zeigt, nicht honoriert oder auch nur beachtet wird lasse ich mal weg, weil ich das erstens schon viele viele vor mir angesprochen haben und ich mich zweitens zu sehr darüber aufregen würde. Aber natürlich besteht auch hier, meiner Meinung nach, Handlungsbedarf, diese 1,0er-Kandidaten, die nur Medizin studieren, weil sies können bzw mit einem 1,0er Abi ja fast schon “müssen”, werden bestimmt nicht generell die besseren Ärzte. Mal abgesehen, davon, dass sie sich vermutlich vorher noch nicht wirklich damit beschäftigt haben und nicht wissen worauf sie sich einlassen. Jetzt habe ich mich doch hinreißen lassen…

zu Tom:
ja es gehen viele der deutschen Studenten wieder nach Deutschland zurück, aber in meiner Zeit in Innsbruck habe ich auch viele Österreicher kennengelernt, die planen nach dem Studium, zumindest vorläufig, nach Deutschland zu gehen um diesen – Entschuldigung – dämlichen Turnus bzw diesem neuen Etwas, was sie sich jetzt haben einfallen lassen, zu entgehen.

Halten wir also fest: Es liegt einiges im Argen, was sich hoffentlich irgendwann mal zum Besseren ändern wird. Bis dahin wünsche ich allen, deren Schnitt nicht reicht, viel Durchhaltevermögen und den Mut sich vielleicht nach Alternativen im Ausland umzusehen. Ich bin der Meinung, dass man als Arzt letztlich so gut wird, wie man selber dafür arbeitet und sich anstrengt, unabhängig von der Uni auf die man geht.

#34 |
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Gast
Gast

Wenn schon eine Note,
dann selbstverständlich die vom medizinischen Staatsexamen

#33 |
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Pascal Müller
Pascal Müller

@ Pinkfloyd91, Ich sehe das absolut nicht so! Ich kenne selber viele Ärzte welche weiß Gott nicht eine 1 vorm komma hatten und heute super Mediziner sind! Den besten Chirurgen den ich kenne hat ein Abitur mit 3,x, besagter Chirurg ist leitender Oberarzt der chirurgischen Abteilung und operiert, Schilddrüsen, Bäuche, Frakturen ohne das Komplikationen auftreten! Ich würde mich jederzeit von ihm operieren lassen! Natürlich wäre es dein Recht dich nicht von ihm operieren zu lassen, jedoch mal Hand aufs Herz du fragst also den Chirurgen bevor du dich operieren lässt ob er ein Abitur mit einer eins vorm Komma hatte ?
Ich Waage einmal zu behaupten das ein Abitur Schnitt absolut nicht damit korreliert ob jemand fähig ist ein guter Arzt zu sein! Ein Abitur ist eine Moment Aufnahme und spiegelt die Leistungen von 2 Jahren wieder in diesen 2 Jahren können viele gerade in ihrere persönlichen Entwickelung Schwierigkeiten haben, familiäre Probleme und sonstiges werfen einem in solchem Alter viel eher aus der Bahn und blitzschnell hat man sich das Abitur versaut! Außerdem sage ich nicht das jeder mit guten Abitur Noten nicht eher einen Studienplatz bekommen sollte, ich denke jeder ist bereit wenn er es wirklich will auf einen Platz zu warten! Es geht mir jedoch darum das die Wartezeiten exorbitant hoch sind, da sich nur 20 % über Warteliste generieren!

#32 |
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Gast
Gast

Wundervoll, Frau Walker und Frau Riggers.
Ich verneige mich vor Ihnen und Ihrem Mut.

Ein NC hat überhaupt nichts mit dem Fachwissen zu tun.
Ich bevorzuge stets einen Arzt, der menschlich und fachlich gut ist, als einen Arzt der fachlich zwar super, aber menschlich ein Eisblock ist.
Was zählt, ist die Berufung.
Wer morgens beim Aufstehen nur daran denken kann, Patienten zu helfen und mit diesem Gedanken auch zu Bett geht, sollte Arzt werden, denn er verspürt die Berufung dafür und ist bereit, sich jedem Hindernis auf seinem Weg zu stellen (mit Jura und Pharmazie nicht anders!).
Ich denke, dass jeder, der WILL, eine Chance haben sollte.

#31 |
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Kristina Walker
Kristina Walker

Danke Frau Pommé für den Beitrag – stimmt.
PinklFloyd91 , das war ja wohl nix! Ich habe eine Abinote von 4,0, habe mich halt dem unnützen und schlecht vermittelten Wissen verweigert. Seit ich als Kind die Sauerbruch- und Robert-Koch-Verfilmungen etc gesehen hatte, wollte ich Ärztin werden. Ich habe mit der Abinote und Warteplatz in der Zwischenzeit ein Physikstudium absolviert, da konnte ich das wissenschaftliche Denken lernen.
Vom intellektuellen Anspruch ist das Medizinstudium dagegen ein Lacher, nicht allerdings in der Bereitstellung von zerebraler Speicherkapazität zum Auswendiglernen. Das Studium selber habe ich mir als Pflegehelferin bzw. Sonderwache finanziert. Und ich habe im Studium dann viele “Ex-Klassenbeste” erlebt, die null soziale und emotionale Kompetenz aufzuweisen hatten – eine Korrelation ist möglich. Mir wurde oft gespiegelt, von Kollegen und Patienten, dass ich eine gute Ärztin bin, fachlich als auch menschlich (Typ betuttelnde Chirurgin), was mich natürlich glücklich macht. Ich denke nicht, dass eine 4,0 er Abinote die Fähigkeit z. B. zur TEP-Implantation beeinflusst.Geld ist mir immer noch relativ egal, Arbeitszeit auch, obwohl es jetzt im Alter schwieriger wird. Ich sehe den Arztberuf als Berufungf an, und da sind, früher wie heute, für meinen Geschmack immer noch zu viele Ungeeignete im Metier unterwegs…

Kristina Walker
Chirurgin

#30 |
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Prof. Dr. med. Frank Erbguth
Prof. Dr. med. Frank Erbguth

Man fragt sich, warum der Verfasser allein die Faktenlage so tendenziös verfälscht. Beim Studium light handelt es sich immerhin um das curriculum der Mayo-Klinik; “ohne große Zulassungshürden” bedeutet einen Zulassungstest mit nachfolgenden Auswahlgesprächen (Auswahl – Bewerberquote 1:10) und für die “horrenden” Studiengebühren gibt es Finanzierungsmodelle. Über die Lehrqualität kann man sich in den Studentenrankings informieren; da liegt in Deutschland die private Medizin-Uni Witten-Herdecke vorn und die lautesten Qualitätseinforderer auf Rangplätzen, die in der Bundesliga den Abstieg in die 2. Liga zur Folge hätten.

#29 |
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Arzt
Arzt

@PinkFloyd91, abgesehen davon, dass eine 1 in Bremen nichts wert ist, ein Abitur, besonders “naturwissenschaftlich” deutlich an Wert verloren hat,
geht es auch um um das Recht der freien Berufswahl;
also Selbstbestimmung gegen Fremdbestimmung, nicht unwichtig!!!
Ich hab die Schule nicht besonders ernst genommen und erst beim Studium richtig Gas gegeben. Die beiden Unis, bei denen ich mich beworben habe, haben mich sehr unterschiedlich beurteilt, damals gabs noch kein ZVS, die eine hat mich sofort genommen, wegen meiner guten naturwissenschaftlich-mathematischen Noten, die andere erst über die Reserveliste (1200 Bewerber für 250 Plätze) trotz gutem “Schnitt” wegen Latein 3 und Französisch 3, soweit ich mich dunkel erinnere, obwohl ich Sprachen liebe.
Ich hab trotzdem “die andere” genommen, weil sie meine Wunschuni war und dort ein super Staatsexamen abgelegt.
Junge “Mediziner” haben es nie leicht gehabt allein mit zeitlicher Belastung,
ich persönlich halte jedoch Flexibilität auch mit Teilzeitarbeit für absolut möglich bei etwas mehr gutem Willen, gerade in diesem Beruf.
Wochenende und Nacht grundsätzlich im Krankenhaus auszuschließen allerdings weniger! Notfälle gehören mit zum Beruf.

#28 |
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Prof. Dr. Eberhard Ehlers
Prof. Dr. Eberhard Ehlers

Das Studium der Medizin, Pharmazie oder der Rechtswissenschaften führt zu einem Staatsexamen. Es gab gute Gründe hier nicht auf ein Bachelor-Master-Studiengang zu setzen. Diesen Standard eines universitären Studiums mit in der Approbationsordnung festgelegten Kriterien sollte man – trotz zukünftigem Ärztemangel – nicht leichtfertig aufgeben. Private Hochschulen können eine gute Ausbildung anbieten, sie müssen sich aber den gleichen Kriterien für Prüfungen und Studienabschluss stellen. Ein “Studium mit minderen Qualitätsanforderungen” wäre abzulehnen.
Den Zugang zum Medizinstudium anders – nicht über die Abiturnote – zu gestalten, ist sicherlich möglich, löst aber in keiner Weise das Problem. Eine Universität, die 50 Plätze für Erstsemester hat, wird keinen Platz mehr anbieten können, gleichgültig ob die Abiturnote oder ein anderes Auswahlkriterium zur Zugang herangezogen wird. Wenn man mehr Mediziner braucht, muss man mehr Plätze für Erstsemester schaffen. Relativ einfach, aber teuer.
Wenn private Universitäten hier “Linderung” durch zusätzliche Studienplätze versprechen. sollte man dies begrüßen und nicht ablehnen. Man sollte allerdings dafür sorgen, dass die Qualität der Ausbildung gewährleistet ist.,

#27 |
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@ Frau Pommé : ich DANKE IHNEN für diesen Beitrag !!! Es wurde mal zeit , dass jemand genau dieses ” Problem ” anspricht !! Ich habe auch spät und mit schon vorheriger ( wissenschaftlicher ) Ausbildung und Arbeitserfahrung , die Ausbildung zur Ärztin begonnen und erfolgreich abgeschlossen …. Und ich wollte , wegen meinen Kindern, nicht nach 6 Jahren teurem Studium mich noch mal in die schlechtbezahlte Ausbildungstretmühle begeben ,die genau diese teilweise unverständlichen Arbeitspensen verlangt, wäre aber zu gerne direkt in einer Hausarztpraxis oder auch anderen Praxen als Assistent angefangen ( was damals ja auch ging ) …. Aber nööö !?? Geht nicht …. Ende vom Lied : ich mache heute etwas ganz anderes , als ich eigentlich wollte , verdiene mein gutes Geld und habe tatsächlich auch noch zeit für meine Familie ….
Und ich glaube aus den gleichen Gründen , Ausbildungshürden und Lebensumständen gehen hier in Deutschland jede menge hochmotivierte , talentierte Ärzte flöten , da sie in irgendwelche andere Berufe abdriften , die besser sozialverträglich sind ….

#26 |
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PinkFloyd91
PinkFloyd91

Ach wie schön, immer wenn ich solche Kommentare lese, muss ich an mein Psychologie/Soziologie Seminar denken: die kognitive Dissonanz.
Wunderbar wie sich die schlechten mal wieder über die Hürden beschweren, die sie nicht überwinden können. Ich will lieber nicht von einem Chirurg behandelt werden, der 3,0 im Abi hat, ganz ehrlich.

Abiturnote und Studienerfolg korrelieren miteinander. Wieso schlechte Schüler bessere Ärzte sind, ist genau so absurd wie umgekehrt. Da es mehr Studienbewerber als Plätze gibt, ist eine Änderung am Zulassungsverfahren auch gar nicht nötig.

#25 |
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Student der Humanmedizin

Zukünftiger Ärztemangel? Mehr als genug Studierwillige? Was folgt daraus? Zu wenig Ausbildungsplätze. Ich würde es persönlich zwar begrüßen wenn mehr “offzielle” Hochschulstudienplätze zur Verfügung stehen würden, was entweder mehr Studienplätze an den bestehenden medizinischen Fakultäten, oder mehr Universitäten die Medizin anbieten bedingen würde. Ich kenne die Situation nur aus München, da ist die Uni organisatorisch schon am Limit, so dass ich vermute dass mehr Unis wohl der realistischere Ansatz wäre. Fakt ist aber dass wir mehr Ausbildungsplätze brauchen, und da ist das im Artikel beschriebene Konzept zumindest mal ein Ansatz.

#24 |
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Dr. Elisabeth Pommé
Dr. Elisabeth Pommé

Landärzte fehlen? In D? Ich war 30 J. jung, als ich als Assistenzärztin angefangen habe, in der Schweiz. “Alt” für den Assistenzarztbeginn, aber mit der klinischen und menschlichen Erfahrung einer gut ausgebildeten Krankenschwester, die ich vor dem Studium abgeschlossen habe (also Studium auf dem 2. Bildungsweg, was damals nicht ganz solange Wartezeiten mit sich brachte) und an der Uniklinik während des Studiums mit viel Erfahrung stets auf dem neuesten Stand halten konnte. Das war vor 18 Jahren, da gab es noch das bescheuerte AIP in Deutschland. Mit 2 kleinen Kindern, die ich damals schon hatte, hatte ich keine Lust, zum Sozialamt zu rennen, um meinen mies bezahltes 60-70- oder gar 80-Stunden Wochenpensum auf zu bessern. Die Doktorarbeit hab ich mit ach und krach hingekriegt. In der Schweiz musste ich, zwar mit einem gutem Gehalt, wöchentlich zwischen 80 Stunden (selten 70 Stunden) bis einmalig erreichten 110 Stunden arbeiten. Ich hatte ein miserables Gewissen meinen Kindern gegenüber (¿spielt es da eine Rolle, ob man Vater oder Mutter ist?). Ich ging nach Spanien, weil ich ein “normales Arbeitspensum” suchte, ich landete in eine Privatpraxis. hauptsächlich für Touristen, aber auch als Hausarzt für hiesig wohnende deutsche. Mittlerweile habe ich auch viel Erfahrung im Akkordarbeiten als Hausarzt für die Spanier selbst im spanischen Gesundheitsdienst. Da ich mich nicht an die Ausbildungsvorschriften für die Facharztprüfung zum Hausarzt gehalten habe, und ich persönlich auch der Meinung bin, dass es früher auch ohne diese Prüfung ging (und noch ´ne Prüfung, und noch ´ne Prüfung, und noch´ne Prüfung…, wir Ärzte haben ja keine Familien und kein Privatleben), ist es für mich schwierig, aber mit zunächst grossem finanziellem Verlust machbar, zurück nach Deutschland zu kommen, um dort ein menschlicher Hausarzt mit viel Erfahrung zu sein. Ich wage tatsächlich von mir zu behaupten, es wurde auch von vielen Kollegen bestätigt, dass ich auch ohne die Facharztprüfung ein guter Hausarzt bin. Denn mit dem Uniabschluss hat man noch längst nicht alle Hürden geschlagen.

#23 |
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Ein NC macht keine guten Ärzte. Man sieht es am Niveau der Deutschen Medizin.
Im internationalen Vergleich sind wir untere Mittelklasse.

#22 |
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Studentin der Humanmedizin

Ich hatte eher immer das Gefühl, dass an den teuren Privatunis zumindest die Aufnahmekriterien strenger waren. Da finden Auswahlgespräche statt, es wird auf den Menschen etc. geschaut. So einfach ist da die Zulassung nicht. Für eine reguläre Uni bewirbt man sich über die ehemalige ZVS und wenn das Abi passt oder die Wartesemester, ist man drin. Und das Endresultat ist, dass Leute Medizin studieren, die nie Arzt werden sollen, vor allem Menschen mit psychischen Erkrankungen und ausgeprägtem Helfersyndrom, Menschen, die anderen einfach mal rumschnibbeln wollen oder Minderwertigskomplexe haben und diese dadurch kompensieren möchten.
In der Hinsicht könnten sich alle Unis mal eine Scheibe von den Privatunis abschneiden, denn ein Absolvent der Privatuni übt diesen Beruf mit höherer Wahrscheinlichkeit aus den richtigen Gründen aus und hat sich kein Studium erkauft, sondern hart erkämpft. Die Kontrolle an öffentlichen Unis müsste strenger sein, damit nicht jeder Hinz und Kunz auf die Menschheit loagelassen wird.

#21 |
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Gast
Gast

Kassel und Southampton, zweisprachig. Das wäre sicherlich besser als das universitäre Studium in Göttingen gewesen. Wer es sich leisten kann, hat anscheinend eine sehr gute Ausbildung. Vielleicht wird das universitäre Studium in Deutschland besser, wenn es gute Konkurrenz gibt.
Ich habe in Deutschland, Frankreich und England Medizin studiert und musste feststellen, dass bei uns das Studium lieblos und fern der Praxis war.

#20 |
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Arzt
Arzt

@Dr. med. Dipl.-Chem. H. Lichtnecker, die “Standespolitik” hat keinerlei Einfluss auf die Zahl der Uni-Ausbildungsplätze, ebensowenig auf die Zulassung ausländischer Ärzte, die nicht in Deutschland studiert haben!
Was Kostenträger und Gesundheitspolitik immer am meisten erfreut, wenn Ärzte sich untereinander selbst “kritisieren”, milde formuliert.

#19 |
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Dr. med. Dipl.-Chem. H. Lichtnecker
Dr. med. Dipl.-Chem. H. Lichtnecker

Hier wird von den Standesvertretern und Dünkelbotschaftern wieder mal das Kernproblem verkannt und die zukünftige und bestehende Ärzteschaft für blöd verkauft. Die Kritik an den privaten medizinischen Hochschulen ist aus meiner Sicht geprägt von einem Neidgedanken. So ist beispielsweise die Ausbildung in Ungarn qualifiziert, auf einem hohen Niveau und mehr als “gleichwertig”. Das Problem liegt doch in der unkollegialen und sinnlosen Verlängerungen von Krankenpflegepraktikum (kostenlose) Arbeitskräfte als Ersatz für den fehlenden Ersatzdienst, verlängerten Famulaturen und vor allem einer teilweise substanzlos. zu langen Facharztausbildung mit völlig überzogenen Inhalten (qualitativ und quantitativ). Wohl mit dem Sinn billige und abhängige Arbeitskräfte für das Krankenhaus zu gewinnen. Die (Standes)-Politik sollte sich schämen damit Jung-Mediziner in andere Fachgebiete oder ins Ausland zu verdrängen. Und das nach einem langen (zu langen) und kostenträchtigen Studium. Fehlende Ärzte rekrutiert man mit teilweise kritischer Ausbildung aus Drittländern.

#18 |
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Elisabeth Lohaus
Elisabeth Lohaus

Wenn man den vielen ausländischen Ärzten mit geringen deutschsprachigen Kenntnissen auf den Fluren deutscher Krankenhäuser begegnet, denkt man sogleich an den fehlenden NC. Darüber hinaus zweifelt ein Laie an deren adäquaten medizischen Kenntnissen. Etwas läuft hier gewaltig schief und wird auf dem Rücken der Patienten ausgetragen. Wie nahezu überall, spielt die Geldgier eine nicht zu übersehende Rolle.

#17 |
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Tom
Tom

Danke Zdenka für den Tipp! Wahrscheinlich würden meine Abi Noten sogar für D gut genug sein, aber das kann ja wohl nicht der Sinn der Sache sein, dass die Deutschen nach Ö studieren gehen und wir umgekehrt nach D?! Ich habe auch selbst schon mal kurz daran gedacht nach D zu gehen, aber ich bin 38 Jahre alt, hab in Ö meine Familie, Freunde, einen Job (der wahrscheinlich mit dem Med Studium nicht mehr machbar sein wird zugegeben), klar stellt sich hier die Frage, was bin ich bereit zu Opfern um meinen Traum zu verwirklichen?!
@Corina Glowka: sehr guter Einwand! Auch in Ö stehen wir vor demselben Dilemma, dass lang ausgebildete Akademiker in der Praxis einfach unbrauchbar sind, weil einfach zuviel Konzentration auf die Theorie und “Forschung” gelegt wird, aber die Praxis viel zu kurz kommt. Um das Problem zu beheben wird einfach noch mehr Theorie in das Curriculum gepresst, weil vielleicht wissen die Akademiker einfach noch zu wenig?! Oder wir kreiren noch teure Zusatzausbildungen hinzu, welche dann von Privatinstitutionen übernommen werden, damit sich das Rad der ewig Auszubildenen immer weiterdreht und alle daran verdienen können. Ich kenne dieses Spiel im Fachgebiet Psychologie nur zur Genüge, wo ein ganzer Wirtschaftszweig auf diese Zusatzausbildungen aufgebaut ist!!
Vielleicht wäre es an dieser Stelle auch mal angebracht in der Bildungsmisere die Lehre und den Facharbeiter anzupreisen?! Warum muss heute jede Person studieren? Vor 50 Jahren hatte Handwerk noch goldenen Boden und das ist auch heute noch gültig. Nur die Bildungspolitik pusht die Akademikerquote, wo in manchen Fachbereichen die Arbeitslosenquote in den Himmel ragt, erfindet NC und sonstige Zugangssperren, weil viel mehr studieren wollen, als es Plätze gibt, spart aber gleichzeitig am Bildungsbudget und beschneidet die Studienplätze immer weiter und die Qualität des Ganzen sinkt und sinkt. Das kann ja gar nciht funktionieren! Dafür holen wir uns die Facharbeiter und sonstige woran es uns selbst mangelt aus dem Ausland, weil wir selbst zu wenige davon haben. Wenn da kein Vorsatz dahinter steht, dann weiß ich nicht! Evtl. ist es aber auch einfach nur die blanke Unfähigkeit der verantwortlichen Politiker!

#16 |
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Bettina Vogel
Bettina Vogel

Ganzdavon abgesehen, daß ich von der Vergabe der Studienplätze nach NC nichts halte.
Es gibt Schulen, wo grundsätzlich die Abiturbesten bei soundso niedriger Abiquote im Bezirk keine Chancen haben, jemals den NC für ein Medizinstudium zu schaffen.
Manche geben dann fernab des Heimatortes auf eine andere Schule mit besseren Abischnitten, aber das ist auch nicht für jeden möglich.

#15 |
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Corina Glowka
Corina Glowka

Haben sich unsere Unis nicht das Problem selbst zu zu schreiben. Erst werden junge Menschen mit gutem Abi zu gelassen. Nachdem man ihnen das akademische Denken eingetrichtert hat, lässt man sie auf die Praxis in dem Fall auf den Pat los. Sie können jede Füssnote eines Fachbuches, nur anwenden Fehlanzeige. In der Praxis fehlt die Zeit und der Raum zum Lernen und das umzusetzen. Hier geht es nicht mehr darum zu Lehren sondern Leistung zu bringen. Wie häufig stehen junge Ärzte völlig überfordert auf Station und sollen Menschen helfen oder schlimmsten Fall ihr leben retten. Wenn dann nicht zufällig eine erfahrene Krankenschwester da ist, kann das schon zu ziemlich brenzligen Situationen kommen. Dann fehlt häufig die Zeit, das nach zu besprechen und daraus zu lernen. Denn die Fallzahlen oder Wechselzeiten müssen stimmen und die Kasse klingeln.
Zunehmend Frage ich mich, ob nicht der Aufbau des Medizinstudiums mal allgemein überdacht werden sollte. Nichts gegen Physiker, Biologien oder Chemiker, nur wissen diese häufig nicht, was Mediziner wissen sollten bzw. für die Praxis wirklich brauchen & schießen entweder maßlos übers Ziel hinaus oder es läuft genau ins entgegen gesetzte. Zugegeben bei den Anatomen, Physiologen und Biochemikern sieht es nur eingeschränkt besser aus. Warum macht man keine einheitliche Grundausbildung, wo man an den Organen direkt die Physiologie erklärt, die Patho und dann die Therapie der gängigsten Standkrankheiten. Dann lernen Sie die Spezialisierung nach den Fachrichtung mit dem entsprechenden Händling oder selteren Krankheiten dazu z. Bsp. beim zukünftigen Anästhesisten: ZVK legen, Arterie legen, intubieren etc, so das Sie in die Praxis kommen und das können. So käme es nicht mehr dazu, das der Oberarzt die schwierige Intubation macht, der der es lernen soll steht im Saal und leitet aus, nur damit die Wechselzeit stimmt. Sehr gut unser System ist mal wieder kläglich gescheitert, denn im Dienst kann es der Assistenzarzt nicht.
Nur mal um eine Möglichkeit auf zu zeigen, vll schneller fertige Ärzte zu bekommen. Denn 5 Jahre Theorie plus 1 Jahr PJ und diverse Famulaturen und noch nicht fertig, ist einfach zu lang. Erst dann machen sie ihre entsprechende Fachrichtung und das dauert günstigsten Fall 5 Jahre, dies ist eine kurze Facharztausbildung. Wir reden hier also von locker 12 Jahren. Nur warum, weiß dann ein fast Facharzt (4 Ausbildungsjahr zum Thoraxchirurgen) nicht das Novalgin auf den Blutdruck geht und möchte dann noch zu allem Überfluss Lasix damit der Pat ausscheidet. Da scheitert es an den Grundlagen. Das wird aber mit einer noch längeren Ausbildung auch nicht besser. Hier ist eine sinnvolle Gestaltung gefragt und nicht die Fähigkeit 12-14 Jahre in 6 Jahre zu stopfen. Das funktioniert schon nicht bei 3,5 Monate Präp Kurs an der Leiche, die komplette Anatomie zu beherrschen. Was passiert, es wird gelernt zum Termin und zum anschließenden Vergessen, weil sich kaum einer diese Stoffmengen behalten kann. Applaus wir fangen damit aber verdammt früh im Studium an.

#14 |
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Student der Humanmedizin

Auch ich finde es jedesmal höchst verwunderlich, dass bei jedem Artikel bezüglich der Zulassungshürden an Universitäten mit Studiengebühren immer umgehend unisono berichtet wird, dass diese de facto nicht bestehen würden, völlig ungeeignete Bewerber “ohne NC” einen Studienplatz erhalten würden, das Ausbildungsniveau weit unter dem an deutschen Universitäten liegen würde und die medizinische Tätigkeit dieser “Ärzte-light” schon bald die Allgemeinheit bedrohen wird. Damit wird nicht nur jeder Student an solch einer Universität völlig zu Unrecht sofort diskreditiert, auch zeigt es, dass die Autoren solcher Texte keinerlei Recherche betreiben. Statt mit reißerischen Berichten immer wieder ein Schreckgespenst zu skizzieren, würde ich stattdessen sehr gerne mal einen echten Bericht über die tatsächlichen Bewerbungsmodualitäten und Auswahlverfahren an solchen Unis lesen. Dass angesichts von über 30.000 Studienbewerbern jedes Semester die an den staatlichen Unis keinen Platz erhalten und eines Kontingents von künftig 50 Plätzen in Nürnberg und einigen hundert im Ausland, diese Studienplätze ausgerechnet an die ungeeignetesten Bewerber mit dem schlechtesten Abi und geringsten Sozialkompetenz gehen sollen, ist wohl nur für die Autoren logisch.Ich habe mir mal die Zeit genommen und die Informationsportale der entsprechenden Unis angeschaut. Es zeigt sich, dass dort lustigerweise jene Bewerber eine größere Chance haben, die eben nicht nur gute Schulleistungen, sondern auch darüber hinaus darlegen können, dass sie das nötige Interesse und Engagement haben. Sei es das FsJ im Pflegeheim, der Zivildienst im Rettungsdienst oder die Ausbildung zum Krankenpfleger. Ohne Motivationsschreiben war bei keiner Uni eine Bewerbung vollständig. Hochschulstart interessiert sich doch fast ausschließlich für das Abi. Jenseits von 2,x sind auch bei dem faireren ADH alle Türen verschlossen. Auch für die Bewerbung fallen bei vielen dieser Unis bereits Bewerbungskosten an, stimmt. Dafür hat der Bewerber aber meiner Meinung nach viel bessere Möglichkeiten darzulegen und zu beweisen, warum genau er der Richtige ist. Diese Argumentation alleine auf das gute Abi zu bauen, wird sicherlich schwieriger als bei Hochschulstart. Dass bei vielen Unis mit Studiengebühren dann auch oft noch ein Bewerbungsgespräch folgt, wurde ja bereits von anderen Kommentatoren berichtet. Warum im Vergleich dazu Hochschulstart die geeigneteren Bewerber auswählen soll, kann einem wahrscheinlich auch nur ein Autor eines solchen Artikels beantworten. Auch weiß ich nicht, warum das Studium in Nürnberg oder an anderen solchen Institutionen leichter sein soll. Gerade wegen der hohen Studiengebühren hat die jeweilige Institution doch einen größeren Anreiz, den Studenten nur dann durch die Prüfung und zum Abschluss zu lassen, wenn er es wirklich kann. Jeder Student der das Studienjahr verspätet abschließt, zahlt doch entsprechend länger. Auch finde ich es amüsant, dass hier einerseits gefordert wird durch neue noch zu entwerfenden Auswahlverfahren mehr Bewerber für den Landarztnachfolger zu finden und im gleichen Artikel solche Modelle zu verteufeln, die wie gefordert nicht nur auf das Abi schauen, aber die Frechheit besitzen, diese Lehre nur mit Studiengebühren anzubieten. Während nicht nur hier ständig vor dem “Dr.univ. xy”gewarnt wird und die Anrechnung von Bildungsabschlüssen innerhalb Europas verteufelt wird, habe ich noch keinen einzigen Artikel gelesen, der kritisch hinterfragt, welche Anforderungen Ärzte aus Nicht-EU-Ländern erfüllen müssen, um hier tätig werden zu können. Gerade hier bei uns im ländlichen Raum im Nachtdienst wird es immer schwieriger bei der Übergabe von Notfallpatienten einen Arzt zu treffen, der wirklich alles versteht. Nicht nur angesichts dieser Problematik freue ich mich über jeden Absolventen dieser neuen Institutionen und kann jedem jungen Menschen nur dazu raten, statt 6 und mehr Jahre auf die Zusage bei Hochschulstart zu warten, sein Glück auch bei einem der neuen oder alten Anbieter im In- und Ausland zu suchen. Inzwischen gibt es ja auch immer mehr finanzielle Fördermöglichkeiten (Siehe Angebote der Krankenkassen in Sachsen, Auslandsbafög, Stipendien, Studienkredite ) und die Aussicht über den Umweg Ausland schon nach dem Physikum zurück zu wechseln, nimmt den “horrenden” Studiengebühren auch schon wieder etwas an Horror. 6 Jahre “Warten” ist sicherlich nicht günstiger.

#13 |
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Student der Humanmedizin

Ich kann mich Pascal Müller und dem Artikel nur anschließen. Dieses Jahr sind es bei mir auch 12 Wartesemester mit einem Abi von 2,4. Während meiner Wartezeit habe ich auch die Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert und arbeite seitdem in der Onkologie.
Man benötigt eine hohe Frustrationtoleranz, wenn halbjährlich der Ablehnungsbescheid in den Briefkasten flattert. Aber Durchhalten ist die einzige Chance, die wir hierbei haben. Und wer es wirklich will, der hält auch durch !!!
Natürlich gibt es auch Stimmen, die sagen: “Hättest fürs Abi mehr lernen müssen!” Denen muss ich teils leider Recht geben. Auf der anderen Seite hat man da aber noch andere Dinge im Kopf ;-)
Die drastischen NC-Werte werden immer damit begründet, dass die Unis ja iirrrgenddeinnnee Grenze setzen müssen und so wenig Studienabbrecher wie möglich wollen (irgendwo verständlich). Rein theoretisch kommt einem 1,0er Kanididaten das zu Lernende in den Schoß geflogen, ich müsste Büffeln. Aber das nehme ich in Kauf, schließlich möchte ich genau diesen Job machen! Und ich möchte behaupten, dass meine Wartezeit (und auch die von Pascal) uns eines gelehrt haben: Sozialkompetenz – der Umgang mit dem Menschen, der hinter dem Patienten (oder mittlerweile besser: Kunden) steht.
Wie Pascal schon erwähnte, lasst uns unser gutes Abi mit 2,x schon durch die Vorauswahl fallen, sodass wir garnicht zu Auswahlgesprächen eingeladen werden. Somit entsteht tatsächlich der falsche Eindruck, die Zulassungschancen würden sich durch die AdH wesentlich verbessern.
Das Gerechteste aber auch genauso Utopischste wäre: Alle Anwärter einen Test o.ä. machen lassen, danach Auswahlgespräche – jedem die gleichem Chancen einräumen – unabhängig vom Abi. Hier kann ich auf der anderen Seite ein klein wenig verstehen, dass der logistische Aufwand immens wäre.
Und nebenbei: Zum Einklagen würde mir glatt das nötige Kleingeld fehlen, zumal ich auch gewiss kein Kind reicher Eltern bin.

Ich drücke uns Wartenden weiter die Daumen und hoffe für die nachkommenden Generationen auf Besserung!

So long!
Matthias

#12 |
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Petra Redenbach
Petra Redenbach

hallo Pascal Müller,ich schreib vom account meiner frau petra aus,bin Internist und Diabetologe nach 11Semestern wartezeit von 1973-1978!,bin jetzt 30!Jahre approbiert hab damals in Regelstudienzeit “durchgezogen” trotz angeblich schlechtem Schnitt,da hat sich ordnungspolitisch leider nichts geändert ,aber Sie müssen DURCHHALTEN,wir brauche solche Kollegen wie Sie!!!Ich habs nie bereut,ist mein Traumberuf immer noch,und wenn ich damals das Geld gehabt hätte,wäre ich auchauf eine “Privatuni” gegangen,was soll daran schlecht sein?das Ausbildungsniveau bestimmt nicht,dazu sind heutige tudierende in der Kritik viel zu selbstbewußt glaube ich,als daß sie sich eine teure aber qualitat. schlechte Ausbildung andienen lassen.

#11 |
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Petra Redenbach
Petra Redenbach

was heißt hier eigentlich “horrende Gebühren”,die deutschen Studiengebühren sind teils höher

#10 |
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Zahnärztin

Ein Tipp für Tom: Wenn die Abi-Note für die deutschen NC-Anforderungen reicht, kann man hier als EU-Bürger ganz bequem ohne eine Aufnahmeprüfung einen Medizinstudienplatz bekommen. Also: zweigleisig fahren und sich auch im Deutschland bewerben, falls die Aufnahmeprüfung in Wien nicht klappt…

#9 |
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Pascal Müller
Pascal Müller

Das System des Zulassungsverfahrens von Hochschulstart ist an sich einfach gesetzeswidrig und wirbt mit Chancengleichheit welche aber de facto nicht besteht! Ich habe ein mittelmäßiges 2er Abitur, habe einen Zivildienst und eine abgeschlossene Ausbildung als Krankenpfleger und arbeite nun seit einem Jahr auf einer Intensivstation dies bedeutet das ich nun schon 5 Jahre auf einen Studienplatz warte seit dem ich meine allgemeine Hochschulreife erworben habe! Und bis ich eine Zulassung bekomme werden voraussichtlich noch einmal 24 Monate ins Lande gehen. Dann habe ich länger auf eine Zulassung gewartet als die Regelstudienzeit beträgt! An sich meiner Meinung nach ein unfaires System, da man selbst fürs Auswahlverfahren der Hochschulen eine eins vorm Komma benötigt um zu Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden und immerhin generieren sich dadurch 50 % der Studienplätze .. Mit meinem Schnitt von 2,2 bleibt mir somit nur die Warteliste über die 20 % generiert werden was bedeutet nicht den Kopf in den Sand zu stecken und weiter darauf zu warten das irgendwann ein Bescheid im Briefkasten liegt mit einer Zulassung.

#8 |
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Dr. med. Rainer Mewes
Dr. med. Rainer Mewes

Paradox, daß man die Qualität dieser neuen Ausbildungseinrichtungen bezweifelt, andererseits aber “Ärzte” aus Vorderasien oder der ehem. Sowjetunion ohne weitere Prüfung auf die deutschen Patienten losläßt.

#7 |
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Gast
Gast

Ich bin seit ca. 10 Jahren ALS Aerztin fuer Innere Medizin in USA

#6 |
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Student der Humanmedizin

Paracelsus Medizinische (Privat)Universität -> PMU nicht PMP
Ansonsten kann ich mich den anderen Kommentaren nur anschließen!

#5 |
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Tom
Tom

Ich sehe das ähnlich wie Ralph. Weder Deutschland noch Österreich sind fähig und auch nicht willens hier ein geregeltes System mit einer ausreichenden Anzahl an Studienplätzen zu schaffen. Woran das liegt, kann ich nur rätseln, denn auch in Österreich fehlt es ja bekanntlich bereits an (Land)Ärzten. Eventuell liegts aber einfach auch nur am schnöden Mammon bzw. soll das System vielleicht sowieso in private Hände “ausgelagert” werden und die Paracelsus in Salzburg ist hier nur der Anfang – ähnlich den USA. Damit wäre es keine Kostenstelle mehr im Budget, sondern eine Einnahmequelle mit fetten Steuereinnahmen. Meine Situation: Ich bin Österreicher und bereite mich derzeit auf den MedAT vor, um in Wien Medizin studieren zu können. Was hier an Vorbereitungskursen, Lernmaterialien etc. bereits auf dem Markt ist, ich war fassungslos. Die reinste Abzocke! Das Niveau der Testergebnisse steigt von Jahr zu Jahr und damit auch das Aufnahmelimit für die Zulassung, was wieder mehr Leute veranlasst Kurse und Materialien zu kaufen. Ein Teufelskreis der sich munter weiterdreht und der € rollt. Von der Flut an Deutschen Studenten die wir in Österreich zu Ärzten ausbilden dürfen (zum Glück gibts hier noch die Quotenregelung), und die anschließend wieder nach D zurückkehren will ich hier gar nicht anfangen. In Summe ist in beiden Ländern erhöhter Handlungsbedarf von Nöten, der von staatlicher Seite aber nur der Formhalber diskutiert wird und ich denke das geschieht mit Absicht!

#4 |
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Gast
Gast

Der NC ist und bleibt absoluter Quatsch. Es sagt nichts über Wissen, Bildung oder ähnliches aus. Und schon gar nichts darüber ob man fähig ist Medizin zu studieren oder ein guter Arzt zu werden. Ich kenne so viele Vollidioten (auf Sozialer Ebene und auch Intelligenz mäßig) die wie auch immer gute Abiturnoten bekommen haben. Viele schaffen es mit auswendig lernen und das hat nichts mit Intelligenz zu tun. Das Herleiten und Verknüpfen macht die Intelligenz und das sind oft eher mittelmäßige Abiturienten…..

#3 |
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constanze hamatschek
constanze hamatschek

Entschuldigung, aber wo sind denn bitte diese Informationen her? An der paracelsus Uni kommt man mit viel Geld und wenigen Zulassungshürden rein? Hallo?! das ist eine Frechheit. Hat irgendjemand von den Autoren sich auch nur ansatzweise mit dem Aufnahmeverfahren dort beschäftigt? Der Test, den die da haben, ist in etwa wie der TMS, (der bei den staatlichen Unis teilweise hoch angerechnet wird) nur länger und zusätzlich wird noch naturwissenschaftliches Wissen abgefragt. Wer da besonders gut ist, kommt in ein Auswahlgespräch …und nur wer da quasi die “Hosen runter gelassen hat” was Bildung, Interessen und Neigungen angeht, kommt vielleicht rein. WENN er zu den besten 30% gehört. Da ist es doch nicht viel schwieriger, mit einem guten Abi (wo auch gute Noten in Musik, Kunst und Religion mit einbezogen werden) an eine Staatliche Uni zu kommen…
Aber das sei jetzt einfach mal in den Raum gestellt….

#2 |
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Student der Pharmazie

Die eigentliche Schande ist, dass es Deutschland nicht schafft und nicht schaffen will ausreichende Studienplätze zu schaffen. Das ist kein Problem der Medizin allein, die Bildungspolitiker haben sich mit dem NC abgefunden und leben fröhlich mit einem völlig unterfinanzierten Bildungssystem.

#1 |
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