Vitamin-D-Prophylaxe: Sonne tut’s auch

18. Juni 2014
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Viele Erkrankungen gehen mit einem erniedrigten Vitamin-D-Spiegel einher. Patienten profitieren jedoch meist nicht von einer vorbeugenden Einnahme des Vitamins. Dies bestätigen zwei kürzlich veröffentlichte Studien. Weitere Untersuchungen laufen noch.

Der menschliche Organismus braucht ausreichend Vitamin D für starke Knochen. Das Prähormon, das der Körper unter Sonneneinstrahlung zum Großteil selbst produziert und in geringen Mengen mit der Nahrung aufnimmt, ist außerdem an zahlreichen weiteren Vorgängen beteiligt. Daher verwundert es wenig, dass ein Mangel auch bei einer ganzen Reihe von Erkrankungen gefunden wird. So tritt beispielsweise Multiple Sklerose umso seltener auf, je näher man dem Äquator kommt, und auch Patienten mit anderen Autoimmunerkrankungen haben oft niedrige Vitamin-D-Spiegel. Doch Gleichzeitigkeit bedeutet nicht Kausalität. „Das ist wie mit dem Storch und den Babys“, sagt Professor Dr. Helmut Schatz, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), im Gespräch mit DocCheck. Wobei die meisten die Sache mit dem Storch eher akzeptieren, denn über die prophylaktische Gabe von Vitamin D wird nach wie vor heiß diskutiert.

Dass Neugeborene zur Rachitisprophylaxe Vitamin D und viele ältere Menschen zur Osteoporoseprophylaxe und -therapie Vitamin D plus Calcium (letzteres möglichst aus der Nahrung) benötigen, bezweifelt kaum jemand. An der Frage, ob gesunde Erwachsene es aber zur Prophylaxe einnehmen sollten, scheiden sich die Geister. Das Spektrum reicht von der Ansicht, bei Deutschland handele es sich um ein Vitamin-D-Mangelgebiet, bis hin zu der Auffassung, alles sei „im grünen Bereich“.

Keine Evidenz für den Nutzen

Derzeit gibt es keinen Beleg dafür, dass ein gesunder Erwachsener sein Risiko für Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs durch eine regelmäßige Einnahme von Vitamin-D-Tabletten vermindern kann. Zu diesem Ergebnis kommen auch zwei aktuelle Untersuchungen, die Anfang April im British Medical Journal erschienen sind. Die Autoren eines dort publizierten Reviews stellen fest, dass es trotz hunderter systematischer Untersuchungen und Metaanalysen keine Evidenz für den Nutzen einer präventiven Vitamin-D-Gabe gebe – nicht einmal für die Senkung des Frakturrisikos für die gemeinsame Gabe mit Calcium –, Assoziationen mit einer Auswahl von Outcomes seien jedoch möglich.

Auch eine weitere ebenfalls Anfang April dort publizierte Studie kann eine breite Supplementation von Vitamin D nicht empfehlen. Zwar registrierten die Wissenschaftler bei älteren Teilnehmern mit höheren Vitamin-D-Spiegeln eine niedrigere Gesamtmortalität. Es seien jedoch weitere Studien, etwa zur Dosis und zur Dauer der Gabe, erforderlich, schreiben die Autoren weiter.

Keine ‚Normwerte‘ beim Vitamin D

Die Diskussion erschwert, dass sich kaum bestimmen lässt, welche Vitamin-D-Spiegel als normal zu gelten haben und welche Konsequenzen sich jeweils ergeben. „‚Normwerte‘ gibt es wie bei allen Blutwerten auch beim Vitamin D nicht“, sagt Schatz. „Nur ‚Referenzwerte‘.“ Als optimal gilt hierzulande ein Calcidiol-Spiegel oberhalb von 30 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml), aber auch 20 bis 29 ng/ml reichen noch aus. Als insuffizient bezeichnet man 10 bis 19 ng/ml. Von einer Defizienz, spricht man erst bei Werten unter 10 ng/ml. Internationale Einigkeit besteht allerdings auch hier nicht. Manche US-amerikanischen Endokrinologen betrachten bereits Werte unter 20 ng/ml als schweren Mangel.

Dass hinter der Diskussion auch ein großer Markt steckt, leuchtet manchem nicht auf Anhieb ein, denn Vitamin-D-Tabletten kosten keine 3 Euro im Monat. Angeboten werden aber auch – unter anderem im Internet bestellbar für den Selbsttest zu Hause – wenig preiswerte Testkits zur Bestimmung des Vitamin-D-Status. Auch deren Nutzen darf mangels ableitbarer Handlungsempfehlungen bezweifelt werden.

Vitamin D: Sonne auf der Haut

So sieht Schatz keinen Grund, gesunden Erwachsenen ohne weitere Risikofaktoren auch bei Werten unter 20 ng/ml Vitamin-D-Präparate zu empfehlen. Regelmäßig möglichst 20 bis 30 Minuten Sonne auf Gesicht, Hände und Arme reichten aus, um ausreichend Vitamin D zu bilden. Auf Sonnenschutz sollte man in dieser Zeit allerdings verzichten, denn dieser hält auch den für die Vitamin-D-Produktion benötigten Teil des UV-Spektrums ab. Wer seine Haut weitestgehend mit Kleidung bedeckt – aus religiösen Gründen oder weil man Sonne und Sonnencremes nicht gut verträgt –, für den könne sich eine Vitamin-D-Supplementation aber durchaus eignen, sagt Schatz. Das gilt auch für ältere Menschen ab etwa 65 Jahren, besonders wenn sie aus gesundheitlichen Gründen die Wohnung kaum oder nicht mehr verlassen können oder in Pflegeeinrichtungen leben.

Die Diskussion bleibt spannend. Bereits ältere Studien ließen erwarten, dass es möglicherweise nicht eine Antwort für alle – beispielsweise Altersgruppen oder Ethnien – geben könnte. So zeigte eine bereits im Jahr 2010 erschienene schwedische Untersuchung an älteren Männern, dass nicht nur niedrige, sondern auch sehr hohe Vitamin-D-Spiegel mit einer erhöhten Krebsmortalität einhergehen können. Dass hingegen niedrige Spiegel allein möglicherweise noch keinen Risikofaktor darstellen, zeigte eine Studie, in der auch die Blutspiegel afroamerikanischer Teilnehmer bestimmt wurden. Obwohl diese niedriger lagen als bei den hellhäutigen Vergleichpersonen, hatten die dunkelhäutigen Teilnehmer eine höhere Knochendichte.

Laufende Studien

Seit gut vier Jahren läuft in den USA die VITAL-Studie (VITamin D and Omega TriAL) mit über 20.000 Teilnehmern. Frauen über 55 Jahre und Männer über 50 Jahre, bei denen zuvor weder Krebs, Herzerkrankungen oder Schlaganfälle diagnostiziert worden sein durften, nehmen daran teil. Geprüft wird, ob und wenn ja welche Wirkung eine regelmäßige Einnahme von Vitamin D hat. Je eine von vier Gruppen erhält entweder täglich 2000 Internationale Einheiten (I.E.) Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren oder beides. Eine vierte Gruppe erhält ausschließlich Placebos.

In der britischen VIDAL-Studie mit ebenfalls 20.000 Teilnehmern erhalten die Probanden der Verumgruppe monatlich 100.000 I.E. Vitamin D. Primäre Endpunkte sind Krebs, Herzerkrankungen und Schlaganfall, sekundäre Endpunkte unter anderem Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen und Infektionen. Erste Ergebnisse werden 2016 erwartet. Man darf gespannt sein. Nicht zuletzt haben schon früher Studien zu anderen Vitaminen unerwartete Ergebnisse gezeigt. Zur Erinnerung: Vitamin E kann in hohen Dosen die Schilddrüsenwerte beeinflussen. Und eine Studie zu Vitamin A/Beta-Carotin musste vorzeitig abgebrochen werden, da Raucher aus der Verumgruppe häufiger Krebs entwickelt hatten als aus der Placebogruppe, und so die Sterblichkeit in der Verumgruppe erhöht war.

Preiswerte Alternative zu Tests und Tabletten

Ein weiteres Ergebnis erscheint möglich: dass niedrige Vitamin-D-Spiegel weniger einen Risikofaktor darstellen als einen Marker dafür, dass mancher schlicht zu selten vor die Tür kommt. Die Empfehlung, die sich daraus ableiten lässt, klingt zwar wenig aufregend, könnte sich aber wieder einmal als effektive, unbedenkliche und preiswerte Alternative zu Tests und Tabletten erweisen: regelmäßige Bewegung an der frischen Luft.

189 Wertungen (3.92 ø)

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25 Kommentare:

Barbara Miller
Barbara Miller

Ich wundere mich, dass hier niemand bisher Vit K2 angesprochen hat (die Unsinnigkeit des Artikels möchte ich nicht auch noch kommentieren).

Nur Vit D zu substituieren ist ein Fehler – Vitamin D erhöht die Ca Aufnahme aus dem Darm und stimuliert unter anderem die Produktion von Osteocalcin im Knochen. Erst durch ausreichend hohe Spiegel von K2 wird auch das Osteocalcin sowie das Matrix-Gla-Protein aktiviert, die dafür sorgen, dass Ca aus Gewebekalzifizierungen und arteriellen Plaques herausgelöst wird und in Knochen und Zähne eingebaut wird. Ohne K2 landet Ca statt im Knochen nämlich genau da, wo es nicht hin soll – in Gefäßen und Gewebe (z.B. Niere).

Vit D und K2 sollten auch noch mit Vit A kombiniert werden, A und D wirken komplementär und müssen immer gemeinsam substituiert werden – die beschriebenen toxischen Wirkungen rühren daher, dass jeweils nur ein Vitamin ohne den Ausgleich des anderen verabreicht wurde.

Ich substituiere nach Laborbestimmung von Calcidiol, Calcitriol, Parathormon, Phosphat, Calcium, Mg intrazellulär, Ostase und Bor immer Vit D, A, K2 sowie evtl. Ca/Mg/Bor.

#25 |
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Michael Volke
Michael Volke

Zur Empfehlung von Prof. Schatz “Regelmäßig möglichst 20 bis 30 Minuten Sonne auf Gesicht, Hände und Arme reichten aus, um ausreichend Vitamin D zu bilden”:
Ich bin 60 Jahre alt, lebe auf ca. 50 Grad nördlicher Breite (Hessen) und ca. 100m über dem Meeresspiegel. Ich habe von April 2013 bis August 2013 einen entsprechenden Selbstversuch unternommen und an fast jedem Tag, an dem dies überhaupt möglich war, ein Sonnenbad mit grossflächiger Hautexposition (Badehose, Bestrahlung von Bauch und Rücken) bis jeweils kurz unterhalb der minimalen Erythem-Dosis genommen. In diese Zeit fiel ausserdem noch ein dreiwöchiger Urlaub im Hochgebirge auf 1800m mit also besonders hoher UV-Exposition, und an den Tagen ohne Sonnenbad habe ich Vitamin D3 in Höhe einer halben Erhaltungsdosis (für mich: 60 Mikro-Gramm) genommen.
Das Ergebnis war ernüchternd: Der Blutspiegel am 22. August lag bei 34 ng/ml, also nur knapp über der von mehreren Autoren genannten unteren Schwelle des Referenzbereiches (Wikipedia gibt den Bereich der “physiologisch sicher ausreichenden Versorgung” mit 30-60 ng/ml an).
Keinesfalls ist dieser Ausgangswert ausreichend, um während des Winterhalbjahres (Oktober bis März), in dem die Haut unabhängig vom Alter an meinem Wohnort kein Vitamin D mehr bilden kann, den Blutspiegel im physiologischen Bereich zu halten.
Nach meinen Erfahrungen würde ich die Aussage von Prof. Schatz allenfalls für 20-jährige für richtig halten, die mit ihrer Haut im Sommerhalbjahr noch ca. dreimal soviel Vitamin D bilden können wie 60-jährige.
Alle genannten, nicht-persönlichen Daten aus Wikipedia und “Vitamin D Update 2012” (Reichrath, Lehmann, Spitz), Dustri-Verlag

#24 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Das wichtigste Problem der laienhaften Substitution von “Nahrungsergänzung” allgemein und Vitaminen im Besonderen, ist die Interaktion wirksamer Stoffe untereinander ganz allgemein ähnlich wie bei Medikamenten auch bekannt.
Unbestritten ist sicher eine weitgehend blinde Vit.D- Gabe, ein bischen Vit.C ebenso wie Folsäure, wobei man schon hier auf den (im Alter) zunehmenden B12-Mangel achten muss. Alimentärer (+blutungsbedingter) Eisenmangel als weltweit häufigste Ursache für Anämie. Hier blockiert das Eisen kompetitiv die Resorbtion anderer Metalle wie Kupfer, was die Anämie gelegentlich verstärken kann.
Hier mehr zu publizieren wäre ein lohnendes Feld für die DGE, statt Nahrungsergänzung in Bausch und Bogen abzulehnen,
was lediglich ein bischen “bequemer” ist, möglicherweise aber der noch schädlicheren Pharmatherapie hilft.

#23 |
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Uta Appoltshauser
Uta Appoltshauser

Der Verfasser dieses Artikels sollte sich mal mit den Studien befassen die klar ausweisen dass es einen Zusammenhang zwischen den niedrigen D Werten und einer Vielzahl von Erkrankungen gibt. Um nur ein Beispiel zu Nennen: die Schilddrüse kann genug Hormone produzieren wenn das D fehlt um die Speicherform zu aktivieren entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion die mit keinem herkömmlichen Diagnostischen Mittel festzustellen ist da alle Blutparameter im Normwert liegen aber dennoch das Hormon größtenteils unwirksam ist. Dann entsteht das klinischen Bild einer Schilddrüsenunterfunktion und keiner glaubt den Patienten ihre Beschwerden, Weil ja die Blutwerte stimmen!

#22 |
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Nichtmedizinische Berufe

Sehr geehrte Leser,

vielen Dank für Ihre zahlreichen Kommentare. Bitte beachten Sie dabei jedoch die Netiquette.

Ihre DocCheck News Redaktion

#21 |
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Jürgen Schuster
Jürgen Schuster

Ein ungewöhnlich schwacher Artikel, der – wie schon kommentiert – einen Großteil internationaler Forschung außer acht läßt. Man kann Frau Pues nur empfehlen ihren eigenen Spiegel testen zu lassen.
Es könnte ihrer Gesundheit sonst schaden, sich auf die DGE zu verlassen….

#20 |
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Sehr geehrte Frau Pues,
zum medizinischen Journalismus gehören Ehrlichkeit und Qualifikation. Ich möchte hier keine Tatsachen wiederholen, sondern auf die Kommentare von Herrn Boss Frau Friedrich und Herrn Bayerl verweisen. Dieser Artikel hat hier bei DocCheck nichts zu suchen. Gut jedoch, dass es sich einige Kollegen Zeit nehmen, um diesen Unsinn zu kommentieren.

#19 |
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Heilpraktiker

Hallo zusammen,
ich habe viel zu Vitamin D gehört. War beim Vitamin-D-Update in der Charite´ 2013 dabei, durfte im Rahmen meiner Tätigkeit als Medizinjournalist viel darüber schreiben. Es ist mit Vitamin D wie mit allem: Die Dosis macht´s. Nebenbei spreche ich immer wieder mit erfahrenen Klinik-Chefärzten, die Vitamin D einsetzen. Jeder bestätigt, dass sich 25-OH-VIt.D3 Werte über 50 ng/ml, eher 80 ng/ml, bei vielen Patienten sehr positiv auswirken. Und ich kann es aus der eigenen Praxis seit 2,5 Jahren ebenfalls nur bestätigen. Vielleicht haben Sie ja Interesse an meinem Artikel, der längst mit großem Interesse gelesen wird. Eines dürfte jedem klar sein: Nur mit Vitamin D ist nicht alles machbar. Es ist wie mit allem. Doch der obige Artikel über Vitamin D ist mir alles andere als geheuer. Nur mit Sonne… ist heute halt Quatsch. Einfach Unwissen. Übrigens: Keine Tabletten, sondern bitte Öl. Aber lesen Sie vielleicht mal selbst. Über diese Seite kommen Sie zum vollständigen Artikel: http://www.naturheilbund.de/index.php?id=3&akt=29&ants=1369146180&from=6

#18 |
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Ich empfehle für die höheren Dosierungen das: Vigantol Öl von der Fa. Merckserono, allerdings nur auf Rezept erhältlich, am besten im 10er Pack, dann kostet ein Fläschen mit 20.000 IE/ml (=500 IE/Tropfen) nur 3 Euro (ab Juli wieder in den Apotheken erhältlich). Oder die Dekristol Kapseln 20.000 IE/Kps..
Vitamin D sollte immer mit fetthaltigen/ölhaltigen Lebensmittels eingenommen werden. Die freiverkäuflichen Aldi/Drogerie-Produkte taugen nichts und enthalten nur die für Säuglinge empfohlene Dosierung!

#17 |
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Ich schliesse mich voll und ganz der Antwort von Dr. Valeske an:

“DocCheck argumentiert: Journalisms ist eine Dienstleistung. Es stellt sich somit fast zwangsläufig folgende Frage: Frau Pues, in wessen Dienst stehen Sie?
Daß Sie die Aussage eine Mediziners zur zentralen Aussage Ihres Artikels machen ohne die überwältigende Mehrheit anderer Studien zu würdigen, diese sogar in Frage stellen (sind denn alle, die vernünftige Vitamin-Dosierungen empfehlen blöd?) bedarf eines riesigen Fragezeichens.”

Dass auch Fachgesellschaften meinungsmäßig oft Jahre hinterherhinken ist ja nicht neu: dies bestätigt auch die Aussage Ihres zitierten
Professor Dr. Helmut Schatz, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).
Die zitierten Studien haben Vitamin D in zu niedrigen Dosierungen supplementiert. Kombipräparate mit Calcium werden sowieso nicht empfohlen! Stand der Wissenschaft ist, dass bei jedem Patienten anhand des Vitamin-D Spiegels eine individuelle Aufsättigungsdosierung und auch Erhaltungsdosierung berechnet werden soll. Dies wurde in den Studien nicht durchgeführt! Bei Rauchern wird Vitamin D schneller abgebaut als bei Nichtrauchern, dies sollte ebenfalls berücksichtiget werden. Es gibt auch Erkrankungen wie z.B. Sarkoidose bei denen von einer Supplementierung abgeraten wird. Bei Hauterkrankungen gibt es aktuelle Studien, die hervorragende Ergebnisse mit hochdosierter Vitamin-D Supplem. bei Psoriasis und Vitiligo belegen! Es geht nicht darum zu zeigen, dass viele Erkrankungen mit einem erniedrigtem Vitamin D Spiegel einhergehen, weil Vitamin D Mangel ein weit verbreitetes Problem ist, sondern dass sie sich signifikant bessern bzw. abheilen unter einer Vitamin D Therapie!
Ich empfehle zu diesem Thema das Buch von Dr. Helden zur Vitamin D Therapie und die vitamindcouncil.org Homepage. Die sind informationstechnisch etwas weiter als die Kollegen der Endokrinologischen Gesellschaft. So leid es mir tut!

#16 |
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Weitere medizinische Berufe

Wissenschaftlich nicht erforscht heist auch umgekehrt nicht erforscht.
Die Empfehlung aus USA und UK
Sind ein D3Wert von ca. Mindedtens
30 bis 60 ich habe meinen D Wert
messen lassen bein Blutuntersuchung.
Das Labor hatte schon diese Soll Werte! Mein Wert war 15 obwohl ich
Viel in der Sonne war.
Nach Beratung habe ich dann täglich
20.000 iE eingenommen bis ich 50 hatte Hinweis:monatlich nimmt det Wert um 20 % ab das sind beim je
Monat 10000. Folge ich muß auch diese Menge wieder zuführen
Seit 2 Jahren mache ich das so und
Fühle mich gut.
Frage:”Ist Wissenschaftlich nachgewiesen warum ein Fahrad nur
Mit runden Rädern fährt?”

#15 |
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Bernhard Pitzal
Bernhard Pitzal

Schade, dass hier immer nur das 25-Hydroxy-Vitamin D betrachtet wird. Das hiervon laut Literatur weitgehend unabhängige 1,25-Dihydroxy-Vitamin-D3 ist die aktive Form des Vitamin D. Interessant ist hierbei, dass als Referenzbereich für Kinder von 1,5 bis 12 Monaten 24 – 194 pg/ml
2,5 bis 16 Jahre 29 – 100 pg/ml und
> 16 Jahre 16,3 – 81 pg/ml genannt werden.
Bei (der Autoimmunerkrankung) Psoriasis liegt gerade um 18 Jahre herum eine Häufung für das erstmalige Auftreten. Gerade auch die bei Psoriasis wirksame UV-B Therapie führt zu einem Anstieg beider Vitamin D Serumspiegel.

#14 |
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DocCheck argumentiert: Journalisms ist eine Dienstleistung. Es stellt sich somit fast zwangsläufig folgende Frage: Frau Pues, in wessen Dienst stehen Sie?
Daß Sie die Aussage eine Mediziners zur zentralen Aussage Ihres Artikels machen ohne die überwältigende Mehrheit anderer Studien zu würdigen, diese sogar in Frage stellen (sind denn alle, die vernünftige Vitamin-Dosierungen empfehlen blöd?) bedarf eines riesigen Fragezeichens.
Ich möchte hier nicht die völlig richtigen Argumente meiner Vorredner wiederholen.
Aber es ist Fakt, daß die Vitamin-D-Versorgung bei uns zu gering ist. Wir gehen nur mit Händen und Gesicht an die Sonne. Und auch das nur begrenzt, sonst gibt es ja Hautkrebs. Das reicht nicht aus. Laborwerte bei Patienten zeigen regelmäßig zu niedrige Werte (unter 30 ng/l). Und bei entsprechender Substitution geht es ihnen subjektiv (u.a. antidepressiver Effekt von Vit D) und objektiv (Verbessserung anderer Laborwerte, nicht nur des Vit-D-Serumspiegels) besser. Aber ich wiederhole jetzt hier ja doch alles vorher gesagte. Weil’s einfach richtig ist. Auswirkung auf Knochen, Herz-Kreislauf, Krebs, Stimmung, Autoimmunerkrankungen … Aber wirklich nicht solo …
Wie schon gesagt.

#13 |
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Claudia Olson
Claudia Olson

Ich schließe mich den letzten beiden Kommentaren und denen von Dr. Bayerl vollumfänglich an!

#12 |
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Ich darf mich auch mehr oder weniger nahtlos einfügen: Beide Studiendesigns habe ihren Haken, weil sie eben nicht individuell dosieren i.S. von Ausgangsuntersuchung – Monitoring etc.
Die so behandelten Patienten – es geht also nicht um Gesunde und eine Prophylaxe – zeigen ab Serumspiegeln über 140 nmol/l. symptomatische Verbesserungen, man kann aber auch objektiv Verbesserungen feststellen (z.B. Schubreduktion bei schubweise verlaufenden Autoimmunopathien, Laborwerte etc.).
Früher herrschte, was Orthomolekularmedizin angeht, eher eine kritisch-ängstliche Stimmung (so meine Beobachtung), deswegen bin ich sehr froh, heute hier einige positie Kommentare zu lesen.
Herzliche Grüße

Dirk-Rüdiger Noschinski

#11 |
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Kerstin Seiferheld
Kerstin Seiferheld

Das Problem ist doch hier in Mitteleuropa nun auch mal die im Jahresdurchschnitt betrachtete mangelnde Sonnenscheindauer bzw unsere mangelnde Möglichkeit einer suffizienten Exposition, bedingt durch unsere Lebensweise und andere Faktoren.
Sicherlich ist die beste Empfehlung erst einmal, sich möglichst viel im Freien auszuhalten, aber das ist eben 1.) oftmals nur in eingeschränktem Maße realisierbar und 2.) einfach auch nicht ausreichend.
So halte ich es mit meinen Patienten auch: Laborkontrolle und kontrollierte Supplementierung.
Die Erfahrungen sprechen für sich, die Patienten fühlen sich rasch “besser” , sowohl körperlich als auch psychisch. Somit kann ich die Erfahrungen des Kollegen des Vitamindelta-Projekts ( http://www.vitamindelta.de) , Dr Raimund von Helden, nur bestätigen.

#10 |
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Vielen Dank für das Fazit. Regelmäßig Bewegung an der frischen Luft ist sicherlich gut. Und Nebenwirkungen muss man auch nicht fürchten. Allenfalls Gewichtsregulation und Besserung des Allgemeinbefindens ;-)

#9 |
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Gast
Gast

bei all den interessanten und richtigen Ausführungen darf man auch noch bedenken, dass Vit. D kein Vitamin, sondern ein Hormon ist. Somit kann man die gelaufenen Studien mit Vit. E und Provitamin A keinesfalls mit den laufenden “D”-Studien vergleichen.
weiteres gutes Buch im D-Bereich ist von Professor Spitz.
Auch eine gut informierte Diätassistentin kann sich auskennen.

#8 |
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Gast
Gast

Die Metaanalyse im Lancet 1/2014 die der Vitamin D Substitution seine Wirkung abspricht hat zwar nicht die geforderten 5% Mortalitätssenkung (Signifikanz) erbracht, zeigt aber eine positive Tendenz Richtung 3% Senkung. Wir reden hier immerhin von Mortalität! Harte Endpunkte! Vielleicht waren die Autoren der Studie zu ambitioniert was den kurzen Beobachtungszeitraum von 4 Jahren glaub ich waren es angeht. Vitamineffekte sind langfristige Effekte.
–> Ein Auto fährt auch mit Lackschaden noch einige Jahre aber rostet eben irgendwann durch…

#7 |
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Heilpraktiker

Ich finde bei Patienten regelmäßig Werte unter 10ng/ml. Die werde ich weiterhin mit entsprechenden NEMs substituieren. Mir selber tuts einfach gut. Mein Buchtipp: Heilkraft D von Nicolai Worms. Viel Spaß dabei!

#6 |
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Dr Bayerl hat insgesamt recht. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

#5 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Hallo Herr @Dipl.oec.troph./Ing. Philipp Rädel,
im Prinzip richtig, nach meiner bescheidenen Beurteilung wird es dann zu viel Calzium, das (bei Aldi) halt immer dabei ist, ein Thema für sich. Früher hat man ja fast nur Calzium genommen. Sicher ist eher Calcium (alleine) unwirksam auch in hoher Dosierung als Vit.D alleine.
Schlimmer, im höheren Alter, in dem man oft nur noch weniger isst, kann das schaden, es gibt tatsächlich eine Calziumüberdosierungsosteoporose, die pathophysiologisch durch einen relativen Phosphatmangel ausgelöst wird, der dann aus dem Depot Knochen nachgeliefert wird.

Es gibt da noch die Niereninsuffizienz und die dadurch ausgelösten Störungen wie Hyperparathyreoidismus, etc. so dass man nicht nur den Vit.D Spiegel sehen muss.
Es lohnt sich dann schon eher mal zum Dr. zu gehen.
Also mehrere Aldi-Tabletten kann ich wegen dem zuviel Calzium darin nicht empfehlen.
Andererseits bekommt man das Vit.D auch rezeptfrei (2 Firmen), die Kasse zahlt es eh nicht,
die zahlt lieber Antirheumatika und künstliche Gelenke wegen Arthrose :-)
Vielleicht will das die DGE auch???

#4 |
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Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe

“Also alle die bei Aldi die DGE-dominierten Unterdosierungen kaufen, haben keinen Nutzen daraus, man muss schon zur Apotheke laufen.”

@DrBayerl: Oder einfach 2-3 Aldi-Tabletten einnehmen. ;-) !

#3 |
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Heilpraktiker

Zustimmung zu Dr. Bayerl. Das Ganze ist auf jeden Fall wohl eher eine politische, denn eine medizinische oder wissenschaftliche Diskussion.

Es ist wie immer: Für jede Studie dagegen kann man eine dafür anbringen. Wichtig ist es daher, sich die Studien näher anzuschauen. Manche Studienansätze schreien geradezu danach, keine oder bestimmte (erwünschte?) Ergebnisse zu erzielen. Man darf tatsächlich gespannt sein auf die Resultate der genannten laufenden Studien.

Die Frage der Referenzbereiche ist, wie immer, eine schwierige. Es scheint aber eine ausreichende Studienlage zu geben, die auf eine Untergrenze von etwa 30ng/ml (75 nmol/l) hindeutet, wobei ein “Optimum” demzufolge wahrscheinlich höher liegt, allgemein wird dafür ein Bereich von 40-60 ng/ml (100-150 nmol/l) genannt. Von der Toxizität ist man dabei noch weit entfernt (ab 150ng/ml bzw. 375 nmol/l ???).

Übrigens, Randbemerkung: Die DGE selbst hat in der Nationalen Verzehrstudie von 2008 festgestellt, daß ein Gutteil der Bevölkerung ihre Zufuhrempfehlung aus der Ernährung nicht erreicht. Und das war bevor die DGE sich (vermutlich aufgrund zwingender Datenlage) genötigt sah, Anfang 2012 die Zufuhrempfehlung mal eben zu vervierfachen auf 800 IE/d.

Im Artikel wird auch wieder darauf abgestellt, daß jemand Vitamin-D-Pillen verkaufen will. Ja, es ist ein Markt. Man stelle sich aber vor, daß der Verkauf äußerst kostengünstiger Vitamin-D-Präparate zu einer signifikanten Verringerung der Inzidenz (schwerer) (chronischer) Erkrankungen führen würde. Wessen wirtschaftliche Interessen kämen da wohl eher ins Spiel?

“… mangels ableitbarer Handlungsempfehlungen …”: Es gibt ganz klare Handlungsempfehlungen: Keine Selbsmedikation. Vernünftiger Umgang mit der Sonne, individuelle laborvalidierte Supplementierung (Sekundärprävention), wo erforderlich. Was ist daran so schwierig?

Ich werde mich weiterhin auf umfangreiche internationale Erkenntnisse, Erfahrungen von Kollgen und eigene Erfahrungen stützen, um laborvalidiert meinen Patienten individuell die notwendige Supplementierung anzubieten. Die Entscheidung trifft dabei letztlich immer der Patient. Ich kann nur versuchen, möglichst umfassend zu informieren und Vorschläge zu machen.

Man sollte aber bedenken, daß nicht nur Vitamin D alleine zählt. In einer orthomolekularen Medizin spielen viele andere Faktoren eine Rolle. Das ist ein Konzert, kein Solo. Vielleicht liefern ja auch deswegen manche (viele?) Studien keine vernünftigen Ergebnisse: Es wird monokausal untersucht, Zusammenhänge mit andere Faktoren der Biochemie werden von den Methoden nicht erfaßt.

Eine Hypercalcämie tritt, aus meiner Sicht, wenn man nicht um Größenordnungen zu hoch dosiert, nur in Verbindung mit anderen Erkrankungen und/oder weiteren Mangelzuständen auf. Aber dafür arbeiten wir ja ganzheitlich.

#2 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Die Info des fehlenden Wirkungsnachweis von Vit.D ist schlicht falsch!
Auch hier ist es eine Dosisfrage.
Ich kann den Kampf der DGE gegen diese Erkenntnis kaum noch hören, so peinlich ist er. Selbstverständlich sind Blutspiegel relevant (>30 nmol/L 25(OH)D) und unwirksam ist cum grano salis alles unter 1000 IE/Tag. Also alle die bei Aldi die DGE-dominierten Unterdosierungen kaufen, haben keinen Nutzen daraus, man muss schon zur Apotheke laufen.
Bei Kindern fragt man einen Kinderarzt und keinen Ernährungsexperten aus Deutschland.
Die European Food Safety Authority (EFSA) hat noch 2012 die ungefährliche Obergrenze:
“Tolerable Upper Intake Level of vitamin D” auf 250µg (10.000 IE) gesetzt
auf Grund zahlreicher Studien mit z.T. noch deutlich höheren Dosierungen ohne Nebenwirkung (Hypercalzämie).

Das “Problem” der DGE ist also sicher nicht die Obergrenze,
sondern die zu niedrige Untergrenze.
Und das seit vielen Jahrzehnten!
Die DGE hat was gegen JEDE “Nahrungsergänzung”!
Das ist unwissenschaftliche Ideologie.

mfG

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