Stammzellforschung: Aufstand der Embryonäre

16. Juni 2014
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In ganz Europa sammelten die selbsternannten Lebensschützer der Bürgerinitiative „Einer von uns“ Stimmen und forderten die EU auf, keine Projekte zu fördern, „bei denen menschliche Embryonen vernichtet werden“. Doch die EU-Kommission setzt weiter auf Stammzellforschung.

Die Bürgerinitiative „Einer von uns“ will durchsetzen, dass EU-Gelder für Stammzellforschung und Abtreibungen in der Entwicklungshilfe verboten werden. Mit Hochdruck haben sie in den vergangenen Monaten Stimmen gesammelt und eine Woge des Protests ausgelöst. Zu den Unterstützern der Initiative gehören laut den Initiatoren Papst Franziskus, Kardinal Meissner, Volker Kauder oder Julia Klöckner, Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rheinland-Pfälzischen Landtag. Die formelle Hürde für ein Begehren hatten sie schnell übertroffen. Eine Million EU-Bürger aus mindestens sieben der 28 Mitgliedstaaten müssen eine Initiative unterstützen, damit sie von der EU-Kommission gehört werden kann. „Einer von uns“ sammelte fast zwei Millionen Stimmen. Ähnlich erfolgreich war bisher nur die Kampagne „Right2Water“, die sich gegen die Privatisierung der Wasserversorgung aussprach.

Ethische Grundsatzdebatten

In katholisch geprägten Staaten wie Italien, Spanien und Polen hatte die Aktion den größten Zulauf. In Deutschland sammelten sie mehr als 170.000 Stimmen. Vor allem sorgte hier jedoch der Vorsitzende  der Bürgerinitiative Tobias Teuscher für Diskussionen. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk stellte der Politikwissenschaftler die Behauptung auf, die EU-Familienpolitik einiger Parteien setze auf die Förderung von Homosexualität als Leitkultur, fördere pädophile Umtriebe und die Masturbation im Kindergarten. Nachdem der Moderator die Thesen unkommentiert ließ, kritisierte auch der Sender das Fehlen journalistischer Professionalität.

Die Initiative selbst hält sich mit solchen Thesen zurück. Sie will vor allem eine ethische Grundsatzdebatte auslösen. Wann entsteht Leben? Darf mit embryonalen Stammzellen geforscht werden? Und sollte es in der Hand der Mutter liegen, ob aus einer befruchteten Eizelle ein Kind heranwächst?

Keine europaweiten Regelungen

Europaweite Regelungen dazu gibt es bislang nicht. Während etwa Großbritanniens Regelungen zur embryonalen Stammzellforschung recht liberal sind, darf in Deutschland daran nur noch unter strengen Auflagen und mit einer Stichtagsregelung geforscht werden. Das Embryonenschutzgesetz verbietet es, Embryos zu einem anderen Zweck als einer Schwangerschaft zu erzeugen. Embryonale Stammzellen dürfen nur eingeführt werden, wenn sie vor Mai 2007 und aus Embryonen gewonnen worden sind, die ursprünglich zur künstlichen Befruchtung erzeugt worden sind. Auch Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch legt jeder EU-Staat selbst fest. Erst kürzlich wurde in Spanien heftig protestiert, als die Regierung das Abtreibungsgesetz verschärfte.

EU-Kommission setzt embryonale Stammzellenforschung fort

Zweimal durften die Initiatoren in Brüssel ihr Anliegen vortragen. Vor einer Woche kam die Antwort der EU-Kommission. Und die fiel deutlich aus: Die EU will keinen Gesetzesvorschlag machen, der die Finanzierung von embryonaler Stammzellenforschung verbietet. Máire Geoghegan-Quinn, EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, erklärte hierzu: „Die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament haben sich aus gutem Grund darauf geeinigt, die Forschung in diesem Bereich fortzusetzen. Embryonale Stammzellen sind einzigartig und bieten das Potenzial für lebensrettende Behandlungen, die bereits in klinischen Versuchen erprobt werden.“

Die Kommission verfolgt nach eigenen Angaben nicht das Ziel, nur wissenschaftliche Arbeiten zu finanzieren, bei denen menschliche embryonale Stammzellen verwendet werden. Vielmehr fördere sie die Forschung zur Behandlung von Krankheiten wie Parkinson, Huntington oder Diabetes.

Keine wirklichen Angriffspunkte

Zwischen 2007 und 2013 unterstützte die EU 27 Kooperationsprojekte im Gesundheitssektor, bei denen menschliche embryonale Stammzellen verwendet wurden, mit insgesamt 156,7 Millionen Euro. Die Gesamtausgaben für Forschung im Gesundheitsbereich beliefen sich im gleichen Zeitraum auf rund 6 Milliarden.

Von der EU unterstützte Projekte werden zudem mehrfach kontrolliert. Sie müssen mit den Gesetzen des Landes im Einklang stehen, in dem sie durchgeführt werden. Mit Hilfe eines Peer-Review-Verfahrens werden sie wissenschaftlich und ethisch geprüft. Außerdem dürfen EU-Mittel nicht zur Gewinnung neuer Stammzelllinien oder für Forschungsarbeiten verwendet werden, bei denen Embryos zerstört werden.

Eine Stiftung atmet auf

Erleichtert über die Entscheidung zeigte sich auch Jeremy Farrar, Direktor des Wellcome Trust: „Die Stammzellforschung bleibt eine der vielversprechendsten Forschungsgebiete der Biomedizin. Jeder Vorschlag, die Forschungsförderung auf diesem Gebiet zu beschränken, hätte negative Auswirkungen auf die Gesundheit.“ Der Welcome Trust ist nach der Bill Gates Stiftung die zweitvermögendste Stiftung, die auch medizinische Forschung unterstützt.

Doch nicht nur an ihrer Forschungsförderung hält die EU fest, auch die Forderung, Entwicklungshilfe stärker zu reglementieren, stieß auf Widerstand: „Noch immer sterben zu viele Frauen aufgrund von Komplikationen während der Schwangerschaft und bei der Entbindung“, sagte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs. Deshalb habe die internationale Gemeinschaft als eines der Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) festgelegt, auf die Senkung der Müttersterblichkeitsrate hinzuarbeiten. Ziel der Zusammenarbeit mit Entwicklungshilfeorganisationen sei es jedoch, dass Schwangerschaftsabbrüche erst gar nicht nötig seien.

Das Komitee von „Einer von uns“ hat derweil angekündigt, die Entscheidung der Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg anzufechten.

42 Wertungen (4 ø)

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23 Kommentare:

Ärztin

Vielen Dank, Herr Warnke #18, für Ihren sachlichen und erläuternden Beitrag.

Leider scheint es nicht möglich zu sein, gewisse Themen ruhig und rational zu diskutieren. Gleich erheben zig Leute ein wildes Schreien, am lautesten die, die sich nicht die Mühe gemacht haben, sich an unabhängiger Stelle zu informieren und so teilweise nicht einmal das Subjekt ihrer Aufregung genau kennen (Embryonen vs. befruchtete Stammzellen, Vernichten vs. für Forschung nutzen, das Wesen der Forschung an sich etc.).

So ist eine konstruktive Auseinandersetzung jedenfalls nicht möglich.
Bedauerlich für einen Staat/eine Staatengemeinschaft, die von sich behaupten, an der Spitze der Wissenschaft zu stehen und Politik und Wissenschaft von kirchlichem Einfluss freizuhalten. Völlig absurd von Päpsten und Kardinälen, sich in die Belange der Forschung einmischen zu wollen.

#23 |
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Ich muss sagen egal wie man zu diesem Thema steht und was man über ” Einer von uns” denkt, dies ist kein objektiver Journalismus. Ich bin enttäuscht über solche Stimmungsmache, diese hilft bei der Diskussion des Themas sicherlich nicht.

Und wie Schwangerschaftsabbrüche der Müttersterblichkeit helfen sollen, ist mir ehrlich gesagt etwas schleierhaft. Keine Schwangerschaften heißt natürlich auch keine sterbenden Mütter, aber wo die nächste Generation dann herkommen soll, bleibt offen.

#22 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Ja unserer menschenfreundliche Regierung und das Mittelalter,
da fällt mir doch glatt das neue Gesetz 2012 über die Erlaubnis der kindlichen Beschneidung, allerdings merkwürdigerweise nur Jungs, ein,
sind die noch klein genug,
dann auch ohne Arzt und ohne Narkose.
§ 1631d
Beschneidung des männlichen Kindes

vom 20.12.2012 (BGBl. I S. 2749) m.W.v. 28.12.2012.

(2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen, wenn sie dafür besonders ausgebildet und, ohne Arzt zu sein, für die Durchführung der Beschneidung vergleichbar befähigt sind.

IN DEUTSCHLAND!!!

#21 |
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Dr. rer. nat. André Voges
Dr. rer. nat. André Voges

@Susan Wolf “Ich finde es grundsätzlich schrecklich, Geld für Dinge auszugeben deren Sinn noch nicht einmal bekannt ist. …” – Ja gut, dann bräuchte man nur sämtliche Forschungsetats auf allen Gebieten auf Null zu reduzieren. Kolumbus wäre nie ins Unbekannte aufgebrochen und Darwin hätte vielleicht daheim in England einer Spottdrosselzucht das Apportieren beigebracht.

#20 |
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Seit Kirchen und Öko-Klerus mit vereinten Kräften die Wissenschaft domestizieren gibt selbst die Wendekanzlerin, Physikerin ihres Zeichens, klein bei. Wissenschaftler wehrt euch! Die Professorenpartei AfD könnte sich mittelfristig zu einem Korrektiv zum Öko-Bio-Wahn entwickeln.

#19 |
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Reinhard Warnke
Reinhard Warnke

Sehr geehrte Kommentarschreiber/Innen

als ALS-Erkrankter im fortgeschrittenen Stadium bin ich über die Entscheidung der EU äußerst erfreut und unterstütze eine sofortige Abschaffung des Therapieverbotes für embryonale Stammzellen. Ich selbst habe den von der EU beauftragten Professor des Graduate Institute of International and Development Studies/ Geneva vor Ort kennen gelernt, der über mehrere Jahre die Szene der Therapieentwicklung mit embryonalen Stammzellen in Indien observiert und begleitet und auch mit den Patienten intensiv bespricht. Damit besteht eine von Anderen nicht verfügbare Basis für eine sachgerechte Entscheidung der EU. Wer etwas anderes behauptet muß seine Reputation vorlegen!

Als lebendes Beispiel zweier stattgehabter embryonalen Stammzelltherapien kann ich sagen: Nur mit den embryonalen Stammzelltherapien, zeitweise in Dreifachdosierung, habe ich überlebt.
Formulierungen wie “Die Forschung mit EMBRYONALEN Stammzellen ist dagegen in einer Sackgasse” und „Denn aus Embryonen gewonnene Stammzellen haben den eklatanten Mangel, dass sie genetisch nicht mit dem Empfänger (= Patienten) übereinstimmen, also von dessen Organismus abgestoßen werden“ zeugen von wesentlicher Unkenntnis der weltweiten Entwicklung in Forschung und Therapie.
Zur Fortbildung sei auf die mehr als 1000 Patienten hingewiesen, die allein in einem indischen Krankenhaus, mit embryonalen Stammzellen, die im Jahre 2000 isoliert wurden und seit dem vermehrt werden, behandelt wurden. Zur Klarstellung: Eine befruchtete Blastozyste hat mehr als 1000 Patienten geholfen. Alle Patienten die ich dort gesehen und gesprochen habe, manche waren schon über mehrere Jahre sieben Mal dort, zeigten selbst bei intravenöser oder intrathekaler Injektion von embryonalen Stammzellen keine einzige Abstoßungsreaktion. Keiner dieser Patienten ist an einem Tumor erkrankt. Behandelt wurden im Wesentlichen Menschen, mit lebenslimitierenden Erkrankungen, für die es keine kausale Therapie gibt (z.B. ALS) oder gab. Querschnittsgelähmte bis hoch zu C3(australischer Rugbyspieler), nachgewiesene Neuroborreliosen (junge Frau 18 Jahre, jungen Mann 24 Jahre, beide komplett ausgeheilt) im weit fortgeschrittenen Stadium, ALS (ich, älterer Mann) und andere chronische, nach schulmedizinischer Sicht nicht mehr behandelbare Erkrankungen. Es können nur Behandlungen vorgenommen werden, wenn die indische Ethikkommission nach Prüfung, der Behandlung zustimmt. Einziger Nachteil: Keine Krankenkasse übernimmt die doch erheblichen Kosten, obwohl in Deutschland stationäre „off label use- Behandlungen nach BSG-Rechtsprechung bezahlt werden müssen.
Grundsätzliches.
Die sachliche Feststellung “Embryonale Stammzellen werden aus der Blastozyste isoliert und nicht aus dem Embryo” trifft es genau. Im Reagenzglas befruchtete weibliche Eier haben keine Seele, keinen Geist aber einen „Körper“ und sind ohne Implantation in einen Uterus, als Mensch, nicht lebensfähig. Das „menschliche“ Leben beginnt also mit der Einnistung eines befruchteten Eies in einen Uterus.
Alle die denken Sie hätten die besten Argumente für oder gegen embryonale Stammzelltherapie sollten nur dann mit Ihrer Meinung gehör finden, wenn sie mindestens mit zehn Betroffenen verschiedener Erkrankungen gesprochen haben, oder einen Tag mit diesen Menschen gelebt haben. Eine Forderung nach Orientierung an schon vorhandene Erfolge und Therapien weltweit würde wohl unsere gesellschaftlichen Honoratioren(auch Mediziner), Politiker und Glaubensträger überfordern, das zeigt die Vergangenheit deutlich. Frau Huber mit Ihrer Bemerkung „die Menschen, die ‘Einer von uns’ unterstützt haben, u.U. mehr Herz und mehr Hirn haben“ wäre eine Fortbildung anzuraten, zu der ich gerne bereit bin. Denn die Menschen die ihr eigenes Kapital einsetzen, ohne Unterstützung der universitären Medizin und Sozialsysteme in die sie eingezahlt haben, um als lebendes Beispiel irrige oberflächliche Meinungen der „ewig Gestrigen“ zu widerlegen, sind die wahren Pioniere unserer Zeit im Rahmen der medizinisch sinnvollen Entwicklung, speziell der embryonalen Stammzelltherapie. Die oben genannte junge Frau macht heute eine Ausbildung und der junge Mann hat sein Studium wieder aufgenommen. Sie werden in der Zukunft viele Jahre unsere Gesellschaft und Sozialsysteme unterstützen, obwohl sie per Gesetz von einer sinnvollen Behandlung in Deutschland ausgeschlossen wurden.

Reinhard Warnke
ALS-Erkrankter und dank embryonaler Stammzelltherapie lebender
reinhard.warnke@gmx.de

#18 |
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Gast
Gast

pardon in#16 war natürlich #6 angesprochen,
@g.steinert, vielen Dank für ihren wichtigen Beitrag.

Ebenso irrational ist die dumpfe Anti-Gentechnik Argumentation,
die uns z.B. das Humaninsulin geschenkt hat.

Grundsätzlich ist auch die Entfernung eines lebensgefährlich vereiterten Wurmfortsatzes (Blinddarm) ein “Eingriff” in “die Natur”,
der jahrhundertelang nicht nur vom Papst, sondern auch im Islam verboten war.

#17 |
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Gast
Gast

zu#13 bitte “ein Embryo” fein säuberlich von einer nicht implantierten Eizelle unterscheiden!!! Auch ein Spermium ist begrenzt lebensfähig und wird NICHT geschützt, siehe #2!!!
Von einem “Embryo” spricht man nur bei einer ERFOLGREICH im Uterus eingenisteten Eizelle,
für die meisten Bioethiker der Beginn individuellen Lebens.
Eine Minderheit sieht das allerdings erst NACH der Trennung von der Mutter, also der Geburt. Dem muss man ja nicht folgen OBWOHL der Gesetzgeber die Abtreibung von Embryos NICHT unter Strafe stellt.
Und Sie machen sich große Sorgen um die NICHT implantierte Eizelle?
Sorgen welcher Art????
Abtöten?
ja das ist fürwahr eine tolle Sorge,
sofort töten.

#16 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich finde jeder der hier was zu diesem Thema zu sagen hat sollte sich einmal vorher gründlich informieren. Und zwar beide Seiten, Beführworter und Gegner der embryonalen Stammzellforschung. Wussten Sie z.B. dass bei einer künstlichen Befruchtung die überzähligen Eizellen welche nicht implantiert werden bei uns per Gesetz vernichtet werden müssen und nicht mal diese dürfen bei uns für die Forschung eingesetzt werden. Auf der anderen Seite gibt es genügend Diskussionen ab wann man von “Leben” sprechen kann. Embryonale Stammzellen werden aus der Blastozyste isoliert und nicht aus dem Embryo. Eine Blastozyste ist noch kein Embryo. Bei der embryonalen Stammzellforschung geht es übrigens auch nicht immer um das unmittelbare Heilen bestimmter Krankheiten. Embryonale Stammzellen gehören zu den frühesten Zellen unseres Lebens, aus Ihnen kann sich ein komplett neuer Organismus entwickeln. Der Erkenntnisgewinn für die Forschung ist enorm, wussten Sie z.B. das embryonale Stammzellen und Tumorzellen ähnlich funktionieren. Ich bin für ganz klare ethische Grenzen in der embryonalen Stammzellforschung. Die Bestimmungen wie Sie derzeit sind, sind meiner Meinung nach gut durchdacht. Und ja ich war selbst embryonaler Stammzellforscher und wende jetzt mein erhaltenes Wissen in der Krebsforschung an.

#15 |
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Dr. Ulrike Hammer
Dr. Ulrike Hammer

“Volker Kauder oder Julia Klöckner”- Wie geht das denn?
U. Hammer

#14 |
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g.steinert
g.steinert

ich finde es diskriminierend für uns parkinsonerkrankte von wegsperren und isolieren zu reden.
hat auch nur einer, der hier mitdiskutiert zb parkinson ? weiss wie es ist wenn man im eigenen körper gefangen ist, als alkoholiker angesehen wird, nicht mehr schlucken oder reden kann ?
das alles können die embryonen die, wenn sie benutzt werden, nicht mehr als ein zellhaufen sind, nicht.
wieso werden die embryonen die bei künstlichen befruchtung überzählig, also zuviel sind, vernichtet ? lieber vernichtet als für die wissenschaft der krankheiten benutzt ?
diese diskussion hatten wir 2001 schon und sie kommt immer wieder auf weil es menschen gibt, die die erkrankten lieber ausssondern möchten und embryonen lieber vernichten statt auf ihre hilfe zu bauen

#13 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Rosa Huber was wollen Sie denn nun sagen:
alle nicht in einen Uterus implantierbaren Eizellen müssen getötet werden?

#12 |
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Rosa Huber
Rosa Huber

Sehr geehrte Frau Simon, der Artikel strotzt vor Überheblichkeit. Glauben Sie nicht, dass die Menschen, die ‘Einer von uns’ unterstützt haben, u.U. mehr Herz und mehr Hirn haben, wie die Befürworter? Nachdem heute ein Egoismus ohne Grenzen gezüchtet wird, treten diese als Kämpfer für andere – für unsere nachfolgende Generation auf, lassen sich für blöd verkaufen, angreifen, beschimpfen? Vielleicht denken Sie mal darüber nach! Können Sie mir sagen, was die Stammzellforschung bisher gebracht hat?
Schon oft habe ich mich gefragt, wieso die Menschen, die anderen das Leben absprechen – den im Mutterleib heranwachsenden Kindern – nicht abgetrieben worden sind. Dann hätten wir diese Diskussion nicht.
Mit freundlichen Grüßen
R. Huber

#11 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Stammzellen gibt es auch im Nabelschnurblut des Neugebohrenen,
wir haben das beim letzten Kind einer spezialisierten Uniabteilung kostenlos gespendet.
War das falsch?

#10 |
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Gast
Gast

@Susan Wolf Sie verwechseln Embryos mit NICHT implantierten befruchteten Eizellen.

#9 |
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Gast
Gast

Ein guter Beitrag. Die Kombination von “Abtreibungsverbot” und Verbot von “Stammzellforschung” ist in sich widersprüchlich, das weis jeder der mit dem (teuren) Problem der “künstlichen” Befruchtung mal konfrontiert wurde.
Wer also ernsthaft für “Leben” und Nachwuchs plädiert, sollte beim letzten, keine fragwürdigen Hürden aufbauen, die Deutsche zwingen dafür ins Ausland zu reisen.

#8 |
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Herr Friedemann Gillert
Herr Friedemann Gillert

Sehr geehrte Frau Simon,
die Verwendung der Konstruktion “selbsternannt” wird zumeist herabsetzend verwendet. Mit Wissenschftsjournalismus hat das wenig zu tun, eher mit unterschwelliger Stimmungsmache.
Mit freundlichem Gruß
Friedemann Gillert

#7 |
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Susan Wolf
Susan Wolf

Ich finde es grundsätzlich schrecklich, Geld für Dinge auszugeben deren Sinn noch nicht einmal bekannt ist. Also wozu könnten embryonale Stammzellen denn bitte sinnvoll sein? Krankheiten zu verhindern??? Es ist doch totaler Quatsch. Früher wurden behinderte oder kranke Menschen einfach isoliert oder sogar getötet, nachdem sie geboren oder erkrankt sind. Heutzutage sind wir kein Stück besser, nur das wir bereits im Mutterleib damit beginnen, damit es für alle Beteiligten “nicht so schlimm” ist. Wohin haben wir uns denn entwickelt seit 1900? Ich finde wir haben keinen einzigen Zentimeter gewonnen. Mit 5 Wochen “schlägt ein Herz” und mit 12 Wochen ist es ein fertig angelegter Mensch, der noch wachsen und sich entwickeln muss. Ich finde es also absolut katastrophal einen solchen kleinen Mensch für Forschung zu missbrauchen. Klar hat bisher jede großartige Forschung ihre Opfer bringen müssen, aber doch bitte nicht so, und schon gar nicht ohne klare Zielvorstellung. Die dafür aufgebrachten Gelder, könnten wesentlich sinnvollen eingesetzt werden: hohe Sterblichkeit der Gebärenden in Afrika und weiteren Ländern, endlich mal eine konkrete Studie zum Gesundheitszustand zwischen geimpften und ungeimpften Menschen, Ungefährlichkeit einer normalen Geburt, Krebsentstehung und und und. Ich denke es gibt genügend Aufgabengebiete denen man sich sinnvoller widmen könnte.

#6 |
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Rainer Beckmann
Rainer Beckmann

Tendenziös und journalistisch primitiv sind vor allem die Überschrift und das “erläuternde” Bild! Menschen, die sich für den Schutz der frühesten Phasen des Menschenlebens einsetzen als “Embryonäre” zu bezeichnen, ist nicht gerade ein Zeichen von Ausgewogenheit. Vor allem nicht in einer Überschrift über einem Bild, das eine geballte Faust zeigt, die eine Wand durchschlägt!

#5 |
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Johannes Reinders
Johannes Reinders

DocCheck hat die Aufgabe, zu informieren, nicht mehr und nicht weniger.
In diesem Artikel nimmt Frau Simon jedoch offensichtlich Stellung PRO Abtreibung
und gegen die Unterschriftenaktionen.
Stammzellenforschung funktioniert genauso gut ohne das Töten von Embryonen,
jede Plazenta ist dafür geeignet.
Deshalb möchte ich entschieden gegen diese einseitige Tendenz protestieren,
die aus dem Artikel von Frau Simon spricht.

#4 |
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Ich möchte hier eines klarstellen: es gibt einen Riesen-Unterschied zwischen Forschung mit embryonalen und mit adulten Stammzellen – letztere wird im Artikel gar nicht erwähnt, weshalb der falsche Eindruck entsteht, “Einer von uns” wäre gegen Stammzellforschung.

Die Forschung mit ADULTEN Stammzellen ist bereits recht weit fortgeschritten und es gibt hier bereits einige medizinische Anwendungen am Menschen. Es gibt hierbei keine ethischen Problem, denn die Stammzellen werden vom Patienten selbst oder z.B. aus Blut oder Nabelschnurblut gewonnen, dabei stirbt niemand. Und es gibt auch keine Abstoßungsreaktionen, vor allem, wenn die Stammzellen vom Patienten selbst stammen. Außerdem hatten sie bereits erfolgreich in einem “ausgereiften” Organismus gelebt, kennen daher Grenzen und neigen nicht zur Tumorbildung. Niemand hat etwas gegen Forschung mit adulten Stammzellen, auch nicht die Initiatoren von “Einer von uns”.

Die Forschung mit EMBRYONALEN Stammzellen ist dagegen in einer Sackgasse – und hier gibt es auch noch keine einzige Anwendung beim Menschen und es ist auch noch keine in Sicht. Denn aus Embryonen gewonnene Stammzellen haben den eklatanten Mangel, dass sie genetisch nicht mit dem Empfänger (= Patienten) übereinstimmen, also von dessen Organismus abgestoßen werden. Will man das umgehen und genetisch identische Stammzellen herstellen, bräuchte man zuerst die extrem aufwändige Technik des Klonens. (Also Entnahme des Zellkerns einer Körperzelle des Patienten, Einbringen in eine entkernte Eizelle, den so entstandenen Embryo zunächst wachsen lassen und dann die Stammzellen entnehmen, was nicht ohne Zerstörung des Embryos geht.) Außerdem stammen die Stammzellen aus einem noch nicht ausgereiften und rasch wachsenden Organismus, neigen also zu unkontrollierter Zellteilung und damit Tumorbildung. Und für diese beiden Probleme gibt es bisher keine Lösung, deswegen gibt es auch keine Therapien bisher.

Es ist also nur sinnvoll, dieser wissenschaftlichen Sackgasse, die zudem nicht ohne den Tod von Menschen (Embryos) auskommt, die Fördergelder zu streichen. Stecken wir das EU-Geld in die weitere Forschung mit ADULTEN Stammzellen.
Oder in eine Entwicklungshilfe, die wirklich die Situation vor Ort verbessert. Die hohe Müttersterblichkeit ist schlimm, aber sie liegt an insgesamt unzureichender medizinischer Versorgung (fehlende Hebamme /know-how, fehlende Medikamente, keine Bluttransfusionen, kein erreichbares oder völlig unzureichendes Krankenhaus u.s.w.). Abtreibung ist keine sinnvolle Lösung für diese Probleme.

Geld ist überall knapp. EU-Fördergelder in sinnvolle und lebensrettende Projekte zu stecken und nicht in todbringende und fruchtlose Forschung oder Praktiken, DAS war das Anliegen von “Einer von uns”.
Das leuchtet hoffentlich jedem mit gesundem Menschenverstand ein.

#3 |
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Dr. med. Jens Freiburg
Dr. med. Jens Freiburg

so ein halber Empryonenanteil geht schon bei jeder Masturbation verloren!

#2 |
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Cindy Bretschneider
Cindy Bretschneider

Ich kann langsam diese Grundsatzdebatten nicht mehr hören und lesen.
Sie sind ohne Zweifel angebracht, aber meiner Meinung nach sind die Redensführer meistens nicht von Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Chroea Huntington betroffen. Mich würde mal interessieren, wie sich ihre Ansicht ändert, sobald sie erfahren, dass eine dieser furchtbaren Krankheiten plötzlich zu ihrer Familieanamnese gehört.

#1 |
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