Homöopathie-Studium: Master of Verdünnung

11. Juni 2014
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Im bayerischen Traunstein schlägt ein Studiengang zum „Bachelor of Science Homöopathie EUH“ hohe Wellen. Nach umfangreichen Vorbereitungen kam das überraschende Aus – durch massive Kritik der Gegner, aber auch durch Schwächen im Zulassungsverfahren.

Ein Blick zurück: Bereits Anfang 2011 nahmen Vertreter der Europäischen Union für Homöopathie (EUH) Kontakt zur Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB) auf: einer privaten, staatlich anerkannten Hochschule mit Promotionsrecht in Berlin, die in ihrer Gesamtheit nie vom Wissenschaftsrat akkreditiert worden ist. Erklärtes Ziel der Alternativmediziner: die Entwicklung eines speziellen Studiengangs „Bachelor of Science Homöopathie“.

Jenseits aller Kontrollen

Wie SHB-Präsident Professor Dr. Johann Löhn berichtet, durchläuft jeder neue Studiengang einen standardisierten Prozess. Alles beginnt mit der Erstellung einer Studien- und Prüfungsordnung und der Gründung eines Steinbeis-Transfer-Instituts – bislang sind es rund 170 an der Zahl. Weiter geht es mit einem Beschluss des Hochschulrats und einer Genehmigung durch die Berliner Senatsverwaltung. Senatsvertreter führen jedoch keine inhaltliche Bewertung durch – das sollte beim Akkreditierungsverfahren geschehen. Ist die Hochschule selbst nach geltenden Standards etabliert, wird auch der Akkreditierungsrat respektive dessen Agentur beim neuen Studiengang zustimmen. Damit hat sich ein System zur wissenschaftlichen Kontrolle in weiten Teilen selbst ausgehebelt. Umso kontroverser wird in der Öffentlichkeit diskutiert.

Handverlesene Studien

Befürworter des Studiengangs verweisen vor allem auf eine Metaanalyse des schwedischen Arztes Robert Hahn. Er kritisiert, der oft zitierte Beweis der Unwirksamkeit von Homöopathika halte wissenschaftlichen Prüfungen nicht stand. Vielmehr hätten Forscher 90 Prozent aller klinischen Studien ignoriert und nicht kommentiert. Zum Hintergrund: Bereits 1997 fand Klaus Linde 119 randomisierte, placebokontrollierte Vergleichsstudien. Er nahm 89 in seine Metaanalyse auf und erhielt 2,45 als Odds Ratio gegenüber Placebo. Aijing Shang führte später Funnel Plots an, sprich grafische Auswertungen, die einen Verdacht auf Publikationsbias nahe legten. Deshalb schloss er etliche Veröffentlichungen aus. „Falls ein entsprechender Bias bei der Analyse berücksichtigt wurde, gab es schwache Hinweise für eine spezifische Wirkung von homöopathischen Mitteln, aber deutliche Hinweise auf spezifische Effekte der konventionellen Eingriffe“, resümierte Shang. „Dieser Befund ist mit der Vorstellung, dass die klinischen Effekte der Homöopathie Placebo-Effekte sind, kompatibel.“ Robert Hahn entgegnete: „Um den Schluss ziehen zu können, dass Homöopathie einer klinischen Wirkung entbehrt, müssten 90 Prozent der vorhandenen klinischen Studien außer Acht gelassen werden. Alternativ müssten fehlerhafte statistische Methoden angewendet werden.“

Richtige Daten, falsche Schlüsse

Gegner des geplanten Homöopathie-Studiengangs, allen voran die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften (GWUP), befassten sich mit den zitierten Veröffentlichungen. So hat GWUP-Mitglied Dr. Norbert Aust Hahns Arbeit im Detail kommentiert. „Die Vorbehalte, die Hahn den Metaanalysen entgegenbringt, sind aus meiner Sicht nachvollziehbar und berechtigt“, so Aust. „Die Problematik liegt allerdings nicht darin, dass Studien ausgeschlossen wurden, sondern dass hierfür die falschen Kriterien verwendet wurden.“ Seiner Ansicht nach fließt die Richtigkeit der Studienausführung, insbesondere Datenermittlung und -auswertung, bislang nicht in die Bewertung der Qualität ein. „Auch wenn man Hahns Kritik an den Metaanalysen akzeptiert; das, was die Homöopathen aus der Arbeit herauslesen, steht aber ganz offensichtlich nicht drin“, kommentiert der Kollege in seinem Blog. „Dass die Arbeit zu dem Fazit käme, dass die meisten Studien zu einem positiven Ergebnis kämen, ist schlicht nicht zutreffend.“

Die Schlacht geht weiter

Mit der rein fachlichen Argumentation ließ es Aust jedoch nicht bewenden. Parallel zu seinen Ausführungen kontaktierte er Landrat und Oberbürgermeister. Sein Argument: Um akademische Grade zu verleihen, fehle die staatliche Legitimation. Dieser Weg erwies sich als Sackgasse – bei der neuen Akademie hätten Artikel 76 und 86 des Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) gegriffen: Träger außerhalb des Freistaats sind durchaus berechtigt, Studiengänge zu etablieren und Titel zu verleihen. Davon ließ sich der GWUP-Vertreter nicht beirren. In einem offenen Brief kontaktierte er die Berliner Senatsverwaltung. Sein Credo: „Überprüfen Sie die Freigabe des Homöo-Studiengangs!“

„Die sachliche Ebene verlassen“

Vom medialen Shitstorm überrascht, zog die Steinbeis-Hochschule Berlin ihre Konsequenzen. „Inzwischen hat die Diskussion über diesen BSc die sachliche Ebene verlassen“, kritisiert deren Präsident Johann Löhn. „Für diese Ebene steht die SHB nicht zur Verfügung.“ Ende März wurden deshalb alle weiteren Planungen auf Eis gelegt. Eine entsprechende Information ging an die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Rein formal gilt deren Zustimmung aber nach wie vor. Löhns Resümee: „Es muss innerhalb der akademischen Community geklärt werden, ob ein Studiengang Homöopathie in dem Katalog der inzwischen inflationären Anzahl von Studiengängen, die durchaus nicht immer den Eindruck von wissenschaftlichem Hintergrund vermitteln, ein Platz für Homöopathie ist.“

191 Wertungen (4.14 ø)

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443 Kommentare:

Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Dr. Bayerl

Es ist eher so, dass wir als Zwerge auf den Schultern von Riesen stehen, die vieles für uns schon vorgedacht haben.

Was wollen Sie mit diesem Satz sagen?
Etwa dass wir uns auf altes Wissen besinnen sollen?
Alles was wir heute über Leben wissen, wurde mit Physik und Chemie im weitesten Sinn erklärt. Von diesen Erklärungen ist auch das Funktionieren eines ” Bewusstsein” und die Systemerhaltung nicht ausgeschlossen. Nur eines möchte ich mit erlauben noch anzumerken, dass kein System auf ewig gleich bleibt sich auf ewig erhält.
Die Evolution lehrt, dass kein teleologischer Zweck und kein teleologisches Ziel notwendig ist , um Leben besser als jemals zuvor erklären zu können.
Zecke und

#443 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dr. Habisch
zu#1) Der “Wärmetod” erlaubt kein menschliches Leben gleichzeitig am Äquator und am Nordpol. Es soll sogar Menschen geben, die den Aufenthalt im Weltraum überstanden haben. Das zeigt eine weitere Eigenschaft von “Leben”, die mit physikalischen Grundgesetzen NICHT erklärbar ist, die AUTONOMIE von Systemen.
Die gedankliche Erkenntnis liegt darin, dass physikalische Gesetze zwar wirksam bleiben, aber das Systemverhalten nicht erklären können.

zu #2) Ein perpetuum mobile hat nichts mit Abnahme von Entropie zu tun, die Sie bei Photosynthese schlicht zur Kenntnis nehmen müssen.

zu #3) Ich habe nur auf eine gemeinsame Eigenschaft innerhalb von “Systemtheorie” hingewiesen, die heute in zahlreiche Fächer unterteilt ist, ohne eines davon zu nennen. Beispiel einer “Systemeigenschaft”, die der Mensch mit allen Warmblütern teil, ist die genannte Regulation einer rel. konstanten Körpertemperatur unabhängig von der Außentemperatur.

Eine “Dosis/Wirkungs-Kurve” zeigt bei einer Dosis von 0 auch eine Wirkung von 0
#438 köstlich!

zu#379 Zitat:
“Wissenschaftliche Entwicklungssprünge sind in der Vergangenheit immer davon begleitet gewesen, dass grundlegende “Wahrheiten” über Bord geworfen wurden.”

Naturwissenschaft und Philosophie spricht nicht von grundlegenden “Wahrheiten”, sondern von “Erkenntnissen”, wobei die (nicht menschengemachte) Logik des Aristoteles in der Tat “grundlegend” ist. Wer sie über Bord wirft muss scheitern. Es ist eher so, dass wir als Zwerge auf den Schultern von Riesen stehen, die vieles für uns schon vorgedacht haben. Newton ist nicht nicht “widerlegt”, sondern die Gültigkeit seiner Gesetze nur als Spezialfall eines größeren Realitätsrahmens erkannt. Die Grenze der Erkenntnisfähigkeit des Menschen ist Realität und philosophisches Dauerthema.
Auch die Logik (+Mathematik) hat Grenzen der Erkenntnisfähigkeit, was imho mindestens so bedeutungsvoll ist wie “Einstein”, nur weniger populär.

#442 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

#Gast 439
Ach wie gut, dass es so viele selbsternannte Experten gibt, die es immer besser wissen.
Selbstverständlich kann man an der Egger Shang Studie Kritik üben, das soll man auch.
Nichts ist vollkommen, aber an der Kernaussage ändert das nichts.
Je banaler die Erkrankung umso eher wirkt Homöopathie auch!
Und Sie sind leider nicht der letzte, der glaubt herausgefunden zu haben, dass die Egger Shang Studie unzureichend ist. Unzureichend sind aber leider ihre Einwände .und die sind alle schon bekannt und umfangreich abgehandelt worden.

#441 |
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@ Dr. Bayerl.
Nur kurz noch zur Entropie:
1. Seien Sie froh, dass der Wärmetod noch nicht eingetreten ist. Bis dahin sind’s vermutlich mindestens nochmal 13 Mrd. Jahre. Doppelt Glück für uns, wie warm war’s früher? Und weder wir, noch nicht mal unsere KinderKindeskinder (mindestens die nächsten 10 Millionen Generationen) werden diesen schrecklichen Tod erleiden müssen.

2. Die Photosynthese ist kein ‘perpetuum mobile’, die Entropie nimmt schon zu. Nur, die Reaktion selbt ist endotherm, d.h. braucht Energiezufuhr, die Reaktionsenthalpie(!) ist negativ. Die Energie kommt, wie wir uns beide einig sind, von der Sonne. Was widerspricht da bitte den 2 Hauptsätzen der Thermodynamik, wenn die Sonne ständig Energie nachschießt?

3. ad Systemeigenschaften: Bsp. Neurotransmitter – Nervenzellen – Neocortex – Bewußtsein: Vier verschiedene ‘Meta’-Ebenen (es gäbe da noch mehr drann zu hängen), die die Naturwissenschaft im einzelnen mehr oder weniger gut beschreiben kann.
Nun zeigen Sie mir bitte eine (wissenschafltiche) Studie, die all diese Dinge in Form einer ‘Weltformel’ an die Tafel kritzelt (bildlich gesprochen)! Soweit ich weiß, quasselt kein verständiger Wissenschafter davon, diese gefunden zu haben.
Dies schließt aber nicht aus, auf, zwischen unter oder über der jeweiligen Metaebene Forschung zu betreiben. Hätten unsere Vorfahren so ‘fahrlässig’ gehandelt, wären wir heute noch Affen und könnten diese Diskussion noch nicht einmal führen.

Gesetzt den Fall, Homöopathophile können beweisen, dass es Logarithmen negativer Zahlen gibt (wegen dem Verdünnen – tschuldigung: Potenzieren), sei es Ihnen gestattet, ihr eigenes Gedankengebäude des inversen Dosis-Wirkungs-Prinzips als ‘Forschung’ zu bezeichnen.

#440 |
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Gast
Gast

@ Dr. E. Berndt

Die verschiedenen Reevaluationen der Shang-Studie sprechen eine klare Sprache: die Studie weist noch und noch methodologische Schwächen auf, sie ist für eine Aussage praktisch unbrauchbar. Brauchbar ist hingegen das verwendete Datenmaterial.

#439 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Dr. Bayerl

Bittschön erzählen Sie mir nichts übers Wasser!

Jesus oder Grander?
Alpenländischer Paradigmenwechsel – vom Weihwasser zu Granderwasser
Naturwissenschaftliche Überlegungen verlieren heute wieder an Bedeutung. Das magische Denken kehrt aus dem Hinterkopf zurück. Es hat sich aus Köpfen der Menschen trotz Aufklärung und aller damit verbundenen Erfolge nicht verabschiedet. Heute wie gestern nimmt es Einfluß auf unsere Entscheidungen. Magische Vorstellungen sind immer noch und wieder zusehends mehr, als man zu glauben gewillt ist, als Entscheidungshilfe anerkannt. Die Götterdämmerung der Aufklärung beginnt im Alltag. Wenn der Freitag mit Vorsicht begonnen und darauf geachtet wird, nicht mit dem linken Bein aufzustehen, wenn große Teile der Bevölkerung unerschütterlich an das Horoskop und felsenfest an die Kräfte des Mondes glauben, wenn mit Jahreswechsel die Glücksbuden aus dem Nichts erscheinen und Rauchfangkehrerfigürchen und Glücksschweinderl verkauft werden.
Mit einer Hasenpfote um den Hals läuft niemand mehr herum, aber unzählige dem entsprechende Geräte sind in Verwendung. Aber auch das modernste Outfit und eine noch so imposante high-tec Elektronik vermögen nicht Wirkungen herbeizuzaubern, die uns ein magisches Denken nahelegt. Fetischismus kann viele Formen annehmen und beschränkt sich nicht auf Nobelmarken. Die Bindung an oder – man könnte auch sagen – die Abhängigkeit von Maskottchen, überschreitet oft genug die Grenze zu einem üblicherweise akzeptierten Tic. Dies mag noch als harmlos gelten, aber wenn man in den Leistungssport hineinschaut, lässt sich beobachten, dass der Rahmen des „Mental-Coaching“ sehr weit gespannt ist. Auch hier ist Glückbringen mit transrealen Vorstellungen zum einträglichen Geschäft geworden. Meditationsübungen und Umhängen angeblich harmonisierender, energetisierender und vor allem vor böser Umwelt schützender Schrottelektronik gehen Hand in Hand. All das gilt als ganz normal. So normal, dass wer nicht daran glaubt, Gefahr läuft, für schrullig gehalten zu werden. Das Gegenteil von Aufklärung ist im Trend. Die postmoderne Eintrübung des Denkens zeigt Wirkung. Die unkritische Masse im alltäglichen Denken hat so zugenommen, dass eine esoterische antiwissenschaftliche Kettenreaktion abläuft.
Warum nicht wieder an die Wunder des Wassers glauben?
Die alten Mächte werden nicht mehr um Hilfe angefleht. Heute, in der modernen Hölle, glauben die Verzweifelten an Energien, Schwingungen und Bioinformation und hoffen, dass diese nun Wunder bewirken. Ja, früher, in der guten alten katholischen Zeit, da war das anders. Damals konnte man noch wallfahren, an allen möglichen Gnadenorten das Heil des Himmels erflehen, auf ein Wunder hoffen, Kraft tanken für das Jenseits und zahlreiche Heilige um Fürsprache beim Allerhöchsten bitten. Jeder Beruf, jeder Stand, jede Gegend, jedes Land hatte eigene, höchst wundertätige Heilige. Heute noch erzählen uns Tausende Votivtafeln von vielen erflehten und auch in Erfüllung gegangenen Wundern. Diese wunderbaren Erfahrungen waren einmal Standard und ganz normaler Alltag. Man sollte darüber als moderner Mensch nicht ungläubig lächeln und womöglich mit Achselzucken bemerken, dass der Glaube eben Berge versetze. Und für diese Wunder wurde auch sehr viel Geld ausgegeben. Wenn nicht Geld für Breverl (Kath. Schutzamulette, meist handelt es sich um einen kleinen Anhänger für ein Halskettchen mit dem Bild eines Schutzheiligen, Schutzengels, Mariens oder einer Herz-Jesu Darstellung u. dergl. mehr. Bekanntes Beispiel ist das Breverl aus dem Wallfahrtsort Mariazell mit Schutzmantelmadonna) Schluckbildchen und Andachtsbilder bezahlt wurde, so musste doch gespendet werden, um sich der göttlichen Hilfe zu versichern. Eine Wachskerze war damals etwas sehr kostbares und kein Billigpräsent!
Der Wunderglaube hat Konjunktur
Es funktioniert heute noch genauso wie gestern, nur ein wenig anders. Die Menschen haben sich ja in 3–4 Generationen nicht verändert – genetisch am allerwenigsten. Sie werden heute im Grunde von den gleichen Sorgen geplagt wie gestern. Und diese werden immer noch mit den gleichen ererbten Strategien wie gestern bewältigt. Der Glaube an Wunder hat immer Konjunktur, man muß ihn nur zu vermarkten wissen! Heute glauben wir an alle möglichen feinstofflichen Wunder. Mit modernen Begriffen wird das unmögliche Wunder zur logischen Möglichkeit. Die Wunder sind heute technoid und konsumgerecht. Damit lässt sich natürlich auch Geld verdienen. Unsere modernen Gurus machen es wie die alten Scharlatane.
Wer kein Versprechen halten kann, kann alles versprechen
Die Befriedigung der Sehnsucht nach einer glückhaften Veränderung der Lebensumstände und der Gesundheit ist die hohe Kunst der Scharlatanerie. Ihr Charisma ist Teil des Überzeugungs- und Werbeprogramms. Das Aussehen und das Gehabe zielt auf Ablenkung und Eindruckschinden hin. Und auch dem Wort kommt eine besondere Bedeutung zu. Der Scharlatan weiß instinktiv – und das ist seine wahre Kunst –mit welchen Ohrwürmern er seine psychologischen Angelhaken zu Anbeißen bestückt.
Um zu Beindrucken und um Seriosität vorzutäuschen, werden griffig erscheinende Ausdrücke aus Wissenschaft und Technik schlicht gestohlen und verdreht. Sie werden – im Klartext geschrieben – entgegen ihren ursprünglichen Definitionen und ungeachtet ihres angestammten Kontextes zu undefinierten Modebegriffen verfälscht, um damit einem disponierten Publikum die gewünschten Wunder glaubhaft verklickern und verhökern zu können.
Sie kennen die dafür verwendeten undefinierten und sinnentleerten Begriffe, die überall in den Medien herumschwirren: Bio-, Natur-, Energie, Schwingung, Information, Quanten etc. Und die Magie beschränkt sich nicht auf Gesundheit oder Glück. Auch Benzin kann belebt und das Handy harmonisiert werden und unzählige Konsumenten warten auf die freie und kostenlose Energie aus dem Vakuum! Real an all diesen transrealen Vorstellungen ist, dass man damit echtes Geld machen kann.
Von Bio-Fetischismus zum Wasser-Info-Wunderglauben
Es floriert der Glaube an unbekannte Energien, Schwingungen und Bioinformationen generell und besonders rund ums Wasser. Wasser ist Leben und daher muss es informiert sein. Logisch, oder? Um das Leben zu meistern, werden daher Kraftorte aufgesucht, Bäume umarmt und informierte Wässer getrunken. Biologische Informationen und Energien werden verehrt. Neue Gottheiten, die Bio-, Immun- u. Informationsgötter werden angebetet. Und siehe da, sie wirken – wie die alten Götter und Heiligen der Wallfahrtsorte – Wunder!
Die wirklich ganz großen Wallfahrtszentren gibt es natürlich noch, aber die vielen kleineren Orte der Gnade von anno dazumal fristen traurig dahin. Wir erfahren von dort keine Wunder mehr. Um das Verarmen und das Vergessen ganzer Orte und Gegenden hinauszuzögern, hat sich der Tourismus ihrer angenommen und vermarktet sie zu Kraftorten, wo positive Energie in der Gegend herumströmt. Das ist modern und lässt sich verkaufen. Die Wünschelrutengänger erzucken dazu mit Ruten die konsumwissenschaftlichen Beweise, die Pendel der Esoteriker schwingen, dass es nur so ein Wunder ist. Das moderne Opfergeld sind die Tourismusabgabe und die Kurtaxe. Granderwasser mauserte sich zum universellen Heilwasser des 3. Jahrtausend. Endlich gibt es gibt eine Erlösung für die Probleme einer scheinbar überholten oder überentwickelten Zivilisation. Granderanhänger vermeinen die Physik auf den Kopf stellen zu können und die Anbieter der Grandertechnik sehen zusätzliches Umsatzpotential. Ideale Voraussetzungen für einen Hype.
Die Eigendynamik von Granderwasser
Der finanzielle Erfolg des „Unternehmen“ Grander erscheint beispiellos. Ein Blick in die Geschichte der Scharlatanerie zeigt jedoch, dass derartige Phänomene so neu auch wieder nicht sind und auch von Zeitgenossen damals richtig eingeschätzt wurden. Der „Grander-Hype“ hat diesbezüglich seine historischen Pendants. Granders „Erfindung“ ist aus der Sicht einer naturwissenschaftlichen Kausalität ein Wunder. Eine Wirkung kann nach allem, was wir heute als gesichertes Wissen bezeichnen, völlig ausgeschlossen werden.
Wasserverbesserer u. -veredler sind aber nicht neues. Der Förstersohn Viktor Schauberger kann als ein erster Wasserveredler angesehen werden. Er vermeinte Wasser durch gezielte Verwirbelungen, die er der Natur abgeschaut haben will, verbessern zu können. Heute kursiert ein buntes Sammelsurium von skurril bis krausen Ideen und extrem simpel bis mit high-tec Elektronik aufgepeppten Gerätschaften ist im Umlauf und hat Anhänger. Die Begriffe und Vergleiche, die zum Erklären und Vermarkten verwendet werden, sind samt und sonders pseudowissenschaftlicher Kauderwelsch. Die Rede ist von Informieren, Levitieren, Dynamisieren, Energetisieren usw. Diese Vorgänge werden selbstredend immer als biologisch und natürlich bezeichnet. Leitungswasser ist tot und muß belebt werden. Es werden bunte Steine in Wasser eingelegt, an die Wasserleitungen werden diverse Magnete gelegt und mit elektronischen Schnickschnack wird das Hauswasser nicht irgendwie sondern auch über die Biorhythmen der Hausbewohner informiert. Der Unsinn ist grenzenlos. Die Speicherkapazität des ständig postulierten Wassergedächtnis offenbar auch.
Der Grander Sanktus – Das Perpetuum mobile der Bioinformation
Nach der Methode „Grander“ wird mittlerweile weltweit „totes“ Wasser mit Naturinformationen des „lebendigen“ Wassers aus einem ehemaligen Kupferbergwerk informiert. Die sensationelle Technik besteht lediglich darin, dass sozusagen „Ur“-Granderwasser in einem Edelstahlblechbehälter hermetisch eingeschlossen wird, und dann – im Vorbeifließen – unedles, gewöhnliches, chaotisches kurzum gerade noch unschädliches Wasser in edles, biologisches, richtig informiertes und richtig gedrehtes also gesundes Wasser verwandelt wird. Warum gerade das Tiroler Wasser aus Jochberg so einzigartig informiert oder geordnet ist und daher seinen Biosegen exklusiv auf alle anderen Wasser berührungsfrei und ohne Energieverluste auf immer und ewig ab- u. weitergibt, ist und muß ein Mysterium bleiben. Dieses Mysterium, der Grander Sanktus, zählt zu den einträglichsten Tiroler Handelsobjekten und wird daher auch von der Wirtschaftskammer entsprechend gewürdigt.
Warum dieser Informationsstrom nie versiegt, nie zum Stillstand kommt und nicht auch einmal kentert und unerwünschte lebensfeindliche Information und Unordnung in die Gegenrichtung fließt, ist noch mysteriöser. Abermillionen Liter chaotisches Wasser mit unbiologischen und negativen Informationen kontaminiert können der Wirkung eines Viertel Liters positiven Granderwassers nichts anhaben. Einmal eingebaut, wird auf ewig und immerdar informiert! Die Wissenschaftler stehen vor einen Rätsel, die Psychologen eher weniger. Das Hokus-Pokus (Hokus-Pokus ist die Verballhornung von „Hoc est enim corpus meus“) ist schlicht: Es wird erwartet, dass es wirkt.
Die bekennenden Anhänger und Anwender sind die Grundlage der Werbung. Diesen neugläubigen Spätheiden verdankt Granderwasser seinen traumhaften Erfolg und seine Eigendynamik. Josef Grander hat alle seine Konkurrenten weit hinter sich gelassen und ist nun der ungekrönte Doyen aller Wasserbeleber. Ihm kann niemand mehr das Wasser reichen. Vielleicht gelingt es Psychologen, die Ursachen dieser Eigendynamik zu enträtseln und Welt vom Granderismus zu heilen.
Wissenschaft kontra Wasserwunder
Wurden zu Beginn der Granderära noch „wissenschaftliche“ Aussagen getätigt, so präsentiert sich heute ein Granderwasserprospekt in perfekter Hochglanztopqualität und absolut aussagefrei. Die juristischen Nachstellungen scheinen diese aalglatte Werbeform nahegelegt zu haben. Es spielt aber keine Rolle, dass seitens der Vertriebsfirma keine naturwissenschaftlich nachprüfbaren Aussagen mehr getätigt werden. Der Hinweis „Wissenschaftlich nicht beweisbar“ gilt in vielen Kreisen schon als Qualitätsmerkmal!
Die zahlreichen Studien zu Granderwasser sind in Summe negativ. Alles andere wäre eine Sensation allerersten Ranges gewesen. Prof. Erich Eder hat sie feinsäuberlich aufgelistet.
http://homepage.univie.ac.at/erich.eder/wasser/
Das Resümee ist dürftig und typisch in seiner Argumentation. Wie immer, wenn keine Wirkung nachgewiesen werden konnte, wird moniert, dass die Prüfmethodik unzureichend ist. Merke, das negative Ergebnis ist nicht negativ, weil es real nicht ist, sondern weil nicht richtig geprüft worden ist. Ergebnisse aus Zwischenberichten sind in der Medizin ein beliebtes Marketingmittel. Entscheidend ist aber immer der Endbericht. In vielen Ländern wurden die entsprechenden Vertriebsfirmen für Granderwasser wegen unhaltbaren Werbeaussagen gerichtlich belangt. Im Kern geht es darum, dass Behauptungen über Wirkungen – sei es im Bereich der Technik oder der Medizin –, die nach den herrschenden Naturgesetzen schlichtweg unmöglich sind, offenbar nur mit sehr wenig Einschränkungen aufgestellt werden dürfen.
Dies klingt im Schatten eines Zeitgeistes von heute durchaus gewohnt, der auch in den Naturwissenschaften eine Meinungsliberalität als korrekt und erstrebenswert sieht, wie sie für demokratische Weltanschauungen als notwendig erachtet wird. Die Sache hat nur den Haken, dass in den Naturwissenschaften die Kausalitäten, also die grundlegenden Naturgesetze, nicht per Konvention, Abstimmung oder nach Vorstellungen gefunden werden, die ein magisches Denken nahelegt. Aber, was soll das noch für eine Bedeutung haben, wenn von oberster Gesundheitsstelle die Aufforderung kommt, dass alternative, komplementäre und ganzheitliche Medizin in die konventionelle Medizin, die gerade mal erst in den letzten Jahrzehnten, 2000 Tausend Jahre nach Galen und Hippokrates, gelernt hat, wie die Spreu vom Weizen hinsichtlich einer tatsächlichen Wirksamkeit getrennt werden kann. Fortschritt in der Heilkunde passiert zurzeit nach dem Sprichwort: Einen Schritt nach vorne und zwei Schritte zurück. Medizinische Höchstleistungen sind kleine Inseln im Ozean einer scharlatanesken Gefälligkeitsmedizin.
Unsere Demokratie beruht auf Aufklärung und diese wiederum ist untrennbar mit Wissenschaft verbunden. Allerdings beschert heute die Demokratie jedem das Recht, an jede Unwahrscheinlichkeit und Unwissenschaftlichkeit zu glauben und viel Geld dafür auszugeben. Und schließt auch das Recht ein, Behauptungen aufzustellen, die den herrschenden naturwissenschaftlichen Kenntnissen völlig zuwiderlaufen. Darauf fußend dürfen auch Geschäfte getätigt werden. Das Grundrecht auf Erwerbsfreiheit ist offenbar so grundlegend, dass es nicht durch grundlegende naturwissenschaftliche Erkenntnisse eingeschränkt werden kann. Daher können völlig legal Ängste und Hoffnungen der Konsumenten mit Tecno-Dogmatik bedient werden. Es gibt ja auch Kurse für ’s Kartenlegen, für ’s Pendeln und für Astrologie. Die „mündigen“ Konsumenten, die mit Dogmatik vom Denken befreit wurden, wissen was sie tun und können sich ohnehin frei entscheiden. Die Beweislast liegt beim Käufer und nicht Verkäufer.
Wer trotzdem öffentlich denkt, kommt in Schwierigkeiten mit den Gesetzen gegen unlauteren Wettbewerb etc. Man wird geklagt wegen – im weitesten Sinn – Geschäftsstörung und Unterlassung von wissenschaftlich begründeten Aussagen. So erging es dem Biologen Dr. Erich Eder, der die behauptete Wirkung in Sinne einer wissenschaftlich begründeten Kausalität verneinte. Schlussendlich konnte dieser wackere Kritiker buchstäblich gerade noch aufatmen. Immerhin wollte man von ihm an die 20.000 €.
In höchstem Erklärungsnotstand, warum die Wasserveredelungsanlage so und nicht anders funktionierte bzw. das Wasser so wirksam sei, berief sich dann Johann Grander bei Gericht auf Jesus Christus, der ihm persönlich das Geheimnis des Wunderwasserpatents offenbart haben soll. Nun, das war dem Gericht doch zu spirituell und zu wenig wissenschaftlich. Die Klage auf Schadensersatz wurde abgewiesen. Und nun darf jeder öffentlich behaupten, dass Granderwasser ein aus dem esoterischen Milieu stammendes Wundermittel ist. Wer jedoch glaubt, dies sei das Ende des Wasserspuks, der irrt gewaltig. Die Grandertechnologie wird nun, anders als früher, mit dem unüberlesbaren Hinweis, wissenschaftlich nicht nachweisbar zu sein, angepriesen und offenbar noch erfolgreicher als bisher verkauft. Aber der große Erfolg hat auch seine Schattenseiten. Unzählige weitere Wasservergolder bearbeiten nun ebenfalls den offenbar immer noch lukrativen Markt.
Weihwasser kontra Granderwasser – was wirkt besser?
Modernes Marketing ist auch in der römisch katholischen Kirche gefragt. Ihre altehrwürdigen Institutionen verschließen sich neuen Strategien nicht, um wieder bzw. neue Gläubige zu gewinnen. Fortschrittliche Geistliche ahnen, dass altmodisches Rosenkranzbeten und Weihwasser nicht mehr so gefragt sind wie früher, weil der Glaube an himmlische und höllische Mächte lau geworden ist. Um die Unbill von heute auszuhalten, den Anforderungen der Globalisierung zu genügen und am modernen Stress nicht zu erkranken, kurzum, um heute psychisch und physisch über die Runden zu kommen, bedarf es immer noch eines Glaubens – an Wunder eben!
So vermeinten die Benediktiner des Stiftes Admont in der grünen Steiermark ebenfalls die Zeichen der Zeit erkennen zu müssen und sprangen auf den Zug der modernen Wassermystik. Sollte dieser neue Glaube an die besonderen Kräfte des Granderwasser zu einem Weihwasser-Revival genützt werden? In ihrer Museumsbibliothek sprudelte 2007 Granderwasser. Jeder gläubige Besucher sollte offenbar sein Wasser vorfinden. Die einen zum Wohlfühlen, die anderen zum Seligwerden. Doch mittlerweile wurden die Wasserspiele im Stift beendet, und es wird strikt vermieden, mit Grander in Verbindung gebracht zu werden, obwohl Herr Jesus dem Tiroler die ganz spezielle Wassertechnologie hat schauen lassen. Genaue Auskünfte darüber sind nicht zu bekommen. Das Stift schweigt. Die Frage, ob dafür spirituelle, naturwissenschaftliche oder gar kommerzielle Gründe maßgeblich waren, bleibt offen.
Nun das „Mittlerweile“ stimmt schon wieder nicht mehr. Die seitens der Stiftsverwaltung durch Herrn Gombotz im September 2009 getätigte Aussage, dass man nicht mit Grander in Verbindung gebracht werden will, ist Geschichte. In der Gratiszeitung „Aktiv Plus … lesen tut gut“ sind die Benediktiner Prior Mag. Pater Gerhard Hafner und Kaplan Pater Maximilian in vollem Ornat in einem Granderwerbeartikel zu bewundern. Auch der Bürgermeister von Admont ist bei dieser illustren Gesellschaft mit dabei. Zu lesen ist vom Nutzen in öffentlichen Gebäuden und das Wohl der Kinder wird als besonderes Anliegen des Grandervertriebes hervorgehoben. Warum sollte bei Wasser eine emotionale Bewerbung mit dem Hinweis, dass es gut für Kinder sei, nicht funktionieren, wo es doch bei Schokolade klappt?
Die Werbung für ein Produkt, das auf Grund eines Gerichtsurteils öffentlich als unwirksam bezeichnet werden darf, mit der Sorge um die Kinder zu verknüpfen und dazu noch Geistliche zu präsentieren verstößt offenbar gegen keine gesetzlichen und moralischen Regeln. Kinderschokolade mit Milch mag ja kritisiert werden, aber Wassertrinken ist ja nicht schädlich. Und wenn es den Leuten als Notwendigkeit assoziativ zwischen den Zeilen geschickt näher gebracht wurde, dann ist es geradezu mitmenschlich, wenn die entsprechenden Gerätschaften für teures Geld auch gleich verkauft werden. Man kann ja nicht wissen, vielleicht wirkt es doch. Und die Patres sind auch dabei. Diesen kann man doch vertrauen.
Spirituell ist die Sache sicherlich etwas heikel. Neiden vielleicht kirchliche Würdenträger dem Herrn Grander das Wunder? Die Behauptung des Herrn Grander vor einem weltlichen Gericht, Jesus habe ihm die Technik persönlich schauen lassen, wurde bis heute von der Amtskirche meines Wissens nicht bestätigt. Theologische Abhandlungen darüber sind mir nicht bekannt geworden.
Weihbischof Andreas Laun, der sich gerne zu Wort meldet, hat so z.B. in einer unnachvollziehbaren Logik Medikamente, die bestimmungsgemäß zur Heilung und Linderung von Krankheiten ersonnen und produziert werden, mit Kriegswaffen, die zum Töten, also zum gänzlich entgegengesetzten Zweck erdacht und verwendet werden, verglichen. Zu Granderwasser hat er sich meines Wissens noch nicht öffentlich geäußert. Auch Kardinal Christoph Schönborn äußerte sich nicht zur Tirolerischen Variante eines intelligenten Wassers. Könnte nicht die unerklärliche revolutionäre Evolution von Wasser zu Wunderwasser als Beweis für das Wirken eines intelligenten Designers angesehen werden? Welche außerlogischen Schlüsse könnten dazu verlautbart werden? Entspräche es katholischen Vorstellungen, dass diese Wunder verkauft werden können und dass es überall und jedem zur Verfügung steht. Ist es mit der christlichen Tradition vereinbar, dass es keinen Klerus, keine Wallfahrt und keine Gottesgnade mehr braucht, um die Segnungen einer angeblich himmlischen Technik zu erlangen.
Jesuales Wasserwunder für Atheisten
Auch Muhammed, ihr türkischer Installateur, hat keine Probleme, Buddhisten, Agnostikern oder gar Atheisten dieses jüngste Wunder Jesu zu verkaufen. Wo kommen wir hin, werden sich vielleicht die Benediktiner gefragt haben, wenn backwoodlerische Energieforscher ihre Patente jenseits der Naturwissenschaft als von Jesus höchstpersönlich inspiriert reklamieren. Vielleicht war es gar nicht Jesus, sondern der Teufel höchstpersönlich, der die Technik vermittelt hat?
War die Berufung auf Jesus vor Gericht nur eine dreifach bauernschlaue Schutzbehauptung, um sich juristischen, wissenschaftlich-skeptischen und geistlichen Anfeindungen zu entziehen? Müßte man dieser Teufelei nicht mit einem Exorzismus begegnen? Jedenfalls ist der Weihwasserver- u. Gebrauch im Vergleich zu Granderwasser keine vergleichbare Größe mehr. Der kommerzielle Erfolg des Granderwassers ist geradezu teuflisch. Während die Neugläubigen für das Tiroler Jesuspatent gerne zahlen, muß sich die Kirche zu hohe Kirchensteuer vorhalten lassen und mit Almosen von Altgläubigen begnügen.
Ja früher begleitete uns der Segen von Weihwasser vom Aufstehen bis zum Zubettgehen. Heute wird der Tagesablauf daheim, in Handwerk, in Industrie und vor allem in der Wellnessbranche, dem ehemaligen Erholungsgewerbe, vom Granderwasser bestimmt. Mit Hilfe himmlischer Technik veredeltes Wasser sprudelt heute in Admont nur mehr aus profanen Brunnen. Ich denke, es wäre schon schön gewesen, wenn ein Konzil so brisante Glaubensfragen „Wie wirkt Granderwasser?“ oder „Warum wirkt Granderwasser besser als amtskirchlich gesegnetes Wasser?“ klären hätte können, denn die Naturwissenschaft ist in solchen Fragen wissenschaftlich befangen. Die Wissenschafter denken zu kompliziert! Immerhin eine Latzhose wirkt so authentisch, dass wenigstens einfache Leute und Handwerker die Technik verstehen
Die Wirkung liegt im Marketing
In dieses Bild passt die Sendung „Vera exklusiv“ vom Sonntag den 30.11.2009 im ORF am Nachmittag. Selbstverständlich ist die ganze Sendung Werbung, Werbung und wieder Werbung, obwohl eigentlich nichts über die Grandertechnik erzählt wird. Gerade das ist die hohe Kunst. Die Botschaft einer Wirksamkeit wird durch die Reichweite eines Sendeformats vermittelt, ohne dass man darüber spricht. Jeder kann ja selbst im Wahrmachermedium Nr. 1 sehen, wie erfolgreich die heile Familie Grander und ihr Unternehmen ist. Also muss da etwas dran sein! Der Bekanntheitsgrad der Moderatorin und ihr freundliches Äußeres bestimmen den Wirkungsgrad vom Granderwasser.
Der Zweck solcher Sendungen erscheint klar. Es darf keine verstörende wissenschaftliche oder gar skeptische Diskussion aufkommen. Die vielen Frohbotschaften der zahlreichen Anwender, die eine Sinnhaftigkeit und eine Wirksamkeit – wie auch immer – belegen, spießen sich fundamental mit unserem naturwissenschaftlich kausalen Weltbild. Diese eigentlich jedem erkennbare Diskrepanz geht im mächtigen Gefühlsrauschen einer Familiensendung unter. Das Denken wird ausgeschaltet. Eine „Conditio sine qua non“ mit der der Erfolg von Wundern steht und fällt.
Ungewollt hat die Moderatorin mit einem Scherz am Schluss der Sendung Granderwasser in Punkto Wirksamkeit mit der Homöopathie gleichgestellt. In Anspielung auf die zahlreichen Nachkommen bzw. auf die Großfamilie meinte Sie freundlich lächelnd, wie es einer Infotainment-Tante zukommt, dass Granderwasser nicht empfängnisverhütend ist. Der Homöopathie mangelt es auch an dieser Wirkung. Bis dato hat es noch kein Homöopath gewagt, die als Globuli bekannten Streukügelchen anstelle der Pille zu verordnen, obwohl immer unentwegt die Wirksamkeit der Homöopathie gerade bei Steuer- und Regulationsvorgängen des Organismus beschworen wird.
Es bleibt die Frage „cui bono?“ Die Antwort liegt in der Finanzierung dieser Sendung. Wer bezahlt das alles? Wird es zur Gänze mit den diktatorisch eingehobenen ORF-Zwangsgebühren finanziert? Die Sendung wird höchstwahrscheinlich nicht vom ORF selbst produziert, sondern von einer TV-Film-Produktionsfirma. Üblicherweise werden die Produktionskosten dafür teils über Werbung, Sponsoren etc. aufgebracht und/oder die Sendung an eine Sendeanstalt verkauft. Gesendet wird meistens auch nicht unentgeltlich, sondern die Kosten dafür werden ebenfalls in gleicher Weise wie für die Produktion gedeckt. Letztendlich erscheint es zulässig, derartige Sendungen als Info-Commercials zu bezeichnen.
Der Meinungsdruck
Das Marketing für Grander ist perfekt, schlechthin. Die eigentliche Werbung und den Schutz ihres Meisters übernehmen die zahlreichen gewerblichen und privaten Anwender. Sie sorgen für die Missionierung neuer Glaubensgenossen. Die Anwerbung neuer gläubiger Kunden ist eine Bestätigung, selbst richtig gehandelt zu haben. Wenn andere das auch machen, dann habe auch ich mein Geld nicht verschwendet und bin keiner Fiktion erlegen. Die erfolgreiche Weiterverbreitung der Meinung, dass Granderwasser wirkt, schützt vor peinlicher Bloßstellung.
Entsprechend dieser Werbestrategie sind auf der WEB-Seite für Granderwasser seitenweise Prominente aus allen denkbaren Brachen gelistet, denen die frohe Kunde vom wunderbaren Wasser am Gesicht abgelesen werden kann, womit die Immunisierung gegen Kritik und Skepsis perfekt ist. Auch Einrichtungen, wo man es kraft personeller Besetzung besser wissen müsste, lassen stolz verlautbaren, Granderwasser zu verwenden. Der Bogen reicht von Spitälern, Schwimmbädern, Lebensmittelerzeugern bis hin zu technischen Betrieben, wo gewöhnlich nicht Glauben angesagt ist, sondern Entscheidungen von Menschen getroffen werden, die dafür bezahlt werden, dies sachverständig auf der Basis rationaler Aktivitäten wie Zählen, Rechnen, Messen, naturwissenschaftlich kausal gesichertem Wissen und logischem Denken zu tun.
Viele Gewerbebetriebe dürften einfach nur mitmachen, um ihren Kunden zu gefallen. Es gibt offenbar genügend Wunderwassergläubige fürs Geschäft. Der Einbau einer Wasserveredelung wirkt wie eine Gehirnwäsche. Die Betroffenen beginnen ebenfalls zu missionieren und meinen es besser als bisher zu haben. Dadurch steigt der Meinungsdruck. Wenn Grandergläubige mehrheitlich auftreten, können diese per Abstimmung zwangsmissionieren. Es kostet Mühe z.B. den Einbau vermeintlicher Wasserbelebungen in Wohnanlagen zu verhindern. Wer nicht aufpasst, wird von der mehrheitlich bekehrten Wohngemeinschaft zu Kasse gebeten und zahlt Glaubensabgabe neu: Die Grandersteuer!
Die Erfahrung des täglichen Lebens und die Geschichte der Scharlatanerie lehren, dass Gläubige alles tun und alles zu glauben bereit sind, um recht zu behalten. Manchmal führen Schockerlebnisse Gläubige zu einem Umdenken, aber meist dauert es nicht lange, bis wieder begonnen wird, den Tagesablauf und Schicksal mit Aberglauben zu strukturieren. Am empfindlichsten reagieren Scharlatane auf Satire und Spott. Als die Venezianer anfingen Spottlieder zu singen, sah sich der berühmte Goldmacher Bragadino gezwungen, die Stadt zu verlassen.
Angesichts des Meinungsdrucks, der mit geschickten Marketingstrategien erzeugt wurde, ist ein gefestigtes Verständnis für naturwissenschaftliche Zusammenhänge und ein gesunder Hausverstand nötig, um all dem Unsinn zu widerstehen. Wer überzeugt darlegt, dass, vom Standpunkt der Naturwissenschaften und/oder der Psychologie aus gesehen, an den zahlreichen Wasserverbesserungen nichts dran ist – außer einer Massenhysterie, wird als erfolgloser Außenseiter angesehen. Johann Grander, Urheber und Nutznießer bleibt ausgezeichnet mit dem Verdienstkreuz für Wissenschaft und Kunst!
Dr. E. Berndt

#438 |
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Zahnärztin

@ carbine
Aus eigener Erfahrung kann ich nach 4 Geburten sagen, daß Globuli GAR NICHTS bewirkt haben. Unter der Geburt hätte ich( sofern man mich gefragt hätte) vermutlich ALLEM zugestimmt hätte, das man mir angeboten hätte. Letztlich ist es nur eine Marketingstrategie der Häuser, die miteinander um die Gunst der Schwangeren konkurrieren.

#437 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Dr. rer. nat. Hansjörg Habisch

Sie haben es!!!

#436 |
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Heilung der Homöopathophilie

Zur Pathologie der Homöopathophilie ist nichts Sicheres bekannt. Weder grämig noch hämatoxylin-eosinisch lassen sich pathogene Keime beobachten oder anatomische Anomalien feststellen. Auch pathophysiologisch gibt es keinerlei statistisch signifante Unterschiede, wie neueste Studien aus Sibirien zeigen. Psychologische Studien dazu gibt es noch nicht, vermutlich aus Furcht vor den Ergebnissen.

Homöopathophile und -phobe Experten führen das gleichermassen auf das fehlende “Logos” der Homöopathie (etwa “Homöopatho-logie”) zurück. Die Berücksichtigung desselben jedoch wird von Homöopathophilen vehement abgelehnt, schon im Namen klinge es zu sehr nach “Patho-logie”, was die Leute nicht so gerne hören. Noch weniger solle es integraler Bestandteil sein von etwas, das nichts damit zu tun habe.

So bleibt nur zu hoffen, dass sich die homöopathische Spitzenforschung etablieren wird und expandierende Zentren mit Spitzen-Homöopathopilen gründen wird (wie dieser Studiengang hier – ein erster Schritt). Wenn alle Studien gemacht, die antizipierten Ergebnisse (in Einklang mit Hahnemann!) erbracht, und publiziert sind, wird die Abwesenheit von Logos (gibt’s das auch: Antilogos?) den Rest erledigen: Homöopathophilie wird ‘der Evolution Platz machen’.
Traurig…

#435 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dr. E. Berndt “Entropie” hat nichts mit Energieerhaltung zu tun, die ich nicht in Frage gestellt habe.
Das empirische Gesetz der unabwendbaren Entropiezunahme, viel diskutiert, führt zum Postulat des “Wärmetodes”. Davon ist allerdings in 13 Milliarden Jahren nicht viel zu spüren. Unsere Sonne wird langfristig zunächst wärmer :-)
@Dr. Habisch “Negentropie” ist ein gebräuchlicher Ausdruck für Entropieabnahme.
Wenn ein Pflanze Licht (elektromagnetische Strahlung) in chemische Bindungsenergie (CO2 +H2O + Licht -> Zucker) umwandelt,
ist das Entropieabnahme.
Das Ergebnis kann dann der nicht zur Photosynthese befähigten Kuh als Nahrung dienen,
wobei es wieder “zerlegt” wird (Entropizunahme), allerdings zugunsten des Wachstums der Kuh (Entropieabnahme) die dann wieder das Endprodukt der Nahrung zum erneuten Pflanzenwachstum zu Verfügung stellt.
Leben “passt” daher NICHT in die Thermodynamik, die grob gesprochen immer von warm nach kalt gerichtet ist, das wäre in der Tat der Tod.
Da hilft auch Ihr Urknall nicht, den ich hier nicht diskutieren möchte.
Der Aristoteles zugesprochene Spruch bedeutet:
“Systemeigenschaft” ist etwas qualitativ neues,
das nicht in den Bausteinen des System enthalten ist.
Das war meine Kritik an einem Einzelteil, einem Enzym oder ein “Glückshormon”.
Serotonin, gehört zu diesen “Botenstoffen”.
Es gibt Serotonin-produzierende Tumoren, solche habe ich schon real operiert,
(Karzinoid), deren Träger sind alles andere als glücklich.
Gelegentlich bekommen sie mal einen “flash”, durch zuviel Serotonin, sie werden rot,
das ist ihnen aber unangenehm.

(neue) Leistungen oder Eigenschaften von Systemen (Glücksgefühl) sind also nicht physikalisch oder chemisch beschreibbar. Deshalb ist die analytisch zerlegende Naturwissenschaft, sicher sehr erfolgreich, die nach immer kleineren Bausteinen sucht blind für “Emergenz”, wozu auch das “Leben” gehört.

Dieser kleine Ausflug sollte die Erkenntnis unterstützen,
dass Wasser kein “Gedächtnis” haben kann.
Wasser bleibt Wasser.

#434 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Kann man die Wirksamkeit der Homöopathie beweisen?

Ja, mit Stammtischargumenten schon!

Im Jahre 2005 wurde in „Lancet“ eine Metastudie der Autoren A. Shang, K. Huwiler-Müntener, L. Nartey, P. Jüni, S. Dörig, J. A. Sterne, D. Pewsner und M. Egger des „Department of Social and Preventive Medicine“ der Universität Bern in der Schweiz unter dem Titel: „Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopath.“ veröffentlicht. Diese Arbeit sorgte weit über die Schweiz hinaus für Aufregung.

„Lancet“ ist nicht irgendeine Medizinpostille, sondern das führende Journal in der Medizin. In dieser Arbeit wurde aufgezeigt, daß Homöopathie mehr oder weniger nicht wirkt bzw. die Wirkung auf Placeboeffekte zurückzuführen sei. Diese Sensationsmeldung vom „Ende der Homöopathie“ schlug sich auch in den österreichischen Medien nieder. Die Überschrift im Profil Nr. 37/05 lautete: „Medizin – das Ende der Homöopathie – alle seriösen Studien beweisen Wirkungslosigkeit“

Daß die Vertreter der Homöopathie nach 200 Jahren ihre Ansicht über Homöopathie plötzlich ändern würden, war nicht anzunehmen. 200 Jahre sollten jedoch ausreichen, um endlich profunde und allgemein verständliche Daten und Fakten für die hochgelobte Homöopathie veröffentlichen zu können. Aber davon war weder in Österreich noch sonstwo etwas zu bemerken. Logisch, daß die Homöopathen dagegen wetterten. Aussagen diesbezüglich seitens der Sanitätsbehörden sind mir nicht bekannt geworden.

Seit 200 Jahren ringt die Homöopathie um volle Anerkennung. Wie begegnete man der weltweit veröffentlichten ungünstigen Datenlage? Wie sieht die Öffentlichkeitsarbeit von Homöopathievertreten aus, wenn plötzlich in den Medien, die meistens die alternative und komplementäre Medizin hätscheln, wirklich kritische Beiträge auftauchen? Es zeigte sich, daß im 200-jährigen Behauptungskampf gegen die Schulmedizin vor allem eines gelernt wurde: der Umgang mit ungünstigen Datenlagen ohne sachliche Gegenargumente.

Zuerst wird einmal die richtige „Stimmung“ erzeugt. Etablierte und bewährte wissenschaftliche Methoden und die Qualifikationen der beteiligten Wissenschafter wurden untergriffig angezweifelt. Weil die Kritiker „Mediziner“ waren, konnte man nicht einfach „Mundhalten“ verordnen, sondern es wurde die Karte „Theorie gegen Praxis“ ausgespielt. Eine sehr bewährte Taktik. Diese Masche steckt auch in der Berufsbezeichnung Heilpraktiker drinnen. Die Patienten befinden sich instinktiv mit dem Praktiker auf gleicher Augenhöhe. Was ein Praktiker sagt, versteht man besser, und man kann ihm eher vertrauen als einem unverständlichen Arzt.

Konkret wurden der Wert und die Zulässigkeit von Metaanalysen in Abrede gestellt. Schlicht und einfach wurde erklärt, daß theoretische Wissenschaft nur für theoretische Wissenschafter interessant sei. Elegant wurde dem Laien suggeriert, daß Metaanalysen eine weltfremde Spinnerei ohne praktische Bedeutung seien. Gerade Metaanalysen gründen aber in der Praxis. Eine Metaanalyse überprüft die Stichhaltigkeit möglichst vieler Ergebnisse mehrerer Studien.

Wir erfuhren nicht, warum gerade Metaanalysen, die unverzichtbare und zweifelsfrei bewährte Instrumente der Forschung sind, hier nicht gelten sollten. Zu lesen war nur, daß dieses Instrument der Wahrheitsfindung für die Homöopathie zu theoretisch sei. Kurz gesagt: Homöopathie ist so praktisch, daß theoretische Ergebnisse kaum von Belang sind. Seit nahezu 200 Jahren weigern sich die Anhänger der Homöopathie eine Erweiterung ihrer Lehre zuzulassen. Man stelle sich vor, die Astronomen hätten seinerzeit Fernrohr und Radioteleskop zurückgewiesen. Was wüßten wir heute? Nichts, außer astrologischem Unfug.

Mit solchen Argumenten läßt der Stammtisch Homöopathie grüßen!

Das Referat für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer sah völlig richtig in den Ergebnissen der veröffentlichten Studie den Vorwurf, daß seine Mitglieder mit einer unwirksamen Methode arbeiten. Diese Kritik an der Homöopathie mußte daher zurückgewiesen werden. Objektiv kann eine solche Stellungnahme nicht sein, denn eine Stellungnahme einer Interessensgemeinschaft ist nie objektiv. Da es aber keinen Patientenschutz gibt, gab es zu der Arbeit aus Bern nur Stellungnahmen betroffener Berufsgruppen bzw. medizinischer Wissenschafter.

Die Antwort des Referates für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) zum Artikel “Medizin – das Ende der Homöopathie – alle seriösen Studien beweisen Wirkungslosigkeit” im Profil 37/05 lies nicht lange auf sich warten. In der öffentlichen Aussendung wird folgendermaßen Stellung bezogen:

„Die Interpretation der Autoren des Artikels, daß eine neue, in der Zeitschrift ‚Lancet’ veröffentlichte Studie zur Wirksamkeit der Homöopathie das Ende dieser komplementärmedizinischen Methode bedeutet und als ‚Placebotherapie’ (ab)-qualifiziert wird, wird von Seiten der Referats für Komplementärmedizin der Österreichischen Ärztekammer nicht geteilt. Ob eine ärztlich-therapeutische Methode wirksam und daher sinnvoll ist oder nicht, entscheidet sich in der täglichen Anwendung am Patienten. Homöopathie wird seit 200 Jahren von Tausenden von Ärzten auf der ganzen Welt erfolgreich praktiziert. (analysiert in: siehe Punkt 1)

Metaanalysen, wie jene des im ‘Profil’ zitierten klinischen Epidemiologen Prof. Dr. Matthias Egger, sind ein Instrument der theoretischen Wissenschaft und als solche höchst interessant. Für die ärztliche Arbeit sind sie jedoch kaum relevant. Wie jedermann weiß, kosten solche Studien viel Zeit und Geld. Wir erlauben uns die Frage: Wer hat diese Studie in Auftrag gegeben und bezahlt? (analysiert in: siehe Punkt 2)

Bei genauem Durcharbeiten der Studiendaten ergeben sich leider sehr viele Hinweise auf willkürliche Datenauswahl, offenbar um ein bestimmtes gegen die Homöopathie gerichtetes Ergebnis zu erreichen. Aus den Jahren 1997 bis 2004 gibt es Studien, die mit ähnlichem Datenmaterial zu positiven Ergebnissen für die Wirksamkeit der Homöopathie kommen. (analysiert in: siehe Punkt 3)

Auch stammen die Aussagen gegen die Homöopathie ausschließlich von Theoretikern: dem Schweizer Epidemiologen Prof. Dr. Matthias Egger und dem Pharmakologen Prof. Dr. Michael Freissmuth. Keiner von beiden behandelt täglich lebende und fühlende Patienten, und doch
glauben sie zu wissen, was wirken darf und was nicht. (analysiert in: siehe Punkt 4)

Die moderne Medizin braucht Forschung, die praxisrelevant ist und auf das Wohl der Patienten ausgerichtet ist. Theoriebildung ist auch in der Medizin notwendig, sie darf aber nicht die Anwendung erfahrungsgemäß hilfreicher Methoden blockieren, weil eine Methode derzeit nicht schlüssig erklärbar ist. (analysiert in: siehe Punkt 5)

‚Des Arztes erste und einzige Aufgabe ist es kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt’, sagte schon Dr. Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. Daher hat sich auch die Österreichische Ärztekammer gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag zur Weiterbildung der Ärzte 1995 entschieden, ein ÖÄK-Diplomfortbildung ‚Homöopathie’ zu verleihen und damit eine Qualitätssicherung der entsprechenden Ausbildung zu etablieren. Dieses Diplom beinhaltet 350 Fortbildungsstunden und ist damit eine der umfangreichsten und zeitintensivsten Diplom-Fortbildungen für Ärzte. (analysiert in: siehe Punkt 6)

In Österreich gibt es derzeit 531 Ärztinnen und Ärzte, die eine qualifizierte Homöopathie-Ausbildung haben und in ihrer Praxis konventionelle Medizin (Schulmedizin) und Homöopathie praktizieren. Die Homöopathie wird damit in Österreich von erfahrenen Schulmedizinern durchgeführt, die zuerst eine Diagnose erstelle müssen und dann entscheiden, welche Therapieform notwendig, erfolgversprechend und nebenwirkungsarm ist. Die Patienten können daher dem Wissen und Können der österreichischen Ärzteschaft vertrauen, auch was die Anwendung von Homöopathie betrifft. Zumal auch die Weltgesundheitsorganisation in einem noch nicht veröffentlichten Bericht zu sehr positiven Ergebnissen kommt, was die Wirksamkeit von Homöopathie angeht. Außerdem existieren mittlerweile an allen österreichischen Medizin- Universitäten auch Lehraufträge für Homöopathie.“ (analysiert in: siehe Punkt 7)

Rückfragehinweis:

Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

Dr. P. Klaus Connert
Referent für Komplementärmedizin der ÖÄK
Universitätslektor für Komplementärmedizin an der Universität Innsbruck
0664/34 17 373

Zu Beginn einer Analyse dieser Aussendung sollte man sich vor Augen halten, was eine Kammer in Österreich ist. Es ist eine Interessenvertretung einer Berufsgruppe. Jede Berufskammer vertritt nur die Interessen ihrer Mitglieder. Die Handelskammer vertritt nicht die Interessen der Käufer, die Ärztekammer nicht Patienteninteressen, sondern ärztliche Anliegen. Primäre Aufgabe der Ärztekammer ist, die Interessen ihrer Ärzte zu vertreten. Das Referat für Komplementärmedizin vertritt zusätzlich die Interessen der Komplementärmediziner, aber wie bei jeder Interessensvertretung, so auch hier, gibt es in den Medien keine Eigeninteressen.

Punkt 1: Der Einstieg in die erste Runde beginnt mit: Homöopathie ist Sache der Homöopathen. Und außerdem, es wurde immer so gemacht, und so muß es auch bleiben.

Die Aussagen der Studie werden zurückgewiesen. Mit „(ab)-qualifizieren“ werden den Autoren haltlose Ergebnisse unterstellt. Daten sammeln, Forschen und Ergebnisse erarbeiten darf jeder, aber egal wie qualifiziert jemand ist: Wenn es um Medizin geht, sind Schlußfolgerungen nur mehr Interpretation, und die stehen nur homöopathischen Ärzten zu, die Patienten behandeln.

Punkt 2: Die Verschwörungstheoretiker lassen grüßen! Studien über die Homöopathie sind bezahlte Auftragsarbeiten der Homöopathiegegner und obendrein theoretisch. Gekonnt werden negative Assoziationen geweckt, um unliebsame Ergebnisse in ein unglaubwürdiges Licht zu rücken. Die Frage, wer das bezahlt bzw. in Auftrag gegeben hat, ist ein Meisterstück für: „Wie starte ich eine Verschwörungslegende?“

Das wissenschaftliche Instrument der Metaanalyse wird subtil als wissenschaftliche „Spinnerei“ abgetan, der keine praktische Bedeutung zukommt. Metastudien sind modernste Forschung, um zu überprüfen, ob objektiv Wirkung gegeben ist oder nicht. Man kann heute nicht mehr auf Instrumente dieser Art verzichten. Die Autoren sind keine gedungenen Finsterlinge irgendeiner allmächtigen Anti-Homöopathielobby.

Punkt 3: Für Forschung in Sachen Homöopathie gelten bei Beurteilung die eisernen homöopathischen Richtigkeitsregeln:

1. Hahnemann hat immer recht.
2. Gültig sind nur die Studien, die für die Homöopathie positiv sind.
3. Wenn Studien für die Homöopathie negativ sind, dann müssen diese manipuliert worden sein.

Es ist schon ein starkes Stück, den Studienautoren vorzuwerfen, sie hätten die Datenauswahl manipuliert. Für die Auswahl gibt es begründete Regeln. Interessant ist, daß mit steigender Studienqualität (Anzahl der Teilnehmer, Länge der Studien, Qualität der Verblindung usw.) die Ergebnisse für die Homöopathie immer schlechter ausfallen.

Mit der Wirksamkeit der Homöopathie und vieler anderer alternativer und komplementärer Mittel ist es wie mit dem sprichwörtlichen Glücksvogerl. Es flattert immer irgendwo herum. Es läßt sich mit den Prüfnetzen der medizinischen Wissenschaften nicht fangen. Es ist sehr scheu und just immer dort, wo keine Prüfungsnetze ausgespannt wurden. Nur mit dem homöopathischen Feldstecher der Marke „Kasuistik“ läßt es sich beobachten.

Punkt 4: Praxis ist gut, Theorie ist schlecht! Hier ist er wieder, der Uraltkalauer aller Anbieter heilpraktischer Mittel und Methoden. Böse, finstere, menschenfeindliche Theoretiker flicken den menschenfreundlichen, wohlmeinenden, praktischen Gutmenschen ans Zeug. So ein dahergelaufener Epidemiologe oder gar ein Pharmakologe haben doch als Spitzköpfe verschrobener Theorien keine Ahnung von der Praxis! Sie verstehen nichts von der Wirklichkeit. Nur wer behandelt hat das Recht, über Krankheiten, Therapien und Medikamente zu entscheiden.

Punkt 5: Ein dreifach Hoch der Praxis! Es wird zu viel theoretisch geforscht. Das bringt nichts! Wenn überhaupt Forschung, dann muß diese praktisch sein. Erfahrungsgemäß hilfreich hat sich in der Geschichte auch der Aderlaß erwiesen und das Umhängen von elektronischen Glücksamuletten. Noch hilfreicher als ein Homöopath kann nur noch ein Madonnenverkäufer in Medjugorje sein.

Es geht bei der Prüfung auf Wirksamkeit nur darum, ob eine Medizin nachweislich wirkt. Der postulierte Wirkungsmechanismus tut nichts zur Sache. Diese Praxisrelevanz ist dem Referat für Komplementärmedizin offenbar zu relevant für die Praxis. Die Geschichte der Medizin lehrt, daß eine breite Anwendung durch Ärzte und der Wunsch von Patienten nach bestimmten Methoden kein ausreichender Beweis einer Wirksamkeit ist, wie sie die Medizin heute bestimmen kann und muß. Um das herauszufinden, bedarf es als Hilfsmittel der Wissenschaften.

Punkt 6: Die erste und einzige Aufgabe des Arztes ist, kranke Menschen gesund zu machen. Bravo! Diesen Grundsatz hinterließ Hahnemann seinen Jüngern. Handeln andere Ärzte nach anderen Grundsätzen? Gibt es vielleicht zwei Klassen von Ärzten? Gibt es verschiedene Versionen des ärztlichen Berufsethos? Warum betonen gerade Homöopathen das Berufsethos?

Der gesetzliche Weiterbildungsauftrag ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt steht, denn es steht buchstäblich in den Sternen, was als Bildung gelten darf und was nicht. Das Erlernen von Wahrsagerei ist auch keine Bildung. Grundsätzlich herrscht in der Homöopathie Binnenkonsens. Dieser wird durch die Freiheiten des Arztberufes abgestützt. Der Inhalt dieser Weiterbildungen wird ausschließlich homöopathieintern festgelegt. Die besondere Qualität eines Binnenkonsens besteht darin, daß die Homöopathen für sich selbst bestimmen, was gut zu wissen ist und was nicht, und niemand das Recht hat, darüber eine Frage zu stellen.

Punkt 7: Nicht veröffentlichte Berichte stehen qualitativ Verschwörungstheorien um nichts nach. Das ist ja fast schon esoterisches Geheimwissen. Natürlich ist es besser, wenn man Arzt und ausgebildeter Homöopath ist. Wie sonst soll man zwischen Krankheiten entscheiden, die homöopathisch oder nicht homöopathisch behandelbar sind? Um es schärfer zu formulieren: Wie soll man entscheiden, ob ein Patient homöopathisch zu behandeln ist, wo doch die Homöopathie keine Krankheiten kennt, oder ob doch Krankheiten vorliegen, die den Einsatz von Medizin erfordern? Bildung kann, darf und muß hinterfragt werden können. Homöopathie entzieht sich jeder kritischen Hinterfragung und auch kontrollierten praktischen Tests.

Wenn auch hier nicht zitiert, so sei an das gerne ultimativ verwendete Argument „Wer heilt, hat recht!“ erinnert. Wenn schon so viele Zeilen verwendet worden sind, um Studienautoren und Metastudien quasi pauschal in Frage zu stellen, so wäre es mehr als angebracht gewesen, wenigstens ein paar konkrete Beispiele für die hier so behauptete Willkürlichkeit der Datenauswahl darzulegen.

Die Grundsätze der Homöopathie und vieler andere alternativer und komplementärer Methoden sind mit dem naturwissenschaftlichen Weltbild unvereinbar, und der Naturwissenschafter und Physiker Prof. Dr. Martin Lambeck bringt diesen Disput in seinem Buch „Irrt die Physik?“ auf den Punkt.

Aber um diese Frage geht es in der zitierten Metastudie nicht. Es geht nur um die Frage, ob die beobachtete Wirksamkeit der Homöopathie zugeordnet werden kann oder nicht. Diesbezüglichen Ergebnissen mit primitiven Stammtischargumenten zu begegnen, ist mehr als bedenklich. Es ist unwissenschaftlich und letztendlich unethisch. Dieses Defizit wird durch Ausposaunen einer besonderen hochstehenden moralischen Integrität nicht geringer. Die Wirksamkeit der Homöopathie läßt sich immer noch am besten mit Stammtischmanieren belegen.

#433 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Der Aberglaube Homöopathie ist längst keine Behandlungsmethode in engerem medizinischem Sinne. Der Gesundheitsaberglaube Homöopathie ist Ideologie für alle Lebensbereiche geworden. Es wird an eine Wirksamkeit geglaubt. Die unüberbrückbaren Ungereimtheiten und Gegensätze zu Wissenschaft, werden hinter transrealen Vorstellungen versteckt. Der Begriff „Homöopathie“ wurde zum Zauberwort. Nichts und niemand hindern, dieses magische Wort auf jeden nur denkbaren Nonsens umsatzsteigernd aufzukleben. Absolut jeder der will, kann sich als Homöopath bezeichnen, sich auf die Homöopathie berufen und irgendwelchen kruden Mittel und Verfahren zumindest das Markenzeichen Homöopathie umhängen. Daran stößt sich in der Homöopathiegemeinde niemand.

#432 |
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Gast
Gast

@ Gastskeptiker

Dr. Christian Weymayr ist ein fundamentaler Gegner der Homöopathie, dem wahrscheinlich entgangen ist (gewollt oder ungewollt), dass es genug Grundlagenforschung zur Homöopathie gibt, welche durchauch die Durchführung klinischer Studien rechtfertigt. Zudem wird die Homöopathie schon breit an Pflanzen, Tieren und Menschen angewendet- ist also kein “neues” Medikament oder Verfahren, welches zuerst an Zellkulturen getestet werden muss.

#431 |
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carbine
carbine

@Gast 428

aus einem Ihrer Links
“denn schließlich gebe es “für die Wirksamkeit der Homöopathie keine wissenschaftliche Evidenz”. Ein bekanntes Pauschal-Argument, welches den Patientinnen aber egal zu sein scheint: Laut einer Umfrage setzen 93,4% aller deutschen Geburtskliniken homöopathische Arzneien ein.”

Dass es den Patientinnen egal ist, beruht daruf, dass sie unaufhörlich mit massiver Werbung für Homöopathie berieselt werden.

Das ist ein Argument wie
“wird immer gern genommen”
und sagt nicht viel aus.

#430 |
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Gast
Gast

@Juliane1205
Zur Beantwortung der Frage, ob eine homöopathische Verdünnung wirkt, ist die Wahl der Potenz völlig unerheblich. Es ist sogar sinnvoll, eine Reihe von Potentzen anzuwenden. Auch wenn C61 nicht aber C60 wirkt, ist dies ein Hinweis für die Wirksamkeit der homöopathischen Verdünnung. Es ist auch ganz im Sinne der Homöopathie, dass nicht alle Potenzen gleich gut wirken. Das macht die Sache für die klinische Anwendung nicht einfach, aber für die Erforschung der Frage, ob homöopathische Verdünnungen wirken, ist dies unerheblich.

#429 |
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Gast
Gast

Metaanalysen mit positivem Ergebnis für die Homöopathie

Jacobs, J. et al. “Treatment of Acute Childhood Diarrhea with Homeopathic Medicine: A Randomized Clinical Trial in Nicaragua,” Pediatrics, Vol. 83, No. 5, pp. 719-725 (1994)

Bell, I.R. et al. “Improved Clinical Status in Fibromyalgia Patients Treated with Individualized Homeopathic Remedies Versus Placebo,” Rheumatology, 2004b; 43 (5):577-82

Taylor, M.A. et al. “Randomised Controlled Trial of Homoeopathy Versus Placebo in Perennial Allergic Rhinitis with Overview of Four Trial Series,” British Medical Journal, 321, pp. 471-476 (2000)

Quelle:
http://www.yamedo.de/blog/gegen-homoeopathie/

Weiterer interessante Link, welche sich gegen die (fundamentalistische) Kritik gegen die Homöopathie anwenden lassen:
http://www.yamedo.de/heilverfahren/homoeopathie/wirkung.htm

http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/

hier insbesondere:

Häufige Falschaussagen zur Homöopathie-Forschung sind laut Hahn:

„Homöopathie ist unzureichend erforscht.“ – Falsch, denn die Anzahl der RCTs zur Homöopathie ist sehr groß, sogar höher als zu vielen Therapien in der konventionellen Medizin.
„Es gibt keine einzige positive Homöopathie-Studie“ – Falsch, denn der größte Anteil aller Homöopathie-Studien zeigt signifikant positive Effekte.
„Die Qualität der Homöopathie-Studien ist gering“ – Falsch, denn dies wurde in zwei Arbeiten gut untersucht und widerlegt.
„Die Meta-Analysen/Reviews von Ernst und Shang zeigen zweifelsfrei, dass Homöopathie Betrug und Humbug ist“ – falsch, denn nur eine starke Selektion der Daten kann zu dieser Aussage führen, die Gesamtdatenlage zeigt statistisch eine Wirksamkeit.

Prof. Hahn fordert, dass Evidenz immer auf Basis der Datenlage objektiv evaluiert werden muss, bevor klinische Empfehlungen ausgesprochen werden. Im Fall der Homöopathie sieht er dieses Prinzip verletzt, er erkennt eine Evidenz-Verzerrung auf der Basis ideologischer Motive, dies erläutert er z.B. am Beispiel des Reviews von Edzard Ernst (Br J Clin Pharmacol 2002; 54: 577-582).

Aus Sicht von Prof. Hahn könnte die Homöopathieforschung in Zukunft sinnvoll durchgeführt werden, indem Meta-Analysen zu klar fokussierten klinischen Fragestellungen durchgeführt und Homöopathie in klinischen Studien nicht nur mit Placebo, sondern auch mit konventionellen Therapien verglichen werden.

#428 |
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Juliane1205
Juliane1205

@Gast#422
Interessante In Vitro Studie….können Sie mir sagen warum gerade so ausgefallene Potenzen wie D61 und C5,C15, C18 etc. hochsignifikante Effekte haben?
Potenzen, die eigentlich überhaupt nie gebraucht werden? Warum hat man gerade mit diesen geprüft? Oder hat man sich vielleicht nur aus vielen diese ausgesucht, weil hier das Ergebnis gepasst hat? Honi soit qui mal y pense!

#427 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Gast #421

“Ich hoffe, Sie analysieren auch alle “schulmedizinischen Studien” mit derselben Strenge”

… wenn ‘schulmedizinische Studien’ eine Relevanz für die Wirksamkeit der Homöopathie hätten, würde ich das zweifellos tun. Haben sie aber nicht. Da ich mich – auch aus Zeitgründen – nur mit der Homöopathie befasse, muss ich dieses Feld Anderen überlassen.

“Gruppe B erhielt aber in der Vorphase Placebo, so, dass es ein postulierter Carry-over-Effekt nicht anzunehmen ist… Aber Sie wundern sich warum dies nicht getan wurde und zweifeln das (schwach) positive Resultat als wahrscheinlich zufällig.”

Der Carry-over Effekt ist ja nicht der einzige, den Frei benutzt, um seine Ergebnisse zu erklären. Es bleibt die Tatsache, dass in den drei Armen, die nicht das erwartete Ergebnis zeigten, selektive und gegensinnige Effekte zur Erklärung angeführt werden, deren Existenz nicht plausibel dargelegt wurde. Nur bei dem vierten Arm, bei dem ein passendes Ergebnis auftrat, wird ebenfalls ohne plausible Erläuterung das Vorhandensein der Effekte ausgeschlossen. Das ist kein überzeugendes Vorgehen.

Zu Ihrer Bestandsaufnahme:

Einige dieser von Ihnen angeführten Untersuchungen kenne ich noch nicht, insbesondere habe ich mich noch nicht mit den Pflanzen beschäftigt. Man muss allerdings auch sagen: auch eine noch so große Zahl von nicht aussagekräftigen Studien ergibt keinen Nachweis.

Mich würde interessieren, welche Metaanaylse zu Einzelindikationen aus Ihrer Sicht besonders aussagekräftig sind. Ebenso wäre interessant, auf welche Reevaluierung der Shang-Studie Sie sich beziehen.

“Natürlich können Sie jede Studie, jede Arbeit und Aussage einzeln kritisieren, und dort wo Ihnen das Resultat dann nicht passt, letztlich sagen: “wahrscheinlich Zufallsbefund”.”

… wenn Sie meine Artikel lesen würden, dann wüssten Sie, dass ich es mir nicht so einfach mache.

“Gibt es aber unter den negativen Resultate nicht auch “Zufallsbefunde” wegen schlechter oder suboptimaler Studienführung? Schauen Sie sich die negativen Studien zur Homöopathie auch so kritisch an und erklären sie diese gegebenenfalls als wertlos, weil “wahrscheinlich Zufallsbefund”?”

Das würde an der generellen Situation der Nachweise nicht viel ändern. In einer Studie wird eine Hypothese ‘Homöopathie wirkt bei…’ überprüft. Man findet entweder, dass die Studie die Richtigkeit dieser Hypothese stützt oder nicht. Im ersten Fall muss das Ergebnis (a) einen positiven Effkt zeigen, der (b) zweifelsfrei auf den Eingriff zurückzuführen ist. Wenn man bei einem negativen Ergebnis findet, dass dies möglicherweise auf andere Einflüsse als den Eingriff zurückzuführen ist, dann wird daraus kein positiver Nachweis, der (a) und (b) erfüllt. Es gibt eben, wie in der Mathematik, nur eine (oder wenige) richtige Lösung(en), allerdings ziemlich viele verschiedene falsche.

“Mit der Aussage, “wahrscheinlich Zufallsbefund” bei einem nach heutigen Kriterien gültigen statistisch positiven Effekt, diskreditieren Sie sich selbst, Studien zur Homöopathie objektiv beurteilen zu können.”

Lesen Sie die Studie und meine Ausführungen dazu noch einmal etwas genauer. Das eine Teilergebnis, auf das sich meine Aussage ‘wahrscheinlich zufällig’ bezog, wurde von den Studienautoren nicht statistisch bewertet. Den ‘nach heutigen Kriterien gültigen statistisch positiven Effekt’, den Sie mit meiner Aussage in Verbindung bringen wollen, gibt es nicht.

#426 |
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Gast123
Gast123

Mit dem Unterschied, dass ich Ihnen jederzeit genau zeigen kann, was ich erblickt habe.
Können Sie das? @Gast #424?

#425 |
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Gast
Gast

@ Norbert Aust

“Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht“ W. von Goethe

Entsprechend sehe Sie und andere in der Homöopathie eine völlig unwirksame, hahnebücherne Methode für die es keinerlei Evidenz gibt. Andere – darunter nicht nur ahnungslose, unkritische und ungebildete Leute – sehen dies anders und sehen auch eine gewisse Evidenz als vorhanden an. Alles kein Problem so lange man respektvoll handelt und redlich argumentiert.

#424 |
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Gastskeptiker
Gastskeptiker

#421 : “Mit der Aussage, “wahrscheinlich Zufallsbefund” bei einem nach heutigigen Kriterien gültigen statistisch positiven Effekt, diskreditieren Sie sich selbst, Studien zur Homöopathie objektiv beurteilen zu können.”

das ist sicherlich richtig. http://de.encyclopaedia.wikia.com/wiki/Scientabilität

„Bevor man klinische Studien macht, sollte man prüfen, ob das Medikament oder das Verfahren den bekannten Naturgesetzen widerspricht. Wenn Naturgesetze verletzt werden, haben klinische Studien keinen Sinn. Im Gegenteil, es ist gefährlich, weil zwangsläufig auch Studien mit positiven Ergebnissen zu erwarten sind, die dann über- oder missinterpretiert werden.[1]“

– Weymayr, Christian: Interview mit Dr. Christian Weymayr, Autor des Buches „Die Homöopathie-Lüge“ (Teil 2)

#423 |
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Gast
Gast

@ Norbert Aust

Übrigens: Nebst Ennis, Benveniste, Ludwig gibt es viele Hinweise von in vivo-Studien:
http://www.groma.ch/In-Vitro-Studien.174.0.html

#422 |
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Gast
Gast

@ Norbert Aust

Ich hoffe, Sie analysieren auch alle “schulmedizinischen Studien” mit derselben Strenge… denn damit könnten Sie bei praktisch allen Studien das Gegenteil “beweisen” als die Studien aussagen oder zumindest ihre Aussagekraft anzweifeln.

Sie schreiben:
“Der vierte Arm – Gruppe B wieder unter Verum – erreichte zum Zeitpunkt 4 (wahrscheinlich zufällig) das erwartete Ergebnis, so dass hier die in allen drei anderen Armen zur Erklärung herangezogenen Effekte nicht in Betracht gezogen wurden.” Gruppe B erhielt aber in der Vorphase Placebo, so, dass es ein postulierter Carry-over-Effekt nicht anzunehmen ist… Aber Sie wundern sich warum dies nicht getan wurde und zweifeln das (schwach) positive Resultat als wahrscheinlich zufällig.

Nochmals eine kurze Bestandesaufnahe der positiven Hinseise zur Wirksamkeit der Homöopathie:
– positive Metaanalysen zu einzelnen Indikationen
– die ADS-Studie von H. Frei
– die Reevaluationen der Shang-Studie
– die Arbeiten von Ennis, Benveniste und Luc Montagnier
– die Arbeiten von Dr. Ludwig
– die Forschungen an Tieren und Pflanzen http://www.groma.ch/Pflanzenstudien.173.0.html
– die Studien an gesunden Probanden (Möllinger-Studien)

Natürich können Sie jede Studie, jede Arbeit und Aussage einzeln kritisieren, und dort wo Ihnen das Resultat dann nicht passt, letztlich sagen: “wahrscheinlich Zufallsbefund”. Gibt es aber unter den negativen Resultate nicht auch “Zufallsbefunde” wegen schlechter oder suboptimaler Studienführung? Schauen Sie sich die negativen Studien zur Homöopathie auch so kritisch an und erklären sie diese gegebenenfalls als wertlos, weil “wahrscheinlich Zufallsbefund”?

Mit der Aussage, “wahrscheinlich Zufallsbefund” bei einem nach heutigigen Kriterien gültigen statistisch positiven Effekt, diskreditieren Sie sich selbst, Studien zur Homöopathie objektiv beurteilen zu können.

#421 |
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Susanne M.
Susanne M.

@ Herr Dr. Habisch

Es ist ein Genuss Ihren Kommentaren zu folgen!

#420 |
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carbine
carbine

@Norbert Aust

vielen Dank. Das ist es, was der “gewöhnliche Bürger” ( ich gehöre dazu ) nicht vermag: so einen Studie oder Teile davon zu analysieren.
Er sieht
Preis für homöopathische ADHS-Forschung

und glaubt . Der Schaden ist angerichtet.

#419 |
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Wissen und Nicht-Wissen.

Was ich gern einmal von einem Homöopathie-Befürworter hören würde, ist:

“Das weiß ich nicht”.

Klar, lässt sich nicht gut verkaufen.
Wenn man mich als Naturwissenschafter etwas frägt (s. z.B. “Urknall” #416), kommt mir dies schon mal über die Lippen.
Also liebe Anhänger der alternativen Heilmethoden: Was wisst ihr nicht (zum Thema Homöopathie)?
Und 1, 2, 3, los…

#418 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ carbine

… dann ist vielelicht auch dies für Sie interessant:

http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1782

http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=110

#417 |
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@ Dr. Bayerl
Also gut, Vitamin C wollen Sie abhaken. ‘Einverständnis’ will ich nicht, ich bemühe mich nur, Falsches richtig zu stellen. Als Arzt, nehm ich mal an, werden Sie vermutlich weniger von Chemie verstehen als ich, ein Chemiker, u.u. (ich unterrichte u.a. auch Medizinstudenten, und weiß aus Erfahrung, wie wenig diese von Chemie wissen). Bitte nicht persönlich nehmen!
Thermodynamik war mit Abstand eine der schwersten Prüfungen im Chemiestudium, die man nur ungern ‘freiwillig’ macht. Doch erst, wenn man sich hinsetzt und ordentlich büffelt, versteht man ein bisschen davon.

Daher: Leben steht nicht im Gegensatz zur Thermodynamik, und ‘Negentropie’ gibt’s auch nicht (genauso wenig wie ‘negative’ Materie, also ‘Antimaterie’ in homöopathischen Lösungen).
Den absolut höchsten Ordnungsgrad im Universum gab’s zum Zeitpunkt des Urknalls, und von da an nimmt die Entropie stets ab! Dass da ne Sonne scheint, die Pflanzen zum Wachstum bringt, sprich Leben hervorbringt, ist, wenn Sie so wollen, ein Nebenprodukt dieser Entropiezunahme. Wie bei einem Bächlein, das bergab fließt, der Schwerkraft folgend: Es fließt nicht geradeaus, sondern muss viele Hindernisse überwinden.

Wie’s zum Urknall kam, an dem die Entropie = 0 war, das ist jetzt Glaube: War’s Gott, der mit seinem Finger schnippte? Das weiß ich nicht, ich war nicht dabei.
Naturwissenschafter können nicht alles mit ‘ihren’ Naturgesetzen erklären, aber immerhin mehr als alle anderen zusammen. Vorausgesetzt man versteht das eine oder andere von Mathematik, kann man mit diesem Wissen Häuser, Autos, Pharmazeutika bauen.
Wie ihr zitierter Aristoteles sagte: “Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.” Das heißt aber nicht, dass, wenn ein Naturwissenschafter einen oder manche Teile nicht kennt, und er deshalb nur die Summe der Teile bildet, die er kennt, dass es keine anderen, noch – oder vielleicht auch für immer – unbekannten weiteren Teile gibt. Weil wir Naturwissenschafter nicht alles verstehen (bitte protokollieren Sie dieses mein Eingeständnis!), muss man nicht gleich annehmen, dass da draußen lauter unverständliche Dinge auf uns lauern, die zu verstehen wir uns ja nicht wagen sollten. Oder wir erfinden einfach welche.

#416 |
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Apotheker

Als Pharmaziestudent muss ich sagen, dass die Pharmaindustrie leider auch nicht “an der Quelle” ansetzt und uns z.B. mal einen neuen schönen Bau spendiert oder uns mit Stipendien überhäuft.
Letztens war jemand von einer Firma mal da und hat die vorgestellt. Es gab Kugelschreiber, Infomaterial und einen Herpes-Schutz-Lippenstift.
Der war aber leider mit Rosmarinextrakt, also phytotherapeutisch – das passt ja auch nicht so richtig zur bösen Pharmaindustrie.

#415 |
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carbine
carbine

@Norbert Aust

“Schlussfolgerung
Die Behandlung mit Klassischer Homöopathie führt bei Kindern mit AD(H)D zu einer
signifikanten und über 10 Jahren anhaltenden (50%-)Verbesserung der klinischen
Symptome bei deutlich (1/3) tieferen Medikamentenkosten.”

Dann können wir uns jetzt getrost der Homöopathie anvertrauen.

#414 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Dr. Bayerl

Ihren Argumenten kann ich leider nicht folgen.
Energieerhaltung bleibt Energieerhaltung und es gibt dem entsprechend auch keine Anzeichen, dass aus lebenden Systemen irgendwie mehr herauskommt als insgesamt vorhanden war bzw. aufgenommen wurde.
Ich sehe ihre Meinung als den Versuch eine vis vitalis hintenherum als Notwendigkeit für Leben geltend zu machen.
Die Evolution zeigt eindrucksvoll, dass eine vis vitalis ausgedient hat. Nur die HP Männchen glauben daran wie auch an eine in bzw. hinter der Materie versteckte Heilkraft, die durch Reinigungsrituale von der negativen Materie befreit werden muss. Dieser Glaube hat jetzt nur moderne Bezeichnungen bekommen

#413 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

…. ich suche auch schon lange nach den Analufstellen, damit einen die Agenten endlich finden. Andere haben indes schon mehr Erfolg gehabt:

http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/preis-fuer-homoeopathische-adhs-forschung-9018534197.php

#412 |
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Zahnärztin

@Dr.rer.nat.Habisch
Ich kann Sie beruhigen: Als nicht forschende Zahnärztin- also am anderen Ende der Schulmedizin tätig- habe ich bislang auch keinen Cent als Anreiz für die Verschreibung von nicht ganzheitlichen Medikamenten angeboten bekommen. Wo stecken also diese willigen Schergen der bösen Pharmaindustrie, die Wissenschaftler und Ärzte im Griff haben?!

#411 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dr. Habisch, nicht so verbissen, Sie gehen nicht wirklich auf meine Argumente ein, die nichts mit “Glauben” zu tun haben! Leben bedeutet Negentropiebildung, warum auch immer. Und das steht nun mal im Gegensatz zur Thermodynamik, die eine permanente Zunahme von Entropie vorschreibt. Auch das ist selbstverständlich nur EIN (wichtiger) Aspekt von “Leben”.
Das fing mit der Photosynthese an. Ein Physiker oder Chemiker kann “Leben” NICHT mit seinen Naturgesetzen erklären. Ihre “Gesamtbilanz” interessiert da nicht, auch sie ist ein bischen hypothetisch, blickt man ins Universum.
Deshalb kann man gerade biologische Reaktionen immer nur eingeschränkt biochemisch beantworten, das war meine Grundaussage.
Das ist ja der Fehler vieler Forscher, die die chemische Formel von Glück suchen und von “Glückshormonen” etc. sprechen.
Nikotin ist ein sehr schlechtes Beispiel.
Mit Oxydation durch Vit.C bin ich nach wie vor NICHT einverstanden.
Ich würde hier gerne die Diskussion beenden, da wir uns bei Vit. C wohl nicht näher kommen :-)

#410 |
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@ Dr. Berndt #407
Der ‘Meinung’ von Frau Fischer #389 und Carbine #387 kann ich mich nur anschließen und sie erweitern: Der Pillendreh sollte auch Pflichtlektüre für Homöopathika-zu-verkaufen-zwangsverpflichtete Apotheker sein. Als Nichtapotheker werde ich’s trotzdem lesen.

Mit Bedauern muss ich noch 2 Dinge feststellen:
Erstens habe ich als ein seit mehr als 10 Jahren an der Uni Forschendern ‘Wissenschafter’ (s.u.) noch nie auch nur einen Cent von der bösen Pharmaindustrie bekommen (liegt wahrscheinlich daran, dass sie einfach böse ist), noch nicht mal, als ich meine Dissertation an einem Pharmakologieinstitut machte (müsste für die da ja eine der ersten Anlaufstellen sein). Fragt sich, was ich falsch gemacht habe, damit mich niemand von denen bestochen hat, meine geheimen Erkenntnisse über die Wirkung von “NO molecules” zurückzuhalten?
Zum anderen: Auch die, jetzt muss es raus, so sehr an der Erforschung ihres ‘Wissen’s’ interessierten HP-Männchen hier: Wo bleiben die potenzierten Karzinogene, deren proliferationshemmende Wirkung zu untersuchen ich angeboten hatte (Beitrag #379)? Will nun doch niemand mehr?

p.s. Zur Begriffsdefinition des HP-Männchens: Wer oder was gemeint ist, dürfte aus unserem Diskussionsthema abzuleiten sein. Vermutlich jene, die sich durch diesen Begriff beleidigt, angegriffen, herabgewürdigt usw. fühlen.
Als ‘Wissenschafter’ – an und für sich ein neutraler Begriff – fühle ich mich langsam aber genauso. Ich habe ein jahrelanges Studium hinter mir, vieles gerlernt, vieles aber auch nicht. Meinen ‘Dr.rer.nat.” habe ich nicht zum angeben da stehen, sondern, damit man weiß, ich bin kein Arzt – und habe damit ein beschränktes Wissen über Medizin (genauso wie jeder Arzt;-), sicherlich aber noch weniger).
Ich äußere mich primär zu Themen, von denen ich etwas verstehe und mehr als nur meine Meinung abgeben kann.

Der berühmt-berüchtigte Hahnemann hatte ne Idee und dazu eine Meinung. Und was ist draus geworden?

#409 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Eva Julia Fischer, sie haben völlig recht! Die Medizin war es eher nicht. Es ist mehr eine Frage der Ernährung, (Ackerbau!, Kohlenhydrate) des Lebenswandels und der “Bevölkerungsdichte” mit “Haustierkontakt”(Seuchen), imho sehr aktuell wegen der ignorierten Antibiotikaresistenz-Züchtung bei Tieren!!!
Paleontologie hat durch die Genetik große Fortschritte gemacht (Wanderung/Sesshaftigkeit) und dene zufolge hat es einen deutlichen NEGATIVEN Knick für den Einzelmensch mit der sog. “Neolithischen Revolution” gegeben,
Diese “Sesshaftigkeit” fing am Ende der letzten Eiszeit vor ca. 12000 Jahren fing im “fruchtbaren Dreieck” (Levante), in Nordeuropa ganz erheblich später, mit ähnlichen Folgen, kleine Teile der Menschheit sind heute noch nicht sesshaft.
Das mit dem negativen Einfluss von Ackerbau (Getreide) werden besonders Vegetarier nicht gerne hören, auch die DGE :-)
http://www.steinzeitung.ch/index.php/jungsteinzeit

#408 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Dr . Hansjörg Habisch

Ihre Erläuterungen lese ich immer mit Genuß
Danke

#407 |
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Zahnärztin

@#”.. wenn wir wissen wollten, wieso so viele Menschen das als hilfreich erleben….”
Dieses ” Erleben” ist aber etwas völlig anderes als reproduzierbare naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Das ist der Unterschied zwischen Wissen und Glauben.

#406 |
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@ Dr.Bayerl, #390
Schön, ihr Wissen von Wiki. Aber es freut mich, dass Sie wenigsten (i.U. zu anderen hier) nicht Ihren Glauben verbreiten wollen, sondern sich zuerst informieren.
Antioxidans ja, wenn geringe bis mittlere Konzentrationen von Ascorbinsäure vorhanden sind. Dann gibt sie Elektronen z.B. an Sauerstoffradikale (ROS) ab. Wenn sie in hoher Konzentration vorhanden ist, tut sie das auch – aber zusätzlich auch noch an z.B. ganz normalen Sauerstoff (O2). Und dieser wird dadurch zum ROS. Steht leider nicht auf Wiki.
ad Immunsystem: Richtig, hier werden ROS von Immunzellen zur Infektabwehr gebildet um ‘böse’ Bakterien anzugreifen. Aber auch hier ist ein ‘Zuviel’ schädlich – das Parenchym leidet nämlich mit.

Dass etwas, abhängig von der Dosis, konträre Wirkungen haben kann, zeigt auch Nicotin: Niedrige Dosen sind ganglienerregend (u.a. via Catecholaminfreisetzung Blutdrucksteigerung), höhere Dosen ganglienblockierend (Dauerdepolarisation der Nerven) und damit hypoton.
Leben steht nicht im Widerspruch zum 2. Hauptsatz der Thermodynamik. Richtig ist, dass Leben einen hohen Ordnungsgrad aufweist (was die HP-Männchen gern in ihren Wässerchen hätten). Aber auch schon unbelebte Materie hat einen hohen (wenngleich viel niedrigeren) Ordnungsgrad.
Das ist aber bedingt durch ein weiteres wichtiges Prinzip für chemische Reaktionen: Die Aktivierungsenergie. Damit die Entropie steigen kann, muss diese Aktivierungsenergie erstmal aufgebracht werden (in vivo z.B., wie sie richtig sagen, durch unsere tägliche Energiezufuhr). Enzyme machen nichts anderes: Sie verringern diese Aktivierungsenergie für chemische Reaktionen.

Was hat das alles noch mit Homöopathie zu tun?
Zwei wunderbare Beispiele des Dosis-Wirkungs-Prinzips: Es ist nicht unidirektional, nach dem Motto, immer mehr hilft immer mehr. Etwas essen muss jeder, ein wenig mehr geht auch noch, aber zuviel ist ungesund.
Nein, das DWP bedeutet, es muss überhaupt erstmal etwas da sein, damit es eine Wirkung gibt. Diese Wirkungen können aber durchaus, je nach Mechanismus, unterschiedlich ausfallen. Daher ist es auch so wichtig, die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen.

#405 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

# 397 Wissenschaftler

Bitte nicht böse sein, aber ihre Argumente passen besser in eine Homöopathie – Bild – Zeitung .
Schon das Hummelargument zeigt, dass gier etwas völlig außer Acht gelassen wird. Die Hummel ist für jeden sichtbar geflogen. Es handelt sich hier um eine bestätigtes Phänomen zum Unterschied zur Homöopathie, wo es keine objektivierbaren spezifischen kausalen Wirkungen gibt.
Seit mehr als 200 Jahren sind alle Nachweise gescheitert.

#404 |
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Zahnärztin

@Dr. Bayerl
Interessantes Thema!
http://www.ruhr-uni-bochum.de/php-bin/advkalcontent-2005.php?tag=19
Und letztlich wäre selbst eine damalige durchschnittliche Lebenserwartung von 100 Jahren kein Beweis für die Wirksamkeit obskurer Behandlungsmethoden.
Immer dann, wenn es ” um die Wurscht geht”, ist von Homöopathie keine Rede mehr: Welche Intensivstation arbeitet mit Globuli? Welcher Notarzt gibt Bachblüteninfusionen?

#403 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Eva Julia Fischer, Sie sind tatsächlich falsch informiert!
Menschen lebten vor diesem religiös motivierten Umschwenken im frühen Mittelalter tatsächlich nicht nur länger sondern waren auch größer, nach anatomischen Studien der Uni Bochum. Auch die Mütter- und Säuglingssterblichkeit soll geringer gewesen sein. Beachten Sie die Dimensionen z.B. griechischer Tempel (Pergamon auf einem Berggipfel, jetzt in der Türkei) und einer mittelalterlichen Burg, in der man sich schon bücken muss. Menschliche kulturelle Entwicklung läuft keineswegs gradlinig,
es kann auch rückwärts gehen.
Biologisch ist weit über 90% von Entwicklungslinien später ausgestorben.
Unsere Jetztzeit ist geprägt von einer allgemeinen Zukunftsangst, Technikfeindlichkeit, Strahlungshysterie, Klimakatastrophenhysterie mit “menschlicher Schuld”, Gentechnikangst, da floriert natürlich auch “alternative Medizin”.
Sonst volle Zustimmung.

#402 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Gast #395

“jetzt sind wir wieder bei den Seuchen im Mittelalter”

Zweihundert Jahre zurück = Mittelalter??

Zweihundert Jahre zurück war die Viersaftlehre aus dem Altertum das allgemein akzeptierte medizinischen Prinzip, also ebenfalls Jahrtausende altes Wissen. Darauf beruhen die Behandlungen mit Aderlässen, Haarseilen, Brech- und Abführmitteln. Die Ergebnisse dürften Bekannt sein.

“Wieso sind eigentlich die Römer so alt geworden?”

Wie alt wurden denn ‘die Römer’ – nicht ‘einzelne bekannte Mitglieder der römischen Oberschicht’?

“Ganz ohne unsere wissenschaftliche evidenzbasierte Medizin?”

… aber auch ohne Homöopathie, Akupunktur, TCM, Reiki etc. Macht das nicht nachdenklich?

#401 |
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Zahnärztin

Es wird mal wieder unsachlich…..
Wer behauptet eigentlich, daß die Lebenserwartung im alten Rom hoch war?
Meines Wissens lag sie bei 30 Jahren.
Den Vorwurf der Allmachtsfantasien sollten sie eher an die Homöopathen als an die Wissenschaftler und Mediziner richten. Die Einsicht der eigenen Beschränktheit, das Zugeben des derzeitigen ( Noch)-Nicht- Wissens und auch des Nicht- Helfen- Könnens in bestimmten Fällen sind sehr viel hilfreicher für den Patienten als haltlose Heilsversprechen. Die zugrunde liegende Annahme der Homöopathen, daß es, wenn es nicht MIT den Naturgesetzen, so doch GEGEN sie funktioniert, hat schon etwas sehr Vermessenes……

#400 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Wissenschaftler, auch Sie möchten zurück ins Mittelalter?

#399 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

zu #395 Wieso sind eigentlich die Römer so alt geworden?
eine gute Frage, die Sie allerdings wohl selbst nicht verstehen, wenn das NEGATIV mit der “Jetztzeit”, statt mit dem Mittelalter vergleichen.
Das Mittelalter mit seinen “Kreuterweiblein” und dem päpstlichen Verbot (Innozenz II) mit Blut überhaupt in Berührung zu kommen, zeigt den Rückschritt von rationalem Denken der Altertums, in dem man offensichtlich noch wusste, was eine “primäre Wundheilung” war und sogar Schädeloperationen durchgeführt hat, die überlebt wurden. Sicher spielte auch eine bessere Hygiene eine Rolle.
Nicht umsonst nennt man den Beginn der Überwindung dieses “finsteren Mittelalters” Renaissance, also Wiedergeburt des klassischen Altertums und damit auch den einsetzenden Siegeszug von Naturwissenschaft und Technik.

Viele scheinen Sehnsucht zurück ins Mittelalter zu haben.

#398 |
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Wissenschaftler
Wissenschaftler

@ die Wissenschaftsgläubigen
Da sind wir wieder einmal bei der Hummel, die viele Jahre herumgeflogen ist, obwohl die Gesetze der Strömungslehre ganz eindeutig besagten, dass sie es gar nicht kann. Inzwischen haben wir aber den Kniff entdeckt, die wissenschaftlichen Methoden sozusagen erweitert, und jetzt darf die Hummel auch endlich wieder mit dem Segen der Wissenschaftsgemeinde frei herumfliegen.
Solange es kein wissenschaftliches Modell gibt, welches theoretisch auch nur annähernd in der Lage wäre, das komplexe Modell Mensch in seiner Umwelt (das Leben, die Welt) zu beschreiben, macht es doch wenig Sinn, wissenschaftliche Modelle als die Wahrheit unseres Seins zu interpretieren.
Wissenschaftliche Entwicklungssprünge sind in der Vergangenheit immer davon begleitet gewesen, dass grundlegende “Wahrheiten” über Bord geworfen wurden.

Und wenn Mediziner, Apotheker, Biochemiker und andere Berufsgruppen daherkommen um ihre wirtschaftlichen Interessen zu vertreten, was sie üblicherweise mit viel Geld für fragwürdige wissenschaftliche Untersuchungen untermauern, dabei für jedermann erfahrbare Tatsachen wie Zwiebelsaft im Ohr als Scharlatanerie abtun und Menschen mit gesundem Menschenverstand hier denunzieren, dann läuft mir die Galle über.
Homöopathie hilft nun einmal. Die Gruppe der Akademiker ist stark vertreten in der Gruppe derer, die den angeblich nutzlosen Zucker einnehmen und ihren Kindern verabreichen. Wissenschaftlich sauber und korrekt wäre es doch, wenn wir wissen wollten, wieso so viele Menschen das als hilfreich erleben. So lange die Nutznießer der (Pharma-) Industrie mit erheblichem finanziellen Aufwand Gegenstudien finanzieren, werden wir keinerlei Objektivität in der Wissenschaft vorfinden. Und es gibt genügend ausreichend belegte Beispiele für dieses Vorgehen. Das wird dann wieder mit dem Vorwurf von Verschwörungstheorien abgetan, die Leier kennen wir auch zur Genüge. Die Wissenschaft ist doch in vielen Bereichen längst zum Instrument finanzieller Interessen verkümmert.

#397 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Gast# 393

Mag sein, dass ich mal eine Zeitschrift zitiert habe, die nicht das Gelbe vom Ei ist, aber sonst zitiere ich aus eigenen Schriften,
die im Zuge des Schreibens meines Buches ” Der Pillendreh” , Verlag Vabene, und nachfolgenden Diskussionen entstanden sind.

#396 |
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Gast
Gast

@ Herrn Norbert Aust #336

jetzt sind wir wieder bei den Seuchen im Mittelalter und einer durchschnittlichen Lebenserwartung von nicht einmal 40 Jahren. Wieso sind eigentlich die Römer so alt geworden? Ganz ohne unsere wissenschaftliche evidenzbasierte Medizin? Hätten die alten Römer davon gewusst wären sie sicher auch früher gestorben.

#395 |
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Gast
Gast

@ Apotheker Herrn Dr. E. Berndt
So lange Sie Zeitschriften, die zu Werbezwecken erstellt werden, wie die Apothekenumschau als Quelle zitieren oder Webseiten, die von Lobbyisten gepflegt werden, halte ich Ihre “wissenschaftlichen” Beiträge für mehr als flüssig, nämlich überflüssig.
Vielen Dank, aber sie bereichern eine sachdienliche Diskussion so gar nicht!

#394 |
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Gast x
Gast x

@gast123 #338
Gratulation!!! Dieser Argumentation ist nichts mehr hinzuzufügen!!!
In der Welt zählt nur das, was wissenschaftlich bewiesen wurde!!!
Und weil unsere Wissenschaft ja so toll ist, sind wir ja auch schon göttlich, nicht wahr?!
Wie kommt es eigentlich zu dem Vorurteil in der Bevölkerung zu den Halbgöttern in weiß? Schon mal darüber nachgedcht Gast123?
Entschuldigung für meinen zynischen Kommmentar, aber mit Sachlichkeit hat Ihr Beitrag nun wahrlich nichts mehr zu tun. Wissenschaftsglaube als neue Religion ist aber ein spannender Ansatz für Philosophen, Theologen oder wen auch immer.

#393 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Hallo, Herr@Dr. E. Berndt, wenn Sie vom klinisch messbaren absehen wollen und so weit in fundamentale Reaktionen (“Gleichgewicht”) ablenken wollen, so will ich dazu antworten,
das Wesentliche von biologischem Leben, geradezu ein Widerspruch zum 2.HS der Thermodynamik, wozu auch elektromagnetische Potentiale gehören, ist ein Zustand weit außerhalb des Gleichgewichtes, messbar an (fast) jeder Zellmembran in Milli-Volt, (bis 100mV, Mitochondrien in jeder Zelle)
oder K-Na-Differenz zwischen intra- und extrazellulär. Physikalisch könnte man den Zustand auch, ebenso wie die Entstehung von Leben überhaupt, als extrem “unwahrscheinlich” bezeichnen. Kommt es zum (elektrochemischen) “Ausgleich” dieser Potentialdifferenzen, so tritt der irreversible Tod ein.
Der Löwenanteil des PERMANENTEN Energiebedarfs, genannt Grundumsatz des Menschen, auch im Schlaf, wird dafür benötigt, diesen “Ausnahmezustand”, der uns normal erscheint, aufrecht zu erhalten.
Man kann also chemische “Basisreaktionen”, deren Wirkungspotential nicht bestritten ist, nicht zur Erklärung von “Systemleistungen” heranziehen,
gemäß dem auch heute nicht von allen verstandenem Denker Aristoteles:

“Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile”

Und hier liegt auch der grobe Denkfehler der Homöopathie, die tatsächlich an ein “Gedächtnis” nicht mehr vorhandener Elemente glaubt.

Wie man sieht, hält auch der fehlende empirische Nachweis von behaupteter Wirkung den Mensch und auch den handelnden Politiker nicht vom Glauben an nicht “Existentes” ab.
Trotz oder wegen? zunehmender “Technisierung” unserer gesellschaftlichen Struktur nimmt die Irrationalität zu, die “Masse” der Menschen, nicht abwertend gemeint, wird zunehmend zu Marionetten von Meinungsmachern degradiert, das Fernsehprogramm liefert zunehmend Kinderfilme für Erwachsene. Es ist nicht alles so wie es scheint.

Schönen Sonntag

#392 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Dr. Bayerl
Es war das unsterbliche Verdienst von Guldberg und Waage chemische Reaktionen als Gleichgewicht zu begreifen und zu beschreiben.

#391 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dr. Habisch wenn Sie “schützen” sagen, ist das Gegenteil nicht “wirken” sondern “schaden”
Vt. C ist ein potentieller Elektronendonator, (das würde ich nicht mit “schützen” gleichsetzen),
mir ist nicht ganz klar, wie mehr davon diese Eigenschaft verlieren soll:
da müsste es ja auf meiner Zunge nur so funken und blitzen wenn ich so eine Tablette lutsche. Der Zunge hat es aber bisher nicht geschadet.
http://tinyurl.com/o9c3owa
Hier sind ja noch ne Menge andere Funktionen aufgezählt.
Die Antioxydantien-Theorie wird imho stark überschätzt, denn einerseits sind ROS notwendig für Infektabwehr und andererseits liegt ja bereits eine Fehlfunktion vor (Mitochondrien), wenn zu viele davon ohne Grund rumschwirren.
Das mit dem gefährlichen Oxalatanstieg (Abbauprodukt) ist jedenfalls klinisch beschrieben mit fast Todesfällen (Nierenversagen).
Ich vermisse das immer bei den Waschzetteln.

#390 |
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Zahnärztin

@ Dr.E. Berndt
„Wer uns vor nutzlosen Wegen warnt, leistet uns einen ebenso guten Dienst, wie derjenige, der uns den rechten Weg anzeigt.“H. Heine
Vielen Dank für ihren äußerst unterhaltsamen und lehrreichen Beitrag ” Homöopathika erfinden- leicht gemacht”

#389 |
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@ Dr. Bayerl
Wie kann was schützen und gleichzeitig wirken? Knifflige Frage, was?

Chemische Reaktionen laufen immer auf einen Gleichgewichtszustand hin (Thermodynamik und so physikalisches Zeugs). In niedrigen bis mittleren Konzentrationen ‘fängt’ Ascorbat tatsächlich Radikale (z.B. reaktive Sauerstoffspezies, ‘ROS’), schlicht weil Ascorbat thermodynamisch stabilere Radikale bildet als die meisten anderen Moleküle. Stabil heißt, sie ‘leben’ länger, und sind damit quasi (vorübergehend) aus dem Verkehr gezogen.
Und jetzt kommen wir zum Gleichgewicht: Viel zu viel Ascorbat – weil ein Überangebot bedeuted, das System befindet sich weit weg vom Gleichgewichtszustand – bildet selbst Radikale (schließlich sind sie ja stabil) und gibt Elektronen etwa unter Bildung von ROS an die Umgebung ab. Letztere sind weit weniger stabil (deshalb sind sie ja so ‘gefährlich’) und reagieren mit allem Möglichen, den Proteinen, Fettsäuren, der guten alten DNA usw.

Das habe ich mir nicht ausgedacht, das weiß man, wenn man in Graz (nicht Seggau) seinen Doktor macht, wo ernsthafte Wissenschafter dies über Jahrzehnte erforscht haben. Versteht man etwas von Chemie, kann man solche Phänomene durchaus erklären (und messen), aber Homöopathie versteht man dann nicht mehr.

#388 |
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carbine
carbine

@
Dr. E. Berndt

“Homöopathika erfinden – leicht gemacht”

Wundervoll, sollte auch Pflichtlektüre für Homöopathen sein.

Wobei mir scheint , die haben auch eine andere Art, zu lesen.

Keine Sorge, bin nicht böse :-)

#387 |
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Gast123
Gast123

Ätherisches Öl unter die Nase, Kaffee, Alkohol oder Selbstbefriedigung (nun, letztere Möglichkeiten sind in der Offizin manchmal unpraktisch) sollten auch gegen Homöopathie helfen. Wenn man Hahnemann trauen kann. :-)

#386 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Geisteshygiene
Wichtig ist, dass man sich beim Umgang mit Homöopathen und bei Beschäftigung mit Homöopathie richtig gegen eine geistige transsubstanzielle Infektion durch homöopathische Informationen schützt. Wer im Geistesdreck wühlt , kann sich leicht so eine Homöopathieinfektion zuziehen. Das Denken wird dann dauerhaft homöopathisch, also sehr verdünnt.
Als Schutzmittel haben sich Satirenosoden bewährt.

#385 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dr. rer. nat. Hansjörg Habisch, aber, aber, pro- und anti- gleichzeitig?
wie sind Sie an den dr.rer.nat. gekommen?

Zuviel Vit.C führt zum Anstieg von Oxalsäure Nierensteine etc. nicht harmlos.
Ich würde sagen 200mg/Tag reichen hier
Vit E-Überdosierung schadet auch.

#384 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Dr. rer. nat. Hansjörg Habisch

Aus “Stiftung Warentest Die andere Medizin”
abschließende Bewertung:
Die therapeutische Wirksamkeit der orthomolekularen Medizin ist nicht ausreichend nachgewiesen. Ihre Risiken können jedoch erheblich sein. Die Nutzen-Risiko-Abwägung fällt negativ aus. Orthomolekulare Medizin ist zur Behandlung von Krankheiten und Störungen nicht geeignet.

Dass es sich um eine “wilde” Sache handelt möge folgender Satz unter “Plausibilität des Konzepts” zeigen: ” Die orthomolekulare Medizin verwendet gesichertes medizinisches Wissen in einer Weise, die wissenschaftlich nicht haltbar ist.”

Alle diese Bewertungen sind gerichtsfest!

#383 |
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@ Orthomolekulare Medizin.
Wieder die Dosis. Vitamin C & E z.B., hochdosiert, sind die perfekten Pro-, nicht Anti-, Oxidantien. Zu wenig ist schlecht, genauso aber zu viel!

Ist o.M. jetzt das Gegenteil von Homöopathie? Ein richtiger Glaubenskrieg…

#382 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Homöopathika erfinden – leicht gemacht

Resegmen Viennale una cum insalata pomorum terrestrium

Homöopathie ist eine sehr „strenge“ Lehre und läßt keine Ausnahmen zu. Homöopathen können genausowenig über die Erkenntnisse von Hahnemann diskutieren, wie Gläubige über die Offenbarung eines Religionsstifters. So wird eben getreu nach diesen Grundsätzen geforscht und behandelt. Wenn es sein muß, können auch neue homöopathische Medikamente kreiert werden.

Heute sind wir mit Erkrankungen konfrontiert, die zu Zeiten Hahnemanns noch nicht bekannt waren. So eine neue Erkrankung ist die Kombination von erhöhten Blutfett-, Zucker- und Blutdruckwerten. Diese sehr häufig auftretende Erkrankung ist eine Folge des ungesunden Life-Styles. Ein Überangebot an Nahrungsmitteln, kombiniert mit wenig Bewegung war vor 200 Jahren nur wenigen Menschen vorbehalten. Heute jedoch zählt diese als metabolisches Syndrom bezeichnete Erkrankung, zum medizinischen Alltag und kostet viel Geld.

Gegen diese Zivilisationserkrankung kann uns die Homöopathie auf einfache Weise mit einem Allheilmittel weiterhelfen. Streng nach Hahnemann läßt sich das metabolische Syndrom billiger und wirksamer als mit „schulmedizinischen“ Arzneimitteln behandeln. Die Grundstoffe für dieses Mittel müssen zweifelsfrei Ursache für das metabolische Syndrom sein. Also etwas, das besonders gerne und oft von Menschen mit einem Body-Mass-Index größer als 30 gegessen wird. Es entspricht die Erkrankung dem Arzneimittelbild der Ingredienzien, dieser von viel zu vielen Mitmenschen geliebten Speise. Nach der unumstößlichen Ähnlichkeitsregel ist also die Speise gesucht, die maßgeblich für das metabolische Syndrom verantwortlich ist. Zur Herstellung wird das bekannteste dickmachende Nationalgericht gekocht, mit einem Mixer püriert und anschließend das pürierte Menu genau nach Vorschrift aus dem homöopathischen Arzneibuch zu einer Urtinktur weiterverarbeitet.

Warum sollte ein Nationalmenu nicht homöopathisch verarbeitet werden? Es ist hygienisch, seine Zusammensetzung variiert nicht mehr als so manche „Naturprodukte“ und es ist praktisch vor der Haustür und überall zu haben – jedenfalls sicher einfacher zu besorgen als Medorrhinum, der gonorrhoische Eiter, das Trippergift. Woher, wann und wie der Ausgangsstoff für Medorrhinum gewonnen wurde, sei dahingestellt, aber gekauft werden kann das sofort in jeder Apotheke. Vielleicht stammt die Ursubstanz oder die Urtinktur aus dem vorvorigen Jahrhundert, als die natürliche Bioinformation noch rein war. Heute sind die Bakterien ja alle durch Antibiotika geschädigt.

Billiger und einfacher als Trippereiter zu besorgen, ist sicher ein gängiges Menu zu pürieren. Ein Liter Urtinktur genügt dann für ewige Zeiten. Mit diesem einen Liter könnte so viel homöopathische Lösung der Potenz C200 erschüttelt werden, daß der gesamte Wasserhaushalt unseres Sonnensystems dazu nicht ausreichen würde. Das sollte für die Heilung der Menschheit bis zum Ende der Zivilisation ausreichen. Die korrekte Bezeichnung wird „Resegmen Viennale una cum insalata pomorum terrestrium C200“ sein. Sie können mit der Produktion dieses Wundermittels jederzeit anfangen. Das Ausgangsmaterial heißt: Wienerschnitzel mit Erdäpfelsalat

Homöopatisches Anti-Rauschamulett für Kampftrinker

Nach dem unumstößlichen Lehrsatz des Herrn Hahnemann und der Bestätigung durch die steirische Homöopathieforschung lassen sich auch Alkoholprobleme elegant lösen. Da bis dato nicht bekannt geworden ist, ob die epochalen Erkenntnisse aus der Steiermark zurückgenommen worden sind, kann davon ausgegangen werden, daß die folgenden Überlegungen durchaus zutreffend sind. Mit dem Spin-off-Ergebnis läßt sich eine Buschenschank trockenlegen: das homöopathische Anti-Rauschamulett.

Die homöopathischen Visionen sind vielversprechend. Beim Trinken wird es nur mehr gesellig und lustig sein. Die deliranten Rauschinformationen des Alkohols können gelöscht werden. Der Alkohol verliert seinen Schrecken und die leberschädlichen Zirrhoseinformationen werden einfach genullt. Das Kampftrinken wird zum Salonsport.

Es muß also gelingen, die Wirkung von Alkohol durch potenzierten Alkohol zu neutralisieren. Eine D30 Potenz, wie sie sich im Falle des Wachstumshormons Thyroxin als effizient erwiesen hat, sollte wirksam sein. Allenfalls kann auch eine C200 Potenz gewählt werden.

Sie gehen also zu ihrem Heurigen und bitten den Wirt, eine C30 Potenz des edlen Tropfens herzustellen, den sie in den nächsten Stunden in geselliger Runde zu heben beabsichtigen. Wie die steirischen Quappologen herausgefunden haben, müssen Sie nicht umständlich viertelstündlich 5 Tropfen auf ihre Zunge träufeln, sondern können sich so ein potenziertes Informationsachterl als Antidot um den Hals hängen oder gleich für die ganze Runde in die Tischmitte stellen. Das genügt dank der fernwirksamen homöopathischen Bioinformation, und der steirische Ballermann kann steigen. Nur beim Nachhausefahren heißt es aufpassen, denn der Alkomat weiß noch nichts von ihrer homöopathischen Nüchternheit.

Sollte der Wirt nicht wissen, wie er beim Potenzieren fachgemäß gegen den Erdmittelpunkt schütteln bzw. auf die Unterlage klopfen muß, lassen sie ich in ihrer homöopathischen Stammapotheke Antirauschampullen herstellen und abfüllen. Warum soll ihr Fachmann vor Ort nicht einmal einen reschen Brünnerstraßler potenzieren? Mondlicht kann auch potenziert werden. Und immer Kamille und Arnika sind doch fad auf Dauer.

Leider hat die Sache einen Haken, denn unsere Zivilisation telephoniert immer mehr mobil. Diese allgegenwärtige Belastung mit Mobilfunk ist, wie in den alternativen Elaboraten erklärt wird, Gift für positive Bioinformation. Also nicht mobiltelephonieren und immer das Handy ausschalten. Denn, wenn das Handy klingelt, ist es mit der homöopathischen Schutzwirkung schlagartig vorbei. Sie sind entnüchtert, lallen in den Äther und ihre Leber verhärtet sich.

Ist es nicht toll, was alternative Wissenschaften an Erkenntnissen hervorzaubern?

Remedium contra Soceram

Homöopathen können Potenzen von materiellen und nichtmateriellen Ausgangsmaterialien herstellen. Die Differenzierung zwischen materiell und immateriell ist für „Schulphysiker“ schwierig, für Homöopathen jedoch ohne Belang. So wird Mondlicht potenziert, in dem man Milchzucker zu einer bestimmten Zeit den Strahlen des Mondlichtes aussetzt und dann nach Vorschrift des homöopathischen Arzneibuches weiterverarbeitet. Der genaue Zeitpunkt und die Dauer werden am besten bei Astrologen oder Energethikern zu erfragen sein. Der Vorgang ist ganz natürlich, wie ja überhaupt die Homöopathie im Ruf steht, natürlich wenn nicht übernatürlich zu sein. Zur Zeit gibt es potenziertes Mondlicht (= Luna, Mondstrahlen, Moonbeams), zubereitet aus Milchzucker, der z. B. den Strahlungen des Herbstvollmondes vom 7. 10. 1987 exponiert wurde. Der beladene Milchzucker wird in üblicher Weise maschinell oder von Hand dynamisiert. Die handverschüttelten Potenzen sind wirksam wertschöpfender.

Jeder kennt das Phänomen, daß die Gegenwart bestimmter Personen zu Gemütsänderungen führt und auch meßbare körperliche Reaktionen wie Blutdrucksteigerung oder Herzklopfen auftreten. Sei es, daß man gehemmt ist, daß Streß aufkommt, Ärger aufsteigt oder irgendwie die innere Harmonie durcheinander kommt, wenn die Aura nicht harmoniert.

Diesen unliebsamen Zuständen kann ab sofort abgeholfen werden. Jede Person verfügt – wie Pendler, Astrologen und Energethiker, alles geprüfte Brotberufe, versichern – über eine individuelle Aura. Diese Aura ist das Resultat der verschiedenen Schwingungen, energetischen Zustände und persönlichen Bioinformationen, die in die Umgebung abgestrahlt werden. Dabei können diese Informationen so überwältigend negativ sein, daß Leistungsschwäche auftritt, Kopfweh oder Herzklopfen eintritt oder man überhaupt krank wird. Man fühlt sich wie verhext.

Die Herstellung einer spezifischen homöopathischen Arznei unter besonderer Berücksichtung dieser auslösenden Ursachen ist nach Hahnemannischer Logik einfach und somit wissenschaftlich fundiert. Eigentlich metasciental basiert, denn die Homöopathie steht ja über den Wissenschaften, vor allem über den Naturwissenschaften. Die Herstellungsvorschrift gleicht der Herstellung von Mondlichtpotenzen. Man muß nichts anderes tun, als Milchzucker der Aura jener Personen aussetzen, die unter Umständen die Gemütslage negativ beeinflussen und körperliche Reaktionen hervorrufen könnten. Weil die Aura feinstofflicher Natur ist, permiert sie Materie zum Unterschied zu Mondlicht praktisch verlustfrei. Es genügt also, ein Glasfläschchen mit Milchzucker der Aura gefährlicher Personen für 24 Minuten auszusetzen und anschließend homöopathisch weiterzuverarbeiten bzw. zu potenzieren. Die Einnahme der Aurapotenzen führt zu einer Neutralisierung der Wirkung unliebsamer Auren.

So ein Fläschchen mit Milchzucker kann dann in einer Amtsstube oder in einer Polizeistation unauffällig stehengelassen werden. Wer viel mit Behörden zu tun hat, nimmt dann 3 mal täglich 5 Globuli „Aura Magistratus“ C30 zu sich, und es gibt keinen Ärger mehr mit Beamten. Autofahrer, die bei Polizeikontrollen in Schwitzen kommen, nehmen noch rasch, bevor sie aussteigen, 5 Globuli (alkoholfrei!) „Aura Lictoris trafficus“ C100 zu sich. Dann sollte jede Kontrolle mit äußerster Gelassenheit ablaufen. Sie bleiben ganz ruhig, weil Sie der Verkehrspolizist nicht mehr aufregt. Gelassen nehmen Sie den Strafzettel entgegen, sofern Sie überhaupt einen bekommen, denn durch Ihr ruhiges, besonnenes Verhalten ist der Polizist viel eher milde gestimmt.

Auch innerfamiliär ist potenzierte Aura sehr von Nutzen. Schon beim ersten Besuch der Schwiegermutter positionieren Sie ein Fläschchen mit Milchzucker an strategischer Stelle. Aus dem mit der Aura der Schwiegermutter beladenen Milchzucker lassen sich dann alle notwendigen Potenzen von „Aura Socerae“ herstellen. Die Einnahme von C200 empfiehlt sich bei plötzlicher Ankuft, ansonsten genügt die Potenz C30 oder D30, am Vortag beginnend, 3 mal täglich 5 Globuli bis zur Abreise.

C- oder D-Potenzen – eine Gretchenfrage

Wie halten Sie es mit den Naturwissenschaften?

Die Frage, warum C30 und nicht D30 ist berechtigt. Mathematisch gesehen ist der Unterschied gravierend, ist doch der Grad der Verdünnung nur um 30 Nullen erhöht. Aber die Homöopathen stört es nicht, ob die Verdünnung, pardon, die Potenzierung zu einem Ergebnis von 1 zu 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 oder 1 zu 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 gelangt. Denn Überlegungen ob C- oder D-Potenzen – es gibt noch andere Verdünnungsreihen – sind zweitrangig, Da auch die Ansicht vertreten wird, daß dies in punkto Wirksamkeit egal ist, und aus Umweltschutzgründen, wegen möglichen Ressourcenmangels und des Schutzes seltener Tiere und Pflanzen C-Potenzen vorzuziehen seien. Bei der nicht unbeliebten Potenz C200 kommen nach dem Einser 400 Nullen.

Homöopathie liegt im Trend. Sie ist sanft und umweltfreundlich.

Aber diese (Wahn)Winzigkeiten, zu deren Veranschaulichung schon das Molekül pro Galaxie herhalten muß, stören gestandene Homöopathen nicht. Sie erfinden zur Erklärung und Rechtfertigung flugs einen neuen Dualismus. Dieser ist nicht wie früher zwischen dem Körper und einer Lebenskraft, einer transzendenten Seele oder einem Geist zu suchen, sondern zwischen einer „molekularen Ebene“ und einer „Ebene der Information“ zu sehen. Mit diesem Kunstgriff entledigt man sich elegant der Frage, wozu überhaupt Rezeptoren dienen. Gibt es womöglich zweierlei konkurrierende Informationssysteme in lebenden Organismen? Stehen einander Hard-Core Botenstoffe wie Adrenalin und Co. mit ihren unzähligen verschiedenen Rezeptoren und Regelkreisen noch unbekannten Soft-Tune-Informationsschwingungen mit offensichtlich außerphysikalischen Eigenschaften gegenüber? Ringen die beiden um die Vorherrschaft und machen uns das Leben schwer?

Bislang konnten die Naturwissenschaften von alledem nichts finden. Es gibt keinen Hinweis für die Existenz von den viel beschworenen Schwingungen und Informationen, noch gelang es, ein wie auch immer geartetes Substrat zu isolieren, das für den Empfang und Weitergabe von Informationen oder sonstigen metaphysikalischen Regelsignalen in Frage kommen könnte. Bis heute ist es nicht gelungen, irgend etwas Materielles, Organähnliches oder sonstwie Faßbares diesbezüglich aufzuspüren. Im Raum stehen nur Vermutungen mit tollen Benamsungen. Welch ein Glück, daß es keinen Musterschutz für Fachausdrücke aus der Teilchenphysik oder sonstigen Wissenschaften gibt. Doch Homöopathie und Co. treiben es immer bunter, und wenn es so weitergeht, wird die Ehrentafel für Otto Loewi und seinen Nobelpreis am Haupteingang der Universität in Graz womöglich wieder abmontiert werden, denn Loewi verstarb 1961 und kann seiner unhomöopathischen Entdeckung nicht mehr abschwören. Er bewies die chemische Übertragung von Nervenreizen und begründete die Rezeptorentheorie. Seither resultieren Informationen in der Biologie aus chemisch-physikalische Wechselwirkungen und nichts anderem.

Bewiesen wurden die Konstrukte der „Bioinformation“ und dergl. nur durch radioästhetische Zuckungen in unverblindeten Versuchsreihen. Wie allgemein bekannt sein dürfte, sind Pendler und Radioästheten Leute, die mit ihren Ruten und Pendeln ins Haus kommen, nach den rechten Schwingungen sehen und praktisch nie werden Betten an unverdächtigen Orten gemutet. Es ist schon ein merkwürdiger Zufall, daß die Betten zufälligerweise immer am falschen Ort stehen. Aber mit dieser Problematik wird das Publikum von seinen Informationsmedien weder belustigt noch belästigt.

Wie ganz anders dagenen die Homöopathie funktioniert, liest sich dann auf der WEB Seite des Homöopathen Dr. Klaus Connert kurz und bündig so:

„ … Der Grundansatz der Homöopathie ist anders als jener der konventionellen Medizin. Konventionelle Medikamente wirken auf molekularer Ebene: ein Arzneimolekül greift z. B. an einem Zellrezeptor an.
Homöopathische Arzneien wirken auf der Ebene der Information: Die Arznei setzt im Regelsystem des Menschen einen gezielten Reiz, auf den der Mensch dann mit einem Regenerations- bzw. Heilungsprozeß reagiert. Die Fähigkeit zu reagieren ist die Bedingung für die Wirksamkeit einer Arznei … “

Der Kassenzettel – ein Beweismittel für „Homöopathie wirkt!“

Naturwissenschaftverträgliche Auskünfte von Homöopathen sind schwierig zu bekommen. Diesbezüglich erhielt ich von Prof. Dr. Michael Frass ein E-Mail zur Kenntnisnahme, das er an die Apothekerkammer gesandt hatte. In diesem E-Mail bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit hinsichtlich Homöopathie und drückte gleichzeitig seine Verwunderung darüber aus, daß es einen Apotheker gibt, der gegen die Homöopathie opponiert und diese doch verkauft. Als Beweis übermittelte er die Kopie eines Kassenzettels über Arnika D6 Globuli. Damit wollte er offenbar, Kritik zum Verstummen bringen. Natürlich ist es inkonsequent, als Homöopathiegegner Globuli zu verkaufen, dessen bin ich mir bewußt, aber als Apotheker ist man per Gesetz prinzipiell dazu gezwungen.

Diese allerhöchste Fürsorge – Prim. Dr. Michael Frass ist führender Homöopath Österreichs – um die Homöopathie war ein willkommener Anlaß, ein E-Mail an Prof. Frass zu richten. Ich konfrontierte ihn mit Kritik an der Homöopathie aus naturwissenschaftlicher Sicht. Prof. Frass erwiderte, daß er viel zu sehr beschäftigt sei, um immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten. Auf das Problem des Potenzierens ging er nicht ein sondern fragte mich, ob ich schon wüßte, daß Homöopathie mit Potenzieren nichts zu tun habe. Was soll man nur dazu sagen? Ich empfahl ihm, das nur ja nicht laut auszuposaunen, wo doch Homöopathie und Potenzieren ein Herz und eine Seele sind. Gilt nicht Potenzieren als eine der Grundsäulen der Homöopathie? Was bleibt übrig von dieser Lehre, wenn das Dogma der Dogmen wegfällt oder nebensächlich ist? Diese Frage blieb bis heute unbeantwortet.

Ist vielleicht auch „Gleiches heilt Gleiches“ anders zu verstehen? Fragen zu diesem Lehrsatz werden ja nicht beantwortet. Wir müssen uns damit begnügen, daß es ein Credo, ein „ich glaube“ ist. Im Prinzip hält dieser Glaubenssatz daran fest. Die homöopathische Behandlung beginnt und endet mit diesem Credo. Es genügt zur Behandlung in Erfahrung zu bringen, daß sich die Symptome einer „Krankheit“ und die Symptome eines sogenannten „Arzneimittelbildes“ gleichen, ganz egal welche Bedingungen und krankmachende Ursachen dahinterstehen. Das ist absurd und nicht in Einklang zu bringen mit allem, was wir heute über Leben wissen. Kopfweh kann ein Symptom für Streß, verspannte Nackenmuskel und auch für einen Gehirntumor sein, und hinter Gelenkschmerzen können sich eine Borreliose, ein rheumatisches Geschehen, eine Harnsäuregicht und und und verbergen. Die notwendigen Behandlungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Homöopathen halten hingegen an ihrer „Logik“ fest, und behaupten, daß sie im Unterschied zur „Allopathie“ nicht nach Symptomen behandeln. Die Gretchenfrage „Wie halten Sie es mit den Naturwissenschaften?“ wird mit dem Kassenzettel beantwortet.

#381 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ carbine
bitte nicht böse sein, aber orthomolekulare Medizin ist auch Nonsense.

#380 |
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Um noch etwas zum Thema ‘relevante’ Erkrankungen und zur dringend notwendigen Erfoschung der Homöopathie beizutragen:

Ich habe viele verschiedene Krebszellchen im Labor. Als ungebilder Laie in diesen Dingen, ich bin nur Chemiker, der nichts vom richtigen Verdünnen, Verreiben usw. versteht, würde ich jeden, der möchte und etwas vom Potenzieren versteht, bitten, mir doch mal ein paar Glasphiolen, Globuli und andere geeignete Informationsträger zukommen lassen. Diese sollen – getrennt oder in Kombination, je nach Fachmeinung des Homöopathen – enthalten: Arsen, Benzol, Acrylamid, Blei, verschiedene onkogene Viren, Formaldehyd oder andere beliebte Karzinogene.
Der Grad der Potenzierung sei dem Experten überlassen, ich rate jedoch dazu, gleich verschiedene Informationsdichten, von D10 bis C200, zu testen, um auch gleich noch die Umkehrung des Dosis-Wirkungs-Prinzips zu verifizieren.
Mein Teil der Arbeit besteht dann u.a. darin, vorerst, den Rückgang der Proliferationsrate der Krebszellen zu messen (dazu brauch ich sie nur einmal täglich unter dem Mikroskop zu zählen, das große 1×1 reicht dafür völlig)
Karzinogene richten z.B. Schäden an der DNA an. Warum diese dann nicht mit Formaldehyd C200 reparieren?
Ich freue mich schon auf die sicherlich spannenden Experimente und den endgültigen Durchbruch zur Erforschung homöopathischen Wissens.

#379 |
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carbine
carbine

@Gast 374

Herr Perrochet?

“Ziel einer Behandlung ist die Gesundheit und nicht die lebenslängliche Abhängigkeit von Medikamenten, welche nicht gesunde biologische Vorgänge unterstützen sondern irgendwo im Organismus etwas blockieren (Enzyme usw.) und oft, v.a. auf Dauer genommen, wofür sie nicht geprüft wurden, Nebenwirkungen verursachen.”

Das ist vernünftig und es gibt Bewegenungen in diese Richtung:
Orthomolekulare Medizin, eher länger konservativ behandeln, als gleich operieren etc.

Das bedeutet aber nicht, dass Homöopathie und Schüsslersalze etwas Wirksames sind.( über den Placeboeffekt hinaus )

” Ich erwarte keine Zustimmungd, ich erwarte keine Meinungsänderung. Aber ein respektvollen Umgang und die Akzeptanz von anderen Meinungen und Ansichten. Fanatismus ist, wenn dies nicht mehr möglich ist.”

Das ist ja schön, denn Sie ändern Ihre Meinung auch nicht..

Dass Sie andere Ansichten haben , (die ich allerdings nicht nachvollziehen kann), wird ja akzeptiert.

Aber erstaunlich ist es.

#378 |
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Gut: “Dass Menschen im allgemeinen genügend Muskelkraft besäßen…”

Mal eine homöopathische Hypothese: Wasser hat ein Gedächtnis, das man sogar mittels elektromagnetischer Schwingungen messen, einspeisen, durch Glas hindurch übertragen und wieder auslesen kann.
Dann ist doch unser zu über 70% aus Wasser bestehender Körper voll der Informationen. Gesetzt den Fall, wir akzeptieren, dass es so etwas wie Evolution gibt, und, langfristig(!), nur das überlebt, was einen Überlebensvorteil bringt., dann hat diese ganze Information wohl auch einen Sinn, und wenn sie verloren geht, ist alles futsch – das Leben ist vorüber.

Jetzt lege man einen lebendigen menschlichen Körper mal in ein MRT. Da wimmelt es nur so von elektromagnetischen Strahlen (passiert tagtäglich wohl zigtausende male auf der Welt). Und das nur zu dem Zweck, um z.B. einen kleinen Tumor im Schädel zu lokalisieren.
In Windeseile werden da Elektronen angeregt (sie richten ihren Spin parallel zueinander aus), wie kleine Soldaten, denen man befiehlt, sich in Reih und Glied aufzustellen, nur, um sich in Bruchteilen einer Sekunde wieder zu ‘relaxieren’ (umzufallen). Je nachdem, wo mehr Wasser ist, kann man dann durch komplizierte mathematische Berechnungen z.B. einzelne Organe sichtbar machen…
Herrscht jetzt völliges Informations-Chaos? Die ganze essentielle Information ist futsch… und doch, der Patient hat’s überlebt… Kann mir das mal einer erklären?

#377 |
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Gast
Gast

das mit dem Rudern zum Mars war natürlich homöoiopatischen gemeint weil zwischen Erde und Mars nur das Gedächtnis von Wasser zum rudern vorhanden ist.

#376 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Hansjörg Habisch

“Dass Menschen im allgemeinen nicht genügend Muskelkraft besitzen, um zum Mars zu rudern, ist hinlänglich falsifiziert.”

… dann ist in diesem Satz aber ein ‘nicht’ zuviel, das meinen Argwohn erregt hatte. Ich dachte schon, die NASA mache irgendetwas grundlegend falsch… ;-)

#375 |
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Gast
Gast

@ Dr. E. Berndt

“Ihr Geschäftsmodell ist es mit den Ängsten vor…” Das kommt ja in der Schulmedizin nicht vor (Impfungen, Cholesterin, Blutdruck usw….)

Ziel einer Behandlung ist die Gesundheit und nicht die lebenslängliche Abhängigkeit von Medikamenten, welche nicht gesunde biologische Vorgänge unterstützen sondern irgendwo im Organismus etwas blockieren (Enzyme usw.) und oft, v.a. auf Dauer genommen, wofür sie nicht geprüft wurden, Nebenwirkungen verursachen.

Die ganze Diskussion ist vom Grundthema ziemlich abgedriftet. Es geht mir hier nicht darum, mich rechtfertigen zu müssen, was ich tue. Es geht mir nur darum, mit Argumenten darzustellen, dass andere Meinungen auch respektiert gehören. Ich erwarte keine Zustimmungd, ich erwarte keine Meinungsänderung. Aber ein respektvollen Umgang und die Akzeptanz von anderen Meinungen und Ansichten. Fanatismus ist, wenn dies nicht mehr möglich ist.

#374 |
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Gast
Gast

@370: Ich gehe von einem beobachtbaren Effekt aus, den müsste man für die Homöopathie doch erstmal finden.

#373 |
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Gast
Gast

Hallo Frau @Eva Julia Fischer, Man kann ja nicht wissen. Ich würde würde mich gerne freiwillig zur Vermehrung dieser Schutzengel melden.

#372 |
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@Norbert Aust
“Dass Menschen im allgemeinen nicht genügend Muskelkraft besitzen, um zum Mars zu rudern, ist hinlänglich falsifiziert.”
Nicht für alle Alltagsbeobachtungen braucht/kann man sich die Mühe machen, Quellen zu suchen. Wenn Sie’s nicht glauben: Lesen Sie Ihre Anatomie-, Physik- und sonstigen Bücher oder studieren Sie am Besten gleich Physik.

@ Claude-Alain Perrochet
Danke für den netten link zu Ludwigs’ Wasserstudien. Minutenlang ‘überlebende’ Elektronen sind schon faszinierend und beeindrucken. ‘Angeregte’ Elektronen wäre schon der etwas exaktere Begriff. Wenn das also Ihr Verständnis von Leben ist…? Elektronen können, und das nicht nur in Wasserstoff, Sauerstoff, deren Kombination als H2O, sondern in jedem Atom und Molekül, vom Grundzustand, durch Aufnahme entsprechender Energie, in ein höheres Orbital ‘angeregt’ werden, und geben diese Energie auch irgendwann wieder ab. In der Atmungskette in den Mitochondrien werden auch Elektronen ‘angeregt’ und letztendlich auf O2 übertragen, um daraus ‘neugeborenes’, frisches, ‘unwissendes’ H2O zu machen. Information wird dabei keine übertragen. Oder welche? Die Telefonnummer vom NADPH? Und dieses, wenn es als Elektronenakzeptor in der Glykolyse anfällt und ‘Energie’ (nicht ‘Information’) aufnimmt, bekommt es all das Wissen vom Zucker mit? Der wiederum, trägt er all die Information, die er hatte, bevor er in der Leber aus Aminosäuren, Fettsäuren, Kohlenhydraten gebildet wurde, Megabytes von Informationen mit sich rum? Wie schön die Sonne auf den Getreidefeldern scheinte, auf denen der Weizen wuchs, aus dem er stammt, oder wie ansträngend die Albuminsynthese in der Schweineleber war, als er noch ein kleines Glycinmolekül war?
Und die ganzen Elektronen, die durch unsere Stromleitungen fließen. Was tragen die so mit sich rum?
Ein wahrer Rausch an Informationen. Und nun kommt ein Hahnemann, pickt sich genau die Info raus, die er haben will, und schwupps sind alle geheilt.

Entschuldigung, dieses Märchen kann man einem Kleinkind erzählen.

#371 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Gast #368

Sie müssen das nicht erklären können oder sich mit einem Wirkungsmechanismus auseinandersetzen. Ihr Elektroinstallateur allerdings schon…..

#370 |
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Zahnärztin

Die Tatsache,daß manche Menschen schwere Unfälle unverletzt überleben, ist kein Beweis für die Existenz von Schutzengeln( obwohl nach einer Forsaumfrage über 60% der Deutschen an sie glauben). Es gibt auch keinen Beweis ihrer Nichtexistenz, aber viele Berichte über ihre Wirksamkeit.Und nun?! Wenn irgendeine Methode einen solch großen Nutzen verspricht wie die Verhinderung schwerster Verletzungen, sollten wir dann nicht forschen, ob sich Schutzengel vermehren lassen, wie man sie besonders effektiv einsetzt oder welche Einsatzgebiete besonders erfolgversprechend sind? Und( diese Hoffnung bleibt) vielleicht werden wir ihre Existenz irgendwann nachweisen können. Bis dahin hilft der Glaube.

#369 |
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Gast
Gast

Wenn ich den Lichtschalter betätige, das Licht an. Das muss ich nicht erklären können, aber ich kann das Ergebnis messen. Ich muss aber keinen Wirkungsmechanismus finden, wenn überhaupt kein Licht angeht.

#368 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Dr. Habisch

“Dass Menschen im allgemeinen nicht genügend Muskelkraft besitzen, um zum Mars zu rudern, ist hinlänglich falsifiziert.”

Wir sind uns ja prinzipiell einig – aber für diese Aussage würde mich doch eine Quelle interessieren.

#367 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ carbine
Das Jammern über die Strukturen ist aber auch ein Geschäftsmodell. Egal um was es geht , jede Änderung jede Entwicklung jede Neuerung in der Medizin wird versucht, mit den so genannten Leichentuchwacheln abzuwehren.

#366 |
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carbine
carbine

@Claude-Alain Perrochet

man könnte das noch weiter verfolgen:
warum sollte es möglich sein?

Weil Sie, wie viele Ärzte, zu Recht unbefriedigt sind über die Strukturen in der modernen Medizin?

Weil Anamneseerhebungen, die ihren Namen verdienen und sonstige wichtige Gespräche nicht angemessen entschädigt werden, es sei denn, man verbrämt sie als Homöopathie?

Neuraltherapie geht übrigens ins genau gleiche Kapitel..
Dagegen sollte man ankämpfen und nicht auf einem uralten Zauber-Ritual beharren.

Aber auch ein Arzt, der nicht auf diese Art der Behandlung ausweicht, kann empathisch behandeln und ist eine wichtige Figur im ganzen Geschehen, auch im Sinne von Placebo.
Aber ich möchte schon von einem Arzt behandelt werden, der sich der modernen Medizin bedient.

#365 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Claude Alain Perrochet
Es ist lustig, wenn Sie monieren, dass mehr geforscht werden soll. Sie zählen dazu das sattsam bekannte Kunterbunt an zur Zeit gerade hochmodischen alternativen Mitteln und Therapien auf.
Was wollen Sie denn bei Schüsslersalzen beforschen?
Forschungsgegenstand kann nur sein herauszufinden, warum diese Mittel so boomen. Und dieser Boom liegt nicht in der Wirksamkeit.
Ich halte Sie, nach ihren hier getätigten Aussagen für ein typischen Angstgewinnler.
Ihr Geschäftsmodell ist es mit den Ängsten vor Chemie, vor Antibiotika, vor registrierten Arzneimitteln durch Zustimmung zu längst überholten Mitteln und Methoden Ihr Geld zu machen.
Sie befriedigen eine Nachfrage, die sich nur auf Angst und auf eine durch nichts begründete Nostalgie des so genannten Natürlichen begründet. Sie arbeiten mit daran, dass als modern, gesünder und natürlicher gilt, was in Wirklichkeit so nicht ist.
Aber, und das ist das Perfide, ich bin der Meinung , dass es sich mit dieser Methode und einer entsprechenden Qualifikation leichter arbeiten lässt.
Zuerst wird einfühlsam alternativ behandelt und dann wird, wenn die Natur einen unerfreulich natürlichen Lauf nimmt hoffentlich rechtzeitig wirklich behandelt.

#364 |
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carbine
carbine

@
Claude-Alain Perrochet #361

“Warum soll es nicht möglich sein, dass homöopathische Verdünnungen eine Wirkung haben? Weil es die Naturwissenschaft heute nicht erklären kann?”

Warum sollte es möglich sein?
Weil es sich vor langer Zeit jemand ausdachte?

Warum sollte die Naturwissenschaft, die mittlerweile schon viel weiter ist, es nicht erklären können, wenn es ein real existierendes Phänomen wäre?

#363 |
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Gast123
Gast123

Schon wieder Kindergartenwissen als “Quelle”, Herr Perrochet?
Meinen Sie diesen ‘Dr Ludwig’, Sie Schulmediziner? (Soll heißen: unwissender, aber offensichtlich sehr gläubiger Schüler von irgendwelchen Dr.-Autoritäten)

http://www.psiram.com/ge/index.php/Wolfgang_Ludwig

Langsam wirds echt albern.

Dass Wasser seine Clusterordnung länger beibehält, wenn man es einfriert… ist nun Beweis für welche Ihrer Thesen genau?

#362 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. rer. nat. Hansjörg Habisch

“Die Naturwissenschaften können nicht alles erklären. Doch memorabiles Wasser und Milchzucker (an was der sich noch alles von seinem Weg aus der Kuh erinnert?) ist eine Behauptung, die jeglicher Beobachtbarkeit entbehrt.”

Warum soll es nicht möglich sein, dass homöopathische Verdünnungen eine Wirkung haben? Weil es die Naturwissenschaft heute nicht erklären kann? Dr. Ludwig konnte jedenfalls treffsicher den Inhalt homöopathischer Verdünnungen messen…

http://www.magnetotherapy.de/Publications-of-Dr-W-LUDWIG-R.588.0.html

http://www.gesund-durch-wasser.de/Informierung/informierung.html

#361 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Eva Julia Fischer

“Die Tatsache, daß wir mehr sind als ein organisierter Haufen Moleküle bedeutet keinesfalls, daß wir mit Methoden, die gegen naturwissenschaftliche Erkenntnisse sprechen, helfen können.” Das würde ich auch nicht sagen. Ich sage nur, dass wenn eine Methode dem heutigen Verständnis der Natur widerspricht, dies noch lange kein Argument dagegen sein muss.

“…für dessen Annahme einer Existenz es noch nicht einmal einen Grund gibt.” Sie implizieren damit, dass es also in all der existierenden Forschung zur Homöopathie es keine Hinweise für die Wirksamkeit der homöopathischen Verdünnungen gibt… Sie dürfen gerne zu diesem Schluss kommen. Aber man kann durchaus auch zu einem anderen gelangen.

#360 |
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Zahnärztin

“…Die Frage ist, können wir uns selbst und insbesondere unser Denken mit dem Verständnis der klassischen Physik restlos erklären? Wenn nicht, fragt es sich, inwiefern wir fähig sind, unseren Mitmenschen in Not, alleine auf Grund dieser Erkenntnisgrundlage im Kopf, helfen zu können…..”
Die Tatsache, daß wir mehr sind als ein organisierter Haufen Moleküle bedeutet keinesfalls, daß wir mit Methoden, die gegen naturwissenschaftliche Erkenntnisse sprechen, helfen können. Der Patient wünscht sich einen aufrichtigen Umgang und er wünscht sich ein Gegenüber, das die eigene Beschränktheit anzunehmen bereit ist und nicht einen Zauberonkel, der,weil er für das Eine keine Erklärung hat, das Andere wählt, für dessen Annahme einer Existenz es noch nicht einmal einen Grund gibt. Empathie und wirkliches Interesse auf allen Ebenen können als zutiefst menschliche Eigenschaften das füllen, was uns an Erklärung fehlt.

#359 |
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@ Frau Perrochet
Eine Diskussion über den Ursprung allen Seins würde den Rahmen sprengen. Aber man darf sich wundern, wie viel man bereits über die Selbstorganisation der Materie auf atomare Ebene, neuraler Netzwerke usw. weiß (wenn auch vieles noch nicht, und vieles vielleicht auch nie). Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Jantsch “Die Selbstorganisation des Universums”

Es wäre langweilig, würde man alle Antworten kennen. Als Wissenschafter kann ich Ihnen aber versichern, dass die Antworten aus jedem Experiment, dass man macht, mindestens 10 neue Fragen aufwirft.
Es gibt kein Naturgesetz etwa über die ‘Notwendigkeit von Kunst’. Und trotzdem ist sie wohl das, was uns am ehesten zum Menschen macht.

Wie jeder sein Leben individuell gestaltet, sei ihm überlassen. Nehmen wir als Beispiel das Pankreaskarzinom. Trotz jahrzehnte langer Forschung gibt es hochsignifikante Studienergebnisse, die den Erfolg der Chemotherapie zeigen. Ohne sie lebt man im Schnitt 6 Monate nach Diagnose, mit Chemo 2 Wochen länger. Ich frage mich oft, ob ich bei so etwas – mit bekannten Nebenwirkungen – mitmachen würde.
Doch aus dem gleichen Grund: Warum soll ich in die Apotheke laufen, mir Milchzucker mit schönklingenden Namen und pseudowissenschaftlicher Aufmachung kaufen, und 3x tägl. 6 Globuli davon schlucken, wenn ich mir Zucker auch einfacher zuführen kann. Der zu erwartende Effekt ist marginal – gesetzt, und das bezweifle ich, es besteht überhaupt einer, und das höchstens bei leichten Beschwerden, die ich auch anders kurieren kann (entspannen, ein gutes Buch lesen und dazu eine Tasse Tee).
Warum gibt’s keine Homöopathiestudien zum Pankreaskarzinom? Nikotinabusus als Risikofaktor: Also her mit Nicotin C200! Oder anderer Risikofaktor: Adipositas. Also her mit den hoch potenzierten Burgern von Mc Doof & Co.
Doch bei Krankheiten, wo es wirklich um Leben und Tod geht, verlässt man sich dann doch lieber auf die Schulmedizin und nicht auf Zucker allein. Studien über Kaulquappen oder Gerinnungs-Verbesserung bei Gesunden ist da schon weniger unsicher.

Die Naturwissenschaften können nicht alles erklären, am wenigsten Gott, aber das behaupten sie auch nicht. Doch memorabiles Wasser und Milchzucker (an was der sich noch alles von seinem Weg aus der Kuh erinnert?) ist eine Behauptung, die jeglicher Beobachtbarkeit entbehrt.

#358 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. rer. nat. Hansjörg Habisch

“Autos, ausreichend Nahrung, saubere Klamotten, Armstrong auf dem Mond oder Aspirin, sie sind Evidenz genug für die Wirksamkeit der von uns Menschen beschriebenen Naturgesetze. Sie mögen nicht 100%ig verifiziert sein, doch solche ‘Effekte’ lassen wohl weniger Zweifel offen als etwas, das den Naturgesetzen völlig widerspricht.”

Auch ich habe Freude an all den technischen und modernen (medizinischen) Errungenschaften. Aber was ist mit dem Leben? Sind Lebewesen ein haufen organisierter Materie, welche sich nach den Naturgesetzen verhält und im Verlaufe der Evolution die Form von Pflanzen, Tieren oder Menschen angenommen hat? Stossen die von der klassischen Physik formulierten Naturgesetze an Grenzen, wenn es um die Erklärung des Lebens geht?

Wobei alle diese Erklärungen ja auch nur ein Produkt der im menschlichen Gehirn wirkenden Materie sind… D.h. wir könnten gar nicht die Tätigkeit ausführen, welche wir als Denken erleben bzw. diese wäre durch das Zusammenspiel der Atome festgelegte Angelegenheit. Neues zu denke, ein Gedanke in eine bestimmte Richtung zu entwickeln, wäre nicht möglich, weil dies bedeuten würde, dass “irgend etwas” die Materie in unserem Gehirn in eine bestimme Richtung lenken müsste. Oder können die Strukturen in unserem Gehirn sich selbst so führen, dass daraus logisches Denken wird? Selbstorganisation der Materie hin zu denkenden Lebewesen? Wie wahrscheinlich ist es, dass sich solchermassen organisierende Materie je einmal zur Formulierung der Relativitätstheorie gelangt, dass sich solchermassen organisierende Materie höchst komplexe aber niemals chaotisch wirkende Werke der Kunst und Literatur hervorbringt, wie wir sie kennen und an denen wir uns erfreuen können?

Die Frage ist, können wir uns selbst und insbesondere unser Denken mit dem Verständnis der klassischen Physik restlos erklären? Wenn nicht, fragt es sich, inwiefern wir fähig sind, unseren Mitmenschen in Not, alleine auf Grund dieser Erkenntnisgrundlage im Kopf, helfen zu können.

#357 |
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Danke Herr Aust. Sie bestätigen meine Aussage, nur Ihr Schluss ist falsch.
Dass Menschen im allgemeinen nicht genügend Muskelkraft besitzen, um zum Mars zu rudern, ist hinlänglich falsifiziert. Doch ob ich(!) es kann, weiß niemand, der mich (und mein Einhorn) nicht kennt… Somit ist diese Hypothese nicht zu 100 Prozent falsifiziert.

Genauso verhält es sich mit der Dosis und der Wirkung: Dass beide zusammenhängen, ist, ob in der Pharmakologie, der Mechanik, der Mathematik (10×10 ist mehr als 10×0) und überall sonst in den Naturwissenschaften beobachtet. Das Gegenteil? Wo ist dies der Fall, außer in einem 200 Jahre alten Postulat eines Mannes, der sich dachte, wenn man mit den (damals) bekannten Heilmethoden schon nicht weiterkommt, dann erfinden wir halt neue?

Vieles kann man in der Medizin durch Nachahmung der Natur behandeln (oder zumindest durch Verständnis der zugrunde liegenden Vorgänge zur Therapie nutzen). Wie verhält es sich mit D30-verdünnten simila in natura? Gibt es im Menschen z.B. irgendwelche physiologischen/biochemischen (‘natürlichen’) Vorgänge, bei denen das ‘Weniger’ einer Substanz einen größeren Effekt bewirkt? Ich rede jetzt nicht von der Unterbrechung autoregulatorischer Schleifen (z.B. Hormone). Ich esse mehr, also bin ich mehr. Meine Neurone feuern mehr, also tippe ich mehr.

Man will drann glauben, und erfindet ein unendliches Spektrum an Erklärungen, tanzt um’s Feuer und macht letztendlich nur Psychotherapie. Auch nicht schlecht, aber auch nicht ehrlich.

#356 |
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Zahnärztin

@ Claude Alain Perrochet
” Albern” finde ich keineswegs ( fundierte) Haltungen anderer Menschen ( auch nicht Ihre!), aber die Tatsache, daß Sie Menschen,die nicht IHRE Meinung vertreten, zum Denken auffordern, ist schon ein wenig….albern:
“….Statt zu polemisieren, denken!….”
Ohne jetzt diese Impfdiskussion bis ins Letzte führen zu wollen, so empfinde ich Ihre vorgebrachten Bedenken bezüglich der von mir zitierten Studie als Ausweichmanöver:
Es gibt eine Prävalenzdifferenz bei den Atopikern bei den 11- 17jährigen. Das ist eine Tatsache. Alles Weitere ist Spekulation- insbesondere, ob es einen kausalen Zusammenhang mit den Impfungen gibt. Nehmen wir an, es gäbe einen: Was veranlaßt Sie zu der Aussage, daß Atopiker eine Prädisposition für Tumorerkrankungen hätten? Meines Wissens ist diese Frage nicht abschließend geklärt ( es gibt auch gegenteilige Annahmen!). Und selbst wenn es so wäre, daß man beispielsweise ein statistisch doppelt so hohes Risiko als Atopiker hätte, an einem Non- Hodgkin-Lymphom zu erkranken ( also insgesamt ein sehr geringes!), so finde ich es abwegig, Impfungen aufgrund unbewiesener Kausalitätsketten abzulehnen, wenn diesen harte Fakten entgegenstehen: Die Letalität bei Masern wird in Industrienationen mit 0,05-0,1% angegeben. Das heißt also, daß jeder 1000. – 2000. Erkrankte erst gar nicht mehr in die Gefahr gerät, einen potentiellen Impfschaden davonzutragen. Tot ist tot.
Und( um wieder das Ausgangsthema aufzugreifen) diese Art der Argumentation ist typisch für die Befürworter der ” natürlichen Richtung”: Das Haar im Suppenkessel wird gesucht während man sich die Hände verbrüht….

#355 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

Herr Habisch,

“JEDE Hypothese, die nicht falsifiziert ist, gilt – zumindest als möglich”

Genau so sehe ich das. Entweder sie ist falsifiziert oder möglich. Wenn Sie die Möglichkeit, dass die Hypothese zutreffen könnte, ausschließen können, ist die sie falsifiziert.

Dass Sie mit den Armen rudernd den Mars erreichen können, ist übrigens hinreichend falsifiziert. Es ist bekannt, welche Geschwindigkeit Sie erreichen müssten, um das Schwerefeld der Erde zu verlassen (etwas über 11 km/s) und welche Geschwindigkeit sie mit dem Rudern der Arme erreichen können: 0,00 km/s, da Ihre Arme angesichts der mangelnden geeigneten Profilierung keinen Auftrieb erzeugen können, und selbst wenn sie dies hätten, Sie mit Ihren Muskeln nicht in der Lage sein werden, die benötigte Antriebsleistung auch nur für ein kurzzeitiges Abheben bereitzustellen.

“Eine Kausalkette von der atomaren bis zur klinischen Ebene führen zu dieser Erkenntnis.”

Da gebe ich Ihnen völlig Recht, dass dies eigentlich der gesuchte Zustand ist. Der Vorteil des Nachweisverfahrens mittels replizierter PCTs ist aber, auf das Vorhandensein solcher Kenntnisse nicht angewiesen zu sein. Dass es wünschenswert ist, den Wirkszusammenhang zu kennen,versteht sich von selbst, denn anders sind Verbesserungen und Erweiterungen wohl kaum ableitbar.

#354 |
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Gast
Gast

“Wobei trotz noch so vieler Forschung: die optimale Betreuung des einzelnen Patienten wird immer eine Kunst bleiben, welche bei weitem nicht nur auf den optimalen Einsatz der wissenschaftlichen Erkenntnisse beruhen kann. ”
Sollte man lieber würfeln, denn die Quantenphysik wird’s schon richten?

#353 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

Herr Perrochet,

“Weil sobald auch nur eine Studie ein eindeutigen Beweis für die Wirksamkeit der homöopathischen Verdünnungen erbringt”

Das kann EINE Studie nicht leisten. Jede Studie beruht auf einem statistischen Vergleich, das heißt auf Wahrscheinlichkeiten. Bei den gegenwärtigen Gepflogenheiten beträgt die Wahrscheinlichkeit 5%, dass ein Ergebnis als signifikant bewertet wird, es aber nicht ist. Daher gilt eine Hypothese erst dann als akzeptiert, wenn sie in mehreren unabhängigen Studien mit ähnlichen Resultaten bestätigt werden konnte – und dies auch im wissenschaftlichen Disput Bestand hatte.

“Und das soll ja unbedingt verhindert werden.”

Von wem? Warum? DHU, Heel, Boiron etc. sind auch Pharmafirmen und keine Versammlungen von Erzengeln und Heiligen.

“Mit nur etwas Goodwill kann auf Grund der heutigen Studienlage die Hypothese a) vertreten werden.”

Wenn dazu Goodwill notwendig ist, und sei es auch wenig, eben nicht.

“Ihre Kritik gegenüber dieser Studie muss schon sehr tief ausholen.”

Nein, ganz bestimmt nicht. Das, was ich schreibe, ist offensichtlich. Bei einer Test-Retest Zuverlässigkeit von 0,72 ist ein Unterschied von 1,67 Punkten ein sehr kleiner therapeutisch belangloser Effekt, wenn nicht überhaupt nur ein statistischer Artefakt.

“Gegen die Möllinger Studien haben Sie vor allem gespottet, nicht argumentiert”

Sehe ich etwas anders. Zugegeben, das Ganze wirkt schon erheiternd, aber: Ich habe aufgezeigt, dass die Placebogruppe eine ganze Reihe Symptome gezeigt hat, die eigentlich nichts mit der Arzneimittelprüfung zu tun haben können. Was zu der Frage führt, wie belastbar die Beobachtungen der Homöopathiegruppe gewesen sein mögen. Angesichts dieses Sachverhalts sind die Schlussfolgerungen, dass die Homöopathiegruppe jeweils andere oder auch mehr Symptome zu verzeichnen hat, höchst trivial. Sie haben keinerlei Relevanz für die Frage, ob eine homöopathische Arzneimittelprüfung belastbare Ergebnisse bringt, oder nicht. Eine ausführlichere Auseinandersetzung mit den Möllinger-Studien finden Sie in meinem Buch ‘In Sachen Homöopathie – eine Beweisaufnahme’.

“es gibt Nachweise, diese sind aber nicht eindeutig genug, um jeder Kritik stand zu halten.”

Es gibt keine Rappen mit weißem Fell. Nachweise, die nicht eindeutig sind, sind keine Nachweise.

“wo gibt es in der Medizin eindeutige Nachweise, welche jeglicher Kritik stand halten können?”

Welche Relevanz hat diese Frage in Bezug auf die Homöopathie?

#352 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

Meine Vorwürfe richten sich nicht einfach an die “böse” Pharmaindustrie, welche unter den gegebenen Rahmenbedigungen das am besten tut, was sie zu tun hat. Was ich sagen will, ist, dass viele Rahmenbedingungen zu einer Entwicklung führen, welche nicht das Wohl der Patienten im Vordergrund stellt. Es sind keine Verschwörungsargumente. Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Konkret: Ein gewichtiges Problem ist das heutige Patentwesen. Gewinn verspricht, was patentierbar ist. Entsprechend wird die Forschung ausgerichtet. Es sind Veränderungen am Patentwesen zu diskutieren. Am besten wäre wahrscheinlich gar keine Patentierungen mehr zuzulassen und das Prinzip umsetzen, dass wer forscht nicht produziert und umgekehrt. Ein weiterer Kritikpunkt ist der ganze Medizinbetrieb, welcher nicht genügend erkennt, wie er durch die Pharmaindustrie gesteuert wird und dem zu wenig entgegenstellt. Sobald eine neue Substanz, neue Substanzgruppe auf dem Markt gelangt, sind alle Hefte, Weiterbildungen usw. voll mit dem Thema. Expertenmeinung hier, Expertenmeinung dort zum neuen Medikament XY bzw zur neuen Medikamentengruppe. Es wird “die Schafsherde” ausgerichtet, entsprechend zu handeln. Wehe dem, der sich nicht an die Richtlinien hält. So angelt sich die Medizin von Hype zu Hype und viel, welches zu diskutieren, erforschen und anzuwenden wäre, fristet ein dauerhaftes Nischendasein. Z.B. das Vitamin D – in Lehre (!), Diskussion und Forschung – hätte einen Platz vedient wie der von Statine, Antidiabetika usw. Weitere Themen, welche mehr prominente Forschung und Diskussion verdient hätten: Bereiche der Schulmedizin (z.B. Cimetidin perioperativ bei Colon-Ca ->hohe Mortalitätsreduktion nach 5 Jahren! wo bleiben hier die Guidelines?), orthomolekulare Medizin (Vitamin D, Selen, usw.), Neuraltherapie, viele Hausmittel, viele Phytotherapeutika und phytotherapeutische Mischungen, Homöopathie, anthroposophische Medizin, TCM, Bioresonanz usw. Hier gälte es, mit den Mitteln der Forschung “aufzuräumen” und Klarheiten zu schaffen, was wann, wie und wie effektiv wirkt oder nicht.
Wobei trotz noch so vieler Forschung: die optimale Betreuung des einzelnen Patienten wird immer eine Kunst bleiben, welche bei weitem nicht nur auf den optimalen Einsatz der wissenschaftlichen Erkenntnisse beruhen kann.

Abschliessend vieleicht der Hinweis zu diesem Artikel:
http://www.saez.ch/docs/saez/archiv/de/2010/2010-11/2010-11-051.PDF

#351 |
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@335 & 345, Aust, Perrochet

Tatsächlich: Wissenschaftliche Hypothesen lassen sich mit absoluter Gewissheit tatsächlich nur falsifizieren (Ihre Antwort b), wie etwa Popper’s weiße Raben (bei letzteren gäbe es unter entsprechenden Umweltbedingungen ja vielleicht noch Gründe, über deren Existenz zu spekulieren). Bei Einhörnern wird’s schon schwieriger: Nicht nur, dass keiner einen Beweis für ihre Existenz hat (Ihre Antwort a), es gibt schlicht keine Gründe, ihre Existenz anzunehmen (z.B. von den Tierarten, die wir sonst so kennen). Das heißt aber nicht automatisch, Antwort c (weder Bestätigung noch Widerlegung) ist richtig: Denn das hieße im Umkehrschluss, alles, JEDE Hypothese, die nicht falsifiziert ist, gilt – zumindest als möglich, oder anders gesagt: Mit dieser Annahme würde man gleichzeitig in unendlich vielen Parallelwelten mit unendlich viel Möglichkeiten geltender Hypothesen leben. Wenn ich mit meinen Armen lang genug rudere, lande ich irgendwann am Mars: Diese Hypothese ist nicht falsifiziert, doch – verzeihen Sie den Ausflug in die Realität – wird menschliche Vernuft dieser Annahme kaum folgen. Denkbar möglich heißt nicht tatsächlich möglich, weil nicht bewiesen (a – was nicht 100%ig geht) oder widerlegt (b).

Sie stützen sich immer wieder auf ‘statistisch signifikante’ Studien. Wie auch immer man deren Ziele und methodische Stärken – und vielleicht auch Schwächen – bewerten will (etwa, dass die Gerinnungs-“Verbesserung von Gesunden” untersucht wird), das einzige, was dort evaluiert wird, ist eine Korrelation bzw. wie gering die Wahrscheinlichkeit für eine zufällige Beobachtung ist. In einer evidenzbasierten Medizin (auch keine ihrer Hypothesen ist zu 100% verifiziert!) führen Tausende, Millionen, oder Millarden einzelner Messungen, Hypothesen, Theorien, dazu, etwa eine Impfung als sinnvoll zu erachten. Eine Kausalkette von der atomaren bis zur klinischen Ebene führen zu dieser Erkenntnis.

Wenn nun etwas dem Dosis-Wirkungs-Prinzip völlig widerspricht, dann ist das nicht schade für die armen Wissenschafter und die reiche Pharmaindustrie (deren Aktien unser alle Pensionskassen vielleicht auch halten), dann stimmt unser gesamtes Weltbild nicht mehr!
Wirtschaft ist einer der besten Indikatoren dafür, wie gut eine Hypothese ist, sorry. Ob Autos, ausreichend Nahrung, saubere Klamotten, Armstrong auf dem Mond oder Aspirin, sie sind Evidenz genug für die Wirksamkeit der von uns Menschen beschriebenen Naturgesetze. Sie mögen nicht 100%ig verifiziert sein, doch solche ‘Effekte’ lassen wohl weniger Zweifel offen als etwas, das den Naturgesetzen völlig widerspricht. Da hilft auch kein kleines Nachbessern in der Zukunft.

#350 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Es ist das Schicksal der Nachweisbarbeit einer spezifischen kausalen Wirkung, daß nur ein positiver Wirksamkeitsbeweis geführt werden kann und es nach den Gesetzen der Logik nicht möglich ist generell Unwirksamkeit zu beweisen.
Homöopathie lebt nur von diesem Umstand.
Immer dann, wenn Homöopathie auf bestimmte Indikationen hin geprüft wird, ist das Ergebnis mager. Herr Perrochet zeigt uns geradezu klassisch wie das gemacht wird. Er sucht penibel die Fehler in der evidenzbasierten Medizin und übersieht, dass die Homöopathie bis dato nichts geleistet hat. Und wenn sonst nichts mehr geht gibt es halt Pharmabashing.
Egal wie, mit den Hinweisen auf die Mängel und Fehler und Fehlleistungen beweist man nur, dass einem die Argumente sprich die beweisenden Studien fehlen.

#349 |
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carbine
carbine

@Claud-Alain Perrochet

“Mit nur etwas Goodwill kann auf Grund der heutigen Studienlage die Hypothese a) vertreten werden.”
a) die Hypothese ist bestätigt.

Das glaube ich ja nicht.
Und Ihre Argumente gegen die ganzen Misstände in der Medizin können ja nicht bedeuten, dass deswegen etwas vollkommen Unsinniges reell und wahr ist.
Herr Aust und auch andere, die der Homöopathie kritisch gegenüberstehen, haben die Mängel in der heutigen Medizin deutlich dargelegt.

#348 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@ Claude Alain Perrochet und das Gedächtnis von Wasser als Wissenschaft

#347 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Claude Alain Perrochet
Sie betreiben Ablenkung.
Sie beschuldigen pauschal, wie das so üblich ist, dass zuviel und zu oft Antibiotika verschrieben werden und auch die Vorwürfe gegen die Pharmaindustrie sind sattsam bekannte Verschwörungsargumente . Das heißt sie argumentieren mit heißer Luft.
Auch ihr Argument, dass sie als Praktiker alles beurteilen , ist nur ein Autoritätsargument.

#346 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Norbert Aust

Das mit den Hypothesen a, b und c habe ich sehr wohl verstanden. Es ist auch klar, warum die homöopathische Forschung solchen Gegenwind erfährt. Weil sobald auch nur eine Studie ein eindeutigen Beweis für die Wirksamkeit der homöopathischen Verdünnungen erbringt, dann die Hypothese a) gilt…Und das soll ja unbedingt verhindert werden.
Vielleicht habe ich nicht immer richtig gelsen, aber jedenfalls bei einigen Kommentaren hier den Eindruck erhalten, Gegner der Homöopathie erklären die Hypothese b) (Unwirksamkeit) gerne mal als bewiesen…
Mit nur etwas Goodwill kann auf Grund der heutigen Studienlage die Hypothese a) vertreten werden. Aber sehr kritisch betrachtet, bleibt es bei der Hypothese c). Die Hypothese b) ist definitiv unhaltbar.

Die Studie von H. Frei kenne ich, auch die Kritik dazu und die Schwachstellen. Trotzdem stellt sie eine methodologisch nach den heute gültigen Kriterien für Studien, qualitativ hochvertige Studie mit (knapp) positivem Resultat. Ihre Kritik gegenüber dieser Studie muss schon sehr tief ausholen. Fragt sich, welche Studien mit solcher Strenge beurteilt überhaupt noch ein verwertbares Resultat ergeben würden und was noch an Evidenz in der Medizin übrig bleiben würde. Schätze mal, nicht allzu viel. Schon ohne solch strenge Beurteilung sind höchstens 20% der medizinischen Leistungen evidenzbasiert. Bei dem Massstab, den Sie für homöopathische Studien anlegen, wären wohl weniger als 10% der schulmedizinischen Leistungen evidenzbasiert.

Gegen die Möllinger Studien haben Sie vor allem gespottet, nicht argumentiert. Die drei Studien, auch wenn kritisierbar, haben ein statistisch signifikant positives Ergebnis gezeigt, dass homöopathische Verdünnungen einen spezifischen Effekt haben. Zugegeben, die Studien können nicht als eindeutigen Beweis herhalten.

Eindeutig und endgültig…ja, da habe ich mich vertippt bzw. in der Wortwahl vertan.

“Demzufolge befinde ich mich überhaupt nicht im Widerspruch zu den Aussagen von Frau Witt darüber, dass eine über Placebo hinausgehende Wirkung nicht nachgewiesen sei.” Frau Witt sagt “nicht eindeutig nachgewiesen”. Ein kleiner Unterschied: es gibt Nachweise, diese sind aber nicht eindeutig genug, um jeder Kritik stand zu halten. Nochmals: wo gibt es in der Medizin eindeutige Nachweise, welche jeglicher Kritik stand halten können?

#345 |
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Gast
Gast

Sollten wir für Omas Hausmittelchen nicht einen eigenen Thread eröffnen? Das gerät jetzt sehr off Topic.

#344 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

Der Artikel der Apoheken-Rundschau ist wohl nicht das Gelbe vom Ei. Zitat: “Der Arzt verschreibt Antibiotika bei Mittelohrentzündungen, um das Risiko für Komplikationen mit möglichen lebenslangen oder sogar lebensbedrohenden Folgeschäden zu senken.”
In dem von mir verlinkten Artiel http://www.evidence.de/Leitlinien/leitlinien-intern/Otitis_media_Start/Otitis-media-Patientenleitlinie.pdf
steht:
” Kinder, die keine Antibiotika einnehmen, haben nahezu genauso selten mit ernsthaften Folgen von Mittelohrentzündungen zu kämpfen, wie Kinder, die von Anfang an mit Antibiotika behandelt wurden.”

Nachgewiesen ist nichts, das stimmt. Trotzdem trau ich mir als Praktiker zu, beurteilen zu können, ob eine Therapie zuverlässig wirsam ist oder nicht und brauche dafür nicht die Zusage einer Wissenschaft, welche sich mehr um die Profite der Unternehmen kümmert als um den Nutzen für die Menschen. Dass womöglich gute, gut verträgliche und günstige Mittel nicht untersucht werden, ist ein Skandal und hauptverantwortlich für die Kostenexplosion im Gesundheitssystem (+ Schaden durch vermeidbare Nebenwirkungen)! Dafür werden aber X-Mio für fast gleichwertige Antihypertensiva, Cholesterinseker, Potenzmittel usw. und deren Vermarktung ausgegeben. Das sind offensichtliche Auswüchse eines kranken Gesundheitssystems, welche schwer zu denken geben sollten.

#343 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Ich kann nur sagen, dass die Empfehlung für Zwiebelsäcken und das in Kombination mit Wäre sicher nicht das gelbe vom Ei ist.

1. Nachgewiesen ist nichts. Es existieren nur sogenannte Erfahrungsberichte und positive Erfahrungsberichte gab und gibt es für jeden Ratschlag.
2. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dem Wunsch nach Zwiebelsäckchen entsprochen wird, um den Eltern ein Möglichkeit zu eröffen irgend etwas zu tun.
3. Die immer wieder angeführte antibiotische Wirkung ist für den Hugo. Wie sollen die Senfgase im Mittelohr wirken. Das Senfgase antibiotisch sind ist in vitro sicher anzunehmen, aber in vivo ist das ein ganz andere Kaffee
4. Otitis Media ist eine Entzündung. Normalerweise sind bei Entzündungen Wärmebehandlungen und die Durchblutung steigernde generell Maßnahmen kontraindiziert. Warum soll das hier anders sein?
Fazit: Viel Lärm um nichts!

http://www.apotheken-umschau.de/Mittelohrentzuendung-akut/Akute-Mittelohrentzuendung-Therapie-11746_6.html
Keine Hausmittel: Das Auflegen von sogenannten Zwiebel-Säckchen und das Abbrennen von Ohrenkerzen ist unsinnig. Bei der Wärme-Applikationen durch ein Rotlicht oder eine Wärmflasche kann sich der Krankheitsverlauf verschlimmern.

http://www.evidence.de/Leitlinien/leitlinien-intern/Otitis_media_Start/Otitis-media-Patientenleitlinie.pdf

Zwiebel- oder Kamillesäckchen: gehackte Zwiebelstückchen werden in einem Säckchen aus dünnem Stoff mehrmals täglich für etwa eine halbe Stunde auf das schmerzende Ohr gelegt, mit wärmender Wolle oder Watte abgedeckt und mit einer Mütze oder einem um den Kopf gewickelten Tuch befestigt. ……Wärme (z.B. Rotlicht) am entzündeten, schmerzenden Ohr tut vielen Kindern gut. Auch die
Wirksamkeit dieser Behandlung wurde zwar oft beschrieben, jedoch nie in wissenschaftliche Beobachtungsreihen nachgewiesen.

#342 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

Es ist übrigens Tag 6, der ereignislos verstreicht, nachdem Herr Dr. Stute die Mail von mir bekam, woraufhin er drei Vorschläge machen wollte, wie man sich von der Wirksamkeit der Homöopathie überzeugen kann.

War wohl doch nur heiße Luft – eigentlich noch nicht mal sehr heiß…

Er ist auch sonst recht still geworden, in der letzten Zeit…

#341 |
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carbine
carbine

@
Claude-Alain Perrochet

“Zwiebelwickel bei O. Media wird auch in der evidenzbasierten Medizin empfohlen:”

Aber erst nachdem deutlich und eindringlich auf die mögliche Gefährlichkeit der OM hingewiesen wurde und durch eine ärztliche Untersuchung bestätigt wird, dass mit Komplikationen nicht zu rechnen ist.

“Dies kann jedoch nur eine
Zusatzinformationen sein, die das Gespräch mit Ihrem Arzt nicht ersetzt.”
Empfohlen sieht anders aus.

Es ist bestimmt sehr sinnvoll, mit Hausmitteln zu arbeiten, wenn der Gesundheitszustand das zulässt, um dem Kind Erleichterung zu verschaffen. Aber auch und gerade OM oder auch Masern können bleibende Schäden hinterlassen, da muss die Abklärung sauber erfolgen

#340 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Gast123

Zwiebelwickel bei Mittelohrentzündung bei Kinder ist eine zuverlässig wirkungsvolle Therapie (Erfahrungen in Praxis, von Kollegen und in der Literatur). Alternativen? Antibiotika -> häufig Rezidive, schlechte Verträglichkeit usw.
Antibakterielle Wirkung siehe: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23579100
Dass wissenschaftliche Untersuchungen fehlen, während z.B. X-Mio in der Erforschung von Potenzmitteln fliessen, dass ist das Tragische an der heutigen Situation. Gute Mittel werden nicht erforscht. Die Forschung ist viel zu einseitig auf patentierbare, gewinnbringende Substanzen fokusiert. Not-wendig ist eine starke, von der Pharmaindustrie unabhängige Forschung, welche auch Therapien erforscht, für die es keine wirtschaftlichen Interessen gibt.

#339 |
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Gast123
Gast123

Perrochet, lassen Sie diese Nullargumente. Wir können wohl alle Lesen.

“Viele Eltern berichten über den erfolgreichen Einsatz von alternativen Medikamenten und Maßnahmen wie zum Beispiel Zwiebel- oder Kamillesäckchen für die Ohren sowie Wadenwickel bei Fieber. Die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Maßnahme wurde zwar durch individuelle Erfahrungen bestätigt, bisher jedoch nicht wissenschaftlich untersucht.”

Das ist wohl das Gegenteil von evidenzbasiert.

#338 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

Zwiebelwickel bei O. Media wird auch in der evidenzbasierten Medizin empfohlen:

http://www.evidence.de/Leitlinien/leitlinien-intern/Otitis_media_Start/Otitis-media-Patientenleitlinie.pdf

(auf Seite 8)

Es ist nicht immer einfach, aber auch ich versuche, evidenzbasiert zu arbeiten :-)

(+ Erfahrungen welche überzeugen vermögen – suche dann aber nach Erkläungen, Studien usw. und ganz wichtig, der Vergleich zu anderen Therapieoptionen und was damit zu erwarten ist an Resultate).

Übrigens: in der Vitamin D-Debatte kann ich mich Ihren Kommentaren nur anschliessen…

#337 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Gast #294

“Jahrtausende altes Wissen, welches allein auf Erfahrung beruht, wie z.B. in der TCM haben wir als Gesellschaft doch auch lange ignoriert”

Dass TCM nicht Jahrtausende alt ist, noch nicht einmal ein Jahrhundert, wurde an anderer Stelle schon ausgeführt. Aber nehmen wir mal an, das würde für Teilgebiete sogar stimmen. Bevor man dieses Jahrtausende alte Wissen nutzt, sollte man sich einmal vor Augen führen, zu welchen Ergebnissen die Anwendung dieses Wissens geführt hat. Drehen wir die Uhr 200 Jahre zurück, da gab es nur dieses Wissen, und dann beantworten Sie mal die Fragen:

– wie hoch war die Kindersterblichkeit?

– wie hoch war die Lebenserwartung?

– wie hoch war die Mortalitätsrate bei den diversen Seuchen?

– wie hoch war die Sterblichkeit infolge von Bagatellkrankheiten und -Verletzungen (aus heutiger Sicht?)

Man führe bitte jetzt nicht bessere Hygiene und Ernährung als Grund an. Diese sind nämlich auch die Ergebnisse jüngeren Wissens und neueren Wissenschaftsglaubens und die Umsetzung ist mit Chemie und ähnlichem Teufelszeug verbunden.

#336 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Claude-Alain Perrochet

Da ich derzeit nicht so häufig am PC bin und diese Diskussion immer noch sehr viel Schwung hat, komme ich erst nach weiteren 50 Beiträgen dazu, zu Ihrem Kommentar #287 Stellung zu nehmen. Angesichts des Fortschrittes der Diskussion vielleicht etwas überholt, sollte aber nicht unerwähnt bleiben.

Sie haben die wissenschaftliche Nachweisführung nicht verstanden. Für jede Hypothese, die zur Prüfung ansteht, gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten. (a) die Hypothese ist bestätigt, (b) die Hypothese ist widerlegt und (c) keins von beidem, die Hypothese ist weder bestätigt noch widerlegt. Daraus folgt: Wenn man versucht eine Hypothese zu bestätigen und dies gelingt nicht, dann kann man die Hypothese nicht automatisch als widerlegt betrachten. Die Alternative zu (a) ist nicht (b) sondern (c). Ebenso ist die Alternative zu (b) nicht (a) sondern ebenfalls (c).

Sehr häufig ist es sogar so, dass bei einer Hypothese eine der beiden Möglichkeiten praktisch nicht nachweisbar ist. Nehmen wir als Beispiel die Hypothese, es gibt Einhörner auf der Erde. Eine Bestätigung der Hypothese wäre einfach: Man zeige eins, zeige Überreste eines Exemplars oder was auch immer. Das Gegenteil ist nicht nachweisbar. Wir können nicht zweifelsfrei nachweisen, dass es nirgendwo auf der Erde die Überreste eines Einhorns gibt bzw. sogar ein lebendes Tier. Jedes Jahr werden Tierarten neu entdeckt, also ist es kein Beweis, dass wir bislang noch kein EInhorn gesehen haben. Demzufolge gibt es bei der Hypothese, es gäbe Einhörner tatsächlich, von den drei genannten Möglichkeiten in der Praxis nur zwei, nämlich die Existenz ist entweder bestätigt (a) oder sie ist nicht bestätigt (c), aber für (b) ist kein Nachweis möglich.

Nach diesem kurzen Exkurs:

Niemand, der etwas von der Sache versteht, behauptet, die ‘homöopathischen Verdünnungen seien erwiesenermaßen reines Placebo’. Wenn Sie genau lesen würden, dann würden Sie feststellen, dass die Aussage ist, dass eine Wirkung, die über Placebo hinausgeht, nicht nachgewiesen ist. Das ist (c), und nicht, wie Sie behaupten (b). Damit kann auch Ihre Ennis-Zitat, die Aussage, dass es sich bei den Homöopathika ‘erwiesenermaßen um reines Placebo handele’ nicht widerlegen – einfach, weil niemand dies ernsthaft behauptet.

Wie man übrigens aus dem Satz ‘Bisher ist nicht eindeutige belegt, dass …’ herauslesen kann ‘Es gibt klare Hinweise, dass …’, ja sogar, ‘dass es zuviele Hinweise gibt, dass …’, ist mir ein Rätsel. Confirmation bias bei der Arbeit.

Sie beziehen sich dann auf die Studie von Frei zu ADHS. Haben Sie die selbst gelesen und verstanden? Ist Ihnen aufgefallen, dass die ganz große Verbesserung nach Einnahmne der Hömöopathika in einer unverblindeten Screeningphase erfolgte und nicht zuletzt auch auf einem Wechsel der statistischen Vergleichsbasis beruht? Dass es auch parallele Therapien gegeben haben könnte? Einen natürlichen Verlauf der Krankheit, der sich hier darin ausdrücken könnte, dass die Familie lernt, mit der Situation besser umzugehen? Ist Ihnen aufgefallen, dass über die Cross-Over-Phase praktisch nichts berichtet wird? Unter Verum waren die Ergebnisse um ganze 1,67 CGI Punkte besser als unter Placebo, das heißt, von den 10 Fragen nach dem Verhalten des Kindes traten im Durchschnitt noch nicht einmal bei zweien eine Verbesserung um einen Bewertungsschritt auf, bei einem höchst subjektiven Erfassungsverfahren? Haben Sie sich die englische Version auch angesehen? Dort wird nämlich über die Ergebnise der Crossover-Phase berichtet, die in drei von vier Versuchsphasen der Annhame eines wirksamen Homöopathikums glatt widersprechen. Die Autoren führen irgendwelche unbewiesenen Effekte zur Erklärung ein, die sich zwar gegenseitig widersprechen, aber immer nur gruppen- und phasenspezifisch in der Weise aufgetreten sein sollen, dass damit das widersprüchliche Ergebnis begründet werden kann. Man fragt sich, was eigentlich noch geschehen muss, damit diese Forscher erkennen können, dass der Versuch misslungen ist? Die Auseinandersetzung mit diesen Studien gibt es im Detail hier:
http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?page_id=110

Sie schrieben:

“Damit Sie zu ihrem vorgefassten Fazit gelangen können, die Homöopathie sei reine Placebomedizin und unwirksam, heben sie mehr oder weniger unkritisch die Studien mit negativem Resultat hervor während Sie bei positiven Studien immer Gründe oder wenn keine, dann genügend Spott finden, um diese nicht gelten zu lassen.”

Ich möchte festhalten, dass ich mich bisher noch nicht mit Studien beschäftigt habe, die zu einem negativen Resultat kommen, d. h. mit Studien, deren Autoren dies schlussfolgern. Ich fordere Sie hingegen auf, mir die Studien zu nennen, bei denen meine Kritik auf reinem Spott beruht und nicht auf einer sachlichen Argumentation.

“Es ist ein allzu durchsitiges Vorgehen, welches der wissenschaftlichen Strenge, welche Sie für sich in Anspruch nehmen, nicht gerecht wird. Diese wissenschaftliche Strenge führt nämlich zum Schluss, wie es Claudia Witt sagt – dass die Wirksamkeit homöopathischer Mittel nicht endgültig bewiesen ist. Hingegen ist die Aussage, homöopathische Medizin sei reine Placebomedizin nicht haltbar. Eine Pattsituation.”

‘Nicht endgültig belegt’ ist eine zwar populärwissenschaftlich oft gebrauchte aber irreführende Ausdrucksweise. Es gibt kein ‘endgültig belegt’. Claudia Witt hat auch von ‘eindeutig belegt’ gesprochen, was etwas Anderes ist. Jederzeit können neue Erkenntnisse alte über den Haufen werfen. Wir können uns fragen, wie wahrscheinlich das für den einen oder anderen Sachverhalt ist, aber ein ‘Endgültig’ gibt es nicht. Es gibt ‘belegt’ und ‘nicht belegt’. Demzufolge befinde ich mich überhaupt nicht im Widerspruch zu den Aussagen von Frau Witt darüber, dass eine über Placebo hinausgehende Wirkung nicht nachgewiesen sei.

Ist Ihnen übrigens entgangen, dass die Schweiz es aufgegeben hat, nach Nachweisen für die Homöopathie zu forschen und sie ‘einfach so’ in den Lesitungskatalog der Krankenversicherungen aufnehmen will? So scheint es mir jedenfalls, wenn Sie die NZZ von 2009 bezüglich genau dieser Fiorschungsaktivitäten, zitieren (Kommentar #311).

# 313
“Und das ist leider auch immer wieder vorgekommen, dass Gegner der Homöopathie gegen alles und allem was mit Homöopathie zu tun hat vorgehen mit nicht tolerierbaren Methoden (Verleumdungen, Falschaussagen, Druckversuche, persönliche Angriffe usw.).”

Wie schön, dass das anders herum nie stattgefunden hat, dass man sich immer so sachlich mit den Argumenten der Gegner auseinandergesetzt hat – in CAM Media-Watch beispielsweise.

#335 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

http://praxis-perrochet.ch/date/2009/01/

Bei Ohrenschmerzen: feingehackte Zwiebel in feinem Baumwolltuch zu einer ca. 5×5cm grossen Kompresse falten. Mit Stirnband oder Mütze auf dem schmerzenden Ohr befestigen.

und dann warten die alternativmedizinisch beratenen Eltern, bis endlich Eiter aus dem Ohr fließt, oderrrr?

#334 |
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Apotheker

Och nö, müssen wir jetzt noch die leidige Impdiskussion auspacken?
Ich frage mich ernsthaft, wie man den Nutzen einer Impfung anzweifeln kann. Dass es Schäden geben kann, ist unbestritten. Der Nutzen insgesamt überwiegt jedoch – der letzte Fall von Pocken ist Jahrzehnte her, Tote durch Tetanus und Diphtherie kommen bei uns auch so gut wie nicht mehr vor, Komplikationen durch Maserninfektionen gibt es kaum noch.

Hahnemann selbst war von Impfungen übrigens angetan – auf jeden Fall könnte man §46 der 6. Auflage des Organons interpretieren.

@322
Die Homöopathie gibt es schon länger als die Pharmaindustrie, die erst ab den späten 18xxern allmählich die Arzneimittelherstellung in der Offizin verdrängt hat. Daraus könnte man doch schließen, dass sich die Homöopathie nicht allgemein nicht durchgesetzt hat, weil die böse Pharmaindustrie ihre Finger im Spiel hat, sondern einfach, weil sie einfach als allgemeine Heilmethode nicht taugt.

#333 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Perrochet.
Sehr salbungsvolle Antworten, die Sie liefern.
Aber mir machen Sie nichts vor. Sie sind ein von den vielen Impfgegnern, die dafür verantwortlich sind, dass Nichtimpfen als schick und modern gilt.
Was sollen sich auch besorgte Eltern denken, wenn solche Stirnrunzler immer und immer wieder bei allen möglichen und unmöglichen und Gelegenheiten beratend ihre Meinung abgeben?

#332 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Eva Julia Fischer

Danke für den Link. Die KiGGS-Studie ist wirklich ein solider Beitrag zur Diskussion! Und “entwarnt” sicher davor, dass Impfungen starke negative Auswirkungen hätten. Einige Punkte sind aber hervorzuheben:

– die Differenz der Atopieprävalenz in der Altersgruppe der 11 bis 17-Jährigen (20% versus 30% bei den Geimpften). Wie ist die weitere Entwicklung, geht die Schere weiter auseinander? Allergische Erkrankungen sind prädisponierend für eine spätere Tumorerkrankung…

– die Differenz der Infekte in der Altersgruppe bis 5-Jährig: die Ungeipften haben deutlich weniger Infekte. Die meisten Impfungen finden in den ersten Lebensjahren statt. Es darf zumindest die Hypothese aufgestellt werden, dass die Impfungen mitbeteiligt sind an der höheren Infektrate in diesen Lebensjahren. In den nächsten Lebensabschnitten ist die Differenz der Infektanfälligkeit nicht mehr auffällig, es finden dann aber auch viel weniger Impfungen statt.

klar, der soziokulturelle Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften könnte auch eine Rolle spielen. Interssant ist, dass die Ungeimpften eher in den oberen Schichten zu finden sind. Ungeimpfte dürften auch anders behandelt werden, wenn sie erkranken, als Geimpfte.

Die Studie erwähnt keine schwerwiegende Folgen durch Erkrankungen, welche durch Impfungen vermieden hätten werden können. Dies war auch nicht die Fragestellung. Trotzdem sei hier diese Bemerkung erlaubt.

In der KiGGS-Studie ist die Asthmaprävalenz offenbar geringer als sonst üblich. D.h. diesbezüglich ist eine Aussage begrenzt möglich.

Fazit: Bezüglich Infektanfälligkeit als Folge von Impfungen wie auch Atopie-Entwicklung im Verlauf des Lebens als Folge der Impfungen, kann die KiGGS-Studie zumindest keine entgültige Entwarnung geben.

Albern ist es, andere Meinungen und Kommentare, die nicht der eigenen Meinung entsprechen, als albern zu bezeichnen…

#331 |
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Gast
Gast

@Carbine: Danke für den Link, diesen schönen Beitrag von Prof. Lesch wollte ich auch schon verlinken.
Nun häng ich aber direkt noch einen dran, zum Thema Pseudowissenschaften und gesunder Menschenverstand:
https://www.youtube.com/watch?v=_2cFkzecTLE&list=PLD6fiKkLW6F9Mr1jz8rK1zWlOgl53RtcQ&index=5

#330 |
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carbine
carbine

@Claude-Alain Perrochet

” akzeptieren Sie wenigstens, dass es Menschen gibt, welche aus gutem Grunde Impfen durchaus auch als schwere, lebenslang wirkende Körperverletzung ansehen”

Sind Sie Arzt?

Dann erst Recht wissen Sie ja auch, wieviele Menschen krepiert sind an Krankheiten , bevor man impfen konnte.

Sonst höchst empfehlenswert und leicht verständlich:
Lesch’s Kosmos zur Impflüge

http://leschskosmos.zdf.de/leschs-kosmos/leschs-kosmos-5988324.html

#329 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@
Claude-Alain Perrochet
und akzeptieren Sie wenigstens, dass es Menschen gibt, welche aus gutem Grunde Impfen durchaus auch als schwere, lebenslang wirkende Körperverletzung ansehen

“Der gute Grund” von dem Sie hier so anmaßend und belehrend schreiben liegt einzig und allein darin, dass die Impfgegner Kampagnen wider alle Vernunft starten und dafür so wie Sie die Meinungsfreiheit strapazieren

#328 |
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Zahnärztin
#327 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Gast 323

Statt zu polemisieren, denken! Lesen Sie insbesondere: http://www.krausz.ch/assets/wie-gesund-oder-krank-sind-ungeimpfte-kinder.pdf

und akzeptieren Sie wenigstens, dass es Menschen gibt, welche aus gutem Grunde Impfen durchaus auch als schwere, lebenslang wirkende Körperverletzung ansehen. Es geht hier um gegenseitige Akzeptanz und um eine sachliche Diskussion, in dem Sie gerne mit Argumenten belegen dürfen, dass die Menschen, welche ihre Kinder nicht impfen, den Kindern einen Schaden zufügen. Ihre ganz persönliche, unfundierte Meinung ist zwar interessant, aber bitte lassen sie auch andere Meinungen zu.

#326 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

“Jetzt kommt es wieder zu Tage:
Homöopathie und Nichtimpfen sind eineiige Zwillinge, die mit den gleichen Erkenntnisverweigerungsgenen ausgestattet sind.”

Eine kritische Würdigung der Homöopathie wie auch eine Kritik an der heutigen Impfpraktik beruht auf derselben kritischen Würdigung der Datenlage wissenschaftlicher Arbeiten – vielleicht aus einem etwas anderen Blickwinkel als Sie es gewohnt sind und vielleicht mit anderer Gewichtung als Sie diese vornehmen. Dies als Erkenntnisverweigrung zu bezeichnen ruft natürlich nach der Frage, wo die Evidenz liegt, für solch eine Behauptung. Bezüglich Impfungen stellt sich die Frage nach den langjährigen, placebokontrollierten Doppelblindstudien welche den Nutzen von Impfungen belegen. Ich kenne keine. Lasse mich gerne eines Besseren belehren.

#325 |
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Gast123
Gast123

@322: “In der klassischen schulmedizinischen Versorgung geht es lediglich um die Behandlung von Symptomen.”

Da haben Sie Ihren Hahnemann aber nicht gelesen. Die Auswahl homöopathischer Präparate richtet sich _ausschließlich_ nach Symptomen, und genau diese Symptome sollen damit bekämpft werden.
Es wird keineswegs die Grunderkrankung ermittelt und gezielt die Ursache angegangen!
So kommt es auch zu den absurden Einnahmeempfehlungen, wo bei unterschiedlichster Genese eines Symptoms das gleiche Mittelchen genommen wird.

Lesen Sie mal Hahnemann, Sie haben ja weder Ahnung von Medizin noch von der eigenen Scharlatanerie!

#324 |
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Gast
Gast

@318: Welche Kinder-Impfstoffe finden Sie denn im deutschen Lande, die noch Thiomersal enthalten?

@317: Und ja, Impfgegner und Homöopathen, die ihren Kindern eine medizinische Versorgung nach den anerkannten Regeln der Kunst vorenthalten, sind nichts weiter als Kinderschänder mit ner rosaroten Brille.
Bezeichnenderweise erhalten sie nicht selten noch abartige Befriedigungserlebnisse, wie beim Hansueli: “Es lag stets etwas Würdiges und Feierliches im Kranksein dieser Kinder.”
“…heute trotz der ausgestandenen Angst froh, dass das Mädchen diese Krankheit durchmachen konnte.”

Pfuideibel. Gegen so einen Dreck braucht man nichtmal argumentieren, es reicht schon zitieren.

#323 |
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Gast
Gast

Das Problem mit dem großen Widerstand aus schulmedizinischer Sicht gegen die Homöopathie ist doch im System begründet. In der klassischen schulmedizinischen Versorgung geht es lediglich um die Behandlung von Symptomen. Die Handlungempfehlungen kommen allesamt von der Pharmaindustrie über die standesrechtlichen Institutionen direkt in die Praxis des praktizierenden Arztes. Das bedeutet Gewinnmaximierung für alle Beteiligten. Und wenn dann “Störenfriede” kommen, die die Geldmachmaschinerie stören, dann ist der Aufruhr bei den Ärzten groß. (Bei Diskussionen mit niedergelassenen Ärzten über Budgetierungen ist man schon fast geneigt eine Euro in Cabrio der Luxussportwagenklasse einzuwerfen.) Und Störenfriede sind eben alle, die irgendetwas Wirksames anzubieten haben.

Ich erlebe zwei Gruppen von Ärtzten: die einen sind primär an Gewinnmaximierung interessiert und spielen im System mit, die anderen folgen eher ihrer eigentlichen Berufung als Arzt und wollen ihre Patienten nicht nur symptomfrei machen, sondern heilen. Ich habe glücklicherweise einige Ärzte kennenlernen dürfen, die nach langjähriger rein schulmediziner Praxis angefangen haben, sich für die tatsächlichen Ursachen von Krakheiten und Wirkungen von Medikamenten zu interessieren und begonnen haben, ihr ärztliches Handeln grundlegend zu verändern. Und dabei auch homöopathische Mittel einsetzen.

An dieser Stelle ist vielleicht ein ganz herzliches Dankeschön an alle Ärzte angebracht, die sich wirklich um die Gesundheit ihrer Patienten bemühen.

#322 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Jetzt kommt es wieder zu Tage:
Homöopathie und Nichtimpfen sind eineiige Zwillinge, die mit den gleichen Erkenntnisverweigerungsgenen ausgestattet sind.

#321 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

Es gibt auch die Fälle, welche nach X-mal Antibiotiakbehandlung, Kortison usw. in einem desolaten Allgemeinzustand von einem Komplementärmediziner wieder zur Gesundheit geführt werden. Und nicht vergessen: Medikamente sind in Deutschland die Todesursache Nr. 3…. Und haben Sie den Artikel gelesen: http://www.krausz.ch/assets/wie-gesund-oder-krank-sind-ungeimpfte-kinder.pdf

Es ist klar, dass Fanatismus, Realitätsverweigerung usw. schädlich bis tödlich sein kann. Aber das ist ein Phänomen, welches nicht nur bei den Anhänger der Homöopathie vorkommt. Die ganze Homöopathie anhand von Einzelfällen diskreditieren zu wollen ist nicht besser, als die Homöopathie anhand von Einzelfällen an wundersamen Heilungen verteidigen zu wollen. Was Sie ja Berechtigterweise auch nicht akzeptieren. Aber wenn für Sie Einzelfälle, welche richtig schief gelaufen sind, eine Bedeutung haben, sollten dies auch all die Einzelfälle von spektakulären Heilerfolgen.

#320 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Claude-Alain Perrochet

Also wenn ich Sie richtig verstehe, dann sind Sie auch nicht für freie Meinungsäußerungen, wenn zur Pädophilie aufgerufen wird, aber Sie heben kein Problem damit, wenn im Rahmen dieser freien Meinungsäußerung aufgerufen wird, Kinder nicht zu behandeln sondern besser leisen zu lassen. Und es gibt viele Beispiele und dafür, dass tatsächlich Kinder schwer leiden mussten und zu Tode kamen, weil die Eltern derartigen Aufrufen, die ja ihrer Meinung nach in den Rahmen der freien Meinungsäußerung fallen, nachkamen.
Wie nett doch die alternative sanfte Medizin und vor allem die Homöopathie zu den Kindern sein kann.

#319 |
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Gast
Gast

@Dr. E. Berndt
Die Studienlage seriöser Untersuchungen in pubmed und nicht absolut unseriösen Artikeln wie unter scienceblog.de zum Thema Quecksilber und Thiomersal als ein Beispiel zur Impfproblematik zeigt doch eindeutig, dass Impfungen höchst kritisch betrachtet werden sollten.
Fragen an alle praktizierenden Ärzte: Lassen Sie Ihre Kinder (mit Thiomersal) impfen? Machen Sie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen? Würden Sie bei einer Krebserkrankung tatsächlich eine Chemo über sich ergehen lassen?

#318 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

Es lässt ja tief blicken, wenn Sie Homöopathie auf eine Ebene stellen mit Pädophilie, Rassismus oder Kindesmisshandlung… (und damit implizieren, wer Homöopathie anpreist, sich dafür äussert usw. verfolgt werden soll – womit wir tatsächlich beim Thema Hexenverbrennung, Iquisition, Dogma und tiefes Mittelalter angekommen wären).

Zur Kindesmisshandlung wegen unterlassenen Impfungen kann man auch ganz anderer Meinung sein. Siehe z.B.:
http://www.krausz.ch/assets/wie-gesund-oder-krank-sind-ungeimpfte-kinder.pdf

#317 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@
Claude-Alain Perrochet

Freie Meinungsäußerung – gibt es dafür auch Grenzen?
Fällt unter die freie Meinungsäußerung auch das Recht zur Pädophilie, zum Rassismus oder zur Kindesmisshandlung durch Unterlassen von Impfungen und notweniger medizinischer Versorgung bei lebensbedrohenden und schmerzhaften Erkrankungen aufzurufen?

#316 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Homöopathie und Kindergarten-
Den Skandal können Sie hier nachlesen.

http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2013/11/07/homoopathie-pr-im-kindergarten-ein-offener-brief/

#315 |
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Weitere medizinische Berufe

@Claude-Alain Perrochet

zu Studien können Ihnen andere besser antworten als ich.
Aber wichtig ist doch hier, dass ein Medikament eine messbare pharmakologische Wirkung hat und nicht ausschliesslich die Wirkung des Placebo-Effekts.

Siehe z.B.

Beitrag 308

“Dr. rer. nat. Hansjörg Habisch
Von L-DOPA weiß man nicht nur, dass es, stärker als jedes Placebo, Parkinson-Syndrome lindert, man weiss auch aufgrund vieler unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen, welches Atom des Dopamins mit welchem Atom des Dopaminrezeptors interagiert, wie L-DOPA umgewandelt wird und ins Gehirn gelangt, wo man welche Metabolite findet, warum es zu Dyskinesien kommt usf.”

Deshalb fragte ich Sie nach dem Absetzphänomen, das, wenn man nicht vorsichtig ausschleicht, quälend lange anhält.

Der Artikel in der NZZ von Hernn Albonico
http://www.psiram.com/ge/index.php/Hansueli_Albonico

betrachte ich nicht gerade als echten Beitrag zur wissenschaftlichen Diskussion.

#314 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

Ergänzung:

“Diese freie Meinsungsäusserung ist absolut legitim und dem ist nichts entgegen zu wenden.” Etwas anderes ist es allerdings, wenn mit nicht mehr tolerierbaren Mitteln gegen diejenigen vorgegangen wird, welche nicht dieselbe Meinung/denselben Glauben vertreten. Und das ist leider auch immer wieder vorgekommen, dass Gegner der Homöopathie gegen alles und allem was mit Homöopathie zu tun hat vorgehen mit nicht tolerierbaren Methoden (Verleumdungen, Falschaussagen, Druckversuche, persönliche Angriffe usw.).

#313 |
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Gast2
Gast2

@311

Das ist absolut richtig. Globulifanatiker erziehen ihre Kinder zu Pillenschlucker, das ist das Perfide daran. Pusten und Bonbons helfen auch. Die positive Intention ist sicherlich da, aber da unreflektierte Geben von Zauberzucker ist der Skandal. Früher sind die Schlangenölverkäufer mit ihren Wagen von Ort zu Ort gefahren und hab gegen alle Wehwechen was verkauft. Heute kaufen die Besorgten wirkungslosen Zucker und wenn man sie darauf hinweist, dass das eigentlich eine dicke Verarsche und Abzocke ist, dann wird man als Kritiker angegriffen. Aus Marketingsicht genial. Gratulation.

#312 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Brigitte Miller

Die SSRI sind keine Placebo, aber die Placebowirkung kommt zu Stande, wenn man in einer Metaanalyse die 3/4 positiven mit den 1/4 negativen Wirkungen (Verstärkung der Depression) zusammzählt. Genau das gleiche Geschieht, wenn man Studien zur Homöopathie mit positivem und negativem Resultat zusammenfasst, wie in der Studie von Shang 2005 geschehen. Dort war die Problematik entscheidend, dass Studien mit verschiedenen Fragestellungen/Indikationen zusammen beurteilt wurden. Die Shang-Studie unter diesem Aspekt reevaluiert (Ludtke/Rutten 2008, Rutten/Stolper 2008) zeigte, dass zumindest die Aussage, die Homöopathie sei erwiesenermassen unwirksam, nicht zulässig ist.

@ Dr. rer. nat. Hansjörg Habisch & Dr. E. Berndt
In Ihren Beiträgen verlassen Sie die Faktendiskussion und führen eine Glaubendiskussion, wobei Sie Ihr Glaube an die Nicht-Wirksamkeit der Homöopathie verkünden und begründen. Diese freie Meinsungsäusserung ist absolut legitim und dem ist nichts entgegen zu wenden. Hat aber wie gesagt, nichts mit wissenschaftlicher Diskussion zu tun, höchstens philosophischer.
Da die Naturwissenschaft das Phänomen “Leben” nicht erklären kann, ist anzunehmen, dass sie nicht die ganze Realität erfasst. Es ist auch ziemlich vermessen anzunehmen, die Gesetze der klassischen Physik werden für immer und ewig auf allen Ebenen des Lebens, auf allen Ebenen der Realität angewandt, ihre Gültigkeit behalten. Es ist vielmehr anzunehmen, dass auch diese Gesetze einen Gültigkeitsbereich haben und es Bereiche/Ebenen in der Natur gibt, in denen diese Gesetze keine Gültigkeit mehr haben bzw. relativiert werden müssen.

Zurück zur wissenschaftlichen Diskussion und dazu, dass die Homöopathie sehr wohl zum Nutzen der Patienten eingesetzt werden kann:
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/zukunftsweisende-interdisziplinaere-forschung-1.2515284

#311 |
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Zahnärztin

Neben einer nicht vorhandenen Wirkung hat diese ” natürliche Heilweise” noch ein paar sehr bedenkliche Nebenaspekte:
Wie schon angesprochen sind Schwangere und Mütter DIE Zielgruppe und so kommt es, daß man ungefragt(!) während der Geburt ein paar Globuli von der Hebamme in den Mund gesteckt bekommt(” gegen Risse”), daß Kinder nach einem Sturz auf dem Spielplatz zuerst ein paar Kügelchen bekommen(” gegen Beulen”),vor Klassenarbeiten ein paar Bachblütentropfen(“gegen Nervosität”)…alles selbst erlebt. Was lernt das Kind daraus( ihm wird das Kügelchen als wirksames Mittel dargestellt)? Für jedes Problem und jede Lebenslage gibt es ein passendes Medikament….

#310 |
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@ Dr. E. Berndt
Als ein seit 10 Jahren im deutschen Ausland lebender Steirer ist’s mir sehr peinlich, erst jetzt, in Ihrem lehrreichen Beitrag #237 über die steirisch homöopathische Quappologie in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Wie gerne hätte ich meinen Doktor e.V. in Seggau erworben.
Da werden Nobelpreise für die Entdeckung von NO molecules vergeben, die auch jeder nur als “EDRF” kannte – und niemand wusste, was das ist und wie das wirkt, doch der Durchbruch dieser revolutionären, nicht relativierenden, neuen Erkenntnisse über Thyroxin C200 dringen nichtmal ins benachbarte Deutschland.
Trotz Internet.
Oder wegen des Internets? Stört auch dieses die Potenzierung? Man möcht’s fast galuben.

#309 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Dr. H. J. Habisch

Kennen Sie die steirisch homöopathische Quappologie?

#308 |
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Gott sei Dank herrscht hierzulande Glaubensfreiheit. Doch während der Glaube an Gott an sich jedem frei gestellt ist, will man Homöopathie zur Wissenschaft erheben (neben Philosophie, Juristerei und Medizin, und leider auch Theolgie…)?
Wochenendseminare (gibt’s auch zum Kartenlegen und in der Astrologie) oder auch jahrelanges Studium einer Tätigkeit, der des Homöopathen, erhebt Nichts nicht zur Wissenschaft.
In rein medizinischen Studien wird meist nur die statistische Wahrscheinlichkeit einer zufälligen Gleichzeitigkeit (p-Wert, odds ratio … Kausalität) gemessen, und dass ist es, was hier und andernorts zitierte Studien mit der modernen medizinischen Forschung verbindet. Doch in letzterer werden Theorien, Behandlungsmethoden, Wirkungsweisen – kurz kausale Zusammenhänge, von der atomaren Ebene bis hin zum klinischen Effekt evaluiert. Von L-DOPA weiß man nicht nur, dass es, stärker als jedes Placebo, Parkinson-Syndrome lindert, man weiss auch aufgrund vieler unterschiedlicher methodischer Herangehensweisen, welches Atom des Dopamins mit welchem Atom des Dopaminrezeptors interagiert, wie L-DOPA umgewandelt wird und ins Gehirn gelangt, wo man welche Metabolite findet, warum es zu Dyskinesien kommt usf.

Bei Gott ist’s einfach: Ich bete zu ihm, und wenn er sein Geschöpf lieb hat, dann wird er mich am Sonntag schon im Lotto gewinnen lassen. Immerhin verhalf diese einfache Erklärung dem Vatikan über die Jahrhunderte zu einem beträchtlichen Vermögen.
Nun versucht man, mit etwas, das niemand versteht, z.B. die Quantentheorie, etwas zu erklären, das niemand versteht, etwa die Homöopathie. Doch während erstere mir etwa einen Hörgenuss bereitet (beim Hören der Laser-gelesenen CD), sind bei letzterer sogar jegliche Effekte zumindest umstritten (beim Hören einer CD, kann man höstens mit einem Gehörlosen über ‘Etwas oder Nichts’ streiten). Zudem gibt es ausreichend Modelle, die die Quantentheorie zumindest mathematisch beschreiben. Ob die einfache Division ‘Nichts’ (D20) durch 10 Milliarden = ‘Nichts’ (D30) eine ganze Wissenschaft beschäftigen kann?

Doch nicht die Beschäftigung dieser Bacheloranden macht einem Sorge, sondern der Umstand, dass – wie bei jeder Form des Glaubens (Hexenverbrennungen, Isis im Irak, Allmachtsphantasien eines Herrn Putins) – Glaubensfanatiker nicht nur ihr eigenes, sondern u.U. auch noch das Leben anderer, etwa ihrer Kinder, gefährden, indem sie der ‘bösen Schulmedizin’ (nicht zu verwechseln mit den schon zitierten in-20-Sekunden-zum-Rezeptblock-greifenden Ärzten) vollkommen den Rücken kehren.

Solange es sich um leichtes Sodbrennen, eine Morgenmigräne, etc. handelt, reicht Homöopathie (auch ohne pseudowissenschaftliches Gequatsche) wohl völlig (jenen, die sie brauchen). Doch erst, wenn Dopamin in D30 bei mir den Blutdruck senkt, wie es ihn in D0 steigert, dann glaube auch ich an Homöopathie.

#307 |
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Gast
Gast

Köstlich, jetzt geht es mit dem Mythos TCM weiter, nix Jahrtausende altes Wissen: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/paul-unschuld-ueber-kunstprodukt-akupunktur-naturarznei-qigong-a-909595.html

#306 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Homöopathie – eine moderne Gesundheitsreligion

Die Homöopathie kann aber nur so lange wirken, als der Glaube daran verbreitet ist. Daher sind Werbung und Imagepflege für Homöopathie mehr als unbedingt notwendig. Homöopathie greift dazu geschickt verbreitete Vorurteile und Ängste auf und verspricht Erlösung von allen Übeln der Medizin, ja der Zivilisation überhaupt. Nur wer glaubt wird selig, pardon gesund! Zuerst wird das berühmte Bauchgefühl gegen konventionelle Medizin aktiviert und dann mit Homöopathie beruhigt. Nach wie vor zieht der Begriff Schulmedizin, der mit unpraktischer weltfremder Wissenschaft und kalter Technik assoziiert wird.

Die Mantras der Homöopathiereligion, die unaufhörlich beschworen werden, sind die Begriffe „biologisch“ und „natürlich“ neben „sanft“ und „nebenwirkungsfrei“. Das positive Bild der Homöopathie wird nicht durch Tierversuche, Chemie und Technik beeinträchtigt. Selbstverständlich wird die Homöopathie im Gegensatz zu konventioneller Medizin und Pharmazie als humane „non-Profit-Medizin“ angesehen. Das alles ist selbstverständlich ganzheitlich. Aber ganzheitlich ist lediglich das Fehlen jeder Ratio in der Homöopathie

Und weil es ein Glaube ist, wird das Marketing entsprechend gestaltet. Besonders Schwangere und Kinder betreuende Mütter zählen zur Zielgruppe und werden umworben. Für diese Zwecke ist ein Kindergarten ein besonders geeigneter Ort um Anhängerinnen zu rekrutieren. Die werdenden Mütter sind von vielen Sorgen und Ängsten erfüllt. Das sind genau die psychologischen Umstände, die notwendig sind, um den Glauben an die Wirksamkeit zu induzieren und Skepsis und Nachdenken für immer auszuschalten.

In aller Regel kommen die Kinder heute gesund zur Welt und wachsen gesund heran. Trotzdem, Schwangerschaft und Geburt sind einschneidende und außergewöhnliche Ereignisse, die umfangreiche körperliche und seelische Belastungen nach sich ziehen können, auch dann wenn es nicht zu besonderen Komplikationen kommt. Dieser im Vergleich zu früheren Zeiten weitgehende „normale“ Verlauf wird aber nicht der modernen medizinischen Fürsorge (Schwangerenbetreuung, Geburtshilfe, Neonatologie, Kinderheilkunde etc.) zugeschrieben sondern der ebenfalls allgegenwärtigen begleitenden homöopathischen Betreuung. Logisch, dass unter diesen Umständen alles und auch die Magie des Hahnemann wirkt. Eine echte kausale objektive Wirksamkeit ist für die subjektive Heilungsempfindung nicht notwendig. Der Gedanke an Hahnemann genügt wie der heilende Blick von Braco.

Gerade im Vorschulbereich können den Kindern Werte und Tugenden vermittelt werden. Auch Glauben wird den Kindern als Tugend vermittelt. Homöopathie wird in vielen Bildungseinrichtungen als eine bessere Medizin vermittelt. Ihre Anwendung ist grundsätzlich eine Tugend. Das ist der Anfang eines Glaubens, der dann an Hochschulen für Homöopathie seine Priester und Priesterinnen mit einem scheinintellektuellen akademischen Grad weiht.

#305 |
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jkl = mein Tablet hat nicht richtig funktioniert. Und doch, auch dieser dünne Kommentar hat eine Wirkung;-)

Warum währt man sich so sehr gegen den Begriff ‘Placebo’? Weil dann, wenn man wüsste, dass etwas nicht wirkt, die Wirkung tatsächlich nachlässt? Tut sie nicht, keine Sorge! Hauptsache Wirkung.
“nur weil man es mit ‘wissenschaftlichen Methoden noch nicht’ erklären kann” ist hier oft zu lesen. Doch das ist das Grundproblem: HP läßt sich nie und nimmer wissenschaftlich erklären, schlicht weil sie völlig unlogisch ist. Geltende Naturgesetze wurden noch nie widerlegt, nur relativiert (z.B. widerlegt Einstein’s Relativitätstheorie nicht Newton’s Gestze). Die HP widerspricht aber völlig dem Dosis-Wirkungsgesetz. Das bitte kann auch in einer Million Jahre nicht ‘umgekehrt’ werden!
Soll doch bitte der behandelnde HP damit zufrieden sein, seinen Patienten zufrieden zu machen, aber nicht ständig erklären, ein Auto führe besser, wenn es eckige Räder hätte…
Zur Biochemie des wässrigen Gedächtnisses:
http://i17.photobucket.com/albums/b63/SidDithers/HN09poster1A.jpg

Eine echte Kuriositätensammlung: Resch/Gutmann “Wissenschaftliche Grundlagen der Homöopathie”

#304 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Christian Becker

ihre Worte zu @295:
Die Ablehnung beruht (nicht nur bei der TCM) zum großen Teil darauf, dass man mit Phytopharmaka nicht so gut Geld verdienen kann, wenn man die Pflanzen nicht patentieren kann. Da das nicht so ohne weiteres geht (zum Glück, ich bin kein Freund von Patenten und insbesondere nicht von solchen auf Natur), hat die Pharmabranche da wirklich kein großes Interesse dran

Bitte nicht bös sein, aber das ist halbverdauter Verschwörungsschwurbel!!! und aus!

#303 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Dr. rer.nat Habisch #302 | 19. Juni 2014 um 20:46

Was bedeutet jkl ?

#302 |
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jkl

#301 |
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carbine
carbine

Gast 198
“Ich überziehe mal ein wenig: Wenn wir uns in der Wissenschaft immer nur darauf verlassen würden, was auf der Digitalanzeige an Meßwerten ablesbar ist, dann hätten wir noch nicht einmal Digitalanzeigen. Wir befänden uns dann immer noch im Mittelalter und würden Hexen verbrennen, weil die Kräuter tatsächlich heilen.”

Würden Sie uns mitteilen, was Kräuter ( Phytotherapie, die tatsächlich funktioniert ) mit Homöopathie zu tun hat und inwiefern Homöopathen zu unserer heutigen Wissenschaft und der Weiterentwicklung derselben beitragen?

Sie hocken auf widerlegten Dogmen und trötzeln.

#300 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Alle die hier von TCM und altem Wissen schwärmen, sollen einmal konkret darlegen an Hand von Beispielen, wie sie sich das vorstellen.
Dabei ist aber zu bedenken, dass es den Placeboeffekt und den Noceboeffekt im weitestem Sinne neben allen anderen Faktoren wie z.B. Erwartungshaltung, Selbstheilung etc. immer schon gegeben hat.
Des weiteren muss man bei den alten Heilungsgeschichten auch immer bedenken, dass hier vieles verklärt, vieles an sich gar nicht gesichert ist und bei vielen Aufzeichnungen bei bestem Willen und Wissen nicht zu eruieren ist, welche Krankheit mit welchem Mittel exakt behandelt wurde. Exakt beschrieben wurde der Tod des Sokrates. Diese Beschreibung stimmt mit den heutigen Erkenntnissen über die Wirkung des Koniin überein.
Wallfahren hat auch immer sehr gut gewirkt. Tausende Votivtafeln und teuerste Votivgaben künden von der Wirksamkeit dieses alten Wissens. Niemand glaubt heute mehr daran und daher wirkt es nicht mehr.
Die Medizingeschichte ist voll einst höchst erfolgreichen Mitteln und Verfahren mit denen über mehr oder weniger lange Zeiträume gute Einnahmen erzielt wurden. Die Leute haben freiwillig bezahlt und das nicht zu knapp.
Also das mit dem alten Wissen ist nu nostalgisch durch nichts belegbar.

#299 |
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Apotheker

@298
Man kann die Homöopathie gar nicht verstehen. Man kann sie nur akzeptieren, was jedem (naturwissenschaftlich) gebilteden Menschen schwerfallen sollte, oder eben ablehnen.
Das Sperren gegen die Ideen beruht auf dem hier schon öfter beschriebenen Dilemma:
Entweder, es ist alles Humbug und die naturwissenschaftliche Erklärung der Welt, die bisher gut funktioniert hat, stimmt – oder aber, Homöopathie funktioniert hervorragend und die komplette Naturwissenschaft ist für die Füße.

@297 (Psychotherapeut)
Eine alternative Begründung: Wer die sachliche Ebene verlässt, hat alle guten Argumente aufgebraucht und muss zusehen, wie die schlechten der Gegenseite im eigenen Territorium wildern (Quantenphysik als Erklärung homöopathischer Effekte etc.) und damit einen Teil zur Verblödung des Volkes beitragen, und wird letztlich durch Frustration dazu getrieben, die sachliche Ebene zu verlassen.

@295
Viele Mittel der sogenannten TCM sind wirklich gut. Manche sind es nicht. Manche sind giftig. Es gibt da auf jeden Fall eine Menge zu entdecken bzw. hat z.T. schon in die Phytotherapie Einzug gehalten. Es muss halt auch hier erst geprüft werden, was gut ist und was nicht.
Die Ablehnung beruht (nicht nur bei der TCM) zum großen Teil darauf, dass man mit Phytopharmaka nicht so gut Geld verdienen kann, wenn man die Pflanzen nicht patentieren kann. Da das nicht so ohne weiteres geht (zum Glück, ich bin kein Freund von Patenten und insbesondere nicht von solchen auf Natur), hat die Pharmabranche da wirklich kein großes Interesse dran.

#298 |
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Gast
Gast

Sehr geehrter Herr Dr. E. Berndt,

“Es gibt keine validen Studien, die eine kausale, substanzbezogene oder potenzbezogene Wirkung belegen.”

Ich glaube nicht, dass man Homöopathie verstehen oder irgendwie nachvollziehen kann, wenn man sich grundsätzlich gegen die zugrunde liegenden Ideen sperrt.

Ich überziehe mal ein wenig: Wenn wir uns in der Wissenschaft immer nur darauf verlassen würden, was auf der Digitalanzeige an Meßwerten ablesbar ist, dann hätten wir noch nicht einmal Digitalanzeigen. Wir befänden uns dann immer noch im Mittelalter und würden Hexen verbrennen, weil die Kräuter tatsächlich heilen.

#297 |
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Psychotherapeut
Psychotherapeut

Eine gute Methode um herauszufinden in welchen Aussagen mehr Wahrheit steckt ist für mich eine Analyse der Kommunikation. Wer die sachliche Ebene verlässt, weiß, dass er die schlechteren oder gar keine brauchbaren sachlichen Argumente hat. Das ist in der Regel aber keine Absicht, sondern eher die unbewusst erlebte Angst und Bedrohung, weil manchmal fundamentale Weltbilder nicht mehr haltbar sind, wenn man den besseren Argumenten folgt. Massive Gegenwehr ist für mich dann ein Zeichen der ganz persönlichen Gefahrenabwehr, weil das Zerbrechen des eigenen Weltbildes durchaus traumatische Konsequenzen haben kann.

#296 |
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@ Dr. Berndt

ich geb´s auf. Wünsche ein angenehmes Restleben. ;-)

#295 |
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Gast
Gast

Jahrtausende altes Wissen, welches allein auf Erfahrung beruht, wie z.B. in der TCM haben wir als Gesellschaft doch auch lange ignoriert (wer und warum auch immer da seine Finger im Spiel hatte). Akkupunktur ist heute doch schon eine Standardtherapieform. Nur weil Wissenschaft völlig ungenügende Methoden zur Verfügung hat glauben wir es nicht?! Es fällt uns so furchtbar schwer, Erlebbares und Erfahrbares zu akzeptieren. Die Körpermeridiane sind inzwischen messbar und langsam können wir uns daran gewöhnen, dass es sie geben darf. Die Wirkung der Homöopathie ist eben auch spürbar, aber auch hier werden wir uns erst wieder auf unsere Erfahrungen verlassen, wenn die Wissenschaft es uns erlaubt. Wissenschaftsglaube über alles!!! Ist das urzeitliches Denken oder einfach das Ergebnis geschickter Lobbyarbeit?

#294 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ B.Sc. Ost. Nikolai Menzel
@ Claude-Alain Perrochet

Sie betreiben nichts weiter als Ausweichlogik.
Es gibt ein sehr berühmtes Beispiel für jemand, der dies nicht getan hat:
Prof. Edzard Ernst

#293 |
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Weitere medizinische Berufe

@Claude-Alain Perrochet

“Oder die meisten SSRI: Placebowirkung! Trotzdem werden sie nicht vom Markt genommen und werden häufig verschrieben.”

Wie erklären Sie dann die höchst unangenehmen Absetzphänomene der SSRI ?

Gibts das auch bei Homöopathika?

#292 |
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Gast
Gast

@ Gast #289

Die von Ihnen zitierten Links sind Pamphlete gegen die Homöopathie und sicher keine Beiträge zu einer sachlichen, auf wissenschaftlichen Fakten basierenden Diskussion.

#291 |
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Gast
Gast

Es ist traurig und belustigend zugleich, wie Anhänger der Homöopathie &Co. Den Skeptikern und Wissenschaftlern Dogmatismus vorwerfen und selbst nicht erkennen, dass sie nicht Teil einer Avangarde sind, sonder unreflektiert an Dogmen festhalten und sich dem Erkenntnisfortschritt verweigern. Das ist wirklich Realsatire.

Wissenschaft ist eine Art zu Denken und einenSammlung von Methoden, um sich vor Selbsttäuschung und Täuschung zu schützen. Hier können die CAM-Befürworter noch einiges lernen.

#290 |
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Gast
Gast

Schon etwas älter, aber immer noch aktuell : http://www.spiegel.de/spiegel/a-730444.html. Rückfall ins Mittelalter – Homöopathie. Und wer sich sachlich und mit ruhigem Ton mit der Kritik an der Homöopathie beschäftigen will, dem sei dieses Buch empfohlen: die Homöopathielüge (der vertriebsorientierte Titel ist eine Frechheit, aber so heißt das Buch nunmal)

http://www.christian-weymayr.de/homoeopathie.html/

#289 |
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@ Dr. E. Berndt,

was die Studienlage zur Osteopathie betrifft, haben Sie wohl recht. Hab ich ja selbst schon beschrieben. Die Aspekte, die der manuellen Therapie entsprechen, haben eine gewisse Evidenz, insbesondere bei unspez. Rückenschmerzen. Ansonsten sieht es schlecht aus. Allerdings muss man sagen, dass die Osteopathie ja gerade erst richtig damit anfängt, Wirksamkeitsbelege zu erbringen und ihre Grundlagen sich auf Anatomie, Physiologie und Biomechanik beziehen und nicht auf Ideen über Meridiane oder Wassergedächtnis, deren Existenz sich nicht beweisen lässt. Insofern hat die Osteopathie gegenüber anderen alternativen Verfahren einen Vorteil.

Nochmal: tradionelle, aber aus wissenschaftlicher Sicht fragwürdige, Konzepte (wie etwa die Liquor-Pulse) haben einen Wert als Verbildlichung von Wahrnehmungsphänomenen. Das ist kein Geschwafel sondern der Versuch Palpationserfahrungen in Bilder zu übersetzen. Wir verstehen das innerhalb der Profession nicht als Wahrheit. Wir sind uns der totalen Subjektivität unserer Arbeit bewusst, denn sie basiert ja auf Perception.

Ähnlich wie in einem psychotherapeutischen Setting, werden (neben klinischen Tests) subjektive Eindrücke und die Interpretation von Anzeichen verwendet um Zugang zum Patienten und therapeutischen Prozessen zu erlangen. Das fühlt sich für Fachärzte und Wissenschaftler, die es gewohnt sind, sich einzig und allein auf harte Messdaten zu verlassen, oft zu schwammig an. Kann ich verstehen. Ist aber dennoch ein Weg ernsthaft Medizin zu machen. Diese verstehen wir übrigens als komplementär (und nicht als unbedingt als alternativ).

#288 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Norbert Aust

Danke für das Zitat von Ennis: “After over 20 years research…. Certainly there appears to be some evidence for an effect – albeit small in some cases – with the high dilutions in several different laboratories using the flow cytometric methodologies…” Damit ist zumindest die Aussage, die homöopathischen Verdünnungen seien erwiesenermassen reines Placebo, widerlegt.

Ich kenne die Aussage von Claudia Witt: “Bisher ist nicht eindeutig belegt, dass sich homöopathische Arzneimittel von Placebo
unterscheiden.“ Entscheidend ist: “nicht eindeutig belegt”. D.h.es gibt klare Hinweise. D.h., die Aussage, homöopathishe Mittel seien reines Placebo, ist nicht haltbar. Es gibt zuviele Hinweise, dass dem nicht so ist.

Witt sagt auch: “„Studien zeigen, dass Patienten, die sich homöopathisch
behandeln lassen, meist chronisch krank und schulmedizinisch
vorbehandelt sind. Ihre Beschwerden verbessern
sich nachhaltig und die Effekte sind – soweit überhaupt
erforscht – mit denen schulmedizinischer Behandlung vergleichbar.”

Weiter steht in dem Bericht: “Positive Evidenz liegt in
Metaanalysen für kindlichen Durchfall und Heuschnupfen
vor. Darüber hinaus gibt es weitere randomisierte Studien
mit positiver Evidenz (Fibromyalgie, ADHS, postoperativer
Ileus) und negativer Evidenz (Migräne, Arnica präventiv
bei Muskelkater).“

Insbesondere erlaubt die bemerkenswerte Studie von H. Frei zu ADHS ein klares Statement: “Die vorliegende Doppelblindstudie ergibt eine wissenschaftliche
Evidenz für die Wirkung homöopathischer Medikamente beim ADS.” Siehe:
http://static.squarespace.com/static/520f6c38e4b01b013b22f419/t/52bf2d74e4b0133e02102deb/1388260724649/HomBeiHyperaktivenKindernZKH.pdf

Die Vickers-Studie sagt einzig und allein nur aus, dass Arnica, präventiv (!) gegeben, Muskelkater nicht beeinflussen kann. Die Studie sagt nichts darüber aus, ob die Methode “Homöopathie” wirksam ist oder nicht – erst recht nicht die individualisierte klassische Homöopathie. Aber natürlich sollte das Resultat der Vickers-Studie bei der Behandlung von Muskelkater berücksitigt werden, in dem diese Indikation für eine präventive Behandlung mit Arnica wegfällt.

Einerseits sagen Sie, Benvenistes Resultate konnten nicht reproduziert werden, (obwohl dies so nicht stimmt, siehe Ennis Aussage), womit für Sie bewiesen ist, dass homöopathische Verdünnungen reines Placebo seien. Kann man als wissenschaftliche strenge Logik akzeptieren. Aber Andererseits lassen Sie keine einzige Studie gelten, welche nach heutigen gültigen Standards durchaus einen positiven Effekt für die Homöopathie zeigt, seien es die Metaanalysen zu einzelnen Indikationen, seien es die Reevaluationen der Shang-Studie (Ludtke/Rutten 2008, Rutten/Stolper 2008) oder eben die Möllinger Studien.

Damit Sie zu ihrem vorgefassten Fazit gelangen können, die Homöopathie sei reine Placebomedizin und unwirksam, heben sie mehr oder weniger unkritisch die Studien mit negativem Resultat hervor während Sie bei positiven Studien immer Gründe oder wenn keine, dann genügend Spott finden, um diese nicht gelten zu lassen. Es ist ein allzu durchsitiges Vorgehen, welches der wissenschaftlichen Strenge, welche Sie für sich in Anspruch nehmen, nicht gerecht wird. Diese wissenschaftliche Strenge führt nämlich zum Schluss, wie es Claudia Witt sagt – dass die Wirksamkeit homöopathischer Mittel nicht endgültig bewiesen ist. Hingegen ist die Aussage, homöopathische Medizin sei reine Placebomedizin nicht haltbar. Eine Pattsituation. Man kann/muss wohl damit leben. Diese Situation gibt es bei anderen Fragen ja noch und noch, z.B. ob Folsäuresubstitution einen positiven Effekt hat – auch da gibt es Metaanalysen mit positiver und negativer Antwort. Oder die meisten SSRI: Placebowirkung! Trotzdem werden sie nicht vom Markt genommen und werden häufig verschrieben. Warum? Weil doch viele Patienten davon profitieren. Weil das Resultat der Placebowirkung durch Aggregation zustande kommt der 3/4 welche positiv reagieren und der 1/4 welche negativ, also mit noch mehr Depression.

Hoffen wir also, dass diejenigen zu einer homöopathischen Behandlung gelangen, welche davon einen Nutzen haben und diejenigen davon fernbleiben, denen diese Behandlung nichts bringt. Eine ergebnisoffene, undogmatische Wissenschaft kann dazu beitragen, dass jeder für seine Situation die bestmögliche Behandlung erhält (siehe die Metaanalysen zu einzelnen Indikationen).

#287 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ B. Sc. Ost. Nikolai Menzel

Was ich studiert habe ich an sich unerheblich!
Eine Aussage wird nicht richtiger durch welches Studium auch immer.
Pharmakologe bin ich nicht. Ich habe lediglich Pharmazie studiert und in Arzneiformelehre dissertiert. Der Dr. Phil rührt daher, dass die Studienrichtung seinerzeit an der philosophischen Fakultät beheimatet war.
Und nun zu ihrer Feststellung, ich schere alles über einen Kamm.
Die Osteopathie ist in “Die andere Medizin” unter dem Kapitel Manuelle Therapie eingeordnet. Dieses Kapitel ist daher sehr umfangreich und beinhaltet neben der Osteopathie die Chiropraktik und die manuelle Medizin. Summa summarum ist zu sagen, dass die Datenlage insgesamt nicht gut ist. Speziell in der Osteopathie, dies habe ich schon geschrieben, ist es wirklich dünn. Viele Behauptungen die in der manuellen Medizin insgesamt aufgestellt werden, sind schlicht und einfach falsch. Und bitte immer vor Augen halten, dass die Herausgabe dieses Buches von den jeweiligen Interessenverbänden sehr bekämpft wurde.

Wir stehen also vor der Tatsache, dass man auf der einen Seite, und das gilt für weite Teile der CAM, ohne dafür gerichtlich belangt werden zu können, man mit Fug und Recht feststellen kann, dass hier unrichtige und falsche Behauptungen und Heilsversprechen getätigt werden.

Auf der anderen Seite habe wir eine sogenannte “Therapeutische Freiheit”, die es jedem entsprechend Berufsberechtigten erlaubt, mit solchen Therapien und Mitteln zu behandeln. Das heißt also, dass wider besseres Wissen an den Menschen herumgedoktert wird.
Ein Konsumentenschutz existiert aber kein Patientenschutz!

#286 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Dr. Stute
Tag 4 nach meinem Email ohne dass Ihre Vorschläge angekommen wären….

#285 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

Hui, kaum schaut man mal eine Weile nicht nach, geht die Post ab.
@ Claude Alain Perrochet
Ich arbeite mich mal von Ihrer Antwort auf meine Frage nach oben. Wird aber vermutlich lang.
In Kommentar # 247 schrieben Sie:

“Und wenn die Studie eine positive Wirkung zeigt, werden den Forschern wenn möglich Datenfälschung unterstellt”

Daraufhin hatte ich Sie gefragt, welche Studien positive Nachweise zur Homöopathie umfassen. Ich gehe hier auf Ihre Antwort, Kommentar #253 etwas näher ein.

Ihr erster Link ist leider nicht überzeugend. Ich hatte erwartet, dass Sie mir die aus IHRER Sicht am besten geeignete Studie benennen. Immerhin haben Sie den Vorwurf erhoben, man würde die erfolgreichen Studien dadurch diskreditieren, dass man den Wissenschaftlern Datenfälschung vorwirft. Dies hätte ich gerne etwas besser belegt.

Ihre Sichtweise, dass die Vickers-Studie zum Muskelkater in der Shang-Studie nicht hätte betrachtet werden sollen, teile ich nicht. Muskelkater ist nach wie vor ein Symptom, bei dem die Anwendung von Arnica montana empfohlen wird (Quelle: http://www.homoeopathie-homoeopathisch.de/homoeopathische-mittel/Arnica-montana.shtml). Es wäre etwas Anderes, wenn Muskelkater aufgrund der vielen negativen Studien hierzu nicht mehr als Anwendungsgebiet genannt werden würde, aber dies ist nicht der Fall. Die Muskelkater-Studien dann einfach wegzulassen, wäre Cherrypicking, man könnte das dann tatsächlich Datenfälschung nennen.

Walachs Ausführungen zum ‘Wirksamkeitsparadox in der Komplementärmedizin’, das Sie als nächstes verlinken, wurden längst widerlegt, es ist zumindest auf dem Gebiet der Homöopathie nicht existent (Quelle: http://www.carstens-stiftung.de/artikel/placeboeffekt-klassische-homoeopathie.html).

Der von Ihnen als nächstes verlinkte Blogbeitrag des Herrn Fritzsche, ist nicht akzeptabel. Zitat:

“>>Nicht besser als Placebo« kann alles und nichts bedeuten. Was es im Einzelfall exakt bedeutet, genau das können randomisierte klinische Studien (RCTs) mit ihrem Instrumentarium nicht ermitteln.”

Entschuldigung, das ist Blödsinn. Eine RCT kann sehr wohl ziemlich genau herausmessen, ob die Wirkung unter Verum besser war als unter Placebo.
Und dass das Bornhöft / Matthiessen Buch selbst heftig umstritten sit, dürfte Ihnen auch bekannt sein.

Ach ja, die Möllinger-Arbeiten. Auch hier bevorzugen Sie die etwas reißerische Darstellung des Herrn Fritzsche. Die leider nicht grechtfertigt ist. Die Ergebnisse Möllingers lauten nämlich:

” Die Ergebnisse zeigen, dass die beiden homöopathischen Arzneimittel signifikant mehr Symptome hervorrufen als Placebo.”

und

“Homöopathische Arzneien erzeugen andere Symptome als Placebo.”

Heureka, das sind doch wirklich belastbare Ergebnisse. Es ist zwar nicht erkennbar, was hier nachgewiesen wurde, aber es wäre sicher toll. Sehen Sie sich einmal die Symtome an, die aus einer der von Ihnen angesprochenen Arbeit Möllingers stammt, und dann raten Sie, welches Mittel diese Probanden eingenommen haben.

Geist: Schwierigkeiten sich zu konzentrieren
Geist: Leichte Probleme mit der Sprache, Stottern
Geist: Mein inneres hektisches Gefühl ist völlig verschwunden
Geist: Ich mach Fehler, nachher das Gefühl zu fliegen. Ich denke, werden das die Anderen merken? Taub, ich verlierre den Überblick, ungeschickt beim Essen
Kopf: Sehr starke Kopfschmerzen, frontal bis in die Augen ausstrahlend
Kopf: Kopfschmerzen rechts, frontal, dumpf, bis in den Oberkiefer ausstrahlend
Augen: Beide Augen gerötet, rechts schlimmer als links
Sehen: Schlimmer beim Lesen und Schreiben
Sehen: Wieder besser
Ohren: Linkes Ohr plötzlich frei, ich hatte gar nicht gemerkt, dass es verstopft war
Ohren: Druck im rechten Ohr
Nase: Kitzeln, verschnupft, rechts schlimmer als links.

Na, haben Sie es erraten? Das war nicht etwa eine Flasche Whisky, sondern das sind Symptome aus der Placebogruppe. Ich frage Sie, wenn man mit Placebo, das ja definitionsgemäß keinen Wirkstoff enthält, solche Eindrücke hat, was sind dann die Symptome aus der Verumgruppe wert? Auch wenn es mehr und andere sind?

In Kommentar #254 schreiben Sie:
“Was ist davon zu halten, dass immer wieder, insbesondere von Skeptikern, erwähnt wird, seine Studie sei widerlegt worden und dabei verschwiegen wird, 1 (…) 2. dass multizentrische Studien unter der Leitung von der skeptischen Madeleine Ennis die Resultat von Benveniste nicht widerlegen konnten (wegen des schwachen Effektes aber auch nicht von einem Beweis gesprochen werden kann).”

Sie verstehen da etwas grundlegend falsch. In der Wissenschaft wird üblicherweise eine Hypothese gebildet, die dann in einem Versuch bestätigt werden soll. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Die Hypothese wird bestätigt oder sie wird es nicht. Das ist genau das, was auch aus den Arbeiten von Ennis folgt: Die Hypothese Benvenistes kann nicht bestätigt werden. Ende. Das ist nichts anderes, als das, was Maddox im Labor Benvenistes herausgefunden hat. Das Ergebnis kann nicht bestätigt werden, es sind Fehler in der Ermittlung aufgetreten. Das Weltbild der Physik – keine Wirkung ohne Materie – braucht nicht umgeworfen zu werden.

In Kommentar 272 schreiben Sie:

“Dabei ist gerade diese Arbeit [von Madeleine Ennis] die eigentliche Sensation, in dem mit einer multizentrischen, unangefochtenen Studie die Resultate von Benveniste annähernd reproduziert werden konnten.”

Ich verweise in diesem Zusammenhang an ihre Arbeit aus dem Jahre 2009, die zu deutlich zurückhaltenderen Bewertungen kommt, als Sie sie hier darlegen:

“After over 20 years research trying to find out if high dilutions of histamine have a negative feedback effect on the activation of basophils by anti-IgE, what do we know? The methods are poorly standardized between laboratories – although the same is true for conventional studies. Certainly there appears to be some evidence for an effect – albeit small in some cases – with the high dilutions in several different laboratories using the flow cytometric methodologies. After standardization of a number of parameters, it is recommended that a multi-centre trial be performed to hopefully put an end to this “never-ending story”.”
Quelle: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1475491609001301

Kennen Sie eigentlich die Aussagen von Claudia Witt zur Frage, inwieweit Homöopathie sich von Placebo unterscheidet? Sie ist sicher unverdächtig, gegen die Homöopathie zu hetzen:

” Inwieweit homöopathische Arzneimittel einem Placebo überlegen sind ist unklar, für viele Indikationen gibt es keine Studien und vorhandene Studien finden widersprüchliche Ergebnisse. Bisher ist nicht eindeutig belegt, dass sich homöopathische Arzneimittel von Placebo
unterscheiden.“ Quelle: https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0CCYQFjAB&url=https%3A%2F%2Fwww.dzvhae.de%2Findex.php%3Fmenuid%3D1%26downloadid%3D831%26reporeid%3D2&ei=JW2hU4fuM9SP4gTfsYDoAg&usg=AFQjCNE4Sqpb7DynCUEgdSldICRrElV7VA&bvm=bv.69137298,d.bGQ&cad=rja, S. 5

Ihr Kommentar #277:

“Die Studien beweisen nicht, dass die Wirkung der verdünnten Hochpotenzen eine Wirkung haben, dafür sind sie zu schwach.”

Eben. damit ist alles gesagt. Wirkung nicht nachgewiesen. Punkt.

In Ihrem Kommentar #281 beziehen Sie sich auf die Arbeiten Benvenistes und die darauf folgende Untersuchung:

“Wenn ein unbequemes Resultat Leute auf den Plan ruft, denen dieses Resultat ein Dorn im Auge ist und diese ziemlich rasch den Vorwurf der Datenfälschung aussprechen, dann hat das nichts mit guter Wissenschaft zu tun. Der Vorwurf der Datenfälschung ist schwerwiegend und kann einem Wissenschaftler, auch wenn er sich nichts zu Schulden kommen liess, ruinieren.”

Das stimmt. Deshalb hat soweit ich weiß niemand Benveniste vorgeworfen, die Daten bewusst aus niederen Motiven heraus zu fälschen. Auch Maddox nicht. Es gibt neben der Fälschung auch den Begriff des Irrtums – und das hat man Benveniste vorgehalten, dass er aufgrund unzureichender Methodik einem Irrtum aufgesessen ist.

#284 |
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@ Brigitte Müller

..und nebenbei bemerkt ist Hr. Dr. Bernd Pharmakologe und kein Arzt.

(daher versteht er auch nicht so viel von therapeutischen Prozessen)

Dennoch erkenne ich seine wissenschaftliche Kompetenz (gerade in Bezug auf Homöopathie) durchaus an. Aber er schiesst etwas übers Ziel hinaus, wenn er sämtliche alternativen therapeutischen Denksysteme über einen Kamm schert und sie reflexartig der Lüge und der Scharlatanerie bezichtigt.

Irgendwie mag ich ihn aber trotzdem. Glaub wegen seiner Hartnäckigkeit und dem unerschütterliche Glauben an seine Mission. Das ist echte Leidenschaft.

#283 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Lieber Herr Perrochet!

Sie sollten unverzüglich das Nobelpreiskomitee von den Arbeiten von Ennis informieren!!!
Ruhm Preis und Ehre warten auf Sie!
Nicht jedem ist es gegönnt so einen Paradigmenwechsel anzuzeigen.
Das allein erkannt zu haben ist mindestens so viel wert wie die Arbeit selbst!

Ennis macht schlechte Wissenschaft. Selektiv wird so lange herumgeschustert bis irgend welche Daten den Zauber bestätigen.
Aber, wie gesagt, melden sie die Sensation dem Nobelpreiskomitee!

#282 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

Wenn ein unbequemes Resultat Leute auf den Plant ruft, denen dieses Resultat ein Dorn im Auge ist und diese ziemlich rasch den Vorwurf der Datenfälschung aussprechen, dann hat das nichts mit guter Wissenschaft zu tun. Der Vorwurf der Datenfälschung ist schwerwiegend und kann einem Wissenschaftler, auch wenn er sich nichts zu Schulden kommen liess, ruinieren. Den Vorwurf aus der Welt zu schaffen ist nämlich nicht einfach.
Gute Wissenschaft ist, was Madeleine Ennis gemacht hat: ohne Vorwürfe zu arbeiten, selbst die Arbeiten Beneviste nachvollzogen, und zwar mit mehreren Teams, also multizentrisch. Die Resultate von Ennis sind weit höher zu gewichten als die von Madoxx, dem es offensichtlich darum ging, den unbequemen Forscher zu diskreditieren.

#281 |
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@ Brigitte Müller

Stimmt. Nur das ich solche Standpunkte nicht eingenommen habe. Ich habe zu keinem Zeitpunkt altes, überliefertes, dogmatisches Wissen alternativer Heilmethode übernommen – im Gegenteil.

#280 |
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Weitere medizinische Berufe

@
B.Sc. Ost. Nikolai Menzel

“Inhaltlich grenzt die Intensität Ihrer Überzeugungen jedoch schon arg an Fanatismus..”

So eine Aussage braucht schon einen Smiley.
Sie wissen doch selber , wieviel Hokus-Pokus Therapien es gibt auf dieser Welt. wenn ein Arzt sich da von jenen, die erwiesenermassen nicht wirksam sind ( über den Placebo-Effekt hinaus) , distanziert, kann das nur gut sein.
Fanatismus unterstelle ich eher den Leuten, die pickelhart Uralt-Methoden verteidigen, deren vermeintliche pharmakologische Wirksamkeit längst bewiesen und integriert wären, wenn ihre Aussagen stimmen würden.
Das gilt auch und gerade für Ärzte, die sich in diesen Dschungel verirrt haben.

#279 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Claude Alain Perrochet
Ihre Meinung: Hingegen hatten die Untersuchungen mit Madoxx und Randie klar zum Ziel, Benveniste zu widerlegen.

Das ist ein schlechter Scherz! Welche Funktion oder Aufgabe sollte denn eine Überprüfung haben?
Nach homöopathischer Denke ist das Ergebnis abhängig vom Ziel der Überprüfung. Glauben Sie vielleicht, dass Madoxx schuld ist, dass Beneviste falsch lag? Glauben Sie vielleicht, dass Madoxx die Homöopathie bewiesen hätte, wenn er nur gewollt hätte. Und was glauben Sie, dass
Davenas und Beneviste gemacht haben während der Überprüfung? Die sind wahrscheinlich nur so herumgestanden und haben ein Stoßgebet nach dem anderen zum hl. Hahnemann um Hilfe gestammelt!
So eine böse Verschwörung aber auch. Diese perfiden Naturwissenschaftler haben das Ziel eine Theorie zu widerlegen.
Wir fordern daher für die Zukunft, Studien, der Ziel es ist, die Homöopathie zu widerlegen, zu verbieten.

#278 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

Die Studien beweisen nicht, dass die Wirkung der verdünnten Hochpotenzen eine Wirkung haben, dafür sind sie zu schwach. Aber die Studien erlauben, die Aussage, die Homöopathie sei erwiesenermassen Placebomedzin, zu widersprechen. Es gibt im Grundrauschen halt ein gewisses Etwas, welches zumindest ein Hinweis darstellt, dass Homöopathie doch keine reine Placebomedizin sein könnte. Die Diskussion kann einfach noch nicht mit dem einen oder anderen Statement abgeschlossen werden.

#277 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Claude-Alain Perrochet
Lieber Herr Perrochet!
Sie kramen ununterbrochen irgendwelche dubiosen Studien aus und versuchen damit das Wunder der Homöopathie wahr zu erklären.
Es gibt keine validen Studien, die eine kausale, substanzbezogene oder potenzbezogene Wirkung belegen.
Schon eine einzige wiederholte Studie würde das gesamte naturwissenschaftliche Gebäude zum Einsturz bringen. Auf allen Ecken und Enden und in den Fundamenten
würde es krachen. Mehr als 200 Jahre schlüssige durchgehende Erkenntnisse wären nicht irgendwie sondern grob falsch und unvollständig.
Das Phänomen der Placebowirkung erklärt zumindest so viel, dass Sie die Homöopathie ad acta legen können.

#276 |
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@ Dr. Berndt

jedenfalls haben Sie Persönlichkeit. Macht Sie sympathisch (nicht ironisch gemeint).

Inhaltlich grenzt die Intensität Ihrer Überzeugungen jedoch schon arg an Fanatismus..

Nix für ungut! ;-)

#275 |
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Zahnärztin

Das waren ja riesige Studien….21 oder 25 Teilnehmer…. Könnte man zum Spaß im Wartezimmer durchführen…..
Und wenn ich mir anschaue, welche ” Indikationsbereiche” diese Mittel haben sollen, dann ist es gar nicht so unwahrscheinlich, daß man richtig rät:
http://www.homoeopathie-homoeopathisch.de/homoeopathische-mittel/Natrium-chloratum.shtml
Glücklicherweise saßen die” Falschrater “wohl in der Placebogruppe….

#274 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

“Ist jetzt die Osteopathie eine Placebobehandlung wie die Homöopathie?”

Die Aussage, die Homöopathie sei eine reine Placebobehandlung, ist auf Grund der aktuellen Studienlage nicht haltbar. Siehe:

http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?page_id=41

(siehe insbesondere die positive Evidenz in Metaanalysen bei gewissen Indikationen!)

und

http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=6308

(spezifische Wirkung der homöopathischen Verdünnungen wurden in Placebo kontrollierten Studien an gesunden (!) Propanden nachgewiesen)

#273 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr.Bayerl, #255

Danke für den Link. Der Artikel betont die negativen Studienergebnisse und erwähnt die Arbeit von Madeleine Ennis nur am Rande. Dabei ist gerade diese Arbeit die eigentliche Sensation, in dem mit einer multizentrischen, unangefochtenen Studie die Resultate von Benveniste annähernd reproduziert werden konnten. Hingegen hatten die Unterschungen mit Madoxx und Randie klar zum Ziel, Benveniste zu widerlegen bzw. zu diskreditieren. Diese Können deshalb nicht berücksichtigt werden, erhalten aber im Artikel seltsamerweise einen hohen Stellenwert. Der Artikel ist klar tendenziös.

#272 |
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Gast
Gast

Da es sich unzweifelhaft um den erfolgreichsten Fall von Allergie handelt, hatte er sicher Fieber.

#271 |
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Daniel A.
Daniel A.

Warum eigentlich ‘Schulmedizin’? Hahnemann meinte damit seine Zeitgenossen, die den (ebenfalls abstrusen) Lehren Aristoteles’ ect. folgten: Die ‘Schüler’ dieser unantastbaren Gelehrten waren folglich gemeint.
Nun, heute werden die wahrhaft Gläubigen tatsächlich an Schulen ausgebildet… (dabei stört Wissen bekanntlich). Die Mehrheit der chronisch Ungläubigen geht hingegen auf die Universität.
Wer heute noch irgendwelchen unantastbaren Gelehrten hinterher rennt, sollte sich den Kampfbegriff ‘Schulmediziner’ selbst anheften!

Noch ne Publikumsfrage am Rande zu Hahnemanns Urversuch:
Wie diagnostiziert man sicher ein Fieber? Jipp, mit einem Thermometer. Das sollte aber nicht die Frage sein. Die echte Frage lautet: Wann wurde das erste Thermometer erfunden, das zuverlässig in diesem Bereich messen konnte?

#270 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@B.Sc. Ost. Nikolai Menzel
..ich habe irgendwie das Gefühl, dass Sie meine Beiträge nicht wirklich lesen.

Selbstverständlich lese ich ihre Beiträge, allerdings immer unter der Prämisse, dass ich vor allem immer die Grundlagen nicht aus den Augen verliere.
In diesem Sinne werden Sie auch kaum Mathematiker finden, die sich Arbeiten von Mathematikern intensiv durchlesen, deren Elaborate auf der Grundlage beruhen, dass 2 plus 2 = 5 sei.
In diesem Sinne ist es von historischen Interesse Abhandlungen zu lesen, die auf der Annahme beruhen, dass die Erde eine Scheibe sei und ebenso nur von historischem Interesse wie man Krankheiten nach der 4- Säfte lehre behandelt.
Selbstverständlich wurden unendlich viele gescheite Überlegungen mit der 4- Säfte lehre angestellt, aber diese sind nicht wirklich von Bedeutung und ändern nichts daran, dass die 4- Säfte-Lehre obsolet ist.
Ich habe auch keine Lust die Handhabung eines Telephonbuches mit falschen Telephonnumern auswendig zu lernen.

#269 |
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@ Dr. Berndt

..ich habe irgendwie das Gefühl, dass Sie meine Beiträge nicht wirklich lesen.

#268 |
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@ Dr. Bayerl

wie gesagt, ist die Osteopathie sehr heterogen. Viele Menschen verstehen etwas anderes darunter. In den USA ist es anders als in England, als in Frankreich, Isreal, Australien, etc. Auch die verschiedenen med. Berufe (Physiotherapeuten, Orthopäden, Heilpraktiker) haben oft völlig unterschiedliche Definitionen und eigene Ausbildungsinstitute..

..solange es keine einheitlichen Standards gibt, dürfen Sie die Osteopathie einsortieren wo sie wollen. Kein Problem damit.

#267 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Unsinn, ein gut ausgebildeter Osteopath ist (oder war?) so etwas wie ein Chiropraktiker mit großer Erfahrung in der Beseitigung von Verspannungen der Wirbelsäule, insbesondere der HWS und des Atlanto-oczipital-Gelenks (Subluxation).
Nicht ganz ungefährlich, deshalb ist Erfahrung wichtig.
Diese sehr nervenreiche Region hat erheblichen Eifluss auf die Peripherie, Schmerzen mit Myogelosen sind meist in der BWS lokalisiert,
was man gelegentlich schlagartig beheben kann.
Schmerztherapie auch ohne Psychotherapie oder Placebo
ist ein weites Feld, sich an der Grenze der Schulmedizin, aber nicht im Gegensatz zu ihr. Denn die dominierende Rolle des Nervensystems ist recht gut bekannt.
Dass sie (manche) inzwischen auch die Prostata durch die Baudecke massieren können (welch ein Umweg!) ist ein anderes Thema.
“Viscerale Osteopathie” contradictio in adjectu

#266 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ B Sc. Ost. Nikolai Menzel

Eine Therapie, eine Methode oder eine Lehre wird genau dann zum Dogma, wenn unhaltbare und überholte Grundlagen und Theorien nicht entsorgt werden.
Dies wäre eine Weiterentwicklung. Es ist verständlich, dass die Homöopathen und die Osteopathen dies nicht tun, weil dann die Lehre abstirbt. Statt dessen versucht man mit vielen wohlklingenden Worten und umständlichen extra zu diesem Zweck erfundenen oder aus anderen Wissensgebieten entlehnten Begriffen das Weiterleben abzusichern.

#265 |
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@ Dr. Berndt

in Teilen, denke ich, ja. Die Osteopathie ist ja sehr heterogen und es gibt sehr viele unterschiedliche Ansätze. Strukturelle, biomechanisch ausgerichtete Osteopathie hat gut erforschbare und mit den Prinzipien der EBM vereinbare Grundlagen. Für den Bereich der sog. cranialen Osteopathie sieht es diesbezüglich aber schlecht aus. Die hochgradig empathische Annäherung an den Patienten (insbesondere in der cranialen Osteopathie), lässt große Einflüsse über den Placebo-Effekt vermuten. Dieser Tatsache stehen wir sehr offen gegenüber, denn die Osteopathie interessiert sich sehr für natürliche Resscourcen und salutogenetische Therapiekonzepte. Traditionelle Erklärungsmodelle für craniale Osteopathie, wie etwa die Motilität des Gehirns und der intracranialen Membranen oder der Liquor-Fluktuation, werden nicht als ultimative Wahrheiten sondern vielmehr als Wahrnehmungsmodell zur Ausbildung palpatorischer Fähigkeiten verstanden.

#264 |
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carbine
carbine

@Claude-Alain Perrochet
“@ Dr. E. Berndt
Es gibt unzählige Beispiele, welche diese Aussage widersprechen. Z.B. ist Akkupunktur nicht 1. Wahl bei Rücken- oder Knieschmerzen und bei Migräne, obwohl wirksamer als die Schulmedizinische Behandlung.”

Im bezug auf Migräne ist das eine mehr als kühne Behauptung.
Ich bin selber betroffen von Migräne und bewege mich im Migräneforum “miginfo”.

Niemand, absolut niemand hat je, ausser eine begrenzte Zeit, echte Erleichterung der Migräne erfahren.

Es gibt kurzfristige, durch den Placeboeffekt bedingte Verbesserungen, nachher ist wieder alles wie zuvor.

#263 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Psychosomatik ist absolut nichts neues INNERHALB der Schulmedizin.

Deshalb bitte die dummen Sätze “da müssen die Ärzte endlich mal lernen …” einfach lassen. Eher im Gegenteil, manch organisch Kranker läuft mit einer “Psychodiagnose” rum wenn der Doktor nichts gefunden hat.

#262 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ B.Sc. Ost. Nikolai Menzel

Ist jetzt die Osteopathie eine Placebobehandlung wie die Homöopathie?

#261 |
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@ carbine

Exakt! Genau das ist meine Meinung!

Wir sollten aufhören über Homöopathie (& Co) zu streiten und uns den spannenden Themen zuwenden: Placebo. Wir sollten zu verstehen versuchen, warum das in bestimmten Situationen, solch spektakuläre Effekte haben kann.

@ Dr. Berndt

Auch alte Argumente werden nicht von selbst schlechter (wenn sie denn stimmen). Sonst wären ihre ständigen Widerholungen ja auch obsolet..

#260 |
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carbine
carbine

@
B.Sc. Ost. Nikolai Menzel

“Nicht-quantitative Studiendesigns sind notwendig (und müssen zugelassen werden) um das Potenzial dessen, was wir Placebo nennen und therapeutisch als “Bedeutungs-Erwartungsreaktion” nutzen (und verstärken können?) tiefergehend zu verstehen und in die medizinische Vesorgung integrieren zu können.

Dies ist ein außerordentlich faszinierendes und intellektuell herausfordendes Feld”

Obwohl es Placeboforschung gibt, darf sie ruhig intensiviert werden, da ist Ihre Schlussfolgerung richtig.

Aber alles, was Sie hier ansprechen, heisst dann einfach “Placeboforschung” und nicht mehr Homöopathie.
Dazu braucht es keine weiteren studien mehr.

#259 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ B.Sc. Ost. Nikolai Menzel

Auch ihre Argumentation ist nicht neu.
Wir brauchen zur Zeit keine neuen Werkzeuge.
Es gibt genügend Placeboforschung. Die Phänomene lassen sich hinreichend Beschreiben. Und das alles ist bis zum Erbrechen wiedergekäut worden.
Es fehlt das gesicherte Phänomen einer spezifischen Heilung durch Homöopasthie und Co. Gilt auch für ihre Osteopathie
Und daher wird und kann immer nur über scheinbare Mechanismen spekuliert werden. Es wird über Wirkungsweisen einer nicht vorhandenen Wirkung spekuliert.
Ihr Manöver jetzt über Körper und oder Geist Philosophien etc, zu reden, geht am Kern vorbei.

#258 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Verehrte Naturwissenschaftler! Liebe Skeptiker!
Bevor Sie weiterdiskutieren ,sollten sie nachfolgenden Text studieren.

http://glareanverlag.wordpress.com/category/robert-musil/

Musil har zwar nicht die Homöopathie erwähnt, aber die Diskussion läuft exakt so ab wie beschrieben.

#257 |
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Das mit großer Sicherheit kein phyikalischer/chemischer Wirkmechanismus der Homöopathie vorliegt, denn diesen hätte man mittels RCTs sicher leicht belegen können (RCTs wurde dafür Entwickelt phyikalische Ursache-Wirkungs-Beziehungen nachzuweisen), muss es eine andere Erklärung für die Teils beeindruckenden Einzelfallerfolge geben (und dies trifft sicher ebenso auf andere alternative Therapien zu). Falls diese Erfolge, die man meiner Erkenntnis nach nicht als zufällige Spontanheilungen betrachten kann, auf den Placebo-Effekt zurückgehen, dann sollten wir uns Fragen, mit welchen wissenschaftlichen Werkzeugen Verstärkungen der “normalen” Placeboreaktion (wie sie in RCT-Studien auftreten) untersucht und tiefergehend verstanden werden können. Da für solche Phänomene komplexe psychosoziale und hochindividualisierte Settings vorhanden sein müssen, welche für jeden Behandlungsfall quasi neu erfunden werden müssen, brauchen wir andere Werkzeuge. Um das Leib-Seele-Problem..

http://de.wikipedia.org/wiki/Philosophie_des_Geistes#Dualistische_Antworten_auf_das_Leib-Seele-Problem

..eines Tages zu begreifen und für die Medizin nutzbar zu machen, müssen wir Geistes- und Naturwissenschaftliche Fragenstellungen mit einander Verbinden. Die Placebo-Forschung könnte genau der Schlüssel hierzu sein.

#256 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

zu@Claude-Alain Perrochet zum “Gedächtnis des Wassers” an ein nicht mehr vorhandenes Molekül und “ein anerkannter Forscher wie Jacques Benveniste”,
vielleicht eine allgemeinverständliche info aus der pharmazeutischen Zeitung:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=319

Mit den unsichtbaren “elektromagnetischen Strahlen”, die allerdings mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind also geradezu blitzartig verschwinden, wird ja leider heute der allergrößte Unsinn getrieben wie bei der CO2-Klima-Katastrophe (“Gegenstrahlung”), bei der sich die Physiker des vergangenen Jahrhunderts im Grabe umdrehen würden (Max Planck etc.),
ebenso wie bei der laienhaften “Atomstrahlungshysterie”, was uns beides unvermeidbar ins Elend stürzen wird, vielleicht wird demnächst noch die Atmung besteuert.
Es gibt keine strahlungsfreie Umgebung im Universum, ja,
sogar auch auf der Erde strahlt es und im Trinkwasser strahlt es (K40),
erstaunlich dass die Homöopathen das noch nicht verwendet haben.

mfG

#255 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Juliane 1205

Wenn ein anerkannter Forscher wie Jacques Benveniste seine Stelle verliert, weil er eine positive in-vivo Studie zu homöopathischen Verdünnungen publiziert – ist das auch normaler wissenschaftlicher Vorgang? Haben Sie sich mit dieser Geschichte um Benveniste auseinandergesetzt? Was ist davon zu halten, dass immer wieder, insbesondere von Skeptikern, erwähnt wird, seine Studie sei widerlegt worden und dabei verschwiegen wird, 1. unter welchen Umständen und mit welchem Ziel die erste Gegenstudie durchgeführt wurde und 2. dass multizentrische Studien unter der Leitung von der skeptischen Madeleine Ennis die Resultat von Benveniste nicht widerlegen konnten (wegen des schwachen Effektes aber auch nicht von einem Beweis gesprochen werden kann).
Es ist letztlich auch eine Frage der Redlichkeit. Da wird von den Gegnern der Homöopathie gerne übertrieben dargestellt, was ihnen passt, das Haar in der Suppe gesucht, Unpassendes verschwiegen usw. Im Moment herrscht eine Pat-Situation: weder die Aussage, die Homöopathie sei reine Placebomedizin noch die Aussage, die Wirksamkeit der verdünnten Substanzen sei wissenschaftlich erwiesen, sind belastbar.
Eine HTA-Studie, welche viel mehr über die praxisrelevanz einer Methode aussagt als RCT-Studien, hat gezeigt, dass klassische homöopathische Behandlungen durchaus wirksam und wirtschaftlich sind. In dem Sinne wäre ein Studienlehrgang Homöopathie berechtigt gewesen.

#254 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Norbert Aus,

Wie ich Ihrem Blog “Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie” entnehme, sind Sie mit der Literatur bestens vertraut und kennen die relevanten Studien und die Diskussionen dazu.

Trotzdem ein Link zum Thema, welcher auch zu entsprechenden Studien weiterführt:

http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?page_id=41

Bemerkenswert: für einzelne Indikationen kann die Homöopathie auf eine positive Studienlage hinweisen.

Studien, welche untersuchen, wie ein homöopathisches Mittel X bei der Indikation Y wirken wie z.B. Arnica gegen Muskelkater – können nicht als Studien berücksitigt werden, welche eine Antwort geben auf die Frage, ob Homöopathie (insbesondere klassische Homöopathie!) wirkt oder nicht. Solche Studien geben nur die Antwort auf die Frage, ob Mittel X für die Indikation Y wirksam ist. Wenn eine Studie ergibt, dass Ciprofloxacin gegen Halsschmerzen unwirksam ist, ist dies kein Beweis noch Hinweis dafür, dass allopathische Mittel unwirksam sind. Dieser Kommentar bezieht sich insbesondere auf die Studie zu Arnica gegen Muskelkater in der Metaanalyse von Shang et al., welche das Schlussresultat entschieden beeinflusst hat. Nimmt man die Studie raus, wendet sich das Resultat der Shang-Studie zum Positiven für die Homöopathie (wobei ich Ihre Kritik an den einzelnen positiven Studien zur Homöopathie kenne).

Die Frage ist auch, wieviele schulmedizinische Therapien könnten, so kritisch betrachtet wie Sie die Homöopathie betrachten – als erwiesen bestand haben?

Dazu kommen grundsätzliche Überlegungen zu klinisch randomisierten doppelblind kontrollierter Studien:

http://www.karger.com/Article/Pdf/57221

Die Placebogruppe reagert nicht unabhängig der Intervention in der Verumgruppe. D.h. die Messung Verum gegen Placebo muss ebenfalls kritisch betrachtet werden, siehe auch:
http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=828

Fazit: die Aussage, für die Wirksamkeit der Homöopathie gebe es keine Hinweise ist auf Grund der Studienlage unhaltbar. Aber die Studienlage ist nicht solchermassen, dass die Wirksamkeit der Homöopathie als Bewiesen gelten kann. Es gibt nicht die Studien, welche jeglicher Kritik bezüglich Effektstärke, Qualität, Reproduzierbarkeit usw. stand halten und die Wirkung der Homöopatie definitiv beweisen. Doch wo gibt es diese Situation in der Medizin?

Hinweis zu einem Buch zum Stand der homöopathischen Forschung, erschienen 2007:
http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=54

Und zu guter Letzt ein Hinweis zu bemerkenswerten Studien, welche Sie vielleicht noch nicht kennen:

“Die Forscher Heribert Möllinger, Rainer Schneider und Harald Walach prüften nicht, ob die Einnahme homöopathischer Arzneimittel Probanden von ihren Beschwerden befreit. Sie untersuchten stattdessen, ob homöopathische Arzneimittel bei gesunden Menschen die Krankheitssymptome hervorrufen, die laut Materia medica homoeopathica vorhergesagt werden. Die Ergebnisse ihrer Studien sind spektakulär. Sie sprechen für die Existenz spezifischer Effekte und deutlich gegen die These, Homöopathie sei ein reines Placebophänomen.”
Quelle:
http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=6308

#253 |
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Juliane1205
Juliane1205

@Claude-Alain Perrochet
Ich würde Ihnen dringend empfehlen sich den Unterschied zwischen Dogma und Wissenschaft klar zu machen, den haben Sie nämlich gründlich missverstanden.
Es muss Ihnen klar sein, dass die Wissenschaft ALLES hinterfragt, je weniger es zum derzeitigen Wissenstandard passt, desto mehr. Jede Theorie wird hundertfach bis ins kleinste Detail hinterfragt und muss sich bestätigen. Es sind nicht die bösen Skeptiker, die die armen “Homöopathieforscher” so diskreditieren…..genau SO funktioniert Wissenschaft. Wenn ein Wissenschaftler ein Theorie postuliert, dann MUSS er es sich gefallen lassen, dass diese von vorne bis hinten und wieder nach vorne umgedreht und hinterfragt wird und wenn sie dem eben nicht standhält , dann muss sie halt wieder neu überdacht oder eben verworfen werden. Deshalb MUSS sich die Homöopathie dies auch von den Skeptikern gefallen lassen, wenn Sie Dinge behauptet, die mit dem derzeitigen Stand der Wissenschaft nicht vereinbar sind und schon bekannte Naturgesetze die immer wieder funktionieren und mit jeder Neukenntnis vereinbar sind, über den Haufen werfen.Sie müssten dann all das, was somit nicht mehr stimmt auch neu mit erklären.

#252 |
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Apothekerin

@Claude-Alain Perrochet:
“Die Studienlage ist die, dass es genügend Hinweise gibt, dass die Aussage, die Homöopathie sei mit Sicherheit reines Placebo und die Verdünnungen unwirksam, unhaltbar ist.”

Das ist schlicht und einfach nicht wahr. Nicht wir “Skeptiker” beharren auf Dogmen. Homöopathie- und Esoterikfans beharren auf ihnen und sind nicht bereit, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Und die Gesetze der Thermodynamik sind sicher nichts, was nicht “gebrochen werden DARF” – aber nach all dem, was man heute über Physik weiß, ist es schlicht und ergreifend sehr, sehr unwahrscheinlich, dass sich an diesen tausendfach belegten Naturgesetzen noch etwas ändert. Die Thermodynamik, ja die gesamte klassische Physik, ist seit Jahrhunderten tatsächlich unverändert von Bestand – nicht wegen Dogmatik, sondern weil sie sich selbst in Zeiten von “Erweiterungen” der physikalischen Welt im Großen und im Kleinen (Kosmologie + Quantenmechanik) immer und immer wieder bestätigt hat.
Ich wünschte, Sie würden verstehen, wie Wissenschaftler wirklich denken. Falls sie tatsächlich ein Interesse haben, einmal über diesen Horizont, den sie kennen, herauszublicken, empfehle ich Ihnen zwei wunderbare Bücher, Stephen Hawking’s “The Grand Design” und Richard Feynman’s “Surely you’re joking, Mr Feynman!”. Vielleicht bekommen sie dann ein Bild davon, welche Art “Magie” ein Wissenschaftler in unserer Umwelt wahrnimmt, welch Forschergeist , welche Neugier, welche Brillanz wissenschaftliche Geister beflügelt. Und wie aufregend für solche Wissenschaftler die Welt des Unbekannten, des neu entdeckten ist. Da ist kein Stück Dogma, im Gegenteil – selbst so 99,99999999%ig sichere Dinge wie die klassische Physik werden ständig hinterfragt, sobald neue Erkenntnisse oder auch nur Ideen und Theorien Anlass dazu geben. Aber, und das macht den Unterschied zu den Alternativ-Fans: Hinterfragt mit Verstand und wissenschaftlichen Methoden, Experiment und Reproduzierbarkeit, Anwendung statistischer Methoden, größtmöglicher Ausschluss jeglicher Subjektivität. Die ultimative Objektivität ist das Ziel jeder Naturwissenschaft. Die Methoden wurden immer mehr verfeinert und darum fallen eben jene Ergebnisse, die sich als weder plausibel noch real entpuppen, wie eben die Wirkung der Homöopathie, trotz hunderter Studien durchs Raster.
DOGMA ist: an solchen Alternativmethoden festzuhalten. Die Wissenschaft – konkret, die wissenschaftliche Methodik – I’ll say it again, ist das Gegenteil davon.

Btw, Die Akupunktur wirkt zwar möglicherweise in gewissem Maße, aber es hat sich auch in Studien gezeigt (bitte nicht nach Quellen fragen, ich weiß nimmer wo ich das zuletzt las), dass sie genauso wirksam wie Scheinakupunktur (Nadeln an “falsche” Stellen) war. Auch hier ist möglicherweise von einem Placeboeffekt auszugehen, aber bei dem Thema wurden wohl auch noch lange nicht soviele Studien durchgeführt wie zur Homöopathie. Ich wäre da neugierig auf weitere Studien und deren Ergebnisse.
Ich hab die Akupunktur sogar selber schon probiert, bei mir gab es allerdings bedauerlicherweise keinerlei Effekt auf meine sehr häufig auftretende Migräne. Nichtmal nen Placeboeffekt war vorhanden (= wirklich überhaupt keine Reduktion der Anfallshäufigkeit), ich war enttäuscht und hab mit diesem Versuch einiges an Geld in den Sand gesetzt. Ich hatte da – auch in wissenschaftlicher Neugier – durchaus Hoffnung dran gesetzt. (Und das soll jetzt keine “negative” Anekdote sein, ich weiß wie wenig die wert ist. Was ich damit sagen will, ist, dass auch – und GERADE! – die Freunde der Naturwissenschaft und der Logik – durchaus offen für neues sind und jederzeit bereit für Experimente. Meine Anekdote hat daher auch nicht für mich ergeben, dass Akupunktur prinzipiell nicht wirkt – das Thema ist sicher noch nicht erschöpfend erforscht.)

#251 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Claude-Alain Perrochet

Ihre letzten Beiträge erschöpfen sich in Verschwörungstheorien!
Auch das ist ein altbekanntes Argumentationsschema.
Mit Verschwörungstheorien kann man alles beweisen, also nichts.
Es gibt sogar einen Verlag, der vornehmlich Bücher mit Verschwörungstheorien verlegt: Kopp-verlag

#250 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Claude-Alain Perrochet

Welche Studien haben denn Ihrer Meinung nach positive Nachweise zur Homöopathie geliefert? Ich würde mir die gerne einmal ansehen.

#249 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Gast von Kommentar #245

ich nehme an, Sie sind Eva Julia Fischer…

Warten Sie doch erst einmal ab, was Herr Dr. Stute eigentlich vorhat. Mir hat sich jedenfalls noch nicht erschlossen, was denn eigentlich wie erprobt werden soll!

Er wollte drei (!) Vorschläge liefern, wie wir Skeptiker die Homöopathie nachprüfen können. Diese Vorschläge würde ich zumindest gerne erst einmal kennen und dann darüber überlegen, ob sie überhaupt geeignet sind, den versprochenen Nachweis zu liefern.

Vorher läuft da garnichts.

Lassen Sie sich nicht überfahren! Auf meinem Blog finden Sie im Impressum meine Emailadresse, falls Sie sich mit mir kurzschließen wollen. (http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de)

Noch brauchen wir kein Labor, Arzt oder Notar.

#248 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Gast 246

Und wenn die Studie eine positive Wirkung zeigt, werden den Forschern wenn möglich Datenfälschung unterstellt. Und wenn das nicht klappt oder genügt, wird eine Gegenstudie durchgeführt, welche beweist, dass Homöopathie unwirksam ist. Dann ist man genau gleich weit wie jetzt: hier die positiven und da die negativen Studien. Jeder kann diese dann auslegen, wie er will.

#247 |
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Gast
Gast

Warum macht man dann keine groß angelegten Studien? Könnte man sich vielleicht selbst widersprechen? Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Lächerlich macht sich die Homöopathie schon selbst.

#246 |
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Gast
Gast

Dr.Stute hat mir geantwortet, mich um meine Kontaktdaten gebeten und mir mitgeteilt, daß die Vorbereitungen laufen.
Werde mich also heute um einen Notar bemühen und mir ärztlichen Beistand für das Experiment suchen.

#245 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Viola Stuppe

Auf immer wieder dieselben Unterstellungen und Verweigerungen der Gegebenheiten, folgen oft dieselben Antworten – mit hoffentlich doch immer etwas neuere Quellen und Aspekten. Mir geht es nicht darum, zu beweisen oder behaupten, dass Homöopathie wirkt. Aber die Aussage bzw. die Haltung, Homöopathie wirke nicht und alles verleugnend, was in dieser Richtung hindeuten könnte, erachte ich als sehr unwissenschaftlich. Es ist auch bezeichnend, dass wenn Argumente fehlen die Homöopathie lächerlich gemacht wird. Alles weist dahin, dass gewissen Gegner der Homöopathie jegliche Offenheit, Bescheidenheit etwas nicht wissen zu können bzw. offen lassen zu können, abhanden gekommen ist. Es gilt: Homöopahie wirkt nicht und ist reine Illusion. Diese Position wird mit fast allen Mitteln verteidigt und es gibt kein Abweichen, welche Studienresultate auch immer diskutiert werden.

Die Studienlage ist die, dass es genügend Hinweise gibt, dass die Aussage, die Homöopathie sei mit Sicherheit reines Placebo und die Verdünnungen unwirksam, unhaltbar ist. Aber die Studienlage ist auch nicht so, dass die Wirkung der homöopathischen Verdünnungen als sicher bewiesen gelten kann, so, dass keine Einwände mehr vorgebracht werden könnten. Die existierenden Studien, welche die Wirksamkeit der Homöopathie belegen, sind klein in der Zahl und die Effekte nur schwach – so, dass immer Argumente gefunden werden können, die Studien würden kein Beweis darstellen.

#244 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ E. Berndt

“Die wissenschaftliche Anerkennung wurde verwehrt, die Ergebnisse mußten zurückgenommen werden. Das bedeutet aber gar nichts für Anhänger der Homöopathie. Der Glaube lebt weiter…”

Und die Resultate von Madeleine Ennis?

http://skeptics.stackexchange.com/questions/8249/does-the-belfast-study-by-madeleine-ennis-prove-that-water-memory-exists-and-h

Natürlich werden diese auch aberkannt, weil erneut eine Gruppe um Randis – wie erwartet – auch die Arbeiten von Ennis widerlegen konnten – zum Glück für die “Skeptiker” und ihren Glaubenssätzen. “It is safe to say that based on the evidence we have, water does not have a memory as claimed by homeopaths. Not to mention that whoever was able to conclusively show that water did have a memory would probably win a Nobel Prize, as it would violate our understanding of thermodynamics.” Und das darf auf keinen fall geschehen.

#243 |
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Apothekerin

Ich wollte eigentlich angemeldet kommentieren, Gast #241 war ich…

…und hinzufügen wollte ich noch an Claude-Alain Perrochet: Sie wiederholen immer dieselben Mantras, egal ob in diesem Beitrag oder in vorhergehenden zum Thema Alternativmedizin. “Schulmedizin” sei “Dogma”. Es ist mir unbegreiflich, wie Sie ernsthaft dieser Meinung sein können. Die Medizin ist im ständigen Wandel – hat die Lebenserwartung in den letzten 250 Jahren um fast 40 Jahre angehoben – und tut das auch in den letzten Jahrzehnten noch erfolgreich und stetig. Immer wieder etablieren sich neue Verfahren oder Medikamente, ältere, weniger wirksame, oder nebenwirkungsreichere werden abgelöst. Um das zu wissen braucht man nur mal einen kurzen Blick in medizinische Fachzeitschriften zu werfen – Leitlinien werden ständig diskutiert und angepasst, neue Therapievorschläge geprüft und ausgewertet. Dogma ist das GEGENTEIL von Medizin. Auch diverseste “Alternativmedizin”-Verfahren wurden geprüft, denn jede neue Therapie, jeder neue Wirkstoff gilt erstmal als “Alternativ”, bis sie erfolgreich geprüft wurden. Aber erst Wirksamkeits- und Unbedenklichkeitsbelege machen aus Alternativmedizin, Sie ahnen es vielleicht, MEDIZIN.
Homöopathie hingegen ist ein hervorragendes Beispiel für Dogma. Da hat sich in 200 Jahren absolut NIX dran geändert, und das obwohl die Wissenschaft in jenen 200 Jahren massive Fortschritte gemacht hat und die Homöopathie nicht einmal mehr plausibel (falls sie das damals irgendwie war) ist. Geändert hat sich nur eines, nämlich, dass dutzende Pharmafirmen heutzutage sich ne goldene Nase an dem Boom der Volksverdummung verdienen, das Marketing-Gerede von “sanfter, natürlicher Medizin” kommt halt an.

#242 |
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Gast
Gast

Dr. E. Berndt, ich möchte Ihnen vielmals für ihre fundierten und wunderbaren Beiträge hier danken.
Ich wünschte, dass die Stimmen der Vernunft irgendwann einmal durch die Wände aus Esoterik und Dogma hindurchbrechen können…

#241 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Jaques Beneviste – Wie wird man zum Voodooforscher

1988 war ein schlechtes Jahr für die Homöopathie. Der angesehene französische Forscher Jaques Beneviste (1935 – 2004), ein anerkannter Immunologe, mußte es hinnehmen, daß seine Versuche – die Wirksamkeit von unendlich verdünnten homöopathischen Lösungen – als Täuschung und Selbsttäuschung entzaubert wurden. Benveniste untersuchte Veränderungen von Leukozyten durch Antigene. Zur Überraschung konnten auch Veränderungen mit zufällig hochverdünnten Antigenlösungen beobachtet werden, die in Folge mit einem „Gedächtniseffekt“ des Wassers erklärt wurden. Sein Pech war die Veröffentlichung seiner Versuchsdaten in „Natur“, einem international anerkannten und renommierten Fachjournal, wenn auch unter Vorbehalt der Nachprüfung bzw. der Verifizierung. Das Raunen in der Wissenschaft über seinen Überraschungsbeweis der Homöopathie war unüberhörbar, und die Zweifel waren laut und berechtigt.

Es kam zu einer umfangreichen Überprüfung im Labor von Beneviste. Die führende Kapazität der wissenschaftlichen Welt, Sir John Maddox, nahm sich persönlich der Nachprüfung an. In seiner Begleitung befand sich unter anderen der Zauberkünstler James Randi, ein Spezialist für paranormale Phänomene. Es wurde alles nachgestellt, wiederholt und vor allem verblindet, um Täuschung und Selbsttäuschung auszuschließen. Das heißt, es wurde mit einem großen Aufwand an Sicherheitsvorkehrungen sichergestellt, daß wirklich niemand auch nur die leiseste Ahnung haben konnte, welche Meßwerte welcher Versuchreihen abgelesen wurden. Der Job des Magiers Randi war, jede auch nur denkbare non-verbale Kommunikation auszuschließen. Erst nach diesen rigiden Sicherheitsmaßnahmen, die verhinderten, daß unbewußte Wunschvorstellungen von Beneviste und seinen Mitarbeitern irgendeinen Einfluß auf das Ablesen der Meßergebnisse haben könnten, wurde klar, daß nichts am heutigen Weltbild geändert werden mußte. Es zeigte sich eindeutig, daß pures Wunschdenken dahinter steckte und keine neue Realität.

Beneviste führte seine Versuche nicht persönlich durch. Eine seiner Mitarbeiterinnen, Elisabeth Davenas, war eine überzeugte Homöopathin. Ihr oblag das „Ablesen“ der Versuchsergebnisse. Erst als die Testproben geheim codiert und verblindet wurden und so sichergestellt wurde, daß Elisabeth Davenas absolut nicht mehr wissen konnte, ob sie die echten, homöopathisch behandelten Proben oder die nur mit reinem „Wasser“ behandelten Kontrollproben beurteilte, wurde klar, daß sie einer Selbsttäuschung erlegen war. Diese Selbsttäuschung dauerte immerhin zwei Jahre. Und während dieser Zeit wurden stets positive Ergebnisse (re)produziert. Man muß jedoch dazu anmerken, daß die Beurteilung ob eine Blutzelle nach homöopathischer Behandlung die als Nachweis einer Wirkung erforderlichen Symptome zeigt oder nicht, eine sehr heikle Sache ist. Die „Grauzone“ zwischen eindeutig positiv und negativ wurde unterschätzt. Diese Grauzonen sind eine Falle und fordern Mißinterpretationen heraus.

Die wissenschaftliche Anerkennung wurde verwehrt, die Ergebnisse mußten zurückgenommen werden. Das bedeutet aber gar nichts für Anhänger der Homöopathie. Der Glaube lebt weiter und die Mär vom Wassergedächtnis existiert seit dieser Zeit, ist bis heute Grundlage einer regen Geschäftstätigkeit und beflügelt Voodoo-Forschung.

Ein echter Trend.

#240 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

Jaques Benevistes Arbeiten wurden später durch ein seriöses Team, geleitet von Ennis, bestätigt:

http://www.theguardian.com/science/2001/mar/15/technology2

Beneviste ist ein gutes Beispiel, wie die Science-community vorgeht, wenn eines ihrer Mitglieder die Dogmen gefährdet. Man geht vor wie früher die Inquisition. Die erste Nachprüfung mit J. Randi hatte den Zweck, Beneviste zu diskreditieren – alle Mittel waren erlaubt.

Montagnier erwähnte, dass Beneviste – ein hoch anerkannter Immunologe – doch recht hatte. Aber eben, Montagnier ist nun vom Nobelpreisträger ebenfalls zum Idioten mutiert – in den Augen der Science-community. Denn wehe es gebe Anzeichen, dass die Homöopathie doch wirken könnte. Wäre für einige doch eine unaushaltbare Schmach. Wissenschaft muss wieder das werden was sie ist: durch Neugierede getriebene, offene, kritische Erforschung der Realität. Persönlicher Stolz, Rechthaberei, Dogmen usw. haben da nichts zu suchen. Nur die Liebe zur Wahrheit zählt.

#239 |
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Zahnärztin

Update:
Mail an Dr. Stute um 12.47
Bin gespannt, wie es weitergeht……

#238 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Luc Montagnier war ein anerkannter Wissenschaftler.
Aber sein Schicksal ist kein Einzelfall und ist sicher nicht der letzte der in die Esoterik abegdriftet ist.

Steirisch homöopathische Quappologie

Die grenzelose Freiheit des Nichtwissens!

Frei von den Zwängen naturwissenschaftlicher Grundlagen und im Widerspruch gegen den Rest der Naturwissenschaftler wurde auch in der Steiermark der Lehrsatz des alternativen „Gott-sei-bei-uns“ Hahnemann „Similia similibus curantur“, grundlegend, basiswissenschaftlich evaluiert. Und wie das in den alternativen Wissenschaften so üblich ist, alles wird immer wieder wiederholt. Egal wie vernichtend und negativ das Resultat eines Beweisungsversuches ausfiel, es hat keine Folgewirkung und so wiederholen sich auch die Geschichten. Neue Versuche im alten Gewand werden gemacht, und wenn niemand dagegen auftritt, gibt es Chemie und Physik neu.

Diese Erwartungen wurden auch die Homöopathieforscher in der Steiermark mehr als gerecht. Die grünen Adepten bewiesen ebenfalls die alles erklärende Theorie ihres Meisters schlüssig. Und hier wie anderswo auch, ist hier ganz einfach. Jeder Laie kapiert die simplen Methoden und logischen Resultate alternativer Experten. Als unvermeidliches „Spin-off“-Ergebnis werden dabei alle übrigen Naturwissenschaften falsifiziert. Das „Aus“ für die „Vier-Kräfte-Lehre“ oder für die Rezeptortheorie steht bevor.

Nach seiner Urlogik heilt Hahnemann „Gleiches“ durch „Gleiches“, daher muß es also so sein, daß eine „krankmachende“ Wachstumsstimulation durch ein Wachstumshormon geheilt wird, wenn dasselbe zusätzlich in homöopathisch potenzierter Form verabreicht wird. Die schädliche Wirkung der ersten Hormongabe wird durch die weitere Zugabe einer homöopathischen Potenz des ersteren wieder aufgehoben.

Für diesen Spezialversuch anfangs des dritten Jahrtausend sollten sich grüne steirische Jungfröschlein, Kaulquappen, als besonders geeignet erweisen. Labormäuse haben offenbar einen besseren Tierschutzstatus oder sind zu teuer. Tierexperimente sind anzeigepflichtig und eigene Ethikkommissionen überwachen das leibliche und seelische Wohl unserer Versuchsmäuse. Nun kam die Jahrtausendchance für kleine „Noch-nicht-Quacker“. Sie durften das Wunder Homöopathie im Interuniversitären Kolleg Graz / Seegau realisieren!

Erster Paradigmenwechsel- Homöopathiewissenschaftlicher Urknall

Dazu wurde das Wachstum der kleinen Lurche mit einer 1 zu 100.000.000 verdünnten Hormonlösung des Wachstums- bzw. Schilddrüsenhormons Thyroxin stimuliert. Thyroxinlösung dieser Konzentration ins Lurchbecken geträufelt. Der Verdünnungsgrad der Lösung entspricht rechnerisch einer homöopathischen Potenz D8. Die damit angeblich krankhaft induzierte Wachstumsstimulation wurde dann durch die „Wirkung“ von echt homöopathisch verdünntem, sprich potenziertem, Thyroxin der Potenz D30 (Verdünung = 1 zu 1000.000.000.000.000.000.000.000.000.000), wie auch immer, kuriert.

Die Sensation war perfekt. Die Kaulquappen pubertierten normal, wenn gleichzeitig zusätzlich eine homöopathische hergestellte Hormonverdünnung (!) der Potenz D30 verabreicht wird. Festgestellt und gemessen wird die krankhafte Beschleunigung des Wachstums bzw. deren Normalisierung durch Abzählen der durchbrechenden Extremitäten.

Natürlich läßt sich darüber philosophieren, ob bei einer Verabreichung einer hormonellen Stimulationslösung der Verdünnung 10-8 nicht doch noch irgendwo in einem Kaulquapperl so ein einzelnes Thyroxinmolekülchen seinen zugehörigen Wachstumsrezeptor findet, und die Vorderpratzerl, schneller als die Natur von sich es wollte, hervorkommen. Und jetzt, durch Zugabe von nichts, wie einer Verdünnung von D-30, zu gerade noch etwas war die Homöopathie bewiesen! Heißa, was war doch das für eine hehre Aufgabe für homöopathische Statistiker und Haxerlzähler. Endlich konnte man nach 200 Jahren Spott und Häme mit einer homöopathiefreundlichen Versuchsanordnung direkt ein Wunder nach dem anderen anschauen und abzählen.

Wenn die Sternbilder wirken, wie die Astrologen glauben, dann muß auch das Molekül im Kubik-Lichtjahr wirken! Oder? Ein wahrhaft megaepochales Ergebnis. Das gesamte Gebäude der Naturwissenschaften wurde mit einmal erschüttert und in die Luft gesprengt! Wohlgemerkt, alle Naturwissenschaften wurden ad absurdum geführt, und nicht etwa nur eine einzelne unbedeutende Nebensächlichkeit.

Leider wurde diese sensationelle Arbeit wie tausend andere ähnliche wissenschaftliche Elaborate von den Redaktionen der internationalen Fachjournale wieder nicht beachtet. Und so weiß die internationale Science Community und vor allem das Nobelpreiskomitee bis heute nicht, daß der immer wieder beschworene, heiß ersehnte Paradigmenwechsel in der grünen Steiermark passiert ist, wo es offenbar besonders feinstoffempfindliche grüne Frösche gibt.

Der Jubel der Homöopathen in ihren vertrauten Zirkeln ob der steirischen Erkenntnisse ist bis heute im Internet präsent. Mit diesem unumstößlichen wissenschaftlichen Beweis wäre die Homöopathiedebatte des Jahres 2005 siegreich verlaufen, wenn nur die Ergebnisse etwas prominenter veröffentlicht worden wären. Ich würde der Sponsorfirma Dr. Peithner GmbH & Co. empfehlen, diese Arbeit wenigstens heute noch direkt nach Stockholm zu schicken, denn dafür gibt’s nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch bares Geld für unsere Spitzenforscher. Die Jammerei über finanzielle Benachteiligungen alternativer Forschung gehört zum Standardrepertoire ganzheitlicher Entrüstung. Das mühsame bürokratische Ansuchen um EU-Förderungen fällt weg. Der Ruhm könnte nicht größer sein: Österreichisches Homöopathieunternehmen ermöglicht Nobelpreisnominierung. Es ist nicht mehr länger zu verantworten, daß diese epochalen Ergebnisse aus der Steiermark ignoriert werden. Aber die Firma Peithner verzichtet auf die Marketingchance der Epoche.

Aber der guten Homöopathen und so auch unseren steirischen Hahnemännern, den homöopathophilen Quappenforschern und Gesundheitsexperten des Interuniversitären Kollegs für Gesundheit und Entwicklung Graz/Schloss Seggau (www.inter-uni.net) geht es ums Heilen und nicht um wissenschaftliche Eitelkeit. Schon seit Jahrhunderten gewöhnt an die Weltverschwörungen der feindlichen Naturwissenschaftler ließen sich nicht entmutigen, steigerten ihre kreativen Kräfte und gingen sofort in die zweite Runde. Die CAM-Wissenschaftler lieferten in ihrer geschützten Werkstätte gleich noch ein weiteres und noch sensationelleres Wunschresultat nach.

Der zweite Paradigmenwechsel – fernwirksame Übertragung immaterieller Bioinformation

Die kurative Wirkung der D30 Thyroxinpotenz auf die durch D8 Thyroxin induzierte beschleunigte Metamorphose konnte auch kontaktlos, drahtlos, quasi telepathisch erzielt werden. Die mit Thyroxin gedopten Quappen wurden nicht, wie auch immer, „direkt“ mit Tropfen in ihrem Laborbecken behandelt, sondern den kleinen Lurchen wurde die kurative Potenz, fest eingeschlossen in Glasphiolen, zum Vorbeischwimmen hineingehängt.

Es kam, wie es kommen mußte. Wunder passieren eben nur dort, wo sie erwartet werden. Die erste erfolgreiche Nachweis einer Hormonfernwirkung und quer durch Ampullenglas hindurch, und noch dazu homöopathisch, glückte auf Anhieb! Die Quappen wurden im Vorbeischwimmen bioinformiert und geheilt. Der Bioinformationstraum ist Realität!

Doch auch dieser Jahrtausenddoppelerfolg wurde von der Nobelpreisgemeinde ignoriert, denn wieder verhinderte weltweites lückenloses Totschweigen durch die Wissenschaftsmafia den längst fälligen Durchbruch dieser alternativen Erkenntnisse. Eh klar, sonst müßten ja die Nobelpreise wieder eingesammelt werden. Aber jede Menge Dollars gibt es damit zu verdienen. Die „James Randi Educational Foundation“ (http://www.randi.org/research/index.html) spendiert 1 Million Dollar für den wiederholten Nachweis. Ich würde mir das nicht entgehen lassen.

Aber wozu sich mit der Science-Community herumärgern? Die wollen einfach nicht an Hahnemann glauben. Aber der nächste Paradigmenwechsel wird alle Journalisten von Sonntagzeitungen und Wellnessmagazinen überzeugen. Wozu sich etwas antun, was nur Wissenschaftler verstehen?

Der dritte Paradigmenwechsel – Handystrahlung ist böse!

Derart in Fahrt, waren die Forscher um die Gruppe P.C. Endler nicht mehr zu bremsen. Die Versuche wurden unter Mobilfunk wiederholt. Und das Ergebnis war eindeutig im Trend. Es wurde bestätigt, was zum Standardrepertoire des ganzheitlichen Fachwissens zählt: Es wird homöopathisch-telepathische Übertragung von Bioinformation durch böse Handystrahlung gestört! Jetzt wurde auch das endlich experimentell bewiesen, und die Handynetzbetreiber können einpacken. Warum hat Dr. Gert Oberfeld diese ‚Arbeit nicht gelesen. Er hätte sich die Untersuchung von Hausammannstätten schenken können.

Die Bioinformation wird durch Digitalfunk kaputtgepulst. Beweis: Die kurative Fernwirkung bleibt aus! Die Bösartigkeit der Handystrahlung läßt sich eben nur durch Hahnemannsche Erleuchtungen experimentell beweisen.

Aber, wie wir alle wissen, Wissenschaft schreitet voran und die nächste Sensation ließ nicht lange auf sich warten.

Der vierte Paradigmenwechsel – homöopathische Bioinformation auf CD elektronisch gespeichert und ins Wasser einspeichern

Das wäre ohne Zweifel der Überclou. Bio-Info pur auf CD. Nur irgendwann hat jeder Reigen sein Ende, und dieser Reigen hätte eigentlich gar nicht stattfinden dürfen.

1988 war ein schlechtes Jahr für die Homöopathie. Der berühmte französische Forscher Jaques Beneviste (1935-2004), ein anerkannter Immunologe, mußte es hinnehmen, daß seine Versuche, die Wirksamkeit von unendlich verdünnten homöopathischen Lösungen als Täuschung und Selbsttäuschung entzaubert wurden. Sein Pech war die Veröffentlichung seiner Versuchsdaten in einem wirklich international renommierten Fachjournal, wenn auch unter Vorbehalten. Das Raunen in der Wissenschaft war unüberhörbar und die Zweifel laut und berechtigt. Es kam zu einer umfangreichen Überprüfung. Die führende Kapazität der wissenschaftlichen Welt Sir John Maddox nahm sich persönlich der Nachprüfung an. In seiner Begleitung befand sich unter anderen der Zauberkünstler James Randi, ein Spezialist für paranormale Phänomene. Es wurde alles nachgestellt, wiederholt, und vor allem verblindet, um Täuschung und Selbsttäuschung auszuschließen. Das heißt, es wurde mit großem Aufwand an Sicherheitsvorkehrungen sichergestellt, daß wirklich niemand auch nur die leisteste Ahnung haben konnte, welche Meßwerte welcher Versuchreihen abgelesen wurden. Der Job des Magiers Randi war, jede auch nur denkbare non-verbale Kommunikation auszuschließen. Erst nach diesen rigiden Sicherheitsmaßnahmen, die verhinderten, daß Wunschvorstellungen von Beneviste und seinen Mitarbeitern irgend einen Einfluß auf Meßergebnisse haben konnten, wurde klar, daß nicht geändert werden mußte. Wunschdenken steckte und keine neue Realität nicht mehr, zeigte es sich eindeutig: Die wissenschaftliche Anerkennung wurde verwehrt, die Ergebnisse mußten zurückgenommen werden. Das bedeutet aber gar nichts für Anhänger der Homöopathie. Der Glaube lebt weiter und seit dieser Zeit Aber existiert die Mär vom Wassergedächtnis, und das bis heute.

Dieser Flop hinderte die Forschergruppe um P.C. Endler nicht mit diesen Hokus-Pokus Ideen erneut Forschung zu betreiben. Es liegt irgendwie im Wesen von alternativen und komplementären Forschen am vertrauten Humbug, wenn es ins Konzept paßt, festzuhalten.

Der fünfte Paradigmenwechsel – Realität im Alltag

Mobilfunk ist sicher nicht das Ende für homöopathische Teleaktivität. Im Internet gibt es zahlreiche „wissenschaftlich“ geprüfte Schutzpickerl gegen Handystrahlung zu kaufen. Nur unter dieser entlarvenden deutschen, sprich besser österreichischen Bezeichnung ist das unverkäuflich. Da muß schon die moderne Sprache der Scharlatanerie herhalten. Auf englisch klingt das alles viel edler und zuverläßiger! Ein Mind-Save-Chip oder ein Harmonydevice versprechen mehr Gewinn als eine amtliche Bezeichnung wie Strahlungsschutzplakette. Und es gibt natürlich Hahnemänner die deratiges prüfen und positiv befunden. Entsprechend geklebt auf Handys und an Kassenscannern montiert und die Welt der alternativen Energien bleibt heil. Die homöopathische Fernheilung der Lurche sollte nun auch unter Mobilfunk funktionieren.

Diese neue Eso-Elektronik ist bereits allgegenwärtig und hilft stromlos, dauernd und sicher. Einfach umhängen und alles ist paletti. Homöopathen haben ein Faible für die Verwertung von Platinen aller Art. Daraus lassen sich esoterische Schutzamulette kreieren gegen die seinerzeit und gewiß auch noch heute immer noch beliebten Mariazeller Breverl glatt versagen. Es genügt heute nicht mehr Schluckbildchen zu verzehren oder sich kleine Zettelchen mit magischen Zahlen und Zeichen umhängen. Elektronisch muß das Amulett sein. Und einige springen damit sogar hoch hinaus.

Wie auch immer, es gibt keine unsinnigen Grenzen für CAM-Forscher. Die Elektronik macht es möglich. Ein bißchen Verstärken und ein wenig Hintergrundrauschen und schon werden heilsame Frequenzen und Informationen sichtbar. Der Rest ist ein Kinderspiel. Eine CD wird beladen und die kurierenden Bioinformationen können in die Lurchbecken eingespielt werden. So einfach funktioniert Homöopathie. Nur das Handy darf nicht läuten. Es geht halt nichts über ganzheitliche Forschungsansätze.

In der begrenzten Welt der naturwissenschaftlichen ist Forschung nicht so lustig. Die Inspiration ist ein wichtiger Faktor. Diese für echte Forschung notwendige Inspiration erwächst aus Bildung und Wissen. Der Paradigmenwechsel als Running-Gag ist und bleibt das Ergebnis einer grenzelosen Unwissenheit.

#237 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt
#236 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

“Volkstümlich ausgerückt: Wenn ihr Nachbar ein Trottel ist, ist das kein Beweis für ihre Intelligenz.”

Luc Montagnier – war er ein Trottel?

#235 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

“Es gibt nur eine Medizin, nämlich die Medizin, die wirkt. Alles was sich als im Laufe der Zeit als wirksam erwiesen hat, wurde in diese Medizin eingebettet.”

Warum werden dann solche Vorgehensweise von der Schulmedizin immer noch ignoriert oder bekämpft – statt ergebnisoffen erforscht zu werden:

http://www.sein.de/archiv/2006/oktober-2006/frequenzmedizin.html

#234 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

“Es gibt nur eine Medizin, nämlich die Medizin, die wirkt. Alles was sich als im Laufe der Zeit als wirksam erwiesen hat, wurde in diese Medizin eingebettet.”

Es gibt unzählige Beispiele, welche diese Aussage widersprechen. Z.B. ist Akkupunktur nicht 1. Wahl bei Rücken- oder Knieschmerzen und bei Migräne, obwohl wirksamer als die Schulmedizinische Behandlung. Ganzkörperhyperthermie plus Chemotherapie ist wirksamer als Chemotherapie alleine (Evidenz A) – insbesondere bei Glioblastome gibt es sehr eindrückliche Resultate. Hyperthermiebehandlungen fristen aber ein Nischendasein.

Der Begriff Schulmedizin ist tatsächlich etwas unglücklich, aber der Kürze halber und in einem Blog wird man schon verstehen, was damit gemeint ist.

#233 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Claude Alain Perrochet

Sie verwenden den Ausdruck Schulmedizin. Das disqualifiziert sie. Mit diesem als Schimpfort erfundenen Ausdruck implizieren Sie, dass es verschiedene “gleichwertige” Arten von Medizin gibt.
Es gibt nur eine Medizin, nämlich die Medizin, die wirkt. Alles was sich als im Laufe der Zeit als wirksam erwiesen hat, wurde in diese Medizin eingebettet.
Medizin ist wie Wissenschaft auch eine Methode und als solche keine Dogma sondern ein Verfahren, dass sich ständig durch neuere Erkenntnisse ändert.
Es liegt in der Natur der Sache, dass es weniger gut fundierte und besser fundierte Methoden hinsichtlich der Wirksamkeit gibt, aber es gibt eine Diskussion und eine Entwicklung, die auch schon oft dazu geführt hat, dass eben Methoden und Mittel, die weite Verbreitung und Anerkennung hatten, verabschiedet wurden.
Dies passiert in der H. und anderen Heilsreligionen nicht. Hier gilt das Dogma auf ewig.
Und bitte lassen Sie das Wassergedächtnis daheim. Es ist das ein alter abgewetzter schäbiger Hut.

und last not but least: Mit unwirksamen Methoden welcher Provenienz auch immer, können sie unplausiblen und unwirksamen alternativen Schwachsinn nicht rechtfertigen.
Volkstümlich ausgerückt: Wenn ihr Nachbar ein Trottel ist, ist das kein Beweis für ihre Intelligenz.

#232 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet
#231 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

@ Dr. E. Berndt

Wieviel von den schulmedizinischen Behandlungen sind in ihrer Nützlichkeit und Wirkmechanismus bewiesen? Wobei all die von der Pharmaindustrie bezahlten, unterstützten oder sonstwie beeinflussten Studien besonders kritisch anzusehen wären. Ihre Aussage, die Rolle des Bindegewebes sei nicht bewiesen, zeigt, wie viel als nicht bewiesen bezeichnet wird, was einfach ignoriert wird. Die Bedeutung des Grundsystems (Grundsubstanz oder Matrix plus zelluläre, humorale Komponenten und Nervenfasern) wurde z.B. durch Pischinger und Heine beschrieben. Ricker ergänzt bzw. erweitert die Zellularpathologie von Virchow mit weiterem Aspekt. Es gibt sehr viele Forschungsfelder, welche von der Schulmedizin schlicht ignoriert werden. Es gibt in der Schulmedizin eine neue Art des dogmatischen Denkens: das ist der Rahmen, das gilt und was ausserhalb dieses Rahmens gefunden wurde oder diesen sogar gefährden könnte, wird ignoriert oder bekämpft. So manövriert sich die “moderne” Medizin in eine Sackgasse. Sichtbar an der Kostenexplosion: trotz immer mehr Aufwand, kann vielen Menschen nicht wirklich geholfen werden Gesundheit zu erlangen. Dies, weil die “Schulmedizin” sich dem verschliesst, was nicht ins Konzept (Dogma) passt. Nur als Denkanregung: die Akkupunktur hat erwiesenermassen eine höhere Behandlungseffizienz bei Rücken- und Gelenksbeschwerden als die schulmedizinische Behandlung. Wäre dies nicht Anlass genug um wenigstens einzusehen, dass es auch andere Wege, Denkschulen usw. gibt, welche auch ihre Bereichtigung haben, welche whs. auch etwas von der Realität verstanden haben, welches in der Schulmedizin bisher nicht entdeckt wurde, weil es sich der Untersuchungsmethoden entzieht? (Die Zusammenhänge in der TCM lassen sich nicht im Mikroskop, im MRI oder mit sonstwelchen Untersuchungsmethoden der Schulmedizin erfassen – und trotzdem wirkt die Methode).
Übrigens sieht Nobelpreisträger Montagnier durchaus eine naturwissenschaftlich fassbare Grundlage für die Homöopathie:

http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/tony-isaacs/nobelpreistraeger-entdeckt-wissenschaftliche-grundlage-der-homoeopathie.html

Letztlich ist die Frage der Wirksamkeit der Homöopathie eine Frage der Sichtweise bzw. deren (dogmatischen) Selbsteinschränkung.

#230 |
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@ Dr. Berndt

herzlichen Dank zu Ihren Aufklärungsmaßnahmen zur Osteopathie. Ich darf Ihnen versichern, dass ich mit den Hintergründen wohl vertraut bin und als intelligenter Mensch alte und neue Erkenntnisse zu unterscheinden verstehe und ethisch vertretbar zum Wohle meiner Patienten einsetze. Ein bisschen Entspannung würde Ihnen meiner Meinung nach allerdings nicht schaden – vielleicht sollten sich sich mal ihre Hirnflüssigkeit osteopathisch rebalancieren lassen (Scherz!).

#229 |
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@ Dr. Bayerl
@ Dr. Berndt

ich stimme Ihnen beiden zu. Ich wiederhole das Credo meiner bisherigen Äußerungen: Auch ich halte die Wirkung der Homöopathie für Placebo und halte die tradtionellen Erklärungsmodelle für falsch. Die von mir bemerkten Vergleiche zwischen den genannten Behandlungsverfahren und der Homöopathie waren philosophischer Natur im Sinne von Prinzipien, welche sich auf dieser Ebene in vielen therapeutischen Denksystemen wiederfinden. Ich habe selbst abgestritten, dass diese etwas mit physikalischen oder biochemischen Naturgetzten zu tun haben.

Mein Bestreben war es lediglich, der Diskussion einen neuen Anstoß zu geben, über das nun ausfühlichst und mehrmals wiederholte irrtümliche traditionelle homöopathische Denksystem, uns hinausgehend Gedanken zu machen. Das bedeutet, dass wir uns zukünftig über die Bedeutung dessen, was wir momentan Placebo nennen, austauschen und forschen sollten um das Potenzial therapeutisch auszuschöpfen. Ich denke nicht, dass ich mich im Bereich von Esoterik bewege, wenn ich behaupte, das mehr psychosomatische Integration (Stichwort: Psychoneuroendokrinoimmunologie) der Medizin guttäte und wir diesbezüglich von traditionellen Heilweisen sogar noch etwas lernen könnten.

Verbal auf alles zu schiessen was sich bewegt, verhindert ein gemeinsames Bestreben nach mehr Aufklärung und (wissenschaftlicher) Entwicklung aller Beteiligten.

#228 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Werter Herr B. Sc. Ost Nikolai Menzel!

Sie schrieben:

Nicht-quantitative Studiendesigns sind notwendig (und müssen zugelassen werden) um das Potenzial dessen, was wir Placebo nennen und therapeutisch als “Bedeutungs-Erwartungsreaktion” nutzen (und verstärken können?) tiefergehend zu verstehen und in die medizinische Vesorgung integrieren zu können.

Bitte nicht bös sein, aber das ist ein Klassiker der Homöopathen, um sich an der Evidenz und an jeder Nachprüfbarkeit zu vorbeischwindeln.

Zitierfähige Quelle : Stiftung Warentest, Die andere Medizin Seite 213, 5. neu bearbeitete Auflage:
Der nachfolgende Text ist gerichtsfest. Gegen dieses Buch wurden zahlreiche Prozesse und Einsprüche von den Anbietern und Interessenvertretern der kritisierten Methoden etc. erhoben. Die Kritik steht und konnte nicht entkräftet werden.
Zitat:
Osteopathie: Die Theorie von Still, dass die osteopathischen Behandlungen “ganzheitliche” Wirkungen haben, ist wissenschaftlich nicht plausibel. Die von den Osteopathen postulierte Anregung der Selbstheilungskräfte des Körpers ist nicht bewiesen. Eine besondere Rolle des Bindegewebes ist ebenso wenig wissenschaftlich belegt wie positive Effekte durch die osteopathische Stimulation des Bindegewebes.
Zitatende
Es geht auch kürzer: Osteopathie beruht wie viele andere sogenannte alternative, komplementäre und ganzheitliche Methoden auf Schwurbel.
Aber selbstverständlich kann man auch Schwurbel fachgerecht zertifizieren und entsprechende Ausbildungsdiplome nach dem Besuch von Akademien, Kursen etc. eindrucksvoll gestalten und in den Praxisräumen heilend platzieren.

#227 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Nikolai Menzel
Natürlich hat Wikipedia seine Tücken, aber man kann es auch Lesen und es ist nach vollziehbar und mit Quellen belegt.
Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, kann sehr wohl schnell und einfach beurteilen, ob ein Text stimmt oder Blödsinn ist.

Homöopathie ein versteinertes Relikt überholter vorwissenschaftlicher Vorstellungen

Niemand kann zur Annahme eines rationalen Verständnisses gezwungen werden. Praktisch lässt sich das an der ausufernden esoterischen Szene und vor allem auch in der alternativen, komplementären und ganzheitlichen Medizin- und Heilszene, an Wunderheilern und dubiosen Heilpraktikern beobachten. Hier herrschen immer noch und schon wieder unwissenschaftliche Überzeugungen und Erklärungen vor, die heute im Lichte der Naturwissenschaft einfach als magisch zu bezeichnen sind. Die Homöopathie ist das Paradebeispiel einer solchen Irrlehre. Sie steht mit ihren magischen Vorstellungen im Gegensatz zu allen gesicherten medizinischen Erkenntnissen und wird trotzdem im modernen Medizinbetrieb allgemein akzeptiert. Sie ist keine abstruse Randerscheinung, sondern fixer Bestandteil im medizinischem Alltag und der Ausbildung bis in die Universität hinein. Man könnte fast meinen, dass sich Aberglaube und Esoterik vorzugsweise in die Medizin zurückgezogen haben und von dort aus sich anschicken, die Errungenschaften der Aufklärung und der Naturwissenschaften rückgängig zu machen. In den Naturwissenschaften wie z.B. in Chemie und Physik sind überholte Vorstellungen aus der Alchemie oder das Perpetuum mobile längst passee aber nicht mehr in der Medizin. Hier ist das Mittelalter wieder eingezogen. Die Folgen reichen über das Gebiet der Medizin hinaus.

Auf nach unseren heutigen Kenntnissen unzweifelhaft magischen Vorstellungen fußen die Homöopathie und viele andere Verfahren und Mittel der alternativen, komplementären und ganzheitlichen Medizin. Hier boomt moderne Pseudowissenschaft und mit ihr das Kauderwelsch aus verfälschten und verdrehten Begriffen, die aus Wissenschaft und Forschung zum „Eindruckschinden“ entlehnt werden. So wird eine Wirkung erklärt, die gar nicht vorhanden ist und puren magischen Phantasien wird ein moderner wissenschaftlich scheinender Hochglanz aufpoliert. Die Existenz von Feen, Elfen, Schutzengeln etc. erscheint vielen plausibel. Der Glaube an Symbolisches, wie die Erschaffung der Welt buchstäblich in 7 Tagen, erfreut sich steigender Beliebtheit. Das Markenzeichen und die Attraktivität von Scheinmedizin und Pseudowissenschaft ist, dass hier alles einfacher, verständlicher, biologischer und natürlicher ist. Um Anerkennung bemüht, wird jedoch Wissenschaftlichkeit und Bestätigung durch angeblich positive Studienergebnisse behauptet.

Homöopathie verweigert sich allen gesicherten medizinischen Erkenntnissen

Auch nach mehr als 200 Jahren existieren keinerlei einwandfreie und stichhaltige Beweise für eine spezifische Wirksamkeit. Sowohl die historischen Vorstellungen als auch die gegenwärtigen Erklärungen zur Wirkung der Homöopathie stehen in fundamentalen Widerspruch zu allen gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Lehre des Herrn Hahnemann ist eine für die Medizin unfruchtbare Theorie, eine Irrlehre. Es gibt daher keinerlei Erkenntnisse, die mit Hilfe der Homöopathie gefunden wurden. Alles, was wir heute über „Leben“, „Gesundheit“ und „Krankheit“ im weitesten Sinne wissen, wurde mit Hilfe der Naturwissenschaften erforscht und aufgeklärt. Der Beitrag der Homöopathie zur Entwicklung der Medizin ist null.

Das Credo der Homöopathie „similia similibus curentur“ („Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“) ist ganz in der Tradition der magischen Signaturenlehre. Nach dieser Signaturenlehre zeigt uns die Natur durch Ähnlichkeiten die z.B. heilende Wirkung einer Pflanze, eines Steines oder eines Tierorgans an. Dass hier die angesprochenen Ähnlichkeiten absolut willkürliche Annahmen aus menschlicher Sicht und menschlicher Erwartungen sind, bedarf hoffentlich keiner weiteren Erläuterung und liegt auf der Hand. Die Signaturenlehre ist nichts weiter als eine esoterische Pseudowissenschaft, die durch nichts belegt werden kann und allen Erkenntnissen widerspricht.

Das homöopathische Potenzieren hat seinen Ursprung in der magischen alchemistischen Vorstellung, dass in den Ausgangsmaterialien ein geistartiges Wirkprinzip, eine Heilkraft ähnlich der immateriellen Lebenskraft , der „Vis vitalis“, existiert, die durch bestimmte Prozeduren wie etwa dem wiederholten Verdünnen mit nachfolgendem Schütteln herausgeholt werden kann und muss, um so in reiner immaterieller Form noch besser Heilung zu bewirken. All das ist, wie wir heute wissen, esoterischer vernunftferner Nonsens. Im Klartext: Es gibt keine kausale Wirksamkeit der Homöopathie. Alle Nachprüfungen ergeben immer wieder, dass es egal ist, welche Mittel welcher Hochpotenz gegen welche Krankheit auch immer wie oft eingenommen werden. Homöopathie wirkt nicht mehr und nicht weniger als ein Placebo. Und die Wirkung eines Placebos bzw. der Homöopathie beruht lediglich auf der Erwartungshaltung, dem Image und dem Brimborium rund um die Verschreibung. Es wirkt der persönliche Glaube an die Homöopathie, der durch die allgemein verbreitete Ansicht induziert wurde. Die Hoffnung auf Heilung war immer schon stärker als jede Vernunft und zu allen Zeiten daher eine hervorragende Geschäftsbasis für alle Ärzte und Wunderheiler, die in gutem ehrlichen Glauben einerseits selbst daran glaubten bis hin zu den Scharlatanen, denen bewusst war, dass ihre Therapie und ihre Mittel nicht wirken.

#226 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@B.Sc. Ost.Das mag der Mitleser selbst beurteilen. “Scharlatane”, das soll hier nicht all zu böse gemeint sein, hat es immer im medizinischen Umfeld gegeben, manche mit subjektiv bester Absicht.
Nur gibt es theoretisch seit Aristoteles, Logik, Ratio und die Geburt “wissenschaftlicher Denkweise” , die das Abendland dahin gebracht hat wo es jetzt steht.
Generell erleben wird einen Trend zu “Psychologisierung” von Medizin, die letztlich ganz überwiegen theoretisch, also NICHT wissenschaftlich basiert ist.
Unredlich wird aber kommerzielle Krankheitsbehandlung, wenn Sie mit unwirksamen Maßnahmen (Homöopathie) psychologische Wirkungen anstrebt (Placebo). Unredlich, weil der Patient getäuscht wird.
Ist dem Arzt bei der geforderten Aufklärung verboten!
Osteopathie im Sinne manipulativer Fähigkeiten an Körperoberfläche und Bewegungsapparat schätze ich hoch eine für den, der das kann.
Auch bei “Masseuren” gibt es individuell ganz erhebliche Unterschiede.
Manches schadet sogar, wie “Massage” bei Kindern.

#225 |
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@ Dr. Bayerl

..ich kann Ihnen nicht folgen. Ich habe nichts gesagt, dass in einem Widerspruch zu Ihren Aussagen stünde. Beileidigungen tragen im Übrigen zu einer sachlichen Diskussion leider auch nicht bei..

#224 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Herr @B.Sc. Ost., Sie schaden dem Ruf der “Osteopathie” ganz gewaltig, wenn Sie sie mit völlig abstrusen Deutungen aus “Psychotherapie” und Homöopathie in Verbindung bringen, erinnert irgendwie an afrikanische Mediziner.
Vielleicht hilft Ihnen die einfache Grundidee,
dass man körperliche Störungen am Besten körperlich behandeln kann
und psychologische psychologisch.
Wer das Gegenteil behauptet und praktiziert,
ist in der Regel ein Schwindler.
Das schließt nicht aus dass auch manche Massage psychologisch wirken kann.

#223 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Julia Fischer,

ja er braucht eine Mail. Da muss nur drinstehen ‘das ist eine Mail’.

Zum Status:
Herr Stute schrieb in Kommentar 180:
> Jeder , der mir eine Email schreibt,dem schicke ich 3 Vorschläge , wie er/sie Isopathie/ Homöopathie ( Einnahme) nachprüfen kann.

Dies habe ich am 14.6. vormittags getan.

Bis jetzt weiß ich ‘dass es um Sulphur geht’.

Zieht sich etwas, die Sache mit den Vorschlägen, deren dreie sollten es ja sein…

#222 |
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@ Dr. E. Berndt,

Sie wissen aber schon, aus welchen Gründen die Wikipedia nicht als zitierfähige Quelle in wissenschaftlichen Arbeiten angesehen wird..?

Fachnähere Experten (als Sie es sind) mögen hier über meinen Beitrag urteilen..

Abschliessend möchte ich dennoch loswerden, dass eine Diskussion über Homöopathie (wie gesagt: bin selbst Kritiker der traditionellen Erklärungsmodelle und auch kein Anwender) die salutogenetischen Prinzipien in therapeutischen Prozessen berücksichtige sollte. Auf dieser Ebene funktionieren die RCT-Standards in Studiendesigns nämlich nur bedingt. Das die Homöopathie nicht aufgrund biophysikalischer Gesetze funktioniert ist völlig klar und erwiesen. Nicht-quantitative Studiendesigns sind notwendig (und müssen zugelassen werden) um das Potenzial dessen, was wir Placebo nennen und therapeutisch als “Bedeutungs-Erwartungsreaktion” nutzen (und verstärken können?) tiefergehend zu verstehen und in die medizinische Vesorgung integrieren zu können.

Dies ist ein außerordentlich faszinierendes und intellektuell herausfordendes Feld, zu dem auch Sie, Herr Dr. Berndt, sicher Beitragen könnten.

#221 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@ Nicolai Menzel
Ich bedauere sehr, dass ich Ihnen sagen muss, dass ihre Erklärungen zwar deutlich länger geworden sind aber nicht schlüssiger. Außerdem haben Sie offenbar sich wenig mit den Grundlagen der Homöopathie befasst. Ich sehe nichts, was in ihren Ausführungen mit den Grundlagen der H. verglichen werden könnte. Zu guter Letzt sind die von Ihnen abgeführten ” Heilmethoden” inkl. der Osteopathie umstritten und nicht im Sinne einer auf Evidenz basierten Medizin anerkannt. Für eine erste Horizonterweiterung schlage ich Wikipedia vor.

#220 |
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Zahnärztin

@Norbert Aust
Da habe ich doch glatt übersehen, daß ich ebenfalls zu diesem Experiment von Dr. Stute eingeladen worden bin. Selbstverständlich werde ich teilnehmen. Was muß ich tun? Ihm eine Mail schreiben?

#219 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

Dr. Stute hat mir geantwortet.
Alles, was ich von bisher weiß, ist, dass ‘es um Sulfur geht’.

Mal sehen, WIE es das tun soll.

#218 |
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@ Dr. E. Berndt,

..versuche es nochmal verständlicher, obwohl ich auch nicht sicher bin, inwiefern die im folgenden beschriebenen Prinzipien wirklich auf die Homöopathie zurückgehen:

In der klientenzentrierten Psychotherapie, ist es das Bestreben des Therapeuten, die Gedanken- und Gefühlsmuster des Klienten vollständig aufzunehmen und insofern zurück zu spiegeln, dass es den Klienten in seiner Empfindungswelt bestätigt – sei diese auch noch so pathologisch.
Dies setzt nach C. Rogers einen natürlichen Prozess in Gang, den er Aktualisierungstendenz nennt und den Klienten sich in Richtung Gesundheit entwickeln lässt. Es geht also nicht darum einen pathologischen Zustand zu bekämpfen, sondern seinen Ausdruck zu verstärken. Klientenzentrierte GT ist meines Wissens Bestandteil der Approbationsausbildung von Psychotherapeuten.

In meinem zweiten Beispiel, ebenfalls ein anerkanntes Verfahren der evidenzbasierten Medizin, geht es ebenfalls um Verstärkung (anstatt Bekämpfung) pathologischer Zustände: Die Friktionstechniken der klassischen Physiotherapie. Hier wird eine Tedinitis durch tiefe, lokale Massage so gereizt, dass sich der entzündliche Prozess verstärkt (therapeutische Entzündung), was über die natürlichen Prozesse inflammatorischer Vorgänge (die ich hier sicher nicht im einzelnen erklären muss) zur Ausheilung der Erkrankung führen kann.

Das dritte Beispiel der sog. indirekten osteopathischen Techniken, welche auch in der manuellen Medizin angewendet werden, folgt der Richtung der biomechanischen Dysfunktion bis an einen Balancepunkt ausgeglichener Umgebungsspannung (anstatt des üblichen Versuches durch mechanische Kraft gegen die Barriere/Blockade vorzugehen) und nutzt so das Abnehmen von Afferenzen aus der betroffenen Region zur neuromuskulären Normalisierung des Störung.

Obwohl ich (wie gesagt) auch kein Freund pharmakologischer Erklärungsmodelle der Homöopathie bin und die homöopathischen Mittel vielmehr als eine Art Symbolsprache in einem psychophysiologischen Feld verstehe, in dem Bedeutungen mit Erwartungen verknüpft werden (Bedeutungs-Erwartungsreaktion = Placebo), erkenne ich doch das o. g. Prinzip im “Similia similibus curentur” der Homöopathie wieder. Ein therapeutisch-philosophisches Prinzip. Kein Naturgesetz. Insofern schliesse ich mich der früher geäußerten Meinung an, dass man in der Homöopathie (gegenüber den Patienten) offen mit dem Placebo umgehen- und sich als Behandler darüber bewusst sein sollte.

#217 |
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Weitere medizinische Berufe

@Norbert Aust

cc Dr.Stute

bitte lassen Sie uns wissen, wie es weiter geht!

#216 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@ Dr. Stute

Sie haben jetzt eine Mail.

Wenn dieser Schritt soooo wichtig war, dann wäre es ja sicher doch sinnvoll gewesen, hier die Eimailadresse anzugeben, oder zumindest, wo man sie findet. So musste ich eben über Ihren Psiram-Eintrag gehen.

Ich warte jetzt gespannt darauf, wie Ihre Testbedingungen aussehen.

Nur eine Kleinigekeit am Rande:
Die griechische Insel, auf die sich der Springer bezog, hieß und heißt Rhodos, mit zwei ‘o’.

Nun, jetzt gilt das Zitat für Sie.

#215 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Heilen als Religion

Homöopathie ist die in Mitteleuropa und speziell in Deutschland und Österreich am meisten verbreitete alternative Heilmethode. In Österreich gibt es die Homöopathie als Hochschulstudium nicht. Im Vereinigten Königreich ist die Homöopathie ebenfalls sehr verbreitet und blickt auf eine lange Tradition zurück. Praktisch seit Anbeginn stehen homöopathische Spitäler Patienten zur Verfügung. Ebenso existieren Forschungsstätten und Ausbildungseinrichtungen. Ein prominenter Fürsprecher ist vor allem seine königliche Hoheit Thronfolger Prinz Charles, der Prinz von Wales, der sich auch auf anderen Gebieten alternativ zeigt und dafür von Fachleuten kritisiert wird. Wissenschaftlichen Argumenten scheint der Prinz jedoch nicht Glauben schenken zu müssen; er denkt halt gern anders.

Außerhalb Europas ist die Homöopathie besonders in Indien etabliert und anerkannt. Eingeführt wurde sie von Johann Martin Honigberger noch zu Lebzeiten Hahnemanns. Er war Arzt und Apotheker aus Siebenbürgen, beschäftigte sich sehr mit Homöopathie und bereiste mehrmals den Orient. Die Homöopathie stellt in Indien eine zweite unabhängige medizinische Schiene dar. Die Inder sehen in der Homöopathie Ähnlichkeiten mit Ayurveda. Der landesweiten Verbreitung und Anerkennung in allen Teilen der indischen Gesellschaft kam zugute, daß in der Homöopathie eine Alternative zur Medizin der Kolonialherren gesehen wurde. Die Ausbildung zum Homöopathen war allgemein erschwinglich und der Zugang leichter als zum eigentlichen Medizinstudium. Viele, die Arzt werden wollten, wählten daher die Ausbildung zum Homöopathen.

Auf ähnliche Weise, nämlich aus politischen Gründen, entstand auch die traditionelle chinesische Medizin in ihrer modernen Form. Sie wurde von den Kommunisten als Gegenstück zur westlichen Heilkunde revitalisiert bzw. wiedereingeführt, um dann als altes Kulturgut und Reklame für kommunistische Überlegenheit exportiert zu werden.

Parallelen lassen sich auch in der Legalisierung der Heilpraktiker in Deutschland erkennen. Erlaubt und gesetzlich verankert wurden die Heilpraktiker von den Nationalsozialisten. Zu dieser Zeit wurde alles auf „Volks-“ zwangsumgestellt. Eine neue, fortschrittliche, germanische Volksmedizin, ausgehend von einem gesunden Volksempfinden, sollte der konventionellen, dekadenten und in den Augen der Nationalsozialisten „jüdischen“ Medizin entgegengestellt werden. Popularität und „divide et impera“ mögen weitere Hintergedanken der Nationalsozialisten gewesen sein, zwei Arten von Medizin zu etablieren. Die im Vergleich zur Medizin auch heute noch äußerst geringen Ausbildungserfordernisse für den Beruf eines Heilpraktikers sind immer wieder Gegenstand der Kritik. In diesem Sinne wurde auch die Homöopathie im 3. Reich gefördert. Hahnemanns Lehre galt als „deutsch“. Um diese Wahnidee zu beweisen, wurden in grausamsten Wirksamkeitsstudien viele Konzentrationslagerinsassen qualvoll ermordet. Das umfangreiche Untersuchungsmaterial ging in den Kriegswirren verloren. Die wenigen Zeugenaussagen und Dokumente berichten aber von völliger Wirkungslosigkeit.

Die Homöopathie wurde von ihrem Begründer Samuel Hahnemann (1755–1843) als ein in sich geschlossenes und unwiderlegbares „Lehrgebäude” angelegt, und muß daher heute als höchst unwissenschaftlich angesehen werden. In eine abgeschlossene, eben fertige und damit zu Ende gedachte Lehre, Philosophie oder Theorie, wie auch immer, können weder neuere Erkenntnisse eingebracht werden noch irgendwelche Argumente von „außen“ zugelassen werden.

Samuel Hahnemann lebte im Zeitalter der beginnenden Aufklärung und war gebildeter Mediziner. Er kritisierte die damals verbreitete „heroische“ Medizin. Völlig zu recht, wie wir heute wissen. Es kam zum Bruch mit dem medizinischen Establishment. Die konsequente Antwort Hahnemanns war seine Homöopathie. Seine gesamte Lehre ist schriftlich festgehalten und bestens dokumentiert.

Die unumstößliche Erleuchtung – als Wissenschaft getarnt

Er faßte das Wissen seiner Zeit zusammen, entnahm daraus, was er für richtig hielt, und erweiterte es um seine Vorstellungen. Es finden sich daher in der Homöopathie noch zahlreiche nach heutigem Verständnis höchst unwissenschaftliche Vorstellungen wie Zahlenmystik, Symbolismus, Lebenskraft, Vier-Säfte-Lehre, Astrologie und vieles andere mehr. Diese vorwissenschaftlichen Elemente sind heute wie damals in der Homöopathie erkennbar und immer noch präsent. Nichts von alledem wurde entsorgt. Die Homöopathie präsentiert sich daher heute – aus Sicht der Wissenschaft – als Abfallhaufen ehemaliger und überholter „wissenschaftlicher“ Forschungsansätze. Daran ändert auch die homöopathische wissenschaftliche Forschung nichts. Denn welche Ergebnisse sollen bei einer Forschung herauskommen, die auf mittlerweile unhaltbaren Lehrsätzen und Annahmen beruht? Es kann nichts herauskommen! Daß nichts herauskommt, ist logisch und keine Untertreibung. Es kann nur Unsinn herauskommen, wenn Sinn dort gesucht wird, wo keiner ist!

Diese heiter-ernste Schlußfolgerung geht auf den Arzt und Entertainer Eckehard von Hirschhausen zurück.

Hahnemann suchte zwar nicht nach dem Stein der Weisen wie die Alchemisten, aber er schuf mit seiner damals „neuen“ Lehre im Grunde eine Neuformulierung dieser althergebrachten Sehnsucht. Allmächtig und universell gültig wird nicht weniger versprochen, als eben wirklich alles heilen zu können. Der Glaube daran ist für die Anhänger Gewißheit und befreit sie von jeglichem Zweifel. Der Erhalt der „reinen“ Lehre war Hahnemann und erst recht seinen Jüngern ein besonders Anliegen. Die mühselige Suche nach neuen Erkenntnissen ist überflüssig, weil Hahnemann schon alles gesagt hat. Wer über Homöopathie nicht diskutieren will, zitiert den Kalauer medizinischer Selbstüberschätzung: „Wer heilt, hat recht!“

Und so sehen die Homöopathen alles im Lichte der Homöopathie, glauben fest, alles mit Homöopathie heilen zu können, und bestätigen sich mit ihrer Homöopathie immer wieder selbst. Das verleiht ihnen ein besonderes Charisma. Sie beeindrucken ihre Patienten mehr als gewöhnliche Mediziner, die oft genug nur langwierig und zweifelnd zu unsicheren Diagnosen gelangen, und dann den Patienten noch eingestehen müssen, daß es keine allmächtige Medizin geben kann und gibt.

„Similia similibus curantur“ – Amen

„Similia similibus curantur“, lautet das Credo, auf dem sich die Homöopathie nach wie vor ohne Ausnahmen gründet. Das war eine durchaus zulässige Arbeitshypothese, aber aus dieser Ähnlichkeitsregel, dem Arzneimittelbild und dem Potenzieren sowie aus allen übrigen Vorschriften wurde keine wissenschaftliche Theorie sondern ein unumstößliches Dogma geformt. Dieses dogmatische medizinische Gesamtkunstwerk darf weder hinterfragt noch nachgeprüft werden. Wer es dennoch tut, sündigt schwer, denn der „Diktator des Heils“, Hahnemann, hinterließ ein vollendetes Gesamtwerk, mit einem ein für allemal ausgeklügelten und strikt zu befolgenden Regelwerk, in dem kein Platz für irgendwelche hinausführenden Fragen oder Zweifel ist.

Es wird eine scheinbare, besonders einfache Logik entwickelt, die einem das Denken abnimmt, etwas, was nicht nur die Homöopathie, sondern eigentlich alle alternativ-komplementären Heilmethoden auszeichnet und attraktiv macht. Und die Homöopathen können sich kein Zweifeln und keine Skepsis erlauben, denn das brächte dieses Kartenhaus an naturwissenschaftlichem Scheinwissen sofort zum Einsturz.

Der Glaube an die Überlegenheit der Homöopathie gegenüber der Schulmedizin bzw. der als gegensätzlich erachteten Medizin, der Allopathie, alles Heilen zu können, tritt auch aus entsprechenden Texten hervor:

Aus einer Homöopathiebroschüre von E. Fräntzki Titel: Die Idee der Wissenschaft bei Samuel Hahnemann (1976)

… Mit der neuen, homöopathischen Konzeption des Heilverfahrens hat HAHNEMANN, so läßt sich sagen, die k o p e r n i k a n i s c h e Wende innerhalb der Medizin vollzogen. Denn jetzt richtet sich das Wissen um das Heilen nicht mehr nach den in immer neuen Weisen auftretenden, im Grunde nie einholbaren Krankheiten wie in der Allopathie, sondern Krankheit muß sich nach dem Wesen um das Heilen richten. D. h. homöopathisch gesehen tritt als Krankheit nur auf, was im voraus in der reinen Arzneimittellehre schon ausgemittelt worden ist. Darin ist impliziert, daß es – wiederum homöopathisch gesehen – natürliche Krankheiten nicht gibt ….

Dieser Text ist Teil einer abschließenden Betrachtung und ernst gemeint. Daraus kann niemand ernsthaft schlau werden, außer man sieht die Welt verkehrt herum. Die Hahnemannsche Homöopathie wird als modernste Heilmethode gesehen. Medizin, so wie wir sie heute betreiben, ist überholt. Und offenbar noch überholter als vor 200 Jahren! Die Homöopathie ist wie die kopernikanische Wende ein Paradigmenwechsel. Krankheit ist etwas, das natürlich (?) gar nicht existiert. Die klassische Medizin eilt hinter den an sich nicht existenten und daher auch nicht behandelbaren Krankheiten her. Krankheiten sind etwas, das es zwar nicht gibt, aber die Homöopathen können diese im voraus mit Hilfe der reinen Arzneimittellehre ermitteln. So gesehen muß man sagen, daß hier nicht einfach Henne mit Ei verwechselt wird, sondern überhaupt unklar ist, was Henne und was Ei ist.

Ein für allemal wird festgestellt, was richtig und homöopathisch ist oder nicht, bzw. wie Homöopathie richtig zu denken ist. Das nennt man einen Binnenkonsens. Paul Watzlawik bezeichnet eine so konstruierte „Theorie“ als philosophische Wespenfalle: Man fliegt hinein und findet nicht wieder heraus. Dieser Gedankenkäfig wurde raffiniert mit Dogmen verspiegelt. Und mit den bekannten Totschlagphrasen wie „man kann nicht alles beweisen“ und „das wird sicher noch bewiesen werden“ sperren sich die Anhänger heute selbst ein, womit jede Diskussion sinnlos wird.

Die Lehrsätze und Anweisungen der Homöopathie sind nicht falsifizierbar, was diese Lehre nach Sir Karl Popper ebenfalls als Unwissenschaft qualifiziert. Das Ergebnis ist, wenig überraschend, ein vorprogrammierter Wissensstillstand. Die Homöopathie ist daher neueren Erkenntnissen verschlossen und seit 200 Jahren unverändert. Die Abgrenzung zur Wissenschaft besteht nicht nur im Negieren neuerer Erkenntnisse welcher Art auch immer, sondern spielt sich auch und gerade im Kopf ab. Der Homöopath denkt in zwei Welten. Die Suche nach Wahrheit muß unterbleiben!

Wahn ist die Brücke zwischen Sinn und Unsinn

Bei diesem Konflikt der Homöopathie mit den Naturwissenschaften handelt es sich nicht um Auffassungsunterschiede in irgendwelchen nebensächlichen Detailfragen, sondern um eine grundsätzliche Unvereinbarkeit. Ausgangspunkt ist die wohl unbezweifelbare Tatsache, daß wir uns nur in einer einzigen Welt befinden, und daß es daher nur eine einzige Naturwissenschaft gibt, für die ein hierarchischer und widerspruchsfreier Aufbau für zutreffend und als gegeben angenommen werden muß. Und so gelten eben die naturwissenschaftlichen Grundgesetze fachübergreifend in allen Disziplinen. Nur echte Wissenschaft ist so gesehen ganzheitlich.

#214 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

@Nicolai Menzel

Finden Sie nicht, dass die von ihnen aufgezählten Beispiele mehr Verwirrung als Aufklärung bringen? Das, was sie hier geschrieben haben, löst sich in Nichts aus, wenn sie es in verständlichen Worten und definierbaren Begriffen niederschreiben.

Die einzige Erkenntnis, die ich aus ihren Beispielen ziehen kann, ist, dass aus nach heutiger Sicht irren Grundannahmen keine neuen Erkenntnisse gewonnen worden sind.
Also sei festgehalten, dass die Homöopathie unser Wissen über die Entstehung, Ursachen und Ablauf von Erkrankungen seit ihrem Anbeginn in keiner Weise erweitert hat. Alles was wir heute als gesichertes Wissen bezeichnen können, wurde ohne irgend einen Beitrag der Homöopathie herausgefunden.

#213 |
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Weitere medizinische Berufe

@Christian Becker

“Leider scheint auch bei diesen Apothekern das Anekdotenprinzip zu wirken: man hört von Erfolgen, also muss es wohl wirken.”

Ja, das scheint mir plausibel.
Zum anderen ist der Apotheker auch Geschäftsmann. Bei “meinem” Apotheker steht jetzt alles herum, was es so gibt: Schüsslersalze, homöopathische Mittel, Spagyrik usw.usf.

Er berät die Leute mit Leidenschaft, ich muss ihn wirklich einmal fragen, ob er daran glaubt.
Wobei man wirklich sagen muss, dass die H. so stark verankert ist in unseren Köpfen, ja in unserer Kultur, dass es einen Anstoss braucht, um darüber nachzudenken, und wenn man damit beginnt und Kritisches liest, ist der glaube daran schnell verraucht.

#212 |
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Apotheker

@Kai Schultka (#176)

Ja, über welche Potenz wir hier reden, wäre wirklich mal interessant.
Meiner Meinung nach ist nämlich Homöopathie (der Deklaration nach) oft keine Homöopathie (im Sinne Hochpotenzen, Simile-Lehre), sondern (Phyto)therapie). Ich bin relativ sicher, dass so mancher Erfolg, den sich die Homöopathie auf die Fahnen schreibt, allein dadurch zustande kommt, dass in Niedrigpotenzen genug Wirkstoff enthalten ist, um das zu Begründen.
Ein tolles Beispiel ist Arnica: Arnica wird in der nicht-homöopathischen Therapie gegen Prellungen, blaue Flecken und zur Wundheilung eingesetzt. In der Homöopathie sollte es dementsprechend diese Symptome hervorrufen (wenn unverdünnt angewendet). Alleridings wird es eben auch in der Homöopathie zur Wundheilung eingesetzt und in Potenzen ab D1 vertrieben. Allerdings findet sich von D1 – LM-irgendwas auch alles dazwischen. Wer nun Arnica D1 einsetzt, selbst wenn es sich dem Etikett nach um ein Homöopathikum handelt, betreibt aber eher Phytotherapie als Homöopathie.

Zu den beobachteten allergischen Reaktionen auf Apis D6 und D12: Wie an anderer Stelle schon gesagt, kann es sich um eine psychosomatische Reaktion handeln. Bei D6 (bei D12 habe ich Zweifel, aber möglich wäre es schon) kann ich mir gut vorstellen, dass es auch eine echte allergische Reaktion ist. Immerhin sind da noch recht viele Moleküle enthalten. Dennoch kann man das vermutlich nur durch eine Blindprobe herausfinden. Aber warum nimmt jemand mit Allergie gegen Bienengift überhaupt Apis?

Die Frage nach dem Wirkstoffgehalt lässt sich grob so beantworten:
Ab D24 bzw. C12 kann man davon ausgehen, dass sich in einem Fläschchen Globuli so ca. 1 Molekül des Wirkstoffs befindet.
Die Herangehensweise ist:
Konzentration des Wirkstoffs in der Ursubstanz (ist natürlich sehr variabel): 0,1 – 1 mol pro Liter = 6 x 10^23 Moleküle
Pro D-Potenz kann man 1 vom Exponenten abziehen
D1 -> 6 x 10^22
D2 -> 6 x 10^21
D24 -> 6 x 10^-1 = 0,6

Bei C-Potenzen kann man 2 abziehen. C-Potenzen sind also nicht per se verdünnter als D-Potenzen C3 und D6 sind (aus naturwissenschaftlicher oder mathematischer Sicht) gleich.

Der Vorwurf vieler Homöopathiegegner, dass die Globuli oder Verschüttellungen nichts mehr enthalten, ist daher in vielen Fällen nicht gerechtfertigt. Allerdings sind es ja gerade die ach so wirksamen Hochpotenzen, die oft gelobt werden. Bei diesen ist wirklich nichts mehr zu finden.
Wer Arnica C200 einwirft, kann auch Zucker löffeln. Wer Arnica D1 äußerlich anwendet, kann auch gleich eine phythotherapeutische Arnicasalbe nehmen und wird vermutlich bessere Ergebnisse erzielen. Bei Korbblütlerallergie ist man nämlich sowohl mit der Salbe als auch mit D1 schlecht bedient.
Die Tatsache, dass in Verdünnungen unter D24 tatsächlich Wirkstoff enthalten ist, sollte allerdings nicht für einen Beweis dafür gehalten werden, dass diese Potenzen auch wirksam sind (ein Nachweis steht ja immer noch aus).
Zum einen gibt es in der wissenschaftlichen Phamakologie so etwas wie NOEL (no effect level) und NOAEL (no adverse effect level), also eine Konzentration, unterhalb der keine (negativen) Effekte zu erwarten sind (ansonsten wäre Fluorid in der Zahnpasta ein großes Problem – Fluorid ist sehr giftig).
Zum andern bleiibt immer noch die Behauptung, dass Homöopathie dadurch wirke, dass die Mittel gegenteilige Effekte hervorrufen, wenn man sie unverdünnt nimmt und in Verdünnung dann gegen eben diese Symptome (bzw. sogar deren Ursachen) wirken, indem sie den Körper dazu stimulieren, dagegen anzugehen.
Haben Sie schon mal Chinarinde gegessen und Fieber davon bekommen? Ich habe das im Rahmen von Drogenuntersuchungen getan. Schmeckt nicht sonderlich gut, aber Fieber habe ich nicht bekommen.

Auf die Frage, wie man mit Kunden umgeht, die nach Homöopathika verlangen, umgehen soll, habe ich für mich als angehenden Apotheker überlegt:
Wenn ich gefragt werde, ob ich ein Homöopathikum empfehlen kann, antworte ich mit nein und biete phytotherapeutische oder synthetische Alternativen an.
Sollte ich angestellter Apotheker sein (trifft auf Sie vielleicht eher zu, da Sie als PTA ja kaum selbstständig werden können) und mein Chef verlangt, dass auch Homöopathika verkauft werden, werde ich auf eine(n) PTA mit eventueller Neigung/ Zusatzausbildung verweisen.
Kommt jemand mit dem direkten Wunsch nach einem speziellen Homöopathikum, werde ich fragen, ob es schon mal verwendet wurde. Wenn ja -> Tendenz in Richtung Abgabe, nach Klärung, ob nicht ernste Probleme (Fieber etc.) vorliegen, bei denen eine Selbstmedikation nicht angezeigt ist.
b
Bei Personen, die ein Mittel empfohlen bekommen haben, die aber selbst noch keine Erfahrung mit Homöopathie gemacht haben, sollte man aufklären. Dabei kann man durchaus, wie schon jemand an anderer Stelle erwähnt hat, ehrlich sein.

@ Brigitte Miller
Bei Pharmakologen weiß ich es nicht. Bei Apothekern weiß ich es auch nicht, habe bisher jedoch mehr getfoffen, als ich erwartet hatte, zumal die Homöopathie im Studium eigentlich nicht gut wegkommt. Leider scheint auch bei diesen Apothekern das Anekdotenprinzip zu wirken: man hört von Erfolgen, also muss es wohl wirken.

#211 |
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Gast
Gast

Der springt ganz sicher nicht. Wie sollte die Beweisführung auch aussehen…

#210 |
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Bernd Harder
Bernd Harder

@Wolfgang Stute:

” langsam( noch schneller als erwartet ) wird es langweilig”

Das liegt doch an Ihnen – Sie sind zu zwei Tests herausgefordert worden und kneifen erwartungsgemäß.

Was warten Sie denn auf irgendwelche E-Mails? *Sie* behaupten etwas, *Sie* sind dafür in der Beweispflicht.

#209 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

h sehe noch keinen Email – Eingang – hatte ich letztlich auch gar nicht erwartet, denn dann könnte man vielleicht nicht mehr rumschwaffeln u. Oberflächliches, meist das noch nicht mal Verstandene auf Blödelseiten zur eigen ” geistigen Aufrüstung ” anführen . Was war denn noch mit Esowatch.

Ja, Herr Gerhard Wilhelm , langsam( noch schneller als erwartet ) wird es langweilig . Das war`s denn wohl .

hic rhodus , hic salta ??? !!!

#208 |
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Heilpraktiker

@ Dr. E. Berndt

Vielleicht das therapeutische Prinzip, dass man eine Störung durch Kopierung ihres Ausdruckes aus einem stagnierten Zustand wieder in Bewegung versetzten kann (similia similibus curentur). Wie dies z. B. auch in der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie (nach C. Rogers), bei manuellen Friktionstechniken (klassische Physiotherapie/therapeutische Entzündung) oder Reflextechniken der Osteopathie (Strain-Counterstrain, Release by positioning) zur Anwendung kommt. Die auch meiner Meinung nach insgesamt sehr fraglichen Grundannahmen in der Homöopathie bleiben natürlich stehen aber für den oben beschriebenen Gedanken finden sich noch viele weitere Beispiele aus sehr unterschiedlichen Disziplinen..

#207 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Liebe Homöopathen!
Ich warte immer noch sehnsüchtig, welches Wissen und welche Erkenntnisse über Krankheiten und über das Leben mit Hilfe der Erklärungen der Homöopathie gefunden worden sind.
Was ist es, was wir dank 200 Jahren Homöopathie mehr wissen?
Die Homöopathie ist doch so ganzheitlich, oder nicht? Was ist der Beitrag der Homöopathie zur Heilkunde?
Irgend jemand muss doch wissen, was die Homöopathie diesbezüglich geleistet hat!

#206 |
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Susanne Aust
Susanne Aust

Danke, Psiram. Das ist … nicht zu fassen.

#205 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

@Dr. Stute

Was sind die nächsten Schritte?

#204 |
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Bernd Harder
Bernd Harder

@Wolfgang Stute:

“meine Vorgaben sind klar.”

Verständlich, wenn man solche Infos über Sie findet:

http://www.psiram.com/ge/index.php/Wolfgang_Stute

#203 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

Frau Aust , Herr Aust et al.
Ich werde mich sicher nicht bewerben ,meine Vorgaben sind klar .

das Spielchen mit den HM-ISOp. Mitteln können wir gerne andenken , wenn ich mal Langeweile habe ;
aber alles schön der Reihe nach .

#202 |
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Diätassistent

Langsam wird’s langweilig, wer hat mehr auf dem Konto? Mein Haus , mein Auto, mein Pool.
Sorry aber das ist Angeberei!

#201 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Sehr verehrte Homöopathen und Homöpathinnen!
Ich warte immer noch auf das Aufzeigen der medizininschen bzw. biologischen Erkenntnisse durch die Lehre der Homöopathie. Welchen Wissenszuwachs verdanken wir der Homöopathie?
Es kann doch nicht sein, dass so eine universelle und vor wirksame Heilmethode zu keinen neuen Erkenntnissen geführt hat.
Also bitte nennen Sie doch endlich irgend einen Beitrag zu unserem heutigen Wissensstand, der auf das Konto der Homöopathie geht.

#200 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hallo Kai,

——–
Teil III
——–

Die Diskussion dreht sich dagegen mehr um den Placebohinweis.

Da halte ich mich an eine bekannte Studie aus dem Jahr 1965, die Ben Goldacre in seinem Buch “Bad Science” beschreibt: ” A script was prepared and carefully enacted as follows: “… we would like to do something to give you some relief from your symptoms. (…) Many people with your kind of condition have also been helped by what are sometimes called “sugar pills”, and we feel that a so-called sugar pill may help you, too. Do you know what a sugar-pill is? A sugar pill is a pill with no medicine in it at all. I think this pill will help you as it has helped so many others. “… (Übersetzt: Man bereitete ein Skript vor und führte es sorgfältig aus, wie folgt: …Wir möchten Ihnen gerne etwas gegen Ihre Beschwerden mitgeben… Vielen Menschen mit ganz ähnlichen Beschwerden konnte mit etwas geholfen werden, was man oft als “Zuckerpillen” bezeichnet und wir meinen, dass eine sogenannte Zuckerpille Ihnen auch helfen könnte. Sie wissen, was eine Zuckerpille ist? Eine Zuckerpille ist eine Pille ohne Medikament darin. Ich denke, diese Pille wird Ihnen helfen, genau so, wie sie schon so vielen Anderen geholfen hat…) Die Beschwerden der Patienten besserten sich signifikant.

Das Problem beim Placebo ist, dass es eine Lüge ist, wenn wir es dem Patienten verschweigen. Studien wie diese haben aber nachgewiesen, dass der Therapeut auch ehrlich sein kann.

Sehr viele Patienten gehen zum Arzt, wenn sie ein spezifisch wirksames Verfahren zu brauchen glauben. Wenn ein Therapeut dann einfach stillschweigend über den Kopf seines Patienten hinweg ein Verfahren empfiehlt, das nach allem naturwissenschaftlichen Wissen gar nicht mehr als ein Placebo sein kann – ohne den Patienten darauf hizuweisen – dann ist das nicht ehrlich. Weiß er selbst nicht, dass er mit seiner Empfehlung ein Placebo gibt, ist es gefährlich.

“Ich wünsche mir eine Möglichkeit, den Inhalt dieses Artikels und seine Kommentare an den Patienten weiterzugeben.”

Was spricht gegen absolute Ehrlichkeit und entwaffnende Offenheit?
Und wäre es nicht erschreckend, wenn ein Therapeut seinen Patienten im 21.Jahrhundert nicht mehr ehrlich sagen darf, dass es sich bei einem bestimmten Verfahren um ein Placebo handelt? Wäre das wirklich ein Grund, dieses Verfahren weiter zu verklären und zu decken?

Grüße

#199 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hallo Kai,

——–
Teil II
——–

“Und, viel wichtiger: Was nehme ich aus diesem wertvollen Artikeln mit all den spannenden Antworten mit in meinen Alltag?
Was sage ich meinen Kunden?”

Nun, das ist zweierlei. Die Diskussion dreht sich ja nun um etwas anderes als es das Thema des Artikels ist. Im Artikel geht es darum, dass es den geplanten Studiengang der Homöopathie nicht geben wird. Es wäre erst einmal ungewöhnlich, wenn das in der Praxis oft auf den Tisch kommt. Falls aber doch: Was spricht gegen eine ehrliche Antwort:
– Homöopathie ist keine Wissenschaft, sondern eine feststehende, 200 Jahre alte Lehre. Zu einem Studium, das zum BSc führen soll gehört aber auch das Erlernen naturwissenschaftlicher Methodik. Das kann in einem solchen Studiengang gar nicht vermittelt werden, weil Homöopathen ihre Lehre nicht methodisch hinterfragen.
– Homöopathie als solche ist natürlich trotzdem hinterfragbar und überprüfbar. Dafür benötiigt man aber keinen eigenen Studiengang.
– Nur weil ein Verfahren beliebt ist, ist es noch lange keine Wissenschaft. Man kann es auch nicht per Gesetz dazu bestimmen.
– Eine Vereinheitlichung der Ausbildung in der Homöopathie kann es gar nicht geben, weil sich die einzelnen Strömungen inhaltlich widersprechen
– Ganz wichtig: Ein solcher Studiengang setzt ein falsches gesellschaftliches Signal, denn ein BSc würde dm Patienten vorgaukeln, Homöopathie arbeite wissenschaftlich, bzw. sei als Wissenschaft anerkannt. (Ähnlich wie die Apothekenpflicht vielen vorgaukelt, die Homöopathika müssten doch wirksam sein, sonst gäbe es sie ja im Reformhaus) Letzteres ist ja auch der Grund, warum sich Verbände der Homöopathie so um diesen Studiengang bemühen.

#198 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hallo Kai,

aus irgendeinem Grund habe ich Schwierigkeiten, meinen Antworttext an Sie hier einzustellen. Leider muss ich es in Einzelstücken versuchen, um zu sehen, an welchem Teil des Textes das Programm sich stößt. Bitte entschuldigen Sie die Zerstückelung.
——-
Teil I
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“Zudem regieren viele Menschen mit Bienengift – Allergie allergisch auf Apis D6, beobachtet auch bei Apis D12.
Wie ist das möglich, ganz neutral betrachtet?”

Bei beiden Potenzen würde ich bereits von einer psychosomatischen Reaktion ausgehen. Wurde das je verblindet durchgeführt? Ich möchte wetten, ein paar der Allergiker reagieren auch beim Placebo, von dem sie glauben, es enthalte den allergenen Stoff.

#197 |
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Weitere medizinische Berufe

Nachtrag:
Viele Apotheker wissen es natürlich auch , weil sie die Mittel aus Gründen der Verdienstmöglichhkeiten verkaufen. Sie empfehlen sie sowieso eher bei Befindlichkeitsstörungen .

Mich nähme mal Wunder, wieviele Pharmakologen daran glauben.

#196 |
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Weitere medizinische Berufe

@Michael Lander

“Wen meinen Sie da genau mit naturwissenschaftlich ausgebildetem Mediziner?”

Es gibt ja verschiedene Gruppen, die Homöopathie anwenden und/oder empfehlen, Heilpraktiker, Apotheker u.a.m.

Der Mediziner ist derjenige, der abschätzen kann, wann es unumgänglich ist, Medizin anzuwenden statt Homöpathie. Er kann auch abschätzen, was es ihn kostet, wenn er das nicht tun sollte.

#195 |
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Heilpraktiker

Es kann einen nur wundern wenn man durch die Straßen geht und sieht die Schilder an den ärztlichen Praxen mit der Aufschrift: Facharzt für Homöopathie, Akupunktur oder -bes. Frauenärzte: Bachblütentherapie und Homöopathie! Wenn dies alles Quacksalber sind, stellen sie eine Gefahr für die Volksgesundheit dar! Aber wenn der schnöde Mammon winkt….

#194 |
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Zahnärztin

@ Dr.med.dent. Stute
Nachdem Sie nun auch noch Gott ins Spiel gebracht haben, bin ich wirklich neugierig geworden und habe mir mal Ihre Homepage angeschaut. Neben gewissen Dingen, die ich als Kollegin mindestens mal befremdlich finde( Schleimhautanker nach Engels) und Dingen, die ich als Homöopathiegegner ablehne( Erbtoxine, Bachblüten,…),begegnet dem geneigten Leser auch Folgendes:
“Ein Schnupfen kommt ins Haus geschlichen,
versucht sein Opfer zu erwischen,
doch prallt er ab vom Riechorgan,
denn alle nehmen Spenglersan (G).”
Wie darf ich das denn interpretieren?!

#193 |
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Heilpraktiker

@Brigitte Müller
Daraus wird ersichtlich, dass die Homöopathie per se ein Problem ist, denn der gläubige Homöopath traut sich und seinen Mitteln allerhand zu, ist er Mediziner , wird er auf Grund seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung vorsichtig sein und “zusätzlich” medizinische Behandlung in die Wege leiten.

Wen meinen Sie da genau mit naturwissenschaftlich ausgebildetem Mediziner?
Grundsätzlich traut sich jeder Gläubige zu viel zu, der nicht beobachtet und kritisch hinterfragt (egal welcher Glaubensrichtung er angehört)

Es würde der Homöopathie doch die ganze Grundlage entzogen, denken Sie nur an die dicken Bücher, die Repertorisierungen, die wichtige Anamnese und Mittelfindung, wo sich jeder ärztlicher als ein Arzt fühlen kann

Wirtschaftliche Interessen sind immer ein wichtiger Faktor bei neuen Erkenntnissen. Dies kann man in allen Bereichen beobachten.
Die Anamnesen sind allgemein sehr wichtig. Setzen Sie mal einen Patienten hin, fragen nach seinen Beschwerden und lassen ihn ausreden. Er benötigt etwa 4-5 Minuten Zeit dafür, danach fällt ihm nichts mehr ein.

wenn sie plötzlich nur noch “Placebo-Medizin” wäre

Wenn in der Öffentlichkeit bekannt wird, dass HP Placebo ist würde ein Großteil zusammenbrechen.
Wenn ich einem HP-Patienten erkläre wie das mit dem Wirkstoffgehalt in Homöopathikas aussieht reagieren fast alle gleich: geschockt. Die wenigsten wissen was potenzieren eigentlich ist. Sie halten es meist für einen Mechanismus zur Wirkverstärkung. Den Begriff Verdünnung verstehen sie dagegen deutlich genauer.

HP ist besonders deswegen so erfolgreich, weil es sehr kostengünstig ist und der Ruf der Chemiekeule aktuell nicht besonders gut ist iin einer zunehmend sich selbst vergiftenden Gesellschaft in der Essen aus Pulver und Tüten als Nahrung bezeichnet werden darf.

Organspendeskandale und Medikamentenschädigungen durch Fehlverordnungen und Fehldiagnosen die seit Jahren immer weiter in den Blickpunkt der Medien geraten sind auch nicht gerade förderlich für das öffentliche Ansehen bei den Patienten. Einigen muss man sogar drohen mit Behandlungsabbruch, wenn sie eine ärztliche Untersuchung verweigern aufgrund früherer negativer Erfahrungen.

Diese Themen sind einfach viel zu komplex für Diskussionen in solchen Foren.

#192 |
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Susanne Aust
Susanne Aust

@ Kai Schultka

Vielleicht wäre folgendes Buch für Sie interessant. Von einem Apotheker geschrieben:

Dr. Edmund Bernd: “Der Pillendreh – Ein Apotheker packt aus”.

Bei den Rezensionen findet sich folgender Ausschnitt: “Das Buch zeigt durchaus interessante Ansätze. Ebenso das Kapitel “Apotheke quo vadis?” zur Zukunft der Apotheke. Es wird sehr treffend analysiert, in welcher finanziellen Zwickmühle sich Apotheken in Zeiten von Spannenkürzungen und Einsparungen bei Gesundheitsbudgets befinden, und warum sie sich dem Verkauf von unwissenschaftlicher Paramedizin zuwenden

#191 |
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Weitere medizinische Berufe

@Michael Lander

Der Placeboeffekt ist eine wunderbare Sache, der aufzeigt, wieviel wir selber zu unserer Heilung tun, mit Hilfe von Hoffnung, positiver Erwartung und Vertrauen, das alles kann auch ein Homöopath vermitteln.

Das Wort Placebomedizin aber ist unbeliebt, weil es aussagt, dass an der Homöopathie sonst nichts weiter dran ist und das wollen und können Homöopathen nicht akzeptieren, weil sie überzeugt sind von der Wirkung ihrer Mittel, da hilft alles nichts.

“Problematisch wird es allerdings, wenn HP als alleinige Behandlung bei V.a. schwerwiegende Erkrankungen durchgeführt wird..”

Daraus wird ersichtlich, dass die Homöopathie per se ein Problem ist, denn der gläubige Homöopath traut sich und seinen Mitteln allerhand zu, ist er Mediziner , wird er auf Grund seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung vorsichtig sein und “zusätzlich” medizinische Behandlung in die Wege leiten.

Es würde der Homöopathie doch die ganze Grundlage entzogen, denken Sie nur an die dicken Bücher, die Repertorisierungen, die wichtige Anamnese und Mittelfindung, wo sich jeder ärztlicher als ein Arzt fühlen kann

wenn sie plötzlich nur noch “Placebo-Medizin” wäre..

#190 |
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Susanne Aust
Susanne Aust

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an:

http://www.gwup.org/infos/anfragen

#189 |
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Susanne Aust
Susanne Aust

Gwup-Blogbeitrag über die Psi-Tage 2013 von Martin Mahner:

http://blog.gwup.net/2013/08/16/der-skepp-tests-zweiter-teil/

#188 |
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Susanne Aust
Susanne Aust

@ Dr. Stute

Informationen von Dr. Rainer Wolf über die Psi-Tage der Gwup:

https://www.youtube.com/watch?v=NQp4A82WZBg

#187 |
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Susanne Aust
Susanne Aust

@ Dr. Stute

Sehr geehrter Herr Dr. Stute,

zur Erbringung des von Ihnen in Aussicht gestellten Nachweises lädt die Gwup Sie in zur Teilnahme an den jährlich stattfindenden Psi-Tagen. Leider ist es nicht möglich, mehrere Links gleichzeitig zu posten. Daher in Etappen:

Generelle Information und Kontakt:

http://hpd.de/node/5177

#186 |
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Heilpraktiker

Placeboeffekt:
Meines Wissens nach liegt der Anteil von Patienten die dem Placebieffekt unterliegen bei ca. 20%. (bitte korrigieren falls die Zahl signifikant von Studienergebnissen abweicht!).
Das heisst auch für den Homöopathen, dass er mindestens 20% seiner Patienten helfen kann, wenn man mal davon ausgeht, dass HP reiner Placebo ist).
Somit wäre es doch toll für Patienten, bei denen von den Ärzten keine Ursache für die Symptome gefunden wurden, wenn 20% von denen auch noch durch HP geholfen wird. Der Begriff Placebomedizin ist somit kein Schimpfwort, wie es von Homöopathiefreunden häufig verstanden wird, sondern kann auch als Kompliment verstanden werden.
Problematisch wird es allerdings, wenn HP als alleinige Behandlung bei V.a. schwerwiegende Erkrankungen durchgeführt wird: Hitzegefühl, Nachtschweiss, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellungen, u.v.m. gehören nun mal in die Klinik und nicht mit irgendeiner Therapie behandelt.
Hier darf eigentlich kein Mensch (Arzt, Heilpraktiker, Physio, Taxifahrer, Physiker, Chemiker, KFZ-Mechaniker, …) mit Steinen werfen, denn jedem kann in seiner Berufslaufbahn ein Fehler passieren, der Menschenleben kostet (wer im Glashaus sitzt …). Dessen sollten wir uns ALLE stets bewusst sein!

#185 |
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… war wohl eine klassische Freud’sche Fehlleistung. Ich habe zuerst “Master of Verdummung” gelesen ….

#184 |
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Nichtmedizinische Berufe

Conny,

“Ich tue mich da auch schwer mit, als gelernte Geisteswissenschaftlerin sind mir die naturwissenschaftlichen Methoden nicht so wirklich vertraut, zumal in der Anwendung.
Von meinem Verständnis lässt sich über Probieren, Betrachten, Wiederholen einiges lernen. Deduktiv vorzugehen hat jedoch seine Grenzen.
Da ist angewandte Logik hilfreich.”

Vielleicht haben Sie als Geisteswissenschaftlerin schon von Popper gehört? Er sagt uns, dass Wissenschaft ist kein Weltbild ist, sie ist eine Methode.

„Es ist die Methode, kühne Hypothesen aufzustellen und sie der schärfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben.” (Karl Popper in „Ausgangspunkte. Meine intellektuelle Entwicklung. Deutsch von Friedrich Griese. Piper, 2. Aufl. 2006, S. 118“)

Damit ist Ihre Frage eigentlich beantwortet: Wissenschaft überprüft Behauptungen. Und die Aussagen der Homöopathie sind in den letzten 200 Jahren zig mal getestet worden.

Das Gedankengebäude der Homöopathie ist 200 Jahre alt. Hahnemann wusste noch nicht, dass er über ein Limit verdünnte. Er wusste noch nicht, dass seine “Arzneien” keinerlei Wirkstoff mehr enthielten. Er wusste noch nicht, dass sie stattdessen immer Verunreinigungen enthalten. Er wusste nicht, dass es ab einem (für Homöopathen erschreckend niedrigen) Verdünnungsgrad überhaupt nichts mehr ändert, wenn er zig weitere Male verschüttelt. Ihm ist kein Vorwurf zu machen, er war ein Kind seiner Zeit. In zahlreichen Studien hat sich trotz intensivster Suche nichts ergeben, was uns sagt, dass unser naturwissenschaftliches Wissen falsch ist.

Deshalb ist nicht einzusehen, warum man immer gleich “Weltanschauung” oder gar finanzielle Interessen unterstellen muss, wenn Naturwissenschaftler darauf hinweisen, dass ein Wassergedächtnis weder mit Quantenmechanik noch mit Thermodynamik vereinbar wäre (und übrigens der Homöopathie in keiner Weise hilft: Globuli enthalten kein Wasser). Es ist doch vielmehr im Interesse des Patienten, wenn man die Sachlage rational festhält.

Und das schließt in keiner Weise aus, dem Patienten sein Placebo zu lassen. Es geht aber darum, korrekte Information bereitzustellen, damit es dem Patienten auf dieser Basis möglich ist, eine rationale Entscheidung zu fällen. Die kann dann auch für den Wunderheiler sein. Aber immerhin weiß der Patient dann, was er tut.

Die Homöopathie hingegen behauptet von sich, kein “Wunderheiler” zu sein, sondern ein reales Phänomen, ja sogar eine Therapie, die genauso wirksam ist wie die Medizin, nur halt ohne Nebenwirkungen. Und diese Fehlinformation kann für den Patienten höchst gefährlich werden, weil sie zu falschen Entscheidungen führt. Eine Mutter, die in der Apotheke nach einem Mittel für ihr fieberndes Kind fragt, kommt heute nicht selten mit einem Homöopathikum nach Hause, von dem ihr nicht gesagt wurde, dass es ein Placebo ist. Sollte hier wirklich das Verklären der Homöopathie über den Verbraucherschutz gestellt werden – oder hat die Mutter eben doch ein Recht darauf, zu wissen, wann ihr ein Placebo verkauft wurde?

Ihr Plädoyer liest sich für mich ein wenig wie das oft gehörte Shakespeare Zitat “Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde….”
Und ja: Es gibt bestimmt eine Menge Dinge, von denen wir heute noch nichts wissen.

Nur hat mir leider noch nie eingeleuchtet, warum der Hinweis, dass es eine Menge Dinge gibt, von denen noch keiner von uns etwas weiß, ein Argument dafür sein soll, dass etwas richtig sein soll, was sich bei bester Bemühung darum seit 200 Jahren einfach nicht nachweisen lässt.

Sind wir doch ehrlich: Wenn wir alle heute nicht wissen, was die Menschheit in 100 Jahren wissen wird, dann wissen es die heutigen Homöopathen auch nicht.
Hier wird ja in gewisser Weise behauptet, dass die Homöopathen wüssten, in welche Richtung sich das naturwissenschaftliche Wissen in Zukunft erweitern wird.
Also in etwa “Heute kann das noch keiner wissen – aber wir wissen auf alle Fälle schon mal mehr als die Wissenschaftler”.

Tatsache ist also: Was nicht nachweisbar ist, ist blanke Spekulation. Und die hat in der Behandlung kranker Menschen nichts verloren.

Ein Patient hat das Recht darauf, dass sein Arzt ihm das Verfahren empfiehlt, das dem Patienten die größtmöglichen Chancen liefert, wieder gesund zu werden. Der Entscheidung, welches dieses Verfahren ist, sollte der Arzt __vernünftige__ Gründe, also rationale, überprüfbare, nachvollziehbare Argumente zugrunde legen.

Für einen Patienten sollte zumindest erkennbar sein, wann sein Arzt ein Verfahren aufgrund einer rein emotionalen Haltung wählt, aus einem spekulativen Glauben heraus oder in der Annahme, er allein wüsste besser als die Naturwissenschaftler bereits heute, in welche Richtung sich die naturwissenschaftliche Erkenntnis entwickeln wird.

Nicht vergessen sollte man die Quelle des Shakespeare-Zitats: “There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.” Ist aus Hamlet, 1. Akt. Er sagt es nach der Begegnung mit dem Geist seines Vaters, der ihm aufträgt, den Mord an ihm zu rächen. Doch erinnern wir uns: Was macht Hamlet in der letzten Szene im zweiten Akt?

“.. Ich will seine Blicke
Beachten, will ihn bis ins Leben prüfen;
Stutzt er, so weiß ich meinen Weg. Der Geist,
Den ich gesehen, kann ein Teufel sein;
Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden
In lockende Gestalt, ja, und vielleicht,
Bei meiner Schwachheit und Melancholie,
Da er sehr mächtig ist bei solchen Geistern,
Täuscht er mich zum Verderben. Ich will Grund,
Der sichrer ist. Das Schauspiel sei die Schlinge,
In die den König sein Gewissen bringe.”

Hamlet testet die Behauptung des Geistes, denn er will “Grund, der sichrer ist”, er erkennt die Möglichkeit, dass er (Hamlet) sich getäuscht haben könnte (“Bei meiner Schwachheit und Melancholie, (…) Täuscht er mich zum Verderben.”). Auch bei Hamlet bedeutet das Zitat also nicht, dass Offenheit zu bedeuten hat, dass man auf vernünftige Beleglage zu verzichten hat. Hamlet erweist sich also als echter Naturwissenschaftler.

Grüße

#183 |
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Norbert Aust
Norbert Aust

Da kann ich doch nun nicht länger widerstehen:

Herr Dr. Stute, ich nehme die Herausforderung gerne an. Allerdings setze ich voraus, dass sie vorab aufschreiben, welche Symptome sich zeigen sollten, so 20 bis 30 Stück, dies ebenfalls beim Notar deponieren, und dass der zeitliche Rahmen begrenzt ist, sagen wir vier Wochen.

Sie haben gewonnen, wenn sich mehr als die Hälfte der Symptome einstellen, wobei dies natürlich keine jahreszeit-typischen sein dürfen (Hitzegefühl, Lust auf kühles Bier, Lust auf Eiscreme…).

Ich verlange allerdings auch von Ihnen eine Wette: Ich schicke Ihnen 10 anonymisierte Fläschchen mit Globuli und sie finden innerhalb von 6 Wochen heraus, was drin ist. Der Name des Mittels reicht, die Potenz muss nicht erkannt werden. Wenn Sie mehr als sagen wir sechs richtig erkennen, haben Sie gewonnen. (Natürlich auch mit Notar und allem).

#182 |
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Gast
Gast

Wird das eine Studie mit n=1?
Und was hat Gott mit alldem zu tun?

#181 |
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dr. med.dent. Wolfgang Stute
dr. med.dent. Wolfgang Stute

hic rhodus , hic salta

an Susanne Aust , Fischer , Tachy et al.

Thors Hammer war auch mal Magie und wer den Weg zu Gott/ Jesus Christus noch nicht gefunden hat, dürfte nicht nur ein erkenntnistheoretisches Problem haben .
Jeder , der mir eine Email schreibt,dem schicke ich 3 Vorschläge , wie er/sie Isopathie/ Homöopathie ( Einnahme) nachprüfen kann . Die Bedingung :
1.ein vereidigter Notar kontrolliert
2.ein Arzt begleitet
3.ein leistungsfähiges Labor führt die Untersuchungen durch

4. das Ergebnis erhält ein neutraler Notar

#180 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Sehr geehrte Freunde der Homöopathie!
Ich warte immer noch die medizinische und/ oder biologische Erkenntnis, die wir der Homöopathie verdanken.
Welche Erkrankungen hat die Homöopathie aufgeklärt?

#179 |
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Tachy
Tachy

Sind hier eigentlich die selben dämlichen Heilpraktiker unterwegs, die im anderen Artikel über MMS Chlordioxid-Einnahmen und Einläufe befürwortet haben?

Alle in einen Sack rein……

#178 |
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Nichtmedizinische Berufe

Hallo Conny,

Darf ich mich der Reihe nach zu ein paar Ihrer Punkte äußern?

1) Psycho-physische Interaktionen.

Sie schrieben:

“Es gibt u.a. drei mögliche Wirkungen:
1. keine
2. Jemand, der sich über das “Mittelchen” innerlich-interaktiv mit seiner aktuellen Problematik auseiandersetzt, und dem es am nächsten Morgen besser geht, weil er/ sie darüber die Handlungsfähigkeit (Hoffnung auf Besserung) zurückgewonnen hat.
3. Es gibt im Mikro-Nano-Schwingungsbereich Resonanzen des Mittels, die ohne eigenes Zutun dazu führen, dass im Körper des Betroffenen etwas stimuliert wird. Das ist ja so ziemlich die Anforderung, die als über Placebo hinausgehende Wirkungsweise von den Kritikern gefordert wird.
Eine außenwirksame Kraft über die Imagination des einzelnen Patienten hinaus.”

Nun muss man aber betrachten, was die Homöopathie von sich selbst behauptet. Nach ihrem Selbstverständnis ist die Homöopathie eine Arneimittellehre. Das heißt, es ist erklärte Aussage der Homöopathie, dass Ihr “3.” zumindest hohen Anteil an der Wirkung der Homöopathie hat. (1. ist ohnehin auszuschließen, weil der Placeboeffekt ein nachgewiesenes Phänomen ist.)

Und “3.” widerspricht halt – gerade in den angeblich hochwirksamen Hochpotenzen eklatant unserem naturwissenschaftlichen Wissen. In Einklang damit konnte ein “3.” in 200 Jahren nie in sauberen Studien nachgewiesen werden. Und auch das ist ein eindeutiges Ergebnis.

Aus naturwissenschaftlicher Sicht stellt sich also keine offene Frage: Wir können erklären, warum es nicht mehr ist als ein Placebo (ergänzt mit etwas Gesprächstherapie), wir können messen, dass es nicht mehr ist als ein Placebo und wir können mittels Placeboeffekt (und anderer psychologisch-medizinischer Effekte wie der Regression zur Mitte, dem selektiven Gedächtnis, der Tatsache, dass Bagatellerkrankungen fast immer ausheilen, was den Cum-hoc-ergo-propter-Fehlschluss triggern kann…) erklären, warum der Patient trotzdem oft den Eindruck hat, es wäre mehr als ein Placebo gewesen.

Diese aus naturwissenschaftlicher Sicht eigentlich schon schlüssige Sachlage wird noch ergänzt durch das Verhalten der Homöopathen:

a) Es existieren mehrere sich grundsätzlich widersprechende Varianten der Homöopathie nebeneinander (z.B. Hahnemanns Homöopathie und die Komplexmittelhomöopathie). Bei einem echten Naturphänomen wäre das undenkbar, die Natur “funktioniert” immer gleich. Homöopathen ignorieren diese Situation – bietet sie doch die bestmögliche Ausrede, wenn ein Patient sagt, ihm habe die Homöopathie nicht geholfen: Klar, das war dann halt nicht die “wahre Homöopathie”. Wodurch sich die von den anderen Varianten unterscheiden soll, bleibt freilich unklar, denn naturwissenschaftlichem Wissen widersprechen sie alle.
b) Die Homöopathen erklären ihre Homöopathie immer wieder über eindeutig pseudowissenschaftliche Konstrukte. Quanten, Resonanzen, Schwingungen, Energien und Information werden da aus ihrem naturwissenschaftlichen Definitionsrahmen gerissen und als unzusammenhängende Schlagworte zu einer Pseudoerklärung zusammengeschustert. Wer sollte das tun, wer bessere Erklärungen hat?

Sie haben sich an anderer Stelle konkrete Fragen gewünscht. Darf ich ein paar stellen?

Kennen Sie die wesentlichen Grundaussagen der Homöopathie?
Wissen Sie in etwa, wieviel von unserem sich täglich bewährenden Wissen aus Physik, Chemie, Biologie und Medizin falsch oder gröbst unvollständig sein müsste, damit homöopathische Hochpotenzen mehr sein können als ein Placebo?
Was würden Sie empfinden, wenn die Homöopathen regelmäßig Ihr eigenes Studienfach sogar der Öffentlichkeit gegenüber missbrauchen würden, um dem Patienten Scheierklärungen aufzutischen? (Ich bin Physiker, mir geht es so)
Warum brauchen die Homöopathen so viele gesetzliche Sonderregelungen, um ihre Präparate in Apotheken verkaufen zu können und gehen nicht den üblichen Weg über einen Wirkungsnachweis – wenn sie uns doch immer wieder mit wahren Wunderheilungen beeindrucken?
Sollte es nicht ein Klacks sein, einen Wirkungsnachweis für Präparate zu ergattern, die da Wunder vollbringen, wo Präparate, die diesen Nachweisprozess bestehen, versagen?

Sehr oft hört man ja “ist halt heute noch nicht wissenschaftlich nachweisbar”. Nur wie, frage ich Sie, findet man dann heraus, wie man was genau optimal anwendet, wenn man es nicht an reproduzierbaren Reaktionen untersuchen kann? Denn die Homöopathie behauptet ja genau das: Dass sie feinst ausgetriggert hat, was überhaupt nicht nachweisbar ist.

Und warum sollte ich eigentlich ausgerechnet meine Gesundheit einer rein spekulativen Behauptung anvertrauen, während ich bei jedem Gebrauchtwagenkauf darauf bestehe, einmal unter die Motorhaube zu schauen? Warum sollte ich gerade bei einem so wichtigen Thema wie Gesundheit die Rationalität und den berechtigten Wunsch nach Nachweis der Behauptungen außen vor lassen?

Grüße

#177 |
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Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA)

Danke für die schöne Antwort, Frau Parsch.
Ich schließe mich Ihrer Meinung an.
Selbstillusion bringt nicht weiter.

Spannend wäre allerdings die Frage, von welcher Potenz wir reden.
Potenzen jenseits der C – Grenze sind schwachsinnig.
Wenn wir aber eine D-Potenz haben, z.B Camphora D3, so schmecken wir den Campher heraus.
Bekanntlich entspricht D6 1: 1 Million.
Trügt mich mein Gedächtnis nicht, so habe ich irgendwo einst gelesen, dass gewisse Botenstoffe ebenfalls in der Potenz D6 vorliegen.
Zudem regieren viele Menschen mit Bienengift – Allergie allergisch auf Apis D6, beobachtet auch bei Apis D12.
Wie ist das möglich, ganz neutral betrachtet?

Und, viel wichtiger: Was nehme ich aus diesem wertvollen Artikeln mit all den spannenden Antworten mit in meinen Alltag?
Was sage ich meinen Kunden?
Denke ich mir meinen Teil oder beginne ich, mit missionarischem Eifer gesegnet, meinen Kreuzzug gegen die Homöopathie?

Ich wünsche mir eine Möglichkeit, den Inhalt dieses Artikels und seine Kommentare an den Patienten weiterzugeben.
Ist das nötig?
Ist das erforderlich?
Ist es im Sinne der “ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung” nicht irgendwo sogar eine Pflicht?

Ernst gemeinte Fragen, zu deren Beantwortung ich alle diejenigen bitten möchte, die ebenfalls am Tag weit mehr als einhundert Kunden bedienen und quasi direkt “von der Front” kommen.
Ich bedanke mich sehr herzlich im Vorraus für die sachdienlichen Antworten und verbleibe mit freundlichen Grüßen, KS

#176 |
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Nichtmedizinische Berufe

Kai,

“Doch über allem ist der Patient.
Ihm zu helfen, sollte das höchste Ziel sein.
Wer den Patienten zur Heilung verhilft, erscheint mir zweitrangig.”

Auf den ersten Blick richtig; dennoch ist es essentiell, dass der Therapeut selbst weiß, wann er ein Placeboverfahren anwendet, anwenden kann – und wann nicht.

Ein Placebo ist nicht wirkungslos und der Glaube daran kann nachgewiesenermaßen dem Patienten in vielerlei Situationen helfen. Nicht umsonst haben sich über die Jahrhunderte hinweg alle möglichen Heilrituale “bewährt”.

Gefährlich wird es, wenn der Therapeut selbst nicht mehr weiß, wann er ein Placebo verabreicht. Denn dem Placeboeffekt sind nun einmal Grenzen gesetzt. Der Glaube kann leider nicht wirklich Berge versetzen und bei etlichen Krankheiten haben wir erheblich bessere Therapien zu bieten als ein Placebo. Auf diese zu verzichten, weil man ein Placeboverfahren wie die Homöopathie verklärt und für mehr hält als sie sein kann, wäre hier fatal.

In diesem Zusammenhang sollte man Jürgen Windeler zitieren, Arzt und Professor für Medizinische Biometrie und Klinische Epidemiologie, seit 2010 Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen:

“Die These, Außenseitermedizin sei nichts als Placebo-Therapie, ist eigentlich eher ein Lob als ein Vorwurf. Denn der Mensch heilt sich in einem hohem Maß selber, Hauptsache, er wird auf irgendeine Weise behandelt und glaubt daran. Also: Placebos einsetzen, sofern keine wissenschaftsmedizinisch bewährte Therapie bekannt ist: uneingeschränkt ja. Aber, damit verbunden, pseudowissenschaftlichen Unsinn verbreiten: nein.”

Wenn Sie schreiben “Wer den Patienten zur Heilung verhilft, erscheint mir zweitrangig”, dann sollte vielmehr die erste Frage – im Interesse des Patienten – sein, was da genau geholfen hat. Das Gefährliche ist doch, wenn Anhänger der Homöopathie den Placebohinweis nicht mehr hören wollen und dies als “Gegnerschaft”, “Dogmatismus” oder “nicht über den Tellerrand schauen wollen” abtun.

Es ist eben gerade nicht zweitrangig, was dem Patienten geholfen hat. Es ist sogar genau zu untersuchen, damit man in Zukunft besser helfen kann.

Und dabei hat sich eben nun einmal herauskristallisiert, dass es die Placeboeffekte und die Gespräche sind, der Glauben an den Heiler – und nicht behauptete Kräfte in den Globuli.

Was spricht deshalb dagegen, das wichtige Patientengespräch zu fördern, den Placeboeffekt zu erforschen, den esoterischen Balast aber zu entsorgen?

Grüße

#175 |
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Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA)

Ich entschuldige mich für meine offensichtliche Dummheit und meiner falschen Überzeugung.
Offenkundig verfüge ich weder über die Intelligenz noch über das Fachwissen, mich hier mit den geistigen Größen messen zu können.
Gilt das Kommentar von Gast, Zitat :”Wäre schön wenn mann hier nur Profis und nicht Laienmediziner wie Heilpraktiker, Tierpsychologen, UFO-Forscher usw. mitreden würden…” auch für mich?
:)

#174 |
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Bernd Harder
Bernd Harder

@Kai Schultka:

“Natürlich, Evidenz ist wichtig, Nachweisbarkeit auch.
Doch über allem ist der Patient. Ihm zu helfen, sollte das höchste Ziel sein.
Wer den Patienten zur Heilung verhilft, erscheint mir zweitrangig.”

Noch einmal:

Wer heilt, hat nur dann recht, wenn er *nachweisen* kann, dass *er* den Patienten mit *seiner* Methodik von einer *tatsächlich bestehenden* Erkrankung wirklich *geheilt* hat.

Diesen Nachweis bleiben Homöopathen und Co. bis heute schuldig, bis auf subjektive Anekdoten (“Ich habs doch gesehen”) ohne Beweiskraft.

Das ist das Problem, über das wir hier reden.

#173 |
  0
Bernd Harder
Bernd Harder

@Kai Schultka:

#172 |
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Gast
Gast

Wäre schön wenn mann hier nur Profis und nicht Laienmediziner wie Heilpraktiker, Tierpsychologen, UFO-Forscher usw. mitreden würden…

#171 |
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Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA)

Ich staune nur noch.
Bauklötze, um genau zu sein.

Womöglich mag das naiv klingen, aber am Ende jeden Heilprozesses steht nicht die Evidenz, sondern der Patient mit seinem Leiden.
Und mir ist sehr wohl bewusst, dass Ärzte aufgrund unseres Gesundheitssystems einfach nicht die Zeit haben, die sie eigentlich brauchen.
Empathie ist dort gefordert, wo der Mensch an erster Stelle steht.
Empathie bedeutet, meinem Gegenüber zuzuhören, ihn ausreden zu lassen, das “in den anderen hineinfühlen”.
Nennen Sie mich gerne bekloppt, aber für einen Heilkundigen, gleich welcher Herkunft, erscheint mir dies am wichtigsten.
Für jeden, der mit Menschen (besonders kranken Menschen!) arbeitet, ist dies eine Grundvorraussetzung.
Es betrübt mich außerdem, dass Heilpraktiker immer wieder denunziert werden.
Da ich selbige Ausbildung auch berufsbegleitend mache, kann ich mit Fug und Recht behaupten, es ist nicht einfach.
Soll es auch nicht sein, das versteht sich von selber.
Aber ich kann mit pharmazeutischem Sachverstand (und unzähligen Fortbildungen) entscheiden, was ich empfehle und was nicht.
In der Apotheke ist es nicht anders.
Natürlich, Evidenz ist wichtig, Nachweisbarkeit auch.
Doch über allem ist der Patient.
Ihm zu helfen, sollte das höchste Ziel sein.
Wer den Patienten zur Heilung verhilft, erscheint mir zweitrangig.

Außerdem bin ich der Meinung, dass gegenseitiger Respekt ein solides Fundament schaffen sollte, auf dem, irgendwann einmal, ein Gedankenaustausch möglich ist, der keine Berufsgruppe diskreditiert.
Aber solange wir uns gegenseitig eher auf die Mappe klopfen (ich habe recht, nein, ich habe recht, haben wir beide recht?) als uns gegenseitig zu helfen, kann kein derartiges Fundament enstehen.

Und nur nebenbei:
Meine Berufserfahrung und -ausbildung hat mich sicher nicht die Wirksamkeit der HP gelehrt, dafür aber, welche Kraft der Glaube daran auslösen kann.
Und wer wäre ich, wenn ich dem Patienten das absprechen würde?
(von gefährlichen Dingen, die unten genannt sind, mal ganz abgesehen, Mercurialis in Tiefpotenzen und ähnliche Scherze!).

Mit den allerbesten Grüßen,
K.S

#170 |
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Dr. E. Berndt
Dr. E. Berndt

Sehr geehrte Freunde der Homöopathie!
Ich möchte endlich erfahren, was die Homöopathie oder Homöopathen zu unserem heutigen Wissen in Biologie bzw. Medizin gefunden haben. Welche Erkenntnisse verdanken wird den “Theorien”, die Basis der Homöopathie sind.
Ich bitte um Beispiele.
So verdanken wir Harvey die Entdeckung des Blutkreislaufes, Löwi die Erkenntnis, dass die Nervenreize chemisch übertragen werden und Watson und Crick die Doppelhelix usw.
Was hat die Homöopathie zu unserem Wissen beigetragen?

#169 |
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Gast@159
Gast@159

@Conny:#167
“Natürlich wäre es interessant zu erfahren, für welche Problematik der HP die Unters-Kissen-Leg-Kur empfohlen hat?!!”
Gerne: Es war kein HP, sondern ein Arzt und zwar im Kurs B (oder C) für die Zusatz-Weiterbildung Homöopathie vor gut 15 Jahren. Wir sollten eine freiwillige hom. Arzneimittelprüfung (AMP) machen und uns im Kurs ein Mittel aussuchen, haben dabei festgestellt, dass es noch gar keine AMP dafür gab (nach 200 Jahren Hom.!). Um die AMP abzukürzen,sollten wir einmal -im wahrsten Sinne des Wortes- über den im Kurs selbst(!)hergestellten Globuli schlafen und das Geträumte soll dann die Symptome gewesen sein. Diejenigen die nichts geträumt hatten, bekamen dann das Globulifläschchen in die Hand gedrückt und sollten während einer 30-Minuten-Meditation die Symptome erspüren. Die Auswertung der ca. 12 Leute würde dann in einem Repertorium veröffentlicht werden.
Ich hab den Kurs daraufhin abgebrochen, mein Geld war mir dafür zu schade.
Alle anderen im Kurs hatten die abstrusesten Symptome gespürt und waren von der Methode (keine Verblindung, gar nichts!) total begeistert.
Es war zwar nícht Eule D30, aber so ähnlich wie im Link lief das durchaus ab. Wer sich das antun will, bitte hier: http://www.homoeopathie-wichmann.de/provings/Tyto%20alba%20AMP.PDF

#168 |