EBV-assoziierte Tumoren: T-Zellen in der Abwehr

3. Juni 2014
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In einer Analyse tumorspezifischer Abwehrzellen konnten Forscher zeigen, dass Untergruppen von T-Zellen das Wachstum EBV-assoziierter Tumoren hemmen oder fördern können. Die Hemmung wird von T-Zellen vermittelt, die virus- oder körpereigene Bestandteile der Tumoren erkennen.

Über 90 Prozent der Weltbevölkerung sind Träger des Epstein-Barr-Virus (EBV). Die Primärinfektion verläuft häufig symptomlos, in einigen Fällen kommt es zum Krankheitsbild der infektiösen Mononukleose. Daneben ist das Virus mit bestimmten bösartigen Tumoren assoziiert, betroffen sind davon insbesondere immungeschwächte Menschen, z.B. nach einer Transplantationstherapie.

T-Immunzellen sind wesentlich an der Abwehr von EBV beteiligt. Das Team um Dr. Stefanie Linnerbauer, PD Dr. Josef Mautner und Prof. Dr. Uta Behrends, HMGU und Kinderklinik Schwabing des Klinikums Rechts der Isar (TUM), hat in seiner aktuellen Studie die Eigenschaften und Funktionen tumorspezifischer T-Zellen zu EBV-assoziierten Tumoren im Tiermodell untersucht.

Tumorhemmende oder tumorfördernde Eigenschaften

Es zeigte sich, dass verschiedene Untergruppen der T-Zellen das Wachstum EBV-assoziierter Tumoren unterschiedlich beeinflussen. Unter den T-Zellen, die viruseigene Strukturen erkannten, waren solche, die eine effektive Wachstumshemmung vermittelten und andere, die das Tumorwachstum förderten. Worin sich tumorfördernde und tumorhemmende T-Zellen unterscheiden, ist noch nicht bekannt und Gegenstand aktueller Untersuchungen.

An Tumorabwehr beteiligt

An der Tumorabwehr effizient beteiligt waren darüber hinaus aber auch T-Zellen, die gegen bislang unbekannte körpereigene Strukturen gerichtet sind. Diese Autoantigene stammen vermutlich von zellulären Proteinen, die erst nach Virusinfektion bzw. Entartung der Zellen gebildet werden. Die beschriebenen T-Zellen können somit zur Tumorabstoßung beitragen, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

„Die Funktion der T-Zellen in der Abwehr EBV-assoziierter Tumoren ist äußerst komplex und bislang noch nicht komplett verstanden“, fasst Behrends zusammen. „Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass bestimmte Eigenschaften der T-Zellen entscheidend für die Abwehrreaktion sind. Hier wollen wir ansetzen, um die T-Zell-basierten Immuntherapien zu verbessern und auch Impfstoffe zu entwickeln.“

Originalpublikation:

Virus and Autoantigen-Specific CD4+ T Cells Are Key Effectors in a SCID Mouse Model of EBV-Associated Post-Transplant Lymphoproliferative Disorders
S. Linnerbauer et al.; PLOS Pathogens, doi: 10.1371/journal.ppat.1004068; 2014

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