Klimakterische Beschwerden: Cool down!

6. Juni 2014
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Schränken Wechseljahresbeschwerden die Lebensqualität von Frauen allzu stark ein, entscheiden sich Ärzte nach genauer Abwägung für Hormonersatztherapien. Jetzt zeigen Wissenschaftler, dass das Antidepressivum Venlafaxin ähnlich effektiv wirkt.

Schlafstörungen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, eine nachlassende Libido oder eine Atrophie der vaginalen Schleimhaut – mit klimakterischen Beschwerden suchen Patientinnen ihren Gynäkologen auf. In vielen Fällen werden sich Ärzte entschließen, befristet eine Hormonersatztherapie durchzuführen, was mit zahlreichen Vor- und Nachteilen verbunden ist.

Umstrittene Behandlung

Unter der Gabe von Östrogen beziehungsweise Östrogene plus Gestagen verschwinden die Symptome rasch. Positive Effekte auf die Schleimhaut im Urogenitalsystem sind erwiesen. Darüber hinaus verringert sich das Osteoporoserisiko, Depressionen treten seltener auf, und bei kombinierter Östrogen-Gestagen-Therapie verringert sich das Darmkrebsrisiko. Andererseits werden Schlaganfälle, Lungenembolien und tiefe Beinvenenthrombosen zur Gefahr. Und abhängig von weiteren Faktoren kann das Brustkrebsrisiko ebenfalls negativ beeinflusst werden. Viele Gründe, um nach Alternativen zu suchen.

Mit SSNRI gegen Wechseljahresbeschwerden

Jetzt hat ein Team um Hadine Joffe vom Brigham and Women’s Hospital in Boston untersucht, welchen Mehrwert Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) für Patientinnen verglichen. An der randomisierten klinischen Studie nahmen insgesamt 339 peri- oder postmenopausale Frauen mit starken vasomotorischen Symptomen teil. Sie erhielten entweder 17-beta-Estradiol plus Medroxyprogesteron oder retardiertes Venlafaxin. In der Hormongruppe verringerten sich Hitzewallungen und Schweißausbrüche um 52,9 Prozent, in der SSNRI-Gruppe waren es 47,6 Prozent, und im Placebo-Arm 28,6 Prozent. Die Zahl an Episoden mit vasomotorischen Symptomen verringerte sich um 2,3 (Estradiol) beziehungsweise 1,8 (Venlafaxin) pro Tag, jeweils verglichen mit Placebo. Für Joffe stellt der SSNRI damit eine Alternative dar, sollten Patientinnen mit ausgeprägter Symptomatik und bekannten Risiken keine Hormone verwenden dürfen.

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