Postoperative Schmerzen: Mondphasen beleuchtet

30. Mai 2014
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Der Mond hat keinen Einfluss auf die Schmerzen nach Operationen. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie, für die Wissenschaftler über 12.000 Datensätze auswerteten.

Warzen behandeln, Gemüse pflanzen, Haare schneiden oder Kinder gebären – es gibt kaum einen Lebensbereich, für den nicht Ratgeber die Beachtung der Mondphase empfehlen. Widerspricht man den Anhängern solcher Theorien, bekommt man nicht selten zu hören, die Erfahrung gebe ihnen Recht.

In einem Bereich liegen nun jedoch wissenschaftliche Fakten vor. Forscher am Universitätsklinikum Jena haben an einer großen Stichprobe von 12.224 Patienten von zehn Krankenhäusern aus neun europäischen Ländern untersucht, wie stark die Schmerzen nach einer Operation waren. Dabei verglichen sie Daten aus den vier Mondphasen Vollmond, abnehmender Mond, Neumond und zunehmender Mond miteinander. „Das Ergebnis ist eindeutig“, so Dr.-Ing. Marcus Komann, IT-Koordinator des Jenaer Schmerzregisterprojektes. „Postoperativer Schmerz wird von der Mondphase nicht beeinflusst. Geplante Operationen können also ohne Bedenken auf jeden beliebigen Tag gelegt werden.“ Die Ergebnisse sind ein interessantes „Nebenprodukt“ der Initiative PAIN OUT, die die weltweit umfangreichste Datensammlung zur Akutschmerztherapie beinhaltet.

Originalpublikation:

Howling at the moon? The effect of lunar phases on post-surgical pain outcome
Marcus Komann et al.; British Journal of Pain, doi: 10.1177/2049463714522985; 2014

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Chirurgie, Medizin

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11 Kommentare:

Medizinphysiker

Sehr geehrte Frau Grieß,

meines wissens hat die entsprechende Zuordnung der Mann im Mond auf Basis der Ausnahme von den Regeln gemacht!

#11 |
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Naturwissenschaftler

Guten Tag Herr Kneubühler,
ich bin in dem Metier nicht sehr bewandert, vielleicht können Sie mir ohne große Literaturstudien durchführen zu müssen kurz aushelfen:
“…einem Sternzeichen dem wiederum ein Organ zugeordnet wurde.”
Wer hat diese Zuordnung unter welchen Umständen und auf welcher Basis getroffen?
Danke!

#10 |
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Naturwissenschaftler

Liebe Frau Papenhagen,
Sie belächeln “Wissenschaftliche Forschungen” – was wäre für Sie eine Alternative?
12.224 Einzelbetrachtungen?
Würden Sie dafür plädieren Induktionen zu verbieten?
Lieber Her Heintzmann, stimme Ihnen zu, man sollte nie die Einzelschicksale, die die Enden der Normalverteilung darstellen vergessen. Also das “Ausnahmen bestätigen die Regel”. (aber die Aussnahmen sind nicht die Regel, Frau Papenhagen)

#9 |
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Gast
Gast

Ja, die böse “Wissenschaft”, sie stört.

#8 |
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Gast
Gast

@Claude-Alain Perrochet und alle Mondforscher für menschliches Schicksal,
wirklich hoch interessant,
nur bitte nicht auf Kosten der Steuerzahler!
Man sagt ja, Hunde würden den Mond anbellen.

#7 |
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Gast
Gast

na Gott sei Dank, es darf noch operiert werden.

#6 |
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Claude-Alain Perrochet
Claude-Alain Perrochet

Interessant wären zu dem Thema Abhängigkeit vom Mondzyklus weitere Studien wie Throboserisiko, Blutungsrisiko usw. Wobei durchaus auch im Sinne von Herrn Neubühler Studien mit weiterer Differenzierung sinnvoll wären. Habe auch Mühe mit Empfehlungen, welche wissenschaftlich auf zu dünnem Eis oder gar keinen Daten beruhen. Dass der Mond einen Einfluss haben könnte, das zeigen schon die Gezeiten und verschiedene zu beobachtende Phänomene bei Tier und Mensch.

#5 |
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Gabriele Papenhagen
Gabriele Papenhagen

Wissenschaftliche Forschungen :-)
Für mich klingt das wie eine Studie, in der “wissenschaftlich” bewiesen worden ist, dass Homöopathie nicht wirken kann, weil … man zum Beispiel ein homöopathisches Mittel analog einem allopathischen Medikament an Patienten testet ohne dabei die Therapiegrundsätze der Homöopathie zu verstehen oder mit einzubeziehen. Nur weil die “naturwissenschaftliche” Denkweise ein solches Verstehen nicht vorgesehen hat.
Danke Herr Kneubühler. Ihrer Meinung bin ich ganz und gar.

#4 |
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Daniel Kneubühler
Daniel Kneubühler

Die Studie ist in meinen Augen unvollständig. Neben den vier Mondzyklen wäre es wesentlich sinnvoller gewesen, die Schmerzsymptomatik im Hinblick auf den Mondstand zu untersuchen.
Zur Erklärung: Der Mond befindet sich für etwa 2,5 Tage in einem Sternzeichen dem wiederum ein Organ zugeordnet wurde. Bevor nun wieder ein Großteil der Wissenschaftler aufschreit, so sei hier nur Paracelsus angeführt, der tunlichst darum warb, daß kein Organ “beschnitten” werden soll, in dem gerade der Mond steht.

Beispiel: Steht der Mond im Zeichen Löwen, dem das Herz zugeordnet ist, so sollten jegliche Eingriffe am Herzen an diesen Tagen unterbleiben. Unberührt davon bleiben natürlich Notfallmaßnahmen etc.

Wenn man die vorliegenden Studiendaten dahingehend noch einmal überprüft, bin ich mir sicher, daß sich ein anderes Bild ergibt.

#3 |
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Heinrich Heintzmann
Heinrich Heintzmann

Hier liegt ein zahlenmäßig „eindeutiges Ergebnis“ vor, das die Auswirkung auf alle Menschen, lunar sensibel oder nicht, repräsentiert.

Es gibt aber unbestreitbar Menschen, die brauchen nicht in den Nachthimmel zu schauen, um zu wissen, ob Vollmond ist oder nicht. Sie reagieren sensibel auf Mondphasen. Sie können nicht schlafen, haben Stimmungsänderungen etc.
Dazu gibt es natürlich auch valide Studien. Beispielsweise http://www.cell.com/current-biology/abstract/S0960-9822%2813%2900754-9

Diese Menschen reagieren u.U. auch anders auf Schmerzen nach Operationen.
Mit der allgemeingültigen Aussage „Geplante Operationen können also ohne Bedenken auf jeden beliebigen Tag gelegt werden“ tut man diesen Menschen vermutlich keinen Gefallen, auch wenn sie sich rein zahlenmäßig im Bereich der irrelevanten Minderheit befinden.

#2 |
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Anton Bentele
Anton Bentele

Was nicht sein darf das nicht sein kann
wie bewiesen

#1 |
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