Adipositas: Schweres Stigma?

1. August 2014
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Laut einer aktuellen Studie ist weltweit inzwischen jeder dritte Mensch übergewichtig, etwa zehn Prozent sogar fettleibig. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Forscher zeigten nun, dass sogar die Beurteilung des sozialen Umfeldes Auswirkungen auf das Gewicht haben kann.

Mit jedem Millimeter, den die Anzeigenadel auf der Waage nach rechts wandert, steigt auch das Risiko auf gewichtsbedingte Begleiterkrankungen. Bereits ab einem BMI von 23, also noch im hohen Normalgewicht, zeigen sich laut der Studie vermehrt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Arthritis und chronische Lebererkrankungen. Die Kosten für das Gesundheitssystem sind enorm und bisher fehlt es an erfolgreichen Kampagnen, um die Epidemie zu stoppen. Kein einziges Land konnte in den letzten dreißig Jahren einen rückläufigen Trend beobachten, kein einziges Land wird wieder dünner.

Die Gründe für das globale Problem sind vielschichtig und werden kontrovers diskutiert. Eine gestiegene Kalorienaufnahme bei gleichzeitig abnehmendem Bewegungslevel ist der wohl offensichtlichste Grund, aber auch Veränderungen in der Darmflora scheinen dazu beizutragen. Um die Epidemie in den Griff zu bekommen, muss man sich außerdem das Zusammenspiel zwischen Gewichts-Stigmatisierung und Übergewicht anschauen. Denn obwohl normalgewichtige Personen in manchen Gebieten bereits in der Minderzahl sind, lassen sie die Übergewichtigen häufig ihre negativen Vorurteile spüren – und machen damit alles nur noch schlimmer.

Denn wie unsere Eltern, Freunde oder Ärzte über unser Gewicht urteilen, hat weitreichendere Auswirkungen als bisher angenommen. Wissenschaftler um Janet Tomiyama von der Universität of California Los Angeles (UCLA) haben herausgefunden, dass zehnjährige Mädchen, die von ihrem Umfeld als „fett“ bezeichnet wurden, als junge Erwachsene tatsächlich häufiger zu Übergewicht neigten. Allein die verbalen Attacken auf das Körpergewicht erhöhten die Wahrscheinlichkeit, an Adipositas zu erkranken, um 66 Prozent.

Damit bestätigt Tomiyama Resultate aus früheren Studien, die bereits einen Zusammenhang zwischen Gewichts-Stigmatisierung und Adipositas aufgezeigt hatten. Bereits 1999 und 2006 wiesen Forscher nach, dass übergewichtige Menschen bei häufiger Stigmatisierung höhere Stresslevel und auch einen höheren BMI aufweisen. Grund dafür ist vermutlich eine allseits bekannte Stressabbaustrategie: das Frustessen.

Das Etikett „fett“ erhöht das Risiko

„Das bedeutet nicht nur, dass schwere Mädchen, die als „fett“ bezeichnet werden, auch Jahre später noch zu viel wiegen. Es heißt vielmehr, dass das Etikett „fett“ die Wahrscheinlichkeit erhöht, an Adipositas zu erkranken“, erklärt Tomiyama. Der Effekt war auch dann noch zu sehen, wenn die Forscher alle anderen Variablen wie das Ausgangsgewicht, das Einkommen, die Ethnizität und den Beginn der Pubertät herausrechneten. „Wir sind fast vom Stuhl gefallen“, erklärt Tomiyama.

Die Wissenschaftlerin beklagt, dass die Macht der Gene von vielen schlichtweg nicht akzeptiert werde. Dabei sei der Einfluss unserer Erbanlagen auf unser Gewicht genauso groß wie der auf unsere Körpergröße. „Dünn sein wollen ist wie groß sein wollen“, fasst sie provokant zusammen.

Und trotzdem leiden viele Dicke an Diskriminierung. Forscher von der Universität Arizona berichteten im Mai 2014 in einer Studie im American Journal of Public Health davon, dass übergewichtige Teenager von Normalgewichtigen öfter als Freunde zurückgewiesen werden. Die schweren Teens haben durchschnittlich einen Freund weniger als Normalgewichtige. „Das ist besonders besorgniserregend, weil Freundschaften eine wichtige Quelle von Unterstützung und Kameradschaft sind“, sagt David Schaefer, einer der Autoren.

Erhöhter Stresspegel führt zu Frustessen

Britische Forscher kommen in einem Übersichtsartikel zu ähnlichen Ergebnissen. Übergewichtige junge Leute beschreiben die Reaktion anderer auf ihr Aussehen als wichtige Ursache für fehlendes Selbstvertrauen, Angst, Einsamkeit und Depression, was zu Frustessen und weiterer Gewichtszunahme führt. „Wenn Leute sich schlecht fühlen, dann neigen sie eher dazu, mehr zu essen, anstatt eine Diät zu beginnen oder joggen zu gehen“, erklärt Tomiyama den Teufelskreis.

„Stigma geht unter die Haut“, fasst es Claudia Sikorski zusammen, die an der Universität Leipzig die Nachwuchsgruppe „Stigmatisierung und internalisiertes Stigma bei Adipositas“ leitet. Sie erforscht, welche Folgen die Stigmatisierung und die Diskriminierungserfahrungen auf die Betroffenen haben. „Die Gesellschaft weist den Betroffenen bestimmte Stereotype wie beispielsweise „willensschwach“ zu und das führt dazu, dass die Betroffenen sich auch selbst so beurteilen. Dass Adipositas nicht völlig unter der Kontrolle der Betroffenen steht, hat sich bisher nicht wirklich gut herumgesprochen.“

Aus Scham werden auch ärztliche Behandlungen gemieden

Besonders gefährlich wird es immer dann, wenn die Stigmatisierung auch in den Arztpraxen und Krankenhäusern deutlich spürbar ist. Denn dann gehen übergewichtige Menschen aus Angst und Scham seltener zum Arzt. Sie verpassen wichtige Vorsorgeuntersuchungen und erhöhen damit das Risiko, dass Krankheiten nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

„Diesen Effekt können wir vor allem in der Gynäkologie beobachten“, erklärt Sikorski. Sie hat in einer Studie untersucht, welche Einstellung medizinisches Fachpersonal zu adipösen Patienten hat. Solche Daten gab es bisher für Deutschland nicht. „Wir waren von den Ergebnissen sehr ernüchtert“, berichtet Sikorski, „denn das medizinische Personal hat eine ähnlich negative Einstellung zu übergewichtigen Patienten wie die Allgemeinbevölkerung.“

Fehlende Infrastruktur erschwert den Klinikalltag

Ein Grund dafür könnte die fehlende Infrastruktur für die Behandlung adipöser Patienten sein. Passende Waagen, übergroße Blutdruckmanschetten und extra stabile Liegen sind in vielen Kliniken Mangelware. Ärzte und Krankenschwestern bekommen dadurch Probleme bei der Behandlung, und der Ärger darüber richtet sich dann auch gegen den Patienten. Interessanterweise war das Stigma bei Krankenpflegern weniger stark ausgeprägt als bei Ärzten und Therapeuten, obwohl das Pflegepersonal beim täglichen Umgang mit den übergewichtigen Patienten auf viel mehr Hürden und Hindernisse stößt. Es scheint, als ob der tägliche Umgang mit Adipösen die Vorurteile abbaut.

Das wird in Zukunft immer wichtiger werden. Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts waren im Zeitraum 2008 bis 2011 bereits 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen in Deutschland übergewichtig. Die Adipositasraten lagen jeweils bei 24 und 23 Prozent. Tendenz steigend. Mit Aufklärungsarbeit will Claudia Sikorski für ein differenzierteres Bild von Adipositas werben, und Empathie und Verständnis fördern. Sie bringt Medizinstudenten mit Adipositas-Patienten zusammen und hofft, dass dadurch Vorurteile abgebaut werden. Freiwillige dafür zu finden war nicht schwer. „Ich denke, das spricht auch für den Leidensdruck, den die Betroffenen verspüren“, sagt Sikorski.

Motivierende Interviewtechniken führten zum Erfolg

Doch wie unterstützt man Übergewichtige am besten beim Abnehmen, wenn Druck und Diskriminierung nur kontraproduktiv wirken? Kanadische Forscher berichteten Anfang Mai auf einer Tagung davon, dass bei Familien mit übergewichtigen jungen Kindern vor allem motivierende Interviewtechniken zum Erfolg führten. Die Kinder, bei deren Familien diese Art der Gesprächsführung angewendet wurde, waren beim Abnehmen erfolgreicher als eine Vergleichsgruppe. Ihr BMI-Perzentile sank durchschnittlich um 3,1 Punkte mehr.

Um die Techniken der motivierenden Gesprächsführung in Arztpraxen zu verbreiten, hat die Amerikanische Gesellschaft für Kinderheilkunde die App „Change Talk“ entwickelt, die kostenlos heruntergeladen werden kann. Ärzte erfahren darin alles über die verschiedenen Gesprächstechniken und können sie auch gleich in einer virtuellen Praxisumgebung selbst ausprobieren.

112 Wertungen (4.18 ø)

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45 Kommentare:

Arzt
Arzt

@Christine Wehrstedt der Appell zur Eigen-Verantwortung ist grundsätzlich prima!
Großes Kompliment.
Aber ein bischen übertreiben Sie doch, ich denke die Bewunderung überwiegt eindeutig.

#45 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

@ Gast #42: Nun, man darf ja auch hier nicht schreiben, dass man schlank ist und der Lebensstil dazu passt (nämlich aktiv), ohne in die Essgestörten-Tot-Stresser-Ecke gestellt zu werden. Ich habe diese Aussagen selbst lange genug geglaubt, dieses “ich ess fast nix und mache viel Sport. ” Und dann oft genug gesehen, wie es dann wirklich lief und dachte, wollen die mich verarschen oder sich selbst anlügen?

Wenn man sagt, ich bin schlank und das ist nicht ohne Zutun, der Lebensstil passt dazu, dann ist das “diskriminierend”, aber wenn man sagt, ich bin dick und alle anderen sind schuld daran, dann ist das völlig in Ordnung. Dabei weist Nr. 1 keine Schuld zu und Nr. 2 auf dem ganz direktem Weg. Wenn einer zu Schlanken sagt “Du frisst ja auch nix”, dann ist das auch voll ok (selbst, wenn es nicht stimmt), aber wehe, man sagt zu Übergewichtigen “ich seh Dich halt auch immer bloß Süßkram trinken”, dann ist das ein Verbrechen.

Wenn man dann zur Genetiknummer anführt, dass die eigenen Vorfahren alle keine Hungerhaken sind/ waren, dann findet sich sicher trotzdem noch was, warum Schlanksein pures Glück ist.

Aber es ist einfach insgesamt nicht en vogue, für das, was ist, selbst Verantwortung zu übernehmen, sondern es sind immer im Zweifel die anderen schuld, notfalls anwaltlich durchgesetzt. Und für alles, was einem nicht passt, gibt es ne Diagnose, denn dann ist man aus der Verantwortungsnummer raus und alles ist prima.

Vielleicht sollten wir einfach mal per Dekret das gängige Schönheitsideal umgestalten. Man darf sich nicht mehr nach Dünnen umdrehen. Kostet dann jedesmal 50€.

@ # 37: Nee, auch das kann ich nicht bestätigen. Ich habe schon des Öfteren nach einem vollen Arbeitstag festgestellt, dass ich nix gegessen habe (bei erhaltener Leistungsfähigkeit, wohlgemerkt), einfach, weil viel los war und ich nicht ans Essen dachte. Geht problemlos.

Ich kann da echt nur Dr. Marquardts “Instintformel” empfehlen. Aber da stehen Dinge drin, für die ich hier vermutlich eine Klagedrohung erhalten würde, wenn ich sie schreiben würde.

#44 |
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Heilpraktikerin

Vor ca. 30 Jahren gab es diese Gene noch nicht. Wie schnell sich doch die DNA
ändern kann. Wir sollten sie gut pflegen….
Der Leidensdruck kann für manche nicht groß genug sein, sonst würden sie
abnehmen. Man kann vor Frust nicht nur zunehmen sondern auch abnehmen.

#43 |
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Gast
Gast

@ Dr. Sabine Dettling
Vielen Dank für Ihren Beitrag, genau diese Aussage kann ich selbst auch bestätigen.
“Gut wäre außerdem, mal drüber zu berichten, dass inzwischen Dicksein normal ist und der Normalgewichtige nicht selten in die Schublade “essgestört” gesteckt wird.”

Als schlanke, sportliche Frau die gerne gesundes, frisches und selbst gekochtes isst werde ich fast täglich von leicht Übergewichtigen bis dicken Menschen als krank, abnormal und essgestört beschimpft.
Dagegen habe ich selbst es noch nie erlebt, dass der Übergewichtige oder sogar dicke Mensch neben mir so kritisiert und beschimpft wurde wie ich.
Hierfür zeigte man sogar eher großes Verständnis…. ganz nach dem Motto: eine Frau braucht ihre Rundungen, an Deinen Ecken holt man sich ja blaue Flecke!
Ablenkung ist oft das beste Manöver…

#42 |
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Diätassistent

Hallo Gast #41
Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen wo wir merken, dass die Werbung uns nicht immer die Wahrheit gesagt hat, dass das was die gesagt haben nur gesagt wurde um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen, dass leckeres im Nachgang sehr Bitter sein kann.

Jetzt bleiben wir zurück in einem Zustand den wir nie haben wollten und benötigen daher einige Tipps die uns helfen sollen Jahrelang gemachte “Fehler” wieder auszubügeln?
Nein so geht das nicht! Aber immerhin sollten wir jetzt wissen was da nicht so richtig war und einfach mal das Gegenteil versuchen;-)

Dabei könnte ein Ernährungsberater der sich mehr an einer naturbelassenen Lebensweise orientiert nützlich sein.

#41 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

Ich muss mich auch echt mal fragen, was meine Gene so machen. In meiner Vorfahrenreihe gibt es kaum jemanden, der kein Übergewicht entwickelt hat. Da könnte man sich ja dann auch zurücklehen und sagen, mei, ist eh alles genetisch, was soll’s. Dazu frage ich mich wirklich, wie es sein kann, dass beispielsweise die Spessartregion dann offenbar eine fundamental andere Genetik als München aufweist…hm.
Zudem habe ich ausführlich die Erfahrung von Ausredenmentalität gemacht. Wenn Fragen nach Beratung kommen und ich ganz einfache Basisvorschläge mache, ist der häufigst gehörte Einwand: “Das geht bei mir/uns nicht, WEIL…” Das ist die mentale Komponente. Bei mir geht xy sicher nicht, weil ich ja ach so bevorzugt bin durch Gene oder sonstwas. Warum geht es dann bei gewissen Leuten “nicht”? Viele “weils” sind ausräumbar und die, die sie ausräumen, schaffen schnell eine Verbesserung! Und das ist dann nicht “deren Verdienst”? Doch ist es, aber das ist unbequem, wie so viele Dinge.

Auch typisch die Reaktion von S.Weiss: “setzt Euch wegen der 3 Kinder einfach so unter Stress, das Ihr nur noch arbeitet und keine Zeit mehr zum essen habt!” Wo habe ich das denn geschrieben? Das ist Ihr Rückschluss, sonst gar nichts. Die Sichtweise, dass Schlanke entweder krankhafte Stresser, Essensverweigerer oder eben per Zufall bevorzugt sind, ist ein verbreiterer Trugschluss, um die Augen zumachen zu können. Wem das lieber ist, ist ja kein Problem. Es ist aber möglich, mit ganz normalen Maßnahmen aktiv und schlank zu sein – ohne Studio, ohne Hunger, ohne Diät. Ich habe andere Baustellen, das sei gleich mal offen zugegeben, aber ich sehe sie nicht fatalistisch, sondern bin mir durchaus bewusst, dass ich hier einfach nicht ausreichend mental dran arbeite und gebe nicht anderen die Schuld daran. Die Fatalistische Sichtweise auf’s Gewicht wird aber wohl fatale Folgen haben. Und wenn man diese an seine Kinder weitergibt, dann hat man so einiges außer Acht gelassen. Gibt genug, die ihren Eltern Vorwürfe diesbezüglich machen, selbst aber nichts unternehmen, etwas an diesen alten Mustern zu verändern. Für mich bleibt der Einfluss der Weitergabe von Ess- und weiteren Lebensgewohnheiten (und Ausreden!) der logischere Ansatz als der fatalistische (Genetik/Krankheitsdefinition).

Ich mache das Problem auch sicher nicht am BMI fest, ich bin mir wohl bewusst, dass das eine sehr fehlerimplizierende Methode ist. Es gibt genug Menschen mit hohem BMI, bei denen alles in Ordnung ist. Das sind auch nicht unbedingt die, die heimlich danach streben, dass sie dünner werden, aber nach außen hin mit fatalistischen Verteidigungsargumenten arbeiten. Diesen Widerspruch muss wohl jeder für sich selbst klären, denn dessen Pflege wird niemals weiterbringen, egal, ob beim Gewicht oder bei was auch immer.

#40 |
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Gast
Gast

Ja die regeln sind mir bekannt durch meinen Beruf, bzw meine Ausbildung nun. Was für mich schwer ist meine Gefühle nicht mehr mit Essen zu unterdrücken. Leider gibt es wenig Menschen die einen sinnvolle Tipps geben um dieser erlernte verhalten wieder abzulegen.

#39 |
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Chirurg
Chirurg

Korrektur:
Kohlenhydrate sättigen natürlich am WENIGSTEN!
Hinzu kommt die Toxizität eines zu hohen BZ – Spiegels,
der Insulinstoß und der Gegeneffekt, BZ-Abfall und schon wieder Hunger.
Also Finger weg von Zucker und zuviel KH.
Und wenn dir ein Psychologe sagt,
Heißhunger auf Schokolade bekämpft man am besten mit Schokolade,
dann glaub ihm nicht!
Er ist eine Schande für die Ernährungsmedizin.

#38 |
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Chirurg
Chirurg

hallo @Angelique Slansky, es gibt neben der ganz unbestreitbar wichtigen Psyche selbstverständlich auch genetische Unterschiede in der Richtung, dass die meisten Schlanken keineswegs bewusst und verdienstvoll schlank sind, womit die “genetisch” Dicken große Mühe haben. Beides hat Vor- und Nachteile. Die “Dicken” waren in der Steinzeit evolutionär bevorteilt, weil sie auf Vorrat essen konnten, aber auch keine Probleme mit längeren Fastenperioden hatten und HABEN!
Wenn Sie einen Schlanken beobachten, der z.B. mittags nicht rechtzeitig sein Essen bekommt, dann wird der “kribbelig” und ungenießbar. Einen Dicken muss man nur irgendwie ablenken,
am besten ist immer eine Arbeit, arbeiten ist immer noch das beste für alle Psychoprobleme, dann vergisst er das Essen ohne Hunger zu verspüren.
Dicke sind nach meiner Erfahrung auch eher freundlich oder gar besonders talentiert auf anderem Gebiet, z.B. musikalisch.
Psychologen machen bei der Ernährungsberatung,
ebenso wie die DEG immer den Fehler, bitte “Hunger” vermeiden, deshalb mindestens 5 (kleine?????) Mahlzeiten am Tag.
Stoffwechselmäßig grottenfalsch, der Appetit kommt mit dem Essen;
1 oder 2 Mahlzeiten PRO TAG wären wesentlich besser.
Sagt auch der Tierversuch!
Die richtige Zusammensetzung,
also viel Eiweiß, sättigt am meisten,
wenig Kohlenhydrate, sättigt am wenigsten,
kennt der (ärztliche) Ernährungsberater ebenfalls besser.

MfG

#37 |
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Altenpflegerin

Dann melde ich mich mal als zweite dicke hier. Klar ist man auf der einen Seite selber schuld aber nicht nur alleine. Als Kind lernte ich Wein nicht, schimpf nicht, Gefühle zeigen ist verboten nehm etwas zu essen dann geht es dir besser. Dies lernte ich mit 4. Jetzt mit 30 Versuche ich es zu ändern. Termine beim Psychologen erst in 2 Jahre. Da habe ich lieber aufgegeben. Jetzt hab ich den umgedrehten Fall. Wenn ich esse bin ich gleich satt. Weil ich unbewusst alle blöden Sprüche mir beim Essen abspiele. Der richtige weg ist dies zwar auch nicht aber was ich sagen will ist, dass die Psyche einen großen Einfluss hat und der Spruch fdh und mach Sport verboten werden müsste.

#36 |
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Diätassistent

Und seit wir um die Epigenetik wissen und auch, dass unser Lebensstil einiges beeinflussen kann, sind Behauptungen sowieso nichts verändern zu können, oftmals nur der bequemere Weg (vorerst).

#35 |
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Prof. Dr. Angelika Lindinger
Prof. Dr. Angelika Lindinger

Sehr geehrte Frau Steinert,
Sie haben alle möglichen Ursachen für die heute bestehende Adipositas sehr richtig aufgelistet – einen wesentlichen Argumentationspunkt jedoch außer Acht gelassen, der zwar primär platt erscheinen mag, jedoch nicht zu widerlegen ist: es gab während und auch viele Jahre nach Kriegszeiten keine Dicken!
Ganz klar spielen das Essverhalten sowie soziale Aspekte und alle mit unserem heutigen Wohlstand verbundenen Effekte die Hauptrollen.
Und die psychologische Argumentation muss lauten: die dicken Kinder sind nicht deswegen als Erwachsene dick, weil man sie darauf anspricht, sondern weil sie eben Dicke sind und zumeist leider auch bleiben.
MfG A.Lindinger (Kinderärztin, Kinderkardiologin)

#34 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

Na klar, schlank zu bleiben kommt vom “Beten” etc. und was da noch alles für saubere Rückschlüsse gezogen werden; und sonst ist alles dem Zufall oder den Genen überlassen. Im Zweifel sind wie immer die anderen schuld, und die Schlanken tun eh nix dafür, dass sie es sind (oder haben “keine Zeit zum Essen”…)? Die Übergewichtsthematik ist jedenfalls weitgehend durch (oder zumindest mit) signifikante(n) Änderungen im weltweiten Lifestyle aufgekommen. Für mich ein Hinweis, dass das mit den Genen nicht so 100%ig sein kann. Plus die Frage, wie kommt es dazu, dass hier in der Umgebung sicher keine 50% übergewichtig sind? Ich denke, man macht es sich ein wenig einfach, wenn alles als “Krankheit” bezeichnet wird und damit auch wieder einmal Eigenverantwortung abgegeben. Sicher ist es wieder einmal mutlifaktoriell, aber wenn alles nur “Schicksal” ist, dann kann man jede Bemühung gleich sein lassen, oder was sollen diese Argumente? Im Übrigen ist mein Mann laut Definition auch leicht übergewichtig, was mich nicht weiter juckt. Aber ich finde es auch nervig, wenn oft davon ausgegangen wird, dass die Schlanken einfach nur Glück haben. So einfach ist es nämlich auch wieder nicht und das fördert nur Ausreden. Ich jedenfalls nehme auch zu, wenn ich zu wenig mache und zu viel esse. Es ist also (zumindest bei mir) kein “Zufall” oder “Glück”, und man kann schlank bleiben, ohne dass man täglich ins Gym rennen oder sonstige eher künstliche Maßnahmen ergreifen muss etc., wenn man einen insgesamt aktiven Lebensstil hat. Ich finde die Haltung “Schlanke sind es nur per Zufall” auch nicht weniger ignorant als die umgekehrte Haltung.

#33 |
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Arzt
Arzt

@Gast, BMI 26, weibl. Sie liegen 100% richtig.
Das ist bei Tieren nicht anders. Gibt man Laborratten “ad libitum” Futter, werden sie übergewichtig mit ähnlichen Folgen wie der Mensch.
Reiner Zucker, der in der Natur nicht vorkommt hat schon negative Wirkungen, wenn man den nur für 6 Wochen gibt, als Zusatz natürlich zum üblichen.
ad libitum heist soviel sie wollen.

#32 |
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Ärztin

Könnten Depressionen neben genetischer Veranlagung Grund sein für einen veränderten Stoffwechsel, der letztlich zur sichtbaren “Panzerung” führt? Die meisten Frauen mit “überbordender” Rubensfigur, die ich gut kenne, halte ich für hochsensibel und auffallend besorgt um ihre Mitmenschen…
Und wäre Hypnose eventuell eine Möglichkeit um aus der Besorgnis herauszukommen?

#31 |
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Gast, BMI 26, weibl.
Gast, BMI 26, weibl.

Es ist doch erstaunlich, wie sehr das Thema Adipositas uns alle beschäftigt. Wie kontrovers die optiomalen BMI-Werte diskutiert werden und wie sehr die Diskussion um optische Normen das noch unterstreicht.
Nahrung ist für uns alle jederzeit und in unterschiedlichster Form erreichbar. Ganz ehrlich – wer greift freiwillig immer zu Gemüse, wenn die Lieblingsnascherei daneben steht? Wie mache ich also meinen Kindern verständlich, dass ich jetzt lieber Schokolade esse anstelle ein großes Glas Wasser zu trinken oder ein Stück Salatgurke zu essen? Erziehung ist Vorleben – und die heutige Elterngeneration war Kind der beginnenden Fast-food-Ära! Während sich unsere Eltern noch ausgiebig angeekelt und kopfschüttelnd von Hamburgern und Co abwandten, werden wir doch selbst immer wieder wider besseren Wissens schwach – und sei es auch nur aus Reminiszenz an die ganz besonderen Gelegenheiten in unserer Kindheit, als wir dann doch mal zu Hamburgern, Pommes und Co greifen durften. Und wer hat zu Hause nicht die berühmte Nuss-Nougat-Creme im Küchenschrankl?
Und so bleiben unsere schwachen Momente nur bei einem Bruchteil der Stoffwechsel-starken Bevölkerung folgenlos. Unseren Kinder erscheint das Verbot von fast-food als besonders harte Form der Bestrafung, und die Hintergründe für dieses Verbot sind sehr oft nur schwer vermittelbar.
Natürlich hält selber gesund kochen die ganze Familie fit und schlank – wenn sie es denn auch ißt! Wir sind ja auch heute viel toleranter: bei den Großeltern hieß es noch, dass aufzuessen sei, was auf den Tisch kommt. Schmeckt nicht, gibt’s nicht, wenn du Hunger hast, dann iß! Heutzutage kochen Mütter nicht selten drei verschiedene Mahlzeiten für die verschiedenen Geschmäcker, da wird auch auf den kleinsten Gourmet Rücksicht genommen. Ich wage die riskante These, dass ein Kind in unseren Breiten – egal welchen Alters – nicht verhungert, wenn es eine Mahlzeit wegen “Nicht-Gefallens” ausfallen ließe/lassen müßte. Wir alle verbinden Essen mit Genuß, Lebensfreude, Geselligkeit, Belohnung – Endorphine, Serotonin, unser limbisches System u.v.a. jubilieren. Die Vernunft und die resultierende Kleidergröße erinnern uns immer wieder, dass die Freude nur von kurzer Dauer ist. So individuell unsere BMIs sind, so unterschiedlich sind wir auch. Ich glaube, dass unsere Probleme nicht bei BMI-Werten liegen, sondern darin der nächsten Generation begreiflich zu machen wie wichtig es ist ein Gefühl für den eigenen Körper zu bekommen, Bewegung schmackhaft zu machen und das Verständnis zu wecken, dass unser Körper nicht immer das bekommen sollte, was er gerade will. Vielleicht hätte auch mir das als Kind mehr geholfen als der ständige Hinweis darauf, dass ich zu dick bin.

#30 |
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Diätassistent

Hallo Liebe Gäste.
Meinen Theorien verleihe ich keine Allgemeingültigkeit, die sollen nur dazu anregen auch mal über den eigenen Tellerrand zu blicken.

Wünsche allen ein entspanntes Wochenende.

#29 |
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Gast
Gast

Hallo Herr Wilhelm,

oftmals gehen aber auch nur dicke Menschen untereinander Beziehungen ein. Schließlich wollen sich selten die ach so attraktiven, schlanken Menschen an der Seite eines vermeintlich unattraktiven dicken Menschen sehen lassen.
Meine Familie widerlegt Ihre Theorie beispielhaft. Meine Kinder sind beide ausgesprochen zierlich, mein Mann ist ebenfalls schlank. Ich bin die einzige, die mit Übergewicht zu kämpfen hat. Mein Mann ist eher die Ausnahme damit, dass er über meinen Makel der überflüssigen Kilos sehr entspannt hinweg sehen kann…

#28 |
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Diätassistent

Hallo Herr Gast #26, sehr wohl ist mir bewusst, dass Elterngene an Kinder weitergegeben werden.
Aber nicht automatisch bei Heirat auf den jeweiligen Ehepartner;-)

#27 |
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Gast
Gast

@ Herr Wilhelm
Also meines Wissens nach ist es so dass Gene von den Eltern auf die Kinder vererbt werden und in sofern ist es nicht verwunderlich, dass (voraus gesetzt es gibt Gene für bessere Nahrungsverwertung) diese von den Eltern an die Kinder weitergereicht werden. Insofern ist es für mich nicht so schwer zu verstehen warum in einer Familie oft mehr als ein Mitglied übergewichtig ist.

Aber Irgendwie verstehe ich nicht warum die Diskussion hier so oft weg geht von den Inhalten. Der Artikel bemüht sich doch lediglich Probleme aufzuzeigen die übergewichtige Menschen haben und von diesen einen Therapieansatz abzuleiten. Ich finde es erstaunlich wie sehr man sich hier auf die Formalie fokussiert. Aber noch etwas ist mir aufgefallen, es schimmert immer wieder unter der Oberfläche hindurch:
Viele scheinen sich von dem Artikel angegriffen zu fühlen. Schließlich wirft er dem dünnen Teil der Bevölkerung vor am Übergewicht der anderen schuld zu sein. Nun das ist nicht nett, das ist nicht fair, man selber geht schließlich 3 bis 7 mal in der Woche zum Sport und isst nur gesund, als Hobby geht man noch arbeiten und das alles nur damit man nicht zunimmt. Aber die Leute die das nicht machen, die versteht man halt nicht. Richtig tut man nicht. Es spielt aber auch keine Rolle. Wir müssen es akzeptieren wie wir alle Patienten akzeptieren müssen die zu einem ganz großen tel an ihren Krankheiten auch eine Eigenverantwortung haben. Mehr sagt der Artikel doch gar nicht.
Bricht uns denn ein zacken aus der Krone wenn wir dem übergewichtigen Patienten in erster Linie als genau das sehen? Einen Patienten und kein fettes etwas, das einen Fettfleck auf unserer Untersuchungsliege hinterlassen könnte, den wir nie wieder rausbekommen.
Sagt der Artikel nicht ganz klar, dass das Problem viel zu oft auf die reine Willensstärke des Patienten und eine grundfalsche Ernährung bei zu wenig Sport geschoben wird und leugnet, dass es sich eben auch um eine Krankheit handelt (die man übrigens modifizieren kann) die Problematik nur fördert?
Die wenigstens von uns haben ein Problem mit einem Rennfahrer der bei seinem Extremsport verunglückt. Dem schenken wir Mitleid, Sympathie und Respekt. Ein Mensch der ebenso produktiv im Arbeitsleben steht, täglich Vollzeit arbeitet und sein bestes gibt ein produktives Mitglied der Gesellschaft zu sein, den reduzieren wir auf sein Gewicht, entziehen ihm unseren Respekt, schmälern seine Leistung auf ein danke (wenn überhaupt), aber abnehmen müssten Sie schon mal!
Bricht uns denn ein Zacken aus der Krone wenn wir einmal von der anderen Seite auf das Problem zugehen? Denn eines haben wir alle mit einem adipösen Menschen gemein: Wir wollen akzeptiert, respektiert und geliebt werden und nicht wie andere uns wollen, sondern wie wir sind.
Vielleicht würde man feststellen, dass den Druck und die Emotion aus der Diskussion zu nehmen denen hilft, die ein Problem haben weil sie jemanden finden der Ihnen gibt was sie schon lange nicht mehr erfahren und mit anderem (ungesunden) kompensiert haben: Unterstützung bei der Lösung ihrer Probleme.

#26 |
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Gast
Gast

Vielleicht bin ich ja die einzig Übergewichtige hier, die den Artikel gelesen hat. Die Kommentare spiegeln doch genau das wider, was mir tagtäglich in unserer Gesellschaft begegnet. Allen voran diese Selbstbewusste Dame, die stolz davon berichtet, dass sie selbst nach drei Schwangerschaften immer noch ihr Ausgangsgewicht gehalten hat. Glückwunsch! Sehr schön für sie! Ich habe es nur auf zwei Schwangerschaften gebracht, habe aber seither nach und nach zwanzig Kilo mehr zugelegt. Die Schuld meiner Kinder? Sicher nicht. Ich war bis Anfang 30 normal- bis leicht übergewichtig. Zumindest lt. BMI. Meine Mitmenschen sahen das etwas anders. Mit knapp 1,60 m Größe hat man gefälligst nicht mehr als 50 kg zu wiegen, sonst wird man als “fett” bezeichnet. Ich bin berufstätig, habe Haus und Garten, Familie und bin den ganzen Tag auf den Beinen. Über Bewegungsmangel kann ich mich nicht beschweren. Aber Frau Steinert spricht mir aus der Seele: Wenn der Stress überhand nimmt, dann gehe ich nicht joggen. Ich “belohne” mich mit etwas leckerem zu Essen. Ich schäme mich ebenfalls den Arzt für Routineuntersuchungen aufzusuchen, weil ich im Gesundheitswesen arbeite, und die Sprüche und Ratschläge die dort so großzügig verteilt werde, hasse.
Ich gehöre nicht zu denen, die behaupten sich nur von Äpfeln und Joghurt zu ernähren und trotzdem immer dicker zu werden. Aber ich gehöre zu jenen, die zu jedem Buchstaben im Alphabet eine Diät ausprobiert haben. Mal mehr mal weniger erfolgreich, aber immer wieder gescheitert sind. Warum? Weil ich etwa 20 bis 25 Kilo abnehmen müsste mich wieder einigermaßen wohl zu fühlen. Das passiert nur über eine konsequente Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und mehr sportliche Betätigung, wohl für den Rest meines Lebens. Oh ja, ich bin ein sehr disziplinierter Mensch, sehr ehrgeizig und sehr perfektionistisch – was aber meinen Körper anbelangt, bin ich schwach. Ich weiß nicht warum das so ist. Und es macht mich fertig. Tagein, tagaus, wenn ich vor dem Spiegel stehe, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin. Ich hasse meinen Körper und ich hasse diese Schwäche, so sehr, dass ich nur noch mehr esse, weil doch eh alles egal ist! Sie meinen das ist krank? Ja genau, das ist es. Ich habe das Gefühl krank zu sein. Aber anstatt Hilfe zu bekommen, wird man noch verhöhnt und mit ignoranten Sprüchen selbstgefälliger schlanker Menschen konfrontiert! Eine tolle Hilfe!
Was mir wirklich geholfen hat, Frau Steinert, ist ihr Artikel. Ich sehe, dass ich zwar krank, aber kein einmaliger Sonderling bin. Danke dafür!

#25 |
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S. Weiss
S. Weiss

Sehr geehrte Frau Wehrstedt,

wenn ich Ihren Kommentar lese, dann komme ich zu der Annahme, das es gerade Menschen wie Sie sind, die mit dem Finger auf die Übergwichtigen zeigen.

Zitat: “Ganz ehrlich – wenn ich meinen Alltag mit dem vieler Übergewichtiger vergleiche (also mit Leuten aus dem direkten Umfeld), dann gibt es einige sehr in’s Auge springende Aspekte, warum ich auch nach drei Kindern kein Gramm mehr wiege als zuvor und andere eben nicht (Schwangerschaften dürfen ja auch gerne mal als Erklärung für diverse Pfunde herhalten). Die würden meinen Alltag keine zwei Wochen durchhalten. Aber so was darf man schon quasi nicht mehr sagen, da diskriminierend.”

Da haben Sie völlig recht, diese Aussage IST diskriminierend, denn Sie dient in erster Linie dazu, das SIE sich vor alle Übergewichtigen hinstellen und zu sagen scheinen “ätsch, bätsch, ich bin schlank und Ihr nicht!” Nach dem Motto: Schafft Euch einfach 3 Kinder an, betet darum, trotz Schwangeschaften schlank zu bleiben und setzt Euch wegen der 3 Kinder einfach so unter Stress, das Ihr nur noch arbeitet und keine Zeit mehr zum essen habt!

Ist vielleicht ein Plan, der bei Ihnen funktioniert, aber er funktioniert halt nicht für Jedermann, da wir alle INDIVIDUEN sind. Die allgemein gültigen “Regeln” aus medizinischer Sicht mögen ihre Berechtigung haben, aber ich sehe es genau so, wie Herr Nickel, der als Heilpraktiker eben ganzheitlich denkt.

Im Grunde muss für jeden übergewichtigen Menschen individuell die Ursache für dessen Übergewicht herausgefunden und behandelt werden. Ursachen dafür gibt es unendlich viele und es wird bei jedem eine ANDERE sein! Genau DAS macht die Heilung von Adipositas (und unzähligen anderen Krankheiten) ja so schwierig!

Mit dem Finger auf andere zeigen, ist einfach, aber einem Menschen wirklich über die Heilung der Ursache zu helfen, ist eine KUNST! Und von DIESER Kunst ist die Medizin noch ungefähr so weit entfernt, wie ich von der Sonne.

#24 |
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Diätassistent

I.d.R. Entscheidet derjenige der die Familie mit Nahrung versorgt darüber wie die Familie sich entwickelt (derjenige müsste aufgeklärt werden), selten ist innerhalb einer Familie nur einer übergewichtig und wenn alle Familienmitglieder übergewichtig sind können die Gene nicht ausschlaggebend sein.

#23 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

Noch etwas: Bei etwas gesellschaftlich so hoch bewertetem wie Gewicht wäre es auch interessant, wie die Forscher selbst betroffen sind und inwiefern Bias aus eigener Präferenz bezüglich der Resultate WIRKLICH vermieden werden. Solche Unsauberheiten in der Methodik stellen sich ja gerne und oft heraus. Ich weiß auch nicht, inwiefern es die Bevölkerungssalutogenese stärken soll, wenn der Tenor werden soll, egal wie viel man wiegt, alles prima, Hauptsache, alle finden es toll.

#22 |
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Christine Wehrstedt
Christine Wehrstedt

Wenn alles so genetisch ist, dann fragt man sich, warum das alles mit gewissen Lifestyleänderungen einhergeht. Ganz ehrlich – wenn ich meinen Alltag mit dem vieler Übergewichtiger vergleiche (also mit Leuten aus dem direkten Umfeld), dann gibt es einige sehr in’s Auge springende Aspekte, warum ich auch nach drei Kindern kein Gramm mehr wiege als zuvor und andere eben nicht (Schwangerschaften dürfen ja auch gerne mal als Erklärung für diverse Pfunde herhalten). Die würden meinen Alltag keine zwei Wochen durchhalten. Aber so was darf man schon quasi nicht mehr sagen, da diskriminierend. Oder wenn man sieht, dass einige meiner Bekannten an einem Tag so viel essen wie ich in einer Woche, aber auch bei denen alles “in der Familie liegt”… na logo. Solche “Erkenntnisse” wie oben wirken doch bei dem Klientel nur dahingehend, dass dieses “liegt alles in der Familie” Argument weiter gepflegt wird, also keine Änderungen erforderlich, alles dandy. Die Frage ist eher, ob auch sauber der Confounder “Weitergabe von Lifestyle” rausgerechnet wurde, um alles auf die Genetik runterzubrechen. Der ist nämlich sicher nicht unerheblich. Die Frage ist, wie ehrlich Lifestylefragen beantwortet werden, wenn man sich auf Proandenantworten verlässt. Bias ist da üblicherweise hoch. Sagt doch fast jeder Übergewichtige, dass er wenig isst und viel Sport treibt. Wenn ich da aber mal ein klein wenig nachhake und coache, gehen Baustellen auf wie Krater…

#21 |
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Chirurg
Chirurg

Dr. Martin Wolkerstorfer , ich denke an “Optifast”, das Nestle übernommen hat, das meines Wissens ursprünglich aus Gießen von den Psychologen entwickelt wurde,
die Kassen haben wegen fehlendem Langzeiteffekt die Bezahlung eingestellt (“Jojo-Effekt). Es wird aber immer noch verkauft.

#20 |
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Herr namenloser Chirurg:

“Insbesondere Psychologen, die immer alles besser wissen, haben hier viel Unheil angerichtet mit ihren Pulvern und Radikalkuren (Uni Gießen!). Die werden heute noch verkauft und angepriesen.”

Kein Psychologe verkauft Pulver! Das tun Ärzte und Apotheker.

Bitte informieren sie sich, bevor Sie Ihre Vorurteile ausbreiten.

#19 |
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Chirurg
Chirurg

Der zweite Punkt ist die rationale “Diätberatung”, denn dieses Wissen ist NICHT angeboren. Hier muss man wirklich etwas von Stoffwechsel und Nahrungsbedarf verstehen
und ich denke, das kann (ab BMI 35) nur ein Arzt!
Ihr könnt ruhig meckern,
die viele Alternativen zeigen ja nur dass das nicht klappt mit den vielen Alternativen. Insbesondere Psychologen, die immer alles besser wissen, haben hier viel Unheil angerichtet mit ihren Pulvern und Radikalkuren (Uni Gießen!). Die werden heute noch verkauft und angepriesen.

#18 |
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Chirurg
Chirurg

@Ursula Oebel und @ Barbara Schlomann-Schmitter, es geht ja nicht um ein paar Kilo,
aber ebenso, wie man sich auf länger Betten eingestellt hat muss man auch beim Übergewicht aufrüsten. In USA muss nach meinem Wissen auch der doppelte Flugpreis bezahlt werden, wenn zwei Plätze für einen Mensch benötigt werden, was gibt es da bitte zu meckern? Auch ein Kleinkind AB ZWEI JAHREN muss einen (ermäßigten) Flugpreis bezahlen. Ein Op-Tisch war früher auf 140 bis max. 180 kg ausgerichtet, das reicht heute nicht mehr und das ist teuer, aber mit Geld geht das und Krankenhäuser sind für Kranke da, die wollen das auch!!!
Ich habe selbst sehr früh und erfolgreich mit Übergewichtschirurgie begonnen,
wer hier in Deutschland heute noch enorm bremst mit dummen Vorurteilen sind die Kostenträger! Denn sie sparen hier keine Kosten.
In USA ist das inzwischen die ZWEITHÄUFIGSTE OPERATION nach dem Leistenbruch.

#17 |
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Weitere medizinische Berufe

Erstaunlich was man alles an dem Artikel aussetzen kann ohne sich tatsächlich mit dem Inhalt beschäftigen zu müssen. Korrekte Definition des BMI ab wann man dick ist, Schriftlicher Ausdruck und angebliche Missverständlichkeit von Ausdrücken….
Das deckt sich mit meiner Erfahrung im Umgang mit Medizinern und Übergewichtigen Patienten.
Hilfe, Verständnis und Unterstützung sind selten.
Es stimmt schon was in dem Artikel steht, Arztpraxen aber auch Krankenhäuser sind nicht auf übergewichtige Patienten eingerichtet. Nicht selten wird dann der übergewichtige Patient kritisiert weil er nicht auf die eh schon schmale Liege passt, der Blutdruck mangels fehlender großer Manschette nicht korrekt gemessen werden kann. Das ist äusserst erniedrigend für Patienten.
Und es stimmt auch, dass dieses Desinteresse, das so dem übergewichtigen Patienten entgegengebracht wird den Leidensdruck des Dickseine nur erhöht.
Aber diskutieren wir ruhig weiter am Thema vorbei, es soll sich sicher nichts ändern!

#16 |
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Emin Arpaci
Emin Arpaci
#15 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Ich wünsche mir, dass sich Ärzte – insbesdondere Hausärzte – fortbilden, um diesen Patienten mit Wissen helfen zu können und sich nicht vor die von mir geschickten übergewichtigen Patienten hinzusetzen, die Schulltern zucken und deren Fragen mit “weniger essen und Sport treiben” zu beantworten.

#14 |
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Arzt
Arzt

Hallo, verehrte Frau@Claudia Steinert, eine kausale Verknüpfung von BMI und Krankheitsrisiko ist halt bei Erwachsenen! eigentlich erst über BMI 30 gerechtfertigt. Dass man ausgerechnet den BMI nimmt, ist eher eine Frage der Bequemlichkeit, weil Größe und Gewicht leicht und in riesigen Zahlen zugänglich ist und man damit seine statistischen Spielchen machen kann. Länge zu maximalem Bauchumfang korreliert z.B. wesentlich enger, aber wer misst den Bauchumfang. Die Klitschkobrüder (Boxer) würden hier exzellent abschneiden, beim BMI liegen sie mit knapp unter 30 dagegen sehr schlecht, was schlicht falsch ist.
Hier sieht man auch den völlig unberücksichtigten Geschlechtsunterschied.
Der BMI lässt einen schnell wachsenden muskelschwachen jungen Mann mit BMI unter 25 “gut aussehen”, legt er sich dann etwas mehr Muskulatur zu (“in die Breite wachsen”), wird er eher gesünder auch bei BMI über 25.
Am krassesten ist die Diskrepanz in höherem Alter, in dem BMI unter 25 auf einen frühen Tod hinweist.
Das kann man alles stoffwechselmäßig erklären,
nur nicht mit dem BMI.

Es geht also schon darum, dass man aufhört, gerade die niedrigen BMI´s bei Erwachsenen schon in die Allarmmeldungen stecken.
Wenn ich die “Sammelarbeit” richtig verstanden habe, stehen aber Kinder und Jugendliche im Vordergrund und das scheint mir wirklich berechtigt.

#13 |
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Arzt
Arzt

@Catilina abgesehen davon, dass man nicht alle über einen Kamm scheren kann:
Diät weder “andauernd” noch verzweifelt.
Aber IMMER abgebrochen, lange bevor das erstrebte Ziel erreicht wurde,
Das Ziel kann nur eine dauerhafte “Normalernährung” sein.
Sonst bin ich völlig Ihrer Meinung.

#12 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Hallo lieber Gast, es sollte man etwas ganz genau definieren: Epidemie muss keine Infektion bzw. infektiöse Krankheit sein. Ist ein Begriff aus der Epidemiologie und bedeutet eine örtliche und zeitliche Häufung einer Erkrankung. (Adipositas, Karies,…)

#11 |
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Heilpraktiker

Interessant, das man jetzt endlich auch herausgefunden hat das Stress und Stigmatisierung Übergewicht auslösen. Ich frag mich immer was wir nur tun würden wenn wir nicht so brilliante Forscher hätten die die Benutzung des gesunden Menschenverstandes überflüssig machen. Wenn ich das vor Jahren bereits gesagt habe hieß es immer nur, treib mehr Sport udn Ess weniger, und in der Tat begegnen mir im medizinischen Fachkreis immer noch ewig gestrige, die versuchen mit Kalorienzählen und Sport das Gewicht zu reduzieren, ohne die Ursachen anzugehen. Traurig.. aber wie die Studie ja belegt wirkt diese Strategie scheinbar in keinem Land. Wir müssen endlich begreifen, das die Ursachen wo anders liegen. z.B. in Umweltgiften und daraus resultierenden Hormonstörungen. Statdessen werden wir bald auch noch genetisch veränderte Nahrungsmittel in uns reinschaufeln.. mal sehen vielleicht machen die ja dann dünner.

#10 |
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Gast
Gast

Ganz schlechter Journalismus! “kein einziges Land wird wieder dünner”: sehr unpräzise Ausdrucksweise für eine Journalistin. Seit wann können Länder dünner werden?!?
Und noch ein Tipp: Von einer “Epidemie” spricht man, wenn die Krankheit infektiös ist. Das ist bei Adipositas nicht wirklich der Fall, oder?

#9 |
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Heilpraktikerin

Vielen Dank für den Hinweis auf die App, was ich bisher gesehen habe gefällt mir sehr gut. Food for thought, geht nicht auf die Hüften. ;)

#8 |
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Journalistin

Sehr geehrter Herr Bernard, die Autorin “behauptet” das nicht, die Autorin zitiert eine Studie. Dort können Sie die Originaldaten nachlesen, der Link ist im Text.
Ich bin mir dessen bewusst, dass der Einfluss von Übergewicht auf die Gesundheit intensiv debattiert wird und es auch Studienergebnisse gibt, die ein leichtes Übergewicht als positiv und wünschenswert ansehen. Die Diskussion ist sicherlich noch nicht zu Ende.

Was generell die Aussage “des BMI>23 korreliert mit bestimmten Krankheiten” betrifft: Die Lancet-Studie hat verschiedene Studienergebnisse zusammen analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass eben nicht erst ab einem BMI>25 sondern bereits bei einem BMI>23 das Risiko auf die oben genannten Krankheiten steigt. Dass der BMI nicht die optimale, aber zurzeit die gängiste, Methode für die Beurteilung der Körpermasse ist, steht außer Frage. Danke für die rege Diskussion.

#7 |
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Dorit Bass
Dorit Bass

Na ja. Zumindest das mit dem Frustessen kann ich mehr als bestätigen. Während sich bei manch anderen der Magen verschließt, esse ich bei Stress leider mehr als weniger! Und Stress gibt es genug, wenn man zwei Kinder mit erheblichen
gesundheitlichen Einschränkungen hat.

#6 |
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Dipl.-Chem. Josef Bernard
Dipl.-Chem. Josef Bernard

Die Autorin behauptet: “Bereits ab einem BMI von 23, also noch im hohen Normalgewicht, zeigen sich laut der Studie vermehrt Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Arthritis und chronische Lebererkrankungen.”
Das ist falsch! Alles Pseudo-Medizin. Der Artikel ist sogar unter den Niveau von Geschwafel für die kostenlose Apotheken-Postille.

#5 |
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Jacky
Jacky

BMI allein ist nicht ausschlaggebend.. Hinzugezogen sollten eher Faktoren wie groß der Anteil der zugehörigen Fettmasse ist.. Und wie sich diese im Körper verteilt.. Waist-to-Hip-Ratio etc.

#4 |
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Catilina
Catilina

Zwei Anmerkungen: Am dicksten werden Menschen, die durch andauernde und verzweifelte Diät – Versuche ihren Stoffwechsel runterfahren – was durchaus dem Teenagermädel, das als “fett” bezeichnet wurde, passieren kann.
2. BMI 23 ist schon zu viel? Das beißt sich mit der anderen Studie, bei der BMI 27, also moderates Übergewicht, ältere Menschen am längsten leben lässt. BMi 23 entspricht mal gerade 66 kg bei 1,70 Körpergröße. Wer das als “hohes Normalgewicht” gerade bei älteren Menschen bezeichnet und Ausgangslage für verschiedene Erkrankungen , ist aus meiner Sicht heraus im Irrtum. Der BMI ist nicht in Ordnung, weil er Alter, Geschlecht und Muskelmasse völlig außen vor lässt.

#3 |
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Dr. Sabine Dettling
Dr. Sabine Dettling

Ein BMI von 23+ ist dann ein Risiko, wenn ein Mensch an “Muskelmangel” leidet und viel zu viel Fettgewebe hat. Muskeln wiegen viel mehr als Fett. Deshalb ist der BMI auch nicht sehr aussagekräftig. Und deshalb haben Sportler wie die Klitschkos einen hohen BMI, ohne “ungesund fett” zu sein.
Gut wäre außerdem, mal drüber zu berichten, dass inzwischen Dicksein normal ist und der Normalgewichtige nicht selten in die Schublade “essgestört” gesteckt wird. Als Ausdauer-Leistungssportlerin mit einem BMI von 18,5 kann ich davon ein Lied singen. Erst, wenn man mich essen sieht, ist Ruhe. Das ist eine wirklich traurige Entwicklung!

#2 |
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Gast
Gast

Zunächst sollte man nicht Kinder mit Erwachsene verwechseln.
Ein BMI von 23 bei einem Erwachsenen ist KEIN RISIKO!!!
Die Klitschko-Brüder haben ein BMI von 29 oder mehr in den Trainingspausen.

Und es sind wieder mal “die andern schuld”???

#1 |
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