Fortgeschrittener Lungenkrebs: Mutation im Fokus

28. Mai 2014
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Forscher fanden nun heraus, dass Patienten mit fortgeschrittenen Lungentumoren und einer speziellen Mutation im KRAS-Gen besser auf eine Platin-basierte Chemotherapie ansprechen als solche mit anderen KRAS-Mutationen.

Bei bis zu 30% der Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs finden sich aktivierende Mutationen im sogenannten KRAS-Gen. „Um die genaue Bedeutung der verschiedenen KRAS-Mutationen für die Prognose bei fortgeschrittenem Lungenkrebs zu evaluieren, haben wir eine der weltweit größten Serien an PatientInnen mit Lungentumoren und dieser Mutation untersucht“, erklären Balazs Döme und Balazs Hegedus, Letztautoren der Studie und Leiter des Labors für Translationale Thorakale Onkologie an der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der MedUni Wien.

Die Forscher fanden dabei heraus, dass die verschiedenen KRAS-Mutationen an sich keinen Einfluss auf die individuelle Prognose hatten. Jedoch konnte gezeigt werden, dass eine spezifische KRAS-Mutation im Codon 12 häufiger bei Nie-Rauchern auftritt und diese Gruppe von Patienten besser auf eine Platin-basierte Chemotherapie anspricht sowie einen besseren Krankheitsverlauf zeigt. Dazu Döme: „Wir schließen daraus, dass eine Analyse des KRAS-Mutations-Subtyps prognostisch günstige Patientengruppen identifizieren und so zukünftige Therapieentscheidungen beeinflussen kann.“

Zielgerichtete Behandlung derzeit nur bei wenigen Patienten möglich

Von Bedeutung sind die Studienergebnisse, weil derzeit nur bei wenigen der Patienten mit fortgeschrittenem Lungentumor eine zielgerichtete Therapie möglich ist. Es handelt sich bei diesen Fällen vor allem um Mutationen des Epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (Epidermal Growth Factor Receptor; EGFR). Patienten mit dieser Mutation können heutzutage mit neuen zielgerichteten Medikamenten behandelt werden, die verglichen mit einer Standard-Chemotherapie ein besseres Ansprechen zeigen. Die mehr als dreimal häufigeren KRAS-Mutationen treten allerdings so gut wie nie zusammen mit EGFR-Mutationen auf. Da diese Patienten somit nicht für eine zielgerichtete Therapie gegen den EGF-Rezeptor in Frage kommen, wird diese Gruppe zumeist mit einer konventionellen, meist Platin-basierten Chemotherapie – oft in Kombination mit einer Strahlentherapie – behandelt.

Originalpublikation:

Subtype-specific KRAS mutations in advanced lung adenocarcinoma: A retrospective study of patients treated with platinum-based chemotherapy
Mihaly Cserepes et al.; European Journal of Cancer, doi: 10.1016/j.ejca.2014.04.001; 2014

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Chirurgie, Medizin, Onkologie

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