Musikerdystonie: Bewegungsmuster kopiert

16. Mai 2014
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Die Musikerdystonie ist eine Erkrankung die zum Verlust der feinmotorischen Kontrolle beim Musizieren führt und häufig die Berufsunfähigkeit bedingt. Forscher haben nun eine neue eine neue Behandlungsmethode mithilfe von Hirnstimulation entwickelt.

Dr. Shinichi Furuya und Prof. Dr. Eckart Altenmüller an der Hochschule für Musik, Theater und Medien haben gemeinsam mit den Neurophysiologen Prof. Dr. Walter Paulus und Prof. Dr. Michael Nitsche von der Universität Göttingen die neue Behandlungsmethode für Dystonie entwickelt.

Motorische Steuerzentren für gesunde Hand aktiviert

Das tückische Leiden der Musikerdystonie erzeugt unwillkürliche Verkrampfungen der Hand und betrifft etwa ein bis zwei Prozent der Berufsmusiker. Oft sind gerade besonders erfolgreiche Musiker davon betroffen. Beispiele sind die Pianisten Leon Fleisher, Gary Graffman und Michel Beroff. Die Ursache der Erkrankung liegt in einer Störung der motorischen Steuerprogramme in der Großhirnrinde. Bisherige Behandlungen umfassten regelmäßige Injektionen in die krampfenden Muskeln mit Botulinumtoxin oder ein sehr zeitaufwändiges Trainingsprogramm, das sich nicht selten über Jahre hinzog.

Die neue Methode aus Hannover und Göttingen hemmt mit leichten Strömen die für die kranke Hand zuständige motorische Hirnrinde, um die Signale des Krampfes zu dämpfen. Auf der anderen Hirnhälfte werden die motorischen Steuerzentren für die gesunde Hand aktiviert. Dadurch wird das gesunde Steuersignal über den Balken, die Verbindung zwischen beiden Hirnhälften, auf die erkrankte Seite übertragen. Während der Hirnstimulation führen die betroffenen Pianisten nun spiegelbildliche Fingerübungen mit beiden Händen am Klavier für etwa 20 Minuten durch. Dadurch kommt es zur Kopie des gesunden Bewegungsmusters auf die kranke Hirnhälfte.

 Verbesserte Fingerkontrolle bei Pianisten

Die Ergebnisse der Methode sind überzeugend: Schon nach der ersten Stimulation verbesserte sich Fingerkontrolle dramatisch und der Heileffekt blieb über vier Tage bestehen. Eckart Altenmüller: „Es handelt sich also um eine aussichtsreiche Behandlung der Musikerdystonie bei Pianisten.“ Das Team wird diese Behandlungsmetode nun auf andere Instrumentalisten mit Hand-Dystonien übertragen und Langzeitstudien mit wiederholten Stimulationen anbieten.

Originalpublikation:

Surmounting retraining limits in Musicians’ dystonia by transcranial stimulation
Shinichi Furuya et al.; Annals of Neurology, doi: 10.1002/ana.24151, 2014

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1 Kommentar:

Interessanter Artikel, aber sehr tragisch. Ich erlebe gerade diese Störung bei einer “Vollblutorganistin” (40 J.). Vielleicht ist die Hirnstimulationsmöglichkeit ein Lichtblick

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