Antibiotikaresistenz: The day after

21. Mai 2014
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Der aktuelle WHO-Bericht zeigt: In vielen Teilen der Erde nimmt die Anzahl antibiotikaresistenter Bakterien ein alarmierendes Ausmaß an. Während Forscher an neuen Wirkstoffen arbeiten, die Resistenzen von vornherein ausschließen sollen, schlägt die WHO Sofortmaßnahmen vor.

Die schnelle Entwicklung von Antibiotika, die vor etwa 60 Jahren begann, zählt ohne Zweifel zu den wichtigsten Errungenschaften in der Medizingeschichte. Doch weil immer wieder neue pathogene Bakterien auftreten und pathogene Bakterien immer wieder Resistenzen gegen antibiotische Medikamente ausbilden, ist der Kampf gegen bakterielle Krankheitserreger noch lange nicht ausgestanden. Denn die Pipelines der Pharmafirmen spucken immer weniger antibiotische Wirkstoffe aus, um dem Problem Herr zu werden.

Erstmals Bericht zur Verbreitung von Antibiotikaresistenzen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun erstmals in einem Bericht Daten zur weltweiten Verbreitung von Antibiotikaresistenzen zusammengetragen. Bei der Vorstellung des Berichts in Genf warnte Keiji Fukuda, Generaldirektor für Gesundheitssicherheit bei der WHO, vor den Folgen dieser Entwicklung: „Wenn wir jetzt nicht rasch und zielgerichtet handeln, bewegt sich die Welt in eine postantibiotische Ära, in der gewöhnliche Infektionen und kleine Verletzungen, die für Jahrzehnte behandelbar waren, wieder tödlich sein können.“

Auch Deutschland betroffen

Auch das Robert Koch-Institut warnt auf seiner Internetseite: „Es gibt zahlreiche Hinweise, dass auch in Deutschland die Problematik der Antibiotikaresistenz zunimmt. Während in den letzten Jahren vor allem gram-positive Infektionserreger wie Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Glykopeptid-resistente Enterokokken (VRE) im Vordergrund des Interesses standen, rückt jetzt auch das zunehmende Auftreten von gram-negativen Infektionserregern, die neben anderen Antibiotikagruppen auch gegen alle ß-Laktamantibiotika resistent sind, in den Fokus.“

Neue Hoffnungsträger aus südafrikanischem Bakterium

Platensimycin und Platencin sind erst kürzlich entdeckte, antimikrobielle Substanzen, die aus einem südafrikanischen Bodenbakterium isoliert wurden. Streptomyces platensis schützt sich vor anderen Bakterien, indem es diese antimikrobiellen Substanzen absondert. Ihre Wirkung beruht auf der Unterbrechung der lebenswichtigen Fettsäuresynthese der anderen Bakterien. Denn ohne Fettsäuren können Bakterien keine Zellwand aufbauen und sind weder vermehrungs- noch lebensfähig. Obwohl die beiden Verbindungen sich chemisch ähnlich sind, gibt es einen kleinen Unterschied in ihrer Wirkweise: Während Platensimycin nur ein Enzym (FabB/F) in der Fettsäuresythese hemmt, blockiert Platencin zwei (FabF und FabH) davon.

Resistenzbildungen von Anfang an unterdrücken

Beide Verbindungen sind Hoffnungsträger im Kampf gegen resistente pathogene Bakterien, denn beide Substanzen zeigten die Aktivität eines Breitbandantibioktikums, führten nicht zu Cross-Resistenzen klinisch relevanter Pathogene und waren auch in vivo ohne schwerwiegende Nebenwirkungen aktiv (Wang et al., 2006, Wang et al., 2007). Im Tierversuch hatte sich Platensimycin außerdem als wirksam gegen multiresistente Gram-positive Keime wie MRSA erwiesen, für die bisher Vancomycin das letzte Reserveantibiotikum ist. Wissenschaftler des Scripps Research Institute (TSRI) in Florida, USA, arbeiten nun daran, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Bei der Entwicklung der beiden Verbindungen zu wirksamen Antibiotika wollen sie mögliche Resistenzbildungen von vornherein ausschließen.

Resistenzmechanismus aufgeklärt

Augenscheinlich ist Streptomyces platensis resistent gegen sein selbst produziertes Antibiotikum. Wie ihm das gelingt, haben die Wissenschaftler nun untersucht. „Es ist wichtig, den genauen Mechanismus zu kennen, mit dem sich das Bakterium vor Platensimycin und Platencin schützt, weil es diese Resistenz auf andere Bakterien übertragen könnte“, so Tingting Huang, Erstautor der Studie, die im Fachmagazin Cell veröffentlicht wurde. Mithilfe genetischer und bioinformatischer Methoden konnten die Forscher zwei komplementäre Mechanismen entdecken, die für die Resistenz gegen Platensimycin und Platencin verantwortlich zu sein scheinen. Zwei Gene in Streptomyces platensis sorgen offenbar dafür, dass seine Fettsäuresynthese radikal vereinfacht wird und ihm so Platensimycin und Platencin nichts anhaben können. In der Fettsäurebiosynthese werden zwei wichtige Enzyme (FabH und FabF) durch ein einfaches Enzym praktisch ersetzt – ein Trick, den sich auch andere Bakterien zunutze machen könnten. Doch genau das wollen die Wissenschaftler verhindern. Studienleiter Ben Shen: „Weil wir nun den Resistenzmechanismus kennen, können wir diesen bei der Entwicklung der neuen antimikrobiellen Wirkstoffe gleich mitberücksichtigen.“ Dazu ist allerdings noch jede Menge zeitintensive Forschungsarbeit nötig.

Sofortmaßnahmen der WHO

Doch betrachtet man die Daten der WHO zur aktuellen Verbreitung antibiotikaresistenter Bakterien, fehlt schlichtweg die Zeit, um sich allein auf solche Forschungsvorhaben zu verlassen. Um Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken, schlägt die WHO folgende Sofortmaßnahmen vor:

  • Vor der Verschreibung eines Antibiotikums sollte jeder behandelnde Arzt genau prüfen, ob es wirklich notwendig ist. Wenn möglich sollte nach einer Laboruntersuchung ein gezielter Wirkstoff einem Breitbandantibiotikum vorgezogen werden.
  • Weltweit sollten die Anstrengungen erhöht werden, Infektionen zu verhindern, anstatt sie zu behandeln. Neben einer verbesserten Klinikhygiene gehöre dazu auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Auch Impfungen könnten zum Infektionsschutz beitragen.
  • Neue Wirkstoffklassen sollten dringend entwickelt werden. Dies sei in den letzten 30 Jahren nicht der Fall gewesen.
  • Auch der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast sollte kritisch überprüft werden (seit 1. April müssen Landwirte Menge und Art der verwendeten Antibiotika in eine Datenbank eintragen).

Ob die von der WHO befürchtete „Post-Antibiotika-Ära“ noch aufzuhalten ist, bleibt abzuwarten.

142 Wertungen (4.77 ø)

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36 Kommentare:

Gast
Gast

Die clostridium dificile (toxisch!) – Zunahme steht in Zusammenhang mit vermehrter Einnahme von Säureblockern.

#36 |
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Ärztin

Ich habe in der Klinik zwar schon etliche Clostridien-Enteritiden nach Cephalosporin-Therapie gesehen, aber ein Botulismus war nicht dabei. Verschiedene Clostridien Stämme (nicht C. botulini) sind normale Bewohner der Mundflora unserer liebsten Haustiere. Wo soll die Prophylaxe da beginnen?
Alle mir persönlich bekannten Clostridien-Enteritiden befielen Patienten mit angeschlagenem Immunsystem nach spezifischer Antibiotikatherapie. Die meisten dieser Patienten hatten darüber hinaus langwierige entzündungsbedingte, nahrungsabhängige Schrankenstörungen der Darmmukosa und dicke Krankenakten. Der Fleischkonsum war NIE das Problem sondern Getreide und verschiedene Zuckerintoleranzen- also Intoleranzen bezüglich pflanzlicher Nahrungsbestandteile / Getreide und Milch!
Botulismus in Tierställen ist eher ein Problem der Tierhalter als der Konsumenten von Fleisch.

#35 |
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Diätassistent

Das nächst Problem ist doch schon in die Ställe der Massentierhaltung eingezogen: Botulismus!
Bis sich was ändert, wird der Billigfleischwahn noch viele Leben kosten.

#34 |
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Ärztin

Wir dürfen bei dieser Diskussion auch nicht vergessen, dass multiresistente Keime durchaus nicht in Deutschland entstehen sondern in einer globalen Welt mit Einwanderung aus Ländern mit niedrigerem Sozial- und Hygienestandart auch eingeschleppt werden (z.B TBC).
Auch der EHEC stammte von Sprossen deren Saat in Ägypten eingekauft wurde. In beiden Fällen, – und es gibt zahlreiche weitere Beispiele, wurde der Keim weder in der deutschen Landwirtschaft noch im deutschen Gesundheitssystem generiert.
Gerade zur Therapie muliresistenter Keime von denen Organismen häufig über einen längeren Zeitraum besiedelt sind wären Bakteriophagen ein Lösungsansatz. Leider besteht in Deutschland dafür kein übergeordnetes Interesse (Gesundheitspolitik, Pharmaindustrie, individuelle Therapie, aufwändig, teuer und ohne große Profitmöglichkeit). Sinnvoll wäre es auch, die Patienten zu behandelt bevor sie Krankenhäuser kontaminieren können. Ein höherer Pflegeschlüssel in Altersheimen und verstärkte Hygiene in diesem Umfeld könnte viele Infektionen in Krankenhäusern verhindern. -Ein sozialpolitisches Problem also, welches sich zum Gesundheitsproblem auswächst.
Man kann sich über die Subventionspolitik bzgl. der Landwirtschaft lange streiten. Fakt ist, dass unsere Bauern trotz Subventionen nicht reich werden. Gerade in großen Mastbetrieben liegt der Bruttogewinn pro Tier bei unter 10 €. Die Konkurrenz aus dem Osten zwingt deutsche Bauern in ein “Hamsterrad”- dort sind die Produktionskosten einfach geringer.
Dieses Problem ist nur politisch lösbar. Fleisch müsste vor der Freigabe zum Verkauf konsequent auf Antibiotikarückstände untersucht werden, die Grenze müsste bei 0,0 liegen.
Fleisch aus reiner Weidehaltung könnte subventioniert werden,-Mindestqualitätsansprüche für importiertes Fleisch entsprechend angepasst werden.
Schlimmer noch als Antibiotikarückstände in Fleisch sind diese in Trinkwasser zu bewerten. Insgesamt stellen Medikamentenrückstände und deren Metabolite in Trinkwasser zunehmend ein Problem dar. Sie lassen sich nicht so ohne Weiteres in Kläranlagen klären.
Man kann sehen: um das Problem zu lösen muss man weit vom Thema abschweifen und viele weitere Aspekte mit ins Boot nehmen.
Die Diskussion ob nun Humanmediziner oder Veterinärmediziner multiresistente Keime zu verantworten haben ist völlig kontraproduktiv.

#33 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Damit ich nicht falsch verstanden werde:
Ohne Zweifel ist die Aufforderung Antibiotika nur “indiziert” anzuwenden völlig in Ordnung und ich kenne ehrlich gesagt kaum einen Kollegen, der “jede banale Virusgrippe” antibiotisch behandelt. Patienten gehen damit auch keineswegs immer zum Dr., es sei denn für die au.-Schreibung. Er empfielt hierfür eher eine Impfung (prophylaktisch natürlich). Der Dr. weis aber auch wann aus einer “banalen Virusgrippe” eine superinfizierte bakterielle Infektion geworden ist, grob gesagt, wenn aus einem “serösen” Schnupfen oder Husten ein eitriger geworden ist. Prädestiniert sind hier Patienten mit chron. Nebenhöhlen- oder Tonsillenentzündungen, hier kommt man nicht so einfach an die schuldigen Keime heran, das weiß jeder, der das mal versucht hat, weil das sowieso alles von Keimen nur so wimmelt.
Ich habe als Arzt sowohl in einem Uni-Isolierhaus wie in einer Dialyseabteilung gearbeitet und bin mit Hepatitis-B infiziert worden als Berufskrankheit (keine Rente, da ohne Folgen:-)). Ich kenne auch Wundstarrkrampf und Gasbranderkrankung persönlich, nicht nur aus dem Lehrbuch.
Und in der Dialyse hab ich gelernt, dass die häufigste Ursache für definitives Nierenversagen die (aszendierende) Pyelonephritis ist und von Nephrologen gelernt, dass hier die Therapie bis zur Keimfreiheit der Blase durch suprapubische Punktionsurinuntersuchung fortgeführt wird was richtig ist und natürlich wesentlich ökonomischer als eine Dialysetherapie. Im übrigen werden hier in der Regel KEINE Breitspektrumatibiotika gegeben, ebenso wie von HNO-Ärzten, wie ich hoffe. Auch die modernen Geburtshelfer behandeln inzwischen nicht ohne Grund (Embryo) bereits den klinisch unauffälligen Keimbefund im Urin, zu lange vernachlässigt.
Man darf also nicht das Kind mit dem Bade ausschütten, zumal wir international sehr günstig (niedrig) liegen.
Es ist hier eher die übliche Suche nach einem Sündenbock, wenn ein Problem auftritt und dieser Sündenbock zur Bildung von “Resistenzen” ist zweifellos der vergleichsweise gigantisch Masseneinsatz im nicht-humanen Bereich.
Hier ist ein Umdenken überfällig!
Genauer, ein aktives Handeln!

#32 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Hallo, Herr Kollege@Bollig, ich kann Ihre Frage nach Studien nicht beantworten, für mich sehr unbefriedigend, es ist auch nicht mein Beruf (Forschung), ebenso wie das Verschwinden der aktuellen Analyse von diesem Monat von rel. stark kontaminiertem Frischfleisch und Speck in deutschen Supermärkten mit antibiota-resistenten Keimen im Internet. Hierüber hätte ich gerne mehr Detailinfos! Bedenklich finde ich auch die fehlenden Mengenangaben bei nicht humanem Antibiotika-Einsatz sowohl im “Verbraucherministerium”, so heist das wirklich, und noch schlimmer im Gesundheitsministerium, eigentlich der rechtlichen Aufsichtsbehörde unseres Berufes, offenbar werden Ärztekammern ja nicht ernst genug genommen.
Bei Yersinia ist es ja kein Geheimnis, das der Keim auch über Tierfleisch übertragen wird. Ich habe mich selbst im Ausland damit angesteckt, die immunologische Diagnose dauert rel. lange (6Wochen) und dann mit meinen Kontaktleuten im Ausland telefoniert, ob sie auch positiv wären, mit der Antwort, dass dieser Test bei Ihnen gar nicht möglich sei, zu teuer und nur in der Landeshauptstadt, 600km entfernt.
Bei Salmonellen und Geflügel ist es ein alter Hut, irgendwann in den 80ger Jahren haben es diese Dinger geschafft durch die Eierschalen ins Innere des Ei´s zu gelangen (war früher nicht so!) mit der Folge von Epidemien z.B. in Altersheimen auch mit Toten, wonach die Verwendung roher Eier (Tiramisu) in Gemeinschaftsküchen verboten wurden. Nun, die große Gruppe der coliformen Bakterien kann selbstverständlich ebenso von Tier auf Mensch übertragen, von ganz gefährlichen Keimen wie Brucellosen (Pest) ganz abgesehen.
Die Antibiotikagabe scheint billiger zu sein, als die Tiere auf der Weide großzuziehen,
wie z.B. in Südamerika, was ich (in der Metro bezahlbar) schon deshalb bevorzuge, weil das Fleisch gesünder ist, das Gras im Gegensatz zu Getreidemast reich an omega3-Fetten ist, bei Pflanzen sonst eher selten.
Und schließlich brauchen die Südamerikaner auch etwas Geld um unsere VW´s kaufen zu können, ein fairer Tausch.
Jedenfalls habe ich mit unseren Krankenhausärzten und ihren Patienten wesentlich mehr Mitleid als mit unseren subventionierten Bauern.

#31 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

P. s. Meine Frage zu Beginn war primär an Herrn Dr. Bayerl adressiert. Leider vergaß ich dieses in meinem ersten Beitrag zu erwähnen.
Viele Grüße,
F. B.

#30 |
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Dr. med. Frank Bollig
Dr. med. Frank Bollig

Kennen Sie wissenschaftliche Studien, die einen kausalen Zusammenhang zwischen den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung und der Zunahme von bakteriellen Resistenzen in der Humanmedizin aufzeigen? Würde mich wirklich sehr dafür interessieren.
Nach meiner beruflichen Erfahrung und der Einschätzung der Kollegen, mit denen ich Diskussionen zu diesem Thema führe, korrelieren die Resistenzentwicklungen sehr eng mit dem Einsatz der entsprechenden Antibiotika-Klassen beim MENSCHEN. So korreliert der massive und im Vergleich zu Deutschland noch stärkere Einsatz von oralen Breitbandantibiotika in südeuropäischen Ländern mit einem Auftreten von multiresistenten gramnegativen Bakterien (ESBL, 3MRGN) von teilweise mehr als 50 % (z. B. Griechenland, Italien).
Ein Umdenken beim Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung ist sicher von Nöten und ein weiteres Puzzlesteinchen in der Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen. Im humanmedizinischen Bereich würde ich sehr dafür plädieren, die Indikation für Breitband-Antibiotika (insbesondere Cephalosporine und Gyrasehemmer) deutlich enger zu stellen. Dankenswerterweise haben schon Frau Dr. Grüning und Herr Dr. Stigge in diesem Zusammenhang auf den Nutzen einer Resistenz-Testung hingewiesen. Insbesondere bei ambulant erworbenen Harnwegs- und HNO-Infektionen stellt sich des Öfteren heraus, dass bei der antimikrobiellen Therapie (wenn überhaupt indiziert) auf die o. g. Breitband-Antibiotika verzichtet werden kann zugunsten einfacher und älterer Substanzen (Trimethoprim, (Amino-)Penicillin, Doxycyclin, ggf. Fosfomycin, Nitrofurantoin).
Mit kollegialen Grüßen,
Dr. F. Bollig

#29 |
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Dr. med. Volker Stigge
Dr. med. Volker Stigge

@ Dr. Bayerl

Offensichtlich bin ich missverstanden worden. Keinesfalls bin ich Vegetarier, möchte auch keinen Vegetarismus propagieren. Bei einem begrenzten Haushaltsbudget einer Familie ist es aber wahrscheinlich, dass ein höherer Preis für Fleisch- und Wursterzeugnisse, der im Interesse einer antibiotikafreien Tierhaltung unvermeidlich wäre, eher seltener, dafür aber qualitativ besseres Fleisch auf den Tisch kommt.
Natürlich bleibt es jedem überlassen, ob er bei gleichem finanziellem “Tagessatz” lieber auf ein Steak oder ein Stück Torte am Tage verzichtet.

Mir geht es allein um die wirtschaftlichen Konsequenzen, die mit einem aus meiner Sicht wünschenswerten Verbot der Antibiotika in der Tiermast verbunden wären und die von der Gesellschaft akzeptiert werden müssten.

#28 |
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Gast
Gast

@K.U.Bösch HP, Ich vermute Sie sitzen heimlich unter dem Tisch vom Dr.,
weil Sie das “all zu oft erleben”.
Sicher sind die Tierärzte da viel vorsichtiger, wollen Sie sicher sagen.
Wahrscheinlich gibt es so 800000000 Tiere, die streng antibiotisch behandelt werden,
hm, vielleicht noch mehr, vielleicht Milliarden Tiere, die dann aber ganz vernünftig antibiotisch behandelt werden.
Manche werden ja auch geimpft, damit man weniger Antibiotika braucht,
also vielleicht reichen ja auch Milliarden nicht.
Was meinen Sie.

#27 |
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Kai Ulrich Bösch
Kai Ulrich Bösch

Warum wird denn noch bei so vielen viralen Infekten AB verordnet? Wir alle wissen, das AB Bakterien bekämpfen, keine Viren. Ich erlebe die unsinnige Verordnung all zu oft. Auch hier gibt es genug Alternativen…

K.U.Bösch HP

#26 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Hallo Herr Kollege @Dr. med. Volker Stigge,
ich hätte nur die Bitte, auch wenn das noch so verlockend ist,
das nicht mit der Vegetarismus-Ideologie zu verknüpfen.
Die ist wissenschaftlich schlicht FALSCH. Aus weltanschaulichen Gründen darf das natürlich jeder machen, wir haben Religionsfreiheit.
Man ist jedoch gut beraten, wenn man auch die medizinischen Nachteile kennt.
Immerhin kam EHEC nicht über Fleisch, es war nach genetischen Untersuchungen der Uni Münster ein “Menschenkeim” der “irgendwie” (Kläranlagen) auf vegetarischer Kost gelandet ist (Gemüse).
Über “Fleisch” kommt gerne Yersinia, seit Jahren zunehmend, daher auch meldepflichtig, nicht ganz harmlos, bei nicht wenigen chronifizierend, Lymphadenitis etc.

#25 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dr. Gero Beckmann, “Selbstredend senken systematische Antibiogramme den Arzneimitteleinsatz” NICHT.
Wie kommen Sie darauf? und welchen Effekt soll denn die Einschränkung in der Humanmedizin für die Resistenzzüchtung in der Tiermast haben?
Sind Sie wirklich der Ansicht, dass in Deutschland zu viele Antibiotika in der Humanmedizin eingesetzt werden???? Das müssten Sie schon begründen! Sie scheinen hier völlig ahnungslos zu sein.
Meckern sind wir Ärzte ja gewöhnt.
Deutschland liegt im europäischen Bereich im UNTEREN DRITTEL, in den Südländern wird generell mehr gegeben, z.T. das Doppelte. Unser kulturelles Vorbild USA gibt natürlich ebenfalls mehr, alles im Humanbereich.
Hinzu kommen juristisch relevante Leitlinien! Sie dürfen weder eine Dickdarmresektion, noch eine Implantation eines größeren künstlichen Gelenks ohne Antibiotikaschutz durchführen, da hilft auch kein Antibiogramm.
Auch diese Waffe wird stumpf durch den massenhaften Einsatz im “landwirtschaftlichen Bereich”, unbestritten auch Cephalotine! die größte Gruppe im Krankenhaus.
Erstaunlich, dass das alles trotzdem noch so gut klappt.

#24 |
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Dr. med. Volker Stigge
Dr. med. Volker Stigge

Nachtrag zu #22:
Natürlich stimme ich den kritischen Beiträgen zur leichtfertigen Verordnung von Antibiotika bei harmlosen Infekten zu. Und auch die rechtzeitige Resistenztestung VOR einer erforderlichen AB-Gabe ist eine notwendige Maßnahme!
(Wenn nicht das von den Krankenkassen verordnete begrenzte Budget in der Diagnostik wäre.)

#23 |
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Dr. med. Volker Stigge
Dr. med. Volker Stigge

Nahezu alle (Mediziner) sind sich einig, dass eine wesentliche, wenn nicht sogar die wichtigste Ursache für die zunehmenden Antibiotikaresistenzen in der AB-Fütterung in der Tiermast und hier nahezu ausnahmslos in der Massentierhaltung besteht.

Eine mutige, aber konsequente Entscheidung der Politik wäre es, die Antibiotika-Fütterung in der Tiermast vollständig zu verbieten und die therapeutische Verwendung von Antibiotika im Einzelfall durch Tierärzte zuverlässig zu kontrollieren. Damit wären kurzfristig die Mega-Ställe nicht mehr zu nutzen und die Tierhaltung wäre wieder kleinteiliger und ökologisch akzeptabel.

Natürlich käme es zu deutlich höheren Fleischpreisen im Einzelhandel, allerdings auch zu höherer Qualität der Ware. Aber muss denn täglich Fleisch auf dem Teller sein? Auf jeden Fall kämen jährlich mehr als 1.500 Tonnen Antibiotika nicht über die Mastanlagen in die Abwässer, den Boden und in unsere Nahrung.

Noch haben wir kein TTIP, der Bundestag könnte noch entsprechende Gesetze beschließen, auch ein Importverbot für AB-belastetes bzw. -produziertes Fleisch (um Dumpingpreise durch Importe zu verhindern).
Aber weil die Interessen einiger weniger Finanzinvestoren mit ihren Mega-Ställen und die Profite der Pharmakonzerne und der Großschlachtereien betroffen wären, ist dieses Thema tabu.

Oder gibt es eine Partei in unserer Landschaft, die den Mut für eine solche Initiative besitzt? Die Grünen sind eilig zurückgerudert, als ihr “Veggie-Day” verhöhnt wurde. Sind wir wirklich schon geistig so degeneriert, dass es einen Proteststurm (in den Mainstream-Medien) gibt, wenn der Vorschlag gemacht wird, nur noch an 6 Tagen der Woche eine Fleischmahlzeit zu genießen?

#22 |
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Dr. Gero Beckmann
Dr. Gero Beckmann

@Dr.Bayerl

weshalb meine Einlassung “Polemik” sein sollte, erschließt sich mir nicht. Selbstredend senken systematische Antibiogramme den Arzneimitteleinsatz und erhöhen die Hemmschwelle für ihren Einsatz z.B. bei harmlosen Erkältungskrankheiten.

Eine Behauptung Ihrerseits an Frau Dr. Grüning darf aber ganz bestimmt nicht unwidersprochen stehenbleiben:

– Antibiotika in der Tierhaltung gibt es in Deutschland auf legalem Wege OHNE tierärztliche Verordnung NICHT. Der Landwirt hat keine direkten Beschaffungswege. Der verordnende Tierarzt muss zudem Betreiber einer tierärztlichen Hausapotheke sein. Illegale Beschaffungswege haben nach meiner Kenntnis derzeit keine Relevanz.

#21 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Dr. Ezra Pierpaoli, auch die Holländer kennen inzwischen die dominierende Kontaminationsquelle Fleischnahrung und ich kann Sie beruhigen, es gibt auch in Deutschland genügend Kliniken, in denen ALLE Patienten mrsa-getestet werden, die eine Op-Abteilung betreten sollen. Das ist zudem sauteuer!!! Auch diese Patienten müssen ja trotzdem operiert werden, denn sie sind nur mrsa-Keim-kontaminiert, aber nicht -krank.
@Dr. Gero Beckmann, Polemik!
Das “Testen” ist selbstverständlich noch KEINE Problemlösung! Man kann auch nicht 70% aller Menschen “isolieren”.
Es muss endlich ganz energisch gegen den GIGANTISCHEN nicht humanen Einsatz vorgegangen werden. Das geht nur mit Verboten und bitte, etwas mehr Überwachung! Auch von kommunalen “Kläranlagen” deren Produkte zur Gemüsedüngung verwendet werden (EHEC-Epidemie).
Insbesondere muss es Antibiotika geben die NUR für den Einsatz am Menschen zugelassen sind!
Was ist ein Mensch noch wert?
Weniger als ein Rind?

#20 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Verehrte Frau @Dr. rer. nat. Petra Grüning was steht da genau???

“Insgesamt sind im Jahr 2012 rund 1.619 Tonnen (t) Antibiotika von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte in Deutschland abgegeben worden.”
Genau handelt es sich nur um Deutsche Tierärzte mit eigener „Hausapotheke“!
Und an BAUERN???
Es gibt noch große Mengen Antibiotika, die zur Herstellung eines Fütterungsarzneimittels zugelassen sind sowie all das was “wirtschaftlich” arbeitende “Landwirte” ganz ohne Tierärzte einsetzen oder auch spritzen lassen von Tierärzten OHNE eigene „Hausapotheke“.
Sicher wäre es möglich auch hier Zahlen zu erhalten die so gigantisch sind, dass sich nun wirklich ALLE zu schämen hätten, die diese nur einmal gelesen hätten,
von illegaler Anwendung ganz zu schweigen.
Hier läd der Staat selbst Schuld auf sich.
Es bleibt uns nur, darüber öffentlich zu reden,
sich besonders nach Zubereiten von Geflügel die Hände zu waschen und das schon RÄUMLICH von Gemüse zu trennen, das zum Rohverzehr vorbereitet wird, wie schon lange z.B. in Krankenhausküchen üblich und regelmäßig kontrolliert. Und schließlich auf rohes Fleisch ganz zu verzichten!

Es muss nur mehr darüber geredet werden statt über Stethoskope von “dummen Ärzten”.

#19 |
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Dr. Ezra Pierpaoli
Dr. Ezra Pierpaoli

Ich bin auch der Meinung, dass es noch viel schlimmer werden kann. Ein konsequentes Screening auf z.B. MRSA bei Spitaleintritt und wenn nötig Isolation wie dies in Holland geschieht, ist sicher eine gute Strategie. Ich wurde 2011 wahrscheinlich durch einen Besucher aus den Philippinen, der CA-MRSA Träger war mit dem Keim infisziert und bin nach einem Abszess in der Nase und darauffolgender Sepsis um ein Haar gestorben. Was meinen Sie wieviele Leute MRSA oder CA-MRSA auf sich tragen?

#18 |
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Andrea Bevc
Andrea Bevc

Wie sofort ist sofort?

#17 |
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Dr. medic Ovidiu Ioan Coste
Dr. medic Ovidiu Ioan Coste

Die beste und billigste Lösung sind die BAKTERIOPHAGEN. Denn diese sind auch anpassungsfähig und werden immer eine Resistenzbildung selbs umgehen.

#16 |
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Dr. Gero Beckmann
Dr. Gero Beckmann

Alle medizinischen Kreise, ob Human- oder Veterinärmedizin, sollten vor ihrer eigenen Haustüre kehren. Nach wie vor wird eine simple bakteriologische Untersuchung meist gar nicht, falsch – gerne nach bereits erfolgter, aber erfolgloser Antibiose – oder zu spät durchgeführt. Bevor man über “Qualitätssicherung in der Medizin” schwadroniert, sollte man diese altbekannten Techniken einer rationalen antimikrobiellen Therapie anwenden.

Und wieso nicht nach links und rechts schauen? Es gibt Alternativen: z.B. für banale Infekte der oberen Atemwege oder Harnwegsinfektionen Präparate mit hochwirksamen Senfölen aus Kapuzinerkresse und Meerrettich. Aussagekräftige klinische Studien liegen vor. Die Klientel wird es danken. Der Menschheit hilft es auch.

#15 |
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Medizinjournalist

Resistenzen von vorneherein ausschließen. Was muss denn noch wie oft passieren, dass das begriffen wird. Das Leben findet immer einen Weg, genau deshalb gibt es uns überhaupt. Wenn das Enzym und das Enzym überall angewendet werden, eröffnen wir selbst doch den Spielraum, in dem die zahllosen Bakterien Abermillionen Chancen haben, den unwahrscheinlichen Trick zu finden, wie man dagegen immun wird. Es ist eine Selbstverständlichkeit des Lebens an sich. Alles andere ist für eine kurze Weile glaubwürdig und wird von der Natur alsbald in herrlicher Konsequenz als arrogante Haltung entlarvt.

#14 |
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Hallo,

es stimmt nicht, dass man keine Zahlen über die Abgabe von Antibiotika im Internet finden kann:

http://www.bvl.bund.de/DE/08_PresseInfothek/01_FuerJournalisten/01_Presse_und_Hintergrundinformationen/05_Tierarzneimittel/2013/2013_11_11_pi_Abgabemengen.html

Es ist sicherlich richtig, dass zuviele AB in der Tiermedizin verwendet werden, aber in der Humanmedizin wird auch viel zu schnell zum AB gegriffen – ein Abstrich, wo dann von den isolierten Bakterien auch mal ein MHK-Wert bzw. ein Antibiogramm erstellt werden kann, wird ja häufig gar nicht durchgeführt (es sei denn, mit den ersten AB-Gaben ist man nicht zum Ziel gekommen). Hier wäre ein einfacher Punkt, wo man mit einer AB-Reduktion beginnen könnte.

MRSA-Träger, welche keinen Kontakt zum Krankenhaus etc. hatten, haben häufig cMRSA (http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/krankenhaus/cmrsa.htm).
Es ist nicht gesagt, dass die Stämme, die in der Landwirtschaft vorkommen auch die sind, welche man bei MRSA-Trägern finden kann, die keinen entsprechenden Kontakt hatten. Um diese Frage zu klären, sind schon umfangreichere Laborarbeiten notwendig, eine Pauschalaussage bringt einen hier bestimmt nicht weiter.

Ein alleiniges Schimpfen auf die Landwirtschaft erscheint mir wenig sinnvoll. Auch sollte man sich vielleicht mal die Frage stellen, warum in der Tierhaltung soviele ABs verwendet werden. Wenn das Schnitzel nur 1,99€ kosten darf, dann kann ich nur in großen Stückzahlen mit minimalen Haltungsaufwand die Tiere halten. Dass eine solche Haltungsform nicht förderlich für die Gesundheit der Tiere ist, sollte jedem klar sein. Auch ist es hier häufig nicht mehr möglich, eine Einzeltierbehandlung durchzuführen, es wird einfach der ganze Bestand behandelt. Fahren Sie mal in entsprechende Mastställe und sehen Sie sich dort um. Im übrigen gab es die ersten Meldungen über MRSA bereits in den 60er Jahren – und erst jetzt, wo es wirklich “brennt” machen wir uns Gedanken darüber, auch irgendwie traurig.

Dr. rer. nat Petra Grüning (Mikrobiologin und HP)

#13 |
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Medizinphysiker

Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es viele MRSA-Träger ohne Symptome.
Dazu gehört doch sicher ein Teil des Klinikpersonales? Wird denn in dieser Richtung Vorsorge getroffen, ich meine mit Tests? Mir ist ein solches Vorgehen nicht bekannt!?

#12 |
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Lieber Herr Bayerl,
muss das so bestätigen.
Neulich hatte ich einen MRSA-Träger jahrelang ohne Kontakt in den medizinischen Sektor.
Nicht mal Kurzbesuche in Kliniken oder Pflegeheimen oder Kontakte zu Pflegern oder Ärzten.
Aber der Partner in der konventionellen Geflügelmast arbeitend, war dann natürlich auch MRSA-positiv.
Also umdenken und in der Anamnese nach der Tierhaltung oder -zucht fragen.

#11 |
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Erkan Erarslan
Erkan Erarslan

Vielen Dank für all eure Bemühungen im Kampf gegen die Bakterienresistenzen.

#10 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Oliver Dietrich, Sie sollten einfach mal in die aktuelle Tagesschau blicken um aufzuwachen!!!
Die antibiotikaresistenten Keime kaufen Sie TÄGLICH im Supermarkt,
da ist auch die WHO noch zu betriebsblind.
Es geht um viele TAUSENDE TONNEN bei unter 10 Tonnen auf Krankenhausintensivstationen. Wir sind hier doch ein Ärzte-Portal oder vielleicht nicht?

Ich sage voraus, dass sich das in absehbarer Zeit KEINESFALLS ändern wird,
denn wir leben in einer Lügengesellschaft, in der nur noch die “Verpackung” wichtig ist, nicht der Inhalt.
Warum sage ich das?
Lesen Sie auf der website des Gesundheitsministerium nach:
alle Insider kennen das Problem, aber die “Landwirtschaft” bleibt zunächst tabu!
Sie finden bis heute keine Zahlen über die Antibiotikamengen,
bis auf den Hinweis, dass inzwischen JEDES Huhn und jedes Rind und jedes Schwein , das auf dem Tisch landet, Antibiotika erhalten hat.
Es wird also jetzt da erstmal “gemessen” und dann ist da natürlich noch “Forschungsbedarf” aber es passiert nichts!
Das ist schlimm.

#9 |
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Christian Beyer
Christian Beyer

Es wird sich nichts ändern, es wird nur schlimmer werden mit den Resistenzen.

#8 |
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Dr. Stefan Mauß
Dr. Stefan Mauß

Sehr guter Übersichtsartikel. Leider wird die Hoffnung auf Vermeidung von Resistenzen gewöhnlich sehr schnell von der klinischen Realität eingeholt. Ich erinnere mich gut an die Entwicklung der Gyrasehemmer, auch hier war man hoffnungsfroh durch den Mechanismus der Enzymhemmung für die Faltung des DNA-Stranges den Resistenzen ein Schnippchen schlagen zu können und Ciprofloxacin wurde als Super-Antibiotikum promotet. Das Ergebnis ist bekannt. Sicher wäre eine Optimierung der Krankenhaushygiene nach holländischem Muster, der Verzicht auf Antibiotika in der Tiermast und die hemmungslose Verordnung von Antibiotka bei viralen Infektionen in der Erkältungszeit wichtig. Aber wie lange wird das schon propagiert und wie wenig ist geschehen…

#7 |
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Oliver Dietrich
Oliver Dietrich

Hach, wie bequem! Da prügelt man doch einfach mal wieder schnell auf die bösen Tierärzte und die Landwirte ein, anstatt zunächst einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren. Ein Blick in die Niederlande zeigt, wo die Resistenzprobleme gemacht oder verhindert werden…nämlich in den Kliniken und Praxen der Humanmedizin

#6 |
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Peter Regnery
Peter Regnery

Ein bemerkenswerter Artikel, der aufzeigt, dass die Pharmaindustrie an ihre Grenzen stößt. Nur einen Schritt zurück, dann stellt man fest, dass die Natur und das, was uns die Natur zur Verfügung stellt, ausreichend sein könnte. Wenn alle Pharmazeuten ohne Gewinnabsichten diesen einen Wirkstoff in Kombination einsetzen, das Problem der Resistenzen schnell in den Griff bekommen. Es sind schon recht viele Patienten, die sich mit “kolloidalem Silberwasser” von den resistenten Bakterien befreien. Offene wissenschaftliche Untersuchungen ohne Gewinnstreben wären angebracht, um dem Problem Herr zu werden.

#5 |
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Sehr gute Dokumentation. Die Länder müssen die Schutzmassnahmen anpassen.
Besonderer Schwerpunkt: Physikalische Schutzmassnahmen in OP-Räumen zum Ausgleich der durch zunehmende Antibiotika-Resistenz nicht mehr wirksamen perioperativen Antibiotika-Prophylaxe durch gerichtete Turbulenzarme Verdrängungsströmung (TAV) in OP-Räumen.
Wir müssen uns wieder auf die rein physikalischen Distanzerungsmassnahmen vor dem Antibiotika-Zeititalter zurückbesinnen.
Peter Lüderitz
pluederitz@t.online.de

#4 |
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PD Dr med Nils Thoennissen
PD Dr med Nils Thoennissen

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22922257

Auch ein interessanter Ansatz!!!

#3 |
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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Lieber einen hochwertigen (echt-) Biosonntagsbraten, als täglich Masthormon-Vorsorge-Antibiotika-Billig-Industriefleisch.
Wir haben es selbst in der Hand. Und wir Therapeuten können unsere Patienten durch Aufklärung zum Gesundheits-Gourmet werden lassen.

#2 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Dazu muss man einfach wissen, dass auf die Bravsten immer am meisten eingedroschen wird, wie beim falsch parken, oder der Geschwindigkeitsüberschreitung nacht auf leerer Autobahn, die sich dann auch pflichtbewusst schuldig fühlen:
Die Ärzte auf der Intensivstation im Krankenhaus!
Sie setzten in Deutschland in einem Jahr weniger als 10 Tonnen ein,
während in der Landwirtschaft in der gleichen Zeit mehrere TAUSEND TONNEN eingesetzt werden.
Der letzte Punkt der WHO müsste also an die erste Stelle,
will die WHO glaubwürdig bleiben!

mfG

#1 |
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