Gliome: Mutation bremst Signalweg-Aktivierung

8. Mai 2014
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Ein Teil der Gliome weist eine Mutation des Gens IDH1 auf und diese Tumore haben gemeinhin eine deutlich verbesserte Prognose. Einer Forschergruppe ist es nun gelungen, die Funktionsweise dieser Genmutation zu entschlüsseln.

Im Rahmen der Studie konnten Forscher der MedUni Wien gemeinsam mit deutschen und bulgarischen Wissenschaftlern zeigen, dass die IDH1-Mutation bei Gliomen die Aktivierung des PI3K/Akt-Signalwegs bremst. Dieser Signalweg innerhalb der Tumorzellen dient der Ausbreitung und dem Wachstum der Krebszellen. Wenn dieser behindert wird, hemmt das in Folge auch die Entwicklung des Tumors.

Erstautor Peter Birner vom Klinischen Institut für Pathologie der MedUni Wien: „Seit der Entdeckung der Rolle der IDH1-Mutationen bei Gliomen stellte sich die Frage, warum Tumore mit dieser Mutation eine deutlich bessere Prognose haben.“ Mittels Untersuchungen von über 350 Gliompatienten, bei denen auch modernste Sequenzierungs-Techniken (sogenanntes Next-Generation Sequencing) zum Einsatz kamen, konnten die Forscher nachweisen, dass der PI3K/AKT-Signalweg bei Vorliegen einer IDH1-Mutation de facto nie aktiviert wird.

Dieses mutierte IDH1-Gen produziert ein bestimmtes Enzym, und in weiteren Zellkulturexperimenten mit menschlichen Glioblastomzellen konnte gezeigt werden, dass dieses Enzym die Aktivierung des PI3K/Akt- Signalweges dosisabhängig inhibiert. Birner: „Uns ist es gelungen, eine der momentan wichtigsten Fragen der experimentellen Neuro-Onkologie zu beantworten. Besonders interessant ist die Tatsache, dass hier ein körpereigener, extrem potenter Hemmer dieses in der Onkologie extrem wichtigen Signalweges vorliegt. Unsere Entdeckung könnte somit zur Entwicklung von neuen Therapien für andere Krebserkrankungen führen, bei denen IDH1 nicht mutiert ist.“

Originalpublikation:

Mutant IDH1 inhibits PI3K/Akt signaling in human glioma
Peter Birner et al.; Cancer, doi: 10.1002/cncr.28732; 2014

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Medizin, Onkologie

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