Hirnfunktion: Jung halten mit Yoga und Meditation?

6. Mai 2014
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Eine aktuelle Studie legt nahe, dass Yoga und Meditation die negativen Effekte der Alterung auf Intelligenz und Gehirn verringern. Die Forscher stellten fest, dass die fluide Intelligenz bei erfahrenen Yoga-Praktizierenden und Meditierenden weniger schnell abnimmt.

Mit zunehmendem Alter lassen unsere Hirnfunktion und unsere kognitiven Fähigkeiten nach. Dazu gehört auch die sogenannte fluide Intelligenz, die für das Lösen neuartiger Aufgaben benötigt wird und mit dem Alter abnimmt. Ein Team von Wissenschaftlern der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), der Charité in Berlin und verschiedener US-amerikanischer Universitäten hat sich mit dieser wichtigen Art der Intelligenz beschäftigt. Die Forscher haben dabei festgestellt, dass die fluide Intelligenz bei erfahrenen Yoga-Praktizierenden und Meditierenden weniger schnell abnimmt als bei Personen ohne diese Praxis, aber mit gleicher Bildung und einem vergleichbar gesunden Lebensstil.

Die Wissenschaftler untersuchten, wie der Informationsfluss zwischen den verschiedenen Hirnregionen organisiert ist. Dazu wurde die Hirnaktivität von 16 Yoga-Übenden, 16 Meditierenden und 15 Kontrollprobanden mittels funktioneller Magnetresonanztomographie während des Ruhezustands gemessen. Anschließend wurde der Informationsfluss zwischen 116 Hirnregionen analysiert – das ist so, als ob man versuchen würde, in einer Gruppe von 116 Personen festzustellen, wer mit wem spricht und wie viel. Meditierende und Yoga-Übende hatten insgesamt einen effizienteren Informationsfluss als die Kontrollgruppe. Bei ihnen wurden die Informationen zwischen verschiedenen Hirnregionen besser verarbeitet und eingeordnet.

Größere Widerstandsfähigkeit gegenüber simulierten Schädigungen

Diese Entdeckung passt zu der Tatsache, dass jüngere und intelligentere Menschen Hirnnetzwerke haben, in denen die verschiedenen Informationen besser integriert werden. Des Weiteren stellten die Wissenschaftler fest, dass die Hirnnetzwerke der Meditierenden und Yoga-Übenden eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber simulierten Schädigungen hatten: Selbst wenn die wichtigsten Hirnregionen aus der Analyse ausgeschlossen wurden, war der Informationsfluss im verbleibenden Netzwerk immer noch effizient.

Originalpublikation:

Fluid intelligence and brain functional organization in aging yoga and meditation practitioners
Tim Gard et al.; Frontiers in Aging Neuroscience, 
doi: 10.3389/fnagi.2014.00076; 2014

37 Wertungen (4.41 ø)

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3 Kommentare:

Im Grunde genommen, ein ›alter Hut‹. Durch die ›Neurowissenschaften‹ schon seit Jahren bekannt.
(PET- und MRT-Studien an (älteren) tibetanischen Mönchen zeigen, dass Meditation sogar die Hirnstruktur verändert!)
Was für Schlüsse dürfen wir jetzt für die Wohlstandsbürger der ›ersten Welt‹ ziehen?
Ich denke: ausgewogene Ernährung, Bewegung und ›Introspektion‹ (altmodisch Nachdenklichkeit) dürften als erstes genügen.

#3 |
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Psychologin

Es erscheint mir sehr gewagt und wissenschaftlich angreifbar, so weitreichende Schlüsse aufgrund einer Stichprobe von insgesamt 47 Personen, verteilt auf 3 Gruppen, zu ziehen.
Auch stimmt mich etwas nachdenklich, wer diese Studie unterstützt hat (siehe Originalartikel). An keiner Stelle erfolgt der Hinweis, dass diese Ergebnisse an einer größeren Stichprobe repliziert werden müssten.
Das nur als kleiner Hinweis, bevor sich jetzt jeder zu Yoga und Meditation anmeldet, um einer Intelligenzabnahme vorzubeugen, wobei ich sowohl Yoga als auch Meditation gut finde.

#2 |
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Adolf Ersfeld
Adolf Ersfeld

Gibt es Studien, warum Ordensfrauen und Männer oft ein sehr hohes Alter erreichen ? Mit Siicherheit gehören Stille, Gebet und Meditation dazu.

#1 |
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