Leishmaniose: Impfstoff entwickelt

5. Mai 2014
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Wissenschaftler entwickelten nun einen Impfstoff, der vor Leishmaniose schützt. Die Wirkung der neu entwickelten Impfung beruht auf der Aktivierung von T-Zellen, während sich die bislang üblichen Impfungen die Wirkweise von Antikörpern zunutze machen.

Das Verbreitungsgebiet der Leishmaniose sind die Tropen und Subtropen einschließlich des Mittelmeerraums sowie weite Teile Asiens. Pro Jahr infizieren sich circa zwei Millionen Menschen. Die Erreger leben geschützt in den Zellen ihrer Wirte, sodass sie von Antikörpern nicht bekämpft werden. Da die Wirkweise der meisten Impfungen jedoch darauf beruht, die Krankheitserreger mithilfe von Antikörpern zu inaktivieren, war es bislang schwierig, eine Impfung gegen Leishmaniosen zu entwickeln.

Vermittlung über T-Zellen

In der vorliegenden Studie zeigen Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam, dass die Immunität gegen Leishmaniose über die T-Zellen und nicht über Antikörper vermittelt wird. T-Zellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und wie Antikörper ebenfalls zum Immunsystem des Organismus. Wenn eine Körperzelle von einem Krankheitserreger befallen wird, transportiert sie Bruchstücke von Eiweißen des Eindringlings an die Oberfläche ihrer Hülle. Diese Bruchstücke werden von den T-Zellen erkannt, die die kranke Zelle dann zusammen mit ihrem Eindringling vernichten. „Die Wirkung der neu entwickelten Impfung gegen die Leishmaniosen beruht auf der Aktivierung von T-Zellen, während sich die bislang üblichen Impfungen die Wirkweise von Antikörpern zunutze machen“, betont Prof. Peter Walden, Leiter der Forschungsgruppe Tumorimmunologie der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité.

Erbmaterial verschiedener Antigene analysiert

Zunächst analysierten die Wissenschaftler das Erbmaterial verschiedener Antigene in unterschiedlichen Arten von Leishmaniose-Parasiten. Anschließend untersuchten sie die Reaktionen von T-Zellen aus dem Blut von Patienten, die die Infektion überwunden haben. Aus den Daten beider Analysen entwickelten die Forscher die entsprechenden Antigene für den Impfstoff. „Unser Ziel war es, für den Impfstoff Antigene herauszufiltern, die in den unterschiedlichen Arten der Leishmaniose-Parasiten übereinstimmend auftreten, und die gleichzeitig in den infizierten Menschen effektive Reaktionen der T-Zellen auslösen“, erklärt Prof. Walden. Die Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffs wurde zunächst in Mäusen nachgewiesen. Im nächsten Schritt sind klinische Studien vorgesehen. Wenn sich zeigt, dass die Impfung auch bei Menschen wirksam ist, kann das die Herangehensweise bei der Entwicklung von Impfstoffen grundsätzlich ändern.

Originalpublikation:

Modular Multiantigen T Cell Epitope–Enriched DNA Vaccine Against Human Leishmaniasis
Peter Walden et al.; Science Translational Medicine, doi: 10.1126/scitranslmed.3008222, 2014

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