MRSA: Achtung, Ekel-Stethoskop

22. April 2014
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Als Arzt in einer Klinik achtet man auf eine gute Handhygiene, um keine gefährlichen Krankenhauskeime zu übertragen. Das Stethoskop allerdings könnte eine gefährliche Keimschleuder sein, wie Genfer Ärzte nun zeigen konnten.

Krankenhauskeime wie der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) sind weltweit gefürchtet und Grund für jährlich etwa 100.000 Infektionen in deutschen Krankenhäusern. Wenn der Keim bei geschwächten Patienten eine Blutvergiftung oder eine Lungenentzündung auslöst, enden viele der Infektionen tödlich. Bisher galten die Hände von Krankenhauspersonal als größte Übertragungsquelle dieser Bakterien. In manchen Häusern wird daher bereits darauf verzichtet, Patienten per Handschlag zu begrüßen und zu verabschieden. Doch nicht nur die Hände des Arztes kommen bei jeder Untersuchung mit dem Patienten in Kontakt, auch das Stethoskop ist nahezu allgegenwärtig. Genfer Ärzte kamen nun in einer Studie an 83 Patienten zu dem Schluss: „Das Stethoskop ist die verlängerte Hand des Arztes und sollte nach jedem Patientenkontakt desinfiziert werden.“

Handschlag, Abtasten, Abhören, Abtasten, Handschlag

Unter Aufsicht ließen die Forscher 83 Patienten des Genfer Universitätsspitals mit sterilen Stethoskopen nach immer demselben Muster untersuchen. Zunächst mussten sich die teilnehmenden Ärzte die Hände gründlich desinfizieren und ihre Patienten mit Handschlag begrüßen. Dann tasteten sie die A. radialis sowie die zervikalen und supraklavikulären Lymphknoten ihres Patienten ab. Nach dem Abhören von Herz und Lunge untersuchten die Ärzte die Organe im Bauchraum durch Abklopfen und Abtasten der Körperoberfläche und die unteren Extremitäten des Patienten. Dann verabschiedeten sie ihren Patienten mit Handschlag.

Gesamtkeimzahl und MRSA

Dieses Prozedere wurde von zwei unterschiedlichen Gruppen durchgeführt: Eine Gruppe Ärzte trug sterile Handschuhe, deren Abklatsch Auskunft über die Gesamtkeimzahl gab; die zweite Gruppe agierte mit desinfizierten, nackten Händen. Den Abklatsch davon untersuchten die Genfer Wissenschaftler auf eine MRSA-Kontamination, nachdem der Handabklatsch der Ärzte vor der Untersuchung als MRSA-Negativ-Kontrolle diente. Im Durchschnitt hatten sich die Patienten zehn Stunden vor der Untersuchung zum letzten Mal geduscht oder waren gewaschen worden. Nach jeder standardisierten Untersuchung eines Patienten nahmen die Studienärzte von jedem behandelnden Arzt sechs Abklatschproben: Von der Stethoskopmembran und dem Schlauch des Stethoskops, von den Fingerspitzen, dem Handrücken, dem Daumen- und dem Kleinfingerballen. Auf einem Standardnährmedium ließen die Wissenschaftler alle koloniebildenden Einheiten (KbE) der so gesammelten 489 Proben heranwachsen.

Fingerspitzen und Stethoskopmembran am meisten belastet

Das Ergebnis war kaum überraschend und ließ keine Fragen offen: Die zuvor sterilen Handschuhe waren nach nur einer Untersuchung regelrecht von Mikroorganismen übersät. Auf den Fingerspitzen konnten die Studienärzte im Schnitt 467 KbE nachweisen. Daumenballen und Kleinfingerballen waren mit 37 und 34 KbE deutlich weniger belastet, am geringsten mit acht KbE der Handrücken. In diesen Daten sehen die Wissenschaftler die Forderung nach strengen Hygienevorschriften, die eine regelmäßige Händedesinfektion fordern, bestätigt. Die Gesamt-Keimbelastung der Stethoskopmembran korrelierte mit der Kontamination der Fingerspitzen und war mit durchschnittlich 89 KbE sogar höher als die Keimbelastung der Resthand. Auch bei den Ärzten, die ihre Untersuchung mit nackten, aber desinfizierten Händen durchgeführt hatten, spiegelte sich dieses Ergebnis wieder. Bei dieser Gruppe züchteten die Studienärzte den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus auf einem Selektivmedium an. Auch hier waren die Fingerspitzen der Ärzte mit durchschnittlich zwölf KbE am stärksten kontaminiert, die Membran des Stethoskops folgte mit sieben KbE an zweiter Stelle.

Stethoskop mitdesinfizieren, aber wie?

Die Ergebnisse dieser kleinen Studie scheinen eindeutig: Um eine Infektion mit MRSA zu vermeiden, reicht die Desinfektion der Hände offenbar nicht aus. Die Studienärzte fordern, das Stethoskop daher ebenso in die Desinfektionsroutine miteinzubeziehen wie die Hände. Doch ihre Studie hat auch einige Schwachstellen: Sie wurde nur in einem einzigen Krankenhaus mit relativ wenigen Ärzten und Patienten durchgeführt. Jeder zweite Patient trug offenbar den gefährlichen MRSA-Keim auf seiner Haut, wobei die Studienärzte der Quelle der Keimbelastung in der Studie keine Beachtung schenkten. Auch über die Belastung von Stethoskopen niedergelassener Ärzte lässt sich aufgrund dieser Studiendaten keine Aussage treffen. Auch wer nun willig ist, sein Stethoskop nach jeder Untersuchung zu desinfizieren, hat bisher keine verlässlichen Daten zur Hand. Wie dieses Prozedere sicher und effektiv vonstattengehen könnte, muss erst noch untersucht werden.

118 Wertungen (4.21 ø)

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28 Kommentare:

Wie oft wird bei einem stationären Patienten das Stethoskop verwandt? Einmal bei Aufnahme durch Arzt, vielleicht noch mal bei Komplikationen, z.B. Atemwegsinfekt, natürlich bei kardiopulmonal erkrankten Patienten öfter. Ansonsten täglich, z.T. 2-3 mal, bei instabilen Patienten auch viel öfter durch Pflegepersonal. Aber wo sonst hinterlässt der kolonisierte/erkrankte Keimträger -Patient sonst seine Spuren: am Tisch, Stuhl, auch jeweis auf der Unterfläche, am Spind, auch drinnen. Bemühen um bestmögliche Desinfektion ist löblich und nötig, Perfektion und 100%-ige Sicherheit unerreichbar.

#28 |
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Kinderkrankenschwester

Es wäre auch wünschenswert, wenn jede Berufsgruppe ihre eigens verwendeten Gegenstände auch selbst desinfiziert!

#27 |
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Gast
Gast

Das war zu erwarten, übrigens gibt es derartige Untersuchungen auch von Ärzten, die Krawatten trugen….
Das Problem der kontinuierlichen und peinlichst genauen Händedesinfektion nach jedem Patientenkontakt ist leider, dass unsere Haut nicht darauf ausgelegt ist, das über 30 oder 40 Berufsjahre zu ertragen sondern darauf mit Unverträglichkeitserscheinungen bis hin zum chronischen Ekzem reagiert.

#26 |
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Vgl. dazu Schätzlers Blog auf DocCheck vom 19.3.2014 mit dem Titel:
“Dein Stethoskop, das unerwartet keimtragende Wesen?”
http://news.doccheck.com/de/blog/post/1268-dein-stethoskop-das-unerwartet-keimtragende-wesen/

#25 |
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… im übrigen haben auch Desinfektionsmittel eine Zulassung für ganz bestimmte Zwecke: Ein Flächendesinfektionsmittel ist nicht für Instrumente da, ein Hautdesinfektionsmittel nicht für Hände, ein Händedesinfektionsmittel nicht für Flächen und nicht für Instrumente usw. Die “off-label”-Anwendung von Desinfektionsmitteln ist leider üblich aber nicht gesetzeskonform und vielen oft nicht einmal bewusst.

#24 |
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Gutes Thema, keine überraschenden Befunde. Den Patienten die Hand nicht zu geben, geht völlig am Thema vorbei. Wie es dann in der Studie lief, ist es richtig: vor und nach Patientenkontakt Hände desinfizieren. Fingerspitzen werden häufig vergessen, ebenso der Daumen (auch wenn man von den fest vorgegebenen 6 Schritten der Einreibetechnik schon wieder etwas weg ist, die beiden Schritte für Fingerspitzen und Daumen sollte man doch immer mitnehmen), die Studie zeigt, wie wichtig diese Stellen sind, denn damit tastet man und berührt alles. Bzgl. der Stethoskop-Desinfektion sollte man das Medizinproduktegesetz beachten: der Hersteller MUSS eine Desinfektionsmethode nennen, durch die das Stethoskop nicht beschädigt wird. Wenn man eigene Methoden anwendet ist man eigentlich verpflichtet nachzuweisen, dass das Medizinprodukt (hier das Stethoskop) auch noch alle Eigenschaften beibehält, die es neu hat (wie gut “hört” man noch bei angegriffener Membran?). Händedesinfektionsmittel enthält Rückfetter, die die meisten Kunststoffe auf die Dauer angreifen. So praktisch es also ist, so sehr muss man von dessen Verwendung für Oberflächen abraten.

#23 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Jan Wischer und andere dummen Ärztekritiker,
Sie haben den tieferen Sinn der kritischen Kommentare gar nicht erfasst.
Wenn hier im Nebensatz von 50% MRSA-Trägern gesprochen wird,
und da sind die clostridium dificile-Träger (CD) noch gar nicht dabei,
ist das für jedes Krankenhaus eine Katastrophe, die praktisch nicht mehr zu bewältigen wäre.
Hier noch über ein eher selten genutzes Stetoskop zu philosophieren, das verhältnismäßig einfach zu reinigen ist, ist ein Witz!
Pflegekräften ist es schwer zu vermitteln, dass Händebesprühen mit Alkohol CD eher anreichert als abtötet (siehe RKI).
Die Zahl 50% muss also bezweifelt werden, die AOK wirds ihnen auch nicht abnehmen
und die Frage, warum so viele,
sollte ganz an erster Stelle stehen.

#22 |
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Petra Stuckmann
Petra Stuckmann

Nach Untersuchung von keimbelasteten Patienten (MRSA, auch Enteritiden) mit dem Stethoskop sprühe ich die Membranseite mit dem alkoholhaltigen Händedesinfektionsmittel ab – wahrscheinlich immer noch viel zu selten! Immerhin scheint die Membran keinen Schaden zu leiden.

#21 |
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Leider sind manche Stethoskope nicht fürs desinfizieren geeignet.
Mein altes Littmann Cardio xyz hat sich an der Membranhalterung (gummiähnlich) derart aufgelöst, das auf dem Patientenrücken meist schwarze Ringe zurückblieben. Nicht schön, sieht er aber erst zu Hause :-)
Während der Nachfolger KaWe Planet im Laufe der Zeit bisher keinen Versschleiß in diese Richtung zeigt – nebenher hat es auch akusisch seine Vorzüge. Vom Preis her sollte man sich es aber schenken lassen. Aber man fragt sich später schon mit was man im Studium versucht hat zu hören…..
M. Woytas

Einmalstethoskope sind natürlich die Lösung: neuerliche Frage an Pharmatante ob das gute Werbung ist: toter pazifi(-sti-)scher Delfin mit Einmalinhalator im Schnabel – jetzt auch mit Einmalstethoskop um den Hals!

#20 |
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Dr. med. Meinolf Wettzel
Dr. med. Meinolf Wettzel

Moin. Die Krankenhaus und ambulante Hygiene wird immer wichtiger. Leider geben sich Arzt und Patient immer noch die Hand. Man sollte auch den “Schlips” bei der ganzen Problematik nicht vergessen. Meiner Erfahrung nach haben vor allem junge Mediziner und Chirurgen viel zu wenig Kenntnisse hierüber. Dr. M. Wettzel

#19 |
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Dirk Reske
Dirk Reske

Wenn ich die Kommentare lese, dann wundere ich mich über nichts mehr. Es gibt für diverse Anwendungen unterschiedliche Mittel zur Desinfektion, erste Unterrichtsstunde Hygiene. Wo war ein Teil derer, die hier Kommentare geschrieben haben zu dieser Zeit????

#18 |
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Medizinphysiker

Wie wär es mit der Geschäftsidee einmal-Stethoskope herzustellen? Material: Plastik, die würden doch nicht die Welt kosten, sicher weniger als die Folgen der übertragenene Infektion?

#17 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Wir haben als hygienebewusste Ärzte schon lange…

Gehts noch. Desinfiziert Euer Stehtoskop nach jedem Patienten und gut ist. Jeder Patient könnte Problemkeime auf seiner Haut tragen wie ESBL-bildner, VRE, 3/4-MRGN usw.

Jeder Patient hat Anspruch auf die gleiche Behandlung, das gilt natürlich auch für Patienten die in räumlicher Isolierung aufgrund von den o.g. Erregern liegen…

#16 |
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Gast
Gast

Hallo @Sonja Schmitzer, das mit dem “Ekel-Stethoskop” finde ich jetzt aber diskriminierend, was soll jetzt erst der Proktologe zu seinem Proktoskop sagen?

#15 |
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Gast
Gast

wir haben als hygejenebewussten Ärzte schon lange das Stetoskop verboten.
Als erstes werden die Patienten getestet und nur die nicht MRSA Patienten dürfen “normal” behandelt werden.
Vielleicht sollte man auch die Straßenbahn so nach jeder 3. Station desinfizieren?

#14 |
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Gast
Gast

ich dachte immer, diese Keime kommen nicht vom Patient,
sondern vom Krankenhaus?
Das hört sich hier genau umgekehrt an.

#13 |
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Dr. Maxi susanne Endres
Dr. Maxi susanne Endres

Zur Frage nach dem richtigen Desinfektionsmittel für Stethoskope: In den Kliniken werden Desinfektionstücher verwendet, z. B. “microzid” mit einer Einwirkzeit von 30 sec (je nach Produkt). Incidin-Tücher dagegen dauern “bis zur Trockene”, also deutlich länger.
Tücher dieser Art sollten auf Station gut zugänglich für alle sein.
Spätestens bei Schichtende werden alle Medizinprodukte desinfiziert (so sieht es der Hygieneplan vor, der auch für Ärzte gilt)

#12 |
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Die Schwachstelle bleibt der Mensch, und sein Umgang mit Desinfektion.Phonendoskope hin oder her, nicht mehr Technik ist gefragt sondern Köpfchen und Sorgfalt. Häufiges und richtiges Händewaschen, Flächendesinfektion von allem was mit Pat. in Berührung kommt das ist beim Ultraschall nicht nur die Sonde sondern auch die Liege, der Tisch,Stuhl und alles was der Pat anfasst oder wo er sich setzt etc. Was ist mit Türklinken und Stühlen im Warteraum ? Wir wissen nicht wer ein möglicher MRSA träger ist also nicht nur am Ende des Arbeitstages die Stühle abwischen sondern 1 x /Stunde. Kostet geld und Zeit und die hat heute keiner, oder ? Auch Schleusen waren eine gute Idee nur wenn sie nicht korrekt benutzt werden nützt es auch nicht. Wo sind wir wider gelandet beim Mensch…..

#11 |
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Also für diese Feststellungen hätte ich keine Studien gebraucht.
Alles was mit einem Patienten in Berührung kommt ist eben kontaminiert.
Warum ist es so kompliziert das Stethoskop abzusürühen nach Verwendung? genauso die Hände zu waschen? Und auch den Kittel öfters zu wechseln?
Gibt es Studien vieviel MRSA Keime wir in einer Strassenbahnfahrt mitnehmen, aber da sind wohl nur gesunde Menschen drin, und im Krankenhaus haben wir eben Patienten mit Immunsupression und verminderter Abwehrkraft nach großen Operationen, kdaher auch eine Sorgfaltspflicht die Hände und alles was in Berührung mit Patient und Patientenmaterial in Berührung kommt suber zu halten.
Ich werde auch in Zukunft nicht verzichten meinem Patient die Hand zu reichen, ich wasche und desinfiziere sind dann anschließend ohne bis zur Desinfektion alles incl Türklinke zu kontaminieren. Eigentlich braucht es nur ein bischen Hirn und den guten Willen. Und um sein Stethoskop zu desinfizieren braucht man keine Studiendaten.

#10 |
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Santi Bunjamin
Santi Bunjamin

“Um eine Infektion mit MRSA zu vermeiden, reicht die Desinfektion der Hände offenbar nicht aus.” Stellt sich die Frage, warum das Desinfizieren des Stethoskops dann ausreichen sollte.

Die Frage nach dem richtigen Desinfektionsmittel konnte auch niemand recht beantworten. Sterilium ist kein Gerätedesinfektionsmittel, scheint aber das Material am wenigsten anzugreifen und war bei den meisten Befragten das Mittel der Wahl. Flächendesinfektionsmittel sind aggressiver, aber vor Allem auch weniger erreichbar. Es wäre interessant, was einschlägige Hersteller empfehlen.

#9 |
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Santi Bunjamin
Santi Bunjamin

Seltsam, die Rolle von Vektoren im KH ist doch schon bekannt und nicht neu… Krawatten, die auf das Pateintenbett hängen, Krankenakten (der gesamten Station bei Visite, sogar stapelweise in Isolierzimmern!), MRSA-/3-MRGN-Patienten, die im CT den Aufklärungsbogen auf einer Kladde auf dem Bett ausfüllen und diese samt Stift zurückgeben (die vorbildlichen Ärzte/MTA stecken das Klemmbrett in eine Plastiktüte und den Stift nur in behandschuhte Patientenhände), etc. In Isolierzimmern nimmt man jeweils eine RR-Manschette, Stauschlauch und Stethoskop, der Kram verbleibt im Zimmer bis zur Endreinigung. So lange es allerdings nicht eingewiesene Studenten, unbekümmerte Ärzte und ignorante Schwestern gibt, die, um Geld zu sparen, den Textil-Stauschlauch aus dem Isozimmer einmal kurz mit Softasept besprühen und zum nächsten Pt. tragen, muß man sich über das Stethoskop as Vektor nicht mehr Gedanken machen als bisher. Auch schon gesehen: OA im Isozimmer, völlig vermummt, Stethoskop am Pt., danach um den nackten Hals gelegt. Da hilft die Desinfektion beim Verlassen des Zimmers auch nicht mehr, weil beim nächsten um den Hals legen alles wieder schön kontaminiert wird. Oder das am Kinn kratzen mit behandschuhten, kontaminierten Händen.

Was die Leute an Uhren mit nach Hause schleppen, will ich auch nicht wissen… besser als Leder-/Flecht- oder Metallarmbänder mit tausend Ritzen ist eine wasserdichte Sportuhr mit dazugekauftem Silikonarmband – mit Seife waschbar (Tenside knacken fast alles) und desinfizierbar sowieso. Das Stethoskop sollte man schon zum Eigenschutz beim Händedesinfizieren mit desinfizieren. In Isolierzimmer nehme ich meines auf gar keinen Fall mit, da muß die Station eines stellen, das im Zimmer verbleibt (bleibt zu hoffen, daß die Endreinigung gründlich ist… einmal hing ein Stauschlauch nach MRSA-Patientenwechsel beim neuen Pt. immer noch über dem Huandedesinfektionsspender… so etwas landet bei mir im Zweifel dann eben im Müll.

#8 |
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Dilek Kaya
Dilek Kaya

Für mich ist es als Assistenzärztin eine Selbverständlichkeit das Sthethoskop in die Desinfektion miteinzubeziehen. Ob das jedoch eine sachgerechte Desinfektion ist, weiss ich natürlich nicht.

#7 |
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Altenpfleger

Vielen Dank für diese Hinweise. Ich habe schon immer vermutet, dass Stethoskope Keimschleudern sein können. Da wir in der Beatmungsflege in der Regel mit patientenbezogenen Geräten arbeiten, könnte man vermuten, es gäbe keine Probleme damit. Allerdings weiß ich nicht so genau, welche Keime denn die KollegInnen (ohne sie damit mangelnder Hygiene zu verdächtigen) so mit sich herumtragen. Deshalb habe ich schon immer das Händedesinfektionsmittel auf die Ohrstöpsel aufgetragen und eine Weile trocknen lassen. Diese Praxis sehe ich mit ihrem Artikel bestätigt und werde sie auf das ganze Stethoskop ausdehnen. Allerdings würde mich schon interessieren, ob dies eine sachgerechte Desinfektion darstellt, bzw. wie diese aussehen sollte.

#6 |
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Dr. Dirk Friedrich Rodekirchen
Dr. Dirk Friedrich Rodekirchen

Sehr guter Hinweis! Verwunderlich ist allerdings, dass scheinbar diesem “Umstand”
bislang wenig Bedeutung und Beachtung geschenkt wurde.
Dr. Dirk Rodekirchen

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Rettungsassistent

…u. a. zu Dr. Stefan Schlesinger: …sorry, aber macht man jetzt unterschiede in der Art der Desinfektion von Hausarzt-Praxis bis “Groß”-Klinikum? So ein Unsinn. Gewissenhafte Desinfektion mit den geeigneten Mitteln zum jeweiligen Instrument haben bis Dato unbestritten die beste Vorbeugung erwiesen. Denken Sie mal darüber nach, evtl. bestätigen Sie meine Meinung. :-)

#4 |
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ich habe mir angewöhnt mit den noch Händedesinfektionsmittel-nassen Händen auch den Stethoskop-Kopf anzufassen und ihn damit zu befeuchten. Das geht ganz schnell und dürfte in der Allgemeinpraxis ausreichen, oder?

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Prof. Dr. med Helmut Schöfer
Prof. Dr. med Helmut Schöfer

Was dem Internisten das Stethoskop ist dem Dermatologen das Dermatoskop (und old fashioned vielleicht auch der Glasspatel). Auch diese Instrumente müssen als mögliche Überträger angesehen und dementsprechend nach Patienten-Hautkontakten desinfiziert werden.

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Dr. Gero Beckmann
Dr. Gero Beckmann

Es ist schon seltsam, welche doch wirklich naheliegenden epidemiologischen Zusammenhänge erst sehr spät beforscht werden. Das Phonendoskop – so heißt es wohl richtigerweise, da keine starre Verbindung zur Membrankapsel aufweisend – hat ja häufig den Rang eines ärztlichen Statussymbols. Da wird man sich wohl umgewöhnen müssen…. Immerhin gäbe es ja bei den heutigen Preisen und der verfügbaren Qualität dieser Diagnostikhilfe die Möglichkeit, auf den Krankenhausstationen patienteneigene oder mindestens Patientenzimmer-spezifische, aufbereitete Phonendoskope bereitzustellen.

#1 |
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