Nürnberg Medical School: Wer ohne Mittel, der ohne Titel?

9. April 2014
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Der Traum vom Arztberuf scheint ohne Spitzenabi oder lange Wartezeiten nicht realisierbar. An der privaten Nürnberg Medical School kann man nun gegen entsprechende Bezahlung ein Studium beginnen - ganz ohne NC. Vertreter der Medizinfakultäten sind in Aufruhr. Zu Recht?

Die große Beliebtheit der Medizinstudienplätze bringt ein Problem mit sich. Es gibt zu wenige für zu viele Bewerber und das, obwohl gleichzeitig von vielerorts Ärztemangel die Rede ist. Ein Grund sind auch die hohen Kosten der Ausbildung, sodass deutsche Universitäten pro Jahr nur etwa 10.000 Bewerber aufnehmen können. Wer den nötigen Schnitt nicht hat, muss sich auf viele Wartejahre und große Hürden einstellen oder den Wunsch vom Arztberuf aufgeben. Doch in Nürnberg gibt es ab kommendem August einen neuen Weg zum Medizinstudium. Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (PMU), die an ihrem österreichischen Stammsitz bereits seit 2003 Ärzte ausbildet, bietet in Kooperation mit dem Städtischen Klinikum Nürnberg einen Studiengang nach österreichischem Recht an. Das Besondere ist, dass man komplett in Deutschland studieren kann und die Abiturnote keine Rolle spielt. Möglich ist das Ausbildungsangebot aufgrund der im EU-Recht verankerten Niederlassungsfreiheit. Die Aufsicht für den Studiengang liegt in Österreich und die Qualitätssicherungsagentur in Wien hat bereits letztes Jahr dem Kooperationsprojekt zugestimmt. Interessierte Bewerber müssen allerdings den gewissen finanziellen Background mitbringen und einige zehntausend Euro investieren können. 50 Plätze gibt es diesen Sommer, später sollen es einmal 250 werden.

Turbostudium inklusive Doktor

Um an der Medical School Nürnberg zugelassen zu werden, ist es notwendig, einen Fünf-Stunden-Test in Biologie, Chemie, Physik und Englisch in Salzburg zu absolvieren und ein Auswahlgespräch zu führen, bei dem auf Persönlichkeit, Motivation und soziales Engagement Wert gelegt wird. Dass das Studium nicht billig ist, zeigen bereits die 130 € Bearbeitungsgebühr für das Anmeldeformular. Meldet man sich erst kurz vor Bewerbungsschluss an, sind es sogar 240 €. 13.500 € kostet dann ein Studienjahr, insgesamt investiert man stattliche 67.500 € in seinen Studiengang. Im internationalen Vergleich lächerlich wenig, für Deutschland jedoch eine enorme Summe. Dafür schließen die Nürnberger Studenten das Studium dann mit einem „Dr. med. univ.“ ab, der nach EU-Recht in Deutschland anerkannt wird. Und zwar schon nach 5 statt der üblichen 6 Jahre Studium, was die PMU mit Verkürzung der Semesterferien erreichen will.

Dieser Turbostudiengang soll außerdem von Anfang an einen hohen Praxisbezug haben und durch die geringe Studentenzahl das Lernen in Kleingruppen ermöglichen. Ein Lehrender soll demnach durchschnittlich weniger als zehn Studenten betreuen und jeder Student darf sich einen Mentor wünschen. Die PMU wirbt zudem damit, im Gegensatz zu öffentlichen Universitäten zahlreiche Inhalte zu behandeln, die in der traditionellen Medizinerausbildung bisher kaum eine Rolle spielten, aber den Erfordernissen der modernen Zeit entsprächen. Damit sind Fächer wie Ernährungsmedizin, Gesundheitsökonomie, Wachstum und Entwicklung, Professionalität in der Medizin, Geschlechtsspezifische medizinische Aspekte (Gender-Medizin) oder Kommunikative und soziale Kompetenzen gemeint. Ein weiterer Unterschied ist, dass auf englische Sprachkenntnisse besonderer Wert gelegt wird. So findet der Unterricht teilweise auf Englisch statt, um die Studierenden auf die amerikanische Zulassungsprüfung USMLE vorzubereiten, die sie verpflichtend ablegen müssen. Wer nicht aus reichem Hause stammt, für den bietet das Klinikum Nürnberg auch zinsgünstige Darlehen oder sogar den kompletten Erlass der Studiengebühren an, wenn sich die Studierenden nach ihrem Abschluss für einen bestimmten Zeitraum an das Krankenhaus binden, erklärt der Vorstand des Klinikums, Dr. Alfred Estelmann. Auch Stipendien werden nach sozialen Kriterien und Leistung vergeben. Klingt eigentlich nach einer Win-win-Situation für alle Beteiligten. Das Klinikum Nürnberg erhofft sich durch das private Studium junge Menschen, die eine „emotionale Bindung an die praktische ärztliche Tätigkeit“ haben und auch nach dem Abschluss am Klinikum bleiben. Studenten mit ungenügendem Abiturschnitt können über das gebührenfinanzierte Studium doch noch Ärzte werden. Und die private Hochschule verdient Geld.

„Wissenschaftlicher Discounter“

Ganz und gar nicht begeistert zeigt sich allerdings der Medizinische Fakultätentag (MFT). Der Verband, der die staatlichen Medizinuniversitäten und Forschungseinrichtungen in Deutschland vertritt, spricht von einem „wissenschaftlichen Discounter“, der sich in Nürnberg gerade „deutsches Hochschulterrain“ erschließt. Vor allem geht die Sorge um, mit dem Vorstoß könnten hiesige rechtliche und Qualitätsstandards unterlaufen werden. In einer gemeinsamen Erklärung des MFT und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist mit Blick auf das „Akademische Franchising“ von einer „Ärzteausbildung light“ die Rede. Unter Franchising im Hochschulbereich versteht man, dass der akademische Grad zwar von der Hochschule verliehen wird, Studienprogramme jedoch durch Partnerorganisationen durchgeführt werden. „Mit der Begründung, etwas für den ärztlichen Nachwuchs zu tun, gehen Krankenhäuser in verschiedenen Bundesländern dazu über, ein Medizinstudium „light“ anzubieten. Sie arbeiten dafür mit ausländischen Bildungsanbietern zusammen, die sich neue Märkte erschließen wollen“, erklärt Professor Heyo Kroemer, Präsident des MFT. Der Generalsekretär der MFT Volker Hildebrandt kritisiert ein solches Vorgehen scharf: „Wer in Deutschland an einer nichtstaatlichen Franchising-Ausbildung teilnimmt, soll nach Vorstellungen von ausländischen Anbietern das bei uns geltende Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsrecht sowie die staatliche Qualitätssicherung umgehen können. Wir lehnen den PMU-Studiengang in Nürnberg daher rundweg ab.“

Aufsicht nicht ausreichend?

Im Unterschied zu öffentlichen Universitäten, an denen Studiengebühren abgeschafft wurden, sind beim privaten Franchising erhebliche Studiengebühren fällig. Dennoch werden Ausbildungsabschnitte meist in andere Einrichtungen ausgelagert, wie das beispielsweise bei der Asklepios Medical School der Semmelweis Universität in Hamburg der Fall ist, die ihre Vorklinik nach Ungarn verlegt hat. Ärztevertreter kritisieren, dass auf diese Weise eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis nicht möglich sei. Die klinische Lehre übernähmen im besten Fall außerplanmäßige Professoren oder Honorarprofessoren ohne die für Lehre und Forschung notwendigen Ressourcen. Letzteres sei auch bei der Nürnberg Medical School der Fall. Doch das Medizinstudium solle mehr sein als lediglich Unterricht am Krankenbett. Der Verzicht auf anerkannte und im internationalen Wettbewerb berufene Universitätsprofessoren sowie fehlende Infrastrukturen für Lehre und Forschung gefährden, nach Meinung der deutschen Ärztelobby, die Qualität der Ausbildung und der späteren Patientenversorgung. An der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg wird daher kein gutes Haar gelassen.

Hauptkritikpunkt ist, dass das städtische Klinikum Nürnberg kein Uniklinikum ist und somit keine deutsche Universität die Finger im Spiel hat. Der Medizinische Fakultätentag sieht darin nicht nur deutsches, sondern auch europäisches Recht verletzt, denn nach der Bundesärzteordnung müsse ein Medizinstudium an einer wissenschaftlichen Hochschule stattfinden und laut einer EU-Richtlinie solle die ärztliche Grundausbildung „an einer Universität oder unter Aufsicht einer Universität stattfinden“. Volker Hildebrandt, MFT-Generalsekretär, vertritt deshalb die Meinung, dass „die Aufsicht durch die private Universität aus Salzburg nicht ausreichend ist“. Ein weiterer Dorn im Auge der Ärztevertreter ist die Tatsache, dass die theoretischen Fertigkeiten in Biologie, Physik und Chemie an der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg vermittelt werden sollen, die bis 2013 eine Fachhochschule war. Damit werde in der privaten Nürnberger Ärzteausbildung das „gesamte Studium quasi auf FH-Ebene absolviert“, bemängelt der Fakultätentag.

Deutsche Behörden als Zaungast

Auch Jürgen Schüttler, Dekan der medizinischen Fakultät an der Universität Erlangen-Nürnberg, äußert sich entsetzt: „Dreh- und Angelpunkt der Ärzteausbildung in Deutschland ist, dass sie forschungsbasiert ist, dass die Studenten ganz nah am wissenschaftlichen Fortschritt ausgebildet werden.“ Das könnten nur Unikliniken mit ihrer Grundlagenforschung leisten. Am Städtischen Klinikum in Nürnberg gebe es „allenfalls klinische Studien“. Schüttler hält es für unerträglich, „dass auf deutschem Boden eine Ausbildung stattfindet, die sich außerhalb der Kontrolle der deutschen Behörden bewegt“. Tatsächlich waren deutsche Behörden bei dem ganzen Unterfangen bislang nur Zaungast. Möglich machen dies der europäische Binnenmarkt und die im EU-Recht verankerte Niederlassungsfreiheit. Über die Bewilligung des PMU-Projekts in Nürnberg hat die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) entschieden. Von der heißt es, die Akkreditierung sei regelkonform abgelaufen.

Das bayerische Wissenschaftsministerium hält sich vornehm zurück. Es sei wichtig, deutlich zu machen, dass das „Sitzland der Hochschule“ (Österreich) die „Verantwortung für die Erfüllung von Qualitätsstandards trägt“. Deshalb untersuche man erst gar nicht, ob der Studiengang gleichwertig mit der Ärzteausbildung an deutschen Universitäten sei.

Red Bull verleiht (nicht nur) Flügel

Doch ist die Aufregung der deutschen Universitäten nicht etwa künstlich? Wollen sie nicht einfach nur Konkurrenz vermeiden? Schüttler verneint vehement: „Wir stellen uns gerne dem Wettbewerb“. Die PMU jedoch wehrt sich gegen den Vorwurf mangelnder Wissenschaftlichkeit. Auf deren Website heißt es, dass das Studium nicht der reinen Wissensvermittlung dienen solle, sondern ein Umfeld zu einer „ersprießlichen, interaktiven theoretisch-praktischen Ausbildung“ biete. Für die zukünftigen Ärzte solle eine Sensibilisierung für „das Neue, das noch nicht Machbare, für das Unkonventionelle und Querdenkerische, für das Kreative und Zukünftige“ – für Wissenschaft und Forschung also – erfolgen. Deswegen sähe die PMU auch im vierten Studienjahr ein viermonatiges Forschungstrimester vor, in dem die Studenten wissenschaftlich an laufenden Forschungsprojekten des Klinikums mitarbeiten. Zudem gäbe es am Klinikum Nürnberg neben freiberuflichen Ärzten, die Kurse geben, Professoren, die in die Unterrichtung der Studenten mit eingebunden würden. Auch sei die Grundlagenforschung möglich und erwünscht.

Das letzte Wort ist in dem Streit zwischen Fakultätentag und PMU wohl noch nicht gesprochen. Die Ärztevertreter prüfen rechtliche Schritte und berufen sich auf ein Rechtsgutachten, in dem unter anderem bemängelt wird, dass das Klinikum Nürnberg eine öffentliche Einrichtung sei und damit auch deutsches Recht zu achten habe. Vom Grundsatz her wird aber auch in dem Gutachten die Rechtmäßigkeit des Franchisesystems nicht angezweifelt, weil die EU-Mitgliedstaaten die Studienabschlüsse für Ärzte wechselseitig anerkennen. Für den Fall einer juristischen Auseinandersetzung wäre sowieso mit einem jahrelangen Verfahren zu rechnen. Bis es zu einer Entscheidung kommt, könnten womöglich längst Fakten geschaffen sein. Man will schließlich nicht kommenden Nürnberger Absolventen in fünf Jahren mitteilen, dass ihr Studium umsonst war. Und wo gewöhnlich viel Geld im Spiel ist, haben politische Aufseher sowieso gerne mal das Nachsehen. Großer Gönner der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität ist Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz, der sich schon an der Gründung beteiligte und 2012 mal eben 70 Millionen Euro in ein neues Forschungszentrum für Querschnittslähmung investierte, um die Grundlagenforschung sicherzustellen. Die Salzburger Uni kann so finanziell gestärkt ihr Geschäftsmodell in Nürnberg locker durchziehen.

Meinung von Medizinstudenten

Doch was denken Medizinstudenten über das umstrittene Konzept der PMU? Annette Mohner, Medizinstudentin im sechsten Semester in München, kann nicht verstehen, warum ein solcher Studiengang in Deutschland erlaubt wird: „Es ist eine absolute Frechheit, dass hier ein Studienplatz vom Geldbeutel der Eltern abhängig gemacht wird. Der Numerus Clausus mag zwar nicht die beste Möglichkeit sein, über die Vergabe der Studienplätze zu entscheiden, aber ich denke doch, dass ein halbwegs disziplinierter und engagierter Schüler ein 1,x-Abitur schafft und dann die Möglichkeiten hat, durch den TMS nachzubessern. […] Es ist eigentlich ein gerechter Wettbewerb. Es ist aber nicht fair, dass jemand aus armen Verhältnissen sieben Jahre warten muss und sich der Sohn aus reichem Hause den Studienplatz sofort erkaufen kann.“

Auch Jan B.*, der im achten Semester an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, pflichtet Annette bei: „Ich sehe private Unis kritisch, da ich Geld für ein schlechteres Selektionskriterium halte, als den Numerus Clausus. Das bedeutet nicht, dass Studenten, die ohne eigene Leistung, aber mit dem Geld der Eltern ins Studium kommen, grundsätzlich schlechtere Ärzte werden. Ich halte es jedoch für wahrscheinlich, dass bei einer Zulassung der Studenten nach monetären Kriterien diese nach dem Studium einen schlechteren Ausbildungsstand haben werden. Es wird oft argumentiert, dass die Qualität der Ausbildung bei der neuen privaten Uni gesichert sei, da die Studierenden ebenfalls staatlich geprüft würden. Diese Argumentation halte ich jedoch für irreführend: Die Staatsexamina alleine sichern nicht die Qualität der Ausbildung. An meiner Universität haben die Klausuren, die von der Universität selbst erstellt werden, oftmals viel höhere Durchfallquoten, als die Staatsexamina. An der privaten Universität werden diese Klausuren aber von Professoren gestellt, die von den Studierenden, bzw. von deren Eltern, für das Stellen der Prüfungen bezahlt werden. Ich befürchte, dass die Prüfungen daher einfacher sein werden. Von anderen privaten Studiengängen sind mir Fälle bekannt, in denen Professoren indirekt von den Eltern wieder auf gewünschten Kurs gebracht wurden, sofern zu viele Studierende mit gut zahlenden Eltern durch eine Prüfung gefallen sind. Ich finde, so eine Praxis darf man bei einem Studiengang wie Medizin nicht riskieren. Ich bin der Meinung, dass die medizinische Ausbildung in Deutschland nach aktuellem Stand nicht ohne Qualitätsverlust privatisiert werden kann. Die Privatisierung versucht Kosten einzusparen, sowie Kunden zufriedenzustellen. Die Universitätsmedizin ist aber kein Fast Food-Unternehmen und sollte das Augenmerk nicht auf Ökonomie, sondern auf eine bestmögliche Ausbildung der Medizinstudenten setzen.“

Bildungsgerechtigkeit?

Der Medizinstudent Simon Oggerer aus Regensburg sieht das jedoch ganz anders: „Wieso regen sich die Leute so auf? Es gibt viele Privatuniversitäten wie beispielsweise Witten-Herdecke oder die Unis im Ausland und da funktioniert das Ganze doch auch wunderbar. Ich habe noch nicht gehört, dass Ärzte von dort schlechter ausgebildet wären, es scheint also zu funktionieren. So lange die Qualität der Ausbildung gewahrt bleibt, also nicht der Patient am Ende einen Nachteil hat, sehe ich da überhaupt kein Problem. Auch an einer Uni, für die man Geld bezahlt – was übrigens beispielsweise in den USA Gang und Gäbe ist – gibt es Klausuren und Prüfungen jeglicher Art. Und sicherlich auch mit einem gewissen Schwierigkeitsgrad, sodass man auch dort fleißig sein und lernen muss. Ich finde es gut, dass in Nürnberg wieder ein paar mehr Studienplätze geschaffen werden, die sind in Medizin ja Mangelware. Und ganz ehrlich: eine schlechte Abiturnote sagt nicht aus, dass jemand später ein schlechter Arzt wird. Umgekehrt bin ich der Meinung, dass 1,0-Kandidaten manchmal auch relativ lebensfremd sind und nicht zwingend einen guten Arzt abgeben. Außerdem steht nirgends, dass nur reiche Studenten dort hingehen dürfen. Man muss für die Leistungen der Privatuniversität Gebühren bezahlen, ja, aber diese können auch über ein Stipendium finanziert werden oder man bezinst sein späteres Einkommen. Ich finde, man darf nicht den Anspruch erheben, von einer privaten Universität Bildungsgerechtigkeit zu verlangen, sie ist ein Wirtschaftsunternehmen und handelt logischerweise auch wie eines.“

* Der Name des Interviewten wurden von Seiten der Redaktion geändert.

65 Wertungen (3.98 ø)

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15 Kommentare:

Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

#13 völlig falsch mit der negativen “Selbstbeurteilung”, wenn Deutsche Doktoranden inzwischen die gesamte Arbeit, nicht nur eine summary in englisch verfassen müssen.
Wer mal nach Frankreich oder Italien geht, wird ganz erstaunt feststellen, dass auch die was von Medizin verstehen, auch ohne englisch zu sprechen.
In USA waren Deutsche gerade wegen ihrer guten Ausbildung eigentlich immer sehr beliebt. Hierzu zählte solides Basiswissen, das alleine selbständiges und kausales Denken ermöglicht (Physikum), gegenüber eingeübter Küchenrezeptkonzeption:
“wenn das Symptom, dann die Therapie” ohne zu wissen warum.
Der Allgemeintrend z.T. allerdings durch (ökonomischen) Druck von Außen, geht allerdings auch bei uns mit der bekannten Leitlinieninflation zu diesem Abstieg.

#15 |
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Dr. Dr. med. G.Niklewski, Nürnberg
Dr. Dr. med. G.Niklewski, Nürnberg

Auch Frau Heckl schreibt einen Artikel, ohne bei den Verantwortlichen in Nürnberg selbst recherchiert zu haben. Im übrigen wiederholt sie rechtlich angreifbare und gegen besseres eigenes Wissen getätigte Fehlbehauptungen des Fakultätentages und der Erlanger Fakultät. Außerdem verschweigt sie, dass seitens des zuständigen bayerischen Ministeriums eine rechtliche Feststellung vorliegt. Also: erst einmal aufgrund von selbst recherchierten Fakten dwen Sachverhalt richtig darstellen und nicht abschreiben und dann zu einer Bewertung kommen.

#14 |
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Gast
Gast

Dass man in Österreich keine Arbeit für den Dr. Titel schreiben muss ist eine Unterstellung ohne Hintergrund. Man muss ebenso eine Arbeit schreiben, nur dass diese als Diplomarbeit statt Doktorarbeit betitelt wird. Unterschiede sehe ich allerdings keine besonders großen.
Und seien wir mal ehrlich, es ist kein großes Geheimnis, dass die Promotion in Medizin in Deutschland oftmals auch sehr leicht erworben werden kann, v.a. im direkten Vergleich mit anderen wissenschaftlichen Studienfächern.
Das deutsche Hochschulsystem (Anm: ich bin selbst Deutscher) an sich ist wie ich finde ein unheimlich arrogantes und alle sind stets der Meinung, nur Deutschland sei der Allheilbringer und alle anderen würden es sowieso nicht drauf haben. Gerade wenn man nicht in dieses elitäre System passt oder sich diesem hingeben will (Stichpunkt NC), hat man oft sehr schlechte Karten und wird sogleich als untauglich abgestempelt.
Über das Thema finanzielle Hürde lässt sich durchaus streiten, jedoch bin ich der Meinung, ein wenig Konkurrenz kommt der deutschen Medizinerwelt gerade recht, um sie wieder ein wenig vom hohen Ross runter zu holen.

#13 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

#10 p.s. pardon, ich glaube, ich hab dich falsch verstanden

#12 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

#10Gast, nicht weinen, Gast, Studiumsqualität, selbst das ein mal eins ist nun mal nicht angeboren.
Selbst ist der Mann (Frau) und irgendwann ist man auch erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Also nicht alles auf die Eltern oder das Geld schieben.
Studenten haben IMMER recht ärmlich gelebt, früher mehr als heute.

#11 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Wer kein Abi hat, sollte das erst mal nachholen,
das ist entschieden leichter als das Medizinstudium!
Alles andere ist “ungerecht”. Das scheint ja wenigstens Konsens.
Deutsche Abiturnoten sind allerdings auch nicht (mehr) viel wert.
Dass ein Österreicher für der Dr. in Medizin keine Dr.-Arbeit braucht,
ist bekannt, vielleicht ein heißer Tip für Politiker.

#10 |
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Gast
Gast

Wir haben in Deutschland eine massive Bildungungerechtigkeit, weil für die frühkindliche Bildung (z.T. horrende und oft stark qualitätskorrelierte) Gebühren anfallen, wo keiner schreit, ab der Schule aber nicht mehr. So kommen die Kinder gebildeter Eltern mit einem vielfachen Vorteil und Vorsprung in die Schule, wo der Erfolg weiterhin stark von der Bildungskompetenz der Eltern abhängt.

Natürlich muss es Finanzierungsmodelle geben, die auch ohne Kapital ein Studium ermöglichen, aber das persönlich zu finanzieren und nicht durch alle Steuerzahler, auch die, die im Leben nicht so viel auf dem Lohnzettel haben werden wie wir schon in der Assistenz, finde ich weder unsozial, noch ungerecht. Deutsche nehmen für ein unökologisches Verbrauchsobjekt wie ein auto ohne mit der Wimper zu zucken einen Kredit auf, aber nicht für ihre Bildung (die auch noch, gerade im Falle des Medizinstudiums nahezu die Garantie für die Kreditrückzahlung in sich trägt!).

Deutschen ist Geld v.a. im Zusammenhang mit Bildung irgendwie etwas Unedles… Fast überall inder Welt muss man sich aber selbst um die Finanzierung zumindest seiner höheren Bildung kümmern. Werden all diese Leute nicht richtig geprüft? Kann ich im direkten Vergleich mit Bekannten, die in Osteuropa Medizin studieren, nicht sagen. Im Gegenteil würde ich behaupten, dass diese nachhaltigeres Wissen erwerben, da sie oft und kleinteilig mündlich streng geprüft werden und nicht einmal im Semester alles ohne Sinn und Verstand per MC auskotzen müssen…

#9 |
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Ich würde dieses Angebot nicht überbewerten, da es nichts anderes tut, als ein Problem gegen ein anderes auszutauschen. An den staatlichen Unis entscheidet der NC oder das Los, an den privaten Unis das Vermögen. Beides ist suboptimal, aber es fehlt bislang an empirischer Erfahrung, welche Variante letztlich den “besseren” Arzt ausspuckt. Jedenfalls spricht die allgemeine Erfahrung mit privaten Hochschulen grundsätzlich eher nicht dafür, dass es den besagten “Discounting-Effekt” tatsächlich gibt.

Dass die “Konkurrenz” in die Presche springt und sich gegen neue Bildungsangebote sträubt, ist in der Medizin (und nicht nur dort) historisch verwurzelt, mithin auch ein Ausdruck von Standesdünkel. Ist im Übrigen bei uns Psychologiestudenten ähnlich: Die “Diplomer” zementieren ihre gefühlte Überlegenheit gegenüber denjenigen, die -Bologna sei Dank- ihren Abschluss in handlichen Häppchen namens Bachelor und Master, natürlich jeweils mit separatem NC, machen müssen.

Aus meiner Sicht ist es aber ohnehin nur eine Frage der Zeit, bis die Harmonisierung der westlichen Hochschulwelt das deutsche “Qualitätsmodell” aus den Angeln heben wird. Es wird da wohl kein Zurück geben, besonders auch am gewöhnungsbedürftigen Trend, dass man sich, sofern man nicht mit goldenem Löffel im Mund geboren wurde, für einen begehrten Abschluss hoch verschulden muss. Ob sich damit etwas verbessert oder wir irgendwann nicht mehr wissen, ob da, wo Experte drauf steht, auch wirklich Experte drin ist, sei dahingestellt. Aber Widerstand halte ich da für weitgehend zwecklos.

#8 |
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Elisabeth Nick
Elisabeth Nick

Gast

mal ganz abgesehen von den fairen/unfairen und hier heiß diskutierten Auswahlkriterien zur Zulassung… warum spricht keiner über die eigentliche Lehre? Die scheint nämlich an Universitäten völlig unkontrolliert vor sich hinzuplätschern, wodurch erhebliche Unterschiede in der Lehrqualität entstehen. Wenn die Profs nur an ihrer Forschung interessiert sind, haben sie meistens keine Zeit und keine Lust mehr auf Lehre. Unterricht in kleinen Gruppen mit einem günstigen Lehrer/Schüler-Quotienten, wie hier beschrieben, scheint mir da wesentlich sinnvoller als das, was aktuell an einigen Unis so alles als “hervorragende Lehre” verkauft wird. Bevor man sich über Private Lehre aufregt, sollte man erstmal darüber nachdenken, die Lehre an deutschen Universitäten auf ein gemeinsames Niveau zu bringen.

#7 |
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Hallo, ich komme aus Salzburg und da ich selbst Medizin studiert habe (allerdings in Wien) und anschliessend Jahre lang an den Salzburger Landeskliniken tätig war sind mir die Verhältnisse dort gut bekannt.

Die PMU Studenten sind um nichts schlechter als die Studenten die an einer öffentlichen Uni in Österreich oder auch in Deutschland studiert haben!

Medizin ist ohnehin ein Fachgebiet in dem lebenslanges Lernen unabdingbar ist und wenn dann das Betreuungsverhältnis noch so optimal ist wie an der PMU kann eigentlich nur etwas “gescheites” dabei herauskommen

P.S. Studentin bin ich übrigens keine mehr (LOL) sondern bereits seit 1998 promoviert

#6 |
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Gast
Gast

Mag sein, dass die NC-Selektion nicht optimal ist. Und ich gönne wirklich jedem seinen Studienplatz, egal an welcher Uni und egal, wie ausgewählt. Dass aber aufgrund finanzieller Einschränkungen das Studium für manche, möglicherweise besser Geeignete, in Nürnberg überhaupt nicht in Frage kommt, ist in meinen Augen einfach ungut.
Und dass private Unis gut funktionieren, ist absoluter Unsinn. Witten und Marburg haben so ziemlich den schlechtesten Ruf in Drutschland.

#5 |
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Alexander Prinz
Alexander Prinz

Das Auswahlverfahren in Deutschland heißt: Entweder man hat Geld und klagt sich ein, Glück über Losverfahren oder man erreicht ein gutes Abi das leider auch rein gar nix mit der tatsächlichen Intelligenz, sozialen Kompetenzen und Fähigkeiten zu tun hat sondern rein durch betrügen, auswendig lernen, schleimen und Glück mit einfachen LK’s und Lehrern zu tun hat.

Hier ist das Auswahlverfahren and der PMU mit Tests in Bio, Chemie, Phsik mit anschließenden Auswahlgesprächen um welten besser! Mit dem TMS-Test kommt man nicht zu einem Studienplatz. Der ist nur zum Geld verdienen und zum Schein bewahren vorhanden. Anstatt Durchfallquoten zu haben sollte man sicher vorher seine Studenten aussuchen.

Hier kann Deutschland von der PMU lernen.

In Deutschland gibt es keinerlei Gerechtigkeit bei der Studienplatzvergabe. 90% der deutschen Medizinstudenten sind so sozial inkompetent, dass sie niemals ein guter Arzt werden.

#4 |
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Annett Mende
Annett Mende

Ich kann mich auch nur dem Medizinstudent Simon Oggerer anschließen. Es gibt Menschen die dem nc nicht unbedingt entsprechen, aber z.B. hervorragende Diagnostiker und Praktiker wären und ihre Patienten nicht mit wissenschaftlich verworrener Sprache erschlagen würden. Also ein NC oder sonstige Vorschriften sind noch lange kein Garant für einen guten Arzt und wenn ein solcher Weg trotz alledem mit einem vernünftigen Niveau untermauert ist, warum nicht?

#3 |
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Student der Zahnmedizin

Da pflicht eich dem Studenten Simon Oggerer aus Regensburg bei und schliesse mich seiner Meinung an. Vielleicht sollten unsere Professoren auch mal nur 50 statt 600 STudenten unter ihre Fittiche nehmen, dann würde die Vorklinik auch nicht zu einem Auslesemarathon verkommen. Gezigt wurde uns nämlich bislang mal garnichts. Statistiken werden verfälscht durch Praktika, die bei nichtbestehen der Praktika den Ausschluss an der Scheinpflichtigen Abschlussklausur bedeuten. Ergo haben die Zugelassenen Prüflinge schon während des Praktikums Ihre hohen Bestehensqualitäten bewiesen und so sind die Durchfallquoten entsprechend gering.

#2 |
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Mitarbeiter Industrie

naja, namen ändern ist auch nicht so ok,

wer sooo laut tönt und anderen die meinung sagt,
sollte selber erstmal zur eigene stehen und sich nicht namentlich veleugnen lassen.

mut den ehrlichen

den schreihälsen die pause

#1 |
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