Herzerkrankungen: Dunkle Schokolade „entstresst“

7. April 2014
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Wer vor einem öffentlichen Auftritt eine halbe Tafel schwarzer Schokolade isst, senkt den Stresspegel des Körpers. Warum das so ist, ist erst teilweise erforscht. Nun haben Forscher erstmals beim Menschen eine entsprechende Untersuchung durchgeführt.

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in den Industrieländern. Kurzer, heftiger Stress kann einen akuten Herzinfarkt auslösen. Aus der Forschung weiß man, dass der Konsum schwarzer Schokolade aufgrund bestimmter Kakaobestandteile, der sogenannten Kakao-Flavonoide, vor Herzerkrankungen schützt. Die Studie der Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Petra H. Wirtz vom Institut für Psychologie der Universität Bern wurde in der kardiologischen Fachzeitschrift „Journal of the American College of Cardiology“ publiziert.

Getürkte Schokolade, fingiertes Vorstellungsgespräch

In einer Placebo-kontrollierten Studie aß die eine Hälfte der Probanden – gesunde Männer zwischen 20 und 50 – eine halbe Tafel schwarzer Schokolade mit hohem Flavonoid-Gehalt. Die andere Hälfte erhielt eine Placebo-Schokolade ohne Flavonoide. Nach zwei Stunden wurden die Versuchsteilnehmer einem standardisierten Stresstest unterzogen: ein fingiertes Vorstellungsgespräch mit freier Rede und Kopfrechnen vor einem Gremium von zwei Prüfenden in weissem Kittel. Dieser zehnminütige Test löst zuverlässig eine akute körperliche Stressreaktion mit Ausschüttung von Stresshormonen aus.

Flavonoide vs. Stresshormone

Vor dem Stresstest und bis zu einer Stunde danach wurden wiederholt Stresshormone gemessen, die von der Nebenniere sowie vorwiegend in zentralen Teilen des Körpers wie dem Gehirn freigesetzt werden. Gemessen wurden ferner der Flavonoid-Spiegel im Blut und die persönliche Einschätzung des Stress-Ausmaßes durch die Probanden. Resultat: Wer echte schwarze Schokolade gegessen hatte, wies einen schwächeren Anstieg der Nebennieren-Stresshormone Cortisol und Adrenalin aus als die Placebo-Gruppe. Je höher die Flavonoid-Spiegel im Blut, desto geringer war der Stresshormonanstieg. Bei den anderen Stresshormonen und der psychologischen Stressbewertung zeigten sich hingegen keine Unterschiede zwischen den beiden Testgruppen.

Schützende Effekte von Kakao-Flavonoiden

„Wir vermuten, dass schwarze Schokolade aufgrund der darin enthaltenen Flavonoide auf Ebene der Nebennieren vor der körperlichen Reaktion auf Stress schützt, indem sie die Stresshormonfreisetzung reduziert“, folgert Petra Wirtz. Die Forscher erhoffen sich von diesen Erkenntnissen ein besseres Verständnis der schützenden Effekte von Kakao-Flavonoiden auf das Herzkreislaufsystem sowie neue Ansatzpunkte für die Prävention von Herzkreislauferkrankungen bei Personen mit erhöhtem Risiko und bei Gesunden.

Originalpublikation:

Dark chocolate intake buffers stress reactivity in humans
Petra Wirtz et al; JACC, doi: 10.1016/j.jacc.2014.02.580, 2014

28 Wertungen (4.5 ø)

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10 Kommentare:

Gast
Gast

@Dr. med. Roland Sautter, alles strahlt in unserem Universum.
Kaffee soll 1000Bq/kg strahlen, der Mensch selbst natürlich auch,
ein Erwachsener als Ganzes ca. 3000 bis 20000 Bq überwiegend das Isotop K40,
also in jeder Zelle. Soll sehr gesund sein.
Nur nicht weiter sagen, Regierung und Qualitätsmedien hören das nicht gern.
Ohne Angst würde der Bürger weniger Steuern zahlen (für nicht existierende Gefahren).

#10 |
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billige taschen
billige taschen

Die kalte Jahreszeit ist wie geschaffen daf眉r, zu werkeln und zu handarbeiten.
billige taschen http://www.handtaschendeutschlandshop.com/index.php?main_page=index&cPath=1_2

#9 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

es gibt 99%ige (Lindt) und sogar 100%ige (Zotter) Schokolade: für viele gewöhnungsbedürftig, aber dann köstlich! Ohne Zucker & Milch

#8 |
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Gast
Gast

… und statt weniger Stressreaktion dann mehr Oxalatsteine in der Niere …?

#7 |
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BI Bernd Rathgeber
BI Bernd Rathgeber

Ja dann sollte man doch nicht lange zögern und die Flavonoide aus dem Kakao extrahieren und als Kapseln oder Tabletten (Nahrungsergänzungsmittel) auf dem Markt bringen. Schokolade enthält neben Fett auch Zucker und macht Fett und Diabetes, diese “Nebenwirkung” würde damit eliminiert.

#6 |
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was genau ist schwarze schokolade? handelware?
wie schwarz ist 70%ige?

ich mag auch dunkle trinkschokolade + 1 espresso.

best, bordt

#5 |
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Im TV “Warnung” vor Cadmium in Kakaobohnen (Nieren)–bin nun beim Konsum verunsichert. Wie selektieren?

#4 |
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Gast99
Gast99

Milch soll auch die Wirkung in Kakao mildern,also lieber nur mit Wasser trinken wie in Südamerika.Man gewöhnt sich schnell dran und es schmeckt auch.Anstatt Zucker tue ich auch immer 32% Kakao in den Kaffee.

#3 |
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Rohschokolade, hergestellt aus nicht gerösteten Kakaobohnen und Kakaobutter und wenig Süße in Form von Kokosblütenzucker oder Honig, enthält nachweislich die meisten Flavonoide. Conchieren ist kontraproduktiv, da durch die dabei entstehende höhere Temperatur bei der Herstellung wertvolle Inhaltsstoffe verlorengehen.
Zerkleinert man rohe Criollokakaobohnen, z.B. im Thermomix, ist das ein Fest für die Sinne, der Duft ist phantastisch, man kann die einzelnen Aromen wirklich riechen und die Schokolade ist zudem ganz leicht selbst hergestellt. Ich bin mittlerweile fast süchtig auf meine selbst gerührte Rohschokolade, sie tut mir einfach gut!
Echte schwarze Schokolade enthält weder Milchpulver noch Butter oder Palmfett.

#2 |
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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Mehr Aroma und Genuss (und dafür weniger Zucker und weniger Milchfett) funktioniert allerdings nur bei Qualitäts-Schokoladen. Das Geheimnnis sind Edelkakao und das Conchieren, d.h. längeres Rühren und damit Freisetzen der Aromastoffe. Wie z.B. in “Drachensplitter”, einer Knusperpraline vom Chocolatier Schell, von deren Erlös die Kinderonkologie in Tannheim unterstützt wird.

#1 |
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