Diabetes: Selbstmanagement senkt Mortalität

26. März 2014
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Eine aktuelle Studie zeigt, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes, die über ein gutes Selbstmanagement verfügen, ein verringertes Mortalitätsrisiko haben. Diese Erkenntnis untermauert den großen Stellenwert von Patientenverhalten im Behandlungsprozess bei Diabetes.

Die Wissenschaftler vom Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) und vom Institut für Epidemiologie II (EPI II) am Helmholtz Zentrum München (HMGU) untersuchten gemeinsam mit Kollegen des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Düsseldorf den Zusammenhang des Selbstmanagements mit der Mortalität bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Hoher Selbstmanagement-Index – niedrige Mortalität

340 Studienteilnehmer mit Typ-2-Diabetes wurden bezüglich ihres Patientenverhaltens, das beispielsweise regelmäßiges Kontrollieren des Blutzuckerspiegels, Führen eines Ernährungsplans oder körperliche Aktivität umfasst, befragt und daraus ein Selbstmanagement-Index ermittelt. Diesen Index setzte das Team um Professor Dr. Rolf Holle und Michael Laxy in Zusammenhang mit der Sterblichkeit der Personen, die über einen Zeitraum von 12 Jahren erfasst wurde. Die Analyse ergab, dass Patienten mit einem guten Diabetes-Selbstmanagement, d.h. mit einem hohen Selbstmanagement-Index, ein deutlich geringeres Mortalitätsrisiko aufweisen als Patienten mit einem niedrigen Selbstmanagement-Index. Dieser Zusammenhang besteht unabhängig von anderen Faktoren, die die Mortalität beeinflussen können, wie etwa Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen oder medikamentöse Therapien.

Aktive Therapiebeteiligung der Patienten wichtig

„Die Ergebnisse zeigen, dass neben einer leitliniengerechten ärztlichen Behandlung auch das Patientenverhalten eine große Bedeutung für den Krankheitsverlauf sowie den Behandlungserfolg hat“, erklärt Holle, Leiter der Arbeitsgruppe Ökonomische Evaluation am IGM. „Patientenzentrierte Angebote, wie Diabetesschulungen und Informationsangebote, leisten daher einen wertvollen Beitrag für eine gute Patientenversorgung und sollten künftig weiter ausgebaut werden.

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Originalpublikation: 


The Association Between Patient-Reported Self-Management Behavior, Intermediate Clinical Outcomes, and Mortality in Patients With Type 2 Diabetes: Results From the KORA-A Study
Michael Laxy et al.; Diabetes care, doi: 10.2337/dc13-2533; 2014

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5 Kommentare:

Gast
Gast

Nun das ist doch nun wirklich nichts neues und liegt schlicht an der Einstellung zur Krankheit (Gesundheit) des Patienten selbst, nicht am Doktor!
Bei einem “Selbständigen” heilt z.B. nachweislich die gleiche Radiusfraktur schneller als beim Angestellten, bei gleicher Therapie selbstverständlich.
Und wie immer bei einer Statistik, natürlich nicht ohne Ausnahme.

#5 |
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Shanti Wahl
Shanti Wahl

Uh, Kollege Werner böse :-)
Höre ich nun ihre Meinung oder nur Standesdünkel?

Warum geben die Hausärzte an der Front so wenig Selbstverantwortung an die Patienten? Sie verdienen ja eh wenig genug. Probieren Sie doch mal mit ihren eigenen Körpern und denen ihrer Familie verschiedene Ernährungsprogramme eigenverantwortlich aus und Sie werden feststellen, dass Sie bei manchen TRAUMWERTE und bei anderen TRAUMGEFÜHLE erreichen. Dann können Sie entscheiden was das Beste für Sie ist.

Das ist eigenen Praxis / Erfahrung die die Patienten begeistert. Und das hilft.

#4 |
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Weitere medizinische Berufe

Mein Selbstmanegement:
Nehme seit 3 Jahren Sifor 1000 und halte dabei den Langzeitwert bei ~ 8,5
Essen wird auf entsprechende Empfehlungen gemacht.Gewicht um 5 Kg reduziert.
Seit etwa 10 Monaten nehme ich zusätzlich 400 mg Gymnema Sylvestre
Da ist mein Wert zum Herbst 2013 auf 6,4 gesunken > Zufalll?
Mitte Dezember ist mir das Mittel ausgegangen und habe es damit nicht mehr genommen.
Anfang März 2014 war der Wert dann wieder auf 8,4. >Zufall?

#3 |
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Dr. med. dent. Klaus Werner
Dr. med. dent. Klaus Werner

@L. Hinderer: Wenn Sie jetzt noch statt “Geisel” richtig “Geissel” (oder meinetwegen auch “Geißel”) schreiben würden, könnte man Ihre Meinungsäußerung durchaus verstehen!

#2 |
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Heilpraktiker

Wow, welche Erkenntnis! Auf solche Studien hat die Welt gewartet. Weiter so, dann werden wir die Krankheit als Geisel der Menschheit umgehend ausrotten können…

#1 |
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