NASH-Diagnose: Verdrängt fMRT die Leberbiopsie?

21. März 2014
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Für die Diagnose und Verlaufskontrolle einer nicht-alkoholbedingten Fettleberhepatitis (NASH) ist üblicherweise eine Leberbiopsie nötig. Forscher haben nun nachgewiesen, dass das künftig auch mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie, also nicht-invasiv, möglich sein kann.

„Wir haben erstmals nachgewiesen, dass mithilfe eines speziellen Kontrastmittels und der fMRT die Fettleber und deren Entzündung diagnostiziert, aber auch die Funktion der Leber untersucht und gezeigt werden kann“, sagt der Senior Autor der Studie, Ahmed Ba-Ssalamah von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin. Das Kontrastmittel ist eine Gadoxetsäure, das über die Venen injiziert und über die Gallenwege ausgeschieden wird.

Zellen einer Fettleber nehmen das Kontrastmittel wegen der Entzündung, der Fibrose und der damit verbundenen Ausdehnung des Volumens der Leberzellen („Ballooning“) ganz schlecht bzw. gar nicht auf. „Ihre Funktion ist stark beeinträchtigt“, so Ba-Ssalamah. Dagegen ist das Kontrastmittel in gesunden Leberzellen sehr gut zu sehen. Dieser Unterschied konnte mittels funktioneller MRT sichtbar gemacht werden.

Ergebnisse verifizieren

Anschließend an diese Studie sollen die Ergebnisse jetzt in einer multizentrischen Studie verfiziert werden, damit diese Methode künftig auch die Leberbiopsie zur Erstellung der Erstdiagnose ersetzen kann, so die Forscher. „Die Verlaufskontrolle mit der fMRT ist schon jetzt möglich“, sagt Ba-Ssalamah.

NASH: rund 40 Prozent der Bevölkerung betroffen

Die Fettleber an sich ist eine Erkrankung, die in der Wohlstandsgesellschaft immer häufiger wird. Darunter versteht man die Einlagerung von Fetten (Triglyzeriden) in den Leberzellen. Ist Alkohol als Ursache der Fettleberentzündung ausgeschlossen, spricht man von der „Non Alcoholic Liver Disease“ (NASH). Von der nicht-alkoholischen Fettleber sind bereits rund 40 Prozent der Bevölkerung betroffen, sagt Michael Trauner, Leiter der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der MedUni Wien. Diese Erkrankung ist stark verbunden mit Diabetes, Übergewicht oder dem metabolischen Syndrom, aber auch mit genetischen Vorgängen und Veränderungen des Darmmikrobioms.

Originalpublikation:


Noninvasive Differentiation of Simple Steatosis and Steatohepatitis by Using Gadoxetic Acid-enhanced MR Imaging in Patients with Nonalcoholic Fatty Liver Disease: A Proof-of-Concept Study
N. Bastati et al.; Radiology, doi: 10.1148/radiol.14131890; 2014

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