Bildung: Wissen für umme

25. Juli 2012
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Bei Studierenden ist Sparen ein großes Thema, aber gibt es nicht Dinge, an denen man nicht sparen sollte? Bildung zum Beispiel. Doch muss es wirklich immer der teure Fachwälzer sein? Wir zeigen Euch, dass Lernen heutzutage nahezu kostenfrei sein kann.

Rennen wir im ersten Semester noch die Fachbuchhandlungen ein, um die besten, dicksten und meist auch teuersten Fachbücher zu kaufen, merken wir doch recht bald, dass es nicht immer kostenraubender und sperriger Fachbücher bedarf, um Testate, Klausuren und mündliche Prüfungen zu bestehen. Wenn man sich für jedes Fach der Vorklinik (Anatomie, Biochemie, Physiologie, Biologie, Chemie, Physik, Psychologie usw.) und jede Fachrichtung (Innere Medizin, Chirurgie, Kinderheilkunde, Gynäkologie und alle anderen) in der Klinik ein Buch kaufen würde – und man bedenkt, dass ein Kurzlehrbuch zwischen 20 und 30 Euro kosten kann und die großen Lehrbücher mit 50 bis weit über 100 Euro zu Buche schlagen – würde man einen Kredit aufnehmen müssen oder schnell verarmen.

Aber glücklicherweise kommt man auch ohne Geld sehr weit, wenn es um das Thema Lernen geht! Lernen für Lau – wir zeigen euch welche Möglichkeiten es gibt.

Die Bib – althergebracht, universell und doch modern

Auf die altmodische Art und Weise kann man sich als Student in der Bibliothek natürlich noch sehr gut und praktisch Bücher ausleihen. Es gibt in den medizinischen Fachbibliotheken fast alle Verlage, vom Kurzlehrbuch zum schweren Wälzer. Jedes Fach ist vertreten und wenn etwas fehlt, kann man es sich meistens bestellen lassen. Zeitschriften verschiedener medizinischer Fachrichtungen oder medizinische Dissertationen runden das klassische Bib-Angebot ab.

Aber nicht nur Bücherwürmer kommen in der Bib auf ihre Kosten, auch für Studenten, die Laptop und iPad während des Lernens nutzen wollen, hat die Bibliothek etwas zu bieten. CD-ROMs rund ums Kreuzen, Fachpublikationen in Form von eBooks und eJournals sowie Doktorarbeiten in digitaler Form verbreitern das Angebot enorm. Lange Wartezeiten durch nervige Vormerkregelungen, mangelnde Verfügbarkeit von Literatur und die Immobilität sperriger Wälzer fallen nahezu komplett weg.

Die (un)begrenzten Möglichkeiten des Internets

Das WWW ist ein unendlicher Pool an Informationen. Heutzutage kann sich jeder jederzeit und an jedem beliebigen Ort zu jedem erdenklichen Fachgebiet informieren. Folgende Fragen bringt diese unübersichtliche Datenflut jedoch mit sich:

  • Sind die Informationen wichtig und richtig?
  • Kann ich der Quelle, aus welcher ich die Informationen beziehe, vertrauen?
  • Sind die gefundenen Informationen noch aktuell?

Deshalb gilt es:

  • Verschiedene Suchmaschinen zu bemühen
  • Die Suchwörter zu varriieren
  • Verschiedene Quellen zu vergleichen
  • Medizinisch unseriöse Quellen auszusortieren

und stets den gesunden Menschenverstand einzuschalten.

Von Abkürzungen, Leitlinien und Literatur

Zu nahezu allen medizinischen Themen finden sich umfangreiche, frei zugängliche Quellen im Internet:

So zum Beispiel in umfassenden Wissensdatenbanken, wie diesen beiden:

Oder auf Seiten, die einem gängige und weniger gängige medizinische Abkürzungen begreiflich machen:

Aktuelle Leitlinien und Impfempfehlungen, die man als Vorbereitung für Klausuren oder Referate nachlesen möchte, findet man unter:

Spätestens, wenn man aber mit einer Doktorarbeit beginnt, lernt auch man die nicht unkomplizierte Suche nach passender Literatur kennen. Auch bei der Lernvorbereitung für Klausuren und Testate möchte man sich vielleicht vertiefend mit aktuellen Studien oder Entdeckungen zu einem bestimmten Thema auseinandersetzen.

Hier können einem folgende Quellen sehr behilflich sein:

  • Pubmed ist eine Meta-Datenbank mit gesammelten englischsprachigen Artikeln medizinischer Fachzeitschriften.
  • Medpilot ist ein deutschsprachiges Suchportal für medizinische Fachlektüre.
  • Google Scholar ist eine spezialisierte Suchmaschine Googles, die der allgemeinen Literaturrecherche wissenschaftlicher und somit auch medizinischer Texte dient.

Tipps zur Volltextsuche

Bei den medizinischen wie auch nichtmedizinischen Suchmaschinen kann man sich die Suche zudem sehr erleichtern, wenn man bei der Eingabe der Begriffe auf einige Punkte achtet:

  • Möchte man zwei Begriffe eingeben, die zusammengehören und im gleichen Zusammenhang auftauchen, kann man sie mit Anführungsstrichen („Risikofaktoren Herzinfarkt“) oder mit AND bzw. UND verknüpfen und reduziert so im Vorfeld die Trefferanzahl.
  • Benutzt man OR bzw. ODER erweitert sich die Anzahl der Treffer.
  • Gibt man nur den Stamm eines Wortes ein und setzt danach ein *, wird auch nach dem Plural und verschiedenen grammatikalischen Formen des Wortes gesucht (z.B. wird bei der Eingabe von Risikofaktor* auch nach dem Begriff Risikofaktoren gesucht). Um ein Wort auszuschließen, kann ein Minus (–) genutzt werden.

Vorlesungsfolien und Skripte

Und bevor man Fremdquellen nutzt, kann man ja auch die Vorlesungsskripte der eigenen Dozenten online abrufen. Manche medizinische Fakultäten und Fachbereiche stellen ihren Medizinstudierenden zudem Vorlesungsmitschnitte zur Verfügung. Und auch durch persönlichen Kontakt kommt man sicher an das ein oder andere private Vorlesungsskript oder ihr schaut euch in der kostenlosen Skript-Tausch-Börse von DocCheck um.

Wie weit kann es noch gehen? Lernen mit Apps…

Mittlerweile ist der Begriff Apps omnipräsent. Für alle mehr oder minder wichtigen Lebenslagen gibt es inzwischen scheinbar eine App. Natürlich gibt es auch für Mediziner ein großes Angebot, auch an kostenpflichten Apps. Aber auch ohne sein Konto zu belasten, kann man fündig werden. Zum Beispiel gibt es Rechner für Medizinische Scores, zur Ermiitlung des BMIs oder Geburtstermins oder den Child-Pugh-Score bei einer Leberzirrhose (CliniCalc Medical Calculator). Auch gibt es Apps, mit denen man Arzneimittel mit ihren Handelsnamen, Wirkungsweisen und Indikationen finden kann.
Relativ neu ist iTunes U, eine „Bibliothek“, die Dozenten dazu nutzen können, ihre Kurs- und Vorlesungsunterlagen, wie Kursplan, Texte, Videos, Präsentationen und Tests hochzuladen, um anschließend den Studierenden kostenfreien Zugriff darauf zu gewähren. Die Frage ist, wie weit die eigene Uni und das gesuchte Fach vertreten sind. Viele große Universitäten (Oxford, Stanford) nutzen schon iTunesU, auch deutsche Unis wie die LMU München und die RWTH Aachen.

Med Apps

Eine nützliche Übersicht über medizinische Apps nach Fachgebieten bietet die Uni Münster iPhone und iPad-Usern an. Zwischen den kostenpflichtigen Anwendungen sind auch einige Gratis-Apps mit dabei. Auch Android-Nutzer können im Web 2.0 Bares sparen und sinnvolles finden. Ob Ezyklopädie, Kardiologie eBooks oder Multiple-Choice-Fragen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen – es gibt einiges, um sich medizinisches Fachwissen auf spielerische Weise anzueignen – für lau selbstverständlich. Das ifap Service-Institut für Ärzte und Apotheker bietet eine kostenlose App für Ärzte mit Informationen zu verschreibungs- und apothekenpflichtigen Medikamenten zum Download an.

Kein laues Lüftchen

Die Möglichkeiten, sich kostenlos mit Lehrmaterialien einzudecken, sind vielfältig und wachsen durch das Aufkommen neuer digitaler Quellen ständig an. Vielfältige Open Source-Angebote lockern zunehmend die kostspielige Abhängigkeit von teuren, gedruckten Fachpublikationen und machen das Lernen der Zunkunft nicht nur günstiger, sondern auch vielfältiger.

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Studium

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1 Kommentar:

Student der Humanmedizin

Vieles in dem Artikel ist doch recht banal … möchte Wissen, welcher Student nicht weiß, dass es eine Bib gibt und Dozenten oft auch Vorlesungsfolien hochladen ^^
Trotzdem danke für die wenigen nützlichen Links – hätte man nur auch auf 10 Zeilen kürzen können :-/

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