Hirnentwicklung: Chemische Überreaktion

3. April 2014
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Verhaltens- und Entwicklungsstörungen bei Kindern nehmen dramatisch zu. Neurowissenschaftler machen dafür eine schleichende Chemikalienvergiftung verantwortlich und fordern ein radikales Umdenken – zu Recht?

„10 bis 15 % aller Kinder kommen heutzutage mit einer neurologischen Entwicklungsstörung zur Welt“, schreiben Philippe Grandjean von der Universität von Süddänemark in Odense und Philip Landrigan von der Harvard University in ihrer aktuellen Publikation im Fachmagazin Lancet Neurology. Die Folgen dieser Entwicklungsstörungen seien dramatisch: „Sie vermindern die Lebensqualität, erschweren eine berufliche Entwicklung, ziehen Verhaltensstörungen nach sich und beeinflussen so das Wohl und die Produktivität einer ganzen Gesellschaft.“ Die Neurowissenschaftler machen dafür unter anderem eine schleichende Vergiftung durch Chemikalien in der Umwelt verantwortlich. „Genetische Faktoren spielen bei diesen Erkrankungen zwar auch eine Rolle, können aber die rasante Zunahme an neurologischen Verhaltens- und Entwicklungsstörungen nicht erklären“, so die Wissenschaftler. Lediglich 30 bis 40 % aller neurodegenerativen Störungen seien auf genetische Faktoren zurückführbar, erklären die Forscher, warum sie Umweltchemikalien einen hohen Stellenwert bei der Entstehung dieser Krankheiten einräumen. Doch ist diese Argumentation schlüssig? In ihrer Metastudie sammelten die Forscher Daten, die eine hirnschädigende Wirkung für elf gängige Chemikalien belegen. Sie gehen aber von vielen weiteren unerkannten Giftstoffen aus.

Gehirn während Entwicklung besonders empfindlich

Bereits im Jahr 2006 hatten die Wissenschaftler in einer Metastudie zeigen können, dass die fünf Chemikalien Blei, Methylquecksilber, Arsen und Arsenverbindungen, polychorierte Biphenyle und das Lösungsmittel Toluol die Hirnentwicklung von Kindern nachweisbar stören. Erfasst wurden dabei ein verkleinertes Hirnvolumen, eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit, motorische Störungen und ein defizitäres Sozialverhalten.

Besonders empfindlich gegenüber giftigen Stoffen, die für einen erwachsenen Organismus möglicherweise völlig unschädlich sind, ist das Gehirn eines Fötus im Mutterleib. Auch die Gehirne von Babys und Kleinkindern können durch Chemikalien weitaus stärker geschädigt werden als ein ausgereiftes Gehirn. Ungeborene Kinder kommen über den Blutkreislauf der Mutter mit Umweltchemikalien in Kontakt, später über die Muttermilch oder über eigenständigen Kontakt.

Neue Erkenntnisse zu alten Bekannten

Etwa sieben Jahre später haben sich die Forscher erneut mit dem Thema befasst und aktuelle Studien zu den neurologischen Auswirkungen von Chemikalien in ihre Metaanalyse einbezogen. In diesem Zeitraum gab es sowohl neue Erkenntnisse zu bereits bekannten neurodegenerativen Chemikalien als auch neue Chemikalien, die dieser Klasse zugeordnet wurden. So kamen beispielsweise sieben internationale Studien zu dem Schluss, dass es beim Kontakt zu Blei offenbar keine unbedenkliche Menge gibt und die Substanz schon in geringen Dosen toxisch sein kann. Die Hinweise verdichten sich, dass der Kontakt zu Blei unwiderrufliche Schäden im menschlichen Gehirn anrichtet. Gehirnaufnahmen von jungen Erwachsenen, die als Kind erhöhte Bleikonzentrationen im Blut aufwiesen, deuteten auf ein vermindertes Hirnvolumen hin. Dies ging mit schlechten Schulleistungen und Verhaltensauffälligkeiten einher.

Neue Neurotoxine

Nach den fünf bereits bekannten Umweltchemikalien stießen die Forscher in ihrer aktuellen Metastudie auf sechs weitere, die die Hirnentwicklung von Kindern offenbar negativ beeinflussen. Dazu gehören Mangan, Fluorid, das Lösungsmittel Tetrachlorethylen, die Pestizide Chlorpyrifos und DDT/DDE und polybromierte Diphenylether, die zu den organischen Verbindungen zählen.

Mangan

Beispielsweise lassen Untersuchungen aus Kanada und Bangladesch vermuten, dass Mangan im Trinkwasser Ursache für eine Dyskalkulie und für Hyperaktivität bei Kindern sein kann. 840 Schüler im Alter zwischen acht und elf Jahren aus Bangladesh, die regelmäßig erhöhten Mangankonzentrationen im Trinkwasser (> 400 µg/L) ausgesetzt waren, konnten weniger gut rechnen als Kinder, die unbelastetes Trinkwasser zu sich nahmen. Kanadische Schulkinder, die in der Nähe einer Manganmine lebten, waren ihren Altersgenossen aus unbelasteten Gebieten in ihren intellektuellen, motorischen und olfaktorischen Fähigkeiten deutlich unterlegen. Auch Experimente an Mäusen bestätigten diese Ergebnisse. Ob aber tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen den Beobachtungen besteht, beantworten die Studien nicht.

Fluorid

Erhöhte Fluoridkonzentrationen im Trinkwasser verminderten offenbar auch die intellektuellen Fähigkeiten von chinesischen Kindern um durchschnittlich 7 IQ-Punkte, wie eine Metastudie aus 27 Einzelstudien zeigte. „Dass andere Substanzen für die neurodegenerativen Auswirkungen verantwortlich waren, konnte in den allermeisten Studien ausgeschlossen werden“, so die Wissenschaftler. Doch auch hier ist der Nachweis einer Kausalität noch nicht erbracht worden. Denn Fluorid im Trinkwasser kann auch positive Effekte mit sich bringen: Eine Metastudie aus dem Jahr 2008 kam zu dem Ergebnis, dass die Anreicherung von Trinkwasser mit Fluorid eine effektive und sichere Maßnahme zur Kariesprävention ist. Ob Trinkwasser in bestimmten Regionen mit Fluorid angereichert werden sollte, ist immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen.

Lösungsmittel

Auch Lösungsmittel stehen im Verdacht, die kindliche Hirnentwicklung zu schädigen. Eine französische Kohortenstudie an 3.000 Kindern zeigte, dass Kinder von Müttern, die Lösungsmitteln wie Tetrachlorethylen ausgesetzt waren, zu aggressivem Verhalten, Hyperaktivität und psychischen Erkrankungen neigen. Jede fünfte Mutter dieser Kohortenstudie gab an, beruflich regelmäßig mit Lösungsmitteln in Kontakt zu kommen. Die Frauen waren Krankenschwestern oder andere Angestellte in Krankenhäusern, Reinigungskräfte, Apothekerinnen, Friseurinnen oder Kosmetikerinnen. Ob die psychischen Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten aber auf andere Ursachen zurückzuführen sein könnten, konnte mit den Daten der Kohortenstudie nicht abschließend geklärt werden.

Pestizide

Auch Pestizide wie DDT scheinen die Hirnentwicklung von Kindern zu beeinflussen. Studien deuten darauf hin, dass der Kontakt zu Organophosphat-Pestiziden im Mutterleib zu einem verringerten Kopfumfang der Kinder und zu Defiziten in der mentalen und sozialen Entwicklung der Kinder bis ins Schulalter führen kann. Das Insektizid darf zwar wegen seiner bekannten Nebenwirkungen auf Mensch und Tier seit Inkrafttreten der Stockholmer Konvention im Jahr 2004 nur noch zur Bekämpfung von krankheitsübertragenden Insekten, insbesondere den Überträgern der Malaria eingesetzt werden, daran halten sich aber nicht alle Staaten.

Großproduktion von über 100 neudegenerativer Substanzen

Kinder, die unter Konzentrationsstörungen, einer verzögerten Entwicklung und schlechten Schulnoten ohne erkennbaren Grund leiden, bereiten den Forschern die meisten Sorgen. Denn ihre Zahl steige stetig. Für sie liegen die Gründe auf der Hand: „Das Gehirn dieser Kinder wurde durch neurotoxische Chemikalien geschädigt. Die Folgen sind offenkundig, aber eine formelle Diagnose haben diese Kinder nie erhalten“, schreiben sie. Doch sind das wirklich die alleinigen Gründe für die Schulprobleme der Kinder? Welchen Einfluss der Leistungsdruck in einer immer schnelllebigeren Gesellschaft auf die Lernfähigkeit der Kinder möglicherweise haben könnte, wurde in den Metastudie nicht berücksichtigt.

Bisher seien 214 Substanzen mit neurotoxischer Wirkung bekannt – die lange Liste werde jedes Jahr um etwa zwei neue Substanzen erweitert. Mindestens die Hälfte davon werde in großem Maßstab industriell produziert und gelange früher oder später in die Umwelt. Die Hirnschädigungen im Mutterleib oder während der frühen Kindheit sind bisher nicht therapierbar und führen zu lebenslangen Einschränkungen der Betroffenen, ihrer Familien und der Gesellschaft. „Weltweit kommen Kinder mit Giftstoffen in Berührung, die unbemerkt ihre intellektuellen Fähigkeiten mindern, ihr Verhalten verändern und so ihre Zukunft zerstören. Das bereitet uns große Sorgen“, schreiben Grandjean und Landrigan.

Strengere Zulassungskriterien gefordert

Abhilfe könnten nach Meinung der Studienautoren nur strengere Zulassungsbestimmungen und Umweltrichtlinien schaffen. Die Wissenschaftler fordern umfangreichere Testkriterien, die neben der akuten neurotoxischen Wirkung einer Substanz auch die schleichende und pränatale Wirkung erfassen. Das sei bisher nicht der Fall und sollte auch für bereits zugelassene Chemikalien angewandt werden. Chemikalien solange als ungefährlich einzustufen, bis das Gegenteil bewiesen wurde, sei ein fataler Trugschluss, warnen die Forscher. Zum Schutz der Kinder und der Gesellschaft müsse ein Umdenken stattfinden, das in ein entschlossenes Handeln mündet. Doch bevor die kausalen Zusammenhänge von neurodegenerativen Störungen bei Kindern und Umweltchemikalien nicht zweifelsfrei geklärt sind, wird ein Umdenken nur schwer durchsetzbar sein.

139 Wertungen (4.65 ø)

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37 Kommentare:

Gast
Gast

zu #36, da sollte man mit Nikotin und Alkohol beginnen.
Die Alkoholembryopathie hat alle anderen Missbildungen inzwischen deutlich überholt,
vor ca. 1960 war sie noch völlig unbekannt.

#37 |
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Gast
Gast

Hallo Frau Schmitzer,

vielen Dank für Ihren Artikel. Ich würde mir wünschen, wenn dieses Thema eine breite Öffentlichkeit findet. Es gibt dazu ja bereits seit Jahren sehr viele seriöse Studien, die darauf aufmerksam machen, aber leider fehlt es daran, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

Danke!!!
Ich hoffe Sie arbeiten weiter an diesem Thema

#36 |
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Gast
Gast

@Michael Logies
einerseits “großspurig” wissenschaftlich zu argumentieren und andererseits ausgerechnet Wikipedia als Quelle zu zitieren, wie paßt das denn zusammen?

#35 |
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Gast
Gast

Sehr geehrter Herr Michael Logies,

haben Sie eigentlich Amalgam im Mund? Verwenden Sie Amalgam in Ihrer Praxis?
Vermutlich wohl, nicht wahr!?

Ich bin ein ein inzwischen amalgamfreier Patient, der durch Amalgam geschädigt wurde, kurz vor der berufsunfähig war und heute wieder, nach erfolgter Amalgam-Ausleitung, ein leistungsfähiger wissenschaftlich engagierter Berufstätiger ist.

Haben Sie sich eigentlich einmal mit Wissenschaftstheorien auseinander gesetzt? Das es im medizinischen Bereich kaum objektive (weil von der Pharmalobby finanzierte Studien) gibt, ist ja nun wahrlich kein Geheimnis. Das es zu jeder Studie auch Gegenstudien gibt, die das genaue Gegenteil beweisen, verwundert doch angesichts der Milliardenbeträge, die in der Pharmaindustrie verdient werden niemanden, der ein klein wenig gesunden Menschenverstand hat. Und gesunder Menschenverstand ist wissenschaftlich natürlich nicht belegt, also kann man seine Existenz auch bezweifeln.

Mit freundlichen Grüßen

P.S.: Ich bin nun kein Heilpraktiker, aber warum fürchten Sie diesen Berufsstand so sehr, dass Sie stellvertretend Herrn Markus Tiroke so unverschämt angreifen?

#34 |
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Horst Rieth
Horst Rieth

[…]
schon mal was von risikominimierung gehört ?
nein ! dann weiter so …….
der großteil scheint psychisch, sozial und physisch hochgradig vergiftet :)

[Der Kommentar wurde durch die Redaktion gekürzt, bitte beachten Sie die Netiquette.]

#33 |
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Hallo Herr Valeske,
im Beitrag #6 erwähnen sie den Einfluss von Mobilfunk auf die Permeabilität der BHS. Unstrittig ist meines Wissens nach lediglich, dass elektromagnetische Wellen mit hoher Leistung, wohl über den Weg der Gewebeerwärmung, die Schrankendurchlässigkeit erhöhen. Ob die Energieabgabe der Mobilfunkgeräte reicht, um letztlich signifikanten Einfluss auf die zerebrale Homöostase zu haben, wird noch sehr widersprüchlich beurteilt. Aktuell wieder eher negativ (Effects of radiofrequency field on the blood-brain barrier – A systematic review from 2005 to 2009. Perrin et al. 2010).

#32 |
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Michael Logies
Michael Logies

Hallo Herr Tiroke, Amalgam ist für Zähne im Seitenzahnbereich (kleine und große Backenzähne) das haltbarste bezahlbare Material. Von der Haltbarkeit her so gut wie Gold- oder Keramikeinlagefüllungen. Manche Probleme (sehr große, sehr tiefe Löcher, die unterhalb des Zahnfleisches nicht zu trocknen sind) sind überhaupt nur dauerhaft mit Amalgam zu lösen (Literatur spare ich mir, die ist eindeutig). Natürlich kann man entsprechend dem Patientenwunsch auf Amalgam verzichten. Das bedeutet mehr Kronen (ca. 400-600 € pro Krone Kassenpatientenanteil), also Kosten, die sich viele Patienten nicht leisten können. Oder es bedeutet Kunststofffüllungen (Composite, also Bisphenol A-Derivate). D. h. Mehrkosten von ca. 40-150 €/Zahn (je nach Zahnarzt etc.) bei halber (!) Haltbarkeit und doppelt so häufiger, erneuter Karies gegenüber Amalgam, dadurch mehr Wiederholungsfüllungen, mehr Wurzelkanalbehandlungen, mehr Zahnverlust. (Zemente sind nochmals weniger haltbar als Composite.) Sie mögen es toll finden, wenn Ihre Zahnärztin kein Amalgam mehr anbietet. Als Patient würde ich mir die freie Materialwahl nach evidenzbasierter Aufklärung wünschen.

#31 |
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Heilpraktiker

Herr Logies,
warum werden dann Amalgamfüllungen eingesetzt?
Weil Quecksilber so glücklich macht?
Ist ja auch nur eine der giftigsten nicht-radioaktiven Substanzen, die wir kennen…
Sollten Sie als “Wissenschaftler” berücksichtigen.
Ich bin glücklich eine Zahnärztin zu kennen, die Amalgam aus ihrer Praxis verbannt hat!

#30 |
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Michael Logies
Michael Logies

Hallo Herr Tiroke, wenn ich schreibe, daß Sie als Heilpraktiker nur eine Schmalspurausbildung durchlaufen haben, daß Sie den Heilpraktiker zudem historisch nur dem nationalsozialistischen Unrechtsregime und dessen Propagieren einer “Neuen Deutschen Heilkunde” verdanken und der Heilpraktiker international weitgehend unbekannt ist, ist das keine persönliche Attacke, sondern eine Tatsachenfeststellung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heilpraktiker
http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Deutsche_Heilkunde

Darüberhinaus kann ich Ihnen nicht wirklich weiterhelfen, wenn Sie Fließgleichgewichte nicht verstehen. Natürlich haben Leichen mit mehr Amalgamfüllungen im Mund mehr Quecksilber in den Geweben als Leichen ohne Amalgamfüllungen, insofern die Zahl der Amalgamfüllungen zum Todeszeitpunkt repräsentativ ist für die Zahl der Amalgamfüllungen während der letzten Lebensjahre, wovon man, denke ich, ausgehen kann. Wenn Sie den Leichen die Amalgamfüllungen entfernen würden und wenn die Leichen dann wieder einen Stoffwechsel hätten, würde die Quecksilberbelastung in den Organen anfangen abzufallen. Das ist genau das, was ich beschrieben hatte.

#29 |
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Heilpraktiker

Hallo Herr Logies,
Sie haben Recht, ich bin Heilpraktiker.
Ich möchte mir aber Ihre völlig überflüssigen persönlichen Attacken und Sticheleien verbitten. Diese tun nichts zur Sache…
Mir ging es darum, Ihre folgende Behauptung zu widerlegen bzw. in Frage zu stellen:
Kommentar #23: Es stellt sich immer ein Fließgleichgewicht zwischen Zufuhr, den verschiedenen Körperkompartimenten und der Ausscheidung ein, d. h., der menschliche Körper speichert mehr ein bei erhöhter Zufuhr. Läßt die Zufuhr nach, werden die Schwermetalldepots langsam ausgeschieden. Daher sind auch irgendwelche forcierten “Entgiftungen” nach Amalgamentfernung Unsinn.
Dies ist mir, wie Sie bereits zugegeben haben, mit dem angeführte Link (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16501347) gelungen.
Natürlich kann man daraus keine klinische Relevanz ableiten.

#28 |
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Dipl. Biol. Thorsten Walter
Dipl. Biol. Thorsten Walter

Endlich ein Lichtblick am Horizont, schleichende Vergiftungen bei der Genese von chronischen Erkrankungen in Betracht zu ziehen! Wenn realisiert wird, dass täglich Schadstoffe über Nahrung, Luft und Haut aufgenommen werden, dann wird auch klar, warum das tägliche Entgiften UND Ausleiten über verschiedene “Kanäle” so wichtig ist.

#27 |
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Michael Logies
Michael Logies

Hallo Herr Tiroke, als Heilpraktiker haben Sie nur eine Schmalspurausbildung durchlaufen und gar keine wissenschaftliche. Was nicht schlimm wäre, hätten Sie ja privat kompensieren können. Haben Sie aber offensichtlich nicht. Sie zitieren hier völlig unkritisch 3 Abstracts, die dem, was ich über die dynamische Verteilung in Kompartimenten referiert habe, gerade nicht widersprechen. Ich kann hier aber nicht Ihre Pharmakologiedefizite aufarbeiten.
Zu den Abstracts selbst:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16501347
Ja, unstrittig. Aber klinisch sind diese Zahlen nicht interpretierbar, weil eine nachweisbare Belastung nichts über gesundheitliche Folgen aussagt.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11385194
Absurde Studie, wird schon im Abstract deutlich: “Spearman correlation coefficients of inorganic and organic mercury concentrations with the number of amalgam-filled tooth surfaces were 0.46 and 0.27, respectively. Our results are compatible with the hypothesis that amalgam fillings may be a continuous source of organic mercury,”. Sorry, aber aus einem R2 von niedrigen 0,27 irgendetwas kausal ableiten zu wollen (und auch noch ohne bekannten, pathophysiologischen Mechanismus – wie wird aus anorganischem Hg im Körper organisches?) , ist per se schon absurd. Es bleibt im Abstract auch offen, ob diese 0,27 statistisch signifikant waren (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Korrelationskoeffizient#Signifikanzbedingung). Da kurz vorher die Signifikanz bezüglich eines Unterschiedes mitgeteilt wurde, bezüglich der Signifikanz des Pearson aber nicht, gehe ich davon aus, daß die 0,27 nicht signifikant waren, also ein Zufallsergebis. Sie sollten nicht vergessen, daß bei Cochrane Reviews ca. 95% der Studien als nicht verwertbar herausfallen. D. h., wenn Sie Abstracts in Medline/PubMed lesen, ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Studie nichts taugt, unvergleichlich viel größer, als daß sie etwas taugt.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11277574
Wer die Szene kennt, weiß, daß man Lorscheider wegen seiner m. E. tendenziösen Studiendesigns nicht ernst nehmen kann. Aber sofort offenkundig ist, daß hier ein in vitro-Experiment an einer Zellkultur gelaufen ist, die Autoren aber daraus klinische Folgen ableiten wollen. Sorry, das ist absurd. Wenn`s so einfach wäre, bräuchten wir unsere Pharmaforschung nicht mehr. Es gibt klinische Untersuchungen zur Wirkung von Amalgamfüllungen auf die psychomotorischen Fähigkeiten, und es konnte keine Beeinträchtigung nachgewiesen werden, s. Cochrane Review:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24683067
(…)
Of the 2205 retrieved references, we included seven trials (10 articles) in the systematic review.
(…)
Adverse effects of dental restorations were reported in two trials. The outcomes considered were neurobehavioral function, renal function, psychosocial function, and physical development. The investigators found no difference in adverse effects between composite and amalgam restorations. However, the results should be interpreted with caution as none of the outcomes were reported in more than one trial.

Ich gebe gerne zu, daß die Datenlage schwach ist angesichts der Tatsache, daß das Material ca. 150 Jahre Verwendung findet. Aber daß die Gesellschaft gute, klinische Forschung nicht organisiert und bezahlt und deshalb unsere Evidenzbasis häufig reichlich schwach ist, ist ein generelles Problem in der Medizin und offenkundig der Wille unserer politischen Entscheidungsträger, sonst würden die Ressourcen anders verteilt. Der Placeboeffekt wird es schon richten, und das ist ja Ihr Spielfeld.

#26 |
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Heilpraktiker

Sehr geehrter Herr Logies,
dies ist leider nur Wunschdenken…
Guzzi et al wiesen bei Personen mit mehr als 12 Amalgamfüllungen signifikant erhöhte Quecksilberkonzentrationen im Gehirn nach im Vergleich zu Personen mit weniger als 3 Amalgamfüllungen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16501347
Leistevuo et al wiesen bei Amalgamträgern signifikant erhöhte Konzentrationen von organischem und anorganischem Quecksilber nach.
Organisches Quecksilber wird nahezu vollständig im Magen-Darm-Trakt resorbiert und ist weitaus toxischer als anorganisches!
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11385194
Versuche zeigten bereits bei winzigsten Quecksilbermengen (2 Mikromol) Axondegenerationen!
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11277574
Trotzdem wird Amalgam immer noch verwendet…

#25 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Vergessen wurde noch Alkohol und Nikotin

#24 |
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Michael Logies
Michael Logies

Hallo Herr Tiroke, was Sie über die Schwermetallkinetik im menschlichen Körper schreiben, stimmt nicht. Es stellt sich immer ein Fließgleichgewicht zwischen Zufuhr, den verschiedenen Körperkompartimenten und der Ausscheidung ein, d. h., der menschliche Körper speichert mehr ein bei erhöhter Zufuhr. Läßt die Zufuhr nach, werden die Schwermetalldepots langsam ausgeschieden. Daher sind auch irgendwelche forcierten “Entgiftungen” nach Amalgamentfernung Unsinn:
http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/zaehne/therapie/tid-9441/zahnfuellungen-zwoelf-fragen-zu-amalgam-gelangt-quecksilber-aus-amalgamfuellungen-in-den-koerper_aid_268271.html
(…)
„Die Halbwertszeit für anorganisches Quecksilber beträgt etwa 20 bis 30 Tage, das bedeutet, nach dieser Zeit befindet sich nur noch die Hälfte des aufgenommenen Quecksilbers im Körper“, erläutert der Toxikologe.
(…)

#23 |
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Die Hintergründe sind wichtig,summiert sich,Entwicklung in der Familie/Erziehung,
Alleinerziehend?,Qualität der Lebensmittel,wo wohnt man?,Stadt/Land/Luftverschmutzung,Konstitutionelle Merkmale,viel Zucker?,Rauchen der Eltern?,Alkohol?,etc.,je höher die Summer der Risikofaktoren,desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Entwicklugsstörung,z.B.ADHS etc.,

#22 |
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Michael Logies
Michael Logies

Hallo Herr Valeske, haben Sie die von Ihnen zitierte Arbeit gelesen? Wollen Sie die ernsthaft im Kontext der Amalgamdiskussion einbringen? Hier Ihre Quelle:
http://ubm.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2013/3436/
(…)
Die vorliegende Arbeit leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Abschätzung des Potentials zur Hg-Methylierung durch intestinale Bakterien und vertieft die Kenntnisse zu der damit verbundenen Akkumulation der organischen Schwermetallverbindung im Gewebe des Kompostwurms Eisenia foetida (E. foetida).
(…)

Also: Untersucht wurde in in vitro-Experimenten u. a. die Quecksilbermethylierung im Darm eines Kompostwurmes. Und Sie wollen das direkt auf den Menschen, in vivo, übertragen? Zumal die Aufnahme von Quecksilber aus Amalgamfüllungen nicht über den Darm erfolgt, sondern über die Lunge, die für abgedampftes Hg aus Amalgamfüllungen leicht passierbar ist. Ich bleibe dabei: Sie wissen im Kontext einer angeblichen Methylierung im menschlichen Körper von anorganischem Quecksilber aus Amalgamfüllungen nicht, worüber Sie schreiben.

#21 |
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Heilpraktiker

Sorry, der Kommentar Nr. 19 war von mir.
War wohl nicht eingeloggt…

#20 |
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Gast
Gast

#14 Michael Logies
Leider finden sich Quecksilberverbindungen im Blut nur temporär, da sie sich schnell in diversen Geweben ablagern…
Ansonsten gäbe es die ganze Amalgamdiskussion nicht mehr.
Genau so verhält es sich mit vielen anderen Schwermetallen etc.

#19 |
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Die nächste systematische umfassende Vergiftung unserer Umwelt und Lebensgrundlage “Trinkwasser” wird ja gerade mit großem Druck (amerikanischer) Konzerne durch unsere Volksparteien SPD und CDU vorbereitet, nämlich das sogenannte fracking. Es ließe sich ganz einfach verhindern, wenn die beteiligten Unternehmen VORAB eine Stiftung gründen müssten, die die potentiellen Folgeschäden vollständig abdeckt – ausgehend von einer worst-case-Schätzung. Bei der RAG-Stiftung funktioniert dies ja auch weitgehend. Die erforderlichen hunderte Milliarden Euro könnte und wollte kein beteiligtes Unternehmen und keiner der beteiligten Politiker aufbringen; deshalb tut jetzt jeder so, als sei das alles ganz harmlos. In wenigen Jahrzehnten werden wir dann nicht nur unser Erdgas und -öl aus Russland importieren, sondern auch unser Trinkwasser. Fragt sich nur, womit wir dann noch bezahlen können…

#18 |
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Es ist sehr wohl die Methylierung von Methyquecksilber durch intestinale Mikroorganismen beschrieben, z.B.:
Untersuchungen zur biotischen Bildung von Methylquecksilber aus
anorganischem Quecksilber durch intestinale
Sulfat-reduzierende Bakterien […]
Dissertation an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz von
Elisabeth Kaschak, 2013.

#17 |
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Heilpraktikerin

Was nützen einzelne Verbesserungen(z.B. weniger Bleirohre) wenn gleichzeitig tausende von synthetischen Mitteln neu auf den markt kommen, nur mäßig auf akute Giftigkeit, aber nicht in Bezug auf Langzeitwirkungen oder Reaktionsprodukte mit anderen Stoffen bzw. im Körper geprüft.
Die Büxe der Pandora ist schon längst geöffnet und der menschliche Körper muss sehen wie er das verarbeitet.

#16 |
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Monika Geissler
Monika Geissler

Genau auch aus diesen o.g.Gründen bin ich gegen das Freihandelsabkommen,weil dies dann zur Folge hat, dass mit Chlor desinfizierte Hühnchen, Klon- oder Hormonfleisch, Milch von genmanipulierten Turbokühen oder gentechnisch veränderte Tiere und Pflanzen völlig legal per Import aus den USA auf unseren Tellern landen können. Auch eine Kennzeichnungspflicht für genmanipulierte Lebensmittel würde als „Handelshemmnis“ dem Freihandel zum Opfer fallen. Zulassungen von genmanipulierten Pflanzen und Tieren würden nach US-amerikanischem Recht noch schneller und völlig ohne Risikobewertung vonstatten gehen.

#15 |
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Michael Logies
Michael Logies

Hallo Herr Tiroke, Herr May, ja, ich schließe aus, daß Methylquecksilber im menschlichen Körper entstehen kann oder durch Bakterien im Darm. Weil es nur wenige Bakterien gibt, die das können und das bisher in der gesamten Amalgamdiskussion nie behauptet und belegt wurde. Amalgamfüllungsträger müßten dann aufgrund erhöhter, anorganischer Quecksilberwerte auch mehr Methylquecksilber im Blut haben als Nichtfüllungsträger. Mir ist nichts dergleichen bisher begegnet, obwohl ich das Thema verfolge. Die Methylquecksilberbelastung ist tatsächlich im wesentlichen vom Fischkonsum abhängig:

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article113491220/Entstehung-von-hochgiftigem-Methylquecksilber-geklaert.html
Entstehung von hochgiftigem Methylquecksilber geklärt

http://www.laborpraxis.vogel.de/forschung-und-entwicklung/grundlagenforschung/articles/234575/

Herr May, ich kann Ihnen nicht zustimmen, daß aus Reviews kein “Primärgewinn” resultiert. Erst einmal weiß ich nicht, was im Kontext wissenschaftlichen Arbeitens “Primärgewinn” sein soll, mir ist der Begriff da noch nicht begegnet. Zum anderen ist auf jeden Fall die kritische Würdigung von Studien ein Erkenntnisgewinn, weil dabei die allermeisten Studien auf der Strecke bleiben, weil sie zu schlecht sind. Übrig bleiben dann die relevanten, klinischen Studien, die zumindest in der Zahnmedizin fast nie aus Deutschland kommen – in der Medizin sieht es m. W. nicht viel besser aus. Außerdem kann man im Review bei der statistischen Nachbereitung von Einzelstudien einen Publication Bias nachweisen, wenn die veröffentlichten Studien eine schiefe Normalverteilung um den Mittelwert zeigen. Ebenso kann das Poolen von Daten aus nicht signifikanten Ergebnissen signifikante werden lassen (kumulative Metaanalyse). Auch das sind Erkenntnisgewinne, die es ohne systematische Reviews nicht gäbe.

Ja, der Ausblick auf politisch veranlaßte Quecksilberreduzierung am Ende des Abstracts des Cochrane Reviews zu Amalgamfüllungen hat mir auch nicht gefallen. Das hat in einem Review m. E. nichts zu suchen. Mir gefällt auch nicht das Publikationsdatum. Der Review war diverse Jahre in der Pipeline, die Studien, die das Ergebnis am Ende stützen, sind auch schon Jahre alt. Trotzdem ist das absehbare Ergebnis erst nach der letzten, internationalen Quecksilbervereinbarung veröffentlicht worden. Da hat man m. E. Politik gegen Amalgam gemacht.

Ich finde die Belastung mit unklaren Folgen durch hormonartige Kunststoffabbauprodukte aus Kunsstofffüllungen aktuell bedenklicher als die wesentlich besser untersuchte und einschätzbare Quecksilberbelastung aus Amalgamfüllungen. Aber bezüglich Kunststoffen bin ich nicht so im Thema. Auf jeden Fall greifbar ist (s. Cochrane Review), daß Amalgamfüllungen etwa doppelt so lange halten wie Kunststofffüllungen, und das ist von enormer, praktischer und finanzieller Bedeutung für die Zahnheilkunde.

#14 |
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Woldemar Dorn
Woldemar Dorn

Müssen wir uns darüber wirklich noch wundern?! Unsere Gesellschaft und leider auch viele Kollegen sind nur Ignorant. Es zählt die Bequemlichkeit und die Verdummung der Gesellschaft von der Industrie und auch die Regierung ist da fleißig unterstützend dabei. Wirtschaftsinteressen spielen doch schon seid langen die größeren Rolle – Verbraucherschutz Fehlanzeige. Brauchen wir nur mal weiter über Handystrahlung etc. diskutieren. Mittlerweile gibt es genug Anhalt und Studien die auch hier die gesundheitsschädigende Wirkung beweisen und andere Länder sind uns da schon weit voraus. Da ist Bisphenol, Aluminium und Blei … ein alter Hut und trotzdem findet schon seid langem kein Umdenken statt.
Jetzt wird in Deutschland mit aller Macht noch der neue Behördendigitalfunk kurz TETRA aufgebaut. England hat Ihn seid 10 Jahren funktioniert wie in Deutschland nur Mangelhaft ohne realistische Aussicht auf Verbesserung und das bei massiver Fehlplanung und Kostenexplosion das schon die Bundesrechnungshöfe auf den Plan gerufen werden. Auch hier kommt noch die Gesundheitsgefährdung die nur ignoriert wird auch wenn der Betreiber selber schon in der Bedienungsanleitung zur Vorsicht rät und die Polizei in manchen Bundesländern bereits in Dienstanweisungen vor der Benutzung der Endgeräte sogar im Standby Betrieb im Auto warnt.. und wenn stört es – keinen. Kritische Kollegen und Bevölkerung werden belächelt und es mit aller Macht durchgedrückt (wenn sie überhaupt davon schon mal etwas gehört haben was meistens nicht der Fall ist).
Der Vertag ist geschlossen – die Fehlplanung will sich keiner zugestehen und das obwohl wesentlich bessere Systeme existieren – haben unsere Rettungskräfte etc. nicht den besten Funk verdient – Fehlanzeige !
Und so ist es mit vielen sei es chemische Umweltbelastungen etc. – was da für eine Lawine auch die Menschheit zurollt ist noch kaum abzusehen. Und ja sicherlich gibt es viele Verbesserungen aber die sind meist viel langsamer als das was an potenzielle gesundheitsgefährdende Stoffe dazukommt. Und wenn dann noch schön heimlich das Freihandelsabkommen in der EU mit Amerika durchgedrückt wird, haben wir gleich noch ein duzend mehr Probleme und die Industrie kann jedes Land noch auf Schadenersatz verklagen. Auch wenn es hier von vielen Kollegen sicherlich anders gesehen wird kann ich auch nur sagen der Mensch ist so träge und doch auf seine Bequemlichkeit bedacht also warum nur aufstehen versuchen was zu bewegen und wie schon unter gesagt lieber in der Masse verstecken und sagen ich kann nichts bewegen..
Und klar sicherlich kommt alles erst einmal aus der paramedizinischen Ecke. Hat sich nicht schon genug gezeigt wie oft die Industrie um Ihre Produkte zu schützen fehlerhafte und manipulierte Studien veröffentlicht hat.

#13 |
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Arzthelfer

Mich würde interessieren, ob die Vielfältige Verwendung von Duftstoffen , auch neurotoxische Effekte hat? Kennt sich da jemand aus?

#12 |
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Prof. Dr. med. Christian Albrecht May
Prof. Dr. med. Christian Albrecht May

Herr Tiroke, ähnliches lag mir auch auf der Zunge. Wir haben so viele Bakterien in unserem Körper, dass wir sie getrost zu uns dazuzählen dürfen.
Ich würde auch gerne ein bisschen vor der Cochrane-Überinterpretation warnen: Metaanalysen basieren nur auf gemachten Studien, sind selber also kein Primärgewinn! So ehrenhaft sie in ihrer Scheinobjektivität sind, so sehr hängen sie an der Subjektivität derjenigen Autoren, welche die Grunddaten liefern. Wenn man die angegebene Studie liest, kann man sich nur über die sehr subjektiven Statements und Zukunftsvisionen wundern (immerhin im heute typischen Statistikjargon gehalten).
Frau Schmitzers Artikel deutet auf eine (vernachlässigte) soziale Verantwortung der Biomedizin, die aus einer einseitigen Betrachtung in ein globales Verständnis von Substanzen zielen muss. Medizin endet eben nicht an der äußeren Haut des Patienten, sondern umfasst die ganze Welt. Diagnostisch und Therapeutisch. Als Vorbild zu leben, wie Herr Müller richtig sagt, ist anstrengend; da sollte man sich nicht in der Masse verstecken mit dem dummen Argument ‚Ich bin doch auch nur ein Mensch‘.

#11 |
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Guten Tag,
die Bedeutung von externen chemischen Einflüssen auf die Gehirnentwicklung im sensiblen Alter ist sicherlich nicht vernachlässigbar. Aber, wenn man die Entwicklung in der Bewertung von externen Einflüssen anschaut, so sind doch vielerorts erhebliche Verbesserungen eingetreten (Bleirohre/ Bleimennige, PCB-Entfernungen, etc.).
Es ist naturgemäß viel einfacher ach so böse chemische Einflüsse für negative Effekte verantwortlich zu machen, als sich im Bereich des Verhaltens und der Erziehung einer Veränderung zu unterziehen.
Verhaltensänderungen und Erziehung sind anstrengend und zeitraubend, vielerorts wird dies dann aus dem Elternhaus outgesourced… mit den dann bekannten Ergebnissen. Desweiteren ist ungehemmter Medienkonsum zu konstatieren, der nachweislich der menschlichen Gehirnentwicklung abträglich ist.
Rauchende Mütter, aber auch Väter schaffen dann ein Übriges, um der kindlichen Entwicklung Schaden zuzufügen.
Aber es ist ja viel einfacher der bösen Chemie das dann in die Schuhe zu schieben…

Mit freundlichem Gruß

#10 |
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Heilpraktiker

Sehr geehrter Herr Logies,
können Sie ausschließen, dass Quecksilber durch Darmbakterien biomethyliert wird?

#9 |
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Michael Logies
Michael Logies

Hallo Herr Valeske, da sie offenkundig bezüglich der Biomethylierung von Quecksilber keine Ahnung haben, diese findet nur durch Bakterien außerhalb des menschlichen Körpers statt, erscheinen mir auch Ihre sonstigen Verweise aus der paramedizinischen Ecke zu kommen. Es gibt übrigens gerade einen neuen Cochrane-Review zu Amalgam versus Composite:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24683067?dopt=Abstract

#8 |
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Gast
Gast

Vielen Dank für den Artikel.. Dies ist ein großes Problemfeld.
Sicher werden nur volkswirtschaftliche Argumente ein Umdenken herbeiführen: Nur “intelligentere” Wirtschaftsgemeinschaften können besser als die anderen abschneiden.
Und das ist ja ein wesentliches Merkmal der modernen zivilisierten Wirtschaft: die narzistische Störung, seinen Wert an Dingen und Leistungen beweisen zu müssen. Koste es die Lebensgrundlagen.
Sinkt nun der IQ um 10 Punkte bei 10% von 400 Mio Europäern, wird dies bestimmt signifikante wirtschaftliche Veränderungen mit sich bringen. Die Lösung könnte auch zynisch lauten, alle würden sowieso global dümmer.

Die Umweltmedizin benötigt eine echte Renaissance.
In den 90er Jahren wurden die toxikologischen Institute in Deutschland ja ausgeblutet. Nach dem Motto: was soll man auch Fakten vermitteln, die beunruhigen und es sei zum Handeln leider zu spät. Das Dioxin bleibt. Dann besser Augen zu.

Wir sehen aktuell, dass aufgrund der Schwemme von Importen (v.a. aus Asien) bereits verbotene toxische und kontaktallergene Substanzen unkontrolliert nach Europa zurückkehren. Beispielsweise in Buntstiften, die Kinder ggf. ablecken. Weiterhin ist die Rolle der hormonell aktiven Substanzen und ggf. inflammtorisch wirkenden Stoffe auch im Hinblick auf chronische Inflammation und Autoimmunerkrankungen zu beleuchten und ggf zu falsifizieren.

Der Öffentlichkeit, Industrie Politik sollte im Idealfall (falls das individuelle Schicksal des/der Betroffenen nicht interessieren sollte), die volkswirtschaftliche Bedeutung klar gemacht werden. Es sollten wissenschaftliche Studien öffentlich gefördert werden weiter Daten zur Objektivierung zu erhalten. Ein Anfangsverdacht besteht (mindestens).

#7 |
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Liebe Frau Schmitzer,
trotz einiger orthographischen Schnitzer (:)) greifen Sie hier ein hochbrisantes und extrem wichtiges Thema auf und bereiten es auf sehr gute Weise auf.
Zur der beschriebenen Chemikalienvergiftung kommen weitere umweltbedingte Störungen: Mobilfunk (!!!!!) öffnet die Blut-Hirn-Schranke, was ein ungehindertes Eindrigen der Gifte ins ZNS ermöglicht. Nahrungszusatzstoffe (z.B. Glutamate als exzitatorische Neurotransmitter), Mangel an neurotropen Nährstoffen (Fetten – natürlich die richtigen -, Vitaminen, usw.; die RDA-Werte liegen viel zu tief) und manches andere mehr sollte mit diskutiert werden. Auch der Einfluß von Impfungen könnte bei neurodegenerativen Erkrankungen eine Rolle spielen. Und auch Fluor …
Zu Herrn Logies: sicher muß es Methylquecksilber heißen. Allerdings macht unser Organismus dies aus dem zugeführten Quecksilber selber. Amalgam ist damit nicht exkulpiert.
Wichtig ist natürlich die breite Veröffentlichung der Ergebnisse wichtig. Die meisten Menschen wissen nichtts davon. Schreiben Sie solche Artikel auch in populären Zeitschriften? Das wäre richtig gut!

#6 |
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Medizinjournalistin

Lieber Herr Logies,

vielen Dank für Ihren Hinweis: Es muss Methylquecksilber heißen.

Herzliche Grüße

Sonja Schmitzer

#5 |
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Michael Logies
Michael Logies

Frau Schmitzer, ich meine, Sie sollten in einer so sensiblen Frage wenigstens richtig zitieren. Ich lese hier nur Methylquecksilber, nicht Quecksilber:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24556010

Mit freundlichen Grüßen

Michael Logies (Zahnarzt)

#4 |
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Heilpraktikerin

Dieses Thema muss viel mehr öffentlich gemacht werden!!!

#3 |
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Medizinjournalistin

Lieber Herr Bröckner,

RoundUp war nicht Gegenstand dieser Studie. Geeignete Studien finden Sie, wenn Sie bei Pubmed das Stichwort “Glyphosate” eingeben.

Herzliche Grüße

Sonja Schmitzer

#2 |
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DR Kurt Bröckner
DR Kurt Bröckner

Sind eigentlich Untersuchungen von Round Up durchgeführt worden ?

#1 |
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