WHO fordert Süßtriktion

17. März 2014
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Geht es nach der Weltgesundheitsorganisation, dann sollte die Menschheit ihren Zuckerkonsum drastisch reduzieren. Noch darf über den ambitionierten Vorstoß jedoch diskutiert werden.

Zucker hat es zurzeit nicht leicht. Überall wird er zerrissen, von Droge ist die Rede oder von einer gefährlichen Zeitbombe. In regelmäßigen Abständen erscheinen Studien über schädliche Auswirkungen auf den Körper. Für Übergewicht soll er mitverantwortlich sein, für Diabetes, Herz-Kreislauf-Störungen, Karies sowieso und sogar Krebs. Seit Jahren predigt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), nicht mehr als 10 Prozent seines Energiebedarfs über Zucker zu sich zu nehmen. Bei einem normalgewichtigen Erwachsenen mit durchschnittlichem Energieverbrauch wären das rund 50 Gramm Zucker am Tag oder zwölf Teelöffel. Nun hat sie noch einmal nachgelegt. In einem Entwurf, den die UN-Organisation vor Kurzem in Genf vorgelegt hat, plädiert die WHO für eine noch stärkere Reduktion der Zuckeraufnahme. Nicht mehr als fünf Prozent des Energiebedarfs soll nunmehr über Zucker gedeckt werden.

Die Vorgaben der WHO schließen alle Mono– und Disaccharide ein, die natürlich in Lebensmitteln vorkommen, „pur“ verwendet oder Lebensmitteln zugesetzt werden. Letztlich zählen dazu auch Honig oder Fruchtsaftkonzentrate.

Rasante Zunahme von Diabetes

Die WHO will damit dem weltweit wachsenden Problem von Volkskrankheiten wie Adipositas und Diabetes begegnen. Gerade in Schwellenländern lässt sich eine rasante Zunahme von Diabetes beobachten. Schätzungen der Internationalen Diabetes Gesellschaft (IDF) gehen von aktuell 371 Millionen Diabetikern weltweit und von einer Dunkelziffer von weiteren 187 Millionen aus. Vier von fünf Patienten leben danach in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Auch in Deutschland ist die Krankheit schon lange ein Problem. Lag der Anteil der Diabetiker in Deutschland 1960 noch bei 0,6 Prozent, stieg er Ende der achtziger Jahre auf über vier Prozent. Heute leben bereits mehr als sieben Prozent der Erwachsenen mit der Diagnose Diabetes. Hinzu kommen wahrscheinlich noch etwa zwei Prozent. Das sind die Menschen, die zwar schon eine Diabetes-Erkrankung entwickelt haben, es aber noch nicht wissen. Vor allem das wachsende Problem des Übergewichts bringt immer neue Diabetiker hervor. Aktuell gelten ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland als adipös.

Wichtiges Ziel: Prävention von Zahnkaries

Doch nicht nur Fettleibigkeit und seine Folgen will die WHO mit dem Verzicht angehen. Eines seiner wichtigsten Ziele ist Prävention von Zahnkaries. Die Behandlung von Zahnkrankheiten koste die Industrieländer zwischen 5 und 10 Prozent ihrer Gesundheitsbudgets, so die WHO. Ärmere Länder hätten noch nicht einmal das Geld zur Verfügung, um sich in diesem Maße um die kranken Zähne seiner Kinder zu kümmern. Professor Susan Jebb, von der Oxford Universität sagte: „Die WHO-Empfehlungen senden den Konsumenten eine klare Botschaft über die Risiken von Zucker.“ Die größte Herausforderung sei es jedoch Menschen eine gesunde Ernährung zu zeigen.

Kennzeichnungen auf Verpackungen oft unverständlich

Den Meisten dürfte nicht bewusst sein, wie viel Zucker sie jeden Tag zu sich nehmen. Vor allem in verarbeiten Produkten verstecke sich viel Zucker, selbst in Lebensmitteln, die gar nicht als sehr süß empfunden werden, so die WHO. So enthalte ein Esslöffel Ketchup einen Teelöffel voll Zucker, also etwa vier Gramm. Ein Glas Limonade könne sogar bis zu 10 Teelöffel Zucker enthalten. Wie viel Süße in einzelnen Lebensmitteln enthalten ist, lässt sich jedoch nur schwer erkennen. Die winzigen Kennzeichnungen auf den Verpackungen sind oft unverständlich. Kaum jemand weiß, mit wie vielen unterschiedlichen Namen Süßmacher daherkommen können.

Dass ein Verzicht von Zucker Vorteile bietet, haben Wissenschaftler schon gezeigt. Bevor die WHO eine neue Empfehlung aussprach, wertete sie die Literatur zu diesem Thema aus, 9000 Studien wurden analysiert. Mit dabei auch diese von der WHO beauftragte Metaanalyse aus dem vergangenen Jahr: Die Ernährungsmediziner Lisa te Morenga und Jim Mann von der neuseeländischen University of Otago durchforsteten 71 hochwertigen Studien. Die Dauer der Studien war zwar nicht besonders lang, ein Effekt zeichnete sich trotzdem ab: Die Menschen, die ihren Zuckerkonsum den zu dieser Zeit aktuellen WHO-Empfehlungen anpassten, verloren in innerhalb von zehn Wochen bis acht Monaten im Durchschnitt 0,8 Kilogramm Körpergewicht. Die Autoren der Studie kamen schon damals zu dem Schluss, dass es für die meisten Länder vernünftig erscheine, den Zuckerkonsum zu kontrollieren, um das Risiko von Übergewicht und Fettleibigkeit zu reduzieren.

Künftige Richtlinie: Kommentieren erlaubt!

Der neue Vorstoß ist ambitioniert. Schon die alten Forderungen waren weit von der Realität entfernt. Der Durchschnittsdeutsche nimmt nämlich nicht 20 und auch nicht 50 Gramm zu sich, sondern 90. Noch bis Ende März können interessierte Fachkreise die neuen Empfehlungen kommentieren. Parallel dazu läuft nach WHO-Angaben ein Peer-Review-Prozess. Die Ergebnisse aus beiden Verfahren sollen in die künftige Richtlinie einfließen.

Nicht jeder dürfte über die Forderungen glücklich sein. Die neue WHO-Regel könnte vielen Lebensmittelproduzenten das Geschäft vermiesen. Gesüßte Lebensmittel lassen sich einfach besser verkaufen. Dem Konsumenten schmeckt die Extraportion Zucker. Dabei würde die Industrie es gern belassen. Schon vor einigen Jahren, als die WHO empfahl, weniger als zehn Prozent der täglichen Kalorien als Zucker zu konsumieren, lief die Süßwarenindustrie Sturm. Sie drängte den US-Kongress, Gelder für die WHO zu streichen. Ob es auch dieses Mal zu ähnlich aufgeregten Reaktionen kommen wird, bleibt abzuwarten.

Verwirrende Definitionen der WHO

Die meisten Gesundheitsexperten begrüßen jedoch eine Zuckerreduktion. Nur wie weit diese gehen soll, darüber herrscht noch Uneinigkeit. Professor Tom Sanders vom King’s College London etwa gab zu bedenken, dass ihm keine Studien bekannt seien, die zeigen: Solch ein Ziel ist machbar. Zudem hält er die Definitionen der WHO für verwirrend. So würde der Zucker in Milch oder Früchten scheinbar nicht in die Rechnung einfließen. Mit ein paar Früchten und einem großen Glas Milch würde man jedoch schon auf 60 Gramm Zucker kommen. Und auch Dr. Nita Forouhi, von der Universität Cambridge hält das ursprüngliche Ziel von 10 Prozent für das realistischere.

88 Wertungen (4.57 ø)

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30 Kommentare:

Ärztin

Auch wenn das Referat von Herrn Lustig interessant und ausschlussreich ist sollten wir nicht vergessen, was wir sonst noch über KH-Überalimentation wissen. Wie schon von Dr Bayerl angesprochen führte eine dreitägige Nudelmast beim jungen gesunden Mann bereits zu einer Insulinrsistenz. In den Nudeln ist jedoch keine Fructose enthalten. Von mir wurde diese Nudelmast-induzierte Insulinresistenz als physiologische Reaktion auf eine Substratüberschwemmung mit KH des Organismus gewertet. Der Fructose-Beitrag von Herrn Lustig ergänzt diese Einschätzung um die hepatische Enzymkapazität-sprengende Fructosebelastung bei übermäßigem Konsum von Fructose-Glucose-Sirup.
In beiden Fällen gilt: die Dosis macht das Gift.
Man sollte unbedingt den Fructosekonsum wieder drastisch reduzieren, jedoch nicht glauben, dass der Fructosekonsum alleine für Hyperalimentation, metabolisches Syndrom und Diabetes verantwortlich ist.

#30 |
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Studentin der Humanmedizin

Gutes Referat des Herrn Lustig MD auf dem Link, der durch Frau Dr Krause empfohlen wurde! All die Falschheiten und anderen Irrwege in der Menschheitsgeschichte bieten uns epochale Fortschrittspotentiale: Die Paleolithische Diät, die Lustig MD kurz erwähnt, hat viel Wert für die essentielle Behandlung der Diabetes, wenn auch nur als Kur während 6 Wochen. Die paleolithische (Rohkost) Diät als Kur ist gewiss keine Sackgasse, sondern eine Offenbarung für jeden, der sie kurmässig lebt. Herzlichen Dank, auch für die Zuckerindustrie-Geschichte in der Zeitschrift National Geographic auf demselben Link.

#29 |
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Dr. Gisela Krause-Fabricius
Dr. Gisela Krause-Fabricius

Ich empfehle dringend, den folgenden link
http://www.nationalgeographic.de/reportagen/zuckerliebe-eine-bittersuesse-geschichte?page=2
und hier das video von Dr. Lustig (er heißt wirklich so!) anzusehen “Sugar, the bitter truth”, auch auf utube unter diesem Titel zu finden. Spannender, wissenschaftlicher Vortrag zum Thema!

#28 |
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Studentin der Humanmedizin

Man könnte täglich 22 – 25 mg Zink supplementieren! Das hilft bei der Aufrechterhaltung der Insulinsensibilität.
Und wenn Zink auf Dauer, dann zusätzlich mindestens 3 Stunden später, 2500 µg Kupfer. Vielleicht im Tagesablauf noch 20 mg Eisen, da Zink und Kupfer die Eisenresorbtion entgegenwirken.
Der beste Schutz gegen die Industriezucker wäre aber bestimmt das selber Kochen und Backen am eigenen Herd mit hochqualitativen Grundnahrungsmitteln.
Die Zuckerindustrie ist doch eigentlich grausam, wenn man sich bedenkt, das Weisszucker aggressiv macht. Es gibt Studien (in den USA) die gezeigt haben, dass Gefangenen sich entscheidend bessern, wenn ihnen die schlechten Nahrungsmitteln nicht zur Verfügung gestellt werden. Das bessere Leben beginnt in familiären Verbänden, wo die Gewohnheiten des Alltags herangezüchtet werden.
Das Supplementieren ist Notlösung im bequemlicheren Alltag, der sich vielleicht nicht anders machen lässt als mit Kantinen-Menüs, oder aber auch weil die Erde es nicht mehr schafft, genügend Mineralstoffe zu generieren.

#27 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

zu den Größenordnungen: 100mg/dl sind rund zwei Stück Würfelzucker im Blut (Saccharin). Und wieviel sind in einer Flasche Cola & Co?

#26 |
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Ärztin

Lieber Kollege Bayerl, nein, wir sind nicht weit auseinander. Süßstoffe zu oder in Nahrungsmitteln sollten kein Problem darstellen. Eher schon die Süßstoff-gesüßten Limonaden die massenweise zwischen den Mahlzeiten genossen werden.
Wie auch schon am Kasus “Schweinemast” beschrieben war nicht der Süßstoff im Futter sondern der nüchtern im Trinkwasser konsumierte mastfördernd.
Für latente und manifeste Diabetiker ist Süßstoff sicher ein Segen.
Streiten müssen wir uns nicht.

#25 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Verehrte Kollegin Schuster, Behandlung von Krankheit ist immer eine Notlösung, wobei “natürliche Maßnahmen” wie deutliche Gewichtsabnahme (wirkt immer!) sinnvoller sind. Da sind wir doch gar nicht so weit auseinander!
Die “Not” ist hier schlicht der erhöhte Blutzuckerspiegel.
Das machen “Süßstoffe” sicher nicht.
Ich kenne keine überzeugende Arbeit über einen kausalen Zusammenhang mit Übergewicht, da bin ich schon etwas streng :-)

#24 |
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Ärztin

@Dr Bayerl
Ihr link enttäuscht mich. Es gibt sowohl Studien im Tiermodell als auch Studien am Menschen, die einen Zusammenhang zwischen dem Genuss von Süßstoff (Sacchharin) und Hyperalimentation belegen. Eine epidemiologische Studie, wie in den Zeit zitiert ist nicht geeignet einen direkten physiologischen Nachweis zwischen Süßgeschmack und Insulinausschüttung zu belegen. Eine mir bekannte Sudie in der Frauen zu Gewichtsentwicklung und Süßstoffkonsum befragt wurden ergab überdies genau das gegenteilige Ergebnis wie von Ihnen geschildert.
Bezüglich der Schweinemast mit Süßstoffen gibt es sowohl eine kommentierte Futtermittelverordnung als auch veterinärmedizinische Untersuchungen.
Meine Information stammt allerdings aus erster Hand von einem Landwirt meines Vertrauens mit Erfahrung in Rinder- und Schweinemast.
Was weiß ich von welchem Verband der Journalist der Zeit seinen Schmu erzählt bekommen hat.

#23 |
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Ärztin

Bei der Schweinemast wird Süßstoff in das Trinkwasser gegeben und auf nüchternen Magen verabreicht. Dies löst den Unterzucker, der zur anschleißenden kalkulierten Hyperalimentation führt aus. Daneben wird den Schweinen auch Licht und Bewegung vorenthalten. Durch die Massentierhaltung werden die Schweine stark gestresst. So wird die Mast effektiv. Nicht alles Gewicht ist Fett. Es wird auch eine Menge Wasser eingelagert. Beim Verkauf zählt nur das Gewicht. das Ergebnis kann man dann auf dem Teller beurteilen.
Ohne genetische Eignung funktioniert auch diese Mast NICHT. Süßstoff im Futter hat auch keinen Masteffekt.
Licht- und Bewegungsmangel sowie Stress sind durchaus auf die Lebensbedingungen der (Stadt)Menschen übertragbare Bedingungen. Auch beim Menschen ist, genetisch bedingt nicht jeder für Übergewicht anfällig. Auch nicht für Insulinresistenz.
Wir sehen vor allem genetisch prädisponierte Exemplare mit Gewichtsproblemen. Für diesen genetischen “Überhang” in unsrere Bevölkerung gibt es verschiedene Gründe. Einer davon könnte eine Auslese durch vergangene Kriegszeiten mit Hunger und ein weiterer die fehlende Auslese wegen Geburtskomplikationen bei stark übergewichtigen Neugborenen im Sinne einer Verstärkung der vorher statgehabten genetischen Auslese sein. Zusätzliche epigenetische Effekte werden diskutiert.
Mitnichten wird jeder Zuckerjunkie dick und krank und ebensowenig ist jeder Dicke ein extremer Kohlenhydratkonsument. Es ist auch nicht jeder mit BMI 30 dick. Da gibt es einige sportliche Prachtexemplare und ich rede nicht von Bodybuildern, die über BMI nur lachen können. Unbelastet von Fett, weder subkutan noch intraabdominell.
Dies alles um meine vielleicht pauschal klingende Aussage bezüglich Süßstoff zu konkretisieren.
Auch ich präferiere eine tägliche KH-Bilanz unter 50%, bin mir aber bewusst, dass auch das nicht für jeden die richtige Empfehlung ist. Ernährung ist eine individuelle Angelegenheit.
Die Insulinresistenz nach Nudelmast beim gesunden jungen Menschen ist passager und die physiologische Konsequenz die Zelle vor Substratüberschuss zu schützen. Das bestätigt aber nur, dass der Vorgang der Insulinresistenz physiologisch und NICHT krankhaft ist, wohl aber eine Reaktion des Körpers auf aktuelle KH-Überlast. Die Schwelle ist wiederum individuell und sinkt mit steigendem Alter.
Diabetes sollte unbedingt diätetisch angegangen werden und Medikament sollten die “Notlösung” sein.

#22 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

p.s. als letztes: der Süßstoff im Kaffee ist sicher kein Aspartam,
weil dieses zu allem Überfluss auch nicht hitzestabil ist und nicht mehr süßen würde :-)

#21 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

“Krebsrisiko” natürlich nur bei den deutschen Süßstoffen, die daraufhin in USA verboten wurden, was erst der nette Bill Clinton wieder aufgehoben hat.

#20 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Apropo Süßstoff, hier wird viel Halbwissen verbreitet, sowohl über Schweine wie über “Heißhunger” beim Menschen (falsch!), das kann man schon durch Tageszeitungen richtig stellen:
http://tinyurl.com/o7dkvm7
Auch der Mensch kann dem physikalischen Gesetz nicht entkommen, dass er bei mehr Kalorieenzufuhr als Bedarf zunimmt. Ein Liter Cola mit 110gr.Zucker sind 440 Kalorien! Mit Süßstoff 0 Kalorien.
Wer sich ein wenig mit Zuckerersatz beschäftigt hat, weis, dass hier auch immer “Industriepolitik” heftig am Werk war und ist.
Nr.1) ist hier die Landwirtschaft ! Deshalb nicht alles glauben!
Sacharin ist der älteste synthetische Süßstoff 1885 (Deutschland) und er wurde praktisch vom Markt genommen 1900 als er begann dem Zucker Konkurrenz zu machen. Hitler hat ihn wieder erlaubt, weil Zucker im Weltkrieg knapp wurde. Auch der zweite Cyclamat wurde in Deutschland 1937 durch Zufall entdeckt. Beide Stoffe sind unbedenklich, werden NICHT verstoffwechselt und unverändert mit der Niere ausgeschieden.
USA hatte als Konkurrenz nur sein Aspartam und hat damit Krieg gegen Deutschland gemacht, in dem der (falsche!) Verdacht eines Krebsrisikos in die Welt gesetzt wurde. Leider ist Wikipedia diesbzgl. auch etwas “amerikanisch” angehaucht, denn ausgerechnet Aspartam wird nicht wie die vorgenannten unverändert mit der Niere ausgeschieden, sondern verstoffwechselt,
wäre womöglich heute als Neuzulassung in der EU nicht mehr durchgekommen.
Spaltung in Methanol !!! und Phenylalanin, wohl auch wegen der geringen Konzentration unbedenklich, außer bei Phenylketonurie.
Wenn es um Übergewicht geht, geht kein Weg an Kalorien vorbei,
auch wenn man es mit langkettigen KH übertreibt, z.B. mit einer Nudelmast bei gesunden 18-Jährigen von 3 Tagen bildet sich bereits eine Insulinresistenz, die Vorstufe von Diabetes.
Meine Empfehlung: bitte KH unter 50% der Kalorienaufnahme,
das ist “esstechnisch” schon schwer genug,
führt allerdings zu mehr Sättigungsgefühl und erleichtert das Abnehmen, wenn erwünscht.
MfG

#19 |
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Ärztin

Schweine werden mit Süßstoff gemästet. Beim Menschen funktioniert es auch! Dies ist zwar ein Zitat von E. v Hirschhausen, deshalb aber dennoch wahr.
Süßstoffe als Zuckerersatz sind kein Lösungsansatz, das sie wie Zucker die Insulinausschüttung bedingen.
Genetisch vorbelasteten Individuen hilft nur die Vermeidung von Kohlenhydraten und viel Bewgung. Alle anderen haben Glück gehabt.
Übrigens sind auch nur genetisch geeignete Schweinerassen mästbar; – wie beim Menschen.

#18 |
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Heilpraktiker Eckhard Krämer
Heilpraktiker Eckhard Krämer

Wunderbar, wir meiden Zucker und nehmen statt dessen Aspartam, das wirkt wenigstens im Gehirn und lässt uns das Denken vergessen.

#17 |
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Ärztin

So lange die DGE empfiehlt 60% der täglichen Energieaufnahme über Kohlenhydrate zu decken wird auch eine Zuckerrestriktion an Übergewicht und Diabetes und Karies nichts ändern.
Viel weitreichendere Maßnahmen wären erforderlich um eine gesündere Bevölkerung zu bekommen.
Eine wichtige Maßnahme der Allgemeinmedizin (hausärztlich!) müsste die Erfassung des Stoffwechseltypes der Patienten sein um eine individuelle Beratung bezüglich der Ernährung gewährleisten zu können. Die Stoffwechselbedürfnisse verändern sich mit fortschreitendem altern. Auch diesem Umstand müsste Rechnung getragen werden.
Grundsätzlich wäre vielen Kindern geholfen, wenn Unterhaltungselektronik als Suchtmittel erkannt würde, Kinder-Produkte und fast-food gemieden würden, die Eichung auf süß und fettig vermieden würde und ein recht sportliches tägliches Bewegungsprogramm geboten würde. Selbst ambitionierten Eltern ist das im heutigen Umfeld kaum noch möglich diese Aspekte in der Erziehung ihrere Kinder vollumfänglich zu gewährleisten, denn das Umfeld und damit auch der Einfluss der Nahrungsmittelindustrie in der Schule nimmt zunehmend Einfluss.

#16 |
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Daniel Oderbolz
Daniel Oderbolz

Aus meiner Sicht ist es zu einseitig, sich auf Zucker zu versteifen. Diese Vorgaben werden unter anderem dazu führen, vermehrt künstliche Süsstoffe einzusetzen. Dies führt wiederum zu verstärktem Konsum jener Nahrungsmittel und letzlich zu Übergewicht.
Wichtig wäre die Förderung niedrigprozessierter Nahrungsmittel, mit anderen Worten: selbst kochen. Dazu müsste man z. B. In den Schulen Wert auf das Fach Kochen legen und den Einfluss von Nahrungsmittelherstellern auf Kinder und Jugendliche stark reduzieren (Stichwort Werbeverbot). Da letzteres viele Interesen tangiert, bleibt es wohl bei der Theorie.

#15 |
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Wolfgang Nieberler
Wolfgang Nieberler

Wie so vieles von der WHO… Unsinn!

#14 |
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Gast
Gast

Wenn man hier etwas in Richtung objektiv richtiger Information (denn ihr Fehlen ist das eigentliche Problem) ändern will, muß man auch dringend dafür sorgen, daß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, DGE das Ausbildungsmonopol für Oecotrophologie an den deutschen Universitäten entzogen wird. Diese Gesellschaft, die sich u.a. für McDonalds neben Kinderkliniken einsetzt wurde von der Nahrungsmittel-INDUSTRIE! gegründet und vertritt deren Interessen, schön verpackt in durch Auftragsstudien gewonnenen “wissenschaftlich gesicherten” Ratschlägen. Generationen von ahnungslosen Studenten werden fehlinformiert und -ausgebildet. (Obwohl sie nicht ahnungslos sein müßten, denn es gibt mittlerweile eine große Zahl an von unabhängigen Wissenschaftlern durchgeführten und veröffentlichten Studien. Aber diese werden schon zu Beginn des Studiums als Todfeinde der hehren Lehre der DGE gebrandmarkt und diese für die Nahrungsmittelindustrie stets sehr unangenehme Lektüre wird daher brav gemieden. Dabei sind die Vertreter dieser Industrie durchaus nicht zimperlich im Umgang mit ihren “Feinden” wie die Beispiele des Dr. med Bruker und des Zahnarztes Dr. Knelleken, der als damaliger Chef der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Süßwaren aus den Hausmeisterkiosken der Schulen verbannt hatte. zeigt. Er wurde physisch, psychisch und finanziell ruiniert.)
Man muß halt selbst denken und handeln (lesen können wir doch schließlich fast alle).
Aber zum Abschluß ein Trost: nur EINE Woche Abstinenz durchhalten und die Sucht verschwindet und die verschwundenen Geschmacksknospen auf der Zunge bilden sich wieder neu und verwöhnen einen mit dem Wiederentdecken des echtem Geschmacks von echten Lebensmitteln. Aber Vorsicht: danach muß man mit Ekel rechnen, wenn man den übersüßten Kram wieder essen soll.

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Süßstoff ist häufig der Auslöser für Heißhungerattaken. Er suggeriert dem Körper dass Zucker kommt und der setzt Insulin zum Zuckerabbau frei, da aber kein Zucker kommt, will Dein Körper mehr, also isst man mehr und wird dick.

Seit der Einführung von Diät-Erfrischungsgetränken stieg die Zahl der Adipösen in den USA deutlich an.

#12 |
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Elke Morsbach
Elke Morsbach

Super, recht herzlichen Dank für diese prägnante Ausführung. Habe das über die Fructose auch schon gelesen, aber so klar, einfach toll!

#11 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

in einem halben Liter Cola sind schon 60g Zucker (11%),
deshalb lieber Cola light.
Getränke sind besonders problematisch wegen der schnellen Resorption,
dagegen ist ein Esslöffel Zucker “verdünnt” in einer großen Gemüsepfanne harmlos.

#10 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Ernst Pawlowsky stoffwechselmäßig ist es wichtig, wie schnell Zucker resorbiert wird,
denn Zucker ist (dosisabhängig) toxisch durch sein Oxydationspotential und führt z.B. direkt zu Nervenschäden bis zur Blindheit oder zu Nierenschäden. HbA1c (Diabeteseinstellungstest) ist nichts anderes als oxydiertes nicht mehr funktionstüchtiges Hämoglobin durch chronisch zu hohen Zuckerspiegel.
Langkettige Kohlenhydrate führen im Gegensatz zu Zucker nur langsam und kontinuierlich zur Zuckerresorbtion was durch Insulin etc. leicht regulierbar ist.
Das ist der wichtigste Unterschied. Stärke besteht zudem nur aus Glucosen-Ketten.
Glukose (Traubenzucker) ist bei gleicher Menge deutlich WENIGER stoffwechselschädlich als Fructose (Fruchtzucker), was man früher nicht wusste,
da es erst (nur!) in der Leber in Glucose umgewandelt werden muss und dabei die Leber schädigt. Haushaltszucker (Sacharose) aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben ist ein Dipeptid zwischen beiden, also Glucose/Fruktose 1:1
In der Süßkraft liegt die Fruktose ganz vorne fast doppelt so stark wie Glucose und die Sacharose genau dazwischen.
Die viel gelobten “Früchte”, wie auch der Honig habe in der Regel mehr Fruktose als Glucose, was selbstverständlich SCHLECHT ist!
Gegen Karies könnte man (in kleineren Mengen, Kaugummi) auch Xylit nehmen, eine süße Pentose, die den pH im Mund NICHT senkt und damit den Zahnschmelz schont.
Lactose (in der Milch) süßt am wenigsten und es gibt die häufigsten Unverträglichkeiten dosisabhängig (bei uns 10-15%) durch Lactase-Mangel,
aber dann kommt schon Fructose, meist völlig unterschätzt.

Gruß

#9 |
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Gast
Gast

Na klar sind schon 12 Teelöffel viel Zucker,
darüber kann man doch nicht meckern!
Und wenn Diabetes zunimmt, Übergewicht ist eigentlich ein etwas anderes Thema,
dann muss man sich doch Gedanken machen dürfen.
Unsere Ernährungs- und vor allem Psychologen-Vordenker haben da als medizinische Laien große Fehler gemacht, die jetzt ihre Wirkung zeigen.

#8 |
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Ernst Pawlowsky
Ernst Pawlowsky

Der Zucker ist doch nur die Spitze des Kohlenhydrat-Berges, den der Durchschnittsmensch in sich hinein schaufelt.
Wird der Zucker nur durch andere Kohlenhydrate ersetzt, wird sich kaum etwas ändern. Und bei den Zigaretten sehen wir, welche Auswirkungen Todeswarnungen haben: sie kommen gegen die Sucht nicht an. Und vergleichbar süchtig sind die Zucker- und Kohlenhydrat-Junkies. Achim Peters beschreibt es sehr schön in “Das egoistische Gerhirn”. Nur zeigt er keinen echten Ausweg, weil er nicht daran rüttelt, daß Glucose “die” bzw. die einzige Energiequelle für das Gehirns sei. Kein Wort von den Ketonkörpern, die eine gleichwertige Energieversorgung des Gehirns gewährleisten und das Gehirn von kurzfristigen Kohlenhydrataufnmahmen unabhängig machen, weil sie aus dem Fettstoffwechsel stammen. Die Beschäftigung mit einer “low carb”- oder ketogenen Ernährung und deren Effekte auf z. Bsp. Krebs oder Demenz sind da sehr hilf- und lehrreich!!!

#7 |
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Anayro Müller
Anayro Müller

Es wäre zu begrüßen wenn darauf endlich Einfluss genommen wird. Es waren in den vergangenen Jahren schon mehrfach Anträge gestellt worden. Die Lobby der Zuckerindustrie dürfte zu einflussreich sein. Die Verbraucher sind oft nicht in der Lage zuckerhaltige Lebensmittel und Auszugsmehle zu vermeiden oder zumindest drastisch einzuschränken. Wenn Fertigprodukte sowisomöglichst vermieden werden, könnte dies mehr als Hilf-und Heilreich angesehen werden. Das nötige Wissen um unsere Ernährung geht immer mehr verloren, trotz informativer Kochsendungen…;-)

#6 |
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Heilpraktiker Steffen Jurisch
Heilpraktiker Steffen Jurisch

Warum überhaupt Zucker?
Obst und Gemüse enthalten von Natur aus genug Süße. Milch (andere als Muttermilch) ist sowieso Gift für den Menschen.
Also streichen wir mal gleich sämtliche Zucker und Zuckeraustauschstoffe in den Fertigprodukten – noch besser, reduzieren wir die Fertigprodukte auf ein absolutes Minimum – wer braucht schon 200 verschiedene Sorten Kekse, Bonbons, Schokoladen etc.
Aber die Industrie wird ein Wörtchen mit zu reden haben und die lassen sich ihre Gewinne doch ncioht schmälern, nicht wegen dem bissl Gesundheit des Masse an Menschen – ausserdem, wenn die Dauerkrank sind, ist das wieder gut für die Pharma und die Doktoren ;-))

#5 |
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ulrike.frings
ulrike.frings

Man sollte bedenken, dass Zucker nicht gleich Zucker ist! Es gibt einen großen Unterschied zwischen industriell hergestelltem Zucker und fruchteigenem Zucker in z.B. nicht verarbeitetem, d.h. naturbelassenem Obst wie einem Apfel, Weintrauben, Oragen, Erdbeeren, Nektarinen, Kirschen etc. Dieser fruchteigene Zucker hat bei ansonsten gesunden Menschen keinerlei negative Auswirkungen und/oder Folgen. Sogenannte Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Adipositas, Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen etc. kommen ausschließlich von industriell hergestelltem Zucker, der in allen industriell hergestellten und/oder verarbeiteten Nahrungsmitteln (wie sämtliche Süßigkeiten, Limonaden, Fruchtjoghurts, Wurstwaren, Obstkonserven (Dosenobst), Fertiggerichte und noch vieles mehr vorhanden ist. Desweiteren gehören dazu dann auch alle Produkte aus Auszugsmehlen (sogenannte “weiße” Mehle). Dunkles Brot kann nämlich auch aus reinem Auszugsmehl bestehen; es ist nur aus den Köpfen der Leute nicht wegzukriegen, “dunkel = gesund”! Es kommt nicht auf die Farbe des Brotes an, sondern auf díe Inhaltsstoffe. Kekse/Plätzchen sind nämlich auch aus Auszugsmehl bzw. “weißem” Mehl. Klar gibt es auch Vollkornplätzchen/-kekse. Man muss einfach mal öfter auf die Zutatenliten der Lebensmittel achten! Und im Übrigen empfiehlt sich die Lektüre der der Bücher von Dr. Bruker. Was die Schädlichkeit unserer industriell ver- und bearbeiten Lebensmittel angeht stimme ich vollkommen mit ihm überein. Manche seinrr Aussagen sehe ich auch kritisch, aber dass “unsere Nahrung unser Schicksal ” ist, da hat er vollkommen recht.

#4 |
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Es waere sicher sinnvoll unnoetigen Zuckerkonsum zu reduzieren, doch ich bin nicht der Ansicht, dass man ganz auf Zucker verzichten sollte. Ich empfehle jedoch den braunen Zucker-Rohzucker oder Melasse und Honig.

#3 |
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Flemming Rohrmann
Flemming Rohrmann

… da steht nicht “zwei”, sondern “zwölf”. Da hat Ihr Gehirn das Zahlwort wohl bereits nach dem zweiten Buchstaben abgehakt :)

#2 |
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Dipl. Oecotrophologin Sabrina Bardas
Dipl. Oecotrophologin Sabrina Bardas

Die Zuckermengen könnten Sie nochmals überprüfen:
2 TL Zucker wären keine 50g Zucker…denn:
1 EL Zucker, gestrichen = 15 g
1 EL Zucker, leicht gehäuft = 20 g
Es wären also zumindest 2,5 leicht gehäufte Esslöffel, die den 10% vom Tagesenergieverbrauch an Zucker entsprechen!
Oder liege ich da jetzt ganz falsch?
Herzliche Grüße,
Sabrina Bardas

#1 |
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