Digitale Patientenakte: Die große ITlusion?

30. Juli 2012
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Bringt die elektronische Gesundheitsverwaltung deutliche Einsparungen für das angespannte öffentliche Gesundheitssystem? Nein, sagt eine US-Studie, welche die Verschreibungs- und Überweisungspraxis von niedergelassenen Ärzten unter die Lupe nahm.

Demnach verschreiben diejenigen Ärzte, die sich auf die digitale Auswertungen von Tests stützen deutlich mehr (Zusatz)-Untersuchungen als jene Kollegen, die sich auf klassische Papierdokumente und analoge Auswertungen verlassen. US-Gesundheitsexperten, Berater, Politiker und die Obama-Regierung haben wiederholt argumentiert, dass der flächendeckende Zugang zu elektronischen Gesundheitsdaten zu substantiellen Kosteneinsparungen im amerikanischen Gesundheitssystem führen werde. Daher hat sich der American Recovery and Reinvestment Act (ARRA), das Gesetz für die Erholung und Investition für die US-Wirtschaft, seit 2009 darauf berufen, die Subventionen für die Health Information Technology für Economic and Clinical Health (HITECH) dramatisch auszuweiten und damit die Öffentlichen Ausgaben zu erhöhen.

Die US-Denkfabrik RAND (Research and Development) Corporation, die nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde, um ursprünglich die US-Streitkräfte zu beraten und in den letzten Jahren zu Gesellschaftsthemen wie die wachsende Fettleibigkeit der US-Bevölkerung und die Probleme des Drogenmissbrauchs an US-High Schools aufzeigte, hatte in jüngster Zeit errechnet, dass sich rund 80 Mrd. US-Dollar pro Jahr durch die flächendeckende Verwendung digitaler Untersuchungsauswertungen einsparen ließen. Und zwar besonder auf dem Sektor der bildgebenden Verfahren (Computertomographie, Magnetresonanzverfahren und Positronen Emissions Tomographie PET), die in den USA bereits vor zehn Jahren für rund 14 Prozent der gesamten Ambulanzkosten verantwortlich waren. Mit einer besseren digitalen Auswertung ließen sich erhebliche Kosten einsparen, fasst die „New York Times“, das Studienergebnis der US-Denkfabrik zusammen, die aus Einsparungsgründen für eine verstärkte Nutzung der elektronischen Patientendaten eintritt.

28.000 Patientendaten unter die Lupe genommen

Die neue „Health Affairs“-Studie, die sich auf die Berechnungen des staatlichen National Center for Health Statistics (NCHS) stützt, hat die Krankendaten von nicht weniger als 28.741 US-Bürgern und 1.187 niedergelassenen Ärzten unter die Lupe genommen. Die wichtigsten Studienergebnisse: Diejenigen Ärzte, die mit elektronischen Patientendatensystemen arbeiteten, verordneten 18 Prozent ihrer Patienten weiterführenden Tests zur Abklärung, während diejenigen, die auf Papierbasis arbeiteten, nur 12,9 Prozent zu weiteren Tests überwiesen. Die Tendenz zu teureren, weiterführenden Tests war bei jenen Ärzten, die sich auf digitale Datenbasis stützten noch weit höher, nämlich gleich zwischen 40 und bis zu 70 Prozent bei den „digitalisierten“ Ärzte im Vergleich zu ihren „analog“ arbeitenden Kollegen.

Sinnvoll oder doch nicht?

Darüber hinaus war die elektronische Verfügbarkeit von Labortestergebnissen häufig mit einer Anordnung von zusätzlichen Bluttests verbunden. Dabei war die Verfügbarkeit von elektronischen Patientendaten an sich nicht der Grund für die Anordnung weiterer Tests; der elektronische Zugang zu den Testresultaten scheint dafür der Auslöser gewesen zu sein. Eine mögliche Begründung dafür lautete, dass der Zugang zu elektronischen Daten den Ärzten mehr Zeit verschaffte und sie diesen Vorteil nutzten, um zusätzliche bildgebende Untersuchungen in Auftrag zu geben. Dieser „Convenience-Effekt“ des elektronischen Datenzuganges könnte dafür verantwortlich sein, dass die potentiellen Rückgänge zusätzlicher Studienanforderungen infolge von unnotwendigen, Mehrfachtests wettgemacht werden. Eine andere mögliche Begründung lautete, dass Ärzte, die verstärkt bildgebende Testverfahren einsetzen – warum auch immer – wahrscheinlich verstärkt digitale Gesundheitstechnologien einsetzen, was ihren intuitiven Zugriff auf bildgebende Auswertungen erhöht.

„Wir bezweifeln, dass die Anwendung der elektronischen Gesundheitstechnologien – was immer auch ihr sonstiger Nutzen ist – eine sinnvolle Kostenreduktions-Strategie darstellt“, so Studienautor Danny McCormick, Assistant Medizin-Professor der Harvard Medical School und Direktor der Division für Sozial- und Öffentliches Gesundheitswesen der Medizinischen Abteilung der Cambridge Gesundheitsallianz und Co-Direktor des Harvard Medical School Stipendiumprogramms für Allgemeinmedizin und Medizinische Grundversorgung. „Was immer auch die exakten Begründungen für unsere Studienergebnisse sind, sie beweisen wie wichtig es ist, die Vorteile der computergestützten Erfassung exakt zu ermitteln, statt diese aufgrund fehlender Daten zu schätzen, oder aufgrund kleiner Studien von nicht repräsentativen Insititutionen generalisierende Aussagen zu treffen“, warnte McCormick.

Unterschiedliche Interpretation der Ergebnisse

US-Gesundheitsexperten wie Obama-Berater David Blumenthal, der ebenfalls an der Harvard Medical School forscht, halten den Studienergebnissen entgegen, dass die Daten aus dem Jahr 2008, auf die sich die Untersuchung bezieht, dazu gedient hätten, das allgemeine Untersuchungsverhalten von Ärzten zu analysieren. Man habe überhaupt erst im vergangenen Jahr begonnen, systematisch den Einsatz von elektronischen Gesundheitsdaten zu untersuchen, so Blumenthal gegenüber der „New York Times“.

Er betrachte die neue Studie zudem für einen Ausreißer in einer großen Serie von Untersuchungen. Studienautor McCormick hält dagegen, dass Studien wie jene von RAND bis jetzt immer nur auf statistische Samples recht überschaubarer Gruppen bassierten. Diesmal habe man Datenmaterial einer wirklich großen Institution zur Verfügung gehabt, so McCormick. Kritiker des elektronischen Gesundkeitssystems kritisieren, dass man zurzeit ziemlich hohe Fördersummen für Umstellungsmaßnahmen auf elektronische Systeme ausgebe, der – vor allem ökonomische – Nutzen dieser Systeme allerdings kaum absehbar sei.

72 Wertungen (4.15 ø)
Medizin

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11 Kommentare:

Gesundheits- und Krankenpfleger

@ Jörg Simon:

Was Sie beschrieben haben ist eine aGK, eine analoge Gesundheitskarte.
Das ist eine durchaus sinnvolle Sache!

Mich stört ja auch nicht der Patient, der sich im Netz über seine Erkrankung informiert und mit anderen Betroffenen austauschen will. Auch hier sehe ich die positiven Aspekte überwiegen. Alle Behandelnden können von solidem Wissen des Patienten nur profitieren.

Leider sind diese Patienten eher rar…

Leichter zu finden sind aber Patienten, bei denen aus erstmals auftretenden Kopfschmerzen sogleich ein Hirntumor wird, weil es im Netz so steht. (Komischerweise kann eine Verbindung zum Gelage am Vortag jedoch ausgeschlossen werden, wenn man dem Patienten glauben will.)

Oder der Diabetiker und Hypertoniker mit 140 kg bei 175 cm, der eine Umstellung der Ernährung ablehnt, WEIL die Medikamente ja auch nichts bringen und die Ärzte ja eh alle gegen ihn sind…

Ich hätte gerne eine eGK, deren Inhalt Ihrem Zettel entspricht: Grundlegende Informationen zu Diagnosen, Medikation, Allergien… Wenn der Patient sich dann auch noch bewusst mit seiner Krankheit auseinandersetzt, um so besser!

Ein wirklich mündiger Patient wäre wünschenswert, ist aber leider selten. Viel häufiger sind Netzhypochonder, Klugscheißer und überhöhte Erwartungen, die eine prompte Heilung betreffen, ohne die eigene Lebensweise hinterfragen zu müssen.

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Alfons Painter,

ich informiere ich auch im Internet, weil es einfach nötig ist, als Patient zu wissen, was einen erwartet. Oft steht man nämlich ziemlich ratlos da.

Das andere ist: Ich habe für meine Arztbesuche ein Blatt mit Daten angefertigt, dem der Arzt meine technischen Daten entnehmen kann. Medikamentierung, die wichtigsten Befunde in Schlagworten und die zwei wichtigsten Ärzte, die ggf. angesprochen werden können. Immer, wenn ich z.B. notfallmäßig zu einen Arzt muß oder aber eine Vertretung tätig ist, dann ziehe ich diesen Joker hervor. Die Ärzte sind dann regelmäßig heilfroh, diese Daten zu bekommen ohne langes Lesen der Befunde oder abfragen der Eckdaten.

Insofern… es braucht mitdenkende, mitwirkende und fragende Patienten, die die Basics wissen und ggf. auch etwas erklärt bekommen.

JS

#10 |
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Dr. Richard Barabasch
Dr. Richard Barabasch

Meine Vor-Kommentatoren geben ein schier perfektes Bild zum persönlichen Erleben der Artikel-Realität aus eigener Erfahrungsweise. Daraus ist nur ein einzigre Schluss zu ziehen: Fakten schaffen! Seriös, nicht tendentiell, sondern ehrlich, unvoreingenommen.
Mein persönlicher Erlebnishintergrund ist: die Stuie trifft ins Schwarze! Goldmedaille, es ist ja g’rad Olympia !

#9 |
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Eberhard Krämer
Eberhard Krämer

Was angeblich für den Patienten mehr Sicherheit in der Versorgung bringen sollte, ist ein Riesen-Business im Gesundheitswesen geworden und bringt die versprochene Transparenz nur für die wirtschaftlichen Nutznießer dieser Systeme im Gesundheitswesen.

#8 |
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Johann Wilhelm von Krause
Johann Wilhelm von Krause

Etwas erinnert mich dies Ergebnis an die Situation, dass immer wieder bestimmte Krankheitshäufigkeiten deutlich zunehmen – man stellt dann fest, dass die Diagnoseverfahren besser geworden sind, deshalb die Krankheit häufiger erkannt wird. Wirklich häufiger geworden ist sie deshalb nicht unbedingt.
Ähnlich vielleicht auch hier: Ausgefeilte digitale Basisdokumentation wirft weitere Fragestellungen erst auf, die man vorher gar nicht gesehen hätte.
Ehrlich gesagt, die Digitalisierung als Massnahme zur Kostensenkung zu verkaufen, halte ich auch für eher töricht. Ich würde bessere Behandlungsqualität erhoffen, vielleicht erhöhte Effizienz, nicht geringere Kosten.
Argumentiert wird immer mit den Mehrfachuntersuchungen, die es sicherlich gibt, die auch sicherlich nicht selten eher wirtschaftlich indiziert sind. Ich arbeite derzeit in Vietnam, da hat die Einführung von User fees für CT und MR zu einer Leistungsexplosion geführt. In USA dürfte es nicht anders sein, dort ist Health ja schon lange Business Number One. Aber: Hat schon jemand untersucht, wie viele Untersuchungen durchgeführt werden, die medizinisch eher unnötig sind, aber zur juristischen Absicherung gemacht werden? Auch dies dürfte, bei der erdrückenden Medizinhaftung in USA, ein guter Treiber der Kostenentwicklung sein. In Deutschland ist es nicht viel anders.

#7 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Schön wäre es, wenn es den “mündigen Patienten” endlich geben würde…

Wie so oft ist aber gerade die Information der Feind des Wissens: Tagtäglich haben wir es in Pflege, Rettungsdienst und sicher auch bei den ärztlichen Kollegen mit Patienten zu tun, die denken, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Dabei zeigt sich aber, dass oft nur Halbwissen vermengt mit gefährlichen “Informationen” aus Netz und Presse den Menschen das Gefühl gibt, sie wüssten, was sie haben.

Lustig sind sicherlich die “Computerpornografie” und andere Versprecher, zumindest vordergründig, nichtsdestotrotz sind sich viele Patienten nicht im Klaren darüber, dass sie mit dem “Denken, dass sie wissen” selbst in Gefahr bringen. Interaktionen zwischen Medikamenten sind immer mehr die Regel als die Ausnahme, erzählt wird von obstrusen Eigendiagnosen aufgrund der Infos aus dem WWW und dabei übersehen, dass man seit 15 Jahren oder länger Diabetiker ist. Gerade die chronischen Erkrankungen sind in den letzen Jahren eher eine lästige Randerscheinung, denn eine Bedrohung für den Patienten geworden. Diabetes auf einer Ebene mit Myopie?
Nun, wenn aber akut ein plötzlich auftretendes Magendrücken nicht mehr als potentieller Infarkt erkannt wird, weil der Patient schlicht vergisst, die Behandelnden über die fortgeschrittene Polyneuropathie aufzuklären, wird es kriminell.

Und gerade in solchen Fällen sehe ich den Nutzen einer eGK: Der Patient wird nicht gläsern für die Allgemeinheit aber die Patientengeschichte wird langsam durchsichtig für die, die dieses Wissen brauchen: Behandelnde, Pflegende, Rettende!

Zeit dass sich der Nebel endlich lichtet… Aber der Digitalfunk kommt ja auch ganz sicher zur WM…

Mal sehen, ob unsere Enkel endlich wissen oder immer noch denken zu wissen….

#6 |
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Nichtmedizinische Berufe

Guten Tag,

m.E. liegt das Problem an einer ganz anderen Stelle: Der Datenflut, der Gestaltung der Software und der fehlenden Zeit der Ärzte, die Daten aufzunehmen.

Meine Beobachtung ist, wenn ich zum Arzt gehe (Beispiel Hausarzt), dass dieser nicht sich mit mir sondern nur mit meinen Daten beschäftigt. Er stiert in den PC, schreibt auf, was ich erzähle und liest die Befunde. Doch was nimmt er wirklich davon auf? Kürzlich war ich bei einer Vertretung, die anfangen wollte, mit mir die Befunde der letzten Laboruntersuchung auszuwerten, was längst geschehen war.

Kann die Ursache nicht darin liegen, dass die Software nicht die Daten so präsentiert, dass der Nutzer die Fakten schnell und übersichtlich erhält? Kommt es deswegen vielleicht zu Doppeluntersuchungen?

Was meines Erachtens absolut fehlt ist die Datenvernetzung mit dem Patienten. Denn wenn ich als Patient alle Daten habe, die meine Ärzte haben, dann kann ich auch dafür Sorge tragen, dass Mehrfachuntersuchungen unterbleiben, ev. falsche Medikamente verordnet werden und so weiter. Doch das ist ein Traum. Statt das es zur Selbstverständlichkeit gehört, dass man seine Befunde ausgehändigt bekommt – am besten gleich als PDF – muß man jedesmal fragen.

Und hier enttäuscht mich die eGK. Ich kann die Daten als Patient, die da drauf sind, nicht prüfen, nicht reklamieren. Und wenn sich ein anderer Arzt darauf verlassen soll, im Notfall die Daten aktuell und richtig sein, dann ist das unabdingbar.

Wer hat die Verantwortung für die Daten?

Die elektronische Akte kann gut sein, sie hilft Papier zu sparen. Aber ist die Datenflut wirklich in der Kürze der Zeit bewältigbar? Ärzte sind auch nur Menschen.

#5 |
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Jens Edrich
Jens Edrich

Wer von uns kennt nicht die Problematik von unzähligen kontrollbedürftigen Zufallsbefunden, die mit dem Einsatz vieler moderner Diagnosetechnologien wie dem PET, NMR, CT oder auch der klassichen Röntgenbildern oder der Sonografien verbunden sind. Je mehr technische Diagnostik wir betreiben, desto mehr Befunde werden wir finden, die wir dann in weiteren teuren diagnostischen Verfahren weiter “kontrollieren” müssen. Oftmals wird der Patient ja hier zum Opfer unserer ärztlichen Kontrollsucht und nur selten ergibt sich aus all diesen Befunden ja tatsächlich ein Befund, welcher in irgendeiner Therapie für den Patienten mündet. Wenn ich bedenke, wieviele NMR Untersuchungen bei Patienten mit (nicht pulssynchronem) Tinnitus von gewissenhaften HNO Kollegen verursacht werden ohne dass ich bislang auch nur ein einziges mal erlebt hätte, dass sich irgendein aufregender Befund geschweige denn eine Therapiekonsequenz daraus ergeben hätte, dann erschreckt mich die Tatsache, dass diese Bildgebungen in den USA inzwischen für 14% der ambulanten Ausgaben verantwortlich sind enorm. Je direkter wir künftig auf all diese auch noch so vergangenen Befunde zurückgreifen werden, desto mehr werden wir auch versucht sein, diesen oder jenen fraglichen Befund daraus überzubewerten und mit erneuter Diagnostik “wegzukontrollieren”. Gleichzeitig geht uns die Zeit für eine gründliche Anamnese und Befunderhebung sowie für eine ordnende Zusammenschau aller relevanten Befunde verloren. Diese aber sind die Grundlage für jedwede sinnvolle weitere Diagnostik und Therapie. Die Ergebnisse der Studie scheinen mir deshalb durchaus sehr realitätsnah. Sie sollten uns nachdenken lassen ob nicht der Weg zu immer noch mehr Technologien in der Medizin uns letztlich immer weiter vom Patienten wegführen, so dass wir mehr an ihm vorbeidiagnostizieren als ihm wirklich zu helfen!

#4 |
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Dr.med Friedrich Schuster
Dr.med Friedrich Schuster

Natürlich ist das eine teure ilusions-Ilusion.(Soweit ich weiß ist da derzeit Bertelsmann kräftig am balzen um den konkurenzlos dicken Walfisch anzulanden, denn letztendlich gehts nur ums Geschäft!)
Wer kann mit einem Uralt-Lobor-Befund aus der Elektronik was anfangen; das ist allenfalls als Vergeleichswert von interesse. Röntgenbilder und EKG ect dto.Auf eine aktuelle Bunderhebeung kann wohl in keinem Fall verzichtet werden. Wo also soll die Einspaarung liegen?? Wer will sich auf irgendwo von Irgendwem erhobene Befunde verlassen???nur weil sie jetzt elektronisch daherkommen?
Dagegen fallen aber zusätzlich ungeheure Speicher und It-Kosten an die bei einer herkömmlichen Aktenablage nicht anfallen.
Die Zuverlässigkeit sowohl in Punkto dessen was erhoben wurde, als auch die sichere nicht manipuliert Aufbewahrung (Hacker)als auch die sicher ununterbrochenen Zugriffsmöglichkeit (eine Patientenakte kannn ich auch mit Kerze in der Hand lesen) ist noch eine ganz andere Frage und keineswegs gelöste Frage von anderen Dingen wie:
Wer halftet falls ein falscher Befund zB Vormedikation oder Histologie eingespeichert wurde und desshalb eine falsche Therapie angestzt wird. Immerhin kommt das ja zB aufgrund von Namensleichheit nicht so ganz selten vor. Jetzt haftet der Kollege, der was falsches macht, aber soll sich der in zukunft völlig auf medizinisch unbearfte IT-Kräfte und Akkord-Tipsen und Billiglöhner von diverersen Einscanfirmen verlassen,die schon alles richtig machen werden???- und wenn’s schief geht halt auch mal ein paar Jahre Zwangsurlaub im Knast??? Das ist doch was grundlegend anderes als zB die computerisierte Bücherverwaltung einer Stadtbücherei. Daten sind eben nicht gleich Daten.

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DR. med. Wolfgang Hauth
DR. med. Wolfgang Hauth

Im Gegensatz zur US amerikanischen Studie, stützt sich meine Überzeugung, das eine einrichtungsübergreifende digitale patientenakte – oder zumindest die Verpflichtung zur EPA in den Einrichtungen sowohl die Qualität der leistungserbringung als auch die Ressourcenschonung stiergn würde auf meine tägliche Erfharung. Viele technische und Laboruntersuchungen in allgemeinärztlichen praxen werden angeordnet, weil aus der Prind Dokumentation die Quartallsbezogen ist nicht hervorgeht, das die gleiche Fragestellung bereits vor einem jahr bearbeitet wurde. Da die Befunde nachdem Ende des Quartals in Ordnern und Schränken verschwinden verschwinden sie auch aus dem Bewußtsein der Entscheider. Befunde und Informationen, die nicht unmittelbar greifbar und in neuem kontxt verknüpfbar sind, sind wie nicht vorhanden. Die verfügbarkeit und Verknüpfbarkeit ist aber für die longitudinale Betrachtung eines chronischen Krankheitsbildes unerläßlich. Dazu müssen die Systeme aber strukturell, syntaktisch und semantisch interoperabel sein. Datensicherheit udn datenschutz ist heute keine technische Frage mehr, sonden Frage des mindset

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Tierarzt

Moin
hier stellt sich die Frage nach Korrelation und Kausalität. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Ärzte, die eine elektronische Akte nutzen, aufgrund dieser auch mehr Kosten verursachen. Neigt ein Arzt, der eher “modern” arbeitet, nicht auch dazu, mehr abzuklären und mehr zu hinterfragen? Ist er vielleicht offener für moderne, schöne bildgebende Verfahren? Wenn wir lange genug suchen, finden wir dann vielleicht auch eine Korrelation zur Sockenfarbe der Ärzte? Alle Ärzte mit dunklen Socken verursachen mehr Kosten! Hilft es dann, dunkle Socken zu verbieten?

#1 |
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