Arztsuizid: Freitod im Kittel

24. März 2014
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Mediziner bringen sich laut einer älteren Analyse des Gießener Psychiaters Professor Christian Reimer bis zu 3-mal häufiger um als Nicht-Mediziner. Eine neue Studie ging nun der Frage nach, welche Merkmale Ärzte aufweisen, die sich umbringen und welche Methoden sie wählen.

Anhand des „US-Nationalen Registers über gewaltsame Tode“ (National Violent Death Reporting System, NVDRS) analysierten die Autoren um die Familienmedizinerin Katherine J. Gold der Universität Michigan, USA, die Daten von 31.636 Suizid-Opfern. 203 dieser Opfer (0,64%) waren Ärzte. Aus den Auswertungen ausgeschlossen waren Medizinstudenten.

Gold et al. stellten fest, dass die suizidierten Ärzte etwa genauso häufig an psychischen Störungen und Depressionen litten wie die Opfer anderer Berufe: 46% der Ärzte und 41% der Menschen anderer Berufe wiesen eine psychische Erkrankung auf. Zum Zeitpunkt des Suizids waren 42% der Ärzte und 39% der Nicht-Ärzte in einer depressiven Stimmung. Bei den verstorbenen Ärzten waren Antidepressiva nicht häufiger nachweisbar als bei den verstorbenen Menschen anderer Berufe. Deutlich häufiger als bei den Nicht-Ärzten konnten bei den Ärzten jedoch Antipsychotika, Benzodiazepine oder Barbiturate nachgewiesen werden (OR: 28,7 bzw. 21,0 bzw. 39,5; p jeweils < 0,0005).

Christian Reimer und Kollegen kamen zu dem Ergebnis, dass 23–31% der jungen Assistenzärzte Depressionen aufweisen, aber nur etwa 15% der gleichaltrigen Allgemeinbevölkerung, was einen signifikanten Unterschied darstellt.

Wenig Substanzabhängigkeiten bei den Ärzten

In der Studie von Gold et al. wiesen Ärzte signifikant seltener eine Alkohol- oder andere Substanzabhängigkeit auf als Nicht-Ärzte: 14% der Ärzte und 23% der Nicht-Ärzte waren substanzabhängig (p = 0,004). 66% aller Todesopfer litten zumindest entweder an einer psychischen Störung, an einer Alkohol- oder anderen Substanzabhängigkeit oder an einer depressiven Verstimmung. 31% der Suizid-Opfer litten an mindestens zwei dieser Störungen und 6% an allen drei Störungen. Hier gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen Ärzten und Nicht-Ärzten.

USA: Ärzte erschießen sich genauso häufig wie Nicht-Ärzte

Sowohl die Ärzte als auch die Nicht-Ärzte brachten sich am häufigsten durch den Gebrauch einer Schusswaffe um (48% bzw. 54%). Hier wird vielleicht besonders deutlich, dass es sich um eine US-amerikanische Studie handelt. Am zweithäufigsten starben die Ärzte infolge einer Vergiftung: 23,5% der Ärzte waren betroffen. Hier vermuten Katherine Gold und ihre Kollegen, dass sich die Ärzte ihr Wissen um die Wirkungen und Dosierungen der verschiedenen Medikamente und Giftstoffe zunutze machen. Außerdem haben die Ärzte einen leichten Zugang zu Medikamenten.

Im Gegensatz hierzu starben „nur“ 18% der Nicht-Ärzte infolge einer Vergiftung. Jeweils etwa 14% der Ärzte starben an einem Aufpralltrauma bzw. infolge einer Asphyxie durch Erhängung. Bei den Nicht-Ärzten stand der Tod durch Asphyxie an zweithäufigster Stelle (22%), gefolgt von Vergiftung (18%) und Aufpralltrauma (6%).

Waren die Verstorbenen älter oder verheiratet, so waren sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit Ärzte (Odds Ratio [OR] = 1,04 bzw. 1,7). Besonders stark wies das Merkmal „Probleme im Beruf“ darauf hin, dass der Verstorbene ein Arzt war (OR: 3,12, Konfidenzintervall [CI]: 2,10–4,63, p < 0,005). Das Merkmal „Krise in den letzten zwei Wochen“ wies hingegen eher darauf hin, dass der Verstorbene kein Arzt war (OR 0,61, p = 0,014).

Prävention notwendig

Die Studien von Katherine Gold und Christian Reimers weisen darauf hin, dass besonders die berufsbedingten Probleme zu einem erhöhten Selbstmordrisiko führen. Gold et al. erklären, dass die Identität und das Selbstwertgefühl der Ärzte eng mit dem Beruf zusammenhängen. Unzufriedenheit im Beruf könne daher eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Suizidalität spielen.

Warum in der Studie von Gold et al. das Verheiratetsein für Ärzte typisch war und warum sich die Ärzte „dennoch“ suizidiert haben, bleibt fraglich. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Ehe eigentlich als protektiver Faktor gilt. Doch man müsse differenzieren, denn die Datenlage sei komplex: Einige Studien zeigten, dass die Ehe ein protektiver Faktor für Männer, aber nicht für Frauen sei. Außerdem gebe es Daten, die darauf hinweisen, dass ein hohes Einkommen, ein hoher Bildungsstand sowie der Familienstand „verheiratet“ mit einer erhöhten Suizidalität zusammenhängen. Die Scheidungsraten seien bei Ärzten besonders gering. Die Autoren weisen darauf hin, dass gezielte Hilfs- und Präventionsprogramme für Ärzte eingerichtet werden müssten, um die Situation zu verbessern.

235 Wertungen (3.87 ø)

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23 Kommentare:

Gast
Gast

@ Frau Sabine Urban
Ihr Arbeitseinsatz in allen Ehren. Meine persönliche Überzeugung ist schon, dass wir die Schulmedizin z.B. in der Notfallmedizin dringend brauchen. Der Streitpunkt für mich als Nicht-Arzt und Nicht-Heilpraktiker liegt doch wohl eher in der Versorgung von Patienten mit den sog. chronischen Zivilisationskrankheiten. Da erlebe ich in meinem Umfeld, dass Menschen von der Schulmedizin enttäuscht sind und bei Heilpraktikern tatsächlich Heilung erfahren. Die Meinungsmache gegen Naturheilkunde von Seiten der “Schulmediziner” und der Pharmalobby schreit doch zum Himmel, wenn die Pharmakonzerne gleichzeitig versuchen Naturheilkräuter patentieren zu lassen.
Die Arbeitsüberlastung und die Bezahlung von Ärzten ist ein Thema, das mich völlig abnervt. Mediziner teilen doch ihr Geld hauptsächlich selbstverwaltet untereinander auf. So lange Chefärzte an Kliniken einen Stundenlohn erzielen, der weit über dem liegt, was andere Menschen im Monat in einer Vollzeitstelle verdienen und damit noch ihre Familie ernähren müssen, sollten sich Ärzte mit ihrem ständigen Gejammer doch besser schämen und sich in der Öffentlichkeit zurückhalten.

Niedergelassene Ärzte leben im Luxus, auch wenn sie nur halbtags beschäftigt sind. Wer länger arbeitet, weil er den Hals nicht vollkriegen kann, sollte doch nicht über die Arbeitsbelastung jammern. Angestellte Ärzte verdienen weit mehr als andere Berufsgruppen in denen die Menschen über gleichwertige Ausbildungen verfügen. Die Gehaltstabellen für Ärzte und Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst sind überall einsehbar. Wenn die Arbeitsbelastung in Kliniken so hoch ist, prüfen Sei doch einfach mal ob es mit Ihrem hippokratischen Eid vereinbar ist 16/24/36 Stunden Dienste zu leisten. LKW-Fahrer haben auch gesetzlich vorgeschriebene Lenkzeiten, da geht es auch um Menschenleben. Das Problem ist aber doch wohl eher ein von der Ärzteschaft generiertes Problem. Sorgen Sie doch einfach in der Ärzteschaft dafür, dass die Milliardenausgaben im Gesundheitssystem gerechter verteilt werden.

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GAST
Vor dem erfolgreichen Erschießen befasse man sich ausreichend mit Wund- und Terminalballistik.
Waidmannsheil
Ein erfahrener Arzt und Jäger

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Dr. med. Uwe Kaßler
Dr. med. Uwe Kaßler

Leider ist nicht erwähnt, ob die Gründe eines Suizides auch aus einer schweren Krankheit resultieren. Ich kann mir vorstellen, dass ein Suizid bei schlechter Prognose in einem gewissen Stadium ein Ausweg sein kann.
Ich selbst leide seit Jahren an einer chronisch progredienten MS.
Meine Tochter (18) sagt, Suizid ist feige.
Ich sage, Suizid ist mutig.

#21 |
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heilpraktikerin Claudia Behrens
heilpraktikerin Claudia Behrens

hallo,
Demut vor dem Leben und dem Tod fehlt .

Claudia Behrens

#20 |
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Gast
Gast

Hallo Frau Kollegin @Sabine Urban,
mein einschneidenstes Erlebnis bzgl. “Heilpraktiker” war eine liebe nette ältere Patientin, selbst Krankenschwester, mit einem krebsverdächtigen Brustknoten, der ich lediglich schonend aber unmissverständlich die Verdachtsdiagnose mitgeteilt habe mit der dringenden Empfehlung hier eine definitive (histol.) Klärung zu veranlassen,
die aber anschließend von einem Heilpraktiker unter Krebsdiagnose behandelt wurde, bis sie schließlich in einem komplett inoperablen Zustand (Lebermetastasen mit Ikterus) zwei Jahre später nicht vom Heilpraktiker, sondern von ihrer vorgesetzten Schwester wieder zu mir geschickt wurde, so dass nur noch palliative Maßnahmen möglich waren, in erster Linie um einen Hoffnungsschimmer zu erhalten und sie auch bald starb.
Meine Nachfrage bei der Ärztekammer ergab,
dass Heilpraktiker das dürfen, ohne berufliche Konsequenzen zu fürchten.

mfG

#19 |
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Altenpfleger

Ich finde die Diskussion zu diesem Artikel sehr interessant, und stelle fest, daß Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie einfach auf hiesige Verhältnisse übertragen werden.
Meine Frage: Gibt es eine vergleichbare deutsche oder europäische Studie?
Sieht es denn in unserem Land genauso aus?
Sind denn die US-Ärzte selben oder ähnlichen Arbeitsbedingungen unterworfen wie unsere Ärzte?
Wohl kaum (exemplarisches Beispiel: KV).
Hier stimme ich Dr. med. Charly Gaul völlig zu.
Natürlich müsste man sich die Studie genau betrachten, um Schlüsse zu ziehen.
Auch den Kommentar von Herrn Röder finde ich sehr bemerkenswert, und frage nach der Anzahl der (missglückten) Suizidversuchen. Der medizinisch Kundige hat mit Sicherheit einen höheren “Suiziderfolg”, was sich ergo in der Statistik niederschlägt.
Aus dem obigen Artikel ist leider nicht zu ersehen, in welchem Lebensalter die Suizide stattfanden. Leider ist es so, daß Suizid immer sehr schnell (fast reflektorisch) mit Depression assoziiert wird. Muß das so sein?
Ich denke nicht.
Hier finde ich den Beitrag von Herrn Dr. Dr. Frederic Reitmeier sehr interessant, und stimme diesem 100%ig zu!!
Prominentestes Beispiel eines emanzipatorischen (selbstbestimmten) Suizides eines Arztes ist wohl der Tod Sigmund Freuds!!

#18 |
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Sabine Urban
Sabine Urban

Sehr geehrte Frau Streitberger,
ihr Kommentar zu dieser Studie hat mich tief empört! Ich arbeite seit Jahren in einer großen Klinik in der inneren Notaufnahme mit Unterbrechung auch in der Hämatologie/Onkologie und Palliativstation als Assistenzärztin. Ich habe Kollegen erlebt, die eine Wochenarbeitszeit von 60 Std. aufweisen um z.B. Patienten mit einer akuten Leukämie so schnell wie möglich versorgen zu können, um sterbenden Menschen beizustehen, um Unfallopfer zu versorgen etc….. Wir arbeiten unter einem enormen Zeitdruck und tragen eine sehr hohe Verantwortung. Wir arbeiten mit Medikamenten, die höchstwirksam sein können, jedoch auch schlimme Nebenwirkungen haben können. Wir arbeiten ständig mit dem Wissen nutzen, aber auch schaden zu können. Wir arbeiten mit der Erkenntnis auf viele Fragen keine Antworten zu haben, aber trotzdem handeln zu müssen. Wir sind täglich mit unseren Unzulänglichkeiten konfrontiert und machen uns trotzdem die Finger schmutzig. In meinen Augen ist es nicht verwunderlich, daß Ärzte in diesem Spannungsfeld eine erhöhte Suizidalität aufweisen. Im Gegenteil es ist ein Zeichen dafür, daß viele von uns sehr wohl in unserer Arbeit aufgehen und sich leider auch oft physisch und psychisch überfordern. Nebenbei bemerkt, dürfte dies auch bei vielen unseren pflegerischen Kollegen der Fall sein.
Wie können Sie vor diesem Hintergrund postulieren, daß hauptsächlich Sie und Ihre Kollegen in Ihrer Arbeit wirklich aufgehen und daß darin der Grund für eine angeblich geringere Suizidalität Ihrer Zunft liegen könnte?
Wir Schulmediziner sind immer wieder gefordert neue Fragen zu stellen und auch uns zu hinterfragen. Dies schafft natürlich auch immer wieder neue Unsicherheiten mit denen wir uns auseinandersetzen müssen. Damit sind wir angreifbar. Diese Herangehensweise habe ich von Ihrer Seite noch nie erfahren. Im Gegenteil Sie geben sich mit Pseudoantworten zufrieden und üben Kritik an einer sogenannten Schulmedizin von der Sie letztendlich in Ihrem Elfenbeinturm keine Ahnung haben. Wie sollten Sie auch nach einer zum großen Teil theoretischen Ausbildung von einigen Jahren in der sie mit ernsten Erkrankungen und ihren Verläufen nie wirklich zu tun haben. Und sollte dies tatsächlich mal der Fall sein, dann geben Sie an uns Schulmediziner weiter und fühlen sich bestätigt, wenn es dann doch nicht mehr gutgeht. Vielleicht auch weil es zu spät ist.
Und noch ein kleiner Denkanstoß. Vielleicht könnte es auch sein, daß es bisher keine Untersuchungen gab, welche psychischen Erkrankungen und suizidalen Tendenzen bei Heilpraktikern auftreten und daß Sie deshalb noch nichts davon gehört haben?

Es ist traurig, daß von ihrer Seite selbst vor diesem traurigen Hintergrund agiert wird um Pseudoargumente gegen uns böse Schulmediziner vorzubringen. Es ist auch seltsam, daß sie auf diesem Wege für mehr Verständnis für sich und Ihre Kollegen hoffen. Ein Verständnis, das sie unserer Seite so wenig entgegenbringen…

Sabine Urban

#17 |
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Dr. Dr. Frederic Reitmeier
Dr. Dr. Frederic Reitmeier

Der Beitrag läßt den Aspekt des “emanzipierten Selbstmordes” gänzlich aus.

Bevor diese Gruppe nicht statistisch erfaßt und heraus gerechnet ist, sind jegliche Interpretation unbrauchbar.

Exemplarisch für den “emanzipierten Selbstmord” kann der Freitod von Gunther Sachs gelten.

Dass Ärzte diese Art des Freitodes verstärkt wählen, ist z.B. angesichts des Wissens um das “Finale” bei einem diagnostizierten Pancreas Ca naheliegend.

Eine saubere Selbstmord-Statistik und Analyse muss also neben der Altersgruppen-Klassifizierung besonders auf die Gruppe “Freitod im Alter aufgr. von Krankheit und Gebrechen” achten. Denn:

Es muss keine schlechte Nachricht sein, dass sich Ärzte häufiger selbst richten, als Nichtärzte. Es ist nur die Konsequenz aus dem Wissensvorsprung, den Ärzte über die terminale Phase haben. Sie kürzen den Leidensweg (emanzipiert) ab.

Servus aus Wien
Dr.med.A.Reitmeier

#16 |
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Ich schließe mich der Auffassung von Herrn Kollegen Dr. Charly Gaul an. Jedoch ist das Thema immer noch aktuell. Die Arbeitsbedingungen in der BRD sind nicht vergleichbar mit denen in den USA – aber ich finde es gut und wichtig das Thema in die “Öffentlichkeit” zu bringen. Als ehemaliger Betriebsarzt eines deutschen Uni-Klinikums kenne ich aus meiner dortigen (15 jährigen) Tätigkeit den beruflichen Alltag in einer Klinik (aus der Sicht eines Arztes für Ärzte) und leider habe ich den Suizid eines jungen Kollegen nicht verhindern können.
Heute – am Ende meiner beruflichen Laufbahn (noch 5 Jahre – dass Foto stammt aus meiner Jugend :-) ) bin ich meinem Schicksal sehr dankbar, dass es mich in die Arbeitsmedizin “geschuppst” hat. In diesem Fachgebiet kann ich frei – ohne Druck der KV , ohne Druck von Krankenhaus-Hierarchie, Fallpauschalen und Finanzmanagern (mit $ Zeichen in den Augen) eine Präventiv-Medizin betreiben, die mich sehr erfüllt und meinen ärztliches Gewissen die Seele streichelt. Der Kollege Dr. Hans Gschwender hat m.E. für sich die richtige Entscheidung getroffen und die KV-Tätigkeit aufgegeben. Und ich frage mich auch nicht mehr warum wir in der BRD einen Ärztemangel haben. Von den jüngeren Kollegen/innen lassen es sich nicht mehr so viel gefallen und gehen nach Norwegen, Schweden oder in die Schweiz (jetzt vielleicht nicht mehr). Übrigens – sollte jemand seinem Schicksal noch eine Chance geben wollen – in unserem Werksarztzentrum (volle Weiterbildungsberechtigung in Arbeitsmedizin) haben wir eine Arztstelle zu besetzen – nur Mut. Eine eM kostet ja nichts! Frei nach dem Motto “Gib Deinem Leben eine Chance”!

#15 |
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Eine Abschaffung der Schadensersatz- und Schmerzensgeldprozesse könnte den Ärzten im Land des demokratischen Rassismus helfen. Aber wahrscheinlich suizidieren sich dann die Rechtsanwälte…

#14 |
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Heilpraktikerin Sabine Streitberger
Heilpraktikerin Sabine Streitberger

Vielleicht wäre es auch zu überlegen, sehr geehrter Herr Dr. Glatz-Noll, dass wir HeilpraktikerInnen noch viel mehr in die Ecke gedrängt werden und um jeden Cent kämpfen müssen, ganz abgesehen von den imensen Einschränkungen die wir durch Willkür und Unwissenheit der Schulmedizin jedes Jahr hinnehmen müssen.
Komischer Weise habe ich so gut wie noch nie von einem Suizid eines/einer HeilpraktikerIn gehört. Könnte es daran liegen, dass wir in unserem Beruf wirklich aufgehen und den Menschen helfen können? Könnte es sein, dass wir nicht nur mit Placebos arbeiten, sondern unsere Therapien nicht nur unseren Patienten, sonder auch uns helfen? Ein kleiner Denkanstoß. – In meiner Praxis sind übrigens auch Schulmediziner herzlich Willkommen.

#13 |
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Dr Els Glatz-Noll
Dr Els Glatz-Noll

Genau, das ist es. Ärzte können nicht nach ihr Wissen und GEWISSEN arbeiten. Wir sind ENTMÜNDIGT. es ist höchste Zeit, dass die Presse dieses Thema bekannt macht und uns nicht immer in der Ecke der Abzocker schiebt. Mit wenig Geld kann man leben. Nicht mit einem schlechten Gewissen!!!!
Am ende ist der Patient der Dumme.

#12 |
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Heilpraktikerin

Ich finde den Satz von Herrn
Dr. med. Hans Gschwender besonders interessant:
DAS ÄRZTLICHE “GEWISSEN” WIRD WENIGER GESTRESST:
Ich glaube das ist der Hauptfaktor.
Das Gewissen sich einer Industrie zu unterjochen und Dinge zu tun und zu verabreichen, die sehr fragwürdig und oft keine positiven Ergebnisse für den Menschen aufweisen. Ausführlicher möchte ich mich lieber nicht äußern.

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ob die Ehe einen protektiven Charakter hat, hängt sicher auch von der Qualität der Institution ab… Viele Suizide entstehen auch aufgrund einer sehr unglücklich verlaufenden Partnerschaft. Hohe Arbeitsbelastungen dürften in einigen Fällen kaum zulassen, dass ein gesundes und ausgeglichenes Privatleben möglich ist.

#10 |
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Die amerikanische Publikation ist von 2012, die Arbeit aus Gießen von 2005. Warum wird das hier als “Neuigkeit” diskutiert?
Die Arbeitsbedingungen und die Rate an gewaltsamen Todesfällen und Suiziden unterscheiden sich zwischen Staaten ganz erheblich, das Gesundheitssystem und seine Arbeitsbedingungen sind völlig unterschiedlich. Was sollen diese Vergleiche? Das ist Boulevardjournalismus.

#9 |
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Heilpraktikerin

Die Gründe mögen vielleicht in USA ähnlich sein wie hier (Frustrationen über Arbeitsbedingungen und/oder Hilflosigkeit in manchen Fällen), dennoch schätze ich, sind hierzulande Schusswaffen nicht ganz so leicht zugänglich wie in USA, also dürften eher Drogen eine Rolle spielen.
Wollen wir hoffen, daß sich alsbald nachhaltig die Bedingungen im deutschen Gesundheitswesen verbessern zugunsten der Patienten, Ärzte und Pflegepersonal!

#8 |
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Armin Rother
Armin Rother

Neben ausreichend vorhandener Gründe sollte die Berufsgruppe auch mit am besten wissen wie es geht.
Wie schneiden wir denn ab bei der Frage: Erfolg beim ersten Versuch ?
Und es gibt schlimmeres als Suizid. Z. Bsp. das permanente Aufschieben vor lauter Stress.
Take it easy.

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Monika Höppner
Monika Höppner

die Differenzierung der Geschlechter hätte mich auch noch interessiert.
Ansonsten liebe Grüße

#6 |
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SEIT ICH NICHT MEHR “VERTRAGSARZT” BIN SIND MEINE ASUIZIDALEN GEDANKEN VÖLLIG VERSCHWUNDEN:
ALS PRIVATARZT LEBT ES ISCH DEUTLICH BESSER UND DAS ÄRZTLICHE “GEWISSEN” WIRD WENIGER GESTRESST:

#5 |
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Dr. med. Jens Freiburg
Dr. med. Jens Freiburg

Ärzte sind auch nur Menschen und haben ggf. Probleme die zu einem Freitod führen können wie andere Menschen. Allerdings stehen die meisten Kollegen doch unter erheblichen Stress, Überstunden, der Wirtschaftlichkeit, dem Verband.

#4 |
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Stefan Blüggel
Stefan Blüggel

Finanzielle Probleme dürften im niedergelassenen Bereich neben der Arbeitsbelastung eine bedeutende Rolle spielen !

#3 |
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So ein Schmarrn. Auf D so sicher nicht übertragbar, hier gibts ganz andere Zahlen.

#2 |
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Dr. med. Sven-Dirk Schulz
Dr. med. Sven-Dirk Schulz

Die Arbeitsbelastung muss einfach reduziert werden, es handelt sich ja mit Sicherheit a.e. um Erschöpfungsdepressionen, wozu man heute Burnout sagt.

#1 |
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