Cushing-Syndrom: Mutation erweckt Cortisol-Sturm

28. Februar 2014
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Einer internationalen Forschergruppe ist es nun erstmals gelungen, Mutationen in einem Gen der Nebenniere als häufige Ursache für eine krankhaft gesteigerte Cortisolausschüttung auszumachen.

Zu viel Cortisol kann unter anderem zu Diabetes, Bluthochdruck, ausgeprägter Muskelschwäche und Osteoporose führen. Diese Auswirkungen fassen Mediziner unter dem Begriff „Cushing-Syndrom“ zusammen. Die Patienten nehmen zudem an Gewicht zu und entwickeln häufig auch eine Depression. Ohne Behandlung ist die Sterblichkeit deutlich erhöht.

Defekt im Gen des Schlüsselenzyms

Einer internationalen Forschergruppe ist es nun gelungen, Mutationen in einem Schlüsselgen der Nebennierensteuerung als Ursache für eine krankhaft gesteigert Ausschüttung des Hormons zu identifizieren. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse im New England Journal of Medicine. Ausgangspunkt der Forschungsarbeiten war eine genetische Charakterisierung von gutartigen Nebennierentumoren, die zu einer ausgeprägten Form dieser Erkrankung geführt hatten. „Wir haben gutartige Tumore untersucht, da hier erwartungsgemäß nur sehr wenige Mutationen vorliegen. Bei bösartigen Tumoren sind dies oft Hunderte“, erklärt Professor Martin Fassnacht von der Universität Würzburg.

Wie das New England Journal of Medicine berichtet, gelang den Forschern aus Frankreich, Italien, den USA und Deutschland unter Führung von Felix Beuschlein vom Universitätsklinikum München sowie Martin Fassnacht und Bruno Allolio von der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Würzburger Universitätsklinikums der Nachweis, dass bei über einem Drittel dieser Patienten eine Mutation im Gen für die Proteinkinase A vorliegt. Die Proteinkinase A ist ein Schlüsselenzym für die Steuerung der Hormonproduktion der Nebennieren. „Um diese Mutation zu finden, war es notwendig, dass wir das gesamte Erbgut der jeweiligen Tumoren untersuchen“, sagt Fassnacht.

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3-D Struktur der Proteinkinase A mit Hervorhebung der mutierten Aminosäure. © Grafik: M. Fassnacht

Besseres Verständnis der Entstehung

“Durch die Mutation wird dieses sonst sehr genau geregelte Enzym dauerhaft aktiviert und führt so zur ungezügelten Hormonproduktion”, sagt Professor Bruno Allolio. Der genaue molekulare Mechanismus dieses Kortison-Sturms konnte in Zusammenarbeit mit Davide Calebiro und Professor Martin Lohse vom Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg erfolgreich entschlüsselt werden.

Fassnacht und seine Kollegen erhoffen sich durch das bessere Verständnis der Entstehung von Nebennierentumoren zukünftig neue Ansätze in der Behandlung von Cushing-Syndrom-Patienten mit Medikamenten.

Originalpublikation:

Constitutive Activation of PRKACA in Adrenal Cushing’s Syndrome
Martin Fassnacht et al.; N Eng J Med, DOI: 10.1056/NEJMoa1310359; 2014

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2 Kommentare:

Mualla yardimci
Mualla yardimci

Ich habe die Symptome trotz Op und Entfernung der Nebenniere die nachversorgung sollte besser erfolgen

#2 |
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Claudia Olson
Claudia Olson

Ziemlich unvollständig. Was führt zu dieser Genmutation? Epigenetische Forschungen würden zu einem effektiven Therapie- und Präventionsansatz führen.

#1 |
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