Reizdarmtherapie: Der aktuelle Kotfallplan

3. August 2012
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30 Prozent aller Erwachsenen leiden unter funktionellen Magen-Darm-Beschwerden - davon 30 Prozent an einem Reizmagen und 50 Prozent an einem Reizdarm, auch Irritable Bowel Syndroms (IBS) genannt.

Üblicherweise übt das Gehirn keinen Einfluss auf die Magen-Darm-Motilität aus. Der Gastrointestinaltrakt hat mit seinen Neuroendokrine Zellen ein autarkes „Gehirn“. Diese enterochromaffinen bzw. enterochromaffin-ähnlichen Zellen befinden sich im Epithelgewebe des Verdauungstrakts. Die enterochromaffinen Zellen im Dünndarm sondern Serotonin ab, das vor allem Einfluss auf die Darmmotilität hat, indem es die Muskelzellen des Darm aktiviert. Enterochromaffine Zellen detektieren Aromastoffe in der Nahrung und steuern so die Verdauung. Der Darm kann also riechen.

Die enterochromaffin-ähnlichen Zellen (ECL-Zellen) der Magenschleimhaut stimulieren durch Histaminausschüttung die Magensäureproduktion der Salzsäure-sezernierenden Belegzellen des Magens. Nach Entzündungsreaktionen oder anderen Magen-Darm-Erkrankungen melden die enterochromaffinen Zellen Signale an das Gehirn. Dieses kann diese nicht verarbeiten und es kommt zu einer Fehlfunktion. Die Folge ist eine Überaktivität der enterochromaffinen Zellen mit Freisetzung von Serotoin und anderen Mediatoren. Weiterhin findet sich eine Vermehrung von Entzündungszellen wie T-Lymphozyten in der Mukosa und eine Freisetzung von Zytokinen.

Resultat ist eine gestörte Magen-Darm-Motilität deren Folge Übelkeit sein kann. Der kleinste gemeinsame Nenner ist das enterale Serotonin sowie das zentrale Dopamin. Beide Transmitter regeln Motilität und sind für die Entstehung von Übelkeit verantwortlich. Auch bei Erkrankungen wie Migräne spielt Serotonin eine Rolle, ein Begleitsymptom ist die Übelkeit.

Leitlinie definiert Vorgehen

Nach der aktuellen S-3 Leitlinie müssen folgende Aspekte gleichzeitig vorhanden sein, um die Diagnose IBS zu stellen:

  • Chronische, (länger als drei Monate anhaltende) Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen etc, die von Patient und Arzt auf den Darm bezogen werden und in der Regel mit Veränderungen des Stuhlgangs einhergehen
  • Die Beschwerden sollen begründen, dass der Patient ihretwegen Hilfe sucht oder sich sorgt, und so stark sein, dass die Lebensqualität dadurch relevant beeinträchtigt wird
  • Voraussetzung ist, dass keine für andere Krankheitsbilder charakteristischen Veränderungen vorliegen, die wahrscheinlich für diese Symptome verantwortlich sind

Obwohl die Diagnose RDS die Lebenserwartung nicht verkürzt, ist die Beeinträchtigung der Lebensqualität beträchtlich. Deshalb stellt auch aus sozioökonomischer Sicht die Erkrankung eine Belastung dar.

Keine Kausaltherapie

Für das Reizdarmsyndrom existiert weder eine kausale Behandlung noch eine Standardtherapie. Viele der eingesetzten und oft wirksamen Substanzen sind für diese Indikation nicht zugelassen und werden off-Label angewendet. Die Therapie orientiert sich am Subtyp der vom Stuhlverhalten bestimmt wird:

  • Obstipationsdominanter Typ (RDS-O)
  • Diarrhödominanter Typ (RDS-D)
  • Reizdarmsyndrom mit gemischtem Stuhlverhalten (RDS-M)

In der Therapie des Reizdarmsyndroms werde u.a. Ballaststoffe, Laxantien, Probiotika, Sekretagoga, Phytopharmaka, Spasmolytika, 5-HT3-Rezeptorantagonisten, Oioidderivate (Loperamid), und Entschäumer eingesetzt. Nicht alle sind für die Indikation zugelassen oder die Evidenz bewiesen.

Ballast nimmt Beschwerden

„Ballaststoffe zeigen sich bei der Behandlung von Obstipationsbeschwerden durch Vergrößerung des Stuhlvolumens mit konsekutiver Anregung der Darmmotilität als effektiv, und eine Therapie sollte zunächst damit begonnen werden, so die S-3-Leitlinien. Nachteilig ist, dass durch die Vergärung Faulgase entstehen und der entstehende Meteorismus die Beschwerden des Betroffenen teilwseise verschlimmert. Bei wasserlöslichen Ballaststoffen wie Flohsamen ist diese unerwünschte Wirkung geringer ausgeprägt.

Probiotika für den Darm

Das Angebot an Bakterienpräparaten ist groß und nicht jedes Produkt ist sinnvoll. Monopräparate mit Milchsäurebakterien beispielsweise werden von vielen Personen nicht vertragen. Paradoxerweise bekommen sie nach der Anwendung noch mehr Durchfall. Der Grund ist eine Lactoseunverträglichkeit. Auch Monosubstanzen mit Colibakterien sind im Urlaub problematisch. Diese müssen meist kühl transportiert und gelagert werden. Im Urlaub ist dies oft ein Problem.
Nicht alle Bakterien sind probiotisch. Nur gesundheitsfördernde Mikroorganismen wie Lactobakterien und Bifidobakterien dürfen diesen Titel tragen. In den unterschiedlichen Darmabschnitten spielen auch unterschiedliche Organismen eine schützende Rolle. Nicht selten gerät das Ökosystem des Darms zwar durch EINEN Keim ins Ungleichgewicht, die Folge kann aber eine krankhafte Vermehrung VIELER Keimarten sein. Deshalb ist es sinnvoller, zur Gesunderhaltung und zur Vorbeugung einer Reisediarrhoe solche Mittel zu bevorzugen, die nicht nur viele, sondern auch unterschiedliche Keime enthalten.

Prokinetika: Serotonin als Target

Der Neurotransmitter Serotonin spielt bei einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen eine Rolle. Seine chamäleonartige Funktion kann er deshalb wahrnehmen, weil er an einer Schar von Rezeptorsubtypen andockt. Seine Bedeutung für die Pathogenese von Darmerkrankungen wird klar, wenn man sich das Verteilungsmuster vom endogenen Serotonin anschaut: 95 % des Botenstoffs sind im Gstrointestinaltrakt vorhanden. In den enterochromaffinen Zellen der Darmmukosa ist der Serotoninspiegel besonders hoch. Besonders der 5 HT3-Rezeptor ist in den Neuronen der Darmwand überproportional vertreten. Wird die Bindungsstelle agonistisch angeregt, tritt als Effekt auf diesen Reiz eine Steigerung der gastrointestinalen Motilität und Sekretion auf. Über extrinsische Nervenfasern wird dieser Impuls ins ZNS als Empfindung weitergeleitet, wo es als Dehnungsreiz und Abdominalschmerz interpretiert wird.

Der Serotoninagonist Prucaloprid hat von der europäischen Kommission die Zulassung für die Behandlung der chronischen Obstipation bei Frauen, die mit Laxantien keinen ausreichenden Therapieerfolg erzielen, erhalten. Der 5-HT4-Rezeptoragonist ist kein Laxans! Im Gegensatz zu Abführmitteln löst das Prokinetikum im Dickdarm einen physiologischen peristaltischen Reflex aus. Dies beschleunigt die Darmpassage, fördert die Bewegung des Darminhalts im Dickdarm und verbessert signifikant dessen Entleerung. Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 2 mg. Frauen über 65 Jahre sollten mit einer Dosis von einmal täglich 1 mg beginnen, die bei Bedarf auf einmal täglich 2 mg erhöht werden kann.

Vorerst Frauensache

In drei randomisierten placebokontrollierten Doppelblindstudien mit rund 1300 Patienten mit chronischer Verstopfung, 88 Prozent davon Frauen, wurde die Wirksamkeit bewiesen. Primärer Endpunkt für die Wirksamkeit war die Zahl der Patienten, bei denen über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg mindestens dreimal pro Woche eine vollständige Darmentleerung ohne Gabe von Laxantien erfolgte. Sowohl 2 als auch 4 mg waren in allen drei Studien dem Placebo signifikant überlegen (26,6 Prozent 2 mg Prucaloprid versus 11,3 Prozent Placebo). Die 4-mg-Dosis zeigte keinen Vorteil gegenüber der 2-mg-Dosis. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen waren Kopfschmerzen und gastrointestinale Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Wenn Darmmittel aufs Herz gehen

Der Wirkansatz ist nicht neu. Bereits Cisaprid zeigte vergleichbare Wirkungen, musste jedoch wegen fehlender Selektivität und der daraus resultierenden Herzrhythmusstörungen vom Markt genommen werden. Es blieb bis jetzt eine Lücke, die auch durch Metoclopramid nicht geschlossen werden konnte. Prucaloprid scheint selektiver zu wirken und keine kardiovaskulären Effekte aufzuweisen. Dennoch sollte der neue Arzneistoff bei Patientinnen, die eine Begleitbehandlung mit QTc-Intervall-verlängernden Arzneimitteln erhalten, mit Vorsicht angewendet werden.

Novartis hat in den USA den Verkauf des 5-HT4-Agonisten Tegaserod gestoppt, das seit Juli 2002 zur Behandlung des Reizdarmsyndroms zugelassen war. Auch eine Gabe zur Therapie der Obstipation unter Opiattherapie erschien hoffnungsvoll. Die FDA forderte eine Sicherheitsanalyse von 29 randomisierten kontrollierten Studien, die ein erhöhtes Risiko für schwere, lebensbedrohliche kardiovaskuläre Komplikationen gegenüber Placebo ergab. Die Ursache ist unklar. Es wird vermutet, dass der 5-HT4-Agonist einen Gefäßspasmus ausgelöst haben könnte.

Die aktuellen Studien zu Prucaloprid haben keine Hinweise auf kardiale Nebenwirkungen ergeben. In weiteren Studien soll Prucaloprid auch für die Behandlung der chronischen Obstipation bei Männern sowie bei opioid-induzierter Verstopfung getestet werden. Spezielle Studien beim obstipationsdominanten Reizdarmsyndrom liegen zu Prucaloprid allerdings nicht vor. Den gleichen Angriffspunkt wie Prucaloprid hat Velusetrag, das sich in der klinischen Prüfung befindet.

Wenig Alternativen

Andere Prokinetika wie Metoclopramid oder Domperidon greifen ausschließlich am oberen Gastrointestinaltrakt an und sind daher bei der Behandlung einer Obstipation nicht zielführend.Eine pflanzliche Alternative könnte das Phytopharmakon STW-5 sein, Hauptinhaltsstoff ist neben Schöllkraut die Bittere Schleifenblume (Iberis Amara) Die Mischung aus neun Pflanzenextrakten war in Studien zur Therapie des Reizdarmsyndroms auch in der Subgruppe der Patienten mit vorherrschender Obstipation wirksam.

Alosetron ist nur in den USA zugelassen und auch dort nicht unumstritten. In Deutschland erhältliche 5-HT3-Rezeptorantagonisten wie Ondansetron, Granisetron oder Tropisetron sind nur für die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in Zusammenhang mit einer Chemo– oder Strahlentherapie bzw. zur Prophylaxe von postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV) zugelassen. Die Leitlinien betrachten den Einsatz ebenfalls skeptisch: „Aufgrund seltener, aber potenziell schwerwiegender Nebenwirkungen wie einer ischämischen Kolitis und einer schweren Obstipation sollten 5-HT3-Rezeptorantagonisten nur in therapierefraktären, schweren Einzelfällen mit gleichzeitig bestehender Diarrhö zum Einsatz kommen“.

Setrone vorerst nicht zugelassen

Nebenden den 5-HT4-Rezeptoren spielt auch der Subtyp 5-HT3 eine Rolle. Für 5-HT3-Rezeptorantagonisten wie Alosetron konnte in mehreren Studien bei Patienten mit diarrhödominantem Reizdarmsyndrom eine Verbesserung der damit verbundenen Schmerzen belegt werden.

Prostaglanin für Schweizer

Lubiproston ist ein Chloridkanal-Aktivator, der eine gesteigerte Wassersekretion in den Darm auslöst. In mehreren Studien hat die Substanz positive Effekte bei Reizdarmsyndrom vom Obstipationstyp und chronischer Obstipation gezeigt. Die Substanz ist bis jetzt nur in der Schweiz und den USA zugelassen. Lubiprostin besitzt prostaglandinartige Wirkunge und ist daher in der Schwangerschaft absolut kontraindiziert.

TZA und SSRI

Trizyklische Antidepressiva und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer haben einen gesicherten analgetischen Effekt bei Reizdarmpatienten. Vermutlich ist dafür die komplexe Wirkung auf serotoninerge, opioide und adrenerge Nerven verantwortlich. Die verminderte Empfindung von Symptomen beruht wahrscheinlich auf einer Modulation der zentralen Reizverarbeitung und scheint unabhängig von einem psychotropen Effekt.

Wenn beispielsweise bei psychischer Begleiterkrankung oder Therapieversagen Antidepressiva bei der Therapie zum Einsatz kommen, sollten bei Patienten mit vorherrschender Obstipationsproblematik selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bevorzugt werden, so die S-3-Leitlinien. Die Dosierung sollte in der Regel niedriger sein als bei der Depressionsbehandlung. Aufgrund der hohen Rate an Nebenwirkungen sollte bei der Verwendung von Antidepressiva eine genaue Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Krampf lass nach: Spasmolytika

Spasmolytika wirken im Bereich der glatten Muskulatur des Magen-Darm-Trakts relaxierend und haben sich zur Schmerzreduktion bei Patienten mit Reizdarmsyndrom bewährt. In dieser Gruppe finden sich Butylscopolaminiumbromid und Mebeverin.

Spasmolytika wirken im Bereich der glatten Muskulatur des Magen-Darm-Trakts relaxierend und haben sich zur Schmerzreduktion bei Patienten mit Reizdarmsyndrom bewährt. In dieser Gruppe finden sich Butylscopolaminiumbromid und Mebeverin.

190 Wertungen (4.08 ø)
Pharmazie

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21 Kommentare:

dipl.-biol. Judith Seltner
dipl.-biol. Judith Seltner

warum wird beim Thema Reizdarm nicht auf die zahlreichen Lebensmittelzusatzstoffe eingegangen? Insbesondere der fast allgegenwärtige Geschmacksverstärker Glutamat kann heftige Verdauungsbeschwerden auslösen!

#21 |
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Dr. Ezra Pierpaoli
Dr. Ezra Pierpaoli

Dieser Titel ist ja wieder einmal hirnrissig wie viele Titel auch, die ich in letzter Zeit in DocCheck Artikeln finde. Muss es immer unbedingt originell sein?

Ansonsten wirkt Pfefferminzöl auch gut gegen gewisse Symptome des Reizdarms wie Völlegefühl und intestinale Schmerzen. PO ist ein natürliches Spasmolytikum. Die Formulierung muss allerdings magensaftresistent sein.

#20 |
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recht schöner Artikel !
Ich hätte nur gerne noch ein bißchen was über den diarrhödominanten Typ RDS-D gelesen, das ist nämlich meiner !

#19 |
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Leider ging völlig vergessen, dass Heerscharen von leidenden Menschen mit Dolichosigma / Sigmavolvulus / chronischer Divertikulitis / Vernarbungen / Stenosen und Intussuszeption, also schwerwiegenden anatomischen Veränderungen und Entzündungen, einfach als Reizdarm abgetan werden und dann häufig nur ungenügend behandelt werden und vor sich hinleiden! Es genügt, der Sache einen Namen zu geben, um möglichst nichts weiteres Diagnostisches oder gar Therapeutisches tun zu müssen! Einfach nur, damit einer möglichst wenig invasiven, abwartenden (und vordergründig kostengünstigen) Haltung gefrönt werden kann anstatt der Sache auf den Grund zu gehen und vielleicht auch mal eine einmalige, heute fast immer minimalinvasiv mögliche, sehr sichere chirurgische Therapie in Erwägung zu ziehen.

#18 |
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KOTfallplan?

ich bin fan eurer wortspiele ;)

in kurzform: mein “angstschiß” wie mein frauenarzt kultiviert ausdrückt, hat aufgegeben als ich umgestellt habe auf SEHR viel salat und ein paar monate perocur genommen habe.

kotfallplan…

#17 |
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Ich sehe es ähnlich wie der Kollege de Pay #1
der Beitrag hat einen zu sehr symptomatisch pharmakologisch beschränkten Blickwinkel.

Nahrung und Ernährung ist ein weites Feld, es sollte die Aufgabe des Arztes sein, hier zunächst echte Erkrankungen wie M.Crohn und KH-Intolleranzen, nicht nur Lactose etc. “herauszufiltern”.

Also Diagnose zuerst.

Danach, wenn hier nichts ernsthaftes übrig bleibt,
ist Ernährungskorrektur durch Selbstbeobachtung, nicht jeder reagiert gleich, imho wichtiger als pharmakologischer Eingriff in das System.
Ballaststoff ist leider nicht gleich Ballaststoff. Insbesondere hat gerade die Weizenkleie die geringste “Bekömmlichkeit”.
Meist reicht schon gekochtes Gemüse, also gar nichts “zusätzliches”.

Der Griff zur Tablette ist auch sonst nicht immer die beste Lösung :-)

mfG

#16 |
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Ein sehr aufschlußreicher und ggf.hilfreicher Artikel wenngleich Titel und Inhalt M.E. nicht unbedingt zusammen passen.

#15 |
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Karl Josef Bichmann
Karl Josef Bichmann

Ohne pedantisch sein zu wollen: Die Gattung Iberis heißt auf deutsch Schleifenblume, vielleicht fügen Sie noch ein “i” ein?

freundliche Grüße in die Runde

#14 |
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Dr. med. Grudrun Ströer
Dr. med. Grudrun Ströer

Scheint ja ein heissumkämpftes Thema und damit ein lukrativer Markt zu sein.
Kollege Klosa kommt dem Kern des Pudels schon richtig nah.
Heilpraktiker, die sich mit unserem zentralen Austauschorgan zur Umwelt befassen, und einige wenige aus der Schulmedizin kommende neugierige und mutige ärztl. Kollegen und Kolleginnen haben viel analytische und praktische Erfahrung mit ehemals gequälten (vom Darm als auch von den Leitlinienmedizinern auf neuestem Stand) Patienten.
Wer Hilfe sucht und offen ist, der wird auch die zu ihm passende Unterstützung finden. Wir dürfen entspannt auf die zukünftige Nichtbezahlbarkeit der pharmagesteuerten Medizin warten….

#13 |
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Schade, dass dieser wirklich interessante und umfassende Artikel durch einen derat unsensiblen und für alle Betroffenen sich sehr verletzenden Titel stark abgewertet wird.Das ist kein Humor, sondern Geschmacklosigkeit.

#12 |
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Dr. med. Wolfgang Klosa
Dr. med. Wolfgang Klosa

Reizdarm ist weitgehender Anachronismus. Neben bestimmten
Nahrunsmittelunverträglichkeiten ist heute in ca. 80% der
Fälle (überwiegend Frauen betroffen) ein Diaminooxidase-Mangel der Auslöser des Krankheitsbildes. Die Bestimmung folgender Laborwerte im Blut bringen sofort Klarheit:
DAO (Diaminooxidase), Homocystein , Vit. B6, Vit. B12. Zum Ausschluß einer allergischen Reaktion sollte IGE mitbestimmt werden. IGE negativ, DAO deutlich vermindert sind beweisend für eine HISTAMINOSE. Reizdarmsyndrome gibt es nur noch in den seltensten Fällen.

#11 |
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Gesundheits- und Krankenpflegerin

Der Artikel war für mich interessant, weil ich sehe, dass es durchaus wissenschaftliche Erkenntnisse über die Funktion und Wirkung der Neurokrinen Zellen gibt. Gleichzeitig wird für mich erkennbar, dass die Sache so komplex ist, dass man eigentlicht nichts weiß. Ich litt als junger Mensch unter quälender Obstipation. Seit 14 Jahren nehme ich täglich 500 mg Apfelpektin ein. Seither ist der Toilettengang für mich eine Wohltat. So einfach kann das sein. Dass war eine Entscheidung aus dem “Bauch” heraus. Der Darm wird wohl nicht umsonst das “Zweite Gehirn” genannt.

#10 |
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Elisabeth Götze
Elisabeth Götze

Welche Klientel wollen Sie eigentlich mit Ihren unsäglichen Titeln ansprechen?

#9 |
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Alfred Frohn
Alfred Frohn

Neben dem auch meiner Meinung nach recht billig nach Aufmerksamkeit heischenden Titel finde ich wie der erste Kommentator Dr. de Pay auch, dass – mal wieder – an Symptomen manipuliert wird. Der Kern des Problems ist vermutlich unsere Lebensweise, ohne dass ich das auf die Schnelle irgendwie wissenschaftlich belegen könnte. Schade eigentlich. Ist der “Reizdarm” eigentlich DRG-relevant, egal ob im stationären oder ambulanten Setting?

#8 |
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Ärztin

Angesichts dieser geschmacklosen Überschriften habe ich immer wieder den Eindruck, bei einer Ärzte-Bild-Zeitung gelandet zu sein. Dies reduziert bei mir ganz dramatisch die Lust auf eine sachliche Diskussion zum Thema.

#7 |
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Auch ich hatte fürchterliche Beschwerden mit dem Darm, nachdem die Ärzte eine Myasthenie festgestellt hatten und mir Mestinon verschrieben hatten. Ich vertrug die Tabletten immer weniger und hinterher kam heraus, dass ich eigentlich auch eine Schilddrüsenunterfunktion hatte.Da war mein Darm schon ruiniert. Allein habe ich herausgefunden, dass die Schilddrüse ein wichtiges Organ im Stoffwechsel ist. Heute geht es mir schon besser, bei denaturierten Lebensmitteln muss ich aufpassen. Aber der empfindliche Darm den behalte ich ein Leben lang.

#6 |
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Johanna Fuchs
Johanna Fuchs

Ihre Titel sind oft einfach geschmacklos

#5 |
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Wenn ein Patient mit starken Blähungen nach Verzehr von Kohlenhydraten zum Gastroenterologen kommt, und der von “Reizdarm” spricht, ohne auch nur einen einzigen H2-Atemtest gemacht zu haben; Wenn ein anderer Gastroenterologe VOR dem Atemtest unbedingt eine Spiegelung machen will, weil er nach Aussage des Praxispersonals den H2-Atemtest sonst nicht abrechnen kann; wenn viele Gastroenterologen sich nicht mit bakteriellen Überbesiedelungen des Dünndarmes auskennen, obwohl in diversen Studien über 30% der “Reizdarmpatienten” positive Glucose-H2-Atemtests hatten und durch entsprechnde Antibiosen von ihren Beschwerden befreit wurden…
.
Dann ist zumindest mir klar, dass es mit dem Interesse an einer kausaloientierten Medizin in Deutschland nicht sehr weit her ist.

#4 |
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Diplom-Oecotrophologin Kirsten  Krause
Diplom-Oecotrophologin Kirsten Krause

Mir kommt der philosophische Ansatz in den Sinn:
Mensch erkenne Dich selbst.Der Artikel gibt mir einen prägnanten Überblick der Behandlungsmöglichkeiten beim RDS auch sind die erklärten hormonellen Hintergründe zur Symptomatik eine informatives ‘Detail.
Ich schließe mich im Ergebnis dem Vorgängerkommentar an.
Gerne würde ich mehr zum Thema einer natürlichen Herangehensweise über Erfahrungsberichte von meinen Arbeitskolleginnen in der RDS-Ernährungsberatung beitragen.
Dazu bedarf es einer zeitlich aufwendigeren Recherche….

#3 |
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Dem Kollegen kann ich nur zustimmen!!!

#2 |
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Dr. med. Arno W. de Pay
Dr. med. Arno W. de Pay

Wieder einmal ein Artikel, der sich auf die Symptomatologie und die symptomorientierte Behandlung beschränkt.Bei allem Respekt: Wann endlich fragen wir nach dem Grund,dass immerhin 30% der Erwachsenen an einer GI Disorder leiden, das ist doch katastrophal! Immerhin ist der Magendarm-Trakt mit 80% aller immunologischen Strukturen das größte Immunorgan) Es gibt hierzu so viele Informationen aus der Grundlagenforschung (Biophysik, Mikrobiologie, Molekularbiologie, Immunologie, Epidemiologie, der UNABHÄNGIGEN Enährungswissenschaft), die in der Medizin einfach (noch) nicht wahr genommen werden. Kann es sein, dass eine ganz mächtige Allianz aus verschiedenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gruppierungen im Gesundheits-(Krankheits)-Markt überhaupt kein Interesse an der kausalorientierten “Krankheitsbegegnung”=Therapie haben? Für mich jedenfalls ist eines klar: die mit entscheidende Rolle spielen Umwelteinflüsse, vorrangig die oft verantwortungslose Nahrungsmittelgenerierung, mit ihr die “moderne” Ernährung und ihr verheerender Einfluss auf das gastrointestinale Milieu. Und dort liegt auch die Lösung und nicht bei TZAs. Evidenzbasierte Behandlung? Solange wir die über 100 000 chemischen Reaktionen pro Sekunde in einer Zelle nicht wirklich überblicken und verstehen, solange verhöhnen wir uns mit diesem Begriff der Evidenzbasierten Medizin selbst!

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