Arzt und Industrie: Komplizierte Beziehungskiste

7. März 2014
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Ohne Firmengelder wären viele klinische Studien nicht denkbar. Ein kleiner Zuschuss eines Sponsors erleichtert dem Arzt den Besuch von Kongress oder Fortbildung. Aber wo fängt die Abhängigkeit an? Leitlinien für den Umgang mit „Partnern“ sollen bei der Orientierung helfen.

Was einige Ärzte freut, ist für andere ein Anstoß des Ärgers. Das Ärztliche Berufsgericht Niedersachsen hat im letzten Jahr die den Beschluss der dortigen Ärztekammer umgeworfen. Einige Monate zuvor hatte sie ihren Mitgliedern untersagt, sich auf Kosten externer Sponsoren zu Fortbildungen einladen zu lassen. Das ist nun wieder möglich.

Interessenkonflikt – nicht immer schädlich

Darf ein Arzt Verbindungen zur Industrie oder zu Lobbyistengruppen haben? Und wenn ja, wie sehr können die guten Kontakte das Verhalten zu seinen Patienten beeinflussen? Das oft gebrauchte Wort „Interessenkonflikt“ birgt Konfliktpotential. Denn an sich ist eine Zusammenarbeit mit kommerzieller Forschung auch für den Patienten nicht unbedingt schädlich. Klinische Tests in Praxen oder Krankenhäusern sind Voraussetzung dafür, dass sich ein neuer Wirkstoff um die Zulassung bewerben kann. Ebenso nützen gemeinsame Expertenrunden bei der Einführung neuer Geräte oder Behandlungstechniken. Wenn aber Marketinginteressen und das Streben des Arztes nach dem Besten für seinen Patienten auseinandergehen, fängt die schädliche Einflussnahme an. Ärgerlich wird es, wenn die „Zusammenarbeit“ im Geheimen geschieht und bei Veröffentlichungen oder in Gremien nicht mehr sichtbar ist.

Manipulierte Leitlinien

Schätzungen zufolge sind mehr als 80 Prozent der Ärzte irgendwie mit der Pharmaindustrie „verbandelt“. Ob die guten Kontakte und gegenseitige Hilfeleistungen heute noch Verschreibungsverhalten oder gar Leitlinien beeinflussen, darüber gibt es widersprüchliche Untersuchungen. Fest steht aber, dass dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Gabapentin und Efalizumab sind Beispiele, bei denen manipulierte Daten und unausgewogene Information zu einseitigen Empfehlungen in den Behandlungsleitlinien geführt haben. Untersuchungen bestätigen, dass in den entsprechenden Kommissionen etliche Mitglieder mit Interessenkonflikten sitzen. Mehr Informationen dazu liefert auch der DocCheck-Artikel: Augen auf beim Leitlinien-Kauf.

Beziehungstipps für den Arzt

Was also tun, wenn der Experte für diese oder jene Krankheit heftig von der Industrie umworben wird? In den USA macht der Gesetzgeber seit 2012 mit dem „Physician Payments Sunshine Act“ derlei Verbindungen öffentlich. Ebenso verlangen inzwischen die meisten Fachzeitschriften entsprechende Erklärungen von den Autoren ihrer Artikel. Reicht das oder tritt dabei wieder der Gewohnheitseffekt beim Leser ein, dem die Hinweise am Ende des Papers nach einiger Zeit kaum mehr auffallen? Schon vor einiger Zeit hat das amerikanische Institute of Medicine Handlungsempfehlungen für den Weg zwischen nützlicher Zusammenarbeit und Lobbyismus herausgegeben. Vor etwas mehr als einem Jahr erschien in „Endocrine Practice“ ein „Code of Conduct“ der Association of Clinical Researchers and Educators zu den Grenzen, die der Arzt den Angeboten zur finanziellen und immateriellen Unterstützung setzen sollte.

Mitentscheidung bei Geldverteilung und Datenanalyse

Bei Studien, die einen großen Teil ihrer Mittel aus Firmengeldern beziehen, muss dabei die Rolle des Arztes vor Beginn der Untersuchungen klar definiert sein. Er sollte im Leitungsgremium für die Studie vertreten sein und auch über die Verteilung der ausgeschütteten Geldmittel mitentscheiden. Neben den Auslagen für das Studienprotokoll fließen sie entsprechend an Mitarbeiter, um damit ihren sonst nicht vergüteten Mehraufwand zu honorieren. Schließlich sollte die Datenanalyse und -auswertung nicht ganz aus dem Einflussbereich des Arztes abwandern. Ihm kommt auch am Ende die leitende Rolle bei der Veröffentlichung der Studie in der Fachzeitschrift zu.

Vortragsinhalte selbst erstellen

Wer Firmen berät oder auch auf Firmenveranstaltungen zu seinem Forschungsgebiet spricht, sollte darauf achten, nicht in die Rolle des Pressesprechers für seinen Auftraggeber zu rutschen, sondern sich auf die Inhalte des Gemeinschaftsprojekts beschränken. Dann sei, so die Empfehlungen, auch eine Beratung zum gegenseitigen Nutzen nicht zu beanstanden, sondern könne die Wissenschaft weiterbringen. Beim Honorar sollte jedoch auch an die Institution gedacht werden, die den Arzt oder Wissenschaftler für die externe Tätigkeit freistellt. Besonders bei industriegesponsorten Fortbildungsveranstaltungen können Unternehmen leicht für die eigene Sache werben. Deswegen sollten die Inhalte der Vorträge und Präsentationen nicht vom Sponsor (mit-)bestimmt werden. Nicht die Information über Arzneimittel, sondern eine verbesserte Fürsorge für den Patienten muss dabei das Hauptziel der Veranstaltung sein.

No-go: Ghostwriter und Autorenhonorare für Studienpublikationen

Ob Experten aus der Klinik neue Produkte aus der Industrie präsentieren sollten, stellen die Handlungsempfehlungen in Frage. Nur allzu oft haben Mitarbeiter der Firma diese Präsentationen erstellt. An eigene Bedürfnisse und persönliche Interessen lassen sie sich nur begrenzt anpassen. Der Weg in die Abhängigkeit ist dabei nicht mehr weit. Mündet schließlich die Zusammenarbeit in eine gemeinsame Veröffentlichung, die auf die Arbeit von „Ghostwritern“ zurückgeht, dann ist diese Grenze deutlich überschritten. Honorare für eine reine Autorschaft sollten der Vergangenheit angehören. Umgekehrt kann es nicht sein, dass der Sponsor massgeblichen Einfluss darauf hat, welche Teile der Studie zu welchem Zeitpunkt veröffentlicht werden und damit unliebsame Ergebnisse länger als notwendig zurückgehalten werden.

MEZIS – mein Essen zahl ich selbst

Vielfach haben Pharmaunternehmen bereits auf das Misstrauen der Öffentlichkeit reagiert. In Deutschland gibt es etwa seit einigen Jahren den Zusammenschluss von Firmen zum „Verein freiwillige Selbstkontrolle für Arzneimittelindustrie (FSA)“. Entsprechend einem Beschluss will er alle geldwerten Zuwendungen an einzelne Ärzte mit deren Zustimmung auflisten. Spätestens 2016 soll eine entsprechende Datenbank für Interessierte offen stehen und alle Gelder auch im Zusammenhang mit Fortbildungsveranstaltungen oder Spenden transparent machen.

Jedoch ist es immer noch nicht strafbar, so urteilte der Bundesgerichtshof vor eineinhalb Jahren, dass Ärzte für das Verschreiben bestimmter Wirkstoffe Zuwendungen erhalten. Ein Umstand, der nach Ansicht vieler Experten das Bemühen um Unabhängigkeit von kommerziellen Einflüssen untergräbt. Auch von Seiten der Ärzte gibt es verschiedene Initiativen, die sich gegen den allzu intensiven Flirt mit potenten Geldgebern wehren. Mit dem Motto „Mein Essen zahl ich selbst“ kämpft „MEZIS“ gegen lukrative Versuchungen und ebenso gegen allzu aufdringliche Besuche von Pharmareferenten.

Mit Musterpackungen oder Einladungen zum Essen suchen sich die Marketingabteilungen der Industrie inzwischen schon Ärzte in spe heraus. In den USA, so berichtete Eric Campbell von der Harvard University auf einer Tagung in Hannover im letzten Jahr, umwerben sie Studenten mit verlockenden Angeboten wie Essenseinladungen oder Büchern, die den klammen Geldbeutel während der Ausbildung entlasten.

Transparente Interessenkonflikte: Dokumentation im Wartezimmer

Als einzige bedeutende Pharmafirma hat sich bisher GlaxoSmithKline zu einem Zahlungsverzicht bei der Werbung um den Rezeptblock durchringen können. Ob andere große Firmen bei dieser Initiative mitmachen, bezweifelt der amerikanische Gesundheits-Blogger William Heisel. Zu sehr wären höhere Umsätze von diesen Investitionen abhängig. Immerhin werden auch bei uns schon Vorschläge diskutiert, die etwa eine Dokumention von Interessenkonflikten für Patienten im Wartezimmer des Arztes oder der Klinik einführen möchten. Eine andere Möglichkeit wäre die Umleitung der Sponsorengelder in einen großen Topf, aus dem dann Fortbildungen, aber auch Studien bezahlt werden könnten.

Interessenkonflikte zu haben, ist kein Makel. Wo aber Kontakte zu Geldgebern gleich in die Nähe zu Bestechlichkeit und Korruption gerückt werden, dort tut sich auch die Forderung nach Transparenz in der Fachzeitschrift, dem Leitlinienkomitee und gegenüber dem Patienten schwer. Guidelines und Regeln können helfen, dass sich unterschwellige Sympathie für finanzielle Unterstützung nicht im Verhalten gegenüber dem Patienten niederschlägt. Am wichtigsten wäre aber, wenn sich alle Beteiligten der Risiken, aber auch der Chancen einer Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen ohne die kleinen Geschenke bewusst werden.

54 Wertungen (4.17 ø)

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18 Kommentare:

Gast
Gast

Fortbildung ist gut und bleibt gut.

#18 |
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Ärztin

Hier ein Beitrag aus einer anderen doccheck-Diskussion um die Zulassungsverfahren von Medikamenten bei der FDA.
Wissend, dass die Pharmaindustie sehr wohl bei den Expertenrunden um die Schaffung von Leitlinien mit am Tisch sitzt, bekommt der Aspekt “Leitlinie” durchaus einen unangenehmen Geschmack.
Hier der Kommentar:

Wolfgang Hawlicek
Da ich selbst als Lobbyist in der Pharmabranche gearbeitet habe weiß ich, wie die Beeinflussung der Meinung der Ärzte bzgl. Studien und deren Ergebnisse läuft.
Die FDA hat völlig zu unrecht den Ruf als unabhängige Behörde. Im sog. Drehtüreffekt wechseln Pharma-Manager zur FDA und FDA-Mitarbeiter zur Pharmabranche hin und her. Von einer neutralen Beurteilung kann also überhaupt nicht die Rede sein. Da steht für die Konzerne zuviel Geld auf dem Spiel. Die Haarspaltereien, die dann an den vorliegenden Studienergebnissen vorgenommen werden und in sog. Advisory-Boards bei Pharmafirmen diskutiert werden dienen der Schönheitskorrektur diverser nicht den Erwartungen entsprochenen Ergebnissen. Subgruppen-Analysen sollen noch die letzten Pro-Argumente für ein neues Medikament liefern. Gewiefte Statistiker designen die Studien schon vor Beginn hinsichtlich Randomisierung und Endpunkte so, daß gar kein anderes Resultat als das erwartete herauskommt. Fazit: Sicher über 90% der von der FDA zugelassenene Medikamente “überleben” die Patienten Gott sei Dank. Die klinische Wirksamkeit ist oftmals mehr als tendenziös von diversen sogenannten Experten “dazugekauft”
#3 | 13. März 2014 um 13:26

#17 |
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Medizinphysiker

Dieser Artikel lässt erfreulich viel Raum zur Diskussion. Hinweisen will ich nur auf den meistens vernachlässigten Bereich der nichtmedikamentösen Diagnostik und Therapie. Beispielhaft hier nur Elektrotherapie und Strahlenchirurgie genannt. Die Mächtigen, auch über Leitlinien herrschenden Kräfte, blendern die offensichtlich vorteilhaften Verfahren einfach aus, um ihre Interssen zu wahren. Und das geschieht in aller Konsequenz ungeachtet der damit verstellten Vorteile für Ptienten. Leider, muss ich feststellen, trifft das auch bei lebensbedrohlichen Erkrankungen zu. Hoffnungsvoll kann man nur sein, weil außerhalb der Machtkreise der Fortschritt eingestzt und genutzt wird. Weltweite Information ist möglich.

#16 |
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Gast
Gast

aber Herr @andreas steinhilber,
warum soll ein Arzt der Pharmaindustrie denn bitte ein Auge aushacken,
dann müsste der Chirurg ja auch das Skalpel bekämpfen.
Beides muss allerdings sehr kunstvoll angewendet werden um möglichen Schaden so klein wie möglich zu halten. Dazu benötigt man mindestens ein langes Studium.
Das mit dem “Auge aushacken” ist also eher die Aufgabe der AOK,
die kann offenbar nichts besseres.

#15 |
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andreas steinhilber
andreas steinhilber

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

#14 |
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Gast
Gast

@Dr. med. Günther Jonitz nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.
Das “deutsche” Gesundheitssystem ist auch nach Beurteilung ausländischer Experten gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Feindseligkeit der von einander abhängigen Partner. Dazu gehört auch die Pharmaindustrie als Feindbild und die sog. “Kostenträger”.
Es gibt mächtige Kräfte, Medizin zu rationieren, dieser Hintergrund und die zunehmende “Fremdbestimmung” ärztlichen Handelns ist eines der Motive, sinnvolle Kooperation mit Ärzten zu kriminalisieren.

#13 |
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Gast
Gast

@Dr. med. Günther Jonitz, was wollen Sie uns mit den “Leitlinien” sagen?
Leitlinien sind Meinungen, aber kein Wissen.
Vielleicht haben wir schon zu viele davon.

#12 |
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und saubere Leitlinien gibt’s hier:
http://www.versorgungsleitlinien.de

sehr empfehlenswert auch:
http://www.alltrials.net/home/german-translation/

suaberes Wissen macht Spaß :-)

#11 |
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sanfter Artikel zu einer harten Thematik. Solange der Etat für Marketing höher liegt als der für Forschung, Novartis 2012 9,3Mrd USD vs 14,4 Mrd USD, ist klar, dass es für die Industrie um Ertrag und nicht um Patientennutzen geht. Die Industrie gibt kein Geld aus, auch nicht für Übernachtungen, wenn kein return on invetsment daraus resultiert. So einfach ist das.
Im übrigen sei auf Ben Goldacre “Die Pharma-Lüge” hingewiesen.
Wir haben uns zwar alle an die Bequemlichkeit der Fremdfinanzierung gewöhnt. Davon werden wir uns verabschieden müssen, allein schon aus Gründen der Selbstachtung. Der vollständig industriefreie Fortbildungskongress der Ärztekammer Berlin ist regelmäßig überbucht. Dafür sind die Hauptvorträge frei im internet. Im 19. Jhdrt war “sauberes Wasser” die wichtigste Ressource für Gesundheit, im 21. Jhdrt ist es “sauberes Wissen”. Das ‘Wissen’ der Industrie ist unsauber, da industrielastig.

#10 |
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Dr.med.Bayerl
Dr.med.Bayerl

Lieber Herr Lederer,
in der doch sehr verallgemeinerten Pauschalierung,
sag ich mal :
Polemik.
Ich kenne keinen anderen Berufsstand mit nur annähern ähnlicher Fortbildungsdichte,
z.T. entwürdigend mit den ganzen Punktesystemen.
Ohne Fremdunterstützung wäre die sofort platt.

#9 |
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Gast
Gast

Verehrter Student Tim Vogel:
Wenn man diesen Beruf ergreift, sollte man recht bald wissen,
wer die Feinde des Berufes sind,
Sie können bei den Vorwürfen gerne sich selbst zum Maßstab nehmen,
warum und wie Sie kranke Menschen behandeln wollen.
Eines ist dabei ganz besonders wichtig, Wissen, Wissen, Wissen.

#8 |
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Gast
Gast

Hallo Herr Peter,
Ich (ohnehin Nicht-Arzt) hab kein Problem damit, dass der Arzt Unterstützung bekommt, wenn er sich fortbilden will (und muss!). Die Frage ist doch bloß: Funktioniert das alles ganz ohne Gegenleistung? Wenn alle Firmen ihr Geld gleichmäßig an die Ärzte verteilen würden, auch das war dann kein Problem. Aber wenn SIE von einer Firma großzügig gesponsort werden, und von anderen nichts erhalten, bleiben SIE dann ganz neutral?
Nichts gegen Pharmagelder generell (ohne Sie wäre vieles an Fortbildung, Information und Forschung nicht möglich), aber vielleicht wär die EIN-Großer-Topf-Lösung doch gar nicht so schlecht?

#7 |
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Student der Humanmedizin

Ein spannendes Buch, indem einige zu enge Verflechtungen beispielhaft vorgestellt und gleichzeitig grundsätzliche, strukturelle Probleme erkannt werde: “Die weiße Mafia” – Frank Wittig.

Ein Interview mit dem Autor des Buches ist hier zu finden:
https://www.thieme.de/viamedici/mein-studienort-leipzig-1599/a/leipzig-interview-wittig-14633.htm

#6 |
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Jack Peter
Jack Peter

Die Pharmaindustrie und die Medizim gehören seit jeher zusammen. Ohne diesen Wirtschaftszweig würden wir heute eine flächendeckende und solide medizinische Versorgung nicht gewährleisten können. Wir dürfen es nicht zulassen, dass unser Partner die Pharmazie und daran angeknüpft die Industrie verteufelt wird. Vielleicht darf man freundlich auf andere Dienstleistersparten hinweisen, welche mit einer großen Lobby und Industrie im Rücken arbeiten… Beklagt sich einer über Audi, BMW, Mercedes und deren Zulieferern von Teilen, Forschungsergebnisse? Forschungseinrichtungen? Nein! Warum auch?

Wie kann man nur glauben, dass ein Essen zu einem Kongress oder Kongressgebühren das Verschreibungsverhalten von Arzneimitteln bei uns Ärzten beeinflußt?? Nur so nebenbei Kosten für ein Kongress über 4-5 Tage (Hotel ca. 500 Euro, Anreise 250 Euro, Gebühren ca. 350 Euro, Seminare ca. 300 Euro, Verpflegung 150 Euro – der Dienstausfall ist da noch nicht berücksichtigt als Beispiel für einen kleinen Kongress in Deutschland) Das ist eine Menge Geld für Weiterbildung. Aber diese Weiterbildung machen wir nicht für uns, weil wir dort die Nase gepudert bekommen. Nein, das ist Weiterbildung für Patientenversorgung, für die beste, aktuellste, und nach dem neusten Stand der Wissenschaft ausgerichtete Versorgung von Menschen.

Das darf und soll bitte keiner vergessen!

#5 |
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Mitarbeiterin Industrie

Es gibt inzwischen genügend Einschränkungen,die sich die Industrie selbst
auferlegt hat.
Sie sollten sich kundig machen,ehe Sie so polemisch versuchen,wieder den alten
Ascheeimer zu füllen.
Zu Ihrer Information :
schauen Sie doch mal in die Seiten des AKG-Kodex!

#4 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

zu#2 Sehr geehrte Frau Kollegin,
gerade deshalb ist eine gute ärztlich Uni-Ausbildung unerlässlich, um “unseriöse” Vertreterbeeinflussung zu erkennen, ganz abgesehen von der menschlichen Erfahrung, dass Leistung dem Geld folgt,
also auch die Medizin generell etwas “pharmalastig” organisiert ist, erstaunlicherweise bis zu den Krankenkassen, die eher ein gefährliches “Antirheumatikum”, als ein harmloses Vit.D bezahlen.
Den Leitlinien und sonstigen “Regeln” von Experten bzw. dem Erfahrendsten im Team würde ich zunächst nicht misstrauen.
Die lange Ausbildung eines Arztes beginnt doch immer zunächst mit dem Erlernen von bewährten Regeln,
und erst, wenn man die schließlich kennt und beherrscht,
optimalerweise auch kausal begründen kann,
kommt die zweite und noch wichtigere Phase der “Weiterbildung”,
nämlich die begründete individuelle Abweichung von der Regel.
Das werden Ökonomen nie verstehen,
Richter nach meiner Erfahrung aber durchaus,
wenn,
das ist natürlich Bedingung,
wenn man seine Handlungsweise plausibel begründen kann.
Es ist ja keineswegs Zufall, dass “Leitlinien” juristisch nicht bindend sind,
denn das bedeutet nichts anderes,
auch das muss der junge Dr. wissen,
dass die Verantwortung für sein tun immer bei ihm selbst bleibt.

Gruß

#3 |
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Marina Zaslavskaya
Marina Zaslavskaya

Wenn ich aber als Assistenzärtzin im ersten Jahr den Leitlinien nicht trauen kann, wo nehme ich dann die Informationen her? Die Zeit, um nach den unabhängigen Studienergebnissen zu suchen, habe ich nicht, praktische Erfahrung, die mich an den Inhalten einer Leitlinie zweifeln lässt, auch noch nicht. Gibt es so etwas wie open source Alternative zu den Leitlinien?

#2 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

völlig bescheuert “Firmengelder” grundsätzlich abzulehnen!

#1 |
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