Brustkrebsdiagnose: 7-Tesla-MRT bessert nach

26. Februar 2014
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Wissenschaftler haben erstmals nachgewiesen, dass sich die 7-Tesla-Ultra-Hochfeld-Magnetresonanztomographie klinisch bei Patientinnen mit Brusttumoren anwenden lässt. Das könnte künftig eine noch bessere Diagnose von Brustkrebs ermöglichen.

In vorangegangenen Studien mit 7-Tesla-MRT war die Untersuchung der klinischen Anwendbarkeit bisher auf Grund der zur Verfügung stehenden, begrenzten Spulentechnik auf eine Brust limitiert. „Die neue Generation der Spulen erlaubt die beidseitige klinische Verwendung“, erklärt Katja Pinker von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Abteilung für Molekulare Bildgebung der MedUni Wien, die die Studie in Kooperation mit dem Exzellenzzentrum Hochfeld-MR und dem Brustgesundheitszentrum der MedUni Wien und des AKH Wien durchgeführt hat.

Personalisierte Diagnose mit erhöhter diagnostischer Genauigkeit

Mit der 7-Tesla-MRT gelingt es, eine hohe diagnostische Genauigkeit von 96,6 Prozent zu erzielen. Pinker: „Das höher zur Verfügung stehende Signal bei 7T erlaubt eine höhere Auflösung, die es ermöglicht Feinheiten und Details besser zu sehen um eine sichere Diagnose stellen zu können. Zusätzlich ist auch eine Diagnostik auf molekularer und metabolischer Ebene mit Diffusion-gewichteter oder Natriumbildgebung und Spektroskopie möglich, um Tumoren noch besser charakterisieren zu können“

Das generelle Ergebnis der Studie: Die beidseitige Ultra-Hochfeld-MRT der Brust mit 7-Tesla ist problemlos klinisch anwendbar und „erlaubt eine verbesserte Diagnose von Patientinnen mit Brusttumoren“, so die MedUni Wien-Expertin. „Durch eine zukünftige Ergänzung der Ultra-Hochfeld-MRT der Brust mit 7-Tesla durch molekulare und Stoffwechselbildgebung könnte ein weiterer Schritt in Richtung personalisierte Medizin getan werden, denn nicht jeder Brustkrebs ist gleich.“

Diagnostische Genauigkeit von 3-Tesla-Gerät bei bis zu 93 Prozent

Zum Vergleich: Mit der derzeitigen, klinischen Standard-MRT mit einem 3-Tesla-Gerät liegt die diagnostische Genauigkeit bereits auf einem Top-Niveau bei bis zu 93 Prozent. Die Untersuchungsdauer ist übrigens gleich lang – egal ob 3-Tesla oder 7-Tesla. Die Patientin verbringt etwas mehr als fünfzehn Minuten in der Untersuchungsröhre. Der klinische Einsatz von 7-Tesla bei der Untersuchung von Brusttumoren ist demnach sofort möglich, hängt aber auch von der Verfügbarkeit ab: Weltweit gibt es nur acht universitäre Einrichtungen, die ein 7-Tesla-Gerät einsetzen.

Originalpublikation:

Clinical application of bilateral high temporal and spatial resolution dynamic contrast-enhanced magnetic resonance imaging of the breast at 7 T
Katja Pinker et al.; European Radiology, doi: 10.1007/s00330-013-3075-8, 2013

14 Wertungen (4.71 ø)

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2 Kommentare:

Dr. med. Faribors Marktanner
Dr. med. Faribors Marktanner

Wissenschaftler haben erneut……………die Budgetfreie Diagnostik missbraucht und den gierigen Gerätehersteller zu Hilfe geeilt.
Die bevölker5ung, insbesondere ihrer vorrangig betroffenen Anteil, die Frauen, werden sich noch mehr malteretieren lassen um Übel – Brustkrebs – von sich abzuwenden.
Die Frage ist: Warum fällt nie ein wort über erste klinische Anzeichen von Krebs und von Brustkrebs? Wenn Krebsherd noch so klein ist? Warum nicht?

Mit freundlichen Grüßen

verbleibe ich

Dr. med. Dipl. rer. nat
Faribors Marktanner
Arzt für Radiologie
Arbeitsschwerpunkt: Digirale radiologie und Nuklear Medizin

#2 |
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Gast
Gast

wer soll das bezahlen,
in einer Zeit,
in der schon die Mammographie heftig attakiert wird?

#1 |
  0


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