Marktanalyse: Apotheker beim Kassensturz

28. Februar 2014
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2013 haben gesetzliche Versicherungen lediglich 3,1 Prozent mehr für verschreibungspflichtige Medikamente ausgegeben als 2012, diverse Rabatte hinterlassen ihre Spuren. Offizinapotheken profitieren vom Rx-Markt, während Versender den OTC-Umsatz stärker ausbauen konnten.

Wie IMS Health berichtet, haben gesetzliche Krankenkassen 28,1 Milliarden Euro für Arzneimittel und Diagnostika ausgegeben, das sind 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei seinen Kalkulationen zog der Gesundheitsdienstleister Apothekenverkaufspreise heran. Durch Rabatte und Rabattverträge konnte die GKV etwa 6,6 Milliarden Euro einsparen. Pharmazeutische Hersteller schulterten einen Anteil von rund 2,7 Milliarden Euro . Weitere 1,1 Milliarden Euro gingen auf das Konto von Apothekenabschlägen. Und durch Rabattverträge blieben knapp 2,8 Milliarden Euro unangetastet.

Große Größe

Zu den Kassenrezepten selbst: Insgesamt haben Ärzte 2,1 Prozent mehr Arzneimittelgebinde verordnet. IMS Health fand starke Zuwächse bei N3 (plus 3,5 Prozent) im Vergleich zu N1 (plus 2,0 Prozent). Mittlere Packungsgrößen entwickelten sich sogar leicht rückläufig (minus 0,6 Prozent). Besonders deutlich zeigte sich die Tendenz bei patentgeschützten Arzneimitteln (N3: plus 11 Prozent), etwas schwächer bei Generika (N3: plus 6 Prozent).

Unterschiedliche Kanäle

Doch woher beziehen Kunden ihre Präparate? Nachdem Rx-Boni vom Gesetzgeber gestoppt worden sind, sank deren Umsatz bei Versendern auf 191 Millionen Euro (minus 2,5 Prozent). Noch deutlicher zeigt sich die Tendenz bei Packungszahlen: Hier landeten fünf Millionen Präparate (minus 4,4 Prozent) in Versandboxen. Bei OTC-Produkten gibt es dank satter Boni gegenläufige Tendenzen: In 2013 wuchs deren Umsatz im Versandhandel auf 548 Millionen Euro (plus 6,2 Prozent) an, bei öffentlichen Apotheken waren es lediglich plus fünf Prozent. An Packungszahlen gemessen, gaben Versandapotheken 81,9 Millionen OTC-Packungen (plus 5,5 Prozent) ab.

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1 Kommentar:

Sven Larisch
Sven Larisch

Bleibt die Frage bei all den Umsatzzahlen, was denn nun an Spanne bleibt. Besonders wenn der Versandhandel mit dicken Rabatten protzt.

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