Pille danach: Smarties für selbstbestimmte Frauen

19. Februar 2014
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Die Rezeptfreiheit von Notfallkontrazeptiva mit dem Wirkstoff Levonorgestrel beschäftigt die Gesundheitspolitik. Bundesrat, Experten und Teile der Bundesregierung fordern die Freigabe. Doch Hermann Gröhe lehnt diese mit der Warnung vor einer Debatte „mit Schaum vor dem Mund“ ab.

15. Dezember 2012 – Eine 25-jährige Frau kommt auf einer Bank in einer Seitenstraße in Köln wieder zu sich. Die junge Frau wurde vermutlich mit K.O.-Tropfen betäubt und anschließend vergewaltigt. Als Mutter und Tochter auf Rat der konsultierten Notärztin das Kölner St. Vinzenz Hospital zur Spurensicherung und Verschreibung von Notfallkontrazeptiva aufsuchen, wird eine Behandlung verweigert. Eine gynäkologische Untersuchung und damit einhergehende Beratung für Notfallkontrazeptiva sei nach Anordnung der Ethikkommission unter Rücksprache mit Kardinal Meisner „nicht mit dem katholischen Gedankengut vereinbar“. Auch das Heiliger-Geist-Krankenhaus, ebenfalls von einem katholischen Träger unterhalten, nimmt die traumatisierte Patientin nicht auf. Erst in einem dritten Krankenhaus bekommt sie schließlich die ärztliche Beratung und das Rezept für ein Notfallkontrazeptivum.

Worum geht es?

Der Fall aus Köln zeigt die Dringlichkeit der durch eine Gesetzesinitiative im Bundesrat angestoßenen Debatte zur Freigabe der Rezeptfreiheit der „Pille danach“. Doch worum geht es eigentlich? Einer der gebräuchlichsten Wirkstoffe in der „Pille danach“ ist Levonorgestrel (LNG). Dieser ist in deutlich geringerer (etwa ein Zehntel) Konzentration auch in üblichen oralen Verhütungsmitteln enthalten. Levonorgestrel wirkt als Gestagen auf die Ausschüttung der gonadotropen Hormone aus der Hypophyse. Insbesondere über die Veränderung des LH-Spiegels wird dann der Eisprung verschoben, eine Befruchtung bleibt aus. Die Wirksamkeit hängt allerdings stark von der Zeit nach dem Koitus ab. Innerhalb der ersten 24h ist die Kontrazeption zu 95 % erfolgreich. Nach 72h ist die Einnahme quasi nutzlos. In Deutschland sind 13 % aller Frauen mindestens einmal in ihrem Leben auf Notfallkontrazeptiva angewiesen. 200.000 Verschreibungen, die Hälfte davon an einem Montag oder Dienstag, werden in Deutschland verzeichnet. Zudem ist zu betonen, dass es sich bei der „Pille danach“ nicht um eine Abtreibungspille handelt. Ist bereits eine Befruchtung erfolgt, bleibt die Einnahme von Levonorgestrel wirkungslos. Diesem Umstand muss bei der ethischen oder politischen Diskussion Rechnung getragen werden.

Eine Sachdebatte?

Dass es sich überhaupt um eine ethische oder politische Frage handelt, verneint Jens Spahn, der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Der Mann, der mit der Äußerung „Es geht hier doch nicht um Smarties“ Aufmerksamkeit erregt hatte, betont, es handele sich um eine reine Sachdebatte. Levanogestrel sei nicht das wirksamste Mittel auf dem Markt zur Verhinderung von Schwangerschaften. Außerdem bestehe ein erhöhtes Thromboserisiko. Beide Aussagen sind für sich nicht falsch, verlieren aber bei näherer Betrachtung ihre Schlagkraft: Wie auch die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) betont, hat der alternative Wirkstoff Ulipristalacetat (UP) eine höhere Wirksamkeit, ist dafür aber bei Überdosierung deutlich toxischer und zudem auch noch deutlich teurer. Auch das angemahnte Thromboserisiko ist bei der üblichen langfristigen Einnahme der Anti-Baby-Pille deutlich höher als bei einer einmaligen Anwendung eines Notfallkontrazeptivums. Die DGGG stellt heraus: „Nur FrauenärztInnen sind in der Lage, die Einnahmenotwendigkeit zu beurteilen.“ Dies lässt stark daran zweifeln, ob die Argumentation der Fachgesellschaft nicht von wirtschaftlichen Interessen geprägt ist. Sicher ist die Intimität der Beratung an einem Apothekennachtschalter in Frage zu stellen – das aktuelle gynäkologische Beratungsangebot von Notärzten in der Notaufnahme allerdings auch.

Keine medizinischen Gründe gegen Freigabe

Wie viel mehr entspräche es dem Wohl der Patientinnen, den Zugang zu LNG zu erleichtern. Durch eine schnellere Einnahme könnten Patientinnen zuverlässiger die ungewollte Schwangerschaft verhindern. Dadurch würden die traumatisierende Erfahrung einer Abtreibung und damit einhergehende gesundheitliche Risiken für Patientinnen vermeidbar. Insbesondere für Opfer von Gewalt ist es eine Zumutung, um eine Behandlung betteln zu müssen – oder sie im schlimmsten Fall verwehrt zu  bekommen. Dies alles ist mit der Freigabe eines Medikaments zu bewerkstelligen, von dem die WHO schon 2010 in einer Studie das geringe Gesundheitsrisiko bewies. Ein Medikament, für das am 14.1.2014 der Expertenausschuss für Verschreibungspflicht des Bundesinstituts für Arzneimittel seine Forderung nach Rezeptfreiheit von 2003 wiederholte und betonte, dass es keine medizinischen Gründen für eine Rezeptpflicht gäbe. Ein Medikament, das in allen europäischen Ländern – außer Deutschland, Italien und Polen – frei verfügbar ist.

Im Kontext zum Vorfall in Köln wirken daher auch die Äußerungen des Gesundheitsministers fast schon zynisch: Er fordert einen diskriminierungsfreien Zugang. Gleichzeitig kann man einen Arzt nicht zur  Behandlung eines Patienten zwingen, wenn er diese aus ethischen Gründen verweigert. Einen wirklich diskriminierungsfreien Zugang wird es nur geben, wenn die Frauen selbst über die Einnahme der „Pille danach“ entscheiden können – und nicht die Ethik- und Moralvorstellungen des behandelnden Arztes.

Sexuelle Selbstbestimmung – Ein Menschenrecht

Es hat nicht den Anschein, dass hier eine Sachdebatte geführt wird. Die Argumentation der DGGG wirkt stark von monetären Motiven getrieben, die der CDU/CSU von konservativer Ideologie. Die „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Levonorgestrol hat bei mehreren unabhängigen Studien ihre Tauglichkeit hinsichtlich Wirkung, Nebenwirkung und Toxizität unter Beweis gestellt. Wer weiterhin medizinische Gründe für die Rezeptpflicht aufrechterhält, sollte seine Motivation dafür überprüfen. Selbst wenn man in diesem Thema eine ideologische Debatte erlauben würde, muss man den Gegnern der Freigabe folgendes entgegenhalten: Erfahrungen in 19 europäischen Ländern zeigen, dass die Freigabe weder zu einer verstärkten Nutzung von Notfallkontrazeptiva als generelles Verhütungsmittel, noch zu einer Veränderung des Sexualverhaltens oder einem Anstieg der Geschlechtskrankheiten geführt hat.

Seit 1994 ist das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ein Menschenrecht. Die Freigabe von Levonorgestrel als Notfallkontrazeptivum mit einer Beratung in der Apotheke dürfte dieses Recht in Deutschland ein Stück weit besser umsetzen. Ob die Freigabe durch politische Ideologie und wirtschaftliche Interessen verhindert werden darf, ist fragwürdig. Fakt bleibt: LNG ist sicher, wirksam und arm an Nebenwirkungen. Dies macht es zu einem idealen Wirkstoff zur Notfallverhütung von Schwangerschaften. Es grenzt an eine Bevormundung und Geringschätzung von Frauen, die Einnahme eines solchen Medikaments mit so großen Hürden zu versehen. Die größte davon ist vielleicht nicht einmal die organisatorische, einen Arzt in Bereitschaft zu finden. Viel höher erscheint die Barriere, einem Arzt den Vorfall und die Gründe für die gewünschte Schwangerschaftsverhütung zu erklären. Dies steht dann unter dem Urteil des Arztes, welches manchmal, wie das Beispiel in Köln zeigt, selbst unter prekären Bedingungen negativ ausfällt. Dieser Gefahr, in einer Notsituation abgelehnt zu werden, darf keine Frau ausgesetzt sein.

Es ist stark anzunehmen, dass die Frauen in Deutschland, wie auch im gesamten europäischen Ausland, verantwortungsvoll mit diesem Medikament umgehen können. Und dabei wird ihnen klar sein, dass es sich eben nicht um Smarties handelt.

141 Wertungen (3.91 ø)

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23 Kommentare:

Student der Humanmedizin

An sich ein interessanter Artikel, allerdings leider unsachlich und polemisch formuliert sowie teilweise schlecht recherchiert. Schade!

#23 |
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Dr.Bayerl, Arzt
Dr.Bayerl, Arzt

Nicht so streng. Vielleicht meint Frau Benert ja auch Frauen, die keine Kinder kriegen können, nicht nur nach der Menopause.

#22 |
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Sofie Reincke
Sofie Reincke

Bei einvernehmlichen Verkehr sollte die Verhütung vorher geklärt sein und wenn eine ungewollte Schwangerschaft eine Katastrophe wäre, ist auch eine Kondom alleine nicht ausreichend. Die Pille danach oder auch eine Abtreibung sollte Frauen in Not vorbehalten sein und nicht Frauen die zu faul/ doof sind, zu verhüten. Ich habe noch Verständnis dafür, dass man einmal im Leben in so eine Situation gerät, aber wenn man sich mehrfach mit dem Problem erst auseinandersetzt, wenn der Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, dann läuft was falsch.

#21 |
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Gast
Gast

Liebe Frau Tierärztin. Wir sind hier primär ein Medizin-Portal, wenn Sie Ihren feministischen Unsinn ernst meinen,
dürften Sie auch keine Tiere behandeln, da Sie kein Tier sind und daher nichts davon verstehen.
Ein Arzt müsste dann auch alle Krankheiten, die er behandelt selbst gehabt haben.
Oder?
Was Sie sagen wollen ist wohl, dass bei der “Pille danach” weder Mediziner, noch wie bereits merkwürdigerweise auch bei der Abtreibung praktiziert, auch die (biologisch) mitbeteiligten Männer die Schnautze zu halten haben.
So, so.

#20 |
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Gast
Gast

Der geschilderte Fall bezieht sich auf eine kriminelle Vorgeschichte – das hat mit Selbstbestimmung der Frau nun wirklich NIX mehr zu tun.
Von einer selbstbestimmten Frau kann man vielleicht auch verlangen, dass sie weiß, dass man durch Geschlechtsverkehr schwanger werden kann.
In der BRD wimmelt es nur so von Ärzten, auch an Wochenenden gibt es genug Krankenhäuser, Notfalldienste usw.

#19 |
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Gast
Gast

mich stört etwas, dass hier einige Feministinnen auf “Männer” schimpfen.
Wer Schwangerschaft allerdings für eine sexuelle Diskriminierung hält, ist wohl auch für eine Mutterrolle ungeeignet.
Schwangerschaft ist schon gar keine “Schuld”, ihr lieben Feministinnen.
Und mancher Vater wäre froh, er könnte Vater ohne Frauen werden.
Vielleicht gelingt es ja noch mit Klonen.

#18 |
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Dr. med. dent. Andreas Ludwig
Dr. med. dent. Andreas Ludwig

Sehr geehrter Herr Vogel,

wenn Sie mit Ihren journalistischen Fähigkeiten noch Näheres zu den Vorgängen, wie ich sie unter # 17 geschildert bekam, recherchieren können, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Ansonsten frage ich mich, weshalb hängen Sie Ihren Artikel an dem kirchen- und medienpolitischen Ereignis des Jahres 2012 auf, der möglicherweise ganz andere Hintergründe hatte?
In der Hoffnung, dass Sie noch lernen, wann in Deutschland die Zeitungsente durchs Dorf gejagt wird und wie man als Fachjournalist sachlich bleibt und auf Effekthascherei verzichtet grüsse ich aus Bayern

#17 |
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Dr. med. dent. Andreas Ludwig
Dr. med. dent. Andreas Ludwig

Am 16. Dezember 2012 wurde eine vermutlich vergewaltigte Frau in einer Kölner Notfallambulanz erstbetreut. Die diensthabende Ärztin stellte ihr nach Notfall-Erstversorgung und Beratung ein Rezept für die ‚Pille danach’ aus.
Anschließend suchte sie telefonisch nach einem Krankenhaus, wo eine gerichtsverwertbare Spuren-Sicherung vorgenommen werden könnte. 

Es gibt seit Sommer 2012 in Köln fünf Kliniken, in denen die heute übliche forensische Untersuchungen zur sogenannten „Anonyme Spuren-Sicherung“ (ASS) vorgenommen werden. Bei solchen gynäkologischen ASS-Untersuchungen werden alle medizinisch-kriminologisch relevanten Daten dokumentiert und archiviert, ohne dass das Opfer sofort Anzeige erstatten muss. Da der Betreiber des ASS-Netzwerkes, der Verein „Frauen gegen Gewalt“, verlangt, dass die entsprechenden Krankenhäuser auch die Abtreibungspille danach verschreiben, mussten die beiden kirchlichen Häuser Vinzenz-Hospital und Hl. Geist im Sommer 2012 die Spurensicherungs-Praxis aufgeben. Die ASS-Untersuchungssets wurden aus den beiden Krankenhäusern abgeholt.

#16 |
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Gast
Gast

“Als Mutter und Tochter auf Rat der konsultierten Notärztin das Kölner St. Vinzenz Hospital zur Spurensicherung und Verschreibung von Notfallkontrazeptiva aufsuchen”

Ich mag es nicht so besonders, wenn bei doch zurecht wichtigen Themen bei der Recherche so “geschlampt” wird, dass man meinen könnte, es wäre Absicht.

Diese Frau war niemals in den Krankenhäusern und wurde dementsprechend niemals abgewiesen. Die Notfallärztin hat aus ihrer Praxis dort angerufen. Es gab telefonisch dann die Absage. Das kann man leicht nachlesen. Es mag genauso dafür stehen, wie sehr man dieses Thema diskutieren muss – aber der blumige Einstieg fehlt halt, ah?

Vielleicht mal schnell besser machen, und: bei der nächsten Mal sowieso.

#15 |
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Heilpraktikerin

ups… sorry.
Offensichtlich habe ich falsche Satzzeichen verwendet, die hier dazu führten, dass die Zitate gelöscht wurden, und der Sinn dadurch etwas entstellt.

Zitat #1: (..) Es geht doch nicht immer nur um die gut 3% mit kriminologischer und medizinischer Indikation, sondern auch um die knapp 97%(..)

Zitat Dr. Bornhaupt: (..)Patientinnen schätzen ihr Risiko mehrheitlich aus Sorge gänzlich falsch ein.(..)

#14 |
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Heilpraktikerin

Die Argumentiererei gegen die “Pille danach” scheint mir reichlich fragwürdig, insbesondere der Vergleich mit Smarties.

Zitat #1:
Hier sind nur notwendige Schwangerschaftsabrüche mit kriminologischer Indikation erfasst, und keineswegs Fälle von Vergewaltigung.
[Übrigens ist auch den 97 % sonst. Indikation ist nicht anzusehen, ob hier eine Schwangerschaft trotz umsichtigen Vor-Verhaltens gegeben war – wie z. B. ein geplatztes Kondom oder Pillenversager.]
Es ist eigenartig, das #1 der Meinung zu sein scheint, Frauen machten Sexualität ohne Verhütung, die “Pille danach” oder gar Abtreibung zu ihrem Hobby.

Lt. Polizeistatistik 2012 gab es 2012 11709 Fälle von “vollendeten Straftaten gegen die sex. Selbstbestimmung”, davon 92,9 % gegen Frauen,
(wobei auch hier die genaue Differenzierung fehlt, ob es bei diesen Straftaten zu einer schwangerschafts-ermöglichenden Tätigkeit kam);
wie hoch die Dunkelziffer ist, weil Frauen eine Anzeige oft gar nicht wagen, weiß sowieso keine Statistik!

Zitat Dr. Bornhaupt:
Ist es sinnvoller, humaner und christlicher Frauen über mindestens (!) 2 Wochen diesen Sorgen hilflos zu überlassen?

Die “Pille danach” kann nur das (etwas) kleinere Übel sein. Mehr ist von ihr nicht zu erwarten.
Sollte eine Frau tatsächlich so vernunftresistent sein, sinnvolle Verhütung abzulehnen und diese Tabletten als Smarties zu betrachten, werden spätestens die Nebenwirkungen sie eines Besseren belehren. Nebenbei sind Smarties deutlich preiswerter.

Fazit: es ist und bleibt bedauerlich, dass zum Entstehen einer Schwangerschaft zwar Frau UND Mann notwendig sind, das Durchstehen einer Schwangerschaft und deren Unannehmlichkeiten aber nur der Frau alleine obliegt.
… und leider häufig genug auch die umfassenden Folgen einer “abgeschlossenen und erfolgreichen Schwangerschaft”, wenn der (vllt. sogar christliche) Papi sich lieber vor der Verantwortung verdrückt.

#13 |
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Student der Humanmedizin

Sehr geehrte Kommentierende,

herzlichen Dank für die bisher angeregte Diskussion. Der Wahrheitsgehalt der Aussage “Ist bereits eine Befruchtung erfolgt, bleibt die Einnahme von Levonogerstrel wirkungslos.” ist sicher von großer Bedeutung für ethische Bewertung des Themas. Daher möchte ich mit folgenden Materialien meiner Recherche die Aussage noch einmal untermauern:

1. “Emergency contraception — mechanisms of action” – Fachartikel aus “Contrazeption” http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0010782412007500

“Based on this review of the published literature, it can be concluded that existing methods used today for EC act mainly through inhibition of ovulation or prevention of fertilization. An additional effect on the endometrium as occurs for the Cu-IUD, but not for the hormonal alternatives [like Levonorgestrel], seems to increase the efficacy of the method.”(Veröffentlicht Oktober 2013)

2. “Emergency contraception: how does it work?” – Paper in “Reprod Biomed Online” http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19281662

“There are no data supporting the view that levonorgestrel can impair the development of the embryo or prevent implantation.”

3. “Mechanisms of action of mifepristone and levonorgestrel when used for emergency contraception” – Paper in “Human Reprod Update”
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Gemzell-Danielsson+K%2C+Marions+L.+Mechanisms+of+action+of+mifepristone+and+levonorgestrel+when+used+for+emergency+contra-+ception.+Hum+Reprod+2004%3B10%3A341

“Recently, treatment with either 10 mg mifepristone or 1.5 mg of levonorgestrel has emerged as the most effective hormonal method for emergency contraception with very low side-effects.”

“When summarized, available data from studies in humans indicate that the contraceptive effects of both levonorgestrel and mifepristone, when used in single low doses for emergency contraception, involve either blockade or delay of ovulation, due to either prevention or delay of the LH surge, rather than to inhibition of implantation.”

4. “Mechanisms of action of hormonal emergency contraceptives” – Paper in “Pharmacotherapy” http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20099990

“The evidence strongly supports disruption of ovulation as a mechanism of action. The data suggest that emergency contraceptives are unlikely to act by interfering with implantation, although the possibility has not been completely excluded. The data also suggest that emergency contraceptives are ineffective after ovulation.”

5. International Consortium for Emergency Contraception (ICEC)
International Federation of Gynecology & Obstetrics (FIGO) Statement
on Mechanism of Action (October 2008) http://www.cngof.asso.fr/D_TELE/081022FIGO.pdf
“One study has estimated effectiveness of LNG ECPs by confirming the cycle day by hormonal analysis (other studies used women’s self-reported cycle date). In this study, pregnancies occurred only in women who took ECPs on or after the day of ovulation, while no pregnancies occurred in the women who took ECPs before ovulation, providing evidence that ECPs were unable to prevent implantation.”

“Most studies show that LNG ECPs have no such effect on the
endometrium, indicating that they have no mechanism to prevent implantation.”

“One study showed that levonorgestrel did not prevent the attachment of human embryos to a simulated (in vitro) endometrial environment.”

“Animal studies demonstrated that LNG ECPs did not prevent implantation of the fertilized egg in the endometrium”

Fazit: Ja es gab den Verdacht, dass Levonorgestrel die Implantation verhindern könnte und so zu einem Abort führt. Dieser Verdacht hat sich nach den oben genannten Quellen nicht bestätigt. Gleichzeitig möchte ich darauf verweisen, dass die zitierte Aussage in Wikipedia nicht weiter belegt ist.

#12 |
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Leider ein recht kurzsichtig vefaßter Artikel. Aber lassen wir das. Medizinisch ist die ganze Schose ja “nicht relevant”…

#11 |
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Kriebel Stephanie
Kriebel Stephanie

Müsste dann nicht auch die “ganz normale” Pille rezeptfrei zu bekommen sein?

#10 |
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Jeder approbierte Arzt und jede Ärztin dürfen die für Patientinnen und ihre Partner
oft überraschend notwendige, auch nächtliche ärztliche Verschreibung z. B. im
Zentralen ärztlichen Notdienst rezeptieren, bzw. die Notdienst-Apotheken können
das Rezept beliefern. Als “Pille danach” gibt es in Deutschland
• den selektive Progesteronrezeptor-Modulator mit 30 mg Ulipristalacetat (ellaOne®)
• das Präparat mit dem bezeichnenden Namen PiDaNa® mit 1,5 mg Levonorgestrel
Bei ellaOne® sind als Nebenwirkungen in unter 10% der Fälle Kopfschmerzen,
Übelkeit, Bauchschmerzen und Menometrorrhagien (Regelstörungen) beschrie-ben. Affektive (emotionale) Störungen, Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Myalgie (Muskelschmerz), Rückenschmerzen, Dysmenorrhoe (Regelschmerzen), Mastodynie (Brustschmerzen), Müdigkeit folgen zwischen 1% und unter 10% häufig.
PiDaNa® entspricht mit 1,5 mg Wirksubstanz der Einmalgabe von 50 Minipillen
“Microlut®” oder “28 mini®” bei 0,03 mg Levonorgestrel täglich zur Empfängnis-verhütung. Daher erklären sich sehr häufige Nebenwirkungen (über 10%): Mastodynie, Menometrorrhagie, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Unterbauch-schmerzen, Verzögerung der Menstruation, Hypermenorrhoe (starke Regel-blutung), Müdigkeit. Durchfall und Erbrechen werden zwischen 1% und unter 10% angegeben.
Bei allem Verständnis für die Forderung der GRÜNEN/Bündnis 90 nach ökologisch unbedenklichem, von Chemie und Umweltbelastung möglichst freiem, umwelt-verträglichen Leben verwundert die Position von NRW-Gesundheits-Ministerin Barbara Steffens (Grüne). Zumal, wenn sie es als “nicht nachvollziehbar” bezeich-net, dass “das Selbstbestimmungsrecht von Frauen in Deutschland weiter einge-
schränkt würde. Denn auf Grund meiner 10-jährigen wissenschaftlichen und praktischen Arbeit im Essener LORE-AGNES-HAUS der ARBEITERWOHLFAHRT (AWO), einer heute noch bestehenden Einrichtung für “Familienplanung, Schwangerschaftskonflikte und Fragen der Sexualität”, scheitert dies n i c h t an einer Rezeptpflicht oder Freigabe der “Pechpill”, wie sie auf Niederländisch so treffend heißt.
Sondern in erster Linie am mangelhaften bis teilweise gänzlich fehlenden Interesse, Wissen und Mit-Verantwortlich-Sein männlicher Partner für Fragen und Probleme von Kontrazeption, Konzeption und ungewollter Schwangerschaften in allen möglichen Spielarten von Paar-Beziehungen.
Auch SPD-Politikerin Hilde Mattheis, die Hermann Gröhe auffordert, die Rezeptpflicht für die “Pille danach” aufzuheben, wird an dieser Grundproblematik
nichts ändern. Für bessere informationelle Selbstbestimmung potenzieller Anwenderinnen der “Pechpill” gehören neben Aufklärung, Sexualkunde, Biologie-Unterricht, Sicherstellung ärztlicher Erreichbarkeit rund um die Uhr, Kompetenz und Erfahrung im Umgang mit Ratsuchenden in dieser speziellen Frage, auch eine
gewisse Empathie und weltanschauliche Toleranz. Diese lassen aber besonders die Partei-Koalitionäre mit dem großen “C” und leider auch manche Ärzte, die unter der “Fuchtel” katholischer Krankenhausträger oder fundamentalistischer Ideologien stehen, schmerzlich vermissen.

#9 |
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Petra Finsterwalder
Petra Finsterwalder

Polen, Italien und Deutschland geben Levonorgestrol nicht frei. Sind die anderen EU-Länder auf dem falschen Weg? Nein, sie sind nur nicht so bigott und stehen unter der päpstlichen Ägide! Es gibt doch tatsächlich Länder, die den Laizismus durchgezogen haben!

#8 |
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Preslava Boseva
Preslava Boseva

Wenn man im Sinne der Patientinnen handelt, dann sollte die Pille danach frei verkäuflich sein. Punkt aus.
@ Bornhaupt: Ich finde es sehr mutig von Ihnen, jemandem davon abzuraten, egal was für Anamnese und Untersuchung man macht! Ich habe auch Medizin studiert und 2 mal schon die Pille danach gebraucht. In dem Moment, sogar wenn es eine nur 5%-ige Chance besteht schwanger zu werden, dann will das Risiko nicht eingehen…

#7 |
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Sven Bleile
Sven Bleile

In der Schweiz wird die Abgabe durch Apotheken bereits im Alltag praktiziert.
Vorteile:
– Der Patient kann in jede X-beliebige Apotheke (meist deutlich näher u. unkomplizierter als das nächste Krankenhaus)
– eine Abgabe kann durchaus verweigert werden bzw. die Person weiter an ein Krankenhaus/Gynäkologie verwiesen werden (es erfolgt zuerst ein Abklären von Standard-Fragen u. unbedingt eine Aufklärung über Geschlechtskrankheiten…)
– der Patient wird eindeutig darauf hingewiesen, dass es nur ein Notfall-Mittel ist und max. 2-3x pro Jahr eingesetzt werden darf
– die Beratung findet in einer separaten Beratungsecke/-zimmer statt
Ich finde diese Lösung eine durchaus praktikable.

#6 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Frauke Lippens der Titel trifft es auf den Punkt.

#5 |
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Als seit Jahrzehnten tätiger Gynäkologe wage ich die Behauptung, das in ca. 50% der Fälle nach Anamnese und Untersuchung von der Einnahme der “Pille danach” wegen Unnötigkeit abgeraten werden kann. Auch eine Art der Prävention.
Patientinnen schätzen ihr Risiko mehrheitlich aus Sorge gänzlich falsch ein.

#4 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Hier von “Menschenrecht” bei einer Form von Abtreibung zu reden,
ist schon frech angesichts der “ethischen Bedenken” bei der medizinischen Mithilfe zur Schwangerschaft zu kommen, “Embryonenschutz” genannt.

MfG

#3 |
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Hebamme

Ihr Titel im Bild-Zeitungsstil ist völlig fehl am Platz.
Frauke Lippens
Hebamme

#2 |
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Gast
Gast

Durchaus logisch gedacht, wenn man von den Grundannahmen ausgeht auf denen auch der Artikel basiert. Das Problem ist, dass eben diese Annahmen nicht so sicher sind, wie oben dargestellt.
Im Artikel steht: ”Ist bereits eine Befruchtung erfolgt, bleibt die Einnahme von Levonogerstrel wirkungslos.”
Genau das ist aber die noch ungeklärte Frage. Es ist eben noch nicht sicher, dass Levonogerstrel nicht auch eine abtreibende Wirkung haben kann.
Man muss nicht einmal in Fachzeitschriften blättern um diese für den Artikel essentielle Grundannahme zu entkräften. Schon das für jedermann zugängliche Wikipedia reicht: “Die genaue Wirkung des Levonogerstrels im Rahmen der Notfallkontrazeption (Pille danach) ist unklar. Diskutiert werden eine Hemmung des Eisprungs, ein hemmender Effekt auf den Transport der Eizelle oder Spermien in den Eileitern sowie eine Störung der Einnistung der BEFRUCHTETEN EIZELLE.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Levonorgestrel)
Meiner Meinung nach ist das ein nicht zu vernachlässigendes Detail. Denn eine Störung der Einnistung einer befruchteten Eizelle ist eben keine Kontrazeption im eigentlichen Sinne mehr, sondern schon eine Abtreibung. Sollte so ein Medikament wirklich nicht mehr verschreibungspflichtig sein?
Außerdem frage ich mich, warum man eigentlich jedes Mal, wenn es im Entferntesten um Verhütung/Pille danach/Abtreibung geht sofort mit den, das sehe ich nebenbei gesagt übrigens genauso, sehr emotionalen Fällen der medizinischen und kriminologischen Indikation argumentieren muss. Genau das ist ja auch im vorangegangenen Artikel einmal wieder der Fall, der auf das Kölner Beispiel verweist. Natürlich sind genau diese Fälle diejenigen, die für die breite Öffentlichkeit besonders interessant sind. Es gilt jedoch eines zu bedenken: Es geht doch nicht immer nur um die gut 3% mit kriminologischer und medizinischer Indikation, sondern auch um die knapp 97%, bei denen eben diese Indikationen nicht zutreffen. Wer es nicht glaubt, das statistische Bundesamt hat genau diese Zahlen aus dem Jahr 2012 zu bieten: (https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Tabellen/RechtlicheBegruendung.html)
Es muss endlich einmal Schluss mit den Halbwahrheiten sein. Dafür ist dieses Thema ganz einfach zu wichtig…

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