Arztbewertungen: Sommerbrise statt Shitstorm

25. Februar 2014
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Dass Ärzte schlechte Zensuren in vielen Fällen nicht zu fürchten haben, fanden nun Wissenschaftler in einer aktuellen Studie heraus. Rund 80 Prozent der Ärzte wurden sehr gute oder gute Leistungen bescheinigt – vor allem Allgemeinmedizinern, Internisten und Urologen.

Nach dem Arztbesuch gleich einmal via Smartphone eine Bewertung posten: Immer mehr Patienten folgen diesem Trend. Besonders häufig lobten sie kurze Wartezeiten, straff organisierte Praxen, freundliche Angestellte und kompetente, einfühlsame Kollegen. Zu diesem Ergebnis kamen vor einiger Zeit bereits Wissenschaftler, die Zensuren des „vdek-Arztlotsen“ unter die Lupe nahmen.

Kein Straftatbestand…

Dass mehr und mehr Patienten entsprechende Portale nutzen, liegt aber nicht nur am Social-Media-Boom, sondern auch am Schutz der Mitglieder. Beispielsweise hatte eine Kinderärztin gegen jameda erfolglos auf Herausgabe von Userdaten geklagt, nachdem ihre medizinische und soziale Kompetenz infrage gestellt worden war. Das Landgericht lehnte in einem Urteil vom 3. Juli 2013 entsprechende Forderungen ab. Juristen argumentierten mit dem Telemediendienstgesetz: „Auf Anordnung der zuständigen Stellen darf der Diensteanbieter im Einzelfall Auskunft über Bestandsdaten erteilen, soweit dies für Zwecke der Strafverfolgung (…) erforderlich ist“, heißt es dazu im Paragraphen 14. Dieser Punkt sei laut Urteil des Landgerichts aber nicht zutreffend.

…sondern freie Meinungsäußerung

Show-Down, Teil zwei: Am 6. Dezember 2013 bestätigte das Landgericht Kiel die Zulässigkeit von Bewertungsportalen. Ein Gynäkologe, User hatten ihn mit der der Note 4,4 abgestraft, war vor den Kadi gezogen. In diesem Fall argumentierten Richter sogar mit Grundrechten wie der freien Meinungsäußerung gemäß Artikel 5 des Grundgesetzes. Auch hätte die Öffentlichkeit Interesse an „kritischen und unabhängigen Bewertungen“. Bei entsprechenden Postings handele es sich, so die Richter weiter, um „Meinungsäußerungen und nicht um Tatsachenbehauptungen“. Allerdings dürfe die „Grenze zur Schmähkritik“ nicht überschritten werden – inklusive Verletzung der Persönlichkeitsrechte. Das sei bei einer reinen Notenbewertung aber nicht der Fall.

Gute Noten für Fachärzte

So oder so machen sich viele Ärzte völlig zu Unrecht Gedanken, berichten Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im „Journal of Medical Internet Research“. Martin Emmert und Florian Meier haben entsprechende Daten des Portals jameda untersucht. Sie werteten 127.192 Einträge von 107.148 Patienten zu 53.585 Medizinern verschiedener Fachrichtungen aus. Knapp jeder zweite Kollege, der online zu finden war, hatte nur eine einzige Bewertung. Bei weniger als zwei Prozent waren zehn oder mehr Einträge zu finden. Die meisten Zensuren kamen von Patientinnen (60 Prozent), wobei Frauen und Männer vergleichbare Einträge veröffentlichen. Jeder zweite User ließ sich der Altersgruppe von 30 bis 50 Jahren zuordnen. Rund 83 Prozent waren gesetzlich krankenversichert.

Nach Facharztgruppen aufgeschlüsselt, standen Orthopäden an erster Stelle des Interesses (59,2 Prozent), gefolgt von Dermatologen (53,6 Prozent), Gynäkologen (56,9 Prozent), Mund-, Kiefer-und Gesichtschirurgen (56,5 Prozent), Neurochirurgen (55,4 Prozent), HNO-Ärzten (53,6 Prozent) und Urologen (51,0 Prozent). Augenärzte, Pädiater, Hausärzte oder Internisten wurden weitaus seltener bewertet. Prozentuale Angaben beziehen sich auf die Zahl an entsprechenden Fachärzten in Deutschland. Rund 80 Prozent bescheinigten Kollegen sehr gute oder gute Leistungen – vor allem Allgemeinmedizinern, Internisten und Urologen. Etwas schlechter schnitten Augenärzte, Hautärzte oder Orthopäden ab. Ärztinnen bekamen generell bessere Noten als Ärzte. Ältere oder privat versicherte Patienten vergaben ebenfalls wohlwollendere Zensuren, schreiben die Autoren. Von Shitstorm kann also nicht die Rede sein – eher von einer milden Sommerbrise.

53 Wertungen (3.92 ø)

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32 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

Mir ist eine Ärztin bekannt, die in schöner Regelmässigkeit negativ-Beurteilungen durch positiv-Beurteilungen bei Jameda ersetzt/ersetzen lässt.

Der Hinweis sich an die Ärztekammer zu wenden bringt gar nichts! So wie der MDK den Auftrag hat, Kosten niedrig zu halten so hat die Ärztekammer u.a. die Aufgabe, schützend… die Hände über die ehrenwerten Ärztinnen/Ärzte zu halten. Und ehrenwert sind ja alle, gelle? Die kritisierten Mediziner haben natürlich die Möglichkeit auf eine Patienten-Kritik zu reagieren. Da wird dann gerne in die Trickkiste gegriffen und auf einmal ist der Kritiker/Patient “psychisch labil” oder “sein Hormonstatus ist behandlungsbedürftig”. Alles klar?

Verehrter Herr Bayerl, das Sie die ollen Griechen hervorholen ist nun wirklich nicht zeitgemäss…. Natürlich dürfen “wir” Mediziner kritisieren!! Vorausgesetzt, die Kritik ist sachlich und orientiert sich an Fakten. Oder meinten Sie vielleicht, das die unbelehrbaren und miserablen Damen und Herren Doktor (um die es ja geht) weiter in der Anonymität ihr Unwesen treiben dürfen?

Manchmal helfen kleine, aber feine Kommentare: so z.B. die von “Narkoleptiker”.

#32 |
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Narkoleptiker
Narkoleptiker

P.S.: Unabdingbar ist m.E., dass die Bewertungsportale es ermöglichen, dass ein Kontakt auf anonymisierter Basis – soweit gewünscht – zwischen Beurteiler und Beurteilten hergestellt wird und das Rückfragen möglich sind.

Und ganz wichtig: Qualitätskontrolle der Portalbetreiber, transparente Kriterien und Stichproben bzgl. Wahrheitsgehalt.

#31 |
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Narkoleptiker
Narkoleptiker

Guten Tag,

eine Bewertung wird immer subjektiv sein und muss entsprechend gewertet werden. Ich unterscheide – vor allem bei Bewertung von Ärzten – immer zwischen harten und weichen Kriterien. Harte Kriterien sind Dinge wie Praxisausstattung, Sauberkeit, Erreichbarkeit, Terminvergabe u. ä.

Weiche Kriterien sind alle subjektiven Eindrücke der Bewerter. Wenn es um Freundlichkeit des Personals geht, des Arztes, die Diagnosefindung etc., kann es nur subjektiv sein.

Diese Bewertungen sind hilfreich und jeder “Dienstleister” (auch ein Arzt ist ein solcher) braucht dieses Feedback seiner “Kunden”. Unfehlbare Götter in Weiß sollten doch eigentlich der Vergangenheit angehören, oder?

Was ich mir von Ärzten wünschen würde wäre, dass sie z.B. ihren Patienten einmal im Jahr einen Fragebogen für Feedback geben, dass sie auf die Bewertungen reagieren. Leider wird das viel zu wenig genutzt.

Ich könnte Ihnen ein krasses Beispiel von einer orthopädischen Praxis in Berlin bei Jameda zeigen, in der Patienten mit großer Regelmäßigkeit von krassen Verhaltensweisen der dort behandelnden Ärzte berichten. Da ich selbst dort Patient war, konnte ich mir ein eigenes Bild machen, dass leider den Bewertungen entsprach. Eigentlich schon ein Fall für die Ärztekammer. Aber wie sagte die Ärztin, als ich ihr im Behandlungszimmer sagte, dass mir nicht gut sei: Für das Unwohlsein sei sie nicht zuständig und rauschte davon. Die Frage ist, ob Patient dafür zuständig ist, solche Dinge anzuzeigen. Aber das ist ein anderes Thema.

Aber ich kenne auch die Reaktion einer Ärztin auf eine negative Bewertung. Sie hat das Gespräch gesucht.

Mein Appell an die Mediziner ist, nehmen Sie bitte das Feedback an, wir Patienten möchten Ihnen nichts böses.

#30 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Lieber Herr …, die Frage an Sie war eine Frage des Schutzes von Persönlichkeitsrechten des Arztes, wie jedes Menschen! Der Frage sind Sie einfach ausgewichen.
In einer Sachdiskussion galt schon bei den alten Griechen Einigkeit über das Verbot einer “ad homonem” Diskussion. Es steht Ihnen einfach nicht zu Personen zu werten,
es sei denn Sie werden dazu aufgefordert. Es ist daher ein Zeichen von Toleranz und Höflichkeit sich einer persönlichen Bewertung zu enthalten und nicht von Heuchelei.
Und es ist ein noch gravierenderer Verstoß, dass ungefragt öffentlich, auch noch anonym zu tun.

Erfolgskontrolle jeder medizinischen Maßnahme ist ein anderes Thema und unverzichtbar, einschließlich der ganz subjektiven Urteils des “Patienten” mit der typischen Frage:
Hätten sie sich rückwirkend betrachtet noch einmal entschlossen, die gleiche Behandlung “auf sich zu nehmen”.
Hier gibt es gelegentlich überraschende Antworten, die auch der Arzt kennen muss.
Ich erinnere mich an einen int. traumatologischen Kongress, bei dem ein Experte von der ERFOLGREICHEN sehr aufwendigen posttraumatischen Extremitätenerhaltungsmaßnahme mit mehreren Eingriffen bis zu ca. 2 Jahren in knapp 20 Fällen rel. junger Männer berichtete. Alle wurden am Schluss gefragt, ob sie dass noch einmal machen würden. Alle haben NEIN gesagt, (Alternative Beinamputation)
nicht, weil sie mit dem Behandlungsergebnis unzufrieden waren,
sondern, weil sie alle inzwischen ihren Job UND ihre Frau verloren hatten.
Es war nicht in Deutschland.
Aber der ökonomische Trend könnte bei uns auch in die Richtung gehen,
ein anderes Thema.

#29 |
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Gast
Gast

Lieber Herr Krankenpfleger …,
möchten Sie auch von allen Menschen persönlich bewertet werden?

#28 |
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Gast
Gast

Ich habe Angela Merkel schon mehrere Beschwerdebriefe geschrieben,
Sie hat sie weder beantwortet noch ins Internet gestellt noch berücksichtigt.

#27 |
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Gast
Gast

Ich habe es selbst erlebt: Wenn ich nicht verschrieb, was der Patient wollte oder seine Selbstdiagnose in Frage stellte war ich inkompetent, ein schlechter Arzt und hatte sowieso zu wenig Zeit als Dermatologe. Die zufriedenen Patienten schreiben hingegen nicht. Die “Generation ich”, vor allem Frauen um die dreissig sind oft dermassen selbstbezogen, dass sie gar nicht mehr zuhören können. Und der Arzt hat dann schlecht erklärt. Neunzig Prozent aller negativen Bewertungen falsche Tatsachenbehauptungen. Ich lasse mich nicht mehr erpressen und habe deshalb das Land gewechselt. Da ist jetzt eine Lücke. Selber Schuld.

#26 |
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Peter Neefe
Peter Neefe

Das kann ich nur bestätigen. Siehe neefe.net imedo und vergleiche in der Region .

#25 |
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Veterinäringenieur Thomas Stellmach
Veterinäringenieur Thomas Stellmach

Es ist eine innerdeutsche Tatsache: Denunziantentum auf hohem Niveau !

#24 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

@Frank Kawohl und andere:
Ernsthafte Anschuldigungen, sind sicher selten, das soll ja hier wohl der Tenor sein.
Als nur “Krankenhausmensch” weis ich aber, dass solche Einzelfälle, wenn sie berechtigt sind, wirklich fatale Folgen haben können (“ein Blinddarm” stirbt).
Sind sie unberechtigt,
muss man sich daher dagegen wehren können.
Das wird durch “Anonymität” noch wesentlich erschwert!
Ich bin realistisch genug, auch nach Erfahrungen mit der antiärztlichen Justiz,
dass wir als “Berufsgruppe” wohl damit leben müssen.

Anonymität im Internet gegenüber unpersönlichen “Institutionen” ja,
gegenüber konkreten Einzelpersonen, nein,
meine Meinung.

Gruß

#23 |
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Seit zehn Jahren nicht mehr als Orthopäde niedergelassen, aber an ca. 10 Stellen kann ich im Internet noch meine Praxis finden. Als offene! Anderseits sind in der Statistik ca. 2,5 Beurteilungen pro Praxis. Soll man das ganze ernstnehmen?

#22 |
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Frank Kawohl
Frank Kawohl

Stimmt Herr Bayerl,
Richter werden ja nicht bewertet, obwohl sie auch öffentlich tätig sind.
Aber ich hoffe ja immer noch, dass ein rege Bewertender hier meine Frage
beantwortet.

#21 |
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Dr.Bayerl
Dr.Bayerl

Die Rechtsprechung ist im Falle auch nachweisbar vorsätzlicher Falschbehauptung über Ärzte offensichtlich sehr arztfeindlich
und winkt das meist unter “Meinungsfreiheit” durch.

#20 |
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Frank Kawohl
Frank Kawohl

Wie Frau Koch schon sagte, das Internet vergießt nichts, da bleibt jede auch aus dem Bauch herausgeschriebene Negativbewertung dauerhaft stehen. Selbst wenn der Verfasser nach überschlafener Nacht vieles nicht mehr so sieht.

Der Dorftratsch oder Stammtisch vergißt, relativiert und hängt seine Meinung nach dem nächsten wehenden Meinungswind. Da kann der hier vorher ” Schlechtgemachte ” im nächsten Monat wieder der beste Mensch auf Erden sein.

Ja und selbst wie auch hier schon angemerkt, selbst der bewertete Arzt kann sich
selbst zig E-Mail-Adressen zulegen, und dann in diesen fragwürdigen Portalen alles wieder Relativieren.

Ich finde Bewertungen gut, aber es sollten auch Roß und Reiter deutlich nachvollziehbar sein.

Deshalb fragte ich, wovor hat der Bewertende denn Angst, wenn er nicht anonym bleiben würde? Ein Patient, der seinen Arzt schlecht bewerten würde, sucht sich doch eh einen anderen Arzt, oder?

#19 |
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Rettungsassistent

Ich bin mittlerweile eher in die unterrichtende Rolle geschlüpft und dort ist es üblich, sich bewerten zu lassen. Anonym. Sieht nur ausserhalb der Firma keiner.
Wer legt denn in seiner Praxis Bewertungsbögen aus, die anonym ausgfüllt werden können?
Wer liest, was dort steht.
Wer handelt, wo Handlungsbedarf ist?
Wer sein Handeln reflektiert, braucht sich kaum Sorgen zu machen, schlecht bewertet zu werden.
Online Portale ohne Hinterlegung der Daten halte ich aber für schlecht, da hier alles behauptet werden kann, ohne dass dies belegt werden muss.

#18 |
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Jeder, der praktiziert, stellt sich damit in die Öffentlichkeit. Was früher der Dorftratsch, ist heute der shitstorm. Man kann dem nicht entgehen, schon gar nicht juristisch.
Empfindliche Naturen, wie ich, können gegen entsprechende Preise (ab 30 €) den einen oder anderen Eintrag von speziellen Internet-Firmen wieder bei jameda und Co. löschen lassen. Mir wurde beispielsweise mal ganz übler Mundgeruch nachgesagt. (Selbst wenn es stimmt: Wie dicht muss den jener Tierhalter mir auf den Leib gerückt sein, um das zu bemerken?) Auf die Dauer jeden Mist korrigieren zu lassen, geht aber ins Geld. Und täglich das eigene Bewertungsprofil auf missliebige Einträge zu studieren, kostet auch noch viel Nerven.
Wir leben in einer merkwürdigen Zeit, in der durch intellektuelle Meinungsführer einerseits alle traditionellen Werte der Gesellschaft (z.B.Glaube), Pflichten (z.B. Steuerehrlichkeit) und Rechte (z.B.Wahlrecht) in Frage gestellt oder ignoriert werden. Hedonismus und Genusssucht siegen über die Verantwortung des Einzelnen für seine Gesellschaft. Und der Sieg ist um so einfacher, je mehr man sich in der Anonymität des Internet-Heckenschützen verbergen kann.
Auf der anderen Seite stehen die Zielpersonen des öffentlichen Interesses, die sich selbst im privatesten Kreis noch korrekt verhalten müssen – sonst: shitstorm. So möchte ich nicht leben – siehe gestern der Film über den Ex-Präsdenten Wulff. An sie werden moralische Maßstäbe angelegt, denen eigentlich niemand gewachsen sein kann
Nun sind wir Weißkittel in der Regel keine Politiker und wollen gar kein Bad in der Menge als Beleohnung. Jeder aber, der praktiziert…. (s.o.)
Als Tierarzt sage ich mir inzwischen: was kümmert den Mond der Hund, der ihn anbellt

#17 |
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Marianne Koch
Marianne Koch

Ich stimme überwiegend Herrn Kawohl zu und muss Ihnen, liebe Frau Wojcik widersprechen. Auch wenn Ihre scharfe Kritik an manchen Ärzten sicher berechtigt sein mag, halte ich Bewertungsportale für sehr kritisch.
Aus dem Kollegenkreis (und auch anderen Berufsgruppen) ist immer wieder festzustellen, dass viele Menschen solchen Bewertungen völlig unkritisch glauben schenken, obwohl in solchen Portalen gelogen und betrogen werden kann, dass sich die Balken biegen. Durch die Anonymität ist fast alles möglich, z.T. geht das sogar soweit, dass Straftatbestände erfüllt werden (üble Nachrede, Verleumdung) und dann nach Strafantragstellung keine reale Person hinter dem Tatbestand zu finden ist, da diese mit erfundenen Daten im Netz herumgeistert (so in einem realen Fall geschehen). Und wie jedem bekannt sein sollte “vergisst Google nichts”, also auch entfernte Bemerkungen tauchen plötzlich wieder auf.
Ebenso sollte allen klar sein, dass viele positive Bemerkungen von Freunden /Bekannten geschrieben werden und auch mit der Realität nicht unbedingt immer etwas zu tun haben.
Was also sind diese Portale wert ? Nichts !
Erstaunlich wie viele Menschen immer wieder das übernehmen, was so alles im Netz vorgekaut wird, oft ohne den eigenen Verstand einzuschalten oder sich überhaupt ein eigenes Bild zu machen.
Ich glaube nicht, dass 15 Negativbewertungen tatsächlich das eigene Urteil ersetzen, aber für manche scheint das auszureichen……

#16 |
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Kinderkrankenschwester

Ich habe auf Jameda auch schon bewertet. Aber immer mit der Intention, sachlich zu schreiben und keinen Dreck zu schleudern. Grundsätzlich können diese Portale Hilfen sein, auch für die bewerteten Ärzte, die Kritik mal zu hinterfragen. Dass verschiedene Menschen verschiedene Erwartungen haben und Nörgler/Motzknochen überall vorkommen und dies auch so kund tun, sollte nicht zum Denunziantentum verleiten. Ich habe leider auch die Erfahrung von Frau Wojcik gemacht, kenne aber auch die andere Seite. Leider sehen sich einige Ärzte nur anhand der Tatsache, dass sie einen weißen Kittel tragen und Medizin studiert haben, immer noch als immun gegen Keime, allwissend und gottgleich.
Es sind wenige, aber es gibt sie. Und leider wird im Gesundheitswesen jede (!!) Rechnung von den Kassen bezahlt, egal, wie die Leistung war.

#15 |
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Frank Kawohl
Frank Kawohl

Frau Wojcik,
Sie polemisieren, warum beantworten Sie meine Frage aus Beitrag #8 nicht?

#14 |
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Nichtmedizinische Berufe

nachtrag: … negative bewertungen ergeben sich meist aus dem heute üblichen praxisablauf: sprechstundenhilfen mit forschen kommandostimmen, lautes sprechen mit patienten ohne rücksicht darauf, das persönl. daten von anderen mitgehört werden. des weiteren: maulfaule ärzte, schnelle abfertigung, vorschnelles verschreiben von XY, unfähigkeit zuzuhören und natürlich arroganz und bestimmendes verhalten. aus: gesammelte werke…

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

herr kawohl, sie sind doch auch kein schematischer nachäffer, nur weil sie sich an regeln und formalien halten. eine “mündige” entscheidung ist die, zwischen der möglichkeit anonym zu bewerten- oder eben nicht.

den aufschrei der ärzteschaft bei verleumdungen kann ich gut nachvollziehen. es gibt ja möglichkeiten über den gesetzgeber derartiges vorgehen zu unterbinden.

was spricht dagegen sich einen arzt zu wünschen, der ein guter diagnostiker ist und der auf augenhöhe mit seinen patienten kommuniziert (sog. sprechende medizin)? medizinisch und freundlich darf er mir gern die richtung die zu gehen ist aufzeigen – laufen kann ich prima und mutig allein – und mich nach der genesung bei ihm bedanken.

#12 |
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Dr. med. Anne Krambeer
Dr. med. Anne Krambeer

Noch ein weiterer Aspekt: Haben Sie (die Befürworter solcher Portale) mal darüber nachgedacht, dass man mit ein paar aus der Luft gegriffenen Verleumdungen auch ganz gut die ärztliche Konkurrenz in Schach halten kann? Habe Ähnliches erlebt nach dem Ausschluss aus einer Zweierpraxis, damit die Patienten ja nicht folgen…

#11 |
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Frank Kawohl
Frank Kawohl

Hmm, Frau Wojcik,
sehr schwache Gegenargumentation.
Wenn der ach so mündige und selbstbestimmte Patient die “Vorgabe” diverser
Bewertungsportale akzeptiert, dann ist er doch nicht mehr soooo mündig und selbstbestimmt, sondern nur ein schematischer Nachäffer der Vorgaben, oder?

#10 |
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Nichtmedizinische Berufe

er -der mündige und selbstbestimmte- muss sich ja gar nicht verstecken; ist nur eine vorgabe diverser bewertungsportale. wenn die kritik stimmt und sachlich vorgetragen wird, kommt es doch eher auf die inhalte an, oder? wir menschen sind m.o.w. lernfähig und können nicht alles im voraus wissen.

#9 |
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Frank Kawohl
Frank Kawohl

Hallo Frau Wojcik,
wenn der Patient ja so mündig und selbstbestimmt ist, wundert es doch sehr, dass er sich anonym verstecken muss, oder?
Wovor hat er denn Angst, der Mündige und Selbstbestimmte?

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

Das jameda-bewertungsportal ist mir bekannt und ich bin dieser oder jener empfehlung gefolgt und war durchaus zufrieden.

eine ärztin/ein arzt bekam im laufe 1 jahres an die 15 schlechte bewertungen. in schöner regelmässigkeit wird auf eine negative mit einer positiven beurteilung gekontert. am schreibstil/ausdruck kann man erkennen, das es sich um die/den kritisierte/n ärztin/arzt handelt. einfach nur armseelig.

und zum sog. urdeutschen grundbedürfnis: gott-sei-dank sind die zeiten vorbei in denen sich mediziner alles erlauben konnten. es ist recht so, das sie kritisiert werden. in der heutigen zeit schaffen es weder mediziner/innen noch politiker, noch herr brause… sich zu verstecken, bzw. fehler und fehlende kompetenz dauerhaft zu vertuschen. alles fliegt irgendwann auf; früher oder später.

ich kenne arrogante und unverbesserliche ärztinnen/ärzte die jegliche konstruktive kritik als “gotteslästerung” empfinden. der mündige und selbstbestimmende patient ist ihnen ein greuel. amen :)

#7 |
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ich schaue mir die ‘Bewertungen’ möglichst gar nicht mehr an, nachdem es ein paar ärgerliche gab, aber über positive Äußerungen freue ich mich dann doch.
Bleibt halt ambivalent, die Sache. Das Anonyme ist das Ärgerliche, mit offener Kritik könnte ich mich ja auseinandersetzen. Einmal habe ich erfolglos versucht einen Schreiber herauszufinden, er war’s aber gar nicht. Das war arg peinlich für mich. Gottlob nahm der (falsch verdächtigte) Patient meine Eintschuldigung an.

#6 |
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Frank Kawohl
Frank Kawohl

Mit diesen Portalen wird ein urdeutsches Grundbedürfnis bedient.
Und zwar das der Denunziation.

#5 |
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Dirk Reske
Dirk Reske

Ist irgendjemand aufgefallen welche Zensuren hier zugrunde gelegt werden? Ich vermisse die Bewertungen für die Kassen ebenso, wie die Bewertung aller anderen nicht wirklich hilfreichen Organisationen. Wer hat denn bisher einen echten Nachteil aufgrund einer Bewertung erfahren, außer dass er sich darüber aufregt und seine Gesundheit schädigt? Es ist so mit den Denunzianten sie werfen weiter mit Dreck so lange sie sich in der Anonymität verstecken können. Und hinterher kommt dann noch der berühmte Satz: An jedem Gerücht steckt doch ein bisschen Wahrheit, so sind sie die Feiglinge.

#4 |
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Dirk Reske
Dirk Reske

Gern Herr Möckel, bewerten sie ihre Schwester

#3 |
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Dr. med. Ludger JM Meyer
Dr. med. Ludger JM Meyer

Dennoch bleibt ein wichtiger Punkt offen:
ist ein Arzt denn nun tatsächlich eine “Person öffentlichen Interesses”, der sich von jedem im Schatten stehenden Anonymus jeden beschädigenden Dreck bieten lassen muss, oder besteht da Klärungsbedarf für eine “Kommunikations”form, die es vor kurzem im Medienrecht noch gar nicht gab? Wir Ärzte sind schließlich an unsere Schweigepflicht Dritten gegenüber gebunden. Warum aber ist das offensichtlich nur einseitig der Fall???
Konkret in einem Fall bei uns: Patient bezahlt seine (vorher unterschriebene!) Rechnung nicht, wird nach ewigen Versuchen im Guten dann irgendwann verklagt, und rächt sich postwendend mit Beschimpfungen auf Jameda.
Wer schützt eigentlich nicht nur uns Ärzte, sondern auch andere Dienst-Leister vor solch einem offenkundigen Missbrauch der “freien Meinungsäußerung”? Hier geht es seitens der Portale doch nur darum, bloß nicht den User preisgeben zu müssen. Denn sollte dieser eventuelle Konsequenzen seiner Dreckschleuderei befürchten müssen, würden diese Plattformen ja Nutzer verlieren, und der Werbewert würde sinken. Meint denn irgendwer, dass Burda mit seiner Tochter Jameda “aufklären” will? Nein, das Ganze ist super lukrativ!
Mir fehlt aufgrund unserer konkreten Erfahrungen mit Jameda ganz klar der Glaube an irgendeine (so, jetzt wird’s endlos naiv) Fairness und Gleichbehandlung!

#2 |
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Mitarbeiter Versicherung

Kann man auch Schwestern bewerten?

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