Bewerbung: Nase vorn im Stellensprint

8. August 2012
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Ärzte sind Mangelware und Eure Berufsperspektiven sind hervorragend. Kein Grund also, sich mit den früher oder später anstehenden Bewerbungen auseinanderzusetzen? DocCheck ist da anderer Meinung und nennt Euch die Key Facts rund um eine erfolgreiche Bewerbung.

Noch vor wenigen Jahren sah alles ganz anders aus. Den damaligen Medizinstudenten wurde auf den Weg gegeben, dass sie sowieso nie als Arzt arbeiten würden und doch lieber etwas mit beruflicher Perspektive studieren sollten. Dutzende Bewerbungen, ausbleibende Antworten und viele Absagen waren der Regelfall. So schnell kann sich die Lage ändern. Ein mögliches Bewerbungsgespräch zwischen fertigem Examensabsolvent und Chefarzt könnte heutzutage wie folgt enden:
„Ich bedanke für das angenehme Gespräch. Ihre Station hat mir sehr gut gefallen. Sie kommen in meine engere Wahl. Ich werde Sie gegebenenfalls anrufen.“
Doch um an diesen Punkt zu gelangen, muss man sich gewissenhaft auf dieses Gespräch vorbereiten. Denn: Die wirklich begehrten Jobs bekommen nur die, die sich in einem Bewerbungsgespräch auch präsentieren können.

Vor dem Bewerbungsgespräch gilt es aber zuerst einmal eine andere Hürde zu überspringen. Die erste Kontaktaufnahme. Schon hier legt Ihr die Basis für Euren späteren Erfolg. Ein gelungenes Bewerbungsschreiben soll es also sein? Doch das will gelernt sein und Papier ist bekanntermaßen geduldig. Viele potenzielle Arbeitgeber könnt Ihr zudem schon frühzeitig durch eine initiative Kontaktaufnahme, ob per Telefon- oder persönlichem Gespräch, beeindrucken. Ein selbstsicherer und sympathischer Auftritt öffnet Euch so manche, versperrt geglaubte, Tür. Und außerdem bietet das Gespräch den unbezahlbaren Vorteil, dass Ihr mehr über die Stelle, das Unternehmen und die wichtigsten Anforderungen Eures potenziellen zukünftigen Arbeitgebers erfahrt. Ein Wissensvorsprung, der Euch bei dem Verfassen des Bewerbungsschreibens und einem möglichen Bewerbungsgespräch noch sehr nützlich sein wird.

Bewerbungsschreiben – Die Bindung stärken

Habt Ihr den ersten Schritt also erfolgreich absolviert? Dann erhöht Euer Punktekonto sofort und nehmt im folgenden Bewerbungsschreiben auf das persönliche Gespräch Bezug. Das stärkt die Bindung und ruft das, bestenfalls optimal verlaufene, Erstgespräch wieder ins Gedächtnis des Personalers zurück.

Euer Schreiben solltet Ihr wie folgt gliedern:

  • Anrede zu Beginn
  • Anschreiben mit prägnanter Selbstpräsentation
  • Persönlicher Werdegang
  • Auflistung Eurer markantesten Fähigkeiten
  • Motivation und Eignung
  • Schlussformel

Das Studium ist vorbei. An deinem Werdegang und erworbenen Fähigkeiten lässt sich nicht mehr viel ändern, an der Motivation und der Eignung dagegen schon. Wichtig ist es deshalb, im Schreiben konkret auf die Wünsche des Chefarztes oder Abteilungsleiters einzugehen. Eine umfassende Recherche auf der Internetseite der Klinik ist angesagt. Du solltest dich explizit zu fachlichen Schwerpunkten informieren und die Themen und Kernpunkte kürzlich erschienener Publikationen der Zuständigen sollten dir, zumindest übersichtsweise, nicht gänzlich unbekannt sein.

Bewerbungsgespräch – Schwächen zu Stärken machen

Beim Bewerbungsgespräch gibt es natürlich einiges zu beobachten, standardmäßig sind aber folgende Punkte unverzichtbar:

  • Pünktlichkeit
  • Ehrlichkeit
  • Selbstsicherheit
  • Angemessenes Auftreten

Welches sind aber die Punkte, an denen du durch Individualität positiv auffallen kannst? Bereite dich ausgiebig auf folgende Fragestellungen vor, gern genommene Standards eines jeden Vorstellungsgesprächs:

  • Warum bewerben Sie sich gerade für diese Stelle?
  • Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?
  • Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?
  • Welche beruflichen Ziele haben Sie?

Bei der richtigen Vorbereitung sollte es kein Problem werden, diese Fragen offen, umgehend und glaubwürdig zu beantworten. Unvorbereitet kann es da schon ganz anders aussehen. Viel schwieriger hingegen ist aber die Frage nach den eigenen Schwächen.

Eine elegante Lösung, diese Frage einerseits zufriedenstellend zu beantworten und andererseits zum persönlichen Vorteil zu nutzen, ist es, ein Persönlichkeitsmerkmal zu nennen, dass generell sowohl positive als auch negative Züge aufweist und es im Zuge der Aussage so sehr positiv zu prägen, dass sich die Frage nach einer Schwäche in die Nennung einer entscheidenden Stärke wandelt. All denjenigen, die noch einen Schritt weiter gehen wollen, sei eine hoch effektive Technik aus dem Verkaufs-/Vertriebswesen empfohlen, dass sogenannte Pacing and Leading. Beim Pacing (engl.: Schritt halten) wird Körperhaltung, Mimik, Stimme und Sprache des Gegenüber so weit wie möglich imitiert. Dies soll dazu führen, dass die Person Vertrauen gewinnt. Das darauf folgende Leading (engl.: führen) dreht den Spieß um und das neue Vertrauen wird dazu verwendet, den Gegenüber mitzureißen und von neuen Dingen zu überzeugen – zum Beispiel von Ihrer Person.

Unverzichtbar ist zudem folgender Rat:

Vermeide den Konjunktiv!

Nicht: „Ich würde mich freuen, Sie bei einem persönlichen Gespräch kennenzulernen.“
Sondern: „Ich freue mich auf das persönliche Gespräch mit Ihnen.“

Checkliste für die Bewerbung:

Lebenslauf & Anschreiben

  • Sind deine Unterlagen vollständig?
  • Hast du eine plausible Erklärung für längere Studiendauer oder schlechte Noten?
  • Ist dein Lebenslauf unterschrieben und mit Ort und Datum versehen?
  • Enthält deine Bewerbung genügend Argumente, die exakt für dich sprechen?
  • Nennst du deinen nächstmöglichen Eintrittstermin?
  • Klingt deine Motivation für den Job glaubwürdig?
  • Und: Übertreibe es bei aller Selbstbeweihräucherung nicht zu sehr!

Bewerbungsgespräch

Folgende Fragen können Fallen darstellen, bereite dich besonders gut auf sie vor:

  • Was sind Ihre Schwächen?
  • Warum haben Sie sich dazu entschieden, Medizin zu studieren?
  • Sind Sie mit Ihren Noten zufrieden?
  • Warum haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben?
48 Wertungen (3.71 ø)
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