Statine: Schutz für Schaltstellen

21. Februar 2014
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Weltweit nehmen 220 Millionen Menschen Statine als Lipidsenker ein. Patienten müssen sich weniger Sorgen um kognitive Nebenwirkungen machen als bislang angenommen, so das Ergebnis einer Studie. Ob tatsächlich protektive Effekte zum Tragen kommen, wird derzeit erforscht.

In den letzten Jahren gaben einige Studien Hinweise, dass unter Statinen seltener Demenzerkrankungen wie Morbus Alzheimer auftreten. Andere Publikationen schienen den gegenteiligen Effekt zu belegen – wissenschaftlich eine äußerst unbefriedigende Situation. Jetzt gingen US-Forscher um Kristopher J. Swiger und Seth S. Martin vom Johns Hopkins Hospital in Baltimore der Frage nach, inwieweit Statine die Gedächtnisleistung von Patienten tatsächlich beeinflussen. Sie werteten im Rahmen einer Metaanalyse Studien mit mehr als 23.000 Männern und Frauen aus – mit einer überraschenden Erkenntnis.

Kurzfristige oder langfristige Folgen

Insgesamt wählten Swiger und Martin 16 methodisch hochwertige Arbeiten aus. Acht davon befassten sich mit der kurzfristigen Anwendung von Statinen. Drei davon ließen sich quantitativ auswerten – ohne Hinweise auf Gedächtnisverluste oder andere kognitive Beeinträchtigungen durch Statine. Um langfristige Auswirkungen zu erforschen, standen acht Studien zur Verfügung. Patienten waren im Schnitt drei bis 25 Jahre lang untersucht worden. Drei Publikationen zeigten keinen Zusammenhang zwischen den Arzneistoffen und erhöhten Demenzrisiken – fünf Arbeiten gaben sogar Hinweise auf einen protektiven Effekt. Für alle Langzeitstudien errechneten Swiger und Martin ein um 29 Prozent geringeres Risiko, an einer Demenz zu erkranken, gegenüber Patienten, die lediglich Placebo erhalten hatten.

Offene Fragen

Dass Statine einen schützenden Effekt haben, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich. Schließlich verringern oder stabilisieren die Cholesterinsenker Plaques den Gefäßen, die Verengungen verursachen, den Blutfluss ins Gehirn verringern und durch Verstopfungen Schlaganfälle auslösen können. „Was die neurokognitiven Effekte der Statin-Therapie angeht, so könnten Ärzte und Patienten nun beruhigt sein“, kommentiert Professor Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Essen, die Arbeit. Und Professor Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie an der Berliner Charité, kritisiert: „Einige große Statin-Studien wie die PROSPER-Studie (Prospective Study of Pravastatin in the Elderly at Risk) oder die Heart Protection Study, ergaben keinen Hinweis auf einen schützenden Effekt der Statine. Diese wurden aber in der aktuellen Übersichtsstudie nicht mit eingerechnet.“

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2 Kommentare:

Gast
Gast

Erwin Denk, Kniebeugen sind auch eine Alternative

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Erwin Denk
Erwin Denk

Ich liege mit Chinesischer Kräutermedizin (direkt aus Chengdu, China mit Verschreibung der Mischung nach Diagnose dort) meist “leicht über Normal” obwohl ich vorher Extremwerte hatte (im Alter von 53-63) – offensichtlich ganz ohne Nebenwirkungen :-)

SORTIS hatte ich mit ca. 53 Jahren nach 4 Tagen abgesetzt, weil es sich anfühlte als würden meine Muskeln weggefressen und wegen der beschriebenen Nebenwirkungen. Der chinesische Arzt riet mir auch davon ab deshalb.

Heute wo ich schon seit Wochen kaum noch was nehme, weil ich es vergesse bzw. die neue Darreichungsform in Kügelchenform mich nervt – geht es mir deutlich schlechter. Ich würde mich nicht wundern wenn die Wert im Moment wieder sehr hoch sind.

#1 |
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