Leitbildportal: Ende der Spielstraße?

21. Februar 2014
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Mit ihrem Onlineportal zur Leitbilddebatte macht sich die ABDA nicht nur Freunde: Anfangs gab es organisatorische beziehungsweise technische Pannen. Jetzt beschweren sich Basisapotheker und Studierende, nicht ausreichend beteiligt zu werden.

Die Kritik am ABDA-Leitbildportal hält an: In der Startphase kam es zu technischen Pannen, und Daten gingen verloren. Manche Apotheker bekamen ihren Aktivierungscode nicht rechtzeitig per Post zugestellt. Grund genug für BasisApotheker-WL um Gunnar Müller, Detmold, den Neustart zu fordern. Darüber hinaus kritisiert er, dass keine Diskussion über die Grenzen jeweiliger Kammerbezirke hinweg stattfände.

Der Nachwuchs bleibt außen vor

Damit nicht genug: Zwar sind sich alle Beteiligten einig, dass mehr getan werden muss, um den beruflichen Nachwuchs einzubinden. Je nach Status im entsprechenden Kammerbezirk können sich Pharmazeuten im Praktikum (PhiPs) beteiligen – oder eben nicht. Studierende bleiben generell außen vor. Deshalb hat der Bundesverband der Pharmaziestudierenden (BPhD) beschlossen, selbst eine Befragung zu starten. Die Inhalte befassen sich ebenfalls mit der Zukunft öffentlicher Apotheken.

Unkenrufe aus kollegialen Kreisen

Berufspolitische Spitzenvertreter nehmen mittlerweile auch kein Blatt vor den Mund. Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg, ist von dem neuen Portal www.leitbildprozess.de wenig begeistert. Er kritisiert, Diskussionen fänden momentan nur auf Landesebene  statt. Darüber hinaus fehlen Dobbert Fragen zur inhabergeführten öffentlichen Apotheke. Ja, das Wort “inhabergeführt” ist ganz entscheidend, um sich gegen Ketten abzugrenzen. Er vermisst Visionen und Perspektiven – inklusive möglicher Ideen, wie apothekerliche Leistungen künftig honoriert werden könnten. Das sehen Kollegen nicht anders: Hans R. Diefenbach, der stellvertretende Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbands, sowie der ehemalige stellvertretende Vorsitzende des Landesapothekerverbands Niedersachsen Uwe Hansmann sprechen von einem „totalen Rohrkrepierer“. Bleibt zu befürchten, dass die Leitbilddebatte ihre hehren Ziele nicht erreichen wird.

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